Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Beginnt eher gemächlich, nimmt dann aber deutlich an Fahrt auf und ist nicht so leicht zu durchschauen
Verborgenes Unheil von Daniela Frenken
Nach einer gescheiterten Beziehung zieht Emma zu ihrer Schwester Daisy und deren Familie. Sie arbeitet in Daisys Café, welches sich auf dem Burggelände befindet. Dort lernt sie auch Nils kennen. Der junge Mann scheint in seiner Rolle als Burgführer aufzugehen, kleidet sich wie ein Ritter und scheint auch sonst eher in einer anderen Welt zu leben.
Deshalb kann Emma seine Aussage, dass ein geheimnisvoller Abt auf dem Burggelände umgeht und Menschen tötet, zunächst kaum glauben. Doch plötzlich kommt es zu merkwürdigen Ereignissen. Emma beginnt Fragen zu stellen und weiß bald nicht mehr, was sie glauben soll und wem sie vertrauen kann.....
Das Interesse am Buch, wird durch einen geheimnisvollen Prolog, in dem man eine Frau beobachtet, die offensichtlich gefangen gehalten wird und Todesangst aussteht, sofort geweckt. Der Einstieg in die eigentliche Handlung verläuft dann allerdings eher gemächlich. Man lernt zunächst die unterschiedlichen Protagonisten kennen und erfährt einige Hintergründe. Diese Schilderungen sind sehr detailliert. Dadurch bekommt man zwar einen guten Überblick und viele Informationen, doch die Spannung, die man ja von einem Thriller erwartet, will sich zunächst nicht einstellen.
Der Schreibstil ist allerdings sehr flüssig. Man kann sich Handlungsorte und Protagonisten mühelos vorstellen, sodass man sie beim Lesen spontan vor Augen hat. Die Akteure wirken alle lebendig und dadurch sind auch die detaillierten Hintergrundinformationen durchgehend interessant. Die Handlung baut sich eher langsam auf. Doch dann beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Man ist hin- und hergerissen, weiß nicht, was man glauben soll und wem man vertrauen kann. Der Autorin gelingt es außerdem hervorragend, falsche Fährten auszulegen, denen man nur zu bereitwillig folgt, um am Ende dann mit einer Wendung überrascht zu werden. Denn es ist gar nicht so leicht zu durchschauen, wer hier der Täter sein könnte. Man tappt bei den eigenen Überlegungen lange Zeit im Dunkeln. Das große Finale ist so spannend, dass man förmlich an den Seiten klebt und das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.
Krimis und Thriller sind ja meine absoluten Favoriten. Auch wenn ich zugeben muss, dass mir am Anfang der Nervenkitzel und die Spannung, die einen Thriller für mich ausmachen, bei diesem Exemplar etwas gefehlt haben, kam ich dennoch voll auf meine Kosten. Denn ich mag Handlungen, in denen man detaillierte Hintergrundinformationen zu den Protagonisten bekommt und bei denen man den Täter nicht ausmachen kann,auf falsche Fährten gelockt und am Ende überrascht wird. Das alles ist der Autorin, meiner Meinung nach, sehr gut gelungen und deshalb vergebe ich auf meiner persönlichen Bewertungsskala vier von fünf Sternchen.
Eine Familiengeschichte, die zum Nachdenken anregt
Wenn wir wieder leben von Charlotte Roth
Im Herbst 1963 lernt die Studentin Wanda an der Berliner Universität Andras Goldfarb kennen. Der junge Mann überzeugt Wanda, die nichts über ihre Herkunft weiß, davon, dass sie den Mut dazu aufbringen muss, ihre Mutter und ihre Tante nach den Kriegsjahren zu fragen. Doch Wandas scheinbar harmlose Frage sorgt dafür, dass das Familienleben in einer Tragödie endet.
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"Wenn wir wieder leben" wird in zwei Handlungssträngen, die sich auf unterschiedlichen Zeitebenen zutragen, erzählt. In der Gegenwart beobachtet man Wanda, die plötzlich Fragen nach ihrer Herkunft und den Kriegserlebnissen der Familie stellt, und in der Vergangenheit blickt man zurück in die 1920er-Jahre. Hier steht die junge Gundi, die mit ihrer Halbschwester Lore, Julius und Erik eine Band gründet und auf den großen Durchbruch im Ostseebad Zoppot wartet, im Zentrum des Geschehens.
