Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Petra:
Verwirrend
Hammaburg von Wilfried Eggers
Der junge Mattes überlebt einen Wikingerüberfall. Durch seinen Mut und seine Kraft fällt er auf. Außerdem kann er den Mund nicht halten. Einerseits bewundern ihn die Wikinger dafür, auf der anderen Seite wollen sie Rache. Seine Mutter und seine kleine Schwester werden in die Sklaverei verkauft. Er verspricht sie zu retten auch wenn es sein Leben kosten würde.
Auf einen sehr langen Weg mit viel Gewalt aber auch mit neuen Freunden wird Mattes erwachsen. Er lernt andere Völker und Lebensweisen kennen und schätzen.
Das Buch war einfach zu viel. Wie bei einem Essen war es eine Zutat die das Lesevergnügen massiv gestört hat.
Die Fiktion bestand aus mehreren Strängen die für sich gesehen spannend waren, im Zusammenhang mit den erwiesenen Geschichtsfakten war es dann aber mehr als genug. Beide Teile erzählten das Gleiche. Ausführlich berichtet der Autor von den Fakten um sie dann seine Protagonisten diese Fakten erleben zu lassen.
Dieses doppelte Hin und Her war anstrengend zu verfolgen. Vor allem weil keiner der Figuren richtig sympathisch war. Außer vielleicht der Anführer der Wikinger, der ein ausgewiesener Antiheld war. Der stach aus dem ganzen Geschehen heraus. Allen anderen Figuren fehlte Farbe und Kontur.
Frau oder Sklavin
Die Wölfe von Pompeji von Elodie Harper
Amara wurde als Sklavin verkauft. Durch große Armut hatte ihre Mutter keine andere Chance, sie hat alles getan um ihre Tochter zu helfen, aber gegen reiche Männer haben Frauen keine Chance. Nun ist sie in einem Bordell. Ihr Hass auf ihrem Besitzer ist so groß, dass sie an nichts anderes mehr denken kann.
Bis sie erkennt das sie wertvoll ist, nicht nur ihr Körper auch ihr Geist, ihre Fähigkeiten, alles macht der Bordellbetreiber zu Geld. Sie lernt damit umzugehen, mit ihren Leidensgenossinnen macht sie Pläne, sie lernt andere Betroffene kennen und schätzt ihre Situation neu ein. Sie muss jetzt lernen zu entscheiden, was will ich, was kann ich davon erreichen und was ist unmöglich?
Die Geschichte aus dem alten Rom oder hier aus Pompeji ist faszinierend. Sklave wurde man aus verschiedenen Gründen, Krieg, Armut und Geburt. Aus der Sklaverei kam man aus ähnlichen Gründen wieder frei. Ohne Geld wurde man Sklave, mit wurde man wieder frei.
Am Beispiel von Amara erzählt die Autorin wie das Leben als Sklavin war. In kurzen Sequenzen wird die ganze Brutalität deutlich ohne das sie besonders ausschweifend in die Einzelheiten geht. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten, denn die Frage, schafft Amara es sich aus diesem elendigen Leben zu befreien, bleibt bis zum Ende offen.
Nicht wirklich neu
Ein mörderisches Paar - Das Versprechen von Klaus-Peter Wolf
Wer ist Ernest Simmel, ein Nobelpreisträger wie Hemingway oder ein Bestsellerautor wie Johannes Mario oder ganz jemand anders, dessen Synonym nur ein Fake Name ist. Ein Alias für Dr. Sommerfeldt den Killer der die Arbeit der Justiz nachbearbeitet. Besser ausgedrückt er betreibt Lynchjustiz.
Er ist der Rächer der Witwen und Waisen, der Beschützer der Verzweifelten und Unterdrückten. Eigentlich hatte sich Dr. Sommerfeldt zur Ruhe gesetzt aber es geht nicht das ein Drogendealer der Kinder drogenabhängig macht freigesprochen wird. Er muss handeln und gleichzeitig ein Signal setzen für eventuelle Nachfolger. Gemeinsam mit seiner zukünftigen Frau räumt er in Ostfriesland auf.
Ich kenne die Bücher von diesem Autor bisher nur vom Hörensagen. Die Begeisterung anderer Leser führte mich in Versuchung, eine neue Serie wäre für mich ein guter Start gewesen.
Leider hat es nicht meinen Geschmack getroffen. Zum einen lag es daran das alle Figuren aus den vorhergegangenen Serien hier wieder auftauchen und dadurch das Gefühl entstanden ist, das mir wichtiges Vorwissen fehlt.
Der Humor war außerdem zu gewollt, es war nicht richtig lustig.
Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung
Ozeanträume von Susan Mallery
Robyn ist für jeden da, dem Exmann, der Tochter, dem Sohn der Freundin und sonsviel zu kurzt noch für alle die ihrer Hilfe bedürfen. Das war schon immer so. Aber jetzt ist es zu viel.. Ihr Ex will das sie zwischen ihm und den Kindern vermittelt, die Tochter will heiraten, mit allen Schikanen, wo das Geld herkommt ist ihr egal, der Sohn weiß nicht was er will und die Freundin baut Mist und nimmt keinen guten Rat an.
Robyn flieht auf die andere Seite des Kontinents zu ihrer Großtante, die schon immer ihr Fels in der Brandung war. Dort trifft sie Mason...
Auf der einen Seite Robyn und ihre Familie die wohlhabend ist, nicht reich aber Geldsorgen waren bisher ein Fremdwort. Alle leben und arbeiten wie sie es gern haben. Sie kennen Menschen denen es weniger gut geht aber das nötige Verständnis fehlt irgendwie. Diesen Eindruck gewinnt man auf jeder Seite, es wird auf hohen Niveau gejammert. Über vergossene Milch soll man nicht klagen, sondern nach vorn schauen und es besser machen.
Robyn als Super Frau die die Firma mit aufgebaut hat, zwei Kinder groß gezogen und immer noch aussieht wie ein Modell ist mir suspekt, sie jammert über verpasste Gelegenheiten hat aber genug Geld zur Verfügung um sich um ihre Zukunft keine Sorgen machen muss. Die Kinder sind verwöhnt und der EX ist ein großes Kind geblieben, an sympathischen Charakteren ist da nur die sehr alte Großtante und Mason aber die kommen in dieser Geschichte viel zu kurz.
Ansonsten ist es eine nette Story für zwischendurch, mit einigen Längen weil sich die Themen wiederholen.
Für Fotografen
Das Licht im Rücken von Sandra Lüpkes
Ein Fotoapparat wird erfunden und macht seinen Siegeszug um die Welt. Ein eigenartiges Thema für einen Roman. Aber es stehen Menschen hinter dieser Erfindung, hinter der Entwicklung und Produktion und letztendlich auch solche die diesen Apparat nutzen und mit den Bildern die dabei entstehen berühmt werden.
Bilder die auch um die Welt gehen, weil sie besonders schön sind, weil sie ein bedeutenden Tag dokumentieren oder auch Aufmerksamkeit auf besonders grausame Ereignisse ( wie das Bild aus dem Warschauer Ghetto ) lenken.
Es ist gleichzeitig die Geschichte von drei Familien die mit der Leica verbunden sind. Die Familie Leitz in deren Fabrik sie hergestellt wird, der Erfinder Barnack und die Familie Gabriel deren Mitglieder die Bilder gestalten. Von 1914 bis 1945 reicht die Zeitspanne in der alles mit Hilfe von Bildern dokumentiert wird. Hochzeiten, Taufen und andere Ereignisse werden erst gestellt mit großen schweren Apparaten aufgenommen. Dann kommt einer und hat eine kleine Schachtel die fast mit einer Hand zu bedienen ist. Spontane Aufnahmen die fast lebendig wirken.
Ein tolles Thema nur nicht gut umgesetzt. Die Figuren wirken genau wie die Menschen auf den ersten Bildern, steif, in Positur gestellt und ja nicht spontan sein. Sie wirken blass, ohne Kontraste fast austauschbar. Selbst die schreckliche Ära des Nationalsozialismus war ohne Emotionen dargestellt.
Ich bin von der Autorin anderes gewohnt und daher enttäuscht.
1989
Der letzte Auftrag von Titus Müller
Es ist zwar der dritte Teil Trilogie aber man merkt es kaum Einige Hinweise auf die Vergangenheit der Protagonisten dann war es das schon. Sehr angenehm zu lesen das keine Eigenwerbung zu den vorangegangenen Büchern stattfindet. Mein Problem ist dann immer, ich bin interessiert, empfinde mich dann aber zu sehr gespoilert und denke ich kann mir den wichtigen Rest auch so zusammen reimen.
Es hat auf mich also die gegenteilige Wirkung. Hier werde ich mir die beiden vorherigen Bände anschaffen und dann die Serie noch einmal im Ganzen lesen.
Nun zum Buch. Es ist definitiv ein Stück Zeitgeschichte. Die letzten Monate der DDR die viele von uns Lesern aus Funk und Fernsehen oder selbst hautnah erlebt haben. Ich gehöre zu den Personen die die Zeit im Fernsehen mit verfolgt haben. Es war eine sehr emotionale Zeit die auch mit Angst um die Menschen die dort für ihre persönliche Freiheit auf die Straße gingen verbunden war.
