Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Island :
Von der Vergangenheit eingeholt
Neun Tage Wunder von Kristina Moninger
Bei "Neun Tage Wunder" geht es um die Geschichte von Anni, Ben und Lukas. Anni kommt eigentlich aus München, lebt aber mit Ben und dessen Tochter im Grundschulalter in Glückstadt. Da holt sie plötzlich ihre Vergangenheit ein, als sie das Plakat zur Vorstellung eines Bildbandes sieht, das ausgerechnet ihre ehemalige vermeintlich große Liebe aus München, Lukas zeigt, mit dem sie nach einem schicksalshaften Kennenlernen nur wenige Tage zusammen war, bis etwas passierte, was ihr Leben aus den Bahnen warf.
Was genau das war, erfährt man erst am Ende des Buches, sodass die Spannung lange erhalten bleibt. Ohne, dass Anni es mitbekommt, lernen nun Ben und Lukas sich kennen. Ben ist Schriftsteller und auf der Suche nach Stoff für seinen ersten Liebesroman, nachdem er bisher nur Krimis geschrieben hat. Da erzählt ihm ausgerechnet Lukas seine Geschichte einer unglücklichen Liebe.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Es handelt sich um einen modernen, nicht zu kitschigen Liebesroman mit sympathischen Protagonist:innen. Lange ist auch nicht vorhersehbar, was genau zwischen Anni und Lukas passiert sein könnte und wie alles ausgeht. Dazu trägt auch bei, dass aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird und man so nach und nach mehr Puzzleteile zusammensetzen kann. So kann man sich auch gut in alle Beteiligten hineinversetzen. Der Schreibstil war angenehm und es gab auch manchmal humorvolle Szenen. Ich habe das Hörbuch gehört und empfand die Sprecherin als gut ausgewählt, das Sprechtempo war angemessen und die Stimme zur Geschichte und ihren Personen passend.
Landleben heute
Alles büddn wild von Annemarie Paulsen
Annemarie Paulsen, um die 30, betreibt mit ihrem Mann einen Bauernhof mit neun Mitarbeitenden in Brandenburg, hat bereits vier Kinder und informiert als Influencerin darüber, wie das Landleben abseits aller Klischees wirklich aussieht. Nun hat sie all das in ein Buch gepackt.
Sie, die selbst aus einer bäuerlichen Großfamilie aus Schleswig Holstein stammt, hat sich nach einem Studium, das ihr durchaus auch andere Möglichkeiten geboten hätte, bewusst dafür entschieden, dass sie auf einem landwirtschaftlichen Betrieb arbeiten möchte und hat später mit ihrem Mann den Betrieb von dessen Eltern übernommen.
Im Buch erzählt sie nun einerseits verschiedene Anekdoten von ihrer Kindheit und Jugend auf dem Land, berichtet aber auch davon, welche Konsequenzen es hat, heute in so einem kleinen Dorf zu leben. Außerdem bringt sie dem Leser näher, welche Verantwortung auf den Schultern von ihr und ihrem Mann lastet und was ihnen teilweise Probleme bereitet.
Das alles erfolgt auf eine sympathische, zugleich informativ, aber auch humorvolle Art. So erfährt man aus erster Hand Dinge über die Landwirtschaft und das Landleben, die einem bisher so vielleicht noch nicht bewusst waren und erwirbt (neuen) Respekt vor dieser Arbeit.
Die dunklen Seiten der Pflegekind-Vermittlung
Im Namen der Barmherzigkeit,2 Audio-CD, 2 MP3 von Hera Lind
Seit einiger Zeit widmet sich Hera Lind, die man zuvor eher durch Liebesromane kannte, dem Verfassen von Romanen, die auf wahren Schicksalen beruhen, die ihr zugetragen wurden. Diese Geschichten sind meist mit sehr traumatischen Erlebnissen für die Protagonist:innen verbunden und keine leichte Kost.
