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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von KimVi:

Leider nicht ganz so spannend wie erhofft

Geiger von Skördeman Gustaf

Der ehemalige Fernsehstar Onkel Stellan ist nicht nur in Schweden bekannt und äußerst beliebt. Eines Tages findet ihn seine Tochter erschossen im Sessel. Von ihrer Mutter Agneta fehlt jede Spur. Die Tat erschüttert ganz Schweden. Niemand kann sich vorstellen, warum der beliebte TV-Star ermordet wurde.

Die Polizistin Sara, die eigentlich bei der Stockholmer Sitte beschäftigt ist, wird von den ermittelnden Kollegen ebenfalls zum Tatort gerufen. Denn Sara hat eine ganz besondere Beziehung zu Onkel Stellan und Tante Agneta, da Saras Mutter Jane früher als Putzfrau im Haushalt des beliebten Paares beschäftigt war und Sara damals mit deren Töchtern aufwuchs. Sara ist fest entschlossen, den Mord aufzuklären. Dabei gräbt sie tief in der Vergangenheit und plötzlich bekommt sie ein ganz anderes Bild von ihrem väterlichen Freund Onkel Stellan...

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt mühelos, da man den Mord an Onkel Stellan beobachtet. Aber nicht einordnen kann, warum diese Tat sein muss und was sie bedeutet. Deshalb ist die Spannung früh spürbar. Denn man möchte unbedingt erfahren, was hinter allem steckt. 

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Im Zentrum der Ereignisse steht vorwiegend Sara, die in ihrer Freizeit Nachforschungen anstellt und dabei nach und nach Unglaubliches ans Tageslicht bringt. Sara macht es einem nicht gerade leicht, denn einige ihrer Handlungen sind nur schwer nachzuvollziehen und deshalb fällt es schwer, sich mit ihr zu identifizieren. Ihr Privatleben nimmt ebenfalls einen großen Teil der Handlung ein. Das ist sicher wichtig, um Sara als Person besser kennenzulernen, dennoch wird dadurch die früh aufgebaute Spannung leider etwas ausgebremst. Sara findet Erstaunliches heraus. Es ist wichtig, konzentriert zu lesen, da man sonst den roten Faden verlieren könnte. Denn es gibt einige überraschende Wendungen, die dazu führen, dass die Handlung wieder deutlich Fahrt aufnimmt. Hier ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Das Ende gipfelt in einem gnadenlos spannenden Finale, das noch weitere Überraschungen bereit hält und neugierig auf die Fortsetzung macht.

Ein Thriller, bei dem nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.  

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Mitreißende Erzählung

Die Roseninsel von Anna Reitner

Liv ist Ärztin und arbeitet an der Berliner Charité. Sie fühlt sich ausgebrannt und als sie eine Annonce entdeckt, in der für vier Wochen eine Vertretung für den Verwalter der Roseninsel am Starnberger See gesucht wird, bewirbt sie sich spontan um die Stelle. Zu ihrer großen Erleichterung erhält sie die Zusage und kann sofort anfangen.

Liv ist sofort begeistert vom besonderen Flair der kleinen Insel, die nur mit einem Boot zu erreichen ist. Sie genießt ihre frei gewählte Einsamkeit, die nur gelegentlich von Johannes, der sie mit den nötigsten Vorräten versorgt, unterbrochen wird. Fasziniert erkundet Liv den Rosengarten und die kleine Villa, die sich auf der Insel befindet. Doch leider passiert ihr ein Missgeschick, bei dem der Boden der Villa beschädigt wird. Unter den Dielen findet Liv eine getrocknete Rose und die Aufzeichnungen von Magdalena, die vor über hundert Jahren auf der Insel lebte...

