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Rezensionen von Lies_ein_Buch:

Ein spannender, dichter Roman über einen unwahrscheinlichen Mordfall

Middletide – Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch

Ich mag ja diese Romane im Stile „Person aus der Kleinstadt schafft es nicht in der Big City, kehrt als vermeintlich gescheiterte Existenz nach Hause zurück und findet dort das wahre Glück“. Klingt zwar immer wie der Inbegriff eines kitschigen Hallmark-Streifens, aber einerseits mag ich diese gemütliche Berechenbarkeit solcher Geschichten und andererseits beweist Sarah Crouch, dass daran gar nicht kitschig oder berechenbar sein muss.

Für mich ein überraschend vielschichtige eindringlicher Roman mit gelungenen Krimi-Elementen.

Also zuerst mal so viel: das Setting und wie es beschrieben wurde, war für mich direkt schon ein richtiger Catcher. Nicht Point Orchards selbst, sondern vor allem auch Elijahs Elternhaus, das verwilderte Grundstück und das gesamte Drumherum war einfach super bildhaft und idyllisch beschrieben. Ich hatte direkt entsprechende Bilder im Kopf und diese eher einfach, ruhige Lebensweise ist für mich der Inbegriff von Gemütlichkeit.

Und dann lebt das Buch von den fantastisch gezeichneten Figuren und den Beziehungen, die sie zueinander pflegen. Da gab es Momente tiefen Verständnisses und Zusammenhalts, aber auch schwelende, alte Konflikte und Momente der Reue und des Vergebens. Also auf der Bandbreite zwischenmenschlicher Beziehungen wurde hier eigentlich alles geboten, was den Roman vielschichtig und auch in gewisser Weise tiefgründig macht.

Aber was mir ja total gut gefallen hat, war der integrierte Kriminalfall und wie die Story drumherum konstruiert wurde. Da entstand schon ein gewisse Sogwirkung und ich habe gebannt mitgerätselt, was sich da wohl zugetragen hat. Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt, wobei sich der Handlungsstrang, der kurz vor Elijahs Weggang nach Seattle begann, relativ zügig der Gegenwartshandlung annähert. Als zusätzliche Stilelemente wurden Tagebucheinträge und Auszüge aus Elijahs Buch integriert, was ich sehr gelungen und stimmungsvoll empfunden habe.

Am Ende gings es mir vielleicht etwas zu schnell, nachdem anfangs eher gemächlich Spannung aufgebaut wurde, aber insgesamt war der Plot super stimmig. Für mich ein unerwartetes 5-Sterne Buch.

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Entlang der Elbe

Stromlinien von Rebekka Frank

Geschichten, die in und um die Marschlande spielen, gab es in den letzten Jahren ja vermehrt, sodass der Handlungsort ein bisschen seinen Zauber für mich eingebüßt hat. Was mich an dieser Geschichte aber total abgeholt hat ist, wie drei Generationen von Frauen füreinander einstehen, füreinander da sind trotz aller Widrigkeiten zusammenhalten.

Anfangs fand ich die Handlung etwas unübersichtlich, da sie vier Generationen der Familie Eggers umfasst. Es gab viele Zeitsprünge und verschiedene Erzählperspektiven, da musste ich erstmal reinkommen. Aber wenn man sich einmal darauf eingestellt hat, ist die Geschichte vielschichtig und durchaus tief-schürfend.

Ich fand die Story an sich nicht schlecht geplottet, aber gerade am Anfang zog sie sich ganz schön und die Handlung wirft viele Fragen auf. So circa ab der Hälfte des Buches wird es dann etwas temporeicher und so nach und nach lüften sich die Familiengeheimnisse. Viele der eröffneten Konflikte werden aber nicht abgeschlossen, sondern bleiben eher im Raum stehen.

Trotzdem mochte ich die Verstrickungen innerhalb der Handlung und vor allem die Storyline rund um Jales Verschwinden war sehr interessant geplottet. Es gibt eine eher subtile Spannung, die gut angelegt war. Ein eher ruhiger Roman, der mir nach hinten raus immer besser gefallen hat.

