Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anno:
Logisch
Mit Nachsicht von Sina Haghiri
Wie erlange ich mehr Gelassenheit, mehr Nachsicht in meinem Leben? Mit dieser Frage beschäftigte ich mich während der Lektüre dieses Buches. Doch bevor es auf die, für mich interessanteren, weil persönlicheren, Aspekte des Themas einging, beschäftigte es sich mit der Analyse bekannter Studien aus Psychologie und Psychoanalyse und leitete somit die Hintergründe für unser negativ gestimmtes Menschenbild her.
Aber auch evolutionäre und körperliche Gründe für unsere Skepsis am Mitmenschen, sowie der Einfluss sozialer Medien wurden aufgezeigt. Erst zur Mitte des Buches änderte sich langsam die Sichtweise und wurde persönlicher. Mit realen Beispielen aus der Praxis des Autors, sowie aus Film und Sport wurde dem Leser das Verhalten durch eine Veränderung des Blickwinkels erklärt, um dadurch Verständnis und letztendlich Nachsicht zu erzeugen. Wie aber man selbst sein Verhalten ändern kann, wird letztendlich recht rasch abgehandelt und enthielt kaum Neues. Die Schlussfolgerungen klingen logisch, können aber auch gut mit Hilfe des eigenen Menschenverstandes hergeleitet werden. Daher unterhielt mich dieses Buch zwar gut, aber in meinen Bemühungen brachte es mich kaum weiter.
Oberflächlich
The Summer of Broken Rules von K. L. Walther
Ein seltsames Buch, welches sich fast ausschließlich auf ein Spiel bezieht, welches zu Ehren der verstorbenen Schwester neu ins Leben gerufen wurde. Killer. Während alle versuchen sich mehr oder weniger trickreich mit Wasserpistolen zu „beseitigen“, kommen sich Meredith und Wit, der Bruder des Bräutigams näher.
Durch dieses Spieles lernt man jede Menge Mitglieder der Familie Fox kennen, was teilweise recht verwirrend werden kann. Das Buch beschäftigt sich jedoch auch nebenbei mit dem letzten Tag von Merediths verunglückter Schwester, deren Tod sie immer noch beschäftigt. Eine wirkliche und tiefsitzende Trauer vermisste ich dabei jedoch. Alles wird überschattet vom überall präsenten Spiel, der gegenseitigen Anziehungskraft beider Protagonisten und die daraufhin folgende Hochzeit. Nein, warm wurde ich damit leider nicht. Weder konnte ich mich in die Handlung hineinversetzen, noch mich mich mit Meredith identifizieren. Mir war es einfach zu oberflächlich und seicht.
Familiendrama
Meeresfriedhof von Aslak Nore
Da dieses Buch als Thriller deklariert wurde, hatte ich Erwartungen an die Handlung, die diese leider nicht erfüllen konnte. Über viele Seiten erstreckt sich hier vielmehr ein Familiendrama, deren verborgenen Geheimnisse in Form eines verlorenen Testament und Skriptes auf den Grund gegangen wird und sich auf den Untergang eines Hurtigurten-Schiffes konzentriert.
Die Recherchen dazu und auch der Aufbau der Handlung sind durchaus logisch, jedoch auch langatmig und dank der vielen Familienmitgliedern eher verwirrend. Nach und nach verlor ich dadurch leider immer mehr das Interesse an der Geschichte der Familie Falck. Ja, mir wurde sie irgendwann zu umständlich und sperrig. Es zog sich teilweise sehr und auch der, für Thriller übliche Nervenkitzel oder Spannung konnte ich in Verlauf des Buches leider nicht feststellen. Schade.
Medusa
Das Echo der Gezeiten von Rebekka Frank
Dieser Roman befasst sich mit dem Schicksal zweier Frauen ganz unterschiedlicher Epochen. Beide Zeitstränge sind dabei auf ganz unterschiedliche Weise äußerst interessant, wobei keine der Handlungen zu Gunsten der anderen vernachlässigt wurde. Lange Zeit blieb offen welchen Bezug beide Zeitebenen zueinander haben.
Klar ist zwar, dass ein versunkenes Schiff Bindeglied von Nes und Tillas Geschichte bildet, wie oder warum es jedoch verunglückte blieb lange unklar. Stattdessen begibt sich der Leser mit Nes auf eine abenteuerliche Suche nach verschwundenen Kindern, während, die einige hundert Jahre später lebende Tilla ihre Leidenschaft fürs Tauchen entwickelt, eine akademische Laufbahn in Früh- und Vorgeschichte anstrebt und sich in einer patriarchalischen Ordnung behaupten lernen muss.
