Kunden em pfehlungen
Rezensionen von LadyIceTea:
Voller Liebe und Romantik
Immer noch wir von Elja Janus
Ich bin begeistert von diesem Buch. Es ist so anders als ich erwartet habe. Es ist wirklich wundervoll geschrieben. Der Schreibstil ist sehr feinfühlig und verspielt. Ich liebe diese ganzen kleinen Vergleiche und Ausschmückungen. Und ich liebe diese Stellen zwischen Joe und Lina, wenn es z.B. einfach ums Atem geht.
"Ich atme ein. Er atmet aus. Er atmet ein. Ich atme aus." Die finde ich einfach wunderschön. Sie zeigen so viel von der Nähe zwischen den beiden und der Vertrautheit.
Ich war auch sehr überrascht, wie wenig eigentlich in diesem Buch passiert und wieviel doch erzählt wird. Dieses Buch kommt ohne riesige Ereignisse aus und hat doch eine große Geschichte zu erzählen.
Die Freundschaft und Harmonie zwischen Lina und Joe macht einfach beim Lesen Spaß. Sie hat auch mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und meinen Bauch kribbeln lassen. Wenn man die beiden zusammen erlebt, ist es einfach so, als würde sich alles irgendwie zusammen fügen.
Lina ist wirklich ein bunter und spritziger Charakter. Sie ist feinfühlig und sehr emphatisch und weiß genau, was Joe im Moment benötigt. Sie lebt ihre Gefühle voll aus und lässt sich von nichts bremsen.
Joe ist voller Angst. Das tat mir immer gleichzeitig leid und hat mich auch verzweifeln lassen. Man merkt die ganze Zeit, was für ein liebevoller und netter Mann er ist und dass das richtige Leben nur auf ihn wartet, er sich aus Angst aber nich traut.
Lina und Joe sind eigentlich wie schwarz und weiß und funktionieren doch wie Ying und Yang perfekt zusammen.
Die Entwicklung die die Zwei durchmachen und auch ihre Trennung haben mich oft den Atem anhalten lassen. Ich habe diese Geschichte unglaublich gerne miterlebt.
Diese Liebesgeschichte ist wirklich wirklich schön. So herrlich unaufgeregt und mit wenig Drama, trotz ihrer Probleme und wirkt auch nicht langweilig. Sie hat ein gutes Gleichgewicht und mich wirklich gefesselt. Schmetterlinge und Bauchkribbeln sind hier beim Lesen echt vorprogrammiert.
Aber Fortschritt bedeutete manchmal auch, rückwärts zu gehen
Immer noch wir von Elja Janus
Seit ihr Vater Hannes sie und ihre Mutter vor Jahren Hals über Kopf verlassen hat, lässt Nela nur wenige, ausgewählte Menschen in ihre überschaubare Welt. Doch dann bekommt sie ein Paket mit Briefen an ihren Vater, die dessen zweite Ehefrau Ellen kurz vor Hannes‘ Tod an ihn geschrieben hat. Durch sie erfährt Nela, dass das Herz ihres Vaters vor 15 Jahren an einen Teenager gespendet wurde.
Die Briefe stellen Nelas Leben auf den Kopf. Vor allem lässt sie der Gedanke an den Jungen, dem Hannes‘ Herz gespendet wurde, nicht los. Sie will herausfinden, wer er ist, und beginnt ihre Suche an der Ostseeküste, nicht ahnend, dass diese Reise ihr Leben verändern wird.
Der Titel meiner Rezension ist ein Zitat aus diesem Buch, welches perfekt zu der ganzen Geschichte passt.
Nela hat sich einen Kokon gebaut und versucht mit aller Macht, ihre Vergangenheit von ihr fern zu halten, um bloß nicht verletzt zu werden. Doch durch die Briefe von Ellen muss sie in die Vergangenheit blicken und macht sich eben auf die Reise, um ihren Vater zu entdecken. Ich denke, eine solche Reise ist immer mit ein wenig Rückwärtsgehen verbunden.