Der Einstieg in das Buch ist interessant und macht neugierig auf den weiteren Verlauf, bzw. auf die Vergangenheit, die Wanda unbedingt ergründen möchte. Obwohl es der Autorin hervorragend gelingt, die Handlungsorte und Protagonisten so lebendig zu beschreiben, dass man sie regelrecht vor Augen hat, lässt sich der Anfang nicht ganz so flüssig lesen. Es gibt leichte Startschwierigkeiten, bevor die Erzählung richtig Fahrt aufnimmt. Doch wenn der Funke überspringt, dann kann man sich kaum noch von der Geschichte lösen. Man merkt beim Lesen, wie gut die Autorin die Hintergründe recherchiert hat und wie viel Herzblut in dieser Erzählung steckt. Man kann die Gefühle der unterschiedlichen Protagonisten sehr gut nachvollziehen und sich ganz auf die spannende Reise in die Vergangenheit einlassen. Dabei wird man oft zum Nachdenken angeregt und am Schluss mit einer unvorhergesehenen Wendung überrascht.
Ich habe bereits einige Romane der Autorin mit Begeisterung gelesen und wurde auch von diesem Buch nicht enttäuscht. Allerdings muss ich zugeben, dass ich am Anfang leichte Startschwierigkeiten hatte, bis bei mir der Funke übergesprungen ist. Dann konnte ich mich allerdings kaum noch von der Geschichte lösen und habe das Buch erst zur Seite gelegt, als ich am Ende angekommen war. Dieses Familienschicksal hat mich zum Nachdenken angeregt und wir mir noch lange in Erinnerung bleiben. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt der Roman vier von fünf möglichen Sternchen. Das eine ziehe ich wegen der Startschwierigkeiten ab. Doch als diese überwunden waren, wurde ich mit einer wunderbaren, berührenden Geschichte belohnt, die ich wirklich weiterempfehlen kann.
Pageturner
Der Flüstermann von Catherine Shepherd
Im Internet taucht ein Video auf, in dem die grauenvolle Ermordung einer jungen Frau zu sehen ist. Kurz vor ihrem Tod flüstert der Mörder seinem Opfer noch etwas ins Ohr. Die Spezialermittlerin Laura Kern beginnt sich auf die Suche nach dem Täter, seinem Opfer und dem Tatort zu machen. Doch schon nach kurzer Zeit erscheint ein neues Video, in dem ein weiterer Mord geschieht.
Bevor der Täter zuschlägt, scheint er seine Opfer auf die Probe zu stellen. Erst wenn sie diesen Test nicht bestehen, entführt er sie und tötet sie auf grausame Weise. Nach welchen Kriterien sucht der Mörder seine Opfer aus? Laura Kern setzt alles daran, den Zusammenhang zu erkennen. Da der Täter den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.....
Nach "Krähenmutter" und "Engelsschlaf" ist "Der Flüstermann" der dritte Band der Reihe um die Ermittlerin Laura Kern. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band der Serie gelesen hat.
Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, denn man ist sofort mitten im Geschehen und möchte unbedingt erfahren, was hinter dieser grausamen Mordserie steckt. Die Spannung ist von Anfang an da und kann sich im Verlauf der Handlung stetig steigern. Schon nach kurzer Zeit mag man das Buch nicht mehr aus der Hand legen, da es sich schnell zu einem wahren Pageturner entwickelt.
Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Man beobachtet die aktuellen Ermittlungen, die Laura Kern und ihr Team anstellen, und kann außerdem zuweilen die Ängste der Opfer, die gerade in den Fängen des Mörders sind, hautnah miterleben. Diese Szenen sind so detailliert beschrieben, dass Gänsehautfeeling garantiert ist. Ein weiterer Handlungsstrang blickt zurück auf eine Tunesienreise, die einige Jahre zurückliegt. Man ahnt, dass diese Reise von entscheidender Bedeutung sein könnte, doch so richtig scheint nichts zusammenzupassen. Immer wenn man meint, dass man der Auflösung einen Schritt näher gekommen ist, sorgt die Autorin dafür, dass man die eigenen Ermittlungen noch einmal überdenken muss. Denn nichts ist so, wie es zunächst scheint und deshalb bleibt die Spannung bis zum Schluss erhalten.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und spürt zwischen den Zeilen eine angespannte Atmosphäre. Der Autorin gelingt es außerdem, interessante Hintergrundinformationen in die Handlung einzuflechten, durch die man, ganz nebenbei, noch etwas lernen kann. Die Charaktere wirken ebenfalls sehr lebendig, sodass man ganz in die Handlung eintauchen und das spannende Katz- und Mausspiel genießen kann, das in einem schlüssigen Finale gipfelt.
Thriller sind meine absoluten Favoriten und "Der Flüstermann" hat mir ausgesprochen gut gefallen. Die temporeiche Handlung hat mich vom ersten Moment an in ihren Bann gezogen, sodass ich das Buch nur ungern aus der Hand legen mochte. Denn ich wollte unbedingt erfahren, was hinter dem Ganzen steckt. Dabei ist es der Autorin einige Male gelungen, mich in die Irre zu leiten. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt dieser Thriller alle fünf Bewertungssternchen und eine klare Leseempfehlung!
Französische Leichtigkeit schwebt zwischen den Zeilen
Das Mädchen, das in der Metro las Gebunden. von Féret-Fleury Christine
Jeden Morgen, den Juliette auf der Fahrt zur Arbeit in der Metro verbringt, liest sie in einem Buch oder beobachtet weitere Mitfahrende bei deren Lektüre. Da ist zum Beispiel die Frau mit dem Kochbuch, ein Mann, der sich für Insekten zu interessieren scheint, oder die Frau, die stets an einer bestimmten Stelle in einem Liebesroman besonders ergriffen zu sein scheint.
Juliette beobachtet alles fasziniert und lässt dabei ihrer Fantasie freien Lauf. Eines Tages steigt sie spontan ein paar Stationen früher aus der Metro und lernt dabei Soliman kennen. Er lebt mit seiner Tochter Zaide, umgeben von riesigen Bücherstapeln, und ist davon überzeugt, dass jedes Buch die Macht hat, ein Leben zu verändern, wenn es an die richtige Person übergeben wird. Da Soliman seine Bücherstapel nicht verlässt, liefern ausgewählte Boten für ihn Bücher aus, in der Hoffnung, das passende Buch an die richtige Person zu übergeben. Juliette ist fasziniert und wird ebenfalls zu Botin.....
Der Schreibstil von Christine Fèret-Fleury ist geradezu poetisch und macht dieses Buch zu einer besonderen Lektüre, die man genießen sollte. Denn es gibt wundervolle Zitate und Lebensweisheiten zu entdecken, die zum Nachdenken anregen. Zwischen den Zeilen schwebt eine Leichtigkeit, die dafür sorgt, dass man sich beim Lesen einfach wohlfühlt und mühelos in Juliettes Geschichte eintauchen kann. Dennoch sollte man aufmerksam lesen, da es teilweise lange und verschachtelte Sätze zu entdecken gibt und die Handlung manchmal etwas sprunghaft verläuft. Die Charaktere sind vielschichtig und interessant. Sie wirken durchaus sympathisch, allerdings baut man beim Lesen keine besondere Nähe auf, sondern bleibt eher distanziert. Das mag vielleicht an der Kürze der Lektüre liegen.
Ich habe mich beim Lesen dieses recht dünnen Büchleins im Großen und Ganzen sehr gut unterhalten gefühlt, da ich den poetischen und leicht melancholischen Schreibstil genossen habe. Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir ein wenig mehr Nähe zu den Protagonisten gewünscht hätte. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb vier von fünf möglichen Sternchen.
Spannende Ermittlungen
Der Alphabetmörder von Lars Schütz
In einem Wildpark wird die grausam zugerichtete Leiche eines Mannes entdeckt. Die Fallanalytiker Jan Grall und Rabea Wyler vom LKA werden hinzugezogen, um die Ermittler zu unterstützen. Nur kurze Zeit später werden weitere Leichen gefunden. Dass die Taten in Zusammenhang stehen müssen, ist offensichtlich, da der Täter seine Opfer fortlaufend mit den Buchstaben des Alphabets kennzeichnet.
Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, als die Ermittler ein Stück Haut zugestellt bekommen. Dieser Hautfetzen gehört zu einer vermissten Person. Kann sie rechtzeitig gerettet werden? Jan Gralls Hotelzimmer wird außerdem mit einem Z markiert. Nun ist klar, dass der Täter sich durch das Alphabet morden wird, wenn er nicht vorher gestoppt werden kann.....
Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, da man sofort mitten ins Geschehen geworfen wird. Das Interesse wird dadurch unmittelbar geweckt, sodass man gespannt dem weiteren Verlauf folgt. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen problemlos vorstellen und ganz in die Ermittlungen eintauchen.
Die Charaktere wirken ebenfalls sehr lebendig. Sie haben Ecken und Kanten. Jan Grall ist nicht so leicht einzuschätzen, da es etwas in seiner Vergangenheit gibt, was ihm offensichtlich zu schaffen macht. Diese Nebenhandlung verknüpft sich hervorragend mit dem eigentlichen Fall und sorgt dafür, dass der Thriller durchgehend abwechslungsreich und spannend bleibt. Beim Lesen sollte man allerdings nicht allzu zartbesaitet sein, da der Täter mit seinen Opfern nicht unbedingt zimperlich umgeht und es dem Autoren mühelos gelingt, die Leichenfunde so realistisch zu beschreiben, dass sofort das Kopfkino anspringt.
Der Fall selbst ist durchgehend spannend. Man fiebert mit und stellt eigene Ermittlungen an. Dabei kommt es zu einigen Überraschungen. Im großen Finale steigt die Spannung weiter steil nach oben und gipfelt in einem nachvollziehbarem Ende.
Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und bei diesem Exemplar habe ich mich ausgesprochen gut unterhalten, da ich von Anfang an mitten im Geschehen war und die spannende Handlung durchgehend genießen konnte. Ich würde mich freuen, bald einen weiteren Fall von Jan Grall und Rabea Wyler zu verfolgen.
Durchaus interessant, aber für meinen Geschmack hätte es etwas spannender sein dürfen
Zu nah von Kiernan Olivia
Die angesehene Wissenschaftlerin und Dozentin Eleanor Costello wird erhängt aufgefunden. Zunächst geht man von einem Suizid aus, doch dann deutet alles darauf hin, dass Fremdeinwirkung im Spiel war. Detective Frankie Sheehan von der Dubliner Polizei nimmt mit ihrem Team die Ermittlungen auf. Ihr Vorgesetzter hofft darauf, dass Frankie wieder vollkommen einsatzfähig ist, denn ihr letzter Fall hätte sie beinahe das Leben gekostet.
Doch Frankie verbeißt sich regelrecht in ihren neuen Fall und als eine zweite Frauenleiche gefunden wird, führen Spuren ins Darknet. Sucht der Täter bereits nach einem neuen Opfer? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...
"Zu nah" ist das Thriller-Debüt der Autorin Olivia Kiernan und damit der erste Fall für Frankie Sheehan und ihr Team. Am Anfang hat man allerdings das Gefühl, dass einem Hintergrundinformationen zur Ermittlerin fehlen und dass es vielleicht schon einen vorherigen Band gegeben haben könnte. Das ist allerdings nicht der Fall. Im Verlauf der Handlung werden die fehlenden Puzzlestücke aus Frankie Sheehans Vergangenheit allerdings zusammengetragen, sodass sich das Gefühl, dass man bereits etwas verpasst hat, legt.