Genau diese Gefühle interpretiert der Autor sehr überzeugend. Wir begleiten die Menschen die langsam aber sicher genug von der Gängelei ihrer Regierung haben, die die Wahrheit über Wahlergebnisse wissen wollen, die in Entscheidungen wahrhaftig eingebunden werden wollen.
Annie eine der Figuren in diesem Buch die uns durch die Zeit führt, ist Kinderkrankenschwester, sie handelt mit Gefühl in ihrem Beruf, etwas das unerwünscht ist, weil angeblich nicht effektiv. Aber die Effektivität der DDR ist grausam und lässt keinen Raum für Menschlichkeit.
Wir begleiten Stasimitarbeiter, KGB Offiziere und Bürger in Ausübung ihrer Jobs, eine teilweise harmlose Beschreibung der Tätigkeiten.
Dieser Roman ist eine gelungene Mischung von Fiktion und gelebter Geschichte. Die Fiktion unterstreicht die Ereignisse um den 9. November 1989.
Hier stehen die realen Ereignisse im Vordergrund und nicht die Erzählung. Für viel Jüngere als ich ist es ein spannendes Geschichtsbuch. Für andere ruft es Erinnerungen wach, ja so war es hier wie dort. Denn in Person von Annies Mutter erleben wir die Emotionen der Menschen die nur zuschauen durften.
Die Figuren wirken gegenüber den Ereignissen blass, das mag einige Leser stören, aber für mich trifft es genau den richtigen Ton. Denn damals hatten nicht Einzelne den Erfolg oder die Aufmerksamkeit sondern das gesamte Volk. Der Ruf "Wir sind das Volk" war nie so wahr wie in diesen Monaten.
Jungfrau in Nöten
Ein Highlander wie kein anderer von Lynsay Sands
Das Grundgerüst der Highlander Serie ist immer das Gleiche. Eine Jungfrau in Nöten wird von einem gutaussehenden Laird gerettet. Nachdem sie lange gerätselt haben warum sie in Nöten ist und dann mit Hilfe der großen Familie heraus zu finden wer dahinter steckt. Die Figuren sind liebenswert, freundlich, hilfsbereit, frech, intelligent und haben Sinn für Humor.
Genau die Sorte Menschen die man gern zu seinem Bekanntenkreis zählt. Denn wer lässt sich nicht gern von einem starken Mann durch den Wald tragen oder von liebevollen Frauenhänden die Wunden versorgen ( zu mindestens in Gedanken).
Es ist eine schöne Geschichte zum wegträumen, in ferne Zeiten wo alles noch Gut oder Böse war und natürlich das Gute immer gesiegt hat. Egal ob das der Wahrheit entspricht, im Rückblick ist es so und in den Augen von Schriftsteller:innen wie Lynsay Sands sowieso.
Ich brauche das ab und zu, einfach abtauchen in eine Welt die es nicht gibt und daher ohne schlechtes Gewissen träumen, Die Wirklichkeit ist anstrengend genug und eine Auszeit braucht jeder mal.
Der Anspruch ist nicht sehr hoch, aber man kann nicht immer Anspruchsvolles lesen, das muss man sacken lassen und zum füllen der Zwischenräume ein Highlander.
Das ist wie beim Essen, Nachtisch geht immer.
Berliner Leben
Die Kinder der Luftbrücke von Juliana Weinberg
1948 lebt Nora mit ihren Kindern, der Mutter und Schwester in Berlin. Die Zeiten sind genauso hart wie in den Kriegsjahren, es fallen zwar keine Bomben mehr und die allgegenwärtige Angst gibt es auch nicht mehr aber dafür ein großer Mangel an allem Lebensnotwendigen. Nora hat Mühe Lebensmittel heran zu schaffen damit die Kinder nicht hungrig schlafen gehen müssen.
Ihr Mann wird vermisst, alle Last liegt auf ihren Schultern trotz der Unterstützung durch ihre Familie. Ein Job bei den Amerikanern als Übersetzerin bringt endlich eine Wendung zum Besseren. Dann wird Berlin von den Russen abgeschottet und die anderen Alliierten fliegen Lebensmittel, Brennstoff und andere lebens-notwendige Dinge ein. Nora verliebt sich in einen der Piloten...
Nora war für mich eine Übermutter, sie tut alles für ihre Kinder angesichts der Zeiten zu viel. Denn auch sie hat ein Recht auf Leben. Ihren Kindern geht es besser als den meisten Kindern zu der Zeit. Aber diese Zuwendung ist das Hauptthema in einem Roman in dem es um die Luftbrücke und ihre Rosinenbomber geht. Dadurch hatte die Geschichte Längen die ich gern einfach nur überflogen habe. Die Beschreibung wie die Menschen in Berlin gelebt, überlebt und zum Schluss auch gesiegt haben, die Unterstützung durch die Verantwortlichen, das war dagegen sehr spannend und interessant erzählt.