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Tragisch schön

The First to Fall von Kristina Moninger

Ich weiß gar nicht so richtig wo ich die Geschichte thematisch verorten soll. Suspense ja, wobei eigentlich von Anfang an einigermaßen klar ist, was vorgefallen ist. Obwohl das gesamte Ausmaß erst im Verlauf der Handlung klar wird, lässt das Buch von vornherein keinen Zweifel daran, was vorgefallen ist.

Erst zum Ende hin eröffnet sich eine neue Fimension innerhalb der Geschichte, die dann wirklich den Suspense-Faktor erhöht.

Die Geschichte hat einen sehr schwermütigen Unterton, der zumindest bei mir dafür sorgte, dass der Lovestorypart so ein bisschen unterging. Dabei waren Aurora und Jakob richtig gut zusammen.

Die ganze Handlung war einfach sehr loaded. Zukunftsängste, geplatzte Träume, Verlust, Schuld, polizeiliche Ermittlungen, Erpressung, mentale Gesundheit, angespannte Familienverhältnisse, falsche Freundschaften. Ich hab mich teilweise richtig erschlagen gefühlt. Natürlich macht das alles die Geschichte super tragisch, gibt ihr auch emotionale Tiefe und nimmt den Leser mit. Mir wars nur einfach zu viel.

Ich mochte die Kulisse und Auroras unkonventionelle Art, aber auch sie schleppt einiges an Ballast mit sich drum. Die kleinen Momente der Leichtigkeit zwischen ihr und den anderen Mitarbeitern des Chalets und teilweise auch mit Jakob haben sich daher oft wie Atempausen angefühlt.

Ich wollte schon wissen wie die Geschichte ausgeht und was genau am Berg vorgefallen ist, ein gewisser Sog ist also auf jeden Fall da.

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Hat mich tief ergriffen

Flusslinien von Katharina Hagena

Ich finde das Buch kommt sehr unscheinbar daher und stand deswegen gar nicht so weit oben auf meiner Leseliste. Ich hab eher aus einer spontanen Laune heraus danach gegriffen und bin aber im Nachhinein so froh darüber. Ich wäre traurig, wenn ich dieses Buch verpasst hätte.

Die Geschichte wird abwechselnd erzählt aus der Sicht von Seniorin Margit, ihrer Enkelin Luzie und Artur, der Fahrdienste für die Senioren erledigt, Sprachen erfindet und mal Taucher war.

Alle drei hadern mit ihren aktuellen Lebenssituationen, der Vergangenheit und einer ungewissen Zukunft.

Die Erzählweise war flüssig, beinahe melodiös. Es geht viel um Sprache, die Bedeutung von Worten, Kommunikation und das Ausbleiben davon. Und so ist die Handlung angelegt voller sanfter Zwischentöne, ungesagter Wahrheiten und den Befreiungsschlägen des sich Öffnens.

Es ist eine leise Geschichte von Familie, Freundschaft und tiefer Verbundenheit. Eine Aufarbeitung von Vergangenem und ein Übergang zu etwas neuem. Margit ist echt ne Marke und ich mochte ihre ungezwungene, schlagfertige Art. Gleichzeitig merkt man, dass sie fürsorglich ist und sich viele Gedanken macht, wodurch sie für mich das Herzstück der Geschichte war, das alles zusammenhielt.

Es werden einige ernste, tiefgründige Themen verarbeitet, die nahbar und einfühlsam vermittelt werden. Besonders die Verbindung, die es zwischen Artur und Luzie schafft war absolut kostbar. Das Buch transportiert die geschilderten Empfindungen, Ängste und Resignationen sehr gut an den Leser, sodass ich teilweise richtig mitgelitten habe. Gleichzeitig fand ich es gut und wichtig, dass trotzdem vermittelt wird, sich davon mit bestimmen zu lassen. Es ist eine sehr lebensbejahende Geschichte, von kleinen und großen Kämpfen, Rückschlägen und Erfolgen, von Verlust und Liebe.

Ich habe aus diesem Buch sehr viel mitnehmen können.

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Wohlfühl-Geschichte

Die Magnolienkatzen von Noriko Morishita

Ich bin ja ein absoluter Katzenfan und vergöttere die kleinen Fellknäule, mit Geschichten über Katzen kriegt man mich also eigentlich immer. Und diese hier ist einfach schön zu lesen.

