Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nishi93:
Kein Thriller
Ingenium von Danielle Trussoni
Der Einstieg in "Ingenium" ist wirklich gelungen - ein Mann mit eine besonderen Begabung soll ein besonders spannendes Rätsel lösen. Das hat mich gleich abgeholt! Die ersten paar Kapitel flogen nur so dahin. Dann kamen einige Kapitel aus Sicht des "Opfers", die zum einen recht ausschweifend waren und zum anderen einen übernatürlichen Aspekt einführten, der meiner Meinung nach in einem Thriller fehl am Platz ist.
Zwischendurch las sich das Buch gar wie Horror.
Danach geht es zwar spannend weiter, das "Geschmäckle" blieb aber bis zum Schluss. Auch wenn der Protagonist immer wieder versucht, logische Erklärungen für die Vorkommnisse zu finden, ist klar, dass dieser Thriller einfach nicht 100% logisch erklärbar ist. Das hat mir leider das komplette Buch versaut. Dazu kam, dass das zentrale Rätsel zwar immer wieder abgedruckt wird, allerdings zu klein ist, um wirklich viel zu erkennen. Die große Version am Anfang ist unvollständig und zudem noch durch die Bindung des Buchs nicht 100% auffaltbar. Die Erklärung am Ende geht dann auch extrem schnell und obwohl ich bei den anderen Rätseln im Buch gut folgen konnte, war ich bei dem Haupträtsel dann total verloren. Das ist für solch einen Roman echt unbefriedigend.
Alles in allem ein guter Ansatz, für mich aber kein Thriller sondern Fantasy.
Schwacher Start
Die Legende des Phönix, Band 1 - Dunkelaura von Greta Milán
Die Legende des Phönix - mal wieder ein wunderschön gestaltetes Buch und auch der einseitige Farbschnitt passt wunderbar.
Die Geschichte startet nur mit einem kurzen Intro, schon nach 50 Seiten stellt sich der Orden der Phönixkrieger unserer Protagonistin vor, die sich dann ebenfalls als "besonders" herausstellt und Gruppe Phönixkrieger begleitet.
Sofort bekommt der Leser mitgeteilt, wer das potentielle love interest im enemies to lovers Trope sein wird und ehrlich gesagt ging mir das alles viel zu schnell. Die Protagonistin zweifelt nicht besonders glaubwürdig, das potentielle Paar mag sich zwar spontan nicht, aber spürt wohl trotzdem direkt eine Anziehung (warum??) und Immersion hat sich bei mir anfangs gar nicht eingestellt.
Im Laufe der Geschichte wurde es aber wider erwartens deutlich besser, die Charaktere haben logischer gehandelt und die Handlung selbst wurde auch interessanter - wenn auch viele viele Dinge leider arg vorhersehbar waren.
Insgesamt eine ganz nette Geschichte, sobald man den Holterdipolter Einstieg verdaut hat - für mich allerdings weit weg von einem Highlight.
Überleben / Über Leben
Über Leben in der Klimakrise von Milena Glimbovski
Über Leben in der Klimakrise - ein toller Buchtitel, der mich sofort neugierig gemacht hat.
Das Cover erinnert an eine Biografie, spielt wohl mit dem Bekanntheitsgrad der Autorin. Ich kannte sie vorher allerdings nicht.
Im Buch werden verschiedenste Aspekte und Themen behandelt, die sich durch die bereits vorhandenen Klimaveränderungen und künftige Projektionen ändern werden.
Das finde ich sehr übersichtlich, ist spannend geschrieben und oftmals auch alarmierend - völlig zu Recht!
Was mich allerdings genervt hat, war so manche persönliche Anekdote. Klar, an manchen Stellen haben diese alles noch greifbarer gemacht, an anderer Stelle waren sie mir aber recht unangenehm und ich wusste nicht, was ich mit der entsprechenden Anmerkungen nun anfangen soll, da sie keinerlei Auswirkungen auf das jeweilige Thema haben (siehe Thema Trennung von ihrem Mann).
Was in eine ähnliche Richtung geht ist die Nennung der vielen spannenden Menschen, die die Autorin scheinbar kennt sowie die ständige Werbung für ihren Podcast und das Einwerfen englischer Sprüche (ohne Übersetzung).
Daher ein Stern Abzug für dieses ansonsten sehr lehrreiche und toll aufbereitete Buch.
Gut, aber kein Highlight
Twisted Fate, Band 1 - Wenn Magie erwacht von Bianca Iosivoni
Twisted Fate ist mein erstes Buch von Bianca Iosvini.
Ich mag das Setting, Dundee in Schottland, sehr. Mit dem geheimen Orden haben wir hier leichte Dark Academia Vibes.
Die Protagonistin Faith und ihr Bruder Levi sind im Mittelpunkt der Handlung und haben insbesondere anfangs eine tolle, herzliche Dynamik.
Faith stolpert sich ein wenig durch die Handlung: von einen Love Interest-Arm in den nächsten. Dieses Love Triangle wirkt ein wenig erzwungen und Faiths wahre Gefühle sind nicht ganz klar. Solche Konstellationen finde ich persönlich eher nervig als spannend.
