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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lies_ein_Buch:

Bewegend

Für Polina von Takis Würger

Takis Würger stehe ich so ein bisschen zwiegespalten gegenüber. Denn inhaltlich hat mich sein letztes Buch nicht so ganz abgeholt, aber seinen Schreibstil finde ich einfach richtig schön- nahbar, ohne überemotional zu sein. Deswegen wollte ich „Für Polina“ eben doch unbedingt lesen. Und es war eine fanatische Entscheidung.

Ich liebe dieses Buch, das mich tief bewegt hat.

Zum Inhalt: Hannes Prager, der mit seiner Mutter in einem Moorhaus lebt, verliebt sich mit 14 in Polina, die genau wie er auch keinen Vater hat. Wo Hannes ruhig und langsam ist, da ist Polina laut und ungestüm- ein Wirbelwind, Freigeist und alles worauf Hannes hoffen könnte. Doch als das Leben sie räumlich trennt, kann Hannes nicht aufhören an sie zu denken. Und begibt sich auf die Suche.

Ich weiß nicht, woran es liegt, aber Bücher in deren Zentrum Musik steht, haben immer einen besonderen Platz in meinem Herzen. Und die Art, wie Hannes sich alles über Klaviere aneignet, wie er selbst sich an dir Musik verliert und was er damit in den Menschen auslöst, das hat mich einfach völlig in den Bann des Buches geschlagen.

Neben der Musik ist es hauptsächlich eine Familien- und Liebesgeschichte. Es geht um dir Erkenntnis, dass Familie nicht biologisch bedingt sein muss, darum die eigene Identität zu finden, sowie das, wofür man brennt. Es ist eine Geschichte über Freundschaft und Träume, aber auch über Verlust und die harte Realität des Lebens.

Hannes ist das beste Beispiel dafür, dass man sich von Schicksalsschlägen erholen kann und es nie zu spät ist, seinen Träumen nachzujagen. Es ist ein hoffnungsvolles, bestärkendes Buch, das mir unheimlich gut gefallen hat.

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Frostig, kam aber für mich lange nicht in Schwung

Schmerz von Jón Atli Jónasson

Island-Krimis sind gefühlt die neuen Schweden-Krimis, zumindest bekomme ich Marketingtechnisch diesen Eindruck und da ich raue Landschaften zwischen Dunkelheit und Naturgewalt als Thriller-Setting liebe, bin ich da immer direkt interessiert. Atmosphärisch hats mir auch richtig gut gefallen, der Plot hätte aber gerne ein bisschen mehr Pfiff haben können.

Zum Inhalt: Als im Thingvellir-Nationalpark ein Mädchen verschwindet, wird Dora als einzige verbliebene Kollegin mit dem Fall betraut. Die restlichen Kollegen sind mit einer großen Razzia zugange. Dabei ist Dora seit einer Kopfverletzung nur noch Schreibtischtäterin. Dabei hat ihr ihre Verletzung ein paar bemerkenswerte Fähigkeiten eingebracht. Ihr zur Seite gestellt wird Rado, ebenfalls Außenseiter, der sein leben gerade in Fallen aufgehen sieht.

Vielleicht zuerst einmal: die Charaktere finde ich super spannend gewählt und vor allem wirklich überzeugend gezeichnet. Es sind keine 0815 Ermittler, sondern ihre persönlichen Hintergründe, ihre jeweilige Position im Polizeiapparat und die individuellen privaten Backgroundstories sind sehr besonders. Für einen Auftaktband fand ichs auch richtig gut, dass die Protagonisten so in den Fokus gerückt werden, vor allem weil man dadurch einen ganz anderen Zugang zur Handlung bekommt.

So weit, so gut. Doch der Fall selbst war irgendwie ganz schön zäh, kam lange gar nicht richtig in die Gänge und wird auch zwischenzeitlich nochmal unterbrochen, weil bei den Protas so viel nebenher passiert. Dadurch rückte er für mein Empfinden total in den Hintergrund. Viel mehr geht es um die Stimmung innerhalb der Polizei, die persönlichen Konflikte der Protagonisten und ihr privates Leben. Die Auflösung des Falls dann ok, nicht super spektakulär, aber schon interessant aufgearbeitet

Das Buch liest sich gut. Gerade zu Anfang hatte ich ein paar Startschwierigkeiten dabei, herauszufinden, wie die einzelnen Kapitel, Personen und Handlungsorte zusammenhängen, aber man kommt dann doch recht schnell rein. Die Kapitellänge ist angenehm. Für mein Empfinden gab es wenig wörtliche Rede, was aber zum harten, eigenbrötlerischen Eindruck der beiden Ermittler passt. Generell fand ich den Erzählton eher rau, fast schon abgestumpft, die Figuren sind nicht wirklich nahbar, obwohl sie so im Fokus stehen.