Kati Secks Schreibstil ist, genau wie in ihrem ersten Roman dieser Art, einfach unglaublich schön. Sie beschreibt schon fast poetisch die Umgebung, die Menschen und ihre Gedanken und Gefühle. Das hat mir schon bei „Die Stille zwischen Himmel und Meer“ gut gefallen. Normalerweise mag ich selbst nicht solche ausschweifenden und „blumigen“ Beschreibungen aber bei Kati Seck schwingt immer etwas Bodenständiges mit. Ihre Formulierungen lassen mich immer an das Meer denken, ob sie es grade erwähnt oder nicht.
Auch die Figuren in diesem Buch sind wieder sehr sympathisch, voller Ecken und Kanten und grade deswegen so real.
Nelas Geschichte ist wirklich berührend und bringt gleichzeitig die Sehnsucht nach Meer.
Mir hat auch dieses Buch einfach unglaublich gut gefallen. Eine klare Empfehlung!!
Leni das Powermädchen!
Mein Leben voller Feenstaub und Konfetti (schön wär's!) von Emma Flint
Lenis Plan an der neuen Schule: Bloß. Nicht. Auffallen. Schließlich ist dort ihre ältere Schwester Fiona der unangefochtene Star und Leni will sie auf keinen Fall blamieren. Leichter gesagt als getan, wenn man eine große Klappe hat: Erst wird Leni zur Klassensprecherin gewählt, dann muss sie vor der gesamten Schule einen gewagten Wetteinsatz einlösen.
Ein Leben voller Feenstaub und Konfetti? Schön wär’s! Stattdessen Schwesternzoff ohne Ende. Um sich mit Fiona zu versöhnen, beschließt Leni, sie mit ihrem Schwarm zu verkuppeln. Doch Lenis Chaos-Magnet lässt einfach nicht locker.
„Mein Leben voller Feenstaub und Konfetti (schön wär’s!)“ ist ein wunderbar lustiger Roman, für Kids ab 10 Jahren. Hier geht es um Leni, die wirklich allerhand Chaos erlebt und es dabei eigentlich immer nur gut meint.
Das Buch ist in Tagebuchform geschrieben, natürlich aus Lenis Sicht. Schön finde ich, die Gestaltung der Seiten. Überall findet sich ein bisschen Gekrickel passend zu dem Erzählten oder Emojis. Auch die Schrift ändert sich, je nachdem ob Leni zuhause ist oder im Bus oder beim Schreiben überrascht wird. Sogar Tränen werden einmal auf den Seiten sichtbar.
Das verleiht dem Ganzen einen noch authentischeren Schreibstil.
Die Figuren in diesem Buch sind eigentlich alle ziemlich sympathisch. Die kleinen Zickereien und Streiche untereinander kennt vermutlich jeder selbst und deshalb ist dieses Buch wirklich nahe am Leser. Leni ist einfach ein ganz normales Mädchen, die mit ganz normalen Problemen zu kämpfen hat. Dabei löst sie diese auf wirklich abenteuerliche und witzige Weise.
Dieses Buch ist wirklich super für Kids ab 10 Jahren (nicht nur Mädels) und macht Spaß! Ein schönes Buch!
Ein magischer Abschluss
Nordlicht - Die Magie der wilden Pferde von Karin Müller
Island hat Elin tief in seinen Bann gezogen. Aber die Pferdeinsel im hohen Norden birgt ein düsteres Geheimnis. Etwas Bedrohliches braut sich zusammen und nicht nur Ljósadís und ihr Fohlen sind in großer Gefahr. Auf einmal liegt nicht weniger als die Zukunft Islands in Káris und Elins Händen. Aber wem können sie noch vertrauen? Und was plant Freyja, Káris Freundin aus Kindertagen? Es steht viel auf dem Spiel und Elin muss Entscheidungen treffen, die ihr ganzes Leben beeinflussen.
