Kunden em pfehlungen
Rezensionen von verhei:
Ein schönes Buch über Hektik, Stress und die kleinen Momente
Eilig, so unglaublich eilig! von Christian Merveille
Ein Buch über einen kleinen Hasen, der es wie der Titel schon verrät, sehr eilig hat. Er flitzt, er rennt durch die Stadt und die Situationen. Kopflos verläuft er sich und ist länger unterwegs als so mancher Freund, auch wenn er immer in Eile ist. Und zur Verwunderung des Hasen können ihm die Freunde auch noch erzählen an welchen schönen Orten sie vorbeikamen, während der Hase sich an nichts erinnern kann.
Trotz all dem Tempo, das der Titel vermuten lässt, ist das Buch selbst doch eher so gestaltet, dass man zur Ruhe kommt durch die liebevollen Zeichnungen. Farbenfroh, aber nicht grell und überladen, widmet sich jede Seite einer neuen Szene der rastlosen Suche. Schon allein die Wahl der Farben – viel Grün für die Natur - hat auch auf den Vorleser eine beruhigende Wirkung.
Die Textlänge ist passend gewählt und greift die Illustrationen gut auf. Auch das Thema Eile vergisst man im Laufe des Buches sicher nicht.
Ein wirklich schönes Buch, das nicht nur den kleinen Betrachtern zeigt, dass man es manchmal gerne etwas ruhiger gestalten sollte, da man doch so manche schöne Situation verpasst.
abgeschottet auf einer Cold Case Insel
Bachelorette Party von Camilla Sten
Anneliese heiratet, somit trifft sich ihr Kreis bester Freundinnen zu einem Junggesellinenabschied auf einer abgelegenen schwedischen Schäreninsel. Das neu errichtete Yogaretreat soll dabei Kulisse für ein wundervolles Wochenende sein. Doch so idyllisch die Insel auch ist, so sehr birgt die Region ein dunkles Geheimnis, verschwand doch vor zehn Jahren in dieser Gegend eine Gruppe von vier Freundinnen spurlos.
Tessa, ehemalige Truecrime Podcasterin kennt im Gegensatz zu den anderen Frauen die Geschichte und ist sogleich alarmiert, als das Rettungsboot plötzlich auf dem offenen Meer treibt, obwohl es sicher vertäut war. An diesem Wochenende brechen auch so manches alte Geheimnisse hervor und schließlich findet man auch noch eine Leiche. Tessa ist alarmiert.
Nach einem Prolog der Einblick in die Situation von vor zehn Jahren liefert, taucht man durch den Blickwinkel von Tessa in die Geschichte ein. Kurze Kapitel und ein leichtfüßiger Schreibstil lassen einen leicht durch das Buch kommen. Ab und an werden weitere Rückblicke in die Ereignisse um das Verschwinden der jungen Frauen eingeknüpft. Auch Tessas eigene Vergangenheit wird eingearbeitet.
Für mich ein sehr spannender Roman, der vor allem durch die Tatsache getragen wird, dass sich die Gruppe Frauen auf einer kleinen Insel befindet und rasch jede Möglichkeit zur Flucht wegfällt. Auch die Geheimnisse aus der Vergangenheit der verschiedenen Teilnehmerinnen des Wochenendes und die teilweise dargelegte Feindseligkeit tragen die düstere Stimmung. Die Dynamik zwischen den einzelnen Frauen ist doch sehr eigen und man merkt, dass sich vor allem Tessa immer unter Druck fühlt und genötigt sich zu verteidigen, ist ihr bisheriger Lebensentwurf doch sehr gegensätzlich zu dem der anderen. Wer actionreiche Szenen erwartet, wird jedoch eher enttäuscht werden.
Für mich jedoch ein Thriller, den ich nicht aus der Hand legen konnte, da die beklemmende Stimmung wirklich übersprang.
