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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von tinten_fischchen:

Kafka im Kreisverkehr

Schleifen von Elias Hirschl

Eine kurze Liste der Dinge die ich während des Lesens über den Autor und das Buch recherchiert habe:

Punkt 1: Elias Hirschl ist ein ehemaliger Mathematik-Student
Punkt 2: Elias Hirschl hat Philosophie studiert. Eventuell im Wien. Das würde das Vorkommen des Wiener Kreises im Buch erklären
Punkt 3: Das Buch entstand aus einer Fülle an Kurzgeschichten die erst später mit einer Rahmenhandlung verknüpft wurden

„Schleifen“ liest sich so, wie es die oben genannten Punkten vermuten lassen würden.

Das Buch ist speziell, im besten Sinne. Absurd, kreativ, humorvoll aber auch voll brutaler, roher Schönheit. Ein wilder mix aus Sprachtheorie, Wissenschaft, Philosophie, Geschichte, Kunst. Ein wenig Mathematik ist auch dabei. Selbstreflexiv. Teilweise auch kindisch, fast schon dumm. Einmal Lesen reicht vermutlich nicht, um alle Feinheiten entdecken zu können. Reale Figuren werden mit fiktiven vermischt. Biblische Geschichten neu gedeutet. Raum und Zeit neu vermessen.

Kein einfaches Buch für nebenbei. Aber ein Buch, das Spaß macht, wenn man sich darauf und die verrückten Ideen, die darin durchgekaut werden, einlassen kann. Ich habe es geliebt, weiß aber, dass das Buch alles andere als Mainstream ist.

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Zwischen Poesie und Schrecken

Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider

Bei der letzten Seite hatte ich Gänsehaut. Wahnsinn, was für ein Ende. Was für ein Buch.

Obwohl der Stil und Aufbau relativ einfach ist, ist die Leseerfahrung dem Thema entsprechend alles andere als einfach.

In etwas mehr als 200 Seiten wird eindrücklich geschildert wie der Alltag mehr und mehr verschwindet.

Immer wieder neue Verbote, Ausgangssperren aber auch Gehirnwäsche. Nicht nur der Alltag sondern auch Familie und Freunde verändern sich im Laufe der Zeit. Verschwinden.

Umso schwieriger ist es das alles aus Sicht eines Heranwachsenden zu erleben. Noah, der immer noch sehr naiv ist und sich wieder und wieder vorstellt, das alles wieder gut und normal wird. Ganz nebenbei erfährt man vieles über Tauben und ihre Zucht.

„Die Tauben sind mir wie immer ein Trost. Ohne sie, denke ich, wäre ich verloren. Sie sind das einzige Beständige in einer Welt, die sich um mich herum gerade so rasant wandelt.“ lässt Abbas Khider Noah einmal erklären. Besser kann man es gar nicht beschreiben.

Ein kurzes, bedrückendes Buch mit Nachhall.

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Gruselig aber schwächer als der Vorgänger

Gänsehaut in Hovenäset 2. Sternengrab von Kristina Ohlsson

Nachdem wir „Flammenrad“ verschlungen haben, warteten wir sehnsüchtig auf den zweiten Teil der Reihe. Auch der Nachfolger bietet reichlich Spannung für Gruselfans und etwas ältere Leser, reicht jedoch nicht ganz an die durch das „Flammenrad“ hochgelegte Messlatte heran.

Positiv hervorzuheben ist, dass das Buch weniger düster ausfällt als der Vorgänger.

Damit eignet es sich auch für etwas zartbesaitetere Kinder. Zwar wird die Vorgeschichte in wenigen Sätzen angerissen, man kann der Handlung aber auch ohne Vorkenntnisse problemlos folgen.

Für Kenner des ersten Teils ist es jedoch enttäuschend, dass die Kinder ständig nach logischen Erklärungen für das Mysteriöse suchen und fürchten, man würde ihnen keinen Glauben schenken. In Anbetracht des gemeinsamen Abenteuers mit ihren Eltern im ersten Band wirkt dieses Verhalten völlig unlogisch. Hier zeigt sich eine weitere Schwäche. Während der erste Teil den Leser lange im Unklaren ließ, ob die Geschehnisse real oder eingebildet sind, wurde das Tor zum Übernatürlichen am Ende bereits weit aufgestoßen. Als Leser erwartet man nun, dass man es wieder mit Geistern zu tun hat und dadurch verliert das Buch an Spannung.