Ich hätte mir an manchen Stellen ein wenig mehr Skepsis seitens der Protagonisten gewünscht, sie wirken oft recht naiv und hinterfragen gewisse Dinge überhaupt nicht. Z. B. Die eine Regel, die ein love interest ausschließt, diese ergibt nämlich überhaupt keinen Sinn.
Alles in allem recht kurzweilige Unterhaltung, für mich aber kein Highlight. Der fiese Cliffhanger ist leider ähnlich erzwungen wie das Liebesdreieck, gehört aber heutzutage wohl bei einer Dilogie dazu.
Pageturner
Stealing Infinity von Alyson Noël
Stealing Infinity - ein toller Titel und dieses Cover! Seit der Ankündigung habe ich dieses Buch freudig erwartet.
Von Seite 1 an war ich gefesselt von der Geschichte, schon im Prolog wird der Grundstein für diese fesselnde Geschichte gelegt.
Die Hauptstory läuft für mich etwas zäh - was dem Erzählstil geschuldet ist.
Zäh ist vielleicht auch nicht das richtige Wort - unsere Protagonistin erlebt Dinge, die sie sich nicht erklären kann und die viele Fragen offen lassen und wir als Leser wissen nur minimal mehr als sie.
Dieses ominöse, das die Gray Wolf Academy umgibt, macht die Geschichte einerseits extrem spannend, andererseits habe ich mich auch manches Mal geärgert - wenn Entscheidungen getroffen werden, obwohl weder ich als Leser noch die Protagonistin überhaupt die Konsequenzen kennen. Wobei man sagen muss, vielleicht ist das auch ein extrem guter Schreibstil und volle Absicht : es löst auf jeden Fall Emotionen aus und sorgt dafür, dass man der Autorin quasi an den Lippen hängt und endlich mehr erfahren möchte.
Der Prolog ist so eindrücklich geschrieben, dass ich dauerhaft darauf gewartet habe, dass der Handlungsbogen zur Haupthandlung findet. Denn der Prolog gibt einem einige Informationen, die die ganze Geschichte in einem anderen Licht beleuchten.
Leider kommt es dazu erst ganz am Schluss - Natürlich, dies ist der Start einer Reihe, man braucht ja noch Stoff für die Folgebände. Ich persönlich würde am liebsten sofort weiterlesen, aber da muss ich wohl noch eine Weile Geduld haben.
Mein Fazit : Ein wirklich super spannendes Buch mit interessanten Referenzen zu Kunst, Geschichte und Astrologie. Page-Turner, der mich jetzt schon ungeduldig auf die Fortsetzung warten lässt.
Sparen auf Japanisch
Stealing Infinity von Alyson Noël
3000 Yen fürs Glück - wie auch kleine Ausgaben unsere komplette Einstellung gegenüber Finanzen ändern können.
An sich finde ich die Prämisse dieses Buchs, das irgendwo zwischen Familienroman und Finanzsachbuch angesiedelt ist, wirklich spannend.
Erzählt wird die Perspektive vierer Frauen aus einer Familie über drei Generationen (Großmutter, Mutter, zwei Schwestern).
Gerade die weibliche Sicht auf die Dinge finde ich dabei spannend. Beim Lesen merkt man dann schnell einige kulturelle Unterschiede, besonders im Hinblick auf die Rolle der Frau und die starke Fokussierung auf den äußeren Eindruck.
Etwas befremdlich wirkt auch die japanische Distanziertheit, die auch zwischen den Mitgliedern der Familie herrscht. Generell kommt es immer wieder zu Problemen in der Kommunikation, weil die Frauen sich ein Scheitern oder Probleme nicht eingestehen wollen und Angst vor dem Gesichtsverlust haben.
Leider konnte ich auch im Hinblick auf das eigentliche Thema, Geld bzw Finanzen, nur kaum etwas aus dem Buch mitnehmen, was wohl auch am Setting liegt. In Deutschland habe ich doch andere Bedürfnisse als ein Japaner, der im Großraum Tokio lebt. Dass sich die Großmutter am Ende über 1% Zinsen auf ihr Guthaben freut, zeigt auch, dass das Buch nicht viel mit dem aktuellen Weltgeschehen zutun hat. Einzig das Konzept des Haushaltsbuchs finde ich sehr spannend, ist aber natürlich auch nicht neues.
Nicht meins
Die Zentrale von Veit Etzold
Die Zentrale verspricht mit ihrem Klappentext einen spannenden Thriller im Bankenmilieu, eine Frau, die sich gegen "das System" stellt. Leider hat das nur wenig mit dem Buch zutun.
Dazu übrigens noch ein äußerst fragwürdiges Testimonial- Zitat von "Mr Dax" - jemand der einem Fonds verkauft, die vor allem mit schlechten Renditen beeindrucken.
..
Gut, wir sind im Bereich Bank unterwegs, es werden Bilanzen gefälscht, so weit so gut.