Diesmal steht das Schicksal von Steffi im Mittelpunkt, deren Mutter sie in den 70er Jahren direkt nach der Geburt in Pflege gab, weil sie in einer außerehelichen Affäre gezeugt wurde. Mit knapp drei Jahren landet sie dann auf einem Bauernhof in der Steiermark als Pflegekind. Die Bauernfamilie nimmt regelmäßig neue Pflegekinder zusätzlich zu ihren leiblichen Kindern auf und genießt dadurch großes Ansehen. In Wirklichkeit geht es ihnen aber um das Geld vom Jugendamt und um die Arbeitskraft der Pflegekinder, die sie barfuß und extrem hart für sich schuften lassen. Die weiblichen Pflegekinder werden zudem noch vom Bauern aufs Brutalste missbraucht.
Diese Geschichte ist wahrlich keine leichte Kost, beruht aber leider auf Tatsachen und recht viele Pflegekinder egal ob in Deutschland oder Österreich, teilten dieses Schicksal, dass sie zumindest als billige Arbeitskräfte ausgebeutet und teilweise auch missbraucht wurden. Hera Lind hat recht wenig an den Tatsachen verändert und nur Kleinigkeiten so angepasst, dass es sich für einen Roman eignet. So wird das Leid, das diese Kinder erleben mussten, während die Behörden nichts mitbekamen oder sogar bewusst wegschauten, sehr eindrucksvoll. Wer bezüglich sexuellem Missbrauch eine eigene Geschichte hat oder empfindlich reagiert, sollte aber wissen, dass alles recht detailliert geschildert wird und eventuell triggern könnte. Ich habe das Hörbuch zum Roman gehört. Dabei wurde die Sprecherin passend gewählt und es fiel mir nicht schwer, der Handlung zu folgen.
Spannender Schweden-Krimi
Blutbuße von Viveca Sten
Im Bergdorf Åre im Norden Schwedens wird mitten in der Skisaison die Stockholmer Immobilienentwicklerin Charlotte Wretlind in ihrem Hotelzimmer erstochen aufgefunden. Hanna Ahlander und ihr Kollege Daniel Lindskog übernehmen den Fall. Es gibt anscheinend einen Zusammenhang zu einem verlassenen, ehemals sehr mondänen Hochgebirgshotel, das Charlotte Wretlind komplett neu aufbauen und wieder eröffnen wollte.
Bald gibt es aber noch eine weitere Tote.
Schon das Cover bringt einen in Stimmung für das winterliche Schweden. Hanna und Daniel als Ermittelnde kenne ich schon aus dem letzten Band und habe mich auf das Wiedersehen mit ihnen gefreut. Beide sind mir sehr sympathisch und ich mag es, wie auch immer wieder Privates in die Handlung einfließt, ohne, dass der eigentliche Fall zu sehr in den Hintergrund tritt. Die Auflösung der Mordfälle gestaltete sich recht lange spannend, indem zunächst falsche Fährten gelegt wurden. Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und auch Lokalkolorit war vorhanden und die Atmosphäre und die erschwerten Arbeitsbedingungen in dem recht abgelegenen Wintersportort wurde gut eingefangen. Gerne würde ich auch den nächsten Teil der Reihe lesen.
Familie verpflichtet
Vielleicht hat das Leben Besseres vor von Anne Gesthuysen
Der neue Roman von Anne Gesthuysen fügt sich hinsichtlich der Covergestaltung sehr gut in die Reihe ihrer bisherigen Romane ein, was Wiedererkennungswert bietet. Es gibt darin ein Wiedersehen mit der sympathischen, unkonventionellen Pfarrerin Anna und ihrer teils etwas schrulligen Familie. Ihrer Mutter und ihrer Schwester, für die ihr Adelstitel große Bedeutung hat, Annas Neffe Sascha, der aktuell bei ihr lebt und ihrer Großtante Ottilie Oymann, die mit über 90 Jahren noch einmal die große Liebe gefunden hat und Star des örtlichen Chors ist, der sich nicht allzu viele Gedanken darum macht, ob ein alter Schlager heutzutage noch als politisch korrekt gilt.
