Kunden em pfehlungen
Rezensionen von LadyIceTea:
Langweilig und wirr
Sweet Sorrow von Nicholls David
Manches im Leben strahlt so hell, dass es erst aus der Entfernung wirklich gesehen werden kann. Die erste große Liebe ist so eine Sache, die immer noch leuchtet, auch wenn sie längst verglüht ist. Und jeder ist der Hauptdarsteller dieser Geschichte im Leben. Auch Charlie Lewis. Nichts an ihm ist ansonsten besonders.
Er sieht durchschnittlich aus, seine Noten sind in Ordnung, selbst die Scheidung seiner Eltern ist nur normal unglücklich. Dann begegnet er Fran Fisher, und seine Welt steht Kopf. Plötzlich findet er sich mittendrin in der ältesten und immer neuen Geschichte: die erste große Liebe. Und zwar recht wörtlich, denn Fran macht zur Bedingung für weitere Treffen, dass er sich mit ihr einer Laientheatergruppe anschließt, Romeo und Julia, was sonst. In den langen, hellen Nächten des Sommers nach dem Schulabschluss macht Charlie die schönsten, peinlichsten, aufregendsten und unvergesslichsten Erfahrungen seines Lebens. Und steht dann zwanzig Jahre später vor der Frage, ob er sich traut, seine erste große Liebe wiederzutreffen.
Eigentlich mag ich die Bücher von David Nicholls sehr gerne. Eigentlich. Leider konnte mich „Sweet Sorrows“ überhaupt nicht abholen.
Für mich war der Schreibstil ziemlich wirr und irgendwie langweilig und langatmig. Die Hauptfigur Charlie und eigentlich fast alle um ihn herum, waren mir eher unsympathisch als alles andere. Lediglich Fren fand ich recht nett.
Auch die Handlung plätschert nur langsam vor sich hin und so richtig passiert eigentlich nichts.
Ich habe das Buch nur bis zur Hälfte gelesen und dann abgebrochen, weil es für mich zunehmend zu einer Quälerei wurde.
Ich finde es sehr schade, denn der Klappentext verspricht eigentlich eine Liebesgeschichte. Leider bekommt man eher ein melancholisches Drama. Viel Gefühl ist bei mir nicht angekommen.
Ich denke, der ein oder andere wird diesen eher bodenständigen Schreibstil mögen und auch mit den etwas raueren Figuren gut auskommen aber für mich ist dieses Buch leider eine Enttäuschung.
Schade, denn die Idee hat mir wirklich gut gefallen. Nur leider hat es am Ende nicht gereicht.
Spannend neu und andersartig
Shadowscent - Die Blume der Finsternis von Freestone P. M.
Ausgerechnet am Blütenmond passiert in den geheimen Gärten der Hüterin der Düfte die Katastrophe: Der Kronprinz, der gerade erst angereist war, liegt vergiftet am Boden. Rakel, der armen Dienerin mit einem besonderen Talent für Düfte, und Ash, dem Leibwächter des Prinzen, fällt die eigentlich unlösbare Aufgabe zu, das rettende Gegenmittel zu finden.
Dafür müssen die beiden kryptische Geheimnisse aus uralten Zeiten entschlüsseln und ihre eigenen verborgenen Wahrheiten erkennen.
„Shadowscent – Die Blume der Finsternis“ von P.M. Freestone ist wirklich mal ein neues Goldstück der Fantasywelt.
In „Shadowscent“ verfolgen wir eine spannende Geschichte um Macht, Intrigen, Vertrauen, Freundschaft, Gift und am allerwichtigsten: Düfte!
In dieser neuen und außergewöhnlichen Welt dreht sich allem um Düfte. Die Autorin beschreibt die Gerüche, die unsere Helden wahrnehmen so greifbar, dass ich manchmal dachte sie selbst riechen zu können. Auch die Welt, durch die sich Ash und Rakel schlagen müssen, wird so gekonnt beschrieben, dass ich mich hineinversetzt gefühlt habe.
Rakel und Ash sind zwei tolle Hauptcharaktere. Sie leben in unterschiedlichen Ständen, haben unterschiedliche Erfahrungen und unterschiedliches Wissen, genauso wie unterschiedliche Beweggründe für ihr Handeln. Trotz all dieser Unterschiede gibt es eine Harmonie zwischen den Figuren, die der Autorin wirklich gut gelungen ist.