Überall warten Herausforderungen - beruflich wie privat
Die Krabbenfischerin - Das Erbe der Küste von Danela Pietrek
Für Runa Hansen ändert sich das Leben schlagartig. Während sie bisher mit ihrem 17jährigen Sohn Finn auf einem Hausboot in Hamburg lebt und als Betriebsleiterin in einem Fischhandel arbeitet, ändert sich zu Hause auf dem Familienbetrieb an der Nordseeküste alles. Ihr älterer Bruder Peer, der den Familienbetrieb gemeinsam mit dem Vater Hauke leitet, verunglückt auf dem Krabbenkutter.
Schon rasch nach der Beerdigung, bei der die gesamte Familie und der Ort zusammenkommt, zeigt sich, dass die Zukunft des Familienunternehmens ungewiss ist. Auch Konflikte und Vorwürfe aus der Vergangenheit kommen wieder ans Tageslicht. Wie wird Runa sich entscheiden für ihre bisherige Karriere oder den Ort ihrer Herkunft.
Ein Roman, der sich um Familienprobleme dreht, aber auch gut die Situation der Krabbenfischer ins Auge fasst.
Der Schreibstil ist fesselnd, wechseln sich doch die Schicksale und Probleme der Familienmitglieder mit gut geschilderten Beschreibungen der Nordseegegen ab. Man lernt die schöne Gegend und verschiedene Bräuche der Region kennen und hat auch die Gelegenheit so manchen Satz in Plattdeutsch zu lernen. Danke hierbei für das kleine Glossar am Ende. Doch rasch auch erkennt man, dass das Leben an der Nordsee nicht nur idyllisch ist, speziell wenn man im Krabbenfang aktiv ist. Man merkt wie sehr die Familien und Betriebe von Wetter und dem Glück einen großen Fang einzubringen abhängig ist. Die Arbeit ist anstrengend und die wirtschaftliche Lage durchwegs unsicher. Etwas das mir bisher nicht so bewusst war und ich aus dem Buch mitnehmen werde.
Die Charaktere sind stark und eigen, so mancher mit einem ordentlichen Dickkopf ausgestattet. Dennoch haben sie das Herz am richtigen Fleck und stehen füreinander ein. Obwohl ich so manche Entscheidung vielleicht nicht nachvollziehen konnte, fand ich die Charaktere authentisch und fieberte mit wie es ihnen gelingen würde ihre Vergangenheit zu überwinden.
Für mich war der Roman ein wunderbare Gelegenheit in eine gänzlich andere Region einzutauchen und eine Vorschau auf den nächsten Urlaub zu bekommen.
Geheimnisse, Schuld und Mord
Das letzte Buch von Marceau Miller von Marceau Miller
Marceau Miller ist ein bekannter und erfolgreicher Autor. Kurz nach Veröffentlichung seines neuesten Buches, am Tag nach der Veröffentlichungsparty im Haus der Millers am Genfersee verschwindet er spurlos. Wie man rasch erfährt, stürzt er beim Klettern in den Tod. Die Polizei spricht von einem Unfall, seine Frau Sarah glaubt dem nicht.
Sarah versinkt in Tauer, Wut und dem Gefühl, dass es eben kein Unfall war. Auch bekommt Sarah einen Brief zugestellt, geschrieben von ihrem Mann Marceau selbst, adressiert an Sarah und gemeinsame Freunde, in dem von Geld und einem letzten Manuskript die Rede ist, das diverse Rätsel der Vergangenheit in Marceaus Leben erklären soll. Doch wo ist es zu finden. Hängt alles mit dem Verschwinden von Marceaus Schwester Jade vor vielen Jahren zusammen.
Mit dem Prolog steigt man rasch in die Geschichte ein- Marceau Miller wie er nach einem Angriff durch eine Person abstürzt, erzählt durch Marceau Miller selbst. Im Folgenden erleben wir den Roman hauptsächlich erzählt durch den Blickwinkel seiner Ehefrau-Sarah. Von der unbeschwerten Zeit in den Tagen vor dem Verschwinden, bis zum Tod und den anschließenden Ermittlungen folgt man vor allem Sarahs Gemütszustand. Aber auch Karen und die eingefügten Manuskriptseiten, und damit die Perspektive von Marceau selbst, treiben die Handlung weiter.