Alles spielt wieder in der kleinen Gemeinde Alpen am Niederrhein. Dort ist Raffaela, die jugendliche Tochter einer früheren Freundin von Annas Schwester bewusstlos an einem Wegesrand aufgefunden worden und liegt nun im Koma. Das Mädchen ist seit einem Unfall in ihrer frühesten Kindheit geistig behindert und der Ort rätselt nun, was genau vorgefallen ist und findet schnell Verdächtige.
Ich habe den Roman sehr gern gelesen. Anna ist mir mit ihrer Art, wie sie ihre Arbeit ausübt, mit den Standesdünkeln und leichten Schrulligkeiten ihrer Familie und den Gemeindemitgliedern umgeht, sehr sympathisch. Der Schreibstil der Autorin hat mir auch diesmal wieder sehr gut gefallen, ihr gelingt es, sehr anschaulich zu schreiben, sodass man sich gut in die Situation hineinversetzen kann und immer sehr passende Formulierungen zu finden. Es wird sehr gut deutlich, wie der folgenreiche Unfall in frühester Kindheit von Raffaela und die damit verbundenen Schuldgefühle ihrer Mutter die gesamte Familie für ihr weiteres Leben stark beeinflussen und verändern. Was die Auflösung des Falls angeht, blieb es lange spannend, weil bis zum Schluss unklar blieb, was nun hinter dem bewusstlosen Auffinden des Mädchens steckte. Ich denke, der Roman lässt sich auch sehr gut ohne Kenntnis des letzten Buches der Autorin lesen, allerdings schadet es auch nicht, dieses zu kennen, da man so einige Zusammenhänge noch besser versteht, auf die in der aktuellen Handlung Bezug genommen wird.
Der eigenen Angst entfliehen
Dem Sturm entgegen von Cecelia Ahern
Das Buch hat mein Interesse geweckt, weil mir die Autorin ein Begriff ist und auch die Farben der Covergestaltung haben mich angesprochen. Wie von der Autorin gewohnt, spielt alles in ihrer irischen Heimat, ein Schauplatz, den ich ebenfalls spannend finde.
Protagonistin ist die Ärztin Enya, die mit ihrem Mann eine Hausarztpraxis betreibt und einen Sohn im Teenageralter hat.
So richtig glücklich ist sie mit ihm aber nicht mehr, vieles an seinem Verhalten stört sie. Zudem erreicht sie in einigen Monaten das Alter, in dem ihre Mutter überraschend gestorben ist, das verunsichert sie ziemlich. Dann kommt es in einer stürmischen Nacht auf einer gebirgigen Landstraße zu einem Unfall mit einem Teenager, bei dem sie Erste Hilfe leistet. Das wirft sie endgültig aus der Bahn und sie verlässt Mann und Sohn, um eine Stelle in einer Landarztpraxis anzutreten, wo sie andere Gegebenheiten erwarten, als bisher in der Stadt, sie aber auch immer wieder von den Vorfällen in der jüngeren Vergangenheit eingeholt und auch an den Tod ihrer Mutter erinnert wird.
Die Geschichte um Enya war interessant zu lesen, ich konnte mich meist recht gut in sie hineinversetzen, auch wenn ich ihre Angst, im gleichen Alter wie ihre Mutter zu sterben, nicht so recht nachvollziehen konnte. Ansonsten ist Enya aber doch sehr Ärztin und kann mit Bräuchen und Aberglauben, wie sie im ländlichen Irland noch mehr verbreitet sind, ebenso wenig anfangen wie mit der katholischen Kirche und ihren Lehren. Die Geschichte enthielt einige unerwartete Wendungen, auch wenn ich manches doch schon ahnte. Der Schreibstil der Autorin war gewohnt gut verständlich und sehr anschaulich, sodass man sich gut an die Orte der Handlung versetzen konnte. Was die Sprecherin des Hörbuchs angeht, fand ich diese passend gewählt, das Tempo war aber fast etwas schnell, sodass man sich recht gut konzentrieren musste, um am Ball zu bleiben.
Krimi (nicht nur) für Camping Fans
Mord im Himmelreich von Andreas Winkelmann
"Mord im Himmelreich" ist der erste so genannte "Cozy Crime"-Roman von Andreas Winkelmann, der bisher durch seine Thriller bekannt ist. Beim "Himmelreich" handelt es sich um einen Campingplatz am Schwielowsee. Daher stimmt die Covergestaltung auch schon sehr gut auf den Schauplatz der Handlung ein.