Zudem braucht die Handlung recht lange, bis sie an Fahrt gewinnt und gruselig wird. Dieser langsame Aufbau könnte dazu führen, dass jüngere Leser vorzeitig das Interesse verlieren.

Wir schwanken zwischen 3 und 4 Punkten

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Zwischen dem Nichts..

Tage des Lichts von Megan Hunter

„Tage des Lichts“ ist ein eigentümliches Buch, dessen Reiz sich erst nach und nach erschließt. In sehr ausladender Sprache, die voller Metaphern ist, erzählt Megan Hunter von 6 Tagen aus dem Leben einer Frau. Wir lernen Ivy im Jahr 1938 kennen. Da ist sie gerade einmal 19 Jahre alt und weiß nicht, welche Richtung sie in ihrem Leben einschlagen soll.

Ivy, Spross einer unkonventionellen Künstler- und Intellektuellenfamilie zeigt selbst weder Talent noch Ambitionen.

Nicht nur die Erzählweise, auch die Geschichte wirkt wie aus der Zeit gefallen. Sie lässt längst vergangen Zeiten und Lebensumstände wieder aufleben. Von der Musik und der Befreiungsbewegung der 60er bekommt man nicht viel mit, Ivy ist noch in einem anderen Weltbild beheimatet. Sie ist auch eher ein Mitläufer, keine Rebellin. So lässt sie sich treiben, wie ein Stück Treibholz im Fluss. Vieles an ihren Leben und Alltag wirkt leer und eintönig.

Hunter erklärt nichts, sie psychologisiert nichts. Der Leser selbst muss aus den Figuren seine Schlüsse ziehen und ihre Geschichte reflektieren. Material dazu bietet die Geschichte genug. Dadurch bleiben die Figuren, aber vor allem das Zeitbild mit all seinen Restriktionen, aber auch mystischen Geheimnissen und die Bilder die Hunter erschaffen hat, beim Leser länger hängen. Genau so soll es sein.

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Spannendes Konstrukt, teilweise aber lazy Writing

Sophie L. von Matthew Blake

Da hätte man mehr daraus machen können. Ein Gedanke den mir bei „Sophie L“ des öfteren kam. Die Grundidee mit den falschen/fehlenden Erinnerungen ist super. Der 2. Weltkriegsteils ist sowieso eine sichere Bank und zieht immer. Ich fand die Geschichte spannend und habe das Buch innerhalb weniger Tage ausgelesen gehabt.

Zumindest was das betrifft, hat der Autor vieles richtig gemacht.

Wer einen spannenden Thriller sucht kann also auf seine Kosten kommen. Was mir jedoch gar nicht gefallen hat, war der psychologische Teil. Anstelle eine der Hauptfiguren langsam an ihren Erinnerungen zweifeln zu lassen wird ihr einfach von irgendeinem Typen an den Kopf geworfen: „Deine Erinnerungen sind falsch. Sowas falsches hab ich ja noch nie gesehenen. Trust me: Ich bin zwar kein Experte und hab keine Erfahrungen, aber ich seh gut aus. Und du stehst ja auch mich. Deshalb: Musst du mir einfach glauben, das es so ist.“ Zumindest spielt sich die Szene in meiner Erinnerung so ab. Auch die Motive des Strippenziehers bleiben im Dunkeln. Er ist halt böse. Das muss als Motiv reichen.

Es scheint mir als hätte der Autor eine spannende Grundidee gehabt, diese auch umgesetzt, aber für Details usw. keinen Bock gehabt. Das hat mir persönlich dann den Spaß am Buch verdorben. Was Schade ist, da die Geschichte sehr viel Potential hätte. Wobei das Buch zur Entspannung nebenbei eh ganz gut ist.

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Wie weit würdest du gehen?

Ruf der Leere von Daniel Alvarenga

Eine Studentin sitzt im Seminar. Ihr Puls rast. Sie möchte nichts Falsches sagen. Da platzt es aus ihr heraus. Alle starren sie an. Sie fühlt sich als hätte sie an „Heilgenabend in einer vollbesetzten Kirche während der Predigt laut gefurzt“. Ihr Mitstudent gibt ein Kontra das ihr die „Luft aus den Lungen trieb“.