Sarah ist von Schmerz gezeichnet und schafft den Alltag als solches nicht mehr. Doch sie ist gleichzeitig getrieben durch den Gedanken die Wahrheit über den Tod Marceaus und dessen Vergangenheit herauszufinden. Lösung soll dafür das Manuskript liefern. Trauer, Wut und Unverständnis waren für mich sehr verständlich, jedoch hadere ich mit der Tatsache wie sehr sie ihre eigenen Kinder aus dem Leben ausschließt. Verständlich hingegen sind all die Brüche und Vertrauensverluste, die sie gegenüber alten Wegbegleitern im Laufe der Geschichte fühlt.
Nicht alles an diesem Roman verläuft gradlinig, hat manche Länge und so manchmal zweifelt man an Sarahs Geisteszustand und ob nicht so manches nur in ihrer Fantasie stattfindet. Jedoch war die Auflösung schlüssig für mich, und das Grundthema so verständlich.
Für mich war der Roman definitiv lesenswert, auch auf Grund der Tatsache, dass der Autor selbst in die Figur des Marceau Millers schlüpft. Eine interessante Verknüpfung einer spannenden literarischen Idee mit Elementen eines Krimis wenn nicht sogar psychologischen Thrillers.
unterhaltsames Vertiefen einer Sprache
Sans coeur von Virginie Pironin
Stéphane benötigt auf Grund eines schweren Herzfehlers eine Transplantation, die zu seinem Glück, als es Spitz auf Knopf steht auch rasch verfügbar ist. Das Herz kommt von einem Schwerverbrecher der rasch nach seinem Ausbruch aus der psychiatrischen Einrichtung von einem LKW erfasst wird. Soweit läuft alles problemlos, doch plagen Stéphane seitdem Eingriff schreckliche Albträume, die sehr real erscheinen.
Er vertraut sich nur einer Freundin an. Gleichzeitig geschehen in der Stadt einige grausame Morde, ein Serienkiller scheint unterwegs zu sein. Wie hängt all dies zusammen.
Wie gleich am Cover ersichtlich ist, handelt es sich um einen Lernkrimi, genauer gesagt Thriller, der im Sprachniveau B1 angesiedelt ist. Passend dazu ist auch die Gestaltung und der Aufbau gewählt.
Eine kurze deutsche Einleitung bzw. Zusammenfassung. Schwierige bzw. seltene Vokabel werden in einer Vokabelbox erklärt und verschiedenen Übungen sind in den Text eingearbeitet. Diese decken einerseits Grammatikthemen, Verständnis und Vokabelkenntnisse ab. Zum Ende des Buches gibt es noch eine Vokabelglossar, eine Auflistung der Übungen und natürlich die Lösungen. Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit all dies mit einem Vokabeltrainingsprogramm zu verknüpfen.
Die Gestaltung ist klar, übersichtlich und passend zum Thema des Buches. Das Buch lässt sich auf Grund der Schriftgröße einfach lesen und ist gut geeignet für allfällige zusätzliche Notizen.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht mit diesem Buch meine doch eingerosteten Französischkenntnisse zu wiederholen. Es ist einfach eine unterhaltsame Möglichkeit sich mit einer Sprache auseinanderzusetzen und nebenbei zu Üben. In diesem Fall, speziell wenn man Krimis bzw. Thriller mag.
Spannung und Beklemmung durch den Zeitdruck
Noch fünf Tage von Helena Falke
Lis ist Köchin für eine sehr wohlhabende Familie und bereitet ein entsprechendes Festmahl für die Silvesternacht zu. Doch etwas läuft schief, die Familie samt Kinder wird durch einen Giftanschlag getötet. Auch Lis schwebt in Gefahr – denn einerseits bleiben auch ihr nur 5 Tage, da auch sie Gift aufgenommen haben dürfte und andererseits gerät sich in Verdacht, Täterin zu sein.
Sie ist fest entschlossen den Fall zu klären auch um ihre Tochter Cosima zu schützen.
Erzählerin dieses Romans ist Lis, die vom Krankenbett aus ermittelt. In relativ kurzen Kapiteln, eingeleitet durch die jeweilige Uhrzeit der Handlung, bekommt man Einblick in Lis Gedankenwelt und Erinnerungen. Durch diesen Kniff hat man einerseits einen leichten Überblick und spürt, wie die Zeit zwischen den Fingern zerrinnt, man ist mitten in der Spannung. Bedrückend ist vor allem auch die Angst um ihre Tochter, etwas das nachvollziehbar wirkt und authentisch ist.