In „Shadowscent“ wird ein royales Konstrukt gesponnen, welches sich aus verschiedenen Provinzen und Adelshäusern zusammensetzt und einer Regierung die viele Gepflogenheiten und Traditionen zu wahren hat um alle Bereiche des Königreichs im Frieden zu halten. Auch das ist der Autorin geglückt. Sie hat wirklich ein eigenes kleines, funktionierendes Reich erschaffen. Ebenfalls sehr spannend wurde die immer größer werdende Kluft zwischen Schulmedizin und den Künsten der Düfte dargestellt.
Es gibt so viele Figuren bei denen nie ganz klar ist, ob sie nun Freund oder Feind sind und ob sie Intrigen spinnen oder helfen wollen. In jedem Kapitel taten sich neue Informationen auf, die immer weiter zu einem geschlüsselten Ende zusammen liefen.
Dieses Buch hat unglaublich viele interessante Facetten und eine äußert spannende Story zu bieten. Ich hätte mir nur gewünscht, dass es ein Einzelband und keine Reihe ist aber so kann ich mich noch auf weitere Abenteuer in dieser Welt freuen.
Schön und lesenswert aber schwächer als Band 2
Shadowscent - Die Blume der Finsternis von Freestone P. M.
Delaney liebt ihren Job im Krankenhaus von Echo Lake - bis ihr Chef sie beauftragt, auf der Kinderstation Einsparpotenziale ausfindig zu machen. Bei ihrer Recherche trifft sie auf Kinderarzt Josh, der vor lauter Arbeit nicht weiß, wo ihm der Kopf steht, und sie deutlich spüren lässt, für was er sie hält: eine junge Frau, die von nichts eine Ahnung hat.
Als es plötzlich um Leben und Tod eines jungen Patienten geht, arbeiten Delaney und Josh jedoch Seite an Seite. Finden auch ihre Herzen zusammen?
Ich habe mich sehr gefreut, in Band zwei Figuren aus dem ersten Band wiederzutreffen. Ethan und Josie tauchen als Joshs Freunde auf und grade Molly begleitet diese Geschichte durchgehend. In dieser Fortsetzung lernen wir Joshua richtig kennen und dazu noch Delaney. Beide sind sehr unterschiedliche Charaktere aber leben für das was sie tun. Sie harmonieren durch ihre Unterschiede gut miteinander und es macht Spaß ihre Entwicklung mitzuverfolgen.
Auch in diesem Buch fliegen die Seiten, dank des tollen Schreibstils der Autorin, nur so dahin. Die Geschichte wurde mir zu keiner Zeit langweilig, eher im Gegenteil. Ich hätte mir an einigen Stellen gewünscht, dass es noch mehr Informationen gibt. Hier liegt auch mein einziger Kritikpunkt. Grade im letzten Drittel der Geschichte, werden viele Punkte zu schnell abgehandelt und dadurch zu wenig vertieft. Es kommt noch einmal zu einer Actionszene, die aber keine wirkliche Auswirkung auf die Handlung hat. Ein Konflikt wird viel zu schnell gelöst. Der Bösewicht kommt scheinbar ungeschoren davon. Und Zukunftspläne werden nur vorgestellt aber es bleibt offen, ob sie Erfolg haben.
Versteht mich nicht falsch, das Buch ist trotz der offenen Stränge wirklich schön und eine gute Fortsetzung, kommt aber dadurch nicht ganz an den ersten Band heran. Ich würde mir wünschen, dass ein paar Dinge noch mal in Band drei erwähnt werden. Aber auch wenn nicht, bleibe ich ein Fan der Reihe und freue mich, wenn es wieder an den Echo Lake zurück geht.
Nette Unterhaltung aber ein wenig träge
Shadowscent - Die Blume der Finsternis von Freestone P. M.
Mara hat alles im Griff. Der Job als Assistentin einer erfolgreichen Influencerin ist zwar etwas nervig, aber läuft. Die Beziehung mit ihrem Verlobten Sebastian ist jetzt nicht gerade leidenschaftlich, aber dafür stimmt bei ihm die Altersvorsorge. Die Wohnung ist nicht unbedingt nach ihrem Geschmack eingerichtet, aber die Designermöbel sind schon schick.
Kurzum: Maras Leben läuft planmäßig, ruhig und schön unaufgeregt. Bis Sebastian sich von ihr trennt und sie aus der Wohnung schmeißt. Plötzlich ist Maras ausgeklügelter Lebensplan dahin und sie muss sich einen Plan B überlegen. Aber was, wenn Plan B auch nicht funktioniert? Dann gibt es ja noch C, D, E, F, … Oder man macht einfach mal gar keine Pläne. So wie Marius. Seines Zeichen Filmemacher, wahnsinnig charmant, sieben Jahre jünger, und planlos glücklich. Also definitiv kein Mann für Mara. Bis sie merkt, dass manchmal gar kein Plan auch eine Lösung sein kann.
