Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Porträts in knapper Form
Mischka von Barbara Honigmann
Mit Mischka setzt Barbara Honigmann ihre Reihe von Büchern über Familie und Bekannte fort. Sie schreibt in ihren gewohnten sachlichen Stil. Es ist mehr Porträt als Erzählung. Doch die Emotionen sind da, nur nicht so offensichtlich im Vordergrund.
Mischka war für die 19490 geborene Barbara Honigmann eine mütterliche Freundin aus Russland, deren Leben von Gefangenschaft und Verbannung geprägt er, aber auch von ihrer Stärke.
Honigmann zeigt ihr Leben in knapper, aber eindringlicher Form.
Es ist ein Leben, dass von den Repressionen der Sowjetunion erzählt. Damit wird es auf gewisse Art auch zu einem sehr zeitgenössischen Text.
Es folgen im Buch noch 2 weitere Porträts, aber Mischka ist das wichtigste.
Barbara Honigmann ist nicht umsonst eine vielfach preisgekrönte Autorin.
Rezensionen von Katharina Grassmugg:
Eine junge Frau wehrt sich
Hazel sagt Nein von Jessica Berger Gross
Hazel sagt nein ist die Geschichte einer jungen Frau die sich gegen die sexuellen avancen ihres Direktors stellt und dadurch in einen Strudel gerät mit dem sie so wohl nicht gerechnet hätte.
Als Hazel Blum zum Direktor gerufen wird ahnt sie nichts davon das das ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird.
Hazel beschließt sich gegen das was man wohl als sexuelle Nötigung bezeichnen muss zu wehren doch will sie eines zuerst uf keinen Fall.... Ein Opfer sein und Mitleid bekommen immerhin hat sie nein gesagt und es ist nichts passiert. Doch nach und nach begreift sie die Tragweite des ganzen und erfährt wie viele junge Frauen tatsächlich auch mit ihr in dieser Geschichte hängen. Sie wird plötzlich zum Sprachrohr, es gibt einen mega medienrummel und Hazel findet sich zwischen allen Stühlen. Sie wollte nur Gerechtigkeit doch was sie losgetreten hat ist viel größer als alles was sie erwartet hatte.
Dieser Roman hat mich wirkluch beeindruckt. Er war intelligent, scharfsinnig und wichtig. Das Thema #metoo wird ernsthaft aber nie trocken behandelt. Der Roman ist sowohl unterhaltsam als auch teilweise heftig und man leidet mit Hazel mit während sie versucht das gesehene zu verarbeiten, von den Unterstützern des Direktors angegriffen und als lügnerin dargestellt wird, von Menschen die sich mit ihr solidarischen Unterstützung erfährt und immer wieder in selbstzweifel verfällt.
Was ich spannend fand ist das die Autorin es schafft Hazel zu einer überlebenden zu machen die sich weigert sich davon definieren zu lassen was ihr geschehen ist aber gleichzeitig die Verletzungen, die Scham und auch die psychologischen Prozesse zu schildern. Immer wieder gerät sie in Strudel zwischen selbsverletzung, der Frage ob sie nicht selbst schuld sei und dem Wunsch nach Gerechtigkeit und Abschluss.
Ein wirklich sehr gelungener Roman der mir teilweise einiges abverlangt hat aber in meinen Augen sehr wichtig ist.
Rezensionen von Vobabooks:
Entspannter Krimi mit schottischem Flair
Mord & Breakfast von Anne Gordon
„Mord & Breakfast“ ist der erste Band der Krimireihe rund um Melody Moss von Anne Gordon. Melody ist Journalistin in London und erfährt kurz nach ihrer Kündigung vom Tod ihrer Tante Mabel und ihrem Erbe - dem Bed & Breakfast namens Coastal Inn an der schottischen Küste. Melody reist erstmal dorthin und findet bald heraus, dass ihre Tante nicht allseits beliebt war und dass an ihrem Tod irgendetwas faul ist…
3.