„Nordlicht – Die Magie der wilden Pferde“ ist der dritte und abschließende Teil dieser Trilogie. Er beginnt genau da, wo Band 2 endet und somit geht es direkt weiter mit Elin in Island.
Alles bleibt sehr magisch und mysteriös. Elin die Weltenwanderin versucht mit Hilfe von Kàri den Vulkan Hekla zu beruhigen und das unsichtbare Volk zu überzeugen, dass die Menschen nicht alle schlecht sind. Dabei ist die Vertrauensfrage allgegenwärtig aber auch Freundschaft und Zusammenhalt.
Wie auch in den ersten beiden Bänden beschreibt die Autorin Islands Natur unbeschreiblich greifbar und fantasievoll. Auch die Welt des unsichtbaren Volkes und ihre Bewohner sind wieder einmal magisch beschrieben. Dieser Band entbehrt nichts an Sagen und Mythen der anderen Bände. In jedem Kapitel und jedem Teil des Abenteuers klingt ein bisschen Zauber mit. Das gefällt mir sehr gut.
Nicht zu vergessen, dass die Pferde auch hier nicht zu kurz kommen, obwohl Elin durch ihre Verletzung aus dem letzten Band nicht viel reiten darf. Trotzdem ist und bleibt es ein wundervoll fantasievolles Pferdebuch, für alle großen und kleinen Pferdemädchen.
Dieses Zitat ist mir am meisten im Gedächtnis geblieben:
„Was wir nicht kennen, macht uns doch immer Angst: Andere Hautfarben, Religionen, Vorlieben – es ist immer einfach, tolerant zu sein, wenn man die gleichen Meinungen, Ziele oder Ideen hat, nicht wahr? Toleranz bedeutet aber, die Welt wertfrei zu betrachten, sie als Gottes wunderbares Geschenk der Schöpfung zu begreifen und daraus etwas Gutes entstehen zu lassen. Sich zu öffnen für das Unbekannte im anderen, Kompromisse zu finden. Dann findet wahre Begegnung statt.“
Toller Pferde-Roman für Erwachsene
Ein Mustang, ein Muli und die Liebe von Tina Wolff
In diesem Liebesroman geht es um Annie Parker, 25 Jahre alt, von ihrem Ex-Verlobten verlassen, Tagebuchschreiberin und auf der Suche nach sich selbst. Frustriert beginnt Annie eine Reise, die anders verläuft, als sie es geplant hat.
Unter dubiosen Umständen kauft sie bei einem Rodeo die Mustangstute Sixteen, um sie vor dem Schlachter zu retten.
Ratlos und mit dem halbwilden Pferd überfordert, beginnt Annie zu wandern. Ihr Ziel ist die Sweet Water Ranch in Montana.
Am Highway begegnet ihr Luke Milers, der nicht nur an ihr, sondern auch an Sixteen ein geheimnisvolles Interesse hat. Er wird zu ihrem Guardian Angel, überläßt ihr sein Muli - den legendären Dexter - und sorgt dafür, dass Annie ihre Wanderung gefahrlos fortsetzen kann.
Doch Luke hat ihr verschwiegen, dass Sixteen bei einem Wettbewerb, dem Mustang Show Off, versteigert werden soll.
Kann Annie ihrem Herzen folgen und Luke vertrauen?
Wer „Pferdefrauen ticken anders“ gelesen hat, kennt Tina Wolffs Schreibstil und schätzt ihn vermutlich genauso sehr wie ich. Sie hat eine so lockere und leichte Art die Situationen zu beschreiben, dass man einfach durch die Seiten fliegt. Mir gefällt besonders, dass irgendwie immer eine Prise Humor mitschwingt, egal wie verzwickt die Sache grade ist, und es trotzdem nie ins Alberne abrutscht.