„Gar kein Plan ist auch eine Lösung“ von Kyra Groh ist eine nette Geschichte mit sympathischen Figuren. Das Buch lässt sich locker im Genre Frauenliteratur einordnen. Der Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen
Mara ist eine sympathische Hauptfigur. Sie ist nicht perfekt und man merkt, dass sie sich eine Blase erschaffen hat, die dann jedoch überraschend platzt. Wir können Mara begleiten, wie es zunächst bergab und dann bergauf geht und sie dabei von vielen tollen Menschen begleitet wird.
Die Geschichte ist seichte Unterhaltung für gemütliche Abende auf der Couch. Es hat Spaß gemacht, das Buch zu lesen und Maras Entwicklung zu verfolgen. Wirklich tiefgründige Dinge kann und muss man hier nicht erwarten aber für mich war das von vornherein klar und absolut nicht schlimm. Im Gegenteil war es sogar das was ich wollte.
Mein einziger Kritikpunkt ist der, dass die Geschichte zwischendurch ein wenig träge wurde. Sie wollte nicht so ganz voran gehen und drehte sich immer um das Gleiche. Da hätte ich mir ein wenig mehr Tempo gewünscht.
Alles in allem ein nettes Buch, bei dem man nichts Falsch macht.
Eine schöne Love-Story
Flirting with Fire von Piper Rayne
Eigentlich wollte ich gar nicht an dem Ehemaligentreffen meiner Highschool teilnehmen, doch meine Freundinnen haben mich überredet. Sie waren es auch, die bei der Bachelor-Versteigerung in meinem Namen auf ein Date mit meinem ehemaligen Highschoolschwarm geboten haben. Ja, richtig gehört, selbst als ich „Fatty Maddie“ genannt wurde, stand ich auf den Quarterback unseres Footballteams.
Nicht, dass er mich jemals beachtet hätte. Inzwischen verdient Mauro Bianco sein Geld im Kampf gegen das Feuer, aber wenn ich an ihn denke, steht mein Herz noch immer in Flammen. Ein Date, das ist alles, was ich versprochen habe. Nur ein paar Stunden, dann kann ich ihn wieder in der alten Schuhschachtel verstauen, die ganz hinten in meinem Schrank steht.
Doch wie immer hat das Universum andere Pläne. Niemals hätte ich gedacht, dass Mauro innerhalb weniger Tage von meinem Highschoolschwarm zu meinem Geschäftspartner werden würde. Und auch nicht, dass die Vergangenheit uns so schnell einholt.
„Flirting with fire“ von Piper Rayne ist der erste Band der neuen „Saving Chicago“ Reihe und zeigt sich direkt als sehr gelungener Auftakt.
Die Geschichte ist Kapitelweise aus der Sicht von Mauro oder Maddison geschrieben. Der Autorin gelingt es gut, dass man am Schreibstil erkennt, aus wessen Sicht die Ereignisse grade geschildert werden. Die Leser werden dadurch gut mitgenommen und können sich hervorragend in die Gefühlslage der Zwei hineinversetzen. Piper Raynes Schreibstil ist eine angenehme Mischung aus vielfältigen Personen- und Umgebungsbeschreibungen und einer Menge Gefühl.
Maddie konnte ich direkt in mein Herz schließen. Sei es ihr 16-jähriges Ich oder Maddie als erwachsene Frau. Sie ist super sympathisch und trotz ihrer Unsicherheiten unglaublich stark und nett. An ihrer Seite hat sie tolle Freundinnen, die dem Buch viel Wärme geben.
Die Bianco Brüder sind hot! Feuerwehrmann, Rettungssanitäter und Cop. Was ein Trio. Ich denke, jeder Leserin die dieses Genre mag, wird hier das Herz höhergeschlagen haben. Dazu sind die drei auch wirklich einnehmend. Man muss sie einfach mögen.
Die Geschichte um Mauro und Maddie ist gefühlvoll und spannend. Sie hat ihre Höhen und Tiefen und es hat mir viel Freude bereitet, die Beiden bei ihrer Entwicklung zu begleiten. Ich habe mitgefiebert und wollte einfach immer mehr erfahren. Nicht erst die letzte Seite hat mich zum Fan gemacht und als das Buch zu Ende war, war ich mehr als froh, dass es schon bald die Fortsetzungen gibt.
Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen!
Langweilig und konstruiert
Die Toten von Marnow von Holger Karsten Schmidt
Der Jahrhundertsommer 2003. Gluthitze liegt über Marnow, dem malerischen Ort an der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Kommissare Frank Elling und Lona Mendt ermitteln in einem Mordfall. Das Tatmotiv scheint klar, die Aufklärung nur eine Frage der Zeit. Doch nichts ist so, wie es scheint. So entpuppt sich das Tatmotiv als absichtlich gelegte Fehlspur des Mörders, der vermeintliche Routinefall als Beginn einer Mordserie mit brisantem politisch-historischem Hintergrund.
Und mächtige Gegenspieler der Kommissare haben ein Interesse daran, die wahren Zusammenhänge im Dunkeln zu belassen. Je weiter Elling, der treusorgende Familienvater, der auf recht großem Fuß lebt, und Mendt, die Unnahbare, die in ihrem Wohnmobil geheimnisvolle Besuche empfängt, in ihren Ermittlungen kommen, desto größer werden die Hindernisse, die sie überwinden müssen. Und desto häufiger lassen sie sich selbst zu moralisch höchst fragwürdigen Handlungen hinreißen. So zwingen die Ereignisse die beiden so unterschiedlichen Charaktere nach und nach, einander blind zu vertrauen – nicht zuletzt, um ihre eigene Haut zu retten.
Als ich den Klappentext zu „Die Toten von Marnow“ von Holger Karsten Schmidt gelesen habe, wurde in mir direkt die Hoffnung auf einen richtig schön spannenden Krimi geweckt. Leider wurde diese Hoffnung in großen Teilen enttäuscht.
Der Autor hat hier einen Krimi erschaffen, der wirklich verzwickt ist. Das muss man ihm lassen. Ich wusste bis zu den letzten hundert Seiten nicht, wer in den Fall verwickelt ist und wer genau welche Rolle spielt.
Zu diesem verworrenen Fall hat er zwei Ermittler kreiert, die wohl in die Gruppe „Anti-Held“ fallen. Besonders KHK Elling baut einen Bockmist nach dem anderen, um sich seinen eigenen Vorteil zu sichern. Er hat nie böse Absichten dabei, lässt mich aber doch immer wieder mit dem Kopf schütteln. KHK Mendt hält in Punkto „moralisch höchst fragwürdige Handlungen“ recht gut mit Elling mit, obwohl sie von ihm in vieles nur hineingezogen wird. Trotz alledem haben beide auch eine recht sympathische Seite.
Leider konnte mich dieser Krimi überhaupt nicht für sich gewinnen. Der Fall wirkt auf den ersten Blick wirklich interessant und lädt zum Grübeln ein. Doch grade durch die vielen Abzweigungen und Wirrungen wurde es mir im Endeffekt einfach zu konstruiert. Das Wort konstruiert trifft auch auf einige Handlungen der Figuren zu. Unrealistisch war ebenfalls ein Wort, welches mir öfter durch den Kopf ging.
Dazu hält der Autor sich oft mit den privaten Problemen der Ermittler auf. Ich verstehe, dass einige Dinge davon nötig waren, um gewisse Handlungen zu rechtfertigen. Trotzdem haben mich diese Nebenhandlungen einfach nur gelangweilt. Ich hätte sie am liebsten übersprungen.
Dieser Krimi hat eine wirklich gute Grundidee und auch das Setting ist wirklich nicht schlecht. Leider hat mich die Umsetzung komplett enttäuscht. Einen Stern gibt es für die Grundidee und einen für die ungewöhnlichen Charaktere (ihre Handlungen ausgenommen).
Ich würde diesen Krimi nicht weiterempfehlen.
Ein richtig spannender Cold-Case-Krimi!
Wisting und der Tag der Vermissten von Horst Jørn Lier
Seit 24 Jahren hat Kommissar William Wisting ein Ritual. Am Jahrestag des Verschwindens von Katharina Haugen nimmt er sich die Fallakten erneut vor. Dieser Cold Case lässt ihm einfach keine Ruhe. Jedes Jahr trifft er zudem Martin Haugen, den Ehemann der Vermissten und damaligen Hauptverdächtigen, dem nie eine Schuld nachgewiesen werden konnte.