75 ⭐️ Ein entspannter Krimi mit schottischem Flair. Angenehm und leicht zu lesen. Primär aus Melodys Sichtweise erzählt, vereinzelt gibt es aber auch weitere Perspektiven. Von der Atmosphäre her eher cozy Crime, dabei von der Handlung her relativ schlüssig und plausibel (wer öfter Krimis liest wird vermutlich nicht überrascht sein von der Auflösung), mit eher geringer Spannung und einer Hauptfigur, mit der ich persönlich leider nicht vollständig warm geworden bin. Insgesamt aber unterhaltsam zu lesen, mitunter auch etwas amüsant. Ein schöner Krimi für Zwischendurch oder auch als Urlaubslektüre.
Rezensionen von Tina:
Eisige Stille, dunkle Geheimnisse
Eisnebel von Kate Alice Marshall
Ich bin mit großen Erwartungen an Eisnebel herangegangen – und sie wurden größtenteils erfüllt. Der Thriller lebt vor allem von seiner dichten, beklemmenden Atmosphäre und einem stetig wachsenden Gefühl der Unsicherheit. Schon die ersten Seiten haben mich gepackt: Kälte, Schnee, Abgeschiedenheit und das unheilvolle Gefühl, dass etwas nicht stimmt, ziehen sich wie ein eisiger Schleier durch die gesamte Geschichte.
Im Mittelpunkt steht Theo, deren Perspektive ich als intensiv und stellenweise verstörend empfunden habe. Ihre innere Zerrissenheit, die angedeutete Vergangenheit und das ständige Misstrauen gegenüber ihrer Umgebung sorgen dafür, dass ich als Leserin nie wirklich zur Ruhe gekommen bin. Genau das macht für mich den Reiz dieses Buches aus: Ich wusste nie, wem ich trauen kann – nicht einmal der Erzählerin selbst.
Besonders gelungen fand ich das Setting. Das abgeschiedene Anwesen im winterlichen Wald ist nicht nur Kulisse, sondern fast eine eigene Figur. Die Stille, der Schnee und die Isolation verstärken die psychologische Spannung enorm. Die Handlung entwickelt sich eher schleichend als rasant, was mir persönlich sehr gefallen hat, da sich der Nervenkitzel langsam, aber konsequent aufbaut.
Ein kleiner Kritikpunkt für mich war, dass sich einige Passagen etwas gezogen haben und nicht jede Wendung völlig überraschend kam. Dennoch bleibt die Geschichte insgesamt fesselnd, düster und psychologisch tiefgehend. Das Ende empfand ich als stimmig, wenn auch nicht vollkommen schockierend.
Rezensionen von Tina:
Gefühlvolle Erinnerungen und leise Liebe
Memories So Golden Like Us von Gabriella Santos de Lima
Memories So Golden Like Us hat mich von der ersten Seite an emotional abgeholt. Die Geschichte dreht sich um das beliebte It-Girl und den besten Freund ihres Bruders – ein Trope, das man kennt, das hier aber mit viel Gefühl und Tiefe umgesetzt wird. Besonders gefallen hat mir, wie stark der Fokus auf Erinnerungen, inneres Wachstum und unausgesprochene Gefühle gelegt wird.
Ich konnte mich sehr gut in die Protagonistin hineinversetzen. Ihre Gedanken, Zweifel und Sehnsüchte wirkten authentisch und nahbar. Die Beziehung zwischen den Hauptfiguren entwickelt sich langsam, aber glaubwürdig, was für mich ein großer Pluspunkt war. Es gibt keine überstürzten Dramen, sondern emotionale Spannungen, die sich aus der Situation und den Charakteren heraus ergeben.
Der Schreibstil ist flüssig, gefühlvoll und leicht zu lesen. Gerade die ruhigeren, nachdenklichen Momente haben bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Das Buch lebt weniger von Action, sondern mehr von Atmosphäre, Emotionen und zwischenmenschlichen Nuancen – genau das, was ich an solchen Romanen liebe.