Auch „Ein Mustang, ein Muli und die Liebe“ beinhaltet unglaublich viele sympathische Figuren. Bei Tina Wolff gefällt es mir, dass sie sehr wenig Personenbeschreibungen gibt, so dass viel der Fantasie des Lesers überlassen bleibt. Hier und da gibt es mal Anhaltspunkte zum Aussehen der Personen und der Rest bleibt jedem selbst überlassen. Dabei charakterisiert sie die Figuren jedoch so gut, dass (wie man in einer Leserunde feststellen konnte) viele trotzdem ein ähnliches Bild im Kopf entwickelten.
Die ganze Geschichte um Annie und Sixteen ist wirklich abenteuerlich und auch spannend. Ich habe gerne jeden Schritt am Highway und in den Bergen verfolgt und jeden Ausbildungsfortschritt gespannt begleitet. Man merkt, dass Tina Wolff selbst eine Pferdefrau ist, denn mir als Pferdebesitzer sind keine Laienfehler aufgefallen, die man sonst oft in Pferdebüchern findet, wenn die Autoren eigentlich keinen Schimmer von Pferden haben.
Das Buch ist rundum wirklich gut gelungen und ich hatte bis zum wirklich passenden Ende sehr viel Freude an diesem Buch.
Stark und bewegend
Die Antwort auf Vielleicht Roman. Kartoniert. von Winter Hendrik
Adam hat nicht damit gerechnet, sich in eine der Patientinnen zu verlieben, die er täglich zur Chemotherapie und zurück fährt. Doch dann steigt eines Tages Jessi in sein Taxi - jung, schön und todkrank. Ehe er sichs versieht, ist es um ihn geschehen. Als er erfährt, dass Jessi vielleicht nur noch wenige Wochen zu leben hat, setzt er alles daran, ihr diese Zeit so schön wie möglich zu machen.
Und er hat ein Ziel: Jessis größten Wunsch zu erfüllen. Währenddessen erkennt er, dass auch er seine Träume vielleicht nicht bis "irgendwann einmal" aufschieben sollte.
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen und ich muss sagen, Hut ab dafür, dass das Buch ein so schweres Thema so energie- und gefühlvoll, berührend, bewegend und stark verpackt. Es wirkt selten depressiv und verzweifelt und trotzdem merkt man, dass es Jessi und Adam und ihrer Familie genauso zwischendurch geht.
Der Autor führt durch die Geschichte und wir erleben Adams einfühlsame und oft ein wenig steife Art mit dem Tod umzugehen. Und wir erleben mit seinen Augen, wie er die starke und lebenslustige Jessi erlebt und sich in sie verliebt. Mir hat es gut gefallen und mich auch beeindruckt, dass man in diesem Buch einerseits sehr starke, lustige und positive Personen erlebt und trotzdem merkt, dass es ernst ist und um den Tod und das Leben geht und dass die Angst, Trauer und Verzweiflung immer eine Rolle spielen, aber nicht alles beherrschen müssen. Dass dieses Buch auf einer wahren Begebenheit beruht, hat es für mich noch intensiver gemacht.
Ich kann dieses Buch vollkommen empfehlen und nur dazu raten, die Taschentücher bereit zu halten.
Konnte mich wirklich überzeugen
Thug von Sarah Saxx
Thug ist in allen Belangen ungebunden. Er bevorzugt unverbindlichen Sex und bleibt auch bei seinen Drogengeschäften lieber sein eigener Boss. Denn dass Abhängigkeit zum Tod führen kann, hat er oft genug bei Junkies erlebt. Aber da ist diese Frau, die weder aus seinem Kopf noch aus seinem Leben verschwindet.
