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Rezensionen von KimVi:

Startet zunächst gemächlich, nimmt dann aber ein hohes Tempo auf

Die gefährliche Mrs. Miller von Allison Dickson

Phoebe Miller lebt mit ihrem Ehemann in einer gehobenen Wohngegend. Da Phoebes Vater ihr ein immenses Vermögen hinterlassen hat, kann sie sich durch den Tag treiben lassen. Abwechslung liefert die alte Rostlaube, die ständig in der Nachbarschaft parkt. Phoebe fühlt sich beobachtet. Doch sie hat keine Ahnung, warum jemand ausgerechnet an ihr Interesse haben sollte.

Ihre Ehe läuft immer schlechter. Als neue Nachbarn in die Wohngegend ziehen, beginnt Phoebe Kontakte zu knüpfen. Das liegt allerdings hauptsächlich an Jake, dem 18-jährigen, äußerst attraktiven Sohn der Familie. Phoebe geht sogar so weit, eine Affäre mit ihm zu beginnen. Und damit kommen Ereignisse ins Rollen, die nicht mehr zu stoppen sind....

Die Handlung ist in zwei Hauptteile gegliedert, die zwischendurch immer wieder durch kleine Abschnitte unterbrochen werden, in denen eine unbekannte Person ihre Sicht der Dinge schildert. Der Grundton dieser Zwischenspiele wirkt bedrohlich und da man nicht weiß, um wen es sich handelt und was die Person damit eigentlich bezweckt, bekommt man beim Lesen ein mulmiges Gefühl. Dennoch startet das Ganze zunächst eher gemächlich. Man verfolgt den Verlauf zwar durchgehend interessiert, doch die erhoffte Spannung lässt auf sich warten. Allerdings nimmt man recht früh eine bedrohliche, angespannte Atmosphäre wahr, die dafür sorgt, dass man förmlich darauf wartet, dass etwas Unheilvolles passiert. 

Der zweite Hauptteil wartet mit einer ziemlichen Überraschung auf. Zu diesem Zeitpunkt stellt sich die bisher etwas vermisste Spannung ein. Die Ereignisse überschlagen sich und man weiß nicht, was man eigentlich glauben soll. Die Autorin legt einige Fährten aus, denen man allzu bereitwillig folgt, um dann allerdings festzustellen, dass man keinen Schritt weitergekommen ist und die eigenen Überlegungen überdenken muss. Diese Ungewissheit macht einen großen Reiz aus, sorgt für hohes Tempo und führt außerdem dazu, dass man in den Sog der Handlung gerät. Die Charaktere sind unheimlich schwer einzuschätzen. Jeder scheint etwas zu verbergen und nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Und so steuert man auf ein Finale zu, das für weitere Überraschungen sorgt.

Nach einem eher gemächlichen Start, nimmt dieser Thriller dann doch noch ein rasantes Tempo auf, dem man sich kaum entziehen kann. 

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Wohlfühl-Buch

Wild like a River von Kira Mohn

Haven ist 19 Jahre alt und lebt gemeinsam mit ihrem Vater in einem kanadischen Nationalpark. Sie liebt das Leben in der Natur und fühlt sich dort wohl. Im Umgang mit Menschen ist Haven allerdings eher zurückhaltend. Doch dann lernt sie den Studenten Jackson kennen, der mit einem Kumpel eine Wanderung durch den Nationalpark macht.

Er ist sofort fasziniert von der Umgebung - und von Haven. Jackson sucht Havens Nähe und lässt sich von ihr durch den Park führen. Wundervolle Tage beginnen, doch dann muss Jackson zurück in die Stadt und Haven beginnt ihr bisheriges Leben zu überdenken...

Die Handlung wird in der Ich-Perspektive, abwechselnd aus der Sicht von Haven und Jackson, geschildert. Beide Protagonisten wirken von Anfang an sympathisch und deshalb fällt es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Man kann dabei die Gedanken und Gefühle der beiden Hauptcharaktere mühelos nachvollziehen und außerdem hautnah beobachten, wie sie aufeinander wirken.