Die Handlung trägt sich auf unterschiedlichen Zeitebenen zu. In der Gegenwart beobachtet man Liv auf der Roseninsel. Sie hat anscheinend unbewältigte Probleme im Gepäck. Durch die Arbeit auf der Insel und die gelegentlichen Treffen mit Johannes, wirkt sie zunehmend erholter. Außerdem scheint Magdalenas geheimnisvolles Schicksal Liv zu faszinieren. Durch Magdalenas Aufzeichnungen erhält man einen Einblick in die Vergangenheit der Insel und das Schicksal dieser jungen Frau, die auf der Insel vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen wurde. Beide Handlungsstränge sind interessant und äußerst fesselnd erzählt. Es gelingt der Autorin hervorragend, die zauberhafte Insel so zu beschreiben, dass man sie mühelos vor Augen hat und dabei schon fast meint, den Duft der Rosen wahrzunehmen. Dadurch fällt es leicht, in beide Handlungsstränge einzutauchen. 

Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Nicht nur die Hintergrundkulisse, sondern auch die unterschiedlichen Charaktere, in beiden Handlungssträngen, überzeugen durch ihre Lebendigkeit. Anna Reitner schafft es dabei mühelos, das damalige Zeitgeschehen und die herrschenden Gepflogenheiten, so in die Geschichte einzuflechten, dass man sich auf die Handlung einlassen und Magdalenas Machtlosigkeit nachempfinden kann. Schnell wird klar, dass man einem Geheimnis auf der Spur ist. Unvorhergesehene Wendungen sorgen dafür, dass die Handlung spannend bleibt und zum Ende hin mit einer Überraschung aufwarten kann.

Gegenwart und Vergangenheit werden äußerst gekonnt zu einer wunderbaren Geschichte verknüpft.

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Humorvoller Liebesroman

Die Liebe ist ein dicker Hund von Elizabeth Horn

Franzis Leben verläuft eher in ruhigen Bahnen. Um das Haus, das sie mit Ehemann Manolito gekauft hat, zu renovieren und gemütlich einzurichten, arbeitet sie momentan nur wenige Stunden pro Woche. Plötzlich scheint die Welt allerdings Kopf zu stehen. Denn Franzis Mutter verlässt den Vater und sucht in Spanien ihr Glück.

Als Franzi Manolito davon erzählt, wartet die nächste Überraschung auf sie. Denn Manolito stellt Franzi vor vollendete Tatsachen. Er reist nach Nepal, um dort  vorübergehend in einem Kloster zu leben. Seine Leonberger-Hündin Andromeda passt nicht zu seinen Plänen. Deshalb lässt er sie kurzerhand bei Franzi. Genau wie die Schulden für das Haus. Wie Franzi die finanzielle Last stemmen soll, interessiert Manolito nicht. Franzi ist fassungslos. Als sie dann noch erfährt, dass sie ihre Wochenarbeitszeit nicht erhöhen kann, sondern sogar ihren Job verliert, scheint der finanzielle Untergang vorprogrammiert. Doch dann naht Rettung: Franzis Vater zieht bei ihr ein. Damit geht das Chaos dann allerdings erst richtig los, denn plötzlich behandelt ihr Vater sie so, als ob sie noch ein kleines Kind wäre...

Der Einstieg in die Geschichte gelingt mühelos, denn Elizabeth Horn beschreibt die Charaktere so lebendig, dass man sofort mitten im Geschehen ist. Franzi wirkt sehr sympathisch und deshalb beobachtet man fassungslos, wie ihr Leben, von einem Moment zum nächsten, aus den Angeln gehoben wird. Manchmal möchte man sie zwar schütteln, weil sie viel zu ruhig bleibt und sich einiges gefallen lässt, aber das zeigt ja, dass man sich ganz auf die Geschichte einlassen kann. 

Der Schreibstil ist locker, leicht und zuweilen sehr humorvoll. Dadurch nimmt die Geschichte schnell Fahrt auf. Besonders gelungen sind die Szenen, in denen Franzi und Leonberger-Hündin Andromeda sich langsam annähern. Denn die beiden hatten vor Manolitos Verschwinden nicht viel füreinander übrig. Franzis Vater stiftet gelegentlich Chaos, auch wenn er nur das Beste für seine Tochter möchte. Neue Chancen, beruflich und privat, ergeben sich außerdem für Franzi. Und deshalb beobachtet man gerne, wie sich ihr Leben entwickelt. Die eingeflochtene Liebesgeschichte fügt sich harmonisch in das Chaos ein, wodurch einem gelungenen Leseerlebnis, bei dem man einfach mal die Seele baumeln lassen kann, nichts im Wege steht. 