Der ehemalige Schauspieler Björn Kupernikus ist gerade mit seinem liebevoll ausgebauten Oldtimer Wohnmobil auf dem Campingplatz Himmelreich angekommen, als er von der am Seeufer malenden Künstlerin Annabelle gebeten wird, einen Hund zu retten, der auf einem SUP auf dem See antreibt. Nachdem er das Board mühevoll ans Ufer gezogen hat, stellt sich heraus, dass eine Leiche daran festgeschnallt ist. Zusammen mit Annabelle, die im Ort lebt und so ziemlich jede:n dort kennt, begibt sich auch Kupernikus, der gerne einmal die Rolle eines Tatort Kommissars übernommen hätte, auf die Suche nach dem Täter.
Andreas Winkelmann ist es sehr gut gelungen, die Atmosphäre auf dem Campingplatz und manche Eigenheiten von Wohnmobilen und deren Besitzern einzufangen. So kann man sich auch als Leser:in mit wenig bis gar keiner Campingerfahrung gut an den Ort der Handlung versetzen. Auch die Aufklärung des Falles gestaltet sich als recht spannend. Die beiden Hauptpersonen waren für mich aber nicht so recht die Identifikationsfiguren, in die ich mich gut hineinversetzen konnte. Insbesondere Annabelle war mir etwas zu gut gelaunt, aber das ist sicher Geschmackssache. Insbesondere Campingfans werden sicher viel Freude an diesem nicht besonders blutigen Krimi im Campingmilieu haben.
Spurensuche auf Island
Die Wildblütentochter von Tessa Collins
Es handelt sich hier um den zweiten Teil einer Reihe um junge Frauen einer englischen Familie, die alle nach einer bestimmten Wildblume benannt sind und alten Familiengeheimnissen auf der Spur sind. Die Bände können aber auch recht gut unabhängig voneinander gelesen werden, da sie in sich abgeschlossen sind und immer eine andere Protagonistin im Mittelpunkt steht.
Diesmal ist es die erfolgreiche Sängerin Soley, die mit ihrer Karriere hadert.
Soley steckt gerade in einer Krise und fühlt sich mit dem, was sie auf den großen Bühnen bietet, nicht mehr wohl, obwohl sie viel Geld damit verdient. Nach dem Tod ihrer Großmutter Rose taucht ein Ölgemälde einer Frau auf, die aussieht wie sie. Sie möchte wissen, wer das genau ist. Nachdem ihr Vater, der mit seiner Familie auf Island gebrochen hat, wenig auskunftswillig ist, reist Soley selbst dorthin und nimmt Kontakt zu ihren bisher unbekannten Verwandten dort auf und erfährt so nach und nach mehr über die Familiengeschichte der Vorfahren ihres Vaters. Und auch ansonsten lassen sie das Land und bestimmte Bewohner nicht kalt.
Mein Interesse für diesen Roman war direkt geweckt, weil ich selbst schon auf der Ringstraße um Island gereist bin und das Land sehr faszinierend finde. Und so habe ich in den Beschreibungen der Autorin auch vieles wiedererkannt, was mich damals beeindruckt hat und Erinnerungen an die schöne Reise kamen hoch. Eine gute Dosis Lokalkolorit, die Lust auf eine (erneute) Reise dorthin macht, ist also definitiv vorhanden. Die Handlung hat mir auch recht gut gefallen, die beiden Protagonist:innen sind mir sympathisch und ich fand es insbesondere interessant, mehr über Island zur Zeit des Zweiten Weltkriegs zu erfahren, als Soley sich auf Spurensuche die Vergangenheit ihrer Familie und die Person auf dem Bild betreffend, begeben hat. Der Schreibstil der Autorin war gut lesbar und recht anschaulich, sodass man sich gut an die Handlungsorte versetzen konnte.