Sie will ihn ködern, von seinen beruflichen Erfahrungen profitieren, ihn an sich binden – und Thug tut alles, um das zu verhindern. Gegen manche Kräfte ist jedoch auch er machtlos …
Viel zu früh und unvorbereitet übernimmt Jane die Geschäfte ihres verstorbenen Vaters. Sie ist gezwungen, sich in einer Männerdomäne zu behaupten, der sie vor Jahren den Rücken gekehrt hat. Den Respekt ihrer Feinde muss sie sich hart erkämpfen, das Vertrauen von Verbündeten verdienen. Doch auf welcher Seite steht Thug, der sich mit aller Macht gegen den Verlust seiner Unabhängigkeit wehrt, obwohl er bereits ihren Körper besessen hat und nun auch noch dabei ist, in ihr Herz vorzudringen …?
Dies ist mein erstes Buch von Sarah Saxx. Neugierig bin ich durch den Klappentext und das Cover geworden. Der Typ auf dem Bild ist ja wirklich mal heiß!
Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, weil dieses ganze Drogenthema, gepaart mit einer Frau in Machtposition und Erotik neu für mich war. Ich wollte wissen, wie die Autorin das umgesetzt hat.
Mir fiel direkt positiv auf, dass man die Bücher wirklich unabhängig voneinander lesen kann. Man merkt zwar, dass vorher schon einiges passiert ist aber die Sachen werden dem Leser knapp aber ausreichend erläutert, so dass ich nicht das Gefühl hatte, etwas verpasst zu haben.
Die Figuren in dem Buch haben mir alle gut gefallen. Klar sind da einige Stereotype bei aber die gehören irgendwie dazu. Jane war mir nicht sofort sympathisch, da ich auch nicht wirklich einschätzen konnte, was wirklich ihr Plan ist und wie sie tickt. Anders Thug. Auch wenn ich auf den ersten Seiten einen etwas prolligen Eindruck von ihm hatte, habe ich ihn recht schnell liebgewonnen und den Eindruck revidiert. Er war das ganze Buch über mein Lieblingscharakter.
Die Geschichte fängt sehr interessant an und führt gut in dieses Thema ein. Man lernt Janes und Thugs Rollen kennen und wie der Hase in dem Business so läuft. Nach etwa der Hälfte wird es richtig spannend und auch wenn man ahnen konnte, welche Knaller da noch kommen, habe ich es bis zum Schluss mit Spannung gelesen.
Die Geschichte hat mir mit all ihren Facetten gut gefallen und auch den Schreibstil fand ich super. Ich werde die anderen beiden Bücher auf jeden Fall ebenfalls lesen.
Eine schöne, gefühlvolle Geschichte
Dein Bild für immer von Julia Hanel
Eigentlich war Sophies Leben perfekt. Sie war seit zwölf Jahren in einer Beziehung, nun auch verlobt, arbeitete mit ihrem Geliebten in der gleichen Kanzlei und hatte ein luxuriöses Leben. Doch dann stirbt Maximilian bei einem Autounfall. Was ihr noch bleibt ist Trauer, Schmerz und völlig überraschende Flitterwochentickets für eine Reise nach Bali.
Ihre Schwester Charlie überredet sie, so dass sie die Reise alleine antritt und schon im Flieger lernt sie den Fotografen Niklas kennen. Als sich durch verschiedene Umstände, später auf der Insel ihre Wege erneut kreuzen, machen sich die Zwei auf zu einer Fototour für Niklas Job. Unterwegs hinterlässt Sophie immer wieder Fotos von Maximilian. Während sie Maximilian langsam loslässt, wird Niklas von Tag für Tag wichtiger für sie. Sophie kann kaum glauben, dass das möglich ist. Ist ihr Herz überhaupt bereit dafür? Und ist Niklas überhaupt der, der er zu sein vorgibt?
„Dein Bild für immer“ von Julia Hanel ist ein wunderbar gefühlvoller Roman, der ein tieftrauriges Thema mit neuen Gefühlen und ein wenig Witz vermischt. Diese Mischung ist der Autorin wirklich gut gelungen.