Auch das Cover passt für mich perfekt zur Geschichte: Die warmen, goldenen Farbtöne und die ruhige Gestaltung spiegeln die emotionale Tiefe und die nostalgische Stimmung des Romans sehr gut wider und haben mich schon vor dem Lesen angesprochen.
Rezensionen von begine:
Japanische Mentalität
Richtig gutes Essen von Junko Takase
Richtig gut Essen, von Junko Takase, ist ein typischer japanischer Roman.
Die Autorin schildert die Situation in einem Büro. Man erfährt von den Rivalitäten, der Kollegen.
Man bekommt die Überlastung der Personen mit, da müssen viele Stunden gearbeitet werden.
Witzig sind die Essgewohnheiten einiger Kollegen.
Ich musste mich erst schon etwas konzentrieren um in die Geschichte hineinkommen, aber dann war es ein interessantes spannendes Leseerlebnis.
Rezensionen von Zaubermasu / Sandra Hennig:
Dieses Buch wirkt noch lange nach !
Tree-Drop von Nik Herrigel
Eine Welt in der alles digital läuft : in vielen Bereichen ist das schon so und da fällt es gar nicht schwer, in die Welt vom sog. Tree Drop abzutauchen : alles ist digitalisiert und hängt ganz selbstverständlich von der Technologie HAL ab.
Nick Herrigel beschreibt dies aus der Sicht verschiedener Charaktere, zu denen man schnell einen Bezug findet.
Der Autor schreibt so bildhaft und authentisch, dass man sich direkt hineingesogen fühlt, in diese Welt, in der wir uns doch irgendwie alle in der Zukunft sehen.
Doch was geschieht, wenn all diese selbstverständliche Technologie auf einmal versagt ?
Für mich hat dieses Buch einen ganz aktuellen Bezug und so habe ich die Entwicklung der einzelnen Figuren und auch die philosophischen Fragen, wie damit umgegangen wird ganz schnell verschlungen.
Sind wir manchmal zu leichtgläubig um Umgang mit all den Technologien, oder verlieren wir unsere Kreativität in unserer Welt, wenn es ohne Technik gehen muss ? All diese Fragen haben mich sehr zum nachdenken angeregt und hallen auch nach dem Beenden des Buches noch lange nach.
Ein tolles, sehr aktuelles Buch, das einem noch lange im Kopf bleibt – eine klare Kauf- und Leseempfehlung dafür !
Rezensionen von begine:
Wir schaffen das
Manchmal muss man sich entscheiden von Domenico Müllensiefen
Manchmal muss man sich entscheiden, ist ein gut gezeichneter Roman des Schriftstellers Domenico Müllensiefen.
Er schreibt über einfache Leute, die sehen müssen, das sie ihr Leben meistern.
Sandra besitzt einen alten LKW, mit dem sie Waren und Vieh durch Europa fährt. Sie hat ihren Mann verloren und muss Schulden bezahlen.
Dieses Mal fährt ihre 16jährige Tochter mit.
Durch ihren Freund Dirk wird sie in eine brenzlige Lage gebracht. Da muss sie sich für den richtigen Weg entscheiden.
Der Autor lässt Sandra einen derben Wortschatz angedeihen.
Der Roman nimmt einen mit auf die Reise.
Er lässt sich gut lesen.
Rezensionen von cosmea:
Geografie siegt immer über Geschichte
Alma von Federica Manzon
Alma ist eine Frau mit einer besonderen Herkunft und einem ungewöhnlichen Werdegang. Sie ist in Triest aufgewachsen, einer Stadt im Osten Italiens an der Grenze zum ehemaligen Jugoslawien. Ihre reichen und gebildeten Großeltern mütterlicherseits leben in der habsburgischen Tradition. Almas Mutter will der Enge ihres strengen Elternhauses entfliehen und heiratet einen Slawen.
