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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anno:

Zwischen Liebe und Verlust

Northern-Hearts-Reihe, Band 1 - Somebody to Love. von Rebekka Weiler

Freya hat auch nach vielen Monaten noch nicht den Verlust des Freundes überwunden. Doch es ist nicht nur sein Tod der sie quält, sondern auch diese Ungewissheit darüber ob sie ihn je wirklich gekannt hatte. Zu seltsam schienen ihr die Umstände. Als sie jedoch durch Zufall auf den versteckten Laptop Hendricks stößt, wühlt es sie auf.

Jedoch wird sie auch von einem plötzlichen Aktionismus gepackt, denn mit dem Passwort scheinen die Antworten auf die Fragen die sie quälen, plötzlich ganz nah. Mit diesem Computer aber stolpert auch Hendricks Bruder Emil wieder zurück in ihr Leben und bringt neue Probleme mit sich- gesellschaftliche, wie auch seelische.

Sehr feinfühlig wird hier eine Geschichte über Verlust, Trauer und Liebe erzählt. Das daraus resultierende Gefühlschaos wird ohne Pathos, ohne Kitsch, beschrieben und wirkt dadurch sehr real und vielschichtig. Verstärkt wird dieser Umstand auch durch die Nutzung verschiedener Blickwinkel und das Einfügen von Anekdoten aus dem Leben der Drillinge. Interessant ist auch, wie unterschiedlich die Angehörigen mit ihrem Verlust umgehen, wie sie agieren und reagieren und in ihrem Schmerz gefangen wirken. Nicht verwunderlich ist daher, dass Hendricks Schicksal wesentlicher Bestandteil des Buches ist und bis zum Ende auch bleibt, ohne aber von mir als störend wahrgenommen zu werden. Freyas und Emils aufkeimenden Gefühle füreinander werden dadurch in eher leisen, gemächlichen, aber dadurch sehr authentischen und gefühlvollen Worten erzählt. Ihre Geschichte hat mich rasch für sie eingenommen und mein Herz erreicht. Wunderschön und für ein Jugendroman erstaunlich realitätsnah. Toll!

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Lesenswert, jedoch nicht sehr praxisorientiert

REMIND Dein Gehirn kann viel mehr, als du glaubst von Yvonne Diewald

In diesem Buch nimmt die Autorin uns mit auf ihre Erfahrungsreise. Sie erzählt von der eigenen Vergangenheit, von Schicksalsschlägen und Erlebnissen. Und von ihren Schlussfolgerungen und medizinischen Erkenntnissen zum Thema Gehirnforschung. Dabei nutzt sie einen äußerst interessanten und gut verständlichen Schreibstil, dem sich gut folgen lässt und sehr nahbar und authentisch wirkt.

Mithilfe zahlreicher Anekdoten wird das Thema zudem vertieft und sehr gut umschrieben.
Eine wirkliche Anleitung zur Änderung negativer Verhaltensmuster fehlte mir jedoch, denn die enthaltenen Übungen zielen vielmehr darauf ab die eigene Situation zu reflektieren. Hiermit lässt sich war der IST-Zustand sehr gut festhalten, doch folgt die Autorin auch dem im Buch niedergeschriebenen Rat ihres Vaters und lässt den Leser seinen Weg selbst finden und wählen. Ob dies jedoch in einem Ratgeber, der ja darauf abzielt Informationen zu geben und Hilfestellung zu leisten, die meiste Methode ist, sei dahingestellt.
Ich jedenfalls hätte mir hier mehr Unterstützung gewünscht.

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Spannend, wirkt aber konstruiert

Die Dämmerung von Marc Raabe

Dieses Buch kommt mit sehr wenigen Protagonisten aus, die dem Leser auch schon aus „der Borgen“ bekannt sind. Auch die Handlung baut, wenn auch beide Bücher angeschlossene Fälle enthalten aufeinander auf, so dass ich dennoch das Lesen in chronologischer Reihenfolge empfehlen würde.
Im zweiten Fall von Art Mayer und Nele Tschaikowski wird eine Frau ermordet und seltsam arrangiert im Wald aufgefunden.

Schnell fällt der Verdacht auf deren Tochter. Doch obwohl vieles für deren Schuld spricht recherchiert und ermittelt Art weiter und deckt dabei erstaunliches auf.
Neben dem Hauptstrang, der sich der Aufklärung des Falles widmet existiert ein weiterer in Form von Audioaufzeichnungen, deren Zusammenhang mit der Gegenwart erst nach und nach enthält werden.
Ganz so begeistert wie vom Band 1 bin ich von diesem Nachfolgeband jedoch nicht. Während ich im Buch zuvor Arts Vergangenheit noch als interessant und spannend empfand, wirkte sie nun auf mich mehr und mehr konstruiert und unglaubwürdig. Kann es so viel Zufall denn geben? Mich konnte dies leider nicht überzeugen.