Ein gelungener Roman, in dem Chaos, Humor und die Liebe optimal aufeinander abgestimmt sind, wodurch sich das Buch fast von alleine liest. 

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Absolute Leseempfehlung

Sommerleuchten am See von Sarah Morgan

Becca, eine zielstrebige und scheinbar perfekte Frau, ist plötzlich gestorben. Ihr Mann Jack, die beiden Töchter Izzy und Molly, sowie Beccas beste Freundin Clare, sind erschüttert. Sie müssen den Verlust verarbeiten und gehen unterschiedlich damit um. Beinahe ein Jahr nach Beccas Tod lernt Jack Flora kennen.

Sie zaubert endlich wieder ein Lächeln in sein Gesicht. Jack stellt Flora seinen Töchtern vor. Doch Teenagertochter Izzy macht die neue Frau an der Seite ihres Vaters sehr zu schaffen. Auch Molly trauert noch immer verzweifelt um ihre Mutter. Dennoch hat sie nichts dagegen, dass Flora die Familie in den Sommerurlaub begleitet und dort auch Beccas beste Freundin Clare kennenlernt. 

Auch in diesem Roman gelingt es Sarah Morgan hervorragend, sofort eine angenehme Atmosphäre zu erschaffen, in der man sich vom ersten Moment an wohlfühlt. Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet, in denen Flora, Izzy und Clare abwechselnd im Zentrum der Ereignisse stehen. Man bekommt so nicht nur einen guten Einblick in ihre Gedanken und Gefühle, sondern kann außerdem beobachten, wie die unterschiedlichen Charaktere aufeinander wirken und miteinander umgehen. 

Die Handlung startet mit einer verzweifelten Clare, die damit hadert, dass ihre Freundin Becca ihr ein Geheimnis anvertraut hat, das Clare in Gewissenskonflikte bringt. Clare ist wütend und fühlt sich mit der Situation überfordert. Selbst nach Beccas Tod trägt sie schwer an diesem Geheimnis. Dann lernt man Flora kennen. Sie wirkt sofort sympathisch und äußerst einfühlsam. Damit scheint sie wirklich die richtige Frau für Jack zu sein. Izzy sieht das natürlich ganz anders, denn sie trauert um ihre Mutter und ist entsetzt, dass ihr Vater so schnell daran denkt, Becca zu ersetzen. Sie versucht alles, um Flora in ihre Schranken zu weisen. 

Alle Charaktere wirken so authentisch, dass man sich voll und ganz in ihre jeweiligen Situationen hineinversetzen kann. Man kann sich problemlos auf die Hautprotagonistinnen einlassen und ihre Sorgen und Nöte nachvollziehen. Dadurch ist man sofort mitten im Geschehen und verfolgt gebannt den Verlauf der Ereignisse. Das Ganze wird so einfühlsam und berührend erzählt, dass man schon bald das Gefühl hat, selbst Teil der Geschichte zu sein, da einem die Charaktere ans Herz wachsen. 

Schon bald zweifelt man daran, dass jemand so perfekt wie die verstorbene Becca sein kann. Dabei hat man immer das Geheimnis im Hinterkopf, das Clare belastet. Es kommt zu einigen überraschenden Wendungen, die so gelungen und gefühlvoll in die Handlung einfließen, dass sie glaubhaft wirken und berühren. 

"Sommerleuchten am See" ist ein wundervoller, berührender Roman, der durch seine authentischen Charaktere mitten ins Herz trifft. Absolute Leseempfehlung!  

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Berührt und regt zum Nachdenken und Erinnern an

Als wir uns die Welt versprachen von Romina Casagrande

Die Südtirolerin Edna ist beinahe 90 Jahre alt. Mittlerweile lebt sie zurückgezogen und soll bald in eine Seniorenresidenz umsiedeln. Als sie in ihrer deutschen Lieblingszeitschrift ein Foto und einen Artikel über ihren Jugendfreund Jacob entdeckt, mit dem sie erschütternde Kindheitserlebnisse verbinden, weiß Edna, dass es Zeit ist, ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einzulösen.