Beide Handlungsstränge habe ich mit Spannung verfolgt. Die unterschiedlichen Zeiten und Charaktere wurden wunderbar herausgearbeitet, wobei auch deren Werdegang und Denkweise beeinflussenden Ereignisse geschickt in die Geschichte eingewebt wurden. Die Handlungweisen der beiden Protagonistinnen wurden dadurch gut nachvollziehbar und glaubhaft. Auch wurden viele weitere, sehr interessante Themen darin verarbeitet. Historische Begebenheiten wurden frei verändert und dienten als Grundlage für diesen Roman (mehr dazu im Anhang des Buches). Daraus entstand sowohl eine eher düster wirkende Schilderung einer Epoche, deren Zeitgenossen voller Abneigung dem Leben der Beginen gegenüberstehen und angestachelt durch ein grausames Verbrechen in ihnen die Schuldigen suchen. Aber auch die Archäologie, das Tauchen, und das Patriarchat in der Wissenschaft mit dem daraus resultierenden Problemen für Frauen wurde äußerst interessant und vor allem sehr glaubhaft wiedergegeben. Einzig die Taucherei wurde mir (aber scheinbar war dies in dieser Zeit so üblich) sehr leichtsinnig dargestellt und praktiziert. Hier scheint aus Unglücken kaum Fazit gezogen zu und immer wieder heikle Situationen heraufbeschworen zu werden.
Mir hat dieses Werk sehr gut gefallen. Ich habe mit Spannung und Freude das Leben der Frauen verfolgt, konnte mich gut mit ihnen identifizieren und habe mich problemlos zwischen den verschiedenen Zeitebenen zurecht gefunden.
Ein ganz tolles Buch, welches ich nur wärmstens empfehlen kann.
Kultur statt Cosy
Die Spaghetti-vongole-Tagebücher von Stefan Maiwald
Ein wunderschönes, sehr hochwertig in bedrucktes Leinen gebundene Buch, welches ich zu den Präsentbüchern zählen würde. Zielgruppe sind Italien affine Menschen mit Kenntnis der dortigen Kultur, ihrer prominenten Persönlichkeiten und einer Vorliebe für die dortige Landesküche.
Da mir jedoch außer Letzterem fremd war und ist, hatte ich Schwierigkeiten der Handlung zu folgen, welche aus vielen einzelnen lose aneinandergereihten Anekdoten der Fahrt von Venedig nach Triest besteht.
Viele der angesprochenen Persönlichkeiten sagten mir nichts, so dass mir Hintergründe und Zusammenhänge nicht klar wurden. Auch fehlte mir der Rote Faden, der für mich nur als Lesebändchen sichtbar war. Mir fehlte neben all den Genüssen eine familiäre und zwischenmenschliche, vielleicht auch humorvolle Ebene, welche mir dieses Buch und seine Geschichte hätte greifbar und begreifbar werden lassen.
Aus dem Leben gegriffen
Mühlensommer von Martina Bogdahn
Mühlensommer erzählt vom einfachen Leben auf dem Lande ohne dieses zu verklären. Das Buch berichtet von Entbehrung und harter Arbeit, von Kindheitserlebnissen, Freude Zusammenhalt und Zwist, von Familie, von Flucht und Rückkehr.
Das Hörbuch dieses Romans wird von der Autorin selbst gelesen. Ihrer Stimme lässt sich gut folgen, sie spricht gut akzentuiert und wirkt authentisch.
Allein die Zeitstränge könnten besser voneinander getrennt wiedergegeben werden.
Ich konnte mich mich während des Hörend wunderbar in die Kindheitserinnerungen Marias hineinversetzen, verstand jedoch auch den inneren Konflikt Marias in der Gegenwart sehr gut. Auch gefiel mir, wie die Erinnerungen an schlechtere Zeiten dennoch durchdrungen sind von humorvollen Anekdoten. Nur den landwirtschaftlichen Tätigkeiten wurde teilweise etwas viel Aufmerksamkeit geschenkt, was aber nachvollziehbar ist, da diese auch eine große Bedeutung im Leben dieser Familie hatte. All dies wirkte auf mich unglaublich realistisch und aus dem Leben gegriffen, jedoch auch voller Gefühl. Manch einer könnte jedoch von detaillierten Beschreibungen, wie die einer Schlachtung vielleicht Anstoß nehmen.
Schleimtastisch!
Schwapp, der Geheimschleim - Der große Schleimassel - von Tina Schilp
Blauen Glitzerschleim zu hüten kann super lustig, aber auch sehr anstrengend sein. Denn Lous und Lukas‘ allerletzter, selbst hergestellter Schleim -eigentlich haben sie ja Schleimverbot- ist anders als all die anderen Schleime: ER lebt, redet und hat eine ganze Menge Unfug im Kopf, der die Geschwister ein ums andere Mal ganz schön in Bedrängnis bringt.
Echt lustig! Und schleimig gut!
Die Schrift des Buches ist angenehm groß und auch die Sprache entsprechend gewählt, dass Kinder sie gut lesen können. Zudem spricht Schwapp mit einem Sprachfehler, der zu genauen Lesen animiert und von uns nicht als störend empfunden wurde. Vielmehr entwickelt er eine angenehme Komik, die sowohl mir als auch dem Kind sehr gut gefiel. Die Handlung selbst steckt voller Schwapp-Energie, enthält aber auch verschiedene Elemente wie Zusammenhalt, Freundschaft, Schulalltag und Zwist. Schön ist auch wie sich letztendlich alles fügt und Schwapp in vielen die Liebe zu Schleim entfachen kann. Also Vorsicht! Dies könnte auch beim eigenen Nachwuchs zutreffen. Daher sind im Buch auch Rezepte für den eigenen Schleim zu finden. Perfekt!