Schrittweise, aber nicht unbedingt immer chronologisch erinnert sich Lis an verschiedenste Begebenheiten in der Vergangenheit- ihre Arbeit bei der Familie Harmanns, ihre Arbeit in der Spitzengastronomie und dem Universum, in dem sich Multimillionäre bewegen. Man erfährt wie die Familie Harmann zu ihren Nachbarn und Angestellten steht, und welche Rolle Lis für sie einnimmt. Schritt für Schritt ergeben diese Rückblicke Hinweise wie sich diese Geschichte zugetragen haben könnte.
Etwas fraglich für mich war, ob ich an Lis Stelle, meine letzten Tage ebenfalls mit Ermittlungen zubringen würde. Auch die Tatsache, dass Lis den Tod doch recht rasch akzeptiert hat – es fehlen die so bekannten 5 Phasen der Trauer – scheint etwas schwer glaubhaft. Natürlich hätte es keinen Zweck und die Zeit ist gedrängt und man möge vielleicht nach Gerechtigkeit trachten, allerdings hätte ich mir zumindest etwas mehr in diese Richtung erwartet.
Der Thriller ist empfehlenswert, wenn man Bücher mag, in denen sich die Spannung aus einem packenden Erzählstil ergibt und der Ausweglosigkeit und dem Stress der. Action reiche Szenen sind nicht enthalten, aber es war für mich dennoch ein Pageturner.
Spannende Mordserie im deutsch-dänischen Grenzgebiet
Nordlicht - Das fremde Gesicht von Anette Hinrichs
Im nordfriesischen Süderlügum findet man den Sohn des Pferdegestüts aufgeknüpft und mit verklebtem Mund. Auch auf dänischer Seite, nicht weit entfernt, wird ein Barbesitzer tot an einem gedeckten Tisch entdeckt. Auch hier mit verklebtem Mund und auch hier wieder mit einem Foto eines fremden Gesichtes im Mundraum.
Die schon in der Vergangenheit aktive Sondereinheit Padborg für gemeinsame Zusammenarbeit im dänisch-deutschen Grenzgebiet nimmt wieder ihre Ermittlungen auf. Die Truppe um Rasmus Nyborg und Vibeke Boisen staunt nicht schlecht, als ein ähnlich gelagerter Fall auch in Kopenhagen auftaucht. Hier trieb ein Geschäftsmann mit zugeklebtem Mund nackt im Hafenbecken. Die Verbindung der Opfer scheint rätselhaft und der Druck steigt, taucht doch wieder eine Leiche auf. Zusätzlich ist Rasmus durch seine eigenen Ermittlungen in anderer Sache etwas abgelenkt.
Für mich war dies der erste Roman der Nordlichtserie, aber es wird definitiv nicht der letzte sein. Auch ohne Vorkenntnisse verlief der Einstieg problemlos, da ausreichend Background transportiert wurde. Man wird über Zusammenhänge und Hintergrund der Charaktere ausreichend informiert und bekommt rasch ein Gefühl für die Personen.
Rasch ist man auch mitten in der Geschichte, die konstant Spannung liefert. Geht man zunächst (ohne den Klappentext zu lesen) von einem einzelnen, wenn auch etwas skurrilen Mord auf deutscher Seite aus, findet man rasch heraus, dass dies wohl kein einfacher Mord sein wird. Tatorte ähneln sich trotz ihrer Unterschiedlichkeit, und die Spannung wird konstant hochgehalten, ist doch die Verbindung lange unklar.
Hauptsächlich wird die Handlung durch die Ermittlungen der beiden Hauptermittler Vibeke und Nyborg sowohl in Deutschland als auch Dänemark vorangetrieben. Ab und an sind jedoch auch Kapitel aus anderen Blickwinkeln und auch Rückblenden eingestreut, deren Verbindung sich erst mit der Zeit erschließt, aber eine Ahnung geben, dass alles nicht ganz so gewöhnlich ist. Zusätzlich bekommt man auch noch Einblicke in das Privatleben der beiden Ermittler und bekommt mit den Ermittlungen von Rasmus in der Drogenszene einen weiteren doch eher aktionreichen Handlungsstrang.