Kurzentschlossen macht Edna sich, gemeinsam mit Papagei Emil, auf den langen Weg nach Ravensburg. Zu Fuß, mit dem Zug und dem Bus....

Dieser Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt. In der Vergangenheit beobachtet man das harte Schicksal der "Schwabenkinder". Kinder, wie Edna und Jacob, die fern der Heimat und getrennt von ihren Eltern, auf Bauernhöfen harte Arbeit leisten mussten. Diese Zeit schweißt Edna und Jacob zusammen. In der Gegenwart macht sich die mittlerweile hochbetagte Edna auf den langen Weg nach Ravensburg, um dort Jacob wiederzusehen und eine alte Schuld abzutragen. Immer dabei, Papagei Emil, für den diese Reise ebenfalls zur Herausforderung wird. 

Beide Zeitstränge sind durchgehend interessant. Die Rückblicke in die Vergangenheit machen auf das harte Schicksal der Schwabenkinder aufmerksam. Nach und nach erfährt man, wie schwer die Arbeit, die die Kinder zu verrichten hatten, war und welche Gefahren auf den Höfen außerdem lauern konnten. Diese Szenen sind so berührend beschrieben, dass sie beim Lesen mitten ins Herz treffen und dabei zum Nachdenken und Erinnern anregen. Die Geschichte von Edna und Jacob ist zwar fiktiv, könnte sich aber so zugetragen haben. In der Gegenwart trifft Edna einige Leute und es kommt zu Begebenheiten, die teilweise skurril anmuten. Dennoch überzeugt Ednas eiserner Wille, diese Reise unbedingt nach ihren Vorstellungen durchzuführen. Man fiebert mit ihr mit und spürt die Anstrengungen, die ihr abverlangt werden. 

Eine tiefgründige Geschichte, die berührt und zum Nachdenken und Erinnern anregt. 

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Gelungener Finalband

Eine Sehnsucht nach morgen von Eva Völler

Essen, 1968: Bärbel hat mittlerweile ihr Studium absolviert und ist Ärztin. Nun kehrt sie mit gemischten Gefühlen zurück in die Heimat. Sie freut sich zwar darauf, endlich wieder gemeinsam mit ihrer Familie leben zu können, doch die Angst, wie sie das Wiedersehen mit ihrer ersten Liebe verkraften soll, ist groß.

Denn Klaus wohnt, mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter, direkt in Bärbels Nachbarschaft. Doch nicht nur Bärbel, sondern auch die anderen Familienmitglieder, haben mit einigen Problemen zu kämpfen...

"Eine Sehnsucht nach morgen" ist nach "Ein Traum vom Glück" und "Ein Gefühl von Hoffnung" der finale Band der Ruhrpott-Saga. Obwohl man den aktuellen Ereignissen sicher auch dann folgen kann, wenn man noch keinen Teil der Saga gelesen hat, empfiehlt es sich, die Reihenfolge einzuhalten, da die Bände aufeinander aufbauen.

Der erneute Einstieg in die Reihe gelingt wieder mühelos. Wie bereits in den vorherigen Teilen, ist der damalige Zeitgeist sofort spürbar und die Ruhrpott-Atmosphäre allgegenwärtig. Man freut sich über das Wiedersehen mit den bereits liebgewonnenen Charakteren und beobachtet gespannt, was sich in der Zwischenzeit zugetragen hat. Man fühlt sich in der Handlung sofort wieder heimisch und kann sich dadurch von Anfang an auf die Fortsetzung einlassen.

Die Charaktere wirken gewohnt lebendig und die Probleme, mit denen sie sich in diesem Teil auseinandersetzen müssen, werden authentisch vermittelt. Damalige Ansichten und Gepflogenheiten bilden eine glaubwürdige Hintergrundkulisse. Man kann mit den Protagonisten mitfiebern und dadurch ganz in der Handlung versinken. Es ist fast so, als ob man als stiller Beobachter dabei wäre. Deshalb fliegt man förmlich durch die Zeilen und kommt viel zu schnell am Ende an.