Zum Inhalt: Schriftstellerin Noriko lebt mit ihrer Mutter zusammen, ist eher eine Einzelgängerin und hat in letzter Zeit keine Inspiration, worüber sie schreiben kann.

Als sie im Schrein um Glück bittet, taucht am nächsten Tag eine Katzenfamilie auf ihrem Grundstück auf. Und die verändern Norikos Leben.

Ich fand es einfach super schön zu verfolgen, wie die Kätzchen sich ins Haus und das Herz der Bewohner geschlichen haben und das Zuhause von Norikos Familie zu einem Treffpunkt aller Katze Liebhaber der Nachbarschaft wurde. Das Buch ist voller wunderbarer, herzerwärmender Momente die die Entwicklung der Kätzchen spiegeln. Die Beschreibungen sind dabei so detailverliebt und nahbar geschildert, dass ich mir das Szenario gut vorstellen konnte

Es gibt wenig wörtliche Rede, die Geschichte setzt sich hauptsächlich aus den Beobachtungen und Schilderungen der Protagonistin zusammen. Man merkt richtig, dass die kleinen ein Quell der Freude sind. Es ist eine Geschichte, die den Geist beruhigt und die Seele streichelt. Einfach schön, anders kann ichs nicht sagen.

Ich fand das Buch sehr angenehm und kurzweilig zu lesen. Man muss nicht nachdenken, kann sich einfach hineinsinken lassen.

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Der Sommer deines Lebens

Das Leben fing im Sommer an von Christoph Kramer

Ich bin ehrlich: von einem Coming-of-Age Roman, den ein Fußballer geschrieben hat, habe ich mir nicht sonderlich viel erwartet. Im Buch steht zwar der Hinweis, die Ereignisse wären frei erfunden, aber dass der Protagonist Christoph Kramer heißt und mal Fußballer werden will, sagt schon viel aus. Kramer und ich sind im gleichen Alter, was wohl der Grund ist, warum seine Schilderungen im Buch auch meine eigenen Erfahrungen im Jugendalter gut abbildeten und die Geschichte für mich dadurch sehr nahbar war.

Hat mich tatsächlich ein bisschen wehmütig zurückgelassen.

Zum Inhalt: Sommer 2006, Chris ist 15 und will mal Fußballprofi werden. Da ist es natürlich nicht förderlich, dass er aus der U15-Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen gekickt wurde. Und der eher unsichere Chris fragt sich, was er dann noch vorzuweisen hat, wenn nicht den Fußball. Denn da ist Debbie, das schönste Mädchen der Schule, dass er doch so unbedingt beeindrucken will. Es ist ein Sommer, der alles verändern könnte.

Chris Kramer nimmt uns mit in die frühen 2000er, was einen absoluten Vibe ausstrahlt. Ich verbinde mit dieser Zeit auch meine Teenie-Jahre und habe mich in vielen der geschilderten Ereignisse selbst wiedergefunden. Von Freibadpommes, die immer besser schmeckten als alle anderen, über erste Erfahrungen mit Alkohol bei Partys im Sportlerheim und den ersten Liebeskummer. Chris Kramer erzählt sehr nahbar von den Erfahrungen der Jugend, die wir vermutlich alle so oder so ähnlich durchgemacht haben.

Das Buch ist jetzt kein literarischer Geniestreich, muss es ja aber auch nicht sein. Die Sprache ist simpel und nahbar. Es gibt keine großen Eskalationen und am Ende des Buches machen alle mit ihrem Leben weiter. Aber genau das macht die Geschichte eigentlich so authentisch. Die Handlung spielt sich innerhalb vierer Tage ab, die für Chris Sommer bezeichnend sind- und hat sich Jugend nicht eben genauso angefühlt? Diese Schlüsselmomente in denen alles möglich scheint.

Das Buch ist kurzweilig und unterhaltsam, es lässt sich schnell und angenehm lesen, hat vielleicht nicht die wahnsinnig Tiefe, aber fühlt sich eben genau nach Sommer an. Mir hats gut gefallen.