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Langatmig

Das Schweigen des Wassers von Susanne Tägder

Langatmig und mit flacher Spannungskurve wird hier ein Geschehen geschildert, welches mich bis zuletzt nicht so recht fesseln konnte. Zwar sind die Charaktere schön ausgearbeitet und auch die Handlung und die polizeilichen Ermittlungen sind gut nachvollziehbar, doch der Funke sprang bei mir einfach nicht über.

Wodurch mir auch das Schicksal des Bootsverleihers und einiger weiterer Personen eher kalt lies.
Angezogen vom recht auffälligen Cover hat mich dieses Krimi-Debüt von Susanne Tädger letztendlich doch sehr enttäuscht. Schreibstil und Genre harmonieren in meinen Augen nicht sehr gut miteinander. Und auch die interessante Buchbeschreibung verspricht mehr, als die Handlung letztlich hergibt. Interessant fand ich allein den gewählten Zeitpunkt der Handlung um 1980 und den spürbaren Einfluss der DDR auf das Geschehen.

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Karl

25 letzte Sommer von Stephan Schäfer

‚25 letzte Sommer‘ ist eine unglaublich lebenskluge und warmherzige Erzählung zweier Männer die zufällig aufeinandertreffen. Der eine entspricht dem, heute leider üblich gewordenen Bild eines Menschen- dank neuer Medien ständig präsent, überarbeitet, sich aus dem Blick verlierend und dem Leser dabei seltsam vertraut wirkend.

Der andere jedoch ließ eine tiefe Sehnsucht in mir erklingen. Seine Lebenserfahrung und die offene, lebensbejahende und in sich ruhende Art steht hier im krassen Kontrast zum Erzähler. Dies unterstreichend ist der Stil des Buches ruhig, jedoch auch sehr interessant. Ein Sog, den man sich nur schwer entziehen kann. Man versetzt sich ganz intuitiv in die Position des Erzählers und erlebt und fühlt mit ihm, öffnet dabei auch sich selbst und beginnt zu hinterfragen. Wundervoll und tief bewegend. Ein Buch, dass in mir Wellen schlug, die noch lange spürbar sein werden. Danke dafür!

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Habe etwas anderes erwartet

Und Großvater atmete mit den Wellen von Trude Teige

Vorab möchte ich erwähnen, dass ich nur wenig wissen über den damals wütenden Krieg um Java besitze. Daher empfand ich es als durchaus interessant davon zu lesen, wobei jedoch aus dem Blickwinkel von Kriegsgefangenen erzählt wird und sich dieser hauptsächlich auf die Gefangenenlager beschränkt.

Trotz des düsteren, bedrückenden Themas aber zog sich die Handlung stellenweise sehr und wirkte teilweise sogar etwas oberflächlich und skurril. Umstände, wie zum Beispiel, dass jemand in Armut Schuhe oder Mäntel wegen deren Aussehens ablehnen könnte, sind mir schlechtweg unbegreiflich und ließen mich leider mehr und mehr Abstand vom Schicksal der Menschen nehmen. „Und Großvater atmete mit den Wellen“ hörte ich als Audio aufgrund der positiven Stimmen des mir unbekannten ersten Bandes, Verständnisprobleme blieben jedoch aus. Yara Blümels Artikulation entspricht zwar nicht meinen Vorlieben, sie liest mir etwas zu langsam und lässt mich die Emotionen der Charaktere auch nur schwer erfassen, dennoch liest sie angenehm und melodisch. Letztendlich aber konnte mich dieser Roman nicht überzeugen, so dass ich zukünftig Anstand von Büchern und Hörbüchern dieser Autorin nehmen werde.

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Unausgereift

Dragon Girls - Azmina, der Golddrache von Maddy Mara

Angezogen vom tollen Cover dieses Hörbuchs hatten wir mit einem starken, turbulenten und phantastischem Abenteuer gerechnet, welches sich vornehmlich an Mädchen richtet. Wenigstens letzteres ist definitiv der Fall, denn es glitzert an allen Ecken und Enden- bei jeder Bewegung, bei jedem Nieser. Selbst meinem Kind war dies irgendwann zu viel des Guten.

Die Geschichte an sich gibt jedoch auch nicht viel her. Sie ist sehr simpel, geradlinig und voller Sinnlosigkeiten in der Handlung.
Der anfangs vielversprechend wirkende Hintergrund um Azminas Umzug und Neuanfang ist kaum Bestandteil der Handlung. Sie und die beiden anderen Dragon Girls verwandeln und finden sich und sind plötzlich beste Freundinnen, die eine Mission zu bestreiten haben. Und genauso unvermittelt und rasch wie deren Zusammenschluss werden auch die Hindernisse auf ihrem Weg überwunden. Spannung kommt dadurch wenig auf, aber auch Ungereimtheiten und Seltsamkeiten dämpften das Hörvergnügen. Der Sinn der Bienenprüfung wurde uns bis zuletzt nicht klar, genauso wieso Azmina, anfangs schüchtern, sich so sehr wandelt und warum sich die Fähigkeiten der Drachen je nach Situation verändern.