Auch dieser Teil der Saga überzeugt wieder durch lebendige Charaktere und eine glaubwürdige Hintergrundkulisse. Deshalb fällt es schwer, sich am Ende von den liebgewonnenen Akteuren zu trennen.

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Pia in tödlicher Gefahr

Ostseefalle von Eva Almstädt

Im Keller ihres gerade erworbenen Hauses, entdecken die neuen Bewohner einen skelettierten Schädel. Pia Korittki wird mit den Ermittlungen betraut. Schon bald ergibt sich der Verdacht, dass der gefundene Schädel etwas mit einem Fall zu tun haben könnte, die vor neun Jahren nicht aufgeklärt werden konnte.

Pia beginnt den alten Spuren zu folgen und rollt den Fall neu auf. Doch plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und Pia gerät in große Gefahr...


"Ostseefalle" ist bereits der sechzehnte Band der Reihe, in der Kommissarin Pia Korittki ermittelt. Obwohl man den aktuellen Ermittlungen normalerweise auch dann mühelos folgen kann, wenn man noch keinen Teil der Serie gelesen hat, dürften Fans der Reihe dieses Mal etwas im Vorteil sein. Durch geschickt eingeflochtene Informationen, gelingt es Eva Almstädt aber dennoch, auch Neueinsteiger mit dem nötigen Hintergrundwissen zu versorgen. 

Auch in diesem Band spielt Pia Korittkis Privatleben wieder eine entscheidende Rolle. Man freut sich über das Wiedersehen mit alten Bekannten und verfolgt interessiert, was sich in der Zwischenzeit zugetragen hat und welche Entscheidungen nun vor Pia liegen. Die privaten Nebenhandlungen machen einen großen Reiz dieser Krimiserie aus, da die Protagonisten so lebendig wirken. 

Der Einstieg in den Fall, der sich zum Cold Case entwickelt, verläuft zunächst eher gemächlich. Es gilt alte Spuren zu verfolgen und Zeugen zu befragen. Diese Ermittlungen wirken authentisch und regen dazu an, gemeinsam mit Pia auf Spurensuche zu gehen. Doch nichts scheint richtig zusammenzupassen. Der alte Fall bleibt rätselhaft. Dann nimmt die Handlung allerdings eine überraschende und äußerst spannende Wendung, die den Cold Case zur Nebensache werden lässt. Die Spannung steigt plötzlich an und man mag kaum glauben, was passiert. Denn Pia gerät in große Gefahr. Da diese Szenen äußerst authentisch beschrieben sind, fiebert man mit der sympathischen Kommissarin mit. Im großen Finale offenbart der Täter seine Beweggründe, die geradezu fanatisch wirken. 

Dieser Band der Reihe entwickelt sich zu einem äußerst persönlichen Fall, der spannend zu lesen ist und sicher noch weitreichende Folgen für Pia haben wird. Die Neugier auf die nächsten Bände wird dadurch definitiv geweckt. 

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Spannendes Comeback für Max Fischer

Mörderfinder - Die Spur der Mädchen von Arno Strobel

Der Fallanalytiker Max Bischoff hat sich dazu entschlossen, seinen Dienst beim KK 11 in Düsseldorf zu quittieren und sein Wissen als Dozent an der Polizeihochschule weiterzugeben. Doch dort passt ihn eines Tages der Vater von Leni Benz ab. Das Mädchen verschwand vor sechs Jahren auf dem Schulweg und wurde nie gefunden.

Doch nun steht plötzlich ihr Schulranzen, der damals mit Leni verschwand, auf seinem Platz. Lenis Vater bittet Max Bischoff um Hilfe. Obwohl Max große Bedenken hat, erneut an einem Fall zu arbeiten, begibt er sich schließlich doch auf Spurensuche...