Die Liebesgeschichte zwischen Nora und Matthew war das Bindeglied zwischen diesen beiden Bereichen, die Berlinerin und der amerikanische Pilot der Lebensmittel in die eingeschlossene Stadt bringt.
Eine Familie
Adas Fest von Katrin Burseg
Ada will noch einmal ein Sommerfest in ihrem Strandhaus feiern, In dem Haus in dem sie mit ihrem Mann dem berühmten Maler Leo Kwant glücklich war. Erinnerungen an glückliche Tage voller Sonne, Strand und Meer wieder aufleben lassen. Aber sie hat zu viel verdrängt, Es gab auch Unglück in diesen Tagen.
Ihre drei Töchter sollen genau wie damals als Kinder, teilnehmen, sie reisen an, alle drei mit Problemen behaftet. Kann die Familie das Schweigen brechen, zueinander finden und wieder glücklich sein?
Der erste Eindruck von Ada ist, die starke Frau hinter dem berühmten Maler, der täuschte aber sehr. Denn Ada ist sehr viel mehr Sie kann lieben über die ihr zustehende Liebe hinaus. Sie gibt mehr als sie zu nehmen bereit ist. Ihre Töchter sind anders auf dem ersten Blick selbstbewusst und erfolgreich und glücklich. Bis auf die Jüngste sie war immer schon das Problemkind nur keiner verstand warum. Ada ahnt den Grund aber sie schweigt, das ist ihr Ding, lieber tut sie alles um zu helfen als schwierige Themen anzusprechen, sie macht alles mit sich selber aus. Nicht nur in der Vergangenheit handelt sie so, auch jetzt ist sie bereit ihr geliebtes Haus aufzugeben, sie entscheidet allein um den Küstenschutz zu unterstützen.
Das ist das zweite große Thema in diesem Buch. Wie gehen wir mit dem Wissen um den Klimawandel um? Denn eine Tochter von Imma forscht im ewigen Eis, das nach den neuesten Erkenntnissen nicht mehr ewig sein wird. Dieses Thema steht auf einmal mitten im Raum, plakativ fast, denn alle wissen, alle sehen aber keiner empfindet es als Warnung oder sieht einen Grund zum Handeln.
Es sind sehr verschiedene Charaktere, starke bis schwache, sympathische bis schreckliche, Egoisten und Selbstlose, solche die ihren Traum erfüllt haben, andere die noch lernen müssen zu träumen. Jeder hatte seinen Platz in diesem Buch, wenn ich dachte ich weiß wohin diese Person gehört kam eine Szene, ein Satz und die Geschichte wurde wieder durcheinander gewürfelt. Dabei entließ mich das Buch in keiner Minute aus seinem Bann. Ich bin eingetaucht in diese Geschichte und ohne Luft zu holen habe ich es durch gelesen. Schade das es zu Ende ist ich habe noch genug Atem um die Geschichte weiter zu verfolgen.
Leicht und Locker
Glück ist da, wo man es hinträgt von Kristina Günak
Katharina eilt ihrem Bruder zur Hilfe, er hatte einen Unfall und seine Eventagentur braucht dringend Unterstützung, denn Hochzeiten lassen sich nicht verschieben. Nach langer Zeit kommt sie zurück in ihr Elternhaus, das sie wegen ihrer Tochter verlassen hat. Sie wollte nichts mehr mit Adel und Reichtum zu tun haben.
Ein eigenes Leben führen, so schwer es auch ist. Doch da ist auch Leonhard ein enger Freund ihres Bruders, er hat alle Attribute die sie verachtet.
Die Bücher der Autorin sind meistens humorvoll, mit Situationskomik und eben ein Liebesroman. Meistens ist die Frau mit Problemen behaftet und er hilft ihr wo er nur kann. Tolle Ausgangssituation ist immer unterhaltsam.
Hier ist es diffiziler erzählt, es geht mehr darum Verletzungen aus der Vergangenheit zu heilen, als Probleme irgendwelcher Art zu lösen.
Es werden sehr viele Themen angerissen, über die man sich Gedanken machen kann oder eben auch nicht. Man kann sagen das es teilweise schwerwiegende Themen sind, die auf die leichte Schulter genommen wurden.
Für mich stand eher im Vordergrund, egal was ist, wir stehen zusammen. Gemeinsam sind wir stärker. Um Hilfe bitten ist keine Schande. Handicaps, Liebe, Kinder, Freundschaften egal welcher Couleur gehören zum Leben dazu.
Es ist der leichte Schreibstil der das Buch lesenswert macht, Ein Buch für ein entspanntes Leseabenteuer-