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Total magisch und sehr schön

Beneath the Ivy - The Witches of Silvercrest Coven von Christian Handel

Vielleicht vorab: das Cover wirkt deutlich düsterer als die Geschichte selbst es ist. Denn eigentlich sind der Ort und das magische Hexenhaus total gemütlich und ich mochte das organisierte Chaos der magischen Großfamilie. Es ist ein wunderbares Buch über Zauberei und deren Konsequenzen, in das man sich gut fallen lassen kann.

Zum Inhalt: in Silvercrest Bay sind die Winslows die einzige Hexenfamilie. Als sie scheinbar plötzlich in einer Zeitschleife festhängen und Marissas Cousine mit einer unbekannten Krankheit zu kämpfen hat, muss der ganze Zirkel zusammenarbeiten.

In der Buchbeschreibung wird die Zeitschleife zwar bereits angeteasert, trotzdem bin ich beim ersten Mal regelrecht darüber gestolpert, weil sie sich durch nichts angedeutet hat. Als ich das aber einmal verinnerlicht hatte, hat mir das Konzept richtig gut gefallen.
Mein Highlight sind ehrlicherweise das eigenwillige Haus und die Geheimnisse, die es birgt. Ich mochte es, zusammen mit Marissa mehr über ihre Familiengeschichte herauszufinden.

Es geht viel um Familienbande, um Aufopferung, Fehler und Vergebung, was der gesamten Geschichte einen sehr warmherzigen Touch verleiht. Den Handlungsstrang rund um Gladys und Ihre Verbannung fand ich da fast ein bisschen dünn, weil er nicht so recht ins loyale, liebevolle Familienbild passen will.

Das Buch liest sich einfach toll und ist eine gute Mischung aus locker leichten Momenten, bei denen man schmunzeln kann, und der schwierigen Mission, der Marissa sich stellen muss, inklusive etlichen Hindernissen.

Mir hats auf jeden Fall gefallen.

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Solider Einstieg mit Potential

Timelock, Band 1 - Zeitrebellen von Michael Peinkofer

Zeitreise-Geschichten haben ihren ganz eigenen Reiz und ich war schon immer großer Fan dieser Mischung aus Sci-Fi, Abenteuer und Unwägbarkeiten. Hier kommt noch eine Art Dystopiekomponente dazu, was mir gut gefallen hat- toller Genremix, der den Leser in die Vergangenheit der Menschheitsgeschichte entführt.

Zum Inhalt: J-4418 wächst in einer Anstalt des Überwachungsstaats auf, den Lenker Nimrod gegründet hat. Aber irgendwas fühlt sich für ihn zunehmend falsch an. Als seine Träume ihn zunehmend in Schwierigkeiten bringen, wird er von einer Widerstandsgruppe rekrutiert, die ihm offenbart, da er ein Zeitreisender ist.

Man wird ziemlich in die Handlung hineingeworfen und muss sich ohne Kontext erstmal darin zurechtfinden. Das ist mir nicht ganz leicht gefallen. Es gibt zwei Handlungsstränge- einen, der in einer Art elitärer Schule spielt und einen im Untergrund von Kyoto. Dadurch werden gut die Grundpfeiler des dystopischen Systems aufgezeigt.

Ich fand den Kyotoer Handlungsstrang lange irgendwie interessanter als den um J-4418, erst als der so langsam erkennt was er ist, kommt da Schwung in die Handlung. Die Zeitreisen selbst fand ich dann richtig cool angelegt und der Leser wird in diesem Band auf zwei Zeitetappen mitgenommen.

Zeitreisen sind ja immer ein recht vages Thema, was ihre Logik anbelangt. So auch hier. Es gibt einfach ein paar Prämissen für die Zeitreisen. Dass Jason mit einer Unerfahrenheit trotzdem direkt ein superbegabter Zeitreisender ist, fand ich etwas unglaubwürdig, aber ok. Der Kyotoer Handlungsstrang mutet da etwas schlüssiger und gemächlichter an.

Insgesamt aber schon ein Buch, das interessant geplottet ist und gut unterhält. Auftaktbände sind halt immer so eine Sache, aber ich denke dieser hier hat einen guten Grundstein gelegt. Würde Band 2 auf jeden Fall lesen wollen. Würde 3,5 Sterne geben

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Ein kompliziertes Beziehungsgefüge

Mickey und Arlo von Morgan Dick

„Mickey & Arlo“ ist eins dieser Bücher, bei denen es bei mir Liebe auf den zweiten Blick war, bei denen ich aber unendlich glücklich bin, sie doch gefunden zu haben. Denn es ist eine tiefgründige, emotionale Geschichte, die nicht immer ganz leicht ist, aber die dem Leser viel gibt. Mochte dieses Buch wirklich gerne und kann es nur empfehlen.