Max Bischoff dürfte Fans des Autors bereits aus der Thriller-Trilogie "Im Kopf des Mörders" bekannt sein. Mit "Mörderfinder - Die Spur der Mädchen", kehrt der begnadete Fallanalytiker, der sich wie kein anderen in die Köpfe der Täter versetzen kann, zurück. Doch bei diesem Fall ermittelt Max als Privatperson. Er selbst kann nicht auf die Informationen der Polizei zurückgreifen, obwohl sein ehemaliger Kollege Böhmer ihn, im Rahmen seiner Möglichkeiten, unterstützt. Das ist allerdings nicht so einfach, da die damaligen Ermittlungen zu Lenis Verschwinden von Bernd Menkhoff, der nicht gerade für sein charmantes Wesen bekannt ist, geleitet wurden. Auch diesen Kommissar dürften Fans bereits kennen. Und Menkhoff ist zunächst nicht gerade begeistert davon, dass Max Bischoff sich einmischt. In diesem aktuellen Thriller trifft man also auf einige bekannte Charaktere. Das verleiht der Handlung zusätzlichen Reiz.

Der Einstieg in die Handlung gelingt mühelos, da es der Autor wieder hervorragend versteht, sofort das Interesse am damaligen Fall zu wecken. Man fiebert vom ersten Moment an mit und versucht zu verstehen, warum der Schulranzen plötzlich wieder da ist und ob es wirklich sein kann, dass Leni nach all den Jahren zurückgekehrt ist. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Da die Wechsel häufig an entscheidenden Stellen stattfinden, wird ein hohes Tempo aufgebaut. Man kann sich dem Sog der Ereignisse dadurch kaum entziehen. Bei diesem Fall ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint. Man ist deshalb hin- und hergerissen und weiß nicht so recht, wem man hier glauben oder vertrauen soll. Arno Strobel legt seine Spuren geschickt aus. Man folgt ihnen bereitwillig, um dann allerdings festzustellen, dass die Puzzleteilchen, die man mittlerweile zusammengetragen hat, kein stimmiges Bild ergeben. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen dieses Thrillers übrigens nicht sein. Denn hier wird ein äußerst sensibles Thema aufgegriffen. Auch wenn der Autor dies nicht ausschlachtet, entstehen die entsprechenden Bilder dazu unwillkürlich im Kopf. Dieser Thriller hat es wirklich in sich!

Ein spannendes Comeback für "Mörderfinder" Max Bischoff, das darauf hoffen lässt, ihn weiterhin bei seiner Jagd nach perfiden Serienmördern begleiten zu dürfen.

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Wunderbarer Roman, der tief berührt

Das Bernsteinmädchen von Hans Meyer zu Düttingdorf

Als der deutsche Matrose Karl in Argentinien Helena kennenlernt, ist es für die beiden Liebe auf den ersten Blick. Helena verlässt für Karl ihr Heimatland und folgt ihm auf den kleinen Hof in der Nähe der Ostsee. Der Zweite Weltkrieg trennt die Liebenden. Auf dem Hof ist und bleibt Helena als Argentinierin die Außenseiterin.

Selbst die Geburt des gemeinsamen Sohnes Robert ändert nichts daran. Etwa 70 Jahre später bekommt Robert von einem Notar das Erbe seiner Mutter ausgehändigt. Es handelt sich um einen Bernstein und die Aufforderung in seinen Geburtsort zurückzukehren. Robert macht sich auf den Weg, das Rätsel des Bernsteins zu ergründen und mehr über die Vergangenheit, von der seine Mutter niemals sprach, zu erfahren...

Die Handlung trägt sich auf zwei unterschiedlichen Zeitebenen zu. Der Strang in der Vergangenheit beginnt Ende der 30er Jahre in Argentinien. Hier beobachtet man Helena als junges Mädchen und verfolgt dann, wie sie den Matrosen Karl kennenlernt und diesem schließlich in seine deutsche Heimat folgt. Im aktuellen Geschehen, das sich etwa siebzig Jahre später zuträgt, lernt man Robert kennen, erfährt etwas über ihn und beobachtet, dass er sich auf den Weg nach Deutschland, in das Dorf seines Vaters, macht. Diese beiden Handlungen wechseln sich ab. Die Übergänge sind allerdings sehr gelungen. Denn beide Perspektiven sind so interessant und lebendig geschildert, dass man den jeweiligen Handlungsstrang nicht verlassen möchte, um sich dem jeweils anderen zuzuwenden. Dadurch gerät man schon früh in den Sog der Erzählung und mag das Buch nur schwer aus der Hand legen.