Doch nicht nur die Charaktere wirken lebendig, sondern auch die Handlungsorte. Denn es gelingt der Autorin einfach hervorragend, die Landschaft des Nationalparks zu beschreiben. Man hat schon beinahe das Gefühl, selbst vor Ort zu sein und die beschriebenen Tiere, denen Haven sogar Namen gegeben hat, zu beobachten. Das verleiht diesem Buch eine einzigartige Atmosphäre, der man sich kaum entziehen kann.

Die Geschichte selbst ist eher ruhig und passt damit gut zu Haven. Es kommt zwar im Verlauf zu Überraschungen, doch insgesamt gesehen, plätschert das Ganze eher vor sich hin. Dennoch kann man die Erzählung genießen, da die Protagonisten durchweg sympathisch und menschlich wirken, die Hintergrundkulisse einzigartig ist und die Atmosphäre einfach zum Wohlfühlen einlädt.

Ein absolutes Wohlfühl-Buch, mit dem man wunderbare Lesestunden verbringen und dabei einfach mal die Seele baumeln lassen kann.

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Startet zunächst gemächlich, nimmt dann aber ein hohes Tempo auf

Der Mädchenwald von Sam Lloyd

Als die 13-jährige Elissa während eines Schachturniers kurz etwas aus dem Wagen ihrer Mutter holen will, wird sie entführt. Als sie wieder zu sich kommt, befindet sie sich in einem eiskalten Keller. Sie ist angekettet und ihre Lage scheint aussichtslos. Doch dann beginnt Elijah sie zu besuchen. Der Junge scheint Elissas einzige Chance zu sein, aus dem Keller zu entkommen.

Sie versucht, ihn auf ihre Seite zu ziehen, doch Elijah kennt die Regeln des Spiels weitaus besser als Elissa...

Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Abwechselnd stehen Elissa, Elijah und die leitende Ermittlerin, die verzweifelt versucht, Elissa lebend zu finden, im Zentrum der Ereignisse. Das Ganze läuft nicht immer chronologisch ab, deshalb sollte man gerade anfangs konzentriert lesen, um den roten Faden nicht zu verlieren. 

Die Atmosphäre ist düster und stellenweise bedrückend. Man kann Elissas Gedanken und Gefühle, die auf sie in dem dunklen, nassen Keller einprasseln, glaubhaft nachvollziehen. Die Suche der leitenden Ermittlerin ist nicht nur spannend, sondern gibt außerdem einen Einblick in die Qualen, die Elissas Mutter durchlebt.  Doch auch Elijahs Sicht auf die Dinge ist interessant und regt dazu an, eigene Überlegungen anzustellen. Doch in diesem Thriller ist nichts so, wie es auf den ersten Blick scheint.

In der ersten Hälfte verläuft die Handlung, trotz der düsteren Stimmung, eher gemächlich. Doch dann kommt es zu Wendungen, die dafür sorgen, dass die Spannungskurve steil nach oben steigt. Ab diesem Moment kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen, denn man gerät in den Sog der Ereignisse und wird förmlich mitgerissen. Das Ganze gipfelt mit einem hochspannenden Finale, das auch noch mit Überraschungen aufwarten kann. 

Nach einem eher gemächlichen Start, nimmt dieser Thriller unverhoffte Wendungen, die dafür sorgen, dass man das Ganze atemlos verfolgt. 

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Liest sich quasi von selbst

Der Mädchenwald von Sam Lloyd

Natalie ist mit ihrem Freund auf dem Weg in ein romantisches Wochenende in den Bergen. Der Inhalt ihrer Koffer ist nicht gerade für einen verschneiten Winterausflug geeignet. Das rächt sich, als ein Schneesturm aufkommt und der Porsche im Nirgendwo steckenbleibt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es auch keinen Handyempfang, um Hilfe zu rufen und der Tank des Luxuswagens ist auch fast leer! Die Situation spitzt sich minütlich zu.

Plötzlich scheint es durchaus möglich, dass die beiden erfrieren. Doch dann naht Hilfe. Ein unglaublich großer Mann, mit wildem Haar- und Bartwuchs, der noch dazu eine Augenklappe trägt, klopft an die Seitenscheibe. Besonders vertrauenserweckend wirkt dieser Retter nicht - eher wie ein Serienkiller, der sein nächstes Opfer sucht...