Durch die scheinbar fehlenden Hintergrundinformationen verläuft der Einstieg in die Handlung zunächst etwas schleppend. Dennoch ist der Fall von Anfang an interessant, sodass man neugierig die Ermittlungen und die Charaktere beobachtet. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf. Man tappt, gemeinsam mit den Ermittlern, lange Zeit im Dunkeln und kann die Verbindung zwischen den Morden vorerst nicht ziehen. Es gibt immer neue Spuren, doch nichts ist so, wie es zunächst scheint. Dadurch wird das Interesse durchgehend gehalten. Die Handlung ist durchaus spannend, allerdings kommt keine Hochspannung auf. Das ändert sich leider auch nicht im dramatischen Finale, das zwar interessant und anfangs auch spannend erzählt wird, dann allerdings, vor dem Erreichen von Nervenkitzel und Hochspannung, bereits schlüssig beendet wird.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen durchaus vorstellen, allerdings gerät Dublin, als Handlungsort, dabei völlig in Vergessenheit. Denn beim Lesen hat man das Gefühl, dass die Handlung sich an einem beliebigen Ort zutragen könnte. Die Charaktere wirken anfangs recht blass und farblos. Die Hauptprotagonistin Frankie Sheehan macht es einem zunächst nicht leicht, Sympathien für sie zu entwickeln. Das ändert sich leider auch erst recht spät. Im Vergleich zu ihr, wirken die anderen Akteure auch eher wie beliebig austauschbare Statisten, da man sie nur schwer einschätzen kann und eher distanziert wahrnimmt.
Das klingt jetzt negativer, als gewollt. Denn, trotz der beschriebenen Schwächen, habe ich mich beim Lesen sehr gut unterhalten. Denn ich habe den Fall durchgehend interessiert verfolgt und mich einige Male in die Irre leiten lassen. Durch den flüssigen Schreibstil habe ich das Buch auch innerhalb kurzer Zeit durchgelesen und wurde dabei mit einem recht spannenden Leseerlebnis belohnt. Auch wenn keine Hochspannung aufkam, bin ich durchaus zufrieden und würde auf jeden Fall weitere Ermittlungen mit Frankie Sheehan verfolgen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich vier von fünf Sternchen. Das eine ziehe ich ab, da ich mir von einem Thriller etwas mehr Spannung erhofft hatte.
Spannendes Katz- und Mausspiel
Der Augenmacher von Elias Haller
Eine grausam verstümmelte Frauenleiche gibt der Leipziger Polizei Rätsel auf. Denn ihr fehlen die Augen. An dieser Stelle hat der Mörder Hühnersteine drapiert. Sofort fallen Kriminalhauptkommissarin Klara Frost die Gemeinsamkeiten mit der Vorgehensweise des Augenmachers auf. Allerdings wurde dieser für seine Verbrechen verurteilt und ist mittlerweile gestorben.
Ein seltsames Tattoo an der Getöteten, sorgt bei Klara Frost für Entsetzen, denn sie selbst hatte nach einer Feier einen Blackout und kann sich an nichts erinnern. Danach bemerkte sie ein Zeichen auf ihrer Haut, das vorher definitiv nicht dort war. Hängt das etwa mit dem Mord zusammen? Spielt der Täter ein perfides Katz- und Mausspiel mit Klara?
Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, denn der Autor schafft es vom ersten Moment an, eine düstere und angespannte Atmosphäre zu erschaffen, die sofort neugierig auf das Geschehen macht. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Handlungsorte und die Protagonisten lebhaft vorstellen. Dadurch kann man problemlos in den Fall eintauchen und das perfide Katz- und Mausspiel, das der Täter mit den Ermittlern treibt, genießen. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen dieses Thrillers allerdings nicht sein, da die Morde so lebhaft beschrieben werden, dass sofort das Kopfkino einsetzt.
Die Spannung wird früh aufgebaut, kann durchgehend gehalten werden und steigert sich zum Ende hin sogar enorm. Der Fall gibt nicht nur den Ermittlern Rätsel auf und ist nicht so leicht zu durchschauen. Der Täter scheint diese Jagd genau geplant zu haben und ist dem Team immer einen Schritt voraus. Man hat das Gefühl, dass er ein Puppenspieler ist, der die Fäden der Ermittler so zieht, dass sie genau nach seinem Drehbuch vorgehen. Deshalb ist es auch nicht leicht, ihn zu enttarnen. Denn dem Autor gelingt es hervorragend, falsche Fährten auszulegen, denen mal nur allzu bereitwillig folgt. Überraschende Wendungen sorgen dann allerdings dafür, dass man die eigenen Überlegungen komplett verwerfen und neu ansetzen muss. Dadurch wird die Spannung bis zum Schluss gehalten.
