Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Voller wunderbarer Fantasie
Die Lolli-Gäng zähmt einen Drachen von Charlotte Inden
Die Lolli-Gäng, das sind die Geschwister Theo (7), Tom (6) und die kleine Lotti. Schon auf dem Cover sind sie im Wald unterwegs, auch das erste Kapitel erzählt von einem Ausflug der Familie in den Wald. Hier klettern die Kinder auf Gesteinsbrocken herum und stellen sich vor, dass sie einen Drachen reiten.
Lotti hat immer ihr Einhorn dabei und wünscht sich nichts sehnlicher, als auf ein echtes zu treffen. Dann mussten die Jungs wieder in die Schule und das frühe Aufstehen machte der ganzen Familie Probleme. Während Mama und Lotti aus dem Fenster winken, machen sich die beiden Brüder mit den Roller auf den Weg zur Schule. Auf dem Schulhof empfängt sie schon Nils aus der vierten Klasse, der, Tom wegen seines roten Fahrradhelms „Tom Tomatenkopf!“ hinterherruft. In der Fantasie der Jungen ist Tom der weiße Ritter, der immer gewinnt und Nils der schwarze Ritter. Nach der Schule holen Mama und Lotti die beiden Jungen ab und sie gehen gemeinsam ins Schwimmbad. Mit Mama gibt es eine wilde Pantscherei, natürlich sind dann alle Piraten.
In ihrer Fantasie können die Kinder alles sein und die Bilder im Buch zeigen sie auch immer wieder als Ritter oder Piraten. Dadurch kann man sich so richtig in die Geschichten hineinversetzten. Die Kinder erleben aber auch in ihrem Alltag einiges, Nils, der sie moppt und der nachher zum Freund wird, unheimliche Geräusche vom Spielplatz, die ihnen Angst machen und Eltern, die ihnen die Sterne erklären. Am besten gefiel mir der Satz der alten Nachbarin „Wer braucht schon ein Einhorn, wenn er einen Bruder hat?“ Ich will mehr von dieser fröhlichen Lolli-Gäng.
Die kleine Elster benimmt sich ungewöhnlich
Der Flunkerfunkelstein oder die Elster, die nicht stehlen wollte von Kai Oppermann
Auf dem Cover kann man ihn schon sehen, den roten Funkelstein und auch die kleine Elster. Meisterdiebe sind sie, alle Mitglieder der Elsternfamilie, nur die kleine Elster. Sie flog nie auf Raubzüge, die besuchte ihre Freunde. Die Elster liebte ihre Familie und sie wusste „Eine Elster ohne Funkelstein kann keine wahre Elster sein!“ Während ihre Familie sich mit den gestohlenen Schmuckstücken behängt, überlegt sich die kleine Elster einen Plan.
Mutig machte sie sich auf und konnte am nächsten Tag einen „Fabelhaft funkelnden Stein“ präsentieren. Alle, die ihr begegneten gratulierten ihr und nannten sie „Meisterdiebin“ und sie meinten „Deine Familie muss stolz auf dich sein!“ Da wurde der kleinen Elster ganz unbehaglich zu Mute, doch mehr will ich nicht verraten.
Die Texte sind nicht all zu lang und voller Poesie. Die Bilder sind beeindruckend und voller farbenfreude.
Wunderschönes Mitmachbuch
Halt dich an mir fest von Sophie Schoenwald
Der schlafende kleine Otter treibt allein auf den Wellen, er hat die Hand seiner Mama losgelassen und muss von uns geweckt werden, dazu kitzeln wir ihn an den Füssen. Der Otter weiß nicht, wo er ist, und wir müssen ihn trösten. Jetzt müssen wir ihm zeigen, wie man taucht, also Luft anhalten und ins Wasser hüpfen.
Der Otter taucht unter und wir zeigen ihm die Muschel, dazu müssen wir das Buch hochkant halten. Als der Otter mit der Muschel auftaucht, helfen wir ihm, indem wir auf die Muschel klopfen, sie zu öffnen. In der Muschel war auch eine große Perle, die will sie Möwe holen, doch wir schütteln das Buch und können sie so vertreiben. In Seegras gekuschelt ruht sich der Otter aus und wir geben ihm eine Küsschen auf die Nase. Natürlich helfen wir dem Otter auch zurück zu seiner Mama zu finden.