Szenen wie diese kommen in „Ruf der Leere“ häufig vor. Und als Leser fragt man sich, was das soll. Figurenzeichnung? Die Figuren werden mit Stehsätzen wie „sie führt keine Beziehung, die hält sich Haustiere“ oder „einen Menschen der mit einen Verstand gesegnet war, wie es ihn nur selten gab“ beschrieben. Viel mehr ist da nicht. Die versprochene Konfrontation mit dem alten Mann findet erst ab etwa der Hälfte des Romans statt.

Zuvor werden in einer Moral und Ethik Vorlesungen werden zwar interessante Fragen gestellt. Aber mehr als ein Kratzen an der Oberfläche findet da nicht statt. z.B. scheint niemand der Figuren Brechts Dreigroschenoper oder „Against Empathy“ von Paul Bloom zu kennen. Daher erinnert das Seminar eher an einen Philosophie-Oberstufen Leistungskurs.

Ab dem Auftritt des alten Mannes nimmt die Geschichte aber zumindest fahrt auf. Sie entwickelt sich jedoch komplett anders als erwartet und vermag zu überraschen. Neben einen starken Anfang bietet das Buch auch ein spannendes Ende. Die Grundidee ist gut. Der Spannungsbogen ist auch hoch. Es gibt interessante Konfrontationen und durchaus groteske Szenen. Aber mich hab das Buch nicht ganz abgeholt.

Aufgrund des schönen düsteren Covers und der Inhaltsbeschreibung hab ich ein düsteres Drama erwartet. Bekommen habe ich einen Thriller gemischt mit ein wenig Coming of Age. Das Buch hat Potential, verschenkt aber leider auch viel davon.

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Anreize zum Innehalten

Wie fühlst du dich? von Axel Hacke

Auf lockere, humorvolle und leicht persönliche Ebene nähert sich Axel Hacke dem Thema inneres Gefühlsleben. Dazu greift er auf unzählige Zitate zurück, aus Kunst, Literatur, Philosophie, Psychologie, Neurowissenschaften sowie Soziologie. Der Autor hat seine Hausaufgaben gemacht und es entsteht ein Umfangreiches Bild, das immer wieder neue Perspektiven eröffnet und zum Reflektieren einlädt.

Aber das einem aufgrund der Flut an geballter Information auch leicht überfordern kann.

Hacke ist ein wunderbarer Schriftsteller, ich habe es genossen das Buch zu lesen. Auch die positive, hoffnungsvolle Grundstimmung die das Buch vermittelt, hat mir sehr gut gefallen.

Wobei es manchmal schwer fällt, Autor von Werk zu trennen. Hacke schreibt aus einer privilegierten Position und als junger Mensch, der noch mit Unsicherheiten zu kämpfen hat, kann man sich durchaus vor den Kopf gestoßen fühlen. Aber auch diese werden gute Punkte im Buch finden können.

Was bleibt ist ein Buch zum immer wieder lesen und neu entdecken. Zum Reflektieren und eines das Hoffnung schenkt.

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Wunderschönes Buch, das sich schwer einordnen lässt

Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge von Amia von Arenberg; Malte Zierden; Oßkar

Auf dem Buchrücken wird bereits angedeutet, dass das Buch sich in keine Schublade stecken lässt. „Malte & Oßkar und der Lauf der Dinge“ ist kein typisches Kinderbuch und richtet sich meiner Meinung nach eher an ein älteres Publikum.

Dies liegt nicht nur an der Schwere der Thematik. Wobei man den Autoren zugutehalten muss, dass sie sich der Thematik sehr sanft annähern.

Lediglich die letzte Seite gab mir emotional einen Schlag in die Magengrube.

Die Geschichte beginnt noch sehr ruhig und es wird anfangs Wert auf verspielte Details gelegt. Alles genau erklärt, wie man es von Kinderbüchern kennt. Doch dann kippt die Geschichte und die Ereignisse überschlagen sich. Und es wird leider etwas konfus. Zudem setzt die Geschichte auf sehr viel Symbolik und ist etwas abstrakt. Für kleine Kinder noch etwas schwer zu begreifen. Sehr einfach zu begreifen ist hingegen das Thema Freundschaft, das auch immer wieder durchklingt.