Klara Frost ist eine Ermittlerin mit Ecken und Kanten. Eigentlich hätte sie es nicht nötig, ihren Lebensunterhalt durch Arbeit zu finanzieren, doch sie liebt ihren Job. Bei den Kollegen scheint sie nicht gerade beliebt zu sein und auch als Leser bleibt man zunächst etwas auf Distanz. Das gibt sich allerdings im Verlauf der Handlung.
Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und beim Lesen dieses Exemplars habe ich mich sehr gut und spannend unterhalten gefühlt. Denn das Katz- und Mausspiel hat dafür gesorgt, dass ich das Buch nur ungern aus der Hand legen mochte. Ich habe mich einige Male in die Irre leiten lassen, um dann am Ende überrascht zu werden. Das hat mir extrem gut gefallen. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt dieser Thriller deshalb vier von fünf Sternchen. Das eine ziehe ich ab, da ich bei der Ermittlerin Klara Frost immer das Gefühl hatte, dass mir etwas von ihrer Vorgeschichte fehlt. Ich habe erst gedacht, dass es sich bei diesem Exemplar vielleicht um einen Folgeband aus einer Reihe handeln könnte, doch dies ist nicht der Fall. Dennoch konnte mich die Handlung mitreißen, sodass ich gerne einen weiteren Fall mit Klara Frost verfolgen würde.
Wohlfühlbuch
Weil es dir Glück bringt von Viola Shipman
Samantha, genannt Sam, ist auf einer großen Obstplantage, mit eigener Bäckerei in Michigan aufgewachsen. Zu ihrem dreizehnten Geburtstag bekam Sam, so wie es in ihrer Familie Tradition ist, ein kleines Holzkästchen mit den geheimen Familienrezepten. Die Liebe zum Backen hat sie von den Frauen ihrer Familie übernommen und wirklich Talent dafür.
Ihr Lebensweg, die Obstplantage und die Bäckerei weiterzuführen, scheint vorgezeichnet. Doch Sam weiß nicht, ob der Familienbetrieb auch wirklich der Weg ist, den sie sich für ihre Zukunft erträumt, und sucht deshalb ihr Glück in New York. Doch der Job ist längst nicht so toll, wie erhofft. Ihr Chef entpuppt sich als selbstverliebter Choleriker, sodass Sam schließlich das Handtuch wirft und sich eine Auszeit bei ihrer Familie nimmt. Während dieser Zeit erfährt sie viel aus der Vergangenheit, dennoch ist sie unsicher, welchen Weg sie bei ihrer Zukunftsplanung einschlagen soll, denn plötzlich erhält sie ein äußerst verlockendes Jobangebot......
Viola Shipman schafft es auch bei diesem Roman wieder, sofort eine warmherzige Atmosphäre zu erschaffen, in der man sich vom ersten Moment an wohlfühlt. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und hat dabei die atemberaubende Hintergrundkulisse des Michigansees sofort vor Augen. Die Obstplantage und die Familienbäckerei erwachen ebenfalls zum Leben, sodass man ganz in die Handlung eintauchen kann.
Der Roman ist in einzelne Kapitel unterteilt, in denen jeweils ein Rezept und seine Bedeutung für die Familie im Mittelpunkt steht. Zum Ende des Kapitels befindet sich das jeweilige Rezept, mit genauen Backanweisungen. Eine wirklich schöne Idee, die allerdings auch dafür sorgt, dass man beim Lesen Lust aufs Backen und natürlich Verkosten bekommt. Allzu hungrig sollte man diesen Roman also lieber nicht lesen. Denn Viola Shipman sorgt durch ihr Erzähltalent außerdem dafür, dass man das Gefühl hat, die leckeren Düfte, die aus den Backöfen strömen, wahrzunehmen.