Sophie wirkt zunächst etwas steif, taut aber im Laufe der Geschichte immer mehr auf und ist mir richtig ans Herz gewachsen. Ihre Trauer ist nachvollziehbar und greifbar dargestellt. Aber auch alle Verwirrungen und Herausforderungen, die so auf sie zukommen, sind glaubhaft und passen zur Geschichte und zum Charakter.
Niklas ist erst ziemlich verschlossen und macht nach außen, den lockeren Womanizer. Dass mehr in ihm steckt merkt man schnell und je mehr ich hinter seine Fassade blicken konnte, umso mehr Sympathie habe ich für ihn entwickelt.
Die Nebenfiguren sind allesamt (vielleicht abgesehen von Sophies Eltern) sehr herzlich und bringen Licht und Wärme in diese Geschichte. Sie bereichern die einzelnen Szenen und es gibt keine Figur, die mir überflüssig erschien. Sie machen die Geschichte etwas bunter und geben hier und da den ausschlaggebenden Anstoß.
Die Geschichte an sich ist nicht ganz unvorhersehbar, was mich aber nicht weiter stört. Ich finde, das Rad muss nicht immer neu erfunden werden. Trotzdem glänzt die Geschichte mit der tollen Kulisse Bali, welche die Autorin mit ihren Beschreibungen richtig aufleben lässt und mit einer gefühlvollen Idee. Der Weg, den Sophie beschreitet und ihre Entwicklung die sie durchmacht, ist einfach schön mitzuverfolgen und oft leidet man mit ihr mit.
Das Buch hat mir wirklich gut gefallen. Zum perfekten Buch fehlte mir jedoch noch mal die extra Priese Gefühl, um das ein oder andere Tränchen zu verdrücken. Aber das stört mich nicht. Ich hatte trotzdem eine tolle Lesezeit und kann das Buch nur wärmstens weiter empfehlen.
Manchmal braucht man Mut zum Leben
Dein Bild für immer von Julia Hanel
Seit Liane mit 18 Jahren erfahren hat, dass sie adoptiert ist, hat sich ihr Leben drastisch geändert. Zu ihrer Adoptivmutter Ruth hat sie seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr und ihre leibliche Mutter kennt sie nur von den Besuchen auf dem Friedhof. Kein Wunder, dass sie da lieber auf Nummer sicher geht und weder einen Menschen zu nah an sich heran lässt, noch irgendetwas riskiert.
Dass ihre Gesundheitsvorsorge schon als hypochondrisch bezeichnet werden kann, verdrängt Liane gerne. Als sie dann bei ihrem Routinecheck eine alles verändernde Diagnose erhält, stellt sie schnell fest, so kann es nicht weitergehen und eigentlich hat sie gar keinen Grund mehr um vorsichtig zu sein. Sie beschließt, dass ihr Mut von nun an ihr ständiger Begleiter sein soll.
Dies ist das zweite Buch welches ich von Anna Paulsen gelesen habe und wieder einmal bin ich begeistert und sehr positiv überrascht von dieser ungewöhnlichen Geschichte.
Anna Paulsens Figuren zeichnen sich schönerweise immer durch ihre kauzige Art aus. Sei es die Hauptfigur Liane oder die Nebenfiguren. Jeder bekommt seinen eigenen Charakterzug und hat auf jeden Fall den ein oder anderen Spleen. Viele Momente zum Schmunzeln sind da vorprogrammiert.
Liane macht in diesem Buch eine wirklich erstaunliche Kehrtwendung. Sie entwickelt sich von der ängstlichen, biederen Buchhalterin zu einer abenteuerlustigen, mutigen Frau. Manch einem mag diese Verwandlung zu schnell gegangen sein aber mir hat es irgendwie sehr gut gefallen. Die Dinge die Liane immer wieder erlebt, vor allem weil sie sich entschlossen hat, endlich Mut zu haben und ihre Bucket List abzuarbeiten, sind oft wirklich zum Lachen.