Sie arbeitet in einer fortschrittlichen psychiatrischen Klinik, in der die Patienten nicht fixiert und sediert werden, sondern sich relativ frei bewegen können. Die Mutter kümmert sich nicht besonders um Alma. Unterstützung und Liebe findet sie vor allem bei ihrem Großvater. Ihr Vater verschwindet immer wieder über die Grenze nach Osten, ohne zu sagen, welcher Arbeit er dort nachgeht. Irgendwann erfährt Alma, dass er ein Anhänger Titos ist und seine Reden aufschreibt. Als Alma 11 Jahre alt ist, bringt ihr Vater eines Tages den gleichaltrigen Vili mit, den Sohn seines besten Freundes. Seine Eltern sind Dissidenten und wollen, dass ihr Sohn jenseits der Grenze in Sicherheit aufwächst. Anfangs verstehen sich Alma und Vili nicht besonders. Jahre später werden sie ein Liebespaar. Dann trennen sich ihre Wege für viele Jahre, bis sie Vili in ihrer Heimatstadt Triest trifft, damit er ihr im Auftrag ihres verstorbenen Vaters ihr Erbe übergibt. Zu der Zeit ist Alma 53 Jahre alt und hat viele Jahre in Rom und anderswo als Journalistin gearbeitet.
Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Alma, die immer wieder auf ihr vergangenes Leben zurückblickt. Sie war immer auf der Suche nach ihren Wurzeln und ihrer Identität, hat sich nie irgendwo zugehörig gefühlt. Auch für den Leser ist es nicht ganz einfach, weil die Autorin selten Orte und die Namen der Mächtigen nennt. Da heißt es nur die Stadt, die Hauptstadt, hinter der Grenze, die verbotene Stadt, die Insel, der Marschall, der Mann mit den weißen Handschuhen usw. Im Zusammenhang mit dem Bosnienkrieg der 90er Jahre nennt sie zumindest Sarajewo, Vukovar und Srebrenica. Für mich leidet die Lesbarkeit dieses eigentlich interessanten und ungewöhnlichen Romans auch unter der sprachlichen Qualität der deutschen Übersetzung. Da stören zahlreiche sehr spezielle Wendungen und Satzkonstruktionen.
Rezensionen von Lili-Marie:
Eine berührende Geschichte
Starfish von Lisa Fipps
Starfish ist ein ganz besonderes Buch und handelt von Body Shaming, Body Positivity, Selbstakzeptanz und Freundschaft. Ellie wird nur auf ihr Gewicht reduziert, in der Schule gemobbt und auch von ihrer eigenen Mutter von Diät zu Diät und von Arzt zu Arzt gezerrt.
Das besondere an diesem Buch ist der Erzähl-Stil.
Die Geschichte von Ellie wird nämlich in kurzen und knackigen Vers-Formen erzählt. Ein Interessantes Mittel wie ich finde und habe ich so noch nie gelesen. Zu Beginn habe ich etwas gebraucht um damit warm zu werden und in die Geschichte hineinzufinden aber recht schnell war ich drin und konnte Ellie begleiten.
Ellie erfährt schon mit ihren elf Jahren grausame Dinge. Aber ich bewundere ihre Stärke, denn sie lässt sich nicht so leicht unterbuttern und findet sogar eine tolle Freundin und erfährt pure Akzeptanz der Familie ihrer neuen Freundin. Dadurch schöpft sie neuen Mut und neues Selbstvertrauen. Sie stellt sich sogar gegen ihre Mutter, die immer nur auf Ellies Gewicht geachtet hat. Das war ein sehr starker Moment. Ihr Vater war immer auf Ellies Seite aber ich verstehe nicht, wieso er nie etwas gegen seine Frau gesagt und Ellie vor ihren Diäten geschützt hat.
Insgesamt ein sehr gutes und wichtiges Buch, das zum Nachdenken anregt und dem ein oder anderen sicherlich Mut macht.