Im Zentrum der Handlung steht Sam. Sie muss entscheiden, wo ihre Zukunft liegen soll. Doch das ist gar nicht so einfach, da Sam selber keine Ahnung hat, was sie eigentlich will. Es gibt immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Gemeinsam mit Sam erfährt man mehr über die Frauen aus ihrer Familie, ihre Liebe zum Backen und die Stärke, mit der sie die Obstplantage durch alle Krisen geführt haben. Diese Geschichten sind lesenswert und herzerwärmend, allerdings führen sie auch dazu, dass der aktuelle Handlungsstrang um Sam ein wenig in den Hintergrund rückt. Dennoch spürt man dadurch die Liebe und Verbundenheit, die die Familie durch alle Generationen trägt.
Ich habe mich beim Lesen dieses Romans wieder ausgesprochen wohlgefühlt und ihn innerhalb eines Nachmittages verschlungen. Obwohl ich zugeben muss, dass manche Szenen schon ein wenig klischeehaft wirkten, kann ich bei Viola Shipmans Erzähltalent großzügig darüber hinwegsehen. Denn dieser Roman sorgt dafür, dass man ganz in die Handlung eintauchen und sich dabei rundum wohlfühlen kann.
Erik Donner in Hochform
Furcht und finsteres Herz von Elias Haller
Kriminalhauptkommissar Erik Donner muss sich dieses Mal einer ganz besonderen Herausforderung stellen. Denn sein neuer Vorgesetzter zwingt ihn dazu, ein Fernsehteam an seiner Seite zu dulden, das auf der Suche nach Deutschlands Super-Cop ist. Donner sollte sich eigentlich in der Erstkontaktstelle mit dem Problem von täuschend echt aussehenden Spielzeugschlangen befassen, die Bürger in Angst und Schrecken versetzen.
Doch der Fall der pensionierten Richterin, der von einem unbekannten Täter, auf brutale Art und Weise ein Auge entfernt wird, weckt eher sein Interesse. Denn bereits vor Jahren verlor diese Richterin bei einem hinterhältigen Angriff das Augenlicht auf dem anderen Auge. Donners Ermittlerinstinkte sind geweckt. Deshalb vernachlässigt er die Spielzeugschlangen und beginnt auf eigene Faust Informationen zu sammeln. Dabei gerät er selbst ins Visier des Täters. Ein spannendes Katz- und Mausspiel beginnt, bei dem Donner das lästige Fernsehteam an seiner Seite dulden muss.....
Dieser Band ist bereits der fünfte Teil der Reihe um den aufs Abstellgleis geschobenen Kriminalhauptkommissar Erik Donner. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind, kann man dem aktuellen Geschehen aber auch ohne Vorkenntnisse folgen. Wenn man allerdings an der beruflichen und privaten Weiterentwicklung der Hauptcharaktere interessiert ist, empfiehlt sich, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Für die eigentlichen Ermittlungen sind diese Kenntnisse allerdings nicht erforderlich, sodass man sich auch als Quereinsteiger schnell zurechtfindet.
Neben der eigentlichen Handlung gibt es immer wieder Rückblicke auf vergangene Ereignisse. Man stellt beim Lesen sofort eigene Vermutungen an, wie sich die Vergangenheit wohl mit der Gegenwart verknüpfen wird und ist gespannt auf das Motiv des Täters. Erik Donners Ermittlungen starten bereits spannend und diese Spannung kann durchgehend gehalten werden. Denn der Täter scheint bei seinem Katz- und Mausspiel alles bedacht zu haben und Donner immer einen Schritt voraus zu sein. Man hat zwar eine Ahnung, wer es sein könnte, doch auch in diesem Band überrascht Elias Haller wieder mit einigen Wendungen.
Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und sich deshalb auf die spannende Handlung einlassen. Bereits nach kurzer Zeit gerät man in den Sog der Ereignisse und mag den Thriller nur ungern aus der Hand legen. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, da der Täter seine Opfer zu recht blutigen und schmerzhaften Verstümmelungen zwingt. Da auch diese Szenen sehr lebendig beschrieben werden, springt sofort das Kopfkino an. Die Charaktere wirken ebenfalls authentisch. Donner hat noch nichts von seiner ganz speziellen Art eingebüßt und die Tatsache, dass er ein Fernsehteam an seiner Seite dulden muss, macht ihn nicht gerade umgänglicher. Seine Gedanken und Kommentare sorgen dafür, dass die Handlung aufgelockert wird und man oft unverhofft schmunzeln muss.