Doch dieses Jahr sind zwei Dinge anders: Aus Oslo reist Adrian Stiller an, der in einem anderen Fall über die Fingerabdrücke von Martin Haugen gestolpert ist. Und als Wisting Haugen wie immer treffen will, ist dieser spurlos verschwunden.
Der erste Teil der Wisting-Reihe ist wirklich ein richtig schön klassischer Krimi. Ich bin ein großer Fan, wenn es um Cold-Cases geht. Ich finde besonders die Aufklärung alter Fälle sehr spannend. Das Thema wird hier wunderbar ohne große Aufregung angegangen.
Wisting ist ein sehr sympathischer und Bodenständiger Hauptcharakter. Er hat keine psychischen Probleme oder sonst irgendwie Dreck am Stecken, sondern versucht einfach nur diesen einen Fall aufzuklären, der ihn immer wieder umtreibt.
Besonders die Aufklärungsarbeiten haben mir gut gefallen. Es war sehr plausibel, wie die Ermittler zu neuen Hinweisen gekommen sind und für mich als Leser gut nachvollziehbar.
Der Krimi kommt ohne Blutvergießen und ohne große Action-Szenen aus und beinhaltet trotzdem eine fesselnde Grundspannung. Mir hat es gut gefallen, dass wir hier wirklich mal wieder von einem Kriminalroman und nicht von einem Thriller sprechen.
Wisting ist ein durch und durch solider und guter Krimi, der mich begeistern konnte. Ich freue mich schon sehr darauf die Fortsetzung zu lesen!
Ein toller Sylt-Roman mit sympathischen Figuren
Das kleine Haus in den Dünen von Julia Rogasch
Clara ist mit ihrer Kraft so gut wie am Ende. Seitdem beim gemeinsamen Sohn eine schwere Atemwegserkrankung festgestellt wurde, stehen sie und ihr Mann Paul unter Druck. Finanziell ist es eng, da Clara weniger arbeitet, um ganz für ihren Sohn da zu sein. Sie und Paul streiten viel. Da tritt von einem auf den anderen Tag ihr alter Jugendfreund, ihre erste große Liebe Max wieder in ihr Leben.
Max, der sein Leben lang nichts anbrennen ließ, erfolgreich im Job ist und der damals nach einer gemeinsamen Nacht mit Clara den Kontakt zu ihr abbrach. Er bietet der erschöpften Familie völlig überraschend sein Ferienhaus auf Sylt an, um dort wieder zu Kräften zu kommen. Clara nimmt widerwillig an, um der Gesundheit ihres Sohnes Willen. Doch kaum auf Sylt angekommen, bemerkt sie, dass ihre Gefühle für Max immer noch stark sind. Aber ist es mehr als Freundschaft? Und sie ahnt: Max‘ Sinneswandel und Großzügigkeit müssen einen Grund haben.
Dies war mein erster Roman von Julia Rogasch. Schon direkt nach wenigen Seiten konnte mich ihr Schreibstil mitreißen und die Seiten flogen nur so dahin. Da hat es mich zwischendurch wirklich überrascht, wie weit ich schon war.
Clara ist eine sehr sympathische Hauptfigur. Sie ist nicht perfekt und grade das mag ich so an ihr. Ihre Probleme mit ihrem Mann Paul, ihre Sorgen, Wünsche und ihre Liebe zu ihrem Sohn sind wunderbar nachzuvollziehen. Es fiel mir sehr leicht, mit ihr mitzufiebern und zu hoffen, dass alles gut wird.
Auch die anderen Figuren schließt man schnell ins Herz. Besonders den kleinen Lennart oder Ulrike, Claras führsorgliche Mutter.
Die Geschichte wartet mit viel Gefühl auf. Altes wird ans Licht gebracht und kollidiert mit Neuem. Für niemanden ist es wirklich leicht, was greifbar ist. Gefühle, Hoffnungen und Ängste sind präsent und geben der Geschichte eine unerwartete Tiefe.
Die Liebe der Autorin zu Sylt ist spürbar und gibt dem Ganzen einen schönen Urlaubsflair. Ich würde am liebsten sofort auf die Insel fahren.
„Das kleine Haus in den Dünen“ ist ein toller Insel-Roman, mit sehr viel Gefühl und sympathischen Figuren. Eine klare Empfehlung!