Besonders gefallen haben mir die Zeichnungen und das Layout. Das gesamte Buch strahlt etwas unglaublich Sanftes aus. Selbst der Umgang der Figuren miteinaner ist von Verständnis und Sanftmut geprägt. . Für Erwachsene Leser kann diese heile Welt aber auch schnell mal zuviel des Guten werden.

Fans detailverliebter Bilder kommen jedoch auf ihre Kosten.Die ganze Aufmachung des Buches ist hochwertig. Es fühlt sich unglaublich gut an über den Einband und die Seiten zu streichen. Bzw. sehr sanft darüberstreicheln.

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Tolle Idee und liebevolle Verarbeitung

Mein großes Magnetbuch - Das machen wir am Abend von Aurelia Streck

Es sind die kleinen Details mit denen das Magnetbuch von Ravensburger in ganzer Linie überzeugt. Die Spiralbindung die es ermöglicht die Seite trotz sich im Buch befindlichen Magneten gut zu schließen. Die großen Magneten, die selbst von kleinen Kinderhändchen gut gehalten werden könne. Und natürlich die detaillierten, liebevollen Zeichnungen.

Das Buch ist hochwertig und macht auch Eltern Freude.

Im Text werden Kinder animiert an der Abendroutine von Juna und Nico mitzuhelfen. Dazu gibt es genaue Vorgaben, wo welcher Magnet hinkommt. Die Kinder müsse also mitdenken und kleinere Anweisungen befolgen. Hat mit meinem Zweijährigen jetzt so semi gut geklappt. Aber ich bin mir sicher, das wird noch kommen. Und die Magnete an sich haben meinen Sohn sehr gut gefallen.

Auf der letzten Seite kann man sich seine eigene Abendroutine zusammenbauen. Also zumindest die Abfolge festlegen. Auch das ist eine super nette Idee und kann beim festigen von Routinen helfen.

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Kann der Vogel das Baby mitnehmen?

Ich hab dich ganz genauso lieb von Keira Knightley

In letzter Zeit wurde es etwas still um Keira Knightley. Galt sie einst als eine der am besten bezahlten Schauspielerinnen Hollywoods, überrascht sie nun mit einem sehr persönlichen Projekt, einem Kinderbuch. Das Buch ist komplett aus Knightleys Hand, selbst die Illustrationen stammen von ihr. Als Inspirationsquelle dienten ihre Töchter, denen das Buch auch gewidmet ist.

Im englischen trägt das Buch den mehrdeutigen Titel „I love you just the same“, der mir eine Spur besser gefällt als der deutsche Titel. Es geht um das sensible Thema das ein Geschwisterchen in das Leben eines Einzelkindes tritt und ab dem Moment alles anders ist. Mama hat fast nur mehr Zeit für das Baby und die namenlose Ich-Erzählerin ist verständlicherweise eifersüchtig. Der Anfang der Geschichte ist traurig und düster gehalten. Auch der Rest der Geschichte hat teils gruselige Elemente. Natürlich nicht Brüder Grimm Level, aber für ganz kleine Kinder ist es nicht geeignet. Wobei immer klar gemacht wird, dass das Abenteuer nur ein Traum ist.

Das Buch hat etwas kunstvolles und richtet sich eher an Leute die Werke wie „Alice im Wunderland“ mögen. Die Illustrationen sind etwas besonderes. Alles andere als perfekt und glatt gebügelt mit einem „hand-made“ Touch. Oft auch intim. Nicht alle sind gleich gut gelungen, aber sie sind in sich stimmig. Das ganze Buch hat einen eigenen, besonderen Charme.

Besonders gefallen hat mir, dass die kindlichen Gefühle der namenlosen Ich-Erzählerin ernst genommen werden. In einem Interview erzählte die Autorin, dass sie durch die Frage ihrer Tochter, ob nicht ein Vogel das Baby mitnehmen kann, inspiriert wurde. Ja, Kinder können sehr direkt sein.

Mich persönlich hat es dazu inspiriert einen neuen Blickwinkel auf meine eigene Kindheit zu wagen.

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