Begleitet wird sie von einigen super sympathischen Nebenfiguren, die alle sehr eigen und wunderbar passend für diese Geschichte sind. Sie bringen noch mehr Pepp und Herzenswärme in dieses Buch.
Gut gefallen hat mir auch, dass es in diesem Moment nicht nur um Lacher geht, sondern es auch das ein oder andere Mal tiefgründiger wird. Da geht es um die Angst vor dem Sterben, um Familie und um das Leben und grade, dass man dazu wirklich Mut braucht.
Mir hat dieses Buch viel Freude bereitet und ich empfehle Anna Paulsen wirklich gerne weiter.
Schöner Anfang, der Rest dann doch zu flach
One more Chance von Vi Keeland; Penelope Ward
Neue Stadt, neuer Job, neue Liebe - so lautet Aubreys Plan. Doch ein platter Reifen und ein kleiner Ziegenbock werfen alles durcheinander. Zum Glück macht der charmante Australier Chance nicht nur ihr Auto wieder flott, sondern überredet sie auch, die restliche Strecke nach Kalifornien gemeinsam zurückzulegen.
Es folgen die glücklichsten Tage und aufregendsten Nächte, die Aubrey je erlebt hat, aber dann ist Chance auf einmal verschwunden.
Die Idee von „One more Chance“ hat mir auf Anhieb gut gefallen. Natürlich ist erst mal abzusehen wie die Geschichte verläuft. Ich fand sie in vielen Punkten sehr vorhersehbar. Das hat mich jedoch überhaupt nicht gestört. Manchmal muss das Rad eben nicht neu erfunden werden. Überraschend war für mich z.B. der Ziegenbock, der mich dazu noch das ein oder andere Mal sehr zum Schmunzeln gebracht hat. Auch der Grund für Chance verschwinden kam mir nicht sofort in den Sinn. Das hat mir gefallen.
Aubrey ist eine Figur die ich eigentlich durchgehend gut gefunden habe. Ich sage eigentlich, denn dort wo sie sonst stur, manchmal launisch, ein wenig verklemmt und trotzdem bissig und witzig ist, wurde sie in einigen Situationen mit Chance einfach nur hörig und zum kleinen Weibchen, welches nur für eine Sache da ist.
Hier beginnt auch schon mein größter Kritikpunkt, der dafür gesorgt hat, dass mich das Buch nicht zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Zum einen macht Chance im ganzen Buch keine nennenswerten Entwicklungen durch. Egal was er erlebt, er bleibt sich treu. Was in diesem Fall leider nicht positiv ist. Am schlimmsten finde ich jedoch die Art und Weise, wie er über Aubrey und Sex denkt. In jedem passenden und leider auch unpassenden Moment denkt er daran, dass er mit ihr schlafen will. Und das leider nicht auf eine romantische und liebevolle Art. Nein, eher mit Worten die klingen, als würde er sie nur besteigen und nichts anderes von ihr wollen. Da geht es dann plötzlich nur noch um den Akt und nicht mehr um Gefühle. Dass die Autorinnen meistens noch einen pseudo-romantischen Satz hinterherschieben, der seine Gefühle verdeutlichen wollen, rettet es dann auch nicht. Für mich war die Art und Weise seiner Gedanken einfach zu respektlos und zu sehr auf das Vögeln beschränkt und dazu die Momente wirklich jedes Mal absolut unpassend. Ich weiß nicht, ob die Autorinnen etwas in Richtung Fifty Shades und Co versucht haben aber es ist leider nicht gelungen.
Mir hätte die Geschichte trotz aller Vorhersehbarkeit gut gefallen aber leider konnte ich Chance nach und nach immer weniger abgewinnen und habe dazu noch den Spaß an dem Buch verloren. Sehr schade.