Konnte mich nicht abholen
Vengeance von Ruby Braun
Von klein auf wurde Nemesis für Academy of Dream Analysis in Finnland vorbereitet. Hier werden Mitglieder von traumgeborenen Familien ausgebildet um das Weltgeschehen zu beeinflussen. Doch Nemesis eigentlicher Abtrieb ist ein anderer: Sie ist hier um den Tod ihres Bruders zu rächen.
So interessant die Buchbeschreibung auch klingen mag, mich konnte die Handlung nicht überzeugen.
Man hatte dauerhaft das Gefühl der Geschichte hinterherzuhinken und es fehlte einfach auch an Informationen um der Handlung adäquat folgen zu können. Viel zu theoretisch wird man ans Thema herangeführt und die viele Namen und zusammenhanglosen Fakten verwirren anfangs sehr. Dazu wurden Szenenbeschreibungen, vielleicht um die eigene Phantasie anzuregen, aufs Nötigste reduziert. Leider jedoch hatte es bei mir den gegenteiligen Effekt, der dazu führte, dass ich mir kein Bild vom Geschehen machen konnte. Dazu hatte ich das Gefühl mich mit jedem Kapitel wieder neu orientieren zu müssen, was mich mehr aus der Handlung riss als, dass dies Spannung erzeugte. Ja, die Geschichte verselbstständigte sich einfach nicht. Ich las ohne mich in die Handlung hineinversetzen zu können und Charaktere, Situationen und Handlungen blieben mir fremd. Auch wird potentiell problematisches Verhalten verschiedenster Art romantisiert dargestellt ohne sich kritisch damit auseinanderzusetzen. Auch Triggerwarnungen diesbezüglich fehlen.
Schade, ich hatte mir so viel von diesem Buch erhofft, doch erfüllt haben sich meine Wünsche und Erwartungen leider nicht.
Alles easy mit Isy
Ist doch Isy!, Band 2 - Von Lampenfieber, leckeren Rezepten und meinem Lieblingssong von Annette Neubauer
In Isys Schule wird ein Fest organisiert um Spenden für einen Schulgarten zu sammeln. In Gruppen bereiten die Kinder Aktionen und Dinge vor, doch weil Isy sich mal wieder verspätete, wird sie nicht mit ihren Freunden eingeteilt. Doch so schlimm wie anfangs befürchtet wird es gar nicht. Nur, was ist plötzlich mit ihren Freunden los? Meiden sie sie?
In diese locker leichte Schulgeschichte sind die verschiedensten DIY‘s eingewoben, die direkt mit der Handlung Zusammenhängen.
Zusätzlich werden die dazugehörigen Anleitungen mit Illustrationen und kurzen Texten dargestellt und erklärt. Allesamt empfinde ich als einfach umzusetzen. Auch findet sich das dafür benötigte Material wohl fast in jedem Haushalt. Toll! So kann sofort losgelegt werden! Die Ideen sind auch sehr ansprechend und reichen dieses Mal von Handlettering über Backrezepten bis zu Batikshirts. Aber auch die Handlung wirkt wie mitten aus dem Leben einer Schülerin. Sie greift dabei typische Themen auf, handelt diese jedoch locker und ohne Theatralik an. Mir gefällt dies!
Seltsam
Der Nachtläufer Eddie Feber von Karin Fossum
Der Nachtläufer besitzt eines dieser Cover, die mich magisch anziehen und Spannung und Nervenkitzel erwarten lassen. Sein nordischer Charakter ist darauf sehr gut zu erkennen und trifft damit genau meinen Geschmack. Und so hatte ich vorab schon eine gewisse Erwartung an dieses Hörbuch, welches dieses letztendlich aber nicht erfüllen konnte.
Zu Anfang benötigte ich erstaunlich lange um in die Geschichte hineinzufinden. Der Sprecher sprach mir zu langsam, zwar gut intoniert, aber irgendwie auch langweilig, wodurch nur wenig Spannung aufkam und ich teilweise sogar Probleme hatte mich auf das Geschehen zu konzentrieren. Feinheiten gingen so verloren und Wiederholungen von einzelnen Passagen waren immer wieder nötig.
Auch die Handlung selbst war nicht, das was ich erwartet hatte, zog sich teilweise sehr, mir fehlte Spannung aber auch eine klare Ausrichtung. Der kinderreiche Kommissar war mir selbst zwar sympathisch, der Täter blieb jedoch seltsam diffus in seinem Verhalten. Warum er so handelte, konnte ich bis zum Schluss nicht so ganz begreifen. Schade.