Für einen Auftaktband fand ichs nicht schlecht, ich würde auf jeden Fall noch einen weiteren Fall lesen, der dann aber gerne etwas knackiger sein könnte.

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wieder eine echte Gefühlsachterbahn

Lakestone Campus of Seattle, Band 3 - What We Hide von Alexandra Flint

Bücher von Alexandra Flint sind für mich immer so eine Art emotionaler Safe Space. Ich liebe die Handlungsorte, die sie erschafft und die Figuren, die sich wie Freunde anfühlen. Und die Lakestone Reihe fühlte sich für mich seit dem ersten Band einfach goldrichtig an. So auch dieser Dritte Band, dessen Suspense-Nebenhandlung richtig mitreißend war.

Zum Inhalt: Lucie hat auf dem Lakestone Campus endlich eine Art Heimat für sich gefunden, auch wenn sie zu ihren neuen Freunden immer noch nicht völlig ehrlich sein kann, zu groß sind Scham und Schuld in ihr verankert. Doch als Callahan, Lucies ehemals bester Freund, auf dem Campus auftaucht, stellt er ihr Leben erheblich auf den Kopf und ihre sorgsam aufgebaute Fassade droht einzubrechen.

Am Anfang ist es mir etwas schwerer gefallen zu Holland Zugang zu finden, vor allem zu dieser früheren Version von ihr, die sie versucht, hinter sich zu lassen. Gleichzeitig fand ich die Botschaft dahinter, dass man selbst bestimmt wer man sein will und Neuanfänge verdient hat, total großartig. Call habe ich dagegen sofort ins Herz geschlossen, seine aufopfernde Art hat mich sofort berührt. Und seine Familiengeschichte rund um diese supersüßen, guten Menschen hat mich einfach mitgenommen

Mir hat hier vor allem auch wieder die Mädels-Freundschaft gefallen, dieses einander annehmen wie man ist, sich aber auch gegenseitig offen die Meinung sagen dürfen.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich von dem Konflikt zwischen Holland und Call am Ende kein Fan war, vor allem weil ich irgendwie so wahnsinnig enttäuscht von seiner Reaktion war. Ich weiß, Drama gehört in Romancebüchern dazu, aber das hab ich einfach nicht gefühlt.

Für mich nicht mein liebster Band der Reihe, trotzdem hat es mich emotional wieder total abgeholt und Flints Schreibtstil gefällt mir einfach sehr, weil er angenehm zu lesen ist und zum mitfiebern einlädt. Das Buch überzeugt durch ehrliche, nahbare Themen und diese umwerfende Offenheit, die für mich die Lakestone Campus Reihe ausmacht.

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Nicht ganz leicht zu lesen aber inhaltlich sehr wertvoll

Russische Spezialitäten von Dmitrij Kapitelman

Am Ukraine-Krieg kommt man ja eigentlich seit Jahren nicht vorbei, das Thema hat an Brisanz nicht verloren, kursiert in Nachrichten, Reportagen und persönlichen Beiträgen auf Social Media. Und trotzdem ist er gefühlt weit weg. Dieses Buch holt den Konflikt nach Ostdeutschland, in eine Nachbarschaft, wie es sie vermutlich in vielen größeren deutschen Städten gibt.

Es ist eine eindringliche Geschichte, angefüllt mit Konfliktpotentialen, gegensätzlichen Meinungen und Glaubenssätzen und trotzdem ein Appell für Frieden und das Überbrücken von Differenzen.

Ich fand den Erzählstil teilweise etwas abstrakt, habe mit den Formulierungen, russischen Redewendungen und Begriffen, sowie der Art des Protagonisten über andere zu reden zwischenzeitlich immer mal wieder gehadert. Für mich war das Buch dadurch per se nicht unbedingt leicht zu lesen. Für mich war es zumindest ein Buch, dass ich mit Ruhe und konzentriert lesen musste. Gleichzeitig sind die geschilderten Situationen eindrücklich, die innerhalb der Familie aufklaffenden Differenzen sind nahbar geschildert, sodass man trotzdem ein gutes Gefühl für die Lebensumstände von Dimitrijs Familie bekommt. Neben Immigration und Zugehörigkeitsgefühl geht es auch um ganz existenzielle Themen