Sprachlich besticht der Roman durch eine klare Sprache. Strukturiert werden Ermittlungsschritte beschrieben, ohne jedoch langweilig zu sein. Gekonnt wird auch die Landschaft und das Lebensgefühl in der Grenzregion vermittelt.
Für mich war dieser Krimi definitiv ein Highlight das mich gefesselt hat, und ich werde mich rasch an die Vorgängerbände heranwagen.
Spannend und leider doch realistischerweise möglich
Revenge von Svenja Diel
Liv und Sara sind bisher eher flüchtige Bekannte – besuchen sie doch einfach die gleiche Schulstufe derselben Schule. Doch ein Abend in einer Tankstelle ändert alles, da Vince Saras Freund von einem Unbekannten angeschossen wird. Liv, die versucht sich und Sara zu schützen, leistet schließlich Erste Hilfe, und rasch wird klar, dass sich nur Liv und Sara richtig über die Situation austauschen könne.
Doch sowohl Liv als auch Sara haben diverse Ereignisse in der Vergangenheit zu verbergen. Bald stellt sich die Frage, wem sie noch trauen können, tauchen doch bei ihren eigenen Ermittlungen immer mehr Sonderbarkeiten auf.
Der Schreibstil ist rasant, modern und flüssig. Auch wenn der Roman als Young Adult Roman beworben wird, ist er dennoch nicht mit Jugendausdrücken überfrachtet. Er schafft eine gute Balance in der Sprache und Darstellung.
Generell wird die Geschichte in eher kurzen Kapiteln präsentiert, die jeweils anderen Personen folgen vor allem Liv, Sara und einem mysteriösen Er. Teilweise wechselt auch die Zeitebene. All dies sorgte bei mir dafür, dass ich das Buch eigentlich nicht zur Seite legen konnte, weil ich eben immer wissen wollte, wie es weiter geht. Viele Fakten und Vermutungen werden präsentiert und man ist eben nur mehr am Rätseln und kann gar nicht schnell genug weiterlesen.
Die Themen, die im Buch aufgegriffen werden – Missbrauch, Rache und Schuld, sind ernst und keine leichte Kost. Nicht umsonst ist das Buch zu Beginn mit Warnhinweisen auf triggernde Inhalte ausgestattet, etwas das ob der Altersklasse sicher eine gute Entscheidung ist. Besonders schön ist, dass abseits der schweren Themen auch das Thema Freundschaft gut aufgegriffen wurde.
Es ist definitiv ein Thriller der wichtige Themen aufgreift, und dennoch nicht zu hart ist. Ich bin gespannt, was man von der Autorin weiters noch erwarten darf.
der längste Sommer des Lebens
Little Hollywood von Inga Hanka
Es ist Mai 1999 und Leonie, Leo, ist gerade in den letzten Zügen ihrer Schulkarriere – nämlich den Abschlussprüfungen. Vor ihr steht eine Zeit der Chancen, der Unbeschwertheit. Doch leider ist nicht alles einfach und leicht: Herzschmerz, trifft auf familiäre Sorgen und die Angst vor dem Ungewissen.
Denn Leo hat es nicht leicht, sind ihre Eltern doch getrennt und ihre Mutter verfällt immer wieder in depressive und zerstörerische Phasen, speziell wenn es Probleme mit Leos Vater gibt. Jener droht nun da er zu Unterhaltszahlungen verpflichtet wurde. Leo versucht gleichzeitig Ben, ihren jüngeren Bruder zu unterstützen und Bezugsperson zu sein. Doch eben auch die Liebe hat ihre Tücken, hat Olli ein Freund seit Kindertagen sie doch geküsst und geht nun auf Distanz. Doch zum Glück gibt es Filme und die Videothek „Little Hollywood“ in die sich Leo flüchten kann und mit der Zeit lernt sie auch die Gesellschaft von Jo, Mitschüler und Angestellten, schätzen.