Coco Chanels steiniger Weg zur Mode-Ikone
Coco und die Revolution der Mode von Lena Johannson
Coco Chanel ist wahrscheinlich jeder Frau und auch fast jedem Mann in der westlichen Welt ein Begriff. Wie genau sie es geschafft hat, zur Mode-Ikone zu werden und wie steinig der Weg bis dorthin war, ist aber wahrscheinlich den wenigsten ein Begriff.
Geboren wurde sie als Gabrielle Chanel, ihr Spitzname Coco stammt aus der Zeit, als sie sich als mäßig talentierte Sängerin etwas dazu verdiente.
Das Geld war in ihrer Jugend nämlich immer knapp, ihre Mutter starb früh, der Vater ließ sie und ihre Geschwister im Stich. Und auch im jungen Erwachsenenalter musste Gabrielle sich mit schlecht bezahlten Jobs über Wasser halten, bis sie mit Boy Capel einen wohlhabenden Unterstützer findet, der an sie und ihr Talent glaubt.
Die Covergestaltung passt sehr gut zu diesem Roman und sie weist zudem einen ähnlichen Stil auf wie die anderen Bücher der Reihe um bekannte Frauen der (Zeit)Geschichte, was für Wiedererkennungswert sorgt. Ich fand es sehr interessant, mehr über die Person Coco Chanel und all die Hürden zu erfahren, die sie zu bewältigen hatte. Auch über ihre Art an alles heranzugehen und das Lebensgefühl damals erfährt man einiges. Der Schreibstil war gut lesbar, manche Passagen hätten aber auch etwas kürzer ausfallen können, ohne Wesentliches zu vernachlässigen.
Zusammenhalt
Wohnverwandtschaften von Isabel Bogdan
Bei Isabel Bogdans neuem Roman hat insbesondere der Titel mit dem Wortspiel direkt mein Interesse geweckt. Das Cover hat mich dagegen nicht sofort angesprochen. Wie der Titel schon vermuten lässt, steht eine Wohngemeinschaft im Mittelpunkt der Handlung.
Murat und Anke wohnen schon seit mehreren Jahren mit in der Wohnung, in der fast 70-jährige Jörg zuvor mit seiner verstorbenen Frau und seinem mittlerweile erwachsenen Sohn lebte.
Anke ist um die 50 und hadert damit, als Schauspielerin kaum noch Engagements zu bekommen. Der etwas jüngere Murat liebt das Kochen und scheint immer tiefenentspannt zu sein. Zahnärztin Constanze zieht nach der Trennung von ihrem Freund ebenfalls in die WG, weil Jörg durch die Vermietung eines weiteren Zimmers seine Reise mit seinem alten Bulli durch Georgien finanzieren will. Besonders Anke weiß zunächst nicht so recht, was sie von der neuen Konstellation in der WG halten soll. Aber dann beginnt Jörg plötzlich geistig abzubauen und vergesslich zu werden und seine Mitbewohner:innen müssen sich klar darüber werden, wie es nun mit ihrer Wohngemeinschaft weitergehen soll.
In dem Roman geht es einerseits um das Zusammenleben in dieser doch eher ungewöhnlichen WG, das oft auch recht humorvoll geschildert wird. Mit der Zeit rückt die ernsthafte Thematik mit Jörgs recht schnell fortschreitender Demenz aber mehr und mehr in den Vordergrund und alle müssen sich klar werden, ob sie mehr als nur eine Zweck-WG sind oder ob sie Verantwortung für ihren ältesten Bewohner übernehmen wollen. Durch den recht ungewöhnlichen Schreibstil aus der Perspektive der verschiedenen Beteiligten und immer wieder sogar über längere Passagen im Dialogstil kann man sich sehr gut in die Protagonist:innen hineinversetzen. Auch das Fortschreiten von Jörgs Demenz wird von Isabel Bogdan sehr authentisch geschildert.
Durch die vielen Dialoge und die verschiedenen Erzählperspektiven ist das Hörbuch zum Roman phasenweise schon viel mehr ein Hörspiel. Die Sprecherrollen dafür wurden sehr hochkarätig mit einigen recht bekannten deutschen Schauspielern besetzt, deren Stimmen gut zu den von ihnen gesprochenen Personen passen.