Teilweise ergaben sich aus den geschilderten Szenarien sogar ein paar Schmunzel-Momente, die die gedrückte Stimmung auflockerten. Die Geschichte von Familie, Immigration, Volksidentität, Verlust und Sinnsuche war auf vielen Ebenen bewegend und anhand von Dims Schicksal sehr nachvollziehbar geschildert. Ich fand auch Dim selbst als Protagonisten sehr authentisch, mochte seine Affinität zur russischen Sprache, die ihn aber gleichzeitig immer wieder Hadern ließ, dieses Fehlen von Worten, das auf alle erdenklichen Lebensbereiche um sich greift.

Mir hat das Buch sehr gefallen, auch wenn es mich als Leser sehr (heraus)gefordert hat, ich habe mich damit auf jeden Fall aus meiner persönlichen Komfortzone bewegt. Vermutlich müsste ich das Buch sogar noch ein zweites Mal lesen, um es vollständig zu erfassen, für mich war es auch kein Buch, das ich mal eben nebenbei lesen konnte. Trotzdem bin ich froh, das Buch gelesen zu haben.

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Die Jagd wird auf das nächste Level gehoben

Dynasty of Hunters, Band 2 - Von dir gezeichnet von P. J. Ried

„Dynastie of Hunters“ war im vergangenen Jahr eines meiner liebsten Fantasy-Bücher und ich habe mich sehr auf die Fortsetzung gefreut, die nahtlos an die Ereignisse aus Band 1 anschließt. Das Buch nimmt eine komplett andere Richtung als Band 1, dir aber sehr gelungen ist und einen größeren Bogen schlägt.

Zum Inhalt: Lia verlässt die Jagd als Eigentum von Laurent, nachdem er sie zwang, sich in seinem Namen zu zeichnen. Und mehr noch: mit Lias Macht will er den Thron an sich reichen- und Lias Herz. Doch dieses hat sie an Ray verloren und so lauert sie auf den passenden Moment, um sich gegen Laurent zu erheben.

Ich habe selten eine Buchfigur so gehasst wie diese kleine Made Laurent. Dessen Entwicklung habe ich nach seiner schwächlichen Art in Band 1 überhaupt nicht kommen sehen. Generell sind er und seine Schwester in diesem Band für einige Überraschungen gut und Irina mausert sich sogar zur Protagonistin. Also generell ganz großes Kino was die Ausgestaltung der Figuren, ihre Gewissenskonflikte, Schwäche und Begehren anbelangt. Man fiebert dadurch auf emotionaler Ebene richtig mit.

In der zweiten Hälfte des Buches nehmen die Kriegsgeschehen zu, es geht verstärkt um die Rebellenbewegung und die Versuche das Magiesystem wie es bisher bestand zu stürzen. In meinen Augen wurden die Möglichkeiten des Magiesystems aber nicht ausgeschöpft und auch Lia ist gegen Ende eher Gallionsfigur als Kriegerin.

Der Plot hat viele Twists und emotionale Schockmomente, es gibt aber auch spannende charakterliche Entwicklungen, zarte Annäherungen und Momente des Zusammenhalts und der Hoffnung. Insgesamt für mich also eine durchaus gelungene Mischung, mit hat trotzdem Band 1 ein kleines bisschen besser gefallen.

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Zwischen Gesellschafts- und Kriminalroman

Der Gott des Waldes von Liz Moore

Ich habe „Long Bright River“ ja wirklich sehr geliebt und hab mich riesig auf den neuen Roman von Liz Moore gefreut. Ich finde, sie bewegt sich auch hier wieder hervorragend auf dem schmalen Grad zwischen Unterhaltungslektüre und Gesellschaftsporträt mit Tiefgang. Ich habe das Buch sehr genossen.

Zum Inhalt: Als Barbara Van Leer, Tochter der ortsansässigen Bankiersfamilie, eines Morgens im Sommer 1975 nicht in ihrem Stockbett im Camp liegt, weckt das schlafende Hunde auf. Denn nicht mur ist 14 Jahre zuvor auch ihr kleiner Bruder Bear spurlos verschwunden, schnell werden auch diverse Anschuldigungen laut. Und nicht alle scheinen unbegründet.

Erstmal muss ich ein riesiges Kompliment und Dankeschön für die sehr präzisen Zeitangaben aussprechen. Dadurch ist es wunderbar übersichtlich, auch wenn die Handlung zwischen Jahrzehnten und Personen hin und her springt. Selten eine so gut strukturierte Geschichte gelesen.