Die Handlung wird in der Ich-Form, aus der Sicht von Natalie, geschildert. Natalie erzählt so locker und teilweise humorvoll, dass man sich sofort entspannt zurücklehnt und die kommenden Ereignisse genießt. Am Anfang hat man zunächst den Eindruck, dass Natalie oberflächlich und naiv ist. Doch im Verlauf der Handlung kann man sich immer besser mit ihr identifizieren und die erste Einschätzung überdenken. 

Die Charaktere wirken authentisch. Man kann sich Jake, den gefährlich aussehenden Retter, sehr gut vorstellen. Er wirkt zwar anfangs grummelig und abweisend, doch das ändert sich schnell. Natalies Freund, der Porsche-Fahrer Chase, entlockt einem ziemlich oft hochgezogene Augenbrauen und deshalb ist man schon früh mitten im Geschehen. Der Schreibstil ist locker und unheimlich leicht zu lesen. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch. Es gibt außerdem überraschende Wendungen, die dafür sorgen, dass es keinen Moment langweilig wird. 

Ein wunderbar abgestimmter Mix aus Romantik, Humor, Spannung und ganz viel Schnee! 

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Abenteuerlicher Weihnachtsroman

Mission: Weisse Weihnachten von Andreas Benz

Hans, Luky, Frida, Inge und Maria leben im Seniorenheim Abendrot. Sie sind miteinander befreundet und als Maria kurz vor Weihnachten erfährt, dass sie bald sterben wird, wollen die Freunde ihr einen letzten Wunsch erfüllen. Denn Maria träumt davon, noch einmal ein Weihnachtsfest in den Bergen zu verbringen.

Doch leider fehlt für die Erfüllung des Wunsches das nötige Kleingeld. Davon lassen sie sich allerdings nicht entmutigen. Kurzerhand wird ein Überfall geplant und mehr oder weniger erfolgreich durchgeführt. Damit nimmt ein chaotisches Abenteuer seinen Lauf...

Der Einstieg in diesen abenteuerlichen Weihnachtsroman gelingt mühelos. Denn die Charaktere werden so lebendig und facettenreich beschrieben, dass man sie beim Lesen förmlich vor sich sieht. Sie wirken einfach sympathisch, wodurch man sich sofort mit ihnen identifizieren kann. Der geplante Überfall löst Ereignisse aus, die sich die Rentner sicher nie erträumt hätten. Doch es macht einfach Spaß, die Handlung zu verfolgen. Denn es kommt zu einigen kuriosen Situationen, bei denen man unverhofft schmunzeln muss. Doch das ist nicht alles, was dieses Buch zu bieten hat. Es geht um viel, viel mehr. Denn die Geschichte regt zum Nachdenken an und wird dabei einfühlsam erzählt. Dennoch wird die Handlung immer wieder aufgelockert. 

Der Schreibstil ist wunderbar leicht zu lesen. Man kann mühelos in die Erzählung eintauchen und jede Seite dieser abenteuerlichen Weihnachtsgeschichte genießen.

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Gelungener Reihenauftakt

Kinderklinik Weißensee - Zeit der Wunder von Antonia Blum

Berlin, 1911: Für die Schwestern Marlene und Emma ist die Zeit im Waisenhaus vorbei. Sie werden als Lernschwestern in der Kinderklinik Weißensee aufgenommen. Die Zeit im Waisenhaus hat die Schwestern zusammengeschweißt. Doch langsam beginnt das innige Verhältnis der Schwestern zu bröckeln. Denn Marlene träumt davon, nach ihrer Ausbildung Medizin zu studieren und Emma, die eher schüchtern ist, fühlt sich schon bald zurückgesetzt.

...

"Zeit der Wunder" ist der Auftakt der Kinderklinik-Weißensee-Reihe. Deshalb lernt man zunächst die Charaktere und den Klinikalltag kennen. Der Autorin gelingt es dabei hervorragend, die damaligen Zustände und Lehrmethoden im Krankenhaus zu beschreiben und dabei so zu vermitteln, dass man mühelos in die damalige Zeit eintauchen kann. 