Ein Mitmachbuch, dass seinen Namen verdient hat, alle Aufgaben sind verständlich und die Kleinen können sie gut erledigen. Es macht doch immer Spaß zu interagieren. Die kurzen Texte sind leicht zu verstehen und die niedlichen Bilder sind einfach mit so viel Liebe gezeichnet, dass ich sie mir gerne anschaue.
Eine Schildkröte auf der Suche nach sich selbst
Carlos und die Suche nach dem Glück von Sebastian Schmidt
Die Schildkröte Carlos lebt auf Galapagos zusammen mit anderen alten und schweren Tieren. Mit seinem großen Augen und dem Lächeln wirkt er eigentlich ganz zufrieden. Obwohl er von den Pflegern gut gefüttert wird, fühlt er sich einsam und leer. Als ein kleines Mädchen ihm ein Foto schenkt, erkennt er sein Aussehen und macht sich auf dem Weh seine Herkunft herauszufinden.
Diego, die Krabbe, hilft ihm mit Hilfe seiner Familie den Zaun zu überwinden. Ein Vogel schickt ihn zum Meer, doch die Robben sind nicht sehr nett zum ihm. Erst Iggy, die Echse kann auf seine sich wiederholende Frage „Weißt du, wo ich herkomme? Sag, kennst du mich?“ eine Antwort geben und ihm den Weg zu einen Artgenossen zeigen.
Allerdings ist da nicht das Ende der Geschichte, es gibt noch eine Wandlung.
Der gereimte Text ist nicht zu lang und gefällt mir sehr gut. Die Bilder sind sehr niedlich und bunt, aber mir fehlt ein wenig die Mimik, auf mich wirkt Carlos nie richtig traurig. Und weshalb die Robben „hämisch lachen“ und später seine Freunde sein sollen, ist mir auch unklar.
Die Entwicklung der Menschen ungewöhnlich erklärt
Das Museum der unnützen Körperteile von Rachel Poliquin
Das Cover zeigt neben affenähnlichen Exponaten auch einige Körperteile in Gläsern. Das erinnert an ein Gruselkabinett. Der Plan weiß Räume auf, die „Überlebende Haare“, „Gänsehaut“ oder „Schrumpelfinger“ heißen. Bei der Erklärung zu „Rudimente“ sind Worte, wie nutzlos durch lustig oder seltsam durch fantastisch ersetzt.
Und dann geht es los, ein Zahn mit Doktorhut weist uns den Weg. Zunächst geht es um unseren Stammbaum, vom Einzeller bis zum Hominini, der fast schon ein Mensch war. „Die dunkle Seite“ berichtet von Veränderungen während der Evolution, die nicht immer reibungslos abliefen. So taucht da eine verschwundene Niere auf. Zu Weisheitszähnen können sicher einige Leute etwas berichten, doch der erklärende Zahn „möchte nicht darüber reden.“ Wir können in Sprechblasen die Dialoge zwischen Zahn und Niere lesen. In den Feld „Liebe deine Überbleibsel“ wird angeregt, bei sich eine Gänsehaut zu erzeugen. Im „Großen Homini-Saal“ stehen unterschiedliche Exponate hinter Glas und der haarige Hans sieht schon wie ein Mensch aus. Kleine Kästchen geben Auskunft über die gefundenen ersten Menschen. Im Kinosaal kann man sich die Entwicklung der Füße anschauen. Nach einigen Kapitel treffen wir auch auf den Blinddarm, der mir sofort bei dem Titel einfiel. Vor dem Glossar machen wir noch einen Sprung in den Museumshop.
Hier wird auf witzige Weise die Entwicklung des Menschen dargestellt und so kann ich endlich die Frage meine Enkelin nach der Herkunft der Menschen richtig beantworten.
Allerdings werde ich einer Vierjährigen wohl kaum den ganzen Text dieses Buche vorlesen können. Aber Stück für Stück werde ich damit ihre Neugierde stillen können.
Viele Bilder, witzige Anmerkungen, aber auch viel Wissen steckt in diesem Buch und ein Besuch in diesem Museum kann ich empfehlen.