Die Protagonistin Laura ist hierbei für mich absolut unsympathisch, die Beziehung zu ihrem Mann scheint nicht mehr besonders wertschätzend zu sein und nervt einfach nur (so wie die beiden sich wohl auch gegenseitig nerven).
Die Handlung finde ich leider auch nicht spannend, mir fehlte der rote Faden, vieles wirkte zufällig und nicht zielführend und immer wieder ließen mich Logikfehler das Buch genervt zur Seite legen (ein Beispiel : Protagonistin findet eine IBAN und erfährt dann vom BKA, dass es sich um ein Konto in Liechtenstein handelt. Das hätte die "Bankerin" aber schon an den ersten zwei Zeichen der IBAN sehen müssen.).
Wenn ich mal nicht von für mich nicht nachvollziehbaren Schlussfolgerungen oder Logikthemen genervt war, stolperte ich auch immer wieder über Rechtschreibfehler.
Leider leider hat mich das Buch deutlich mehr genervt als unterhalten. Das Ende ist dazu noch absolut offen und gefühlt hat sich nichts geklärt, was für weiteren Frust sorgt.
Chillax
Anti-Girlboss von Nadia Shehadeh
Anti - Girlboss: Knallpinkes Cover mit dicker Katze in witziger Pose auf dem Sofa. Na das sieht doch spannend aus.
Inhaltlich geht Nadia Shehadeh auf verschiedenste Aspekte der Arbeitskultur ein und wie sie unseren Alltag oft vergiften. Das Buch richtet sich damit an weiblich gelesene Leser, denn die haben am ehesten mit den Vorurteilen zu kämpfen, die ein entspannter Lebensstil so mit sich bringt.
Die Lektüre ist dabei unterhaltsam, kurzweilig und manches Mal auch lehrreich. Allerdings ist der gesamte Vibe des Buchs so chillig, dass ich mich sehr oft dabei erwischt habe, es nach einem kurzen Kapitel wieder gelangweilt zur Seite gelegt zu haben. Ob das schon der Lerneffekt des Gelesenen war oder einfach eine gewisse Unmotiviertheit, die einen beim Lesen ansteckt, ich weiß es nicht.
Insgesamt aber definitiv keine verschwendete Lebenszeit. Was mich allerdings gestört hat, ist, dass in diesem doch eher kurzen Buch doch einige Fehler im Lektorat durch gerutscht sind. An einer Stelle wiederholt sich ein kompletter Absatz und an anderer wird von "Huste -Kultur" gesprochen, um nur zwei Beispiele zu nennen. So viel Mühe muss sein ;)
Gelungene Dystopie
Equilon von Sarah Raich
EQUILON spielt in einer Welt nach einer großen Klimakatastrophe. Große Teile der Welt sind zur Steppe geworden und die Ressourcen reichen nicht aus, um die Weltbevölkerung zu versorgen.
Die MegaGoods, große Tech-Firmen, haben moderne Städte geschaffen, in denen eine Milliarde Menschen gut leben kann.
Um zu diesem erlesenen Kreis Menschen zu gehören, müssen die Menschen von außerhalb Punkte sammeln. EQUILON ist der Algorithmus, der entscheidet, wer aufsteigt.
Jenna hat es geschafft und wurde auserwählt, künftig in New Valley (ehem. Silicon Valley) zu arbeiten während Dorian sprichwörtlich am Abgrund steht und es wohl nie schaffen wird, genügend Punkte zu sammeln.
Im Buch werden beide Geschichten erzählt, und das so eindrucksvoll, dass Equilon ein wahrer Page- Turner ist. Die Welt wird anschaulich erklärt und man taucht komplett ein.
Die Charaktere sind authentisch und handeln auch authentisch (sehr oft konnte ich Jennas Gedanken sehr gut nachvollziehen).
Die Handlung bleibt bis zum Ende spannend. Das Ende wird fast ausschließlich im Epilog erzählt, auch das finde ich sehr gelungen.
Wer Dystopien mag, wird hier sicherlich auf seine Kosten kommen!
Absolutes Highlight!
Wer die Hölle kennt von Leigh Bardugo
Wer die Hölle kennt erzählt die weitere Geschichte von Alex Stern aus "Das Neunte Haus". Im Fokus steht die Rettung von Darlington aus der Hölle, während weiter Menschen in New Haven sterben.
Das Cover passt wirklich sehr gut zur Geschichte und das Taschenbuch hat eine tolle Haptik!
Die Bücher schließen nahtlos aneinander an.
Es gibt auch hier wieder einige Rückblenden, diese wirken aber nicht so verwirrend wie in Band 1.
Leider habe ich in diesem Buch nicht so viele tolle Metaphern gefunden wie in Band 1, trotzdem hat mich die Story extrem gefesselt und dafür gesorgt, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen inhaliert habe. Es ist unglaublich spannend, ohne Längen und mit ein paar ausgeklügelten Wendungen.
Was schon nach ca. der Hälfte des Buchs klar wird: mit diesem zweiten Teil ist die Geschichte nicht abgeschlossen. Wir dürfen und müssen auf eine weitere Fortsetzung warten, ich hoffe, das dauert nicht so lange :)