Handlungsorte und Protagonisten sind so authentisch beschrieben, dass man alles mühelos vor Augen hat. Man kann sich in beiden Handlungssträngen ganz auf das Geschehen einlassen und dabei gespannt beobachten, was geschieht. Man fiebert mit beiden Hauptcharakteren mit. Die Handlung ist aufwühlend, stellenweise etwas distanziert erzählt, schafft es dabei aber dennoch, tief zu berühren und zum Nachdenken anzuregen.

Ein wundervoll erzählter Roman, der unheimlich fesselnd erzählt wird und es schafft, tief zu berühren und zum Nachdenken anzuregen.

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Spannender Reihenauftakt!

Aurora erwacht von Amie Kaufman; Jay Kristoff

Tyler hat jahrelang hart dafür gearbeitet, der beste Schüler der Space Academy zu werden. Dem Tag der Auslese, an dem er sich sein Team zusammenstellen kann, fiebert er entgegen. Denn er hat vor, nur die Besten zu wählen, um ein herausragendes Team zu leiten. Doch alles kommt ganz anders. Denn Tyler entdeckt ein etwa 200 Jahre verschollenes Siedlerschiff, mit 1000 Toten an Bord.

Ein Mädchen hat allerdings schlafend überlebt. Es ist Aurora. Tyler zögert nicht eine Sekunde und rettet sie. Doch durch diese Entscheidung verändert sich sein Leben. Denn Tyler verpasst die Auslese und muss in seinem Team die Leute unterbringen, die keiner wollte. Und als Aurora erwacht und Teil des ersten Einsatzes für seine Crew aus Losern und Außenseitern wird, stellt sich plötzlich die gesamte Galaxie gegen das außergewöhnliche Team...

"Aurora erwacht" ist der Auftakt zur Aurora-Rising-Reihe. Ein Sci-Fi-Abenteuer, das für junge Leser ab 14 Jahren empfohlen wird. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Diese wechseln zwischen Tyler, Aurora und Scarlett, Finian, Zila, Kaliis und Cat, den anderen Mitgliedern der Chaos-Crew. Obwohl die Wechsel immer entsprechend gekennzeichnet sind, sollte man gerade am Anfang besonders aufmerksam lesen, um die Übersicht nicht zu verlieren. Denn man muss sich auch noch in der fremden Welt orientieren und sich mit den dortigen Gepflogenheiten vertraut machen.

Wenn man die Charaktere kennengelernt hat, dann liest sich das Buch allerdings quasi von selbst. Denn der Schreibstil ist locker und stellenweise sehr humorvoll. Man kann sich die beschriebenen Handlungsorte und die Protagonisten lebhaft vorstellen. Da man alles aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, erfährt man mehr von den Charakteren und kann außerdem beobachten, wie sie aufeinander wirken. Die Gedanken der jeweiligen Person sind einfach herrlich. Der Humor kommt, selbst in nervenaufreibenden Situationen, nie zu kurz und das macht einen großen Reiz der Handlung aus. Wobei es, zugegebenermaßen, manchmal etwas nervt, dass alle Protagonisten ach so attraktiv beschrieben werden, wodurch man, beim ständig wiederholten Lesen dieser Vorzüge, unwillkürlich die Augenbrauen hebt. Wenn man darüber allerdings hinwegsieht, dann wird man mit einer humorvollen, aber dennoch spannenden Handlung belohnt, die einen bereits nach kurzer Zeit in ihren Bann zieht. Das spektakuläre Ende sorgt dafür, dass man am liebsten sofort zum nächsten Teil greifen würde. 

Ein spannender Auftakt, der durch lebendige Charaktere, eine abenteuerliche Geschichte und eine gut abgestimmte Prise Humor überzeugt. 

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