Ein Roman, der es schafft, dass man sich an die Zeit erinnert, in der man die vertraute Umgebung Schule verlässt, um in die weite Welt der Erwachsenen aufzubrechen. Alles scheint möglich, alles leicht, aber doch sind da die Zweifel. Ich war wirklich fasziniert, wie gut dies der Autorin gelang, und fühlte mich an meinen eigenen längsten Sommer zurückerinnert. Der atmosphärische Schreibstil lässt einem dabei auch einfach keine Wahl.
Leos Sinnkrise und Zweifel sind nachvollziehbar und realistisch und man merkt zwischen all den Gefühlen und Problemen, dass sie ein Stück erwachsener wird. Man kann die familiären Probleme ausreichend erahnen, auch wenn die Autorin dies nur andeutet und man so zwischen den Zeilen auch erkennt, dass der Roman tiefere Probleme wie häusliche Gewalt und psychische Belastungen anprangert.
Gut gelungen fand ich die eingestreuten Filmzitate, eben auch um dem Buchtitel gerecht zu werden. Doch man würdigt damit auch einfach die großen Filme der Zeit.
Ein Roman der lange nachhallt und den ich auch immer wieder lesen würde um mich an die Zeit der Unbeschwertheit zu erinnern.
Aktuell, spannend, mit Expertenhintergrund
Dunkelmann von Lars Findsen; Jacob Weinreich
Der dänische Geheimdienst leistet Routinearbeit, bevor eine chinesische Delegation in Kopenhagen einreisen darf – Überprüfung der Personen. Doch ein Analyst entdeckt, dass einer der Delegationsteilnehmer unter falscher Identität einreisen möchte. Um die Sache zu untersuchen, die Ursache zu finden, wird Maja Birk, eine junge Agentin, mit dem Auftrag betraut.
Es besteht die Möglichkeit, dass dieser Fall mit Majas letztem, gefährlichem Einsatz in Verbindung steht. Die Delegation dürfte sich für ein Forschungsprojekt im Polarmeer in der Nähe von Grönland interessieren. Wie hängt dies alles zusammen?
Besonders angesprochen am Roman hat mich die Tatsache, dass einer der Autoren lange Chef des dänischen Nachrichtendienstes war. Spannend da seine Erkenntnisse und Erfahrungen wahrscheinlich irgendwie in diesen Roman einfließen werden. Und ich muss gestehen, ich wurde nicht enttäuscht.
Das gesamte Buch umgibt eine dunkle Stimmung – nicht zuletzt auch ausgelöst durch Titel und dunklem, mysteriösem Cover. Rasch befindet man sich auf einer Suche nach der Wahrheit und den Hintergründen. Die Kapitel sind eher kurzgehalten und folgen der Geschichte auf unterschiedlichen Handlungsorten. Man startet in der Türkei, aber weitere Teile des Romans spielen in Dänemark und schließlich in Grönland. All dies mit dem doch eher nüchternen Schreibstil verleiht dem Werk eine gewisse Dynamik, die ich nicht missen möchte. Jedoch kommt es im Roman dennoch ab und an zu Längen, vor allem wenn es um interne Abläufe im Geheimdienst geht. Allerdings macht dies den Roman für mich auch glaubwürdiger als manche anderen aktionreicheren Thrillern. Es geht halt einfach in der Realität nicht immer so schnell.
Auch die Charaktere wirkten authentisch, nicht überzeichnet. Einfach menschlich, auch mit Schwächen, so wie Menschen nun einmal sind. Besonders Maja und der operative Leiter des Geheimdienstes gefielen mir gut. Der Analyst Daniel Hartmann hätte allerdings noch etwas mehr Tiefe verdient.
Ich kann den Thriller definitiv allen ans Herz legen, die gerne aktuelle Themen in ihren Büchern verarbeitet sehen – hier der Konflikt um Grönland. Auch Themen wie Cyber-Intelligenz, Datenanalyse und Überwachung kommen nicht zu kurz. Ich hoffe, dass dies nicht der einzige Roman über dieses Ermittlerduo bleibt.