Ich habe bereits die anderen Fälle von Erik Donner mit großer Begeisterung gelesen und wurde auch von diesem Band nicht enttäuscht. Denn ich war wieder vom ersten Moment an mitten im Geschehen und habe den Thriller innerhalb eines Tages verschlungen. Obwohl ich auch diesen Fall durchgehend spannend fand, haben mir die Ermittlungen in den vorherigen Teilen einen Hauch besser gefallen. Dass Donner sich aber in diesem Band noch mit dem Fernsehteam auseinandersetzen musste, hat mich allerdings voll und ganz begeistert, da ich mich einfach köstlich amüsiert habe. Deshalb bekommt dieser Band auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch wieder alle fünf Bewertungssternchen.
Roman mit überraschenden Wendungen
The Wife Between Us von Greer Hendricks; Sarah Pekkanen
Vanessa ist nach der Scheidung von Richard neben der Spur. Vorbei sind die Zeiten, in denen er sie auf Händen getragen hat. Vanessa kann an nichts anderes denken, als Richards Hochzeit mit ihrer Nachfolgerin zu verhindern. Nellie dagegen, schwebt im siebten Himmel. Ausgerechnet für sie hat sich der attraktive Richard entschieden! Er liest ihr jeden Wunsch von den Augen ab.
Nellie könnte absolut glücklich sein, wenn da nicht die geheimnisvollen Anrufe und das Gefühl, beobachtet zu werden, wären. Emma erhält einen Brief, in dem sie vor Richard gewarnt wird. Welches Spiel wird hier gespielt?
Das Buch beginnt mit einem düsteren Prolog, in dem eine Frau eine andere beobachtet. Man hat beim Lesen sofort das Gefühl, dass sie nichts Gutes im Schilde führt. Dadurch gelingt der Einstieg in das Buch mühelos, da man unbedingt erfahren möchte, was passieren wird. Das Geschehen wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Man beobachtet Nellie, die offensichtlich sehr glücklich mit Richard ist und es kaum erwarten kann, ihn zu heiraten. Vanessa, die geschiedene Frau von Richard, schildert ihre Sicht der Dinge in der Ich-Form. Man bekommt durch diese Perspektive einen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle. Die Trennung scheint sie völlig aus der Bahn geworfen zu haben und sie ist fixiert darauf, Richards erneute Heirat zu verhindern. Man fühlt mit ihr und meint zu ahnen, was in ihr vorgeht.
Trotz der wechselnden Perspektiven ist es leicht, die Übersicht zu behalten. Denn die Wechsel sind gut zu erkennen, sodass man sich stets bewusst ist, wo sich die Handlung gerade zuträgt. Man ahnt aber nicht, wem man eigentlich glauben soll und ist deshalb hin- und hergerissen. Denn man beobachtet die glückliche Nellie mit ihrem Traumprinzen und glaubt zu wissen, warum Vanessa ihm hinterhertrauert.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen. Der düstere Prolog baut früh Spannung und Neugier auf. Auch wenn das Interesse an der Handlung durchgehend geweckt bleibt, kann die aufgebaute Spannung leider nicht gehalten werden. Über weite Teile plätschert die Geschichte vor sich hin. Man hat das Gefühl, dass Vanessa sich langsam von Richard lösen könnte, um endlich nach vorn zu blicken. Doch dann gibt es eine überraschende Wendung, die der Erzählung das gewisse Etwas gibt und Spannung und Neugier sofort wieder aufflammen lässt. Die Handlung nimmt deutlich an Fahrt auf und hält selbst am Ende noch Überraschungen bereit.
Ich habe mich beim Lesen im Großen und Ganzen sehr gut unterhalten. Der Einstieg ist mir mühelos gelungen, sodass für mich die Spannung sofort greifbar war. Doch leider konnte sie für meinen Geschmack nicht durchgehend gehalten werden. Denn es gab für mich Längen, in denen ich das Gefühl hatte, auf der Stelle zu treten. Die überraschende Wendung konnte mich dann aber wieder begeistern, sodass das Buch auf meiner persönlichen Bewertungsskala vier von fünf Sternchen bekommt.