Total haarig
Das geheime Leben der Haare von Mariona Tolosa Sisteré
Mit „Hallo! Ich bin ein Haar!“ begrüßt uns ein Haar mit Händen, Beinen und Gesicht, es wird uns durch dieses Buch führen. Nach einigen haarigen Gestalten, die Karneval feiern, zeigt uns ein Mansch, wo überall bei ihm Haare wachsen, danach wir der Aufbau eines Haares erklärt. Viele Kinder zeigen uns, wozu wir Haare brauchen, wie zum Beispiel zum Regulieren der Körpertemperatur.
Im Haarkatalog sehen wir die unterschiedlichsten Haare, von dünn bis kraus. In einer Blase wird erklärt, warum Haar schneiden nicht weh tut. Auf einer Weltkarte sind viele Köpfe abgebildet, die zeigen, welche Haare es auf der Welt gibt. Läuse leben in Haaren, auch wenn es uns nicht gefällt, wie man sie los wird kann man hier nachlesen. Über unterschiedliche Frisuren kommen wir zu einem kleinen Quiz.
Ein sehr umfassendes Buch mit vielen Bilder und kleinen kurzen Textblöcken zum Thema Haare, dass sich bei Kindern sehr gut ankommen wird.
Imposant gestaltet
sieben. die schöpfung von Wolfsgruber Linda
Auf dem dunklen Cover sind Blätter zu sehen und der einfache Titel „sieben die schöpfung“. Es folgt ein Bild mit blauer See und Eisbergen schwer zu erkenne die Eisbärfamilie davor. Auf der gelben Seite ist zu lesen „Weil sie uns anvertraut ist…“ Es folgt „Tag 1“ graue Schrift auf schwarzen Hintergrund.
Braun- und Grautöne ineinander verschlungene Formen zeigen das Chaos aus dem Gott die Erde schuf. Mit dem biblischen Text geht es bis es Licht wird. Jetzt wird das Bild heller und klarer, das nächste Bild erinnert an eine Sternenexplosion, folgt ein dunkles Loch. Die Erde zweigeteilt in Abend und Morgen beendet den ersten Tag. Der zweite Tag ist grün gestaltet und beschreibt die Entstehung des Himmels. Am nächsten Tag wandelt sich das Grün zum Türkis mit kleinen Inseln. Danach geht es grün mit Blättern und Bäumen weiter. Tag vier zeigt in verschiedenen Blautönen die Entstehung der Himmelskörper. Mein liebstes Kapitel. Am fünften Tag sehen wir zunächst Fische, danach Vögel. Der siebte Tag beginnt mit einer zarten Abbildung von Tieren, die an die Höhlenbilder erinnern. Der immer wiederkehrende Satz „Es wurde Abend und es wurde Morgen“ steht jetzt neben einem Bild, dass ein Menschenpaar erkennen lässt. So vollendete Gott am siebten Tag sein Werk. In Gelb sehen wir Vögel und Schmetterlinge, Faultiere im Grünen, in Erdfarben Löwen auf einem Baum und zu letzte eine Frau und einen Mann, die wie Hirten eine Kuhherde bewachen.
Dieses Buch ist sicher künstlerisch aufwendig gestaltet, Jugendliche und Erwachsene werden an den beeindruckenden Bilder ihre Freude haben. Ich denke aber für Kinder ist dieses vielfach ausgezeichnete Buch zu unkonkret und auch zu wenig bunt. Mir fehlt für die jüngeren ein wenig die Freude, die die Schöpfung ja beinhaltet sollte.
Das Leben einer beeindruckenden Frau
Frida Kahlo - die Farben einer starken Frau von Christine Schulz-Reiss
Schon das Titelbild zeigt Frida Kahlo wie man sie von ihren Bildern kennt, farbenfroh und mit den für sie typischen zusammengewachsenen Augenbraun. Die Illustrationen im Buch sind im gleichen Styl gehalten und teilweise bilden sie Bilder der Malerin ab.
Das Buch beginnt mit den Eckdaten der viel bewunderten mexikanischen Künstlerin.
Sie sitzt in ihrem Atelier und malt, an der Wand hängen einige Werke von ihr. In ihrer Kindheit war die „freche Frida“ ein sehr selbstbewusstes kleines Mädchen, das gerne Fußball mit den Jungen spielte. „Einen Frosch auf Hinterbeinen“ nennt sie ihren späteren Mann, den Maler Diego Rievera, als sie ihn zum ersten Mal sah. Danach lernen wir Fridas Familie kennen und erfahren von der Kinderlähmung, die sie lange ans Bett fesselte. Mit 16 hatte Frida einen schrecklichen Unfall, dessen Folgen ihr ganzes Leben veränderten. Im Bett liegend begann sei aber auch zu malen.