Eine schöne Geschichte aber lang
Wo man im Meer nicht mehr stehen kann von Genovesi Fabio
Fabio ist der Mittelpunkt seiner verrückten Großfamilie in der Toskana. Als Liebling seiner zehn »Großväter« – den schrulligen, unverheirateten Brüdern seines Opas – wird er zu den seltsamsten Unternehmungen mitgenommen. Die sind zwar selten kindgerecht, aber dafür immer unvergesslich. Doch als sein Vater nach einem Unfall im Koma liegt, muss Fabio sich dem richtigen Leben stellen.
Er beginnt, seinem Vater selbst verfasste Geschichten vorzulesen. Denn was kann jemanden besser ins Leben zurückholen, als all die Abenteuer mit seinen zehn Großvätern.
Fabio Genovesis Schreibstil muss man mögen. Nach dem ich nun das zweite Buch von ihm gelesen habe stelle ich fest, ich werde mit ihm nicht ganz warm.
Er schreibt ohne allzu sichtbaren roten Faden und erzählt eben eine Geschichte. Hier die von dem jungen Fabio, der ziemlich merkwürdig aufwächst. Er erzählt, wie Fabio langsam das Leben entdeckt und dabei merkt, dass er nicht so normal ist, wie alle dachten aber er versucht, das Beste daraus zu machen.
Die Geschichte an sich ist wirklich schön. Ich kann die ganzen positiven Kritiken durchaus nachvollziehen und sehe, was die anderen Leser meinen. Doch leider ist dies nicht meine Art Buch. Mir ist es zu langatmig. Es passiert mir zu wenig Wichtiges. Denn, wenn alles wichtig ist, ist dann überhaupt etwas wichtig? Die Geschichte läuft so vor sich hin, wie eine leichte aber schöne Hintergrundmusik. Ich bin wohl mehr der Typ für direkte Beschallung.
Gegen Ende hin, habe ich mich öfter dabei erwischt, wie ich Passagen nur überflogen habe. Als ich nur noch 50 Seiten zu lesen hatte, habe ich 40 davon übersprungen und festgestellt, dass ich nichts Großes verpasst hatte. Ich konnte die letzten Seiten weiterhin so verstehen, als hätte ich alles gelesen.
Ich denke, es gibt viele Leser, die mögen Geschichten, die einfach nur so vor sich hin erzählen und Genovesis Erzählstil in seiner Besonderheit, ist bestimmt auch das Lesen wert. Aber, wie oben erwähnt, man muss es mögen und meins ist es leider nicht. Trotz schöner Idee und im Prinzip guter Umsetzung.
Spannendes Thema, gut umgesetzt
Life Hack. Dein Leben gehört mir von Perry June
Als sie Ada das erste Mal begegnet, steht Ellie quasi sich selbst gegenüber - ihrer Doppelgängerin. Ada ist so cool und mutig, wie Ellie es selbst gern wäre. Aber Ada ist Ellies lebendig gewordener Albtraum: Denn sie ist eine Software und gekommen, um Ellies Leben zu übernehmen!
Jeder von uns nutzt sie und viele wollen sie nicht mehr missen – Alexa, Siri und Co.
Von KI kann hier noch nicht wirklich die Rede sein aber die Wissenschaft arbeitet mit Hochdruck daran, diesen Wunschgedanken Wirklichkeit werden zu lassen.
June Perry hat diesen Gedanken mal zu Ende gedacht und sich gefragt, was passiert, wenn KIs genauso menschlich werden wie der Rest der Welt.
Mir hat es gefallen, dass die Welt, die June Perry hier geschaffen hat, gar nicht so weit weg ist. Die Technik ist weiter und überall gibt es KIs und „Persönliche-assistenz-Programme (PAP)“ die das Leben erleichtern und viele Aufgaben übernehmen, für die die Menschen keine Lust oder Zeit mehr haben. Trotzdem ist es nicht übermäßig futuristisch und nah an unserer jetzigen Zeit.
Spannend finde ich den Gedanken, dass es die Menschen in verschiedene Lager teilt. Es gibt Menschen, die die Technologie befürworten und zu schätzen wissen und die Menschen, die sie als Bedrohung und Gefahr ansehen.
Der Hauptgedanke des Buchs ist auf jeden Fall „Wann ist ein Mensch ein Mensch?“. Ada und Ellie fragen sich beide was einen Menschen ausmacht und ob das reine Ich-Bewusstsein ausreicht oder ob auch noch der fleischliche Körper dazu gehört.
All diese Themen sind wirklich spannend umgesetzt. Auch der Schreibstil ist wirklich fesselnd. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich für dieses Thema interessiert oder auch nicht interessiert.