Das Buch ist eine gelungene Mischung aus Familiengeschichte und Gesellschaftsroman. Der eigentliche Schauplatz der Handlung ist zwar recht überschaubar, tangiert durch die sich bewegenden und interagierenden Personen aber auch umliegende Bereiche. Dadurch bekommt man nicht nur Eindrücke vom Camp, sondern auch vom angrenzenden Anwesen des Herrenhauses und dem Ort selbst.

Die Atmosphäre der unterschwelligen Zwietracht, der dominierenden Rolle der männlichen Familienmitglieder und der privilegierten Selbstgerechtigkeit der Van Leers sorgt für viel subtile Spannung, die das Buch durchaus mitreißend macht. Irgendwo zwischen abgründig und trauriger Banalität. Ich fands richtig stark und vor allem auch das Ende toll umgesetzt. Mir hats gefallen.

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Schon heftig

How To Kill a Guy in Ten Ways von Eve Kellman

Das Cover sieht ja eigentlich nach einem bitterbösen Roman aus und da in der Buchbeschreibung auch „herrlich schwarzhumorig steht“, dachte ich, darauf könne man sich gut einlassen. Was den Humor angeht, bin ich mir eigentlich gar nicht mal so sicher, ob ich den als tatsächlich vorhanden wahrgenommen habe.

Zum Inhalt: seit einen Überfall auf ihre jüngere Schwester Katie hinterlässt Millie an öffentlichen Orten ihre Telefonnummer für Frauen, die sich bedrängt fühlen und Hilfe brauchen. Aber Millie geht noch einen Schritt weiter und sucht den Täter, der sich an ihrer Schwester vergangen hat. Und dabei überschreitet sie eine Schwelle, nach der es kein Zurück mehr gibt.
 
Die Protagonistin entgleitet gefühlt immer mehr aus der Realität, verrennt sich in ihren Rachefantasien ohne Rücksicht auf die möglichen Konsequenzen. Und das, während sie den ermittelnden Detective datet. Könnte man eigentlich als selbstzerstörerisches Verhalten bezeichnen. Das Ganze wirkt insgesamt sehr wahnhaft und getrieben, so richtig sympathisch konnte ich Millie dadurch nicht finden, obwohl ihre Motive zumindest anfangs ehrenwert wirken und der erste Mord sogar vielleicht noch unter Unfall zu verbuchen ist.
 
Die Morde selbst sind sehr vielfältig und kreativ angelegt, was wohl den Unterhaltungswert der Geschichte ausmacht. Denn Millie mordet nicht einfach nur, sie plant akribisch und legt dabei schon eine gewisse Raffinesse an den Tag. Erschreckend fand ich eigentlich, wie oft sie im Alltag und auch durch ihre Tätigkeit mit Message M an entsprechende Opfer kommt.

Beim Ende der Geschichte und der Auflösung schwanke ich ein bisschen ob ich genial oder völlig abstrus finden soll. An sich schon geschickt und perfide eingefädelt, aber eifach auch echt skrupellos und überzogen.
Kann gar nicht sagen, obs mir so wirklich gefallen hat. Fands thematisch teilweise einfach echt heftig.

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Überraschend mitreißend

Das Dinner - Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder? von Emily Rudolf

Das erste Buch von Emilie Rudolf mochte ich ja nicht und auch über dieses hier habe ich sehr unterschiedliche Meinung gehört, weshalb ich lange damit gehadert habe, das Buch selbst zu lesen. Die Idee hat mir aber tatsächlich richtig gut gefallen, auch wenn es vom Handlungsverlauf sehr an ihren ersten Thriller erinnert.

Die Idee mit dem Krimidinner und die einzelnen Spielepisoden fand ich gut und authentisch beschrieben. Die Parallelen zum Fall von Marias Verschwinden sind anfangs dezent, aber man kann anhand der Erzählung durchaus darauf kommen, bevor den Charakteren selbst dieser Verdacht das erste Mal kommt. Die Rekonstruktion der Ereignisse anhand des Spiels fand ich überraschend gut gemacht und sehr spannend angelegt.

Ich fand die Erzählung rund um Drogen, Sex und soziale Verstrickungen aber leider wieder ziemlich plump und vulgär, was mir ja schon bei Rudolfs erstem Buch nicht so gefallen hat. Warum es nicht mal mit ein bisschen mehr Raffinesse versuchen um die Figuren unsympathisch darzustellen?! Da geht doch mehr und auch vielschichtiger als mit diesen sehr oberflächlichen Motiven.