Alle Stationen des Lebens der Künstlerin, die nur 47 Jahre alt wurde, sind immer von passenden Illustrationen begleitet, neugierig wird man dann nach ihren Werken suchen und sie sich vielleicht sogar im Museum anschauen. Ihr Stil ist so ungewöhnlich, dass man ihre Bilder sehr gut wiedererkennen kann.
Ein interessantes Buch über eine ungewöhnliche und starke Frau, die trotz aller körperlicher und seelischer Schmerzen gerne gelebt und gefeiert hat.
Eine liebeswerte Gang
Kiezkinder - Wir mischen mit! von Milena Bartels
Wir lernen eine bunte Mischung Kinder kennen, von denen wir auf dem Cover schon einen ersten Eindruck bekommt. Da ist der etwas stämmige Jaron, ein begnadeter Zeichner, der zusammen mit seiner Zwillingsschwester Helene, die am liebsten den ganzen Tag Fußball spielt, bei seiner Oma wohnt. Da es auf Ostern zugeht wird in dieser Familie das Pessachfest gefeiert.
Paul mit den kurzen blonden Haaren ist Diabetiker I und zieht mit einer Person, die er mein*e Pamo nennt, aus Finnland in das Mehrgenerationenhaus. Ava, die sportliche Brillenträgerin sitzt gerne mit der ganzen Familie einschließlich ihrer Großeltern beim vegetarischen Abendessen. Theo trägt ein Hörgerät und lebt mit seinen zwei Vätern in ein großen haus mit Swimmingpool. Sias Mama sitzt im Rollstuhl ist dabei aber sehr sportlich. Sia wünscht sich manchmal etwas mehr Ruhe, die sie in ihrer lauten fröhlichen Familie selten findet. Natürlich gibt es noch viel über die Kinder zu berichten, aber das solltet ihr dann lieber selber lesen.
Ava entdeckt eines Tages ein kleine Paradies auf einem alten Grundstück, dass sie eigentlich nicht hätten betreten dürfen. Die Kinder träumen davon hier einen Spielplatz zu bauen, doch die Stadt hat anderer Pläne. Aber die Sechs haben gute Ideen und sie ersuchen damit zu überzeugen.
Die Kapitel sind abwechselnd mit den Namen der Kinder überschrieben, so erfährt man einiges von Ihnen. Der Text wird von anschaulichen farbigen Illustrationen aufgelockert, die mir sehr gut gefallen. Ich hoffe, wir hören noch viel von diesen Kiezkindern.
Ein Buch, das man immer wieder anschauen kann
Durch das Jahr mit der Natur von Lucy Brownridge
Das Cover ist einfach wunderschön und dank seiner Goldprägung wirkt es sehr wertvoll. Das Inhaltverzeichnis verrät schon, dass es durch die Monate geht, zu jedem Monat gibt es vier Unterthemen, die uns in unterschiedliche Länder führen.
Wir beginnen mit dem Januar in Peru, auf der Seite sind viel bunte Papageien, die sich am Wasser aufhalten.
Sie Schlecken hier am Lehm und halten sich dadurch gesund. Es gibt über die Seite verteilt einige Textblöcke, die darüber genauer informieren. Der Februar führt uns nach Japan dort sieht die Kirschblüte wie „ein Meer von Rosa“ aus. Im März taut der Frosch in Kanada auf. Im April geht es nach England in den „Hasenglöckchen-Wald“. Im Mai sehen wir in den USA einen „magischen Mondregenbogen“, wunderschön illustriert wie auch alle anderen Bilder. Der Lavendel blüht in Frankreich im Juli, Ende September herrscht in Indien der Monsun. Im November schneit es in der algerischen Wüste und im letzten Monat im Jahr kann man in Norwegen das Nordlicht bestaunen.
Ein wundervoll gestaltetes Buch mit stimmungsvollen, beeindruckenden Bilder und kleinen erklärenden Texten. Einige Naturereignisse kennen wir bereits, teilweise aus eigenen Anschauung, andere werden wir uns erstaunt anschauen. Ein Buch, das man immer wieder zu Hand nehmen wird und das uns so schön zeigt, wie die bunt unsere Welt ist.