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Nicht so meins…

Mein ziemlich seltsamer Freund Walter von Sibylle Berg

Ich weiß nicht so recht was ich von diesem Buch halten soll. Vielleicht hab ich mir von ihm zu viel versprochen und mir insgeheim, auch oder besonders weil es sich an Kinder richtet, etwas tiefsinnigeres gewünscht. Etwas, dass Kinder in ähnlichen Situationen wie Lisas vielleicht helfen könnte damit umzugehen.

Doch leider ist dem nicht so.
Walter kommt von einem anderen Planeten und obwohl die Menschen ihm völlig unbekannt sind, versteht er Lisas Probleme besser als sie selbst. Er nimmt sie bei der Hand und weist sie an. Doch all dies geschieht auf eine sehr simple und oberflächliche Art, wodurch ich die Geschichte leider nur wenig ernst nehmen konnte. Ob Walter oder Lisa, beide Figuren agierten und sprachen in meinen Augen nicht authentisch und mit beiden wurde ich enttäuschender Weise auch nicht warm. Wo ist den die Wärme, die dem fremden Planet und seinen Bewohnern innewohnt? Ich spüre sie kaum! Die Handlung wirkte seltsam zusammengestückelt, bruchstück- und sprunghaft. Probleme lösen sich zu rasch und einfach und der Prozess selbst wird dabei nur wenig beleuchtet. Selbst die Illustrationen hauten mich nicht gerade vom Hocker und ich frage mich, nun, da ich dieses Buch gelesen habe, was es denn wirklich bezwecken sollte und wollte.

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Geht unter die Haut

You'd be Home Now von Kathleen Glasgow

Obwohl ich keinerlei ähnliche Erfahrungen wie die Autorin oder auch die Protagonisten jemals selbst erleben und machen musste, ging mir dieses Hörbuch gehörig an die Nieren. Wobei mir weniger der, nicht zu unterschätzende Drogenkonsum oder Emmys Traumata und Erlebnisse zugesetzt hatten, sondern vielmehr die Gefühlskälte des Elternhauses.

Mir ist bewusst plötzlich geworden, dass dies ein zwischenzeitlich sehr alltägliches Bild von Familien zeigt und was ein solches Leben in einem heranwachsenden Menschen anrichten und auslösen kann. Ich bin selbst Mama und gehöre nicht mehr der vorrangig angesprochenen Zielgruppe dieses Hörbuchs an. Doch, es hat mich tief erschüttert- auf eine sehr emotionale und tiefe Weise, die mir noch immer nachgeht und die mich immer wieder das Hörbuch unterbrechen lies.
Ich hätte mir auch diesbezüglich eine Triggerwarnung vorab gewünscht.

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Mutmachend

Als Ela das All eroberte von Raúl Krauthausen; Adina Hermann

Schaut euch mal das Cover genau an. Ist euch denn sofort aufgefallen, dass die Austronautin im Rollstuhl sitzend schwebt? Mir nicht. Doch warum benötigt Ela einen Rollstuhl? Dies wird tatsächlich nicht so ganz klar- muss es aber auch nicht. Mit der körperlichen Beeinträchtigung der Protagonistin Ela wird in dieser Geschichte sehr achtsam umgegangen.

Sie agiert ganz selbstverständlich und dies zeigt in meinen Augen deutlich wie gut sie integriert ist. Kinder machen weit weniger Aufhebens darum, wie Erwachsene es manchmal tun. Auch Ela und ihr Freund Ben lassen sich nicht von vermeidlichen Hindernissen und „wohlmeinenden“ Nachbarinnen abhalten und hecken nach einem Besuch im Planetarium einen 8-Stufen-Plan aus um Ela auf ihr künftiges Leben als Astronautin vorzubereiten. Kreativ gehen die beiden Kinder gemeinsam jede ihrer selbst ausgedachten Tests an und zeigen dabei, dass mit Freundschaft, Mut und Selbstvertrauen alles zu schaffen ist.
Dr. Insa Thiele-Eich, selbst Astronauten-Anwärterin steuerte für diese Geschichte viele interessante und spannende Fakten rund um das All bei, die in die Geschichte eingewoben präsentiert und in einem Glossar am Ende des Buches nochmal näher thematisiert werden. Doch auch die Position der Frauen in dieser noch sehr männerdominierten Domäne wird durchleuchtet. Neben sich ändernden Vorschriften werden z.B. auch Frauen vorgestellt, die trotz ihrer Beteiligung an berühmten Raumfahrten oder/und verantwortungsvollen Aufgaben, den meisten wohl unbekannt sein werden.
Gut, dass sich dies mehr und mehr ändert und zukünftig weder Geschlecht noch körperliche Beeinträchtigungen für die Laufbahn ausschlaggebend sein werden.

Die Ganzheitlichkeit dieser Geschichte gefiel mir unglaublich gut! Der Grundtenor ist durchweg positiv. Und obwohl die Benachteiligungen klar angesprochen wurden, überwiegt Freundschaft und Mut. Toll!

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