Die Auflösung kommt als kleiner psychologischer Twist daher, der aber tatsächlich auch recht vorhersehbar war, wenn man die Handlung aufmerksam verfolgt. Insgesamt kann ich sagen, dass es ein stimmungsvoller und interessant geplottetet Thriller ist. Man merkt schon das die Autorin aus ihrem ersten Thriller gelernt hat. Hat mir schob deutlich besser gefallen, ein paar Schwächen hat aber auch dieses Buch wieder. Würde 3.5 Sterne vergeben

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Auf berührende Art ehrlich

Die Abende in der Buchhandlung Morisaki − Roman (Bücherliebe in Tokio 2) von Satoshi Yagisawa

Ich mochte bereits den ersten Band rund um die Buchhandlung Morisaki bereits sehr gerne, aber dieser hier, hat mich nochmal auf eine ganz andere Art berührt und nochmal eine tiefere Ebene der Offenheit mitgebracht. Eine warmherzige Geschichte darüber, den Menschen im eigenen Umfeld offen und aufrichtig gegenüberzutreten.

Ich finde den Titel wunderbar passend, weil er genau das widerspiegelt, worauf der Text den Fokus setzt. Nämlich das Privatleben der Figuren, dass sich abspielt wenn die Buchhandlung geschlossen hat oder sie selbst gerade nicht in der Buchhandlung arbeiten. Diese Abende haben etwas verletzliches, aber auch tröstliches an sich, sie bergen Momente der Freude und des Schmerzes und fügen den Figuren die man in Band 1 mögen gelernt hat, ein paar neue Facetten hinzu.

Das buchige Thema zieht sich auch wieder durch diesen Roman, begleitet von dem Wunsch ein Buch zu schreiben, einem Buchfest und der Suche nach einem mysteriösen Buch. Gleichzeitig stehen aber eigentlich wieder die zwischenmenschlichen Beziehungen im Fokus, die Bücher wirken wie ein Katalysator ihrer Interaktionen miteinander. Diese Synergie gefällt mir jedes Mal total gut.

Es ist eine ruhige, geduldige Geschichte und mit gefällt das stille Miteinander der Erzählung, die Selbstverständlichkeit mit der sich die Figuren im gemeinsamen Raum und Leben bewegen und mit welcher Ehrlichkeit sie sich ihren Emotionen stellen. Dabei entstehen Moment tiefer Verbundenheit, die nicht gekünstelt wirken.

Für mich ein wunderbares Buch, dass wertvolle Momente zwischenmenschlicher Beziehungen beleuchtet

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als Debüt nicht schlecht

Emma von Jean Reno

Bin mir gar nicht so sicher, was ich mir von diesem Buch genau erwartet habe. Da ich Jean Reno als Schauspieler aber sehr mag und bewundere, wollte ich sein Buch gerne lesen. Vielleicht liegt es am Thema, Spionagegeschichten und politische Thriller sind nicht unbedingt meins, aber ich hab nur schwer Zugang zur Handlung und den Figuren gefunden.

Das Thema Geheimdienste lässt lange auf sich warten. Obwohl zwischen den Fließtext ein paar Notizen und eine Art Nachrichtenaustausch eingestreut sind, bleibt deren Relevanz lange verborgen. Erst ungefähr in der Hälfte des Buches tut sich das Thema Spionage so langsam auf und spitzt sich zu, was dann auch für mehr Spannungsmomente innerhalb der Handlung sorgt. Bis dahin mutet das Buch eher wie ein herkömmlicher Roman über Emma, ihre Profession, ihre Lebensgeschichte und eine verbotene Liebe an.

Ich fand die Story ein bisschen erschlagend- das Setting, die Figuren und ihre verschleierten Interessen waren für mich wenig nahbar. Und dazwischen Emma, gefangen zwischen einer alten Schuld, einer Gabe die sie selbst nicht so recht einordnen kann und einem neuen Gewissenskonflikt.

Im letzten Drittel wurde es dann nochmal ein bisschen abenteuerlich und temporeicher. Insgesamt ist das ganze gut und bildhaft beschrieben, man merkt schon, dass Jean Reno durchaus schreiben kann. Bis zuletzt blieben mir aber die schieren Beweggründe von Emma, sowie bestimmte Handlungsmuster seltsam unklar, nicht so richtig natürlich. Fands ok, hat mich aber einfach nicht so richtig abgeholt.

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