Die Charaktere wirken ebenfalls authentisch. Man entwickelt sofort Sympathien für die beiden Schwestern und beobachtet, was der neue Lebensabschnitt für sie bereithält. Die Handlungsorte und die anderen Akteure werden so mitreißend beschrieben, dass man schon bald mit Emma und Marlene mitfiebert und mit einem mulmigen Gefühl beobachtet, wie sie sich voneinander entfernen. Der Autorin gelingt es dabei glaubhaft zu beschreiben, warum die beiden so agieren. Denn die Gründe kann man auf beiden Seiten nachvollziehen. Doch auch sonst hält die Geschichte einige Wendungen bereit, denn die Schwestern müssen sich nicht nur mit der schwierigen Ausbildung, sondern außerdem mit Neid und Intrigen auseinandersetzen. Eine gut abgestimmte Prise Romantik rundet das Ganze ab. 

Ein gelungener Einstieg in die Kinderklinik-Weißensee-Reihe, bei dem man interessante, historische Hintergrundinformationen bekommt und zwei sympathische Charaktere beobachten darf. Die Schlussszene sorgt dafür, dass man kaum erwarten kann, den nächsten Teil in den Händen zu halten. 

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Wunderbarer Roman, der zum Nachdenken anregt

Drei Frauen im Schnee von Blanca Imboden

Sonja ist schon lange mit ihrem Mann Paul verheiratet. Gemeinsam mit ihren beiden Zwillingsmädchen, die bereits im Teenager-Alter sind, leben sie unter einem Dach mit Pauls Mutter. Paus Mutter hat feste Vorstellungen, wie das Weihnachtsfest abzulaufen hat. Doch in diesem Jahr fasst Sonja den Entschluss, dass das Fest ganz anders werden soll.

Das passiert dann auch - aber leider ganz anders, als von Sonja erhofft! Dennoch kommt auch etwas Gutes dabei heraus, denn Sonja trifft zwei Frauen, die schon bald zu sehr guten Freundinnen werden. Die braucht sie auch, denn der Start ins Neue Jahr verläuft noch katastrophaler als das Weihnachtsfest...

Die Handlung wird aus der Sicht der Hauptprotagonistin Sonja erzählt. Sie wirkt vom ersten Moment an sympathisch und führt locker durch das Geschehen. Man kann sich mit ihr identifizieren und den, gerade anfangs häufig aufblitzenden, Humor genießen. Denn Sonja kann auch mal über sich selber lachen oder Situationen so schildern, dass man einfach schmunzeln muss. Doch das ist nicht alles, was diese Geschichte zu bieten hat. Denn Sonja muss sich mit ungeahnten Wendungen, die ihr Leben plötzlich nimmt, auseinandersetzen. 

Die Charaktere wirken durchweg authentisch. Man sieht sie beim Lesen förmlich vor sich und kann deshalb mühelos in die Erzählung eintauchen. Man fiebert nicht nur mit Sonja mit, sondern auch mit den anderen Akteuren. Es gilt, einige Herausforderungen zu meistern, die nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch dazu, nie die Hoffnung aufzugeben. In der Atmosphäre, die zwischen den Zeilen schwebt, fühlt man sich beim Lesen einfach wohl. Die Handlung wirkt dabei auch nicht zu vorhersehbar, sondern einfach stimmig. 

Ein wunderbares Leseerlebnis, das nicht nur zur Weihnachtszeit zum Nachdenken anregt. 

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Startet zwar eher gemächlich, kann dann aber doch noch überzeugen

Aller guten Dinge sind zwei von Mhairi McFarlane

Laurie fällt aus allen Wolken, als sich ihr Freund Dan, nach fast 20 Jahren, überraschend von ihr trennt. Doch Laurie gibt die Hoffnung nicht auf, dass Dan bald erkennt, dass die Trennung ein Irrtum war und zu ihr zurückkehrt. Plötzlich gibt es allerdings eine neue Frau an Dans Seite - und die ist auch noch schwanger! Da Laurie und Dan gemeinsam in einer