Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nishi93:
Viele gute Ansätze und Strategien für stachlige Begegnungen
Stachlige Eltern und Schwiegereltern von Jörg Berger
Stachlige Eltern und Schwiegereltern - Wer kennt sie nicht? Daher hat mich der Titel des Buchs gleich angesprochen, die Sukkulenten auf dem Cover passen da auch ziemlich gut.
Das Buch ist in verschiedene Kapitel aufgeteilt, die Verhaltensweisen von Eltern betreffen - Grenzüberschreitungen, Energievampire und mehr.
Zu jedem dieser Verhaltensprobleme gibt es Checklisten, Beispiele und natürlich auch Vorschläge, wie man mit diesem Verhalten selbst besser zurechtkommen kann und wie man die Eltern darauf ansprechen kann oder solche Konflikte mit der Zeit auflösen kann.
In jedem Kapitel gibt es auch noch eine spirituelle /christliche Perspektive auf das Problem. Das wurde im Vorwort angesprochen und ich habe die jeweiligen Unterkapitel einfach übersprungen, sodass sie mich nicht gestört haben.
Ich empfand das Buch als sehr hilfreich und besonders die Beispiele gut gewählt. Das einzige, was mich beim Lesen auch etwas traurig gemacht hat, ist dass man in diesem Fall selbst sehr viel entgegen kommen muss und selbst aktiv werden muss, schädliches Verhalten auch tolerieren soll. Das ist natürlich im Kontext dieses Ratgebers auch super sinnvoll, aber insgeheim wünscht man sich natürlich, dass auch die stachligen Eltern ihr eigenes Verhalten mehr reflektieren sollten.
Insgesamt ein absolut hilfreicher Ratgeber mit tollen Strategien und guter Struktur und Aufmachung.
Hochaktuell, spannende Prämisse, viele lose Fäden
Die Welt kippt von Heiko von Tschischwitz
Die Welt kippt ist ein Roman, der verschiedene hochaktuelle Themen (Schwerpunktmäßig den Klimawandel) aus verschiedenen Perspektiven betrachtet und eine Geschichte erzählt, was in den nächsten 5 Jahren passieren könnte.
Neben der deutschen Perspektive wird sich vor allem auf die Handlungen Chinas und der USA fokussiert.
Der Roman ist sehr kurzweilig geschrieben, ist aber nichts für "zarte Nerven" - es wird nicht nur ein Mord / Suizid beschrieben, auf eine Triggerwarnung wird allerdings verzichtet.
Obwohl es sich um einen deutschen Roman handelt, wird leider die sehr amerikanische Perspektive des "bösen" Chinas als eins der leitenden Narrative gewählt. Die Gedanken des Lesers werden von allen anderen Perspektiven aus in die Richtung gelenkt, dass China etwas ausheckt und das ja ziemlich sicher nichts gutes heißen wird. Das stößt insbesondere gegen Ende auf, wenn es in Richtung der Auflösung geht.
Das Ende ist tatsächlich der Grund für meine eher geringe Begeisterung. Zu Anfang des Buchs werden verschiedene Handlungsfäden eingeführt und es wird auch ein guter Spannungsbogen zum Ende hin aufgebaut. Das Ende selbst kommt dann aber ziemlich antiklimaktisch daher und lässt mich als Leser die Sinnhaftigkeit mancher geschilderter Szenen hinterfragen. Es fühlt sich an, als sei ein Großteil der Handlung im Buch für das Ende absolut irrelevant.
Aprospos irrelevant, es gibt auch noch eine Art Lovestory, die durch ihre gegensätzlichen Betrachtungen einerseits einen sehr positiven Beitrag zur Erzählung leistet, andererseits wirkt das ganze sehr konstruiert und bringt der eigentlichen Handlung im Grunde gar nichts.
Insgesamt würde ich 3,5 von 5 Sternen vergeben
Leseempfehlung !
Der schwarzzüngige Dieb (Schwarzzungendieb, Bd. 1) von Christopher Buehlman
Der schwarzzüngige Dieb erzählt die Geschichte von Krisch, der sich bei der Gilde als Dieb hat ausbilden lassen und nun schauen muss, dass er seine Schulden bei der Gilde tilgt.
Die Geldbeschaffung bringt ihn zu einem Auftrag, der zu einer ganz schönen Weltreise mutiert.
Dabei gefällt mir besonders die Erzählperspektive.
Sehr oft habe ich über Bemerkungen und Beschreibungen gelacht. Der Protagonist und auch die anderen Hauptcharaktere sind symphatisch und geben eine absolut bunte Truppe ab. Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist sehr sorgfältig geplant worden. Es gibt hinten im Buch eine eigene Karte, es gibt eigene Jahreszeiten, Wochentage und Monate und viele verschiedene Sprachen, die im Buch auch eine Rolle spielen. Da ist unglaublich viel Liebe zum Detail erkennbar.
Die Geschichte hat viele kurze Kapitel und hat trotz der Seitenzahl von >500 Seiten wird es nie langweilig oder langatmig.
Das Buch endet in sich schlüssig und lässt Raum für die Fortsetzung, ohne dabei aufdringlich zu sein oder den Leser mit einem frustrierenden Cliffhanger sitzen zu lassen.
Ein absolut gelungenes high fantasy Werk für Fans von komplexen Welten.
Ein wahres Feuerwerk
A Psalm of Storms and Silence. Die Magie von Solstasia von Roseanne A. Brown
A Psalm of Storms and Silence schließt nahtlos an Teil 1 "A song of wraiths and Ruin" an.
Die Geschichte von Karina und Malik führt uns durch die Welt von Sonande. Während Malik am Hof in Ziran bleibt und Karina Unterstützung sucht, sucht der Zorn der großen Mutter die Länder heim.
Um den Zorn aufzuhalten, muss wieder ein Ritual durchgeführt werden.
Wieder wechselt die Perspektive zwischen Karina und Malik, was ich sehr gut gelungen finde. Zwischendurch gibt es immer wieder kurze Rückblenden der Hyäne - die nebenbei so ein interessanter Charakter und Teil der Geschichte ist!
Generell finde ich den Erzählstil absolut gelungen. Es wird nie langweilig, der Leser wird jede Seite wieder erneut ans Buch gefesselt und dadurch, dass ganz gekonnt auch Niederlagen und Rückschläge eingebaut werden, fiebert man einfach total mit. Man hofft und verzweifelt, bangt und ärgert sich. Dass mich ein Buch so abholt, passiert nicht so oft.
Das Ende ist auch absolut gut geschrieben - nachdem ich so lange mit allen mitgefiebert habe, hätte ich mir persönlich gerne ein etwas klareres netteres Ende gewünscht, dennoch finde ich die Art und Weise, wie mir dieser Art von Ende umgegangen wird, extrem gut und klug gemacht.
Ganz ganz große Empfehlung an diese Reihe!
Leider enttäuschend
Die versteckte Apotheke von Sarah Penner
"Die versteckte Apotheke" erzählt von Caroline, die beim "mudlarking" ein altes Fläschchen findet und versucht, die Geschichte hinter diesem Flakon zu ergründen.
Das, was sie herausfindet, wird auch parallel aus der Sicht der Protagonisten beschrieben, die die Geschichte im späten 18.
Jahrhundert erleben.
So weit, so gut.
Vorsicht, die folgenden Sätze enthalten leichte Spoiler.
Caroline hat auch eine gewisse Backstory, die sie im Rahmen der Geschichte verarbeitet. Die Geschichten sind geschickt miteinander verwoben und das Konzept an sich ergibt für mich auch definitiv Sinn.
Was mir leider die komplette Freude an der Geschichte getrübt hat war, dass Caroline sich bei ihrer Suche gar keine große Mühe machen musste. Quasi wie von selbst erkennt sie die Bedeutung der Gravur auf der Flasche, findet auf einer alten Stadtkarte sofort die passende Straße, findet in dem alten Geschäft sofort den alten Eingang (in diesem Teil der Story hat sie außerdem einen wirklich bescheuert hohen Akkuverbrauch!!), usw. Auch die Story mit ihrem Mann ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Erst am Ende löst sich alles ganz gut auf, es kommt immerhin noch eine kleine Komplikation dazwischen (sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart) und mit dem Ende war ich als Leser dann schon recht zufrieden. Dazwischen hat mich die Story (speziell der Teil, der in der Gegenwart spielt) leider nur wenig gepackt. Sehr schade!
Nette Enemies to Lovers Romanze
Falling in love was not the plan von Michelle Quach
Falling in Love was not the Plan erzählt eine klassische enemies to lovers Geschichte, die aber zu Abwechslung mal nicht nur weiße Amerikaner als Protagonisten hat. Eliza kommt aus einer kantonesischen Familie, die über Vietnam in die USA gekommen sind. Entsprechend ist der kulturelle Hintergrund ihrer Eltern.
Len ist halb Japaner und ihre Schule wird vor allem von koreanischen Mitschülern besucht. Leider wirkt sich dieser andere kulturelle Hintergrund so gut wie gar nicht auf die Story selbst aus. Ab und zu gibt es Anekdoten auf chinesisch oder vietnamesisch, die noch dazu nicht immer übersetzt werden, das war es aber leider auch schon.
Die Story selbst ist ziemlich seicht und versucht, über Feminismus aufzuklären. Wann ist man Feministin, was darf man als Feministin tun und was nicht? Das ganze verirrt sich aber zwischen den üblichen Teenager Kapriolen leider etwas.
Das Buch selbst hat ein modernes, ganz schönes Cover und durch die Klappenbroschur liegt es gut und stabil in der Hand.
Alles in allem leichte Unterhaltung mit einem wholesome ending.
Tolle Fortsetzung der Reihe
Das Mädchen und der Totengräber von Oliver Pötzsch
In "Das Mädchen und der Totengräber" reisen wir erneut ins späte 19. Jahrhundert und begleiten Inspektor Leopold von Herzfeldt bei seinen nächsten Fällen.
Dieses Mal dreht sich alles um Ägyptologie und eine krasse Mordserie an jungen Männern aus dem Rotlichtviertel.
Aus "Das Buch des Totengräbers" (Teil 1 der Reihe) treten auch wieder alle lieb gewonnenen Charaktere mit auf.
Leopolds Kollegen, Julia und natürlich auch der Totengräber Augustin Rothmeyer, der mittlerweile an seinem zweiten Buch arbeitet. Die Beziehung zwischen Leo und Julia kriselt ein wenig und Leo muss sich anstrengen, damit er Julia nicht verliert.
Gleichzeitig werden ihm auch bei seinen Ermittlungen wieder einige Steine in den Weg gelegt und es wird sehr gefährlich.
Der Titel selbst ist leider etwas irreführend, denn das junge Mädchen, das beim Totengräber unter gekommen ist, hat dieses Mal leider nicht besonders viel "Screentime".
Für mich eine tolle Fortsetzung der Reihe, die wieder einen sehr spannenden geschichtlichen Hintergrund hat. Dabei merkt man wieder, wie gut Oliver Pötzsch recherchiert hat. Dadurch gelingt eine sehr gute Immersion in die Geschichte und ich bin sehr gespannt, ob es auch einen dritten Teil geben wird.