Zum Inhalt: Mickey Vater hat sie verlassen, als ein Kind war. Um eine neue, bessere Familie zu haben. Darum ist sie von seinem Tod nicht allzu getroffen, aber zumindest überrascht, als er ihr quasi sein gesamtes Vermögen vermacht. Doch dieses Erbe ist an eine Bedingungen gekoppelt: sieben Therapiestunden, bei einer Therapeutin seiner Wahl. Was Mickey noch nicht weiß sie wird dabei ihrer Halbschwester Arlo gegenübersitzen.

Die Story erinnert an ein schräges Sozialexperiment. Mickey und Arlo könnten nicht unterschiedlicher sein, aber beide sind grandios darin zu scheitern und fragwürdige Entscheidungen zu treffen. Allein die Prämisse unter der sie sich treffen, schafft keine guten Grundvoraussetzungen, aber genau das trägt erheblich zum Unterhaltungswert der Geschichte bei, vor allem in Kombination mit dem seltsamen Beziehungsdreieck, dass sich aus den Schwestern und dem Nachlassverwalter formiert.

Teilweise muten die dargestellten Situationen fast schon skurril an, vor allem auch wie Arlo ihre überlegene Position auszunutzen versucht und gezielte Manipulation anwendet. Beide Frauen verhalten sich absolut unangemessen bezüglich der Verantwortung, die sie tragen.

Mickeys Abwärtsspirale tut fast schon körperlich weh. Ihre Gier nach Alkohol wird sehr bildlich beschrieben, inklusive der weitreichenden Konsequenzen, die die Sucht auf ihr Leben hat. Das ganze Buch wirkt ein bisschen wie eine Abschreckungskampagne, aber ich mochte, wie Sucht und Co-Abhängigkeit hier sehr nahbar thematisiert werden. Sucht hat viele Facetten und Gesichter und genau das wird hier sehr anschaulich und emotional greifbar gemacht.

Es geht viel um Verlust, Verdrängung und Bewältigung, sowie darum, Verantwortung für seine Handlungen zu übernehmen. Mickey und Arlo wachsen aneinander und miteinander. Für mich ein toller Roman, den ich gerne gelesen habe.

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Wahnsinnig brisanter Fall

Der zweite Verdächtige von Florian Schwiecker; Michael Tsokos

Ich liebe die Eberhardt/Jarmer-Reihe von Michael Tsokos sehr, weil es eine fantastische Kombination von Rechtsmedizin und Justiz ist. Man kann die Bücher auch gut unabhängig voneinander lesen, da die Fälle in sich geschlossen sind. Der vorliegende Fall war super spannend und echt perfide. Hat mir richtig gut gefallen, ich hab generell das Gefühl diese Reihe wird von Buch zu Buch besser.

Im Vergleich zu einigen anderen Fällen merkt man als Leser hier relativ schnell, dass irgendwas im Busch ist. Der Fall ist nicht allzu komplex und relativ nahbar, also auch super für Einsteiger im Bereich Justizkrimis geeignet. Trotzdem ist das Buch einfach stimmig und packend geplottet.

Ich finde Roccos Arbeitsweise, die Art wie er immer wieder in die Trickkiste greift und Beweise oder Zeugen auftut richtig cool. Es macht einfach Spaß ihm und Jarmer bei der Arbeit zuzusehen. Generell hat er einfach ein grandioses Team um sich und so ein bisschen fühlen sich die Bücher wie ein Wiedersehen mit einer schrägen Freundesclique an.

Die Kapitel sind schön knackig und temporeich angelegt. Thematisch ist der Fall durchaus aktuell und brisant, wodurch es von Anfang an interessant und spannend ist. Das Buch liest sich locker weg, ist schlüssig geplottet. Die Auflösung fand ich sehr überraschend und das Ende ist ja mal ein tierisch böser Cliffhanger. Brauche dringend den nächsten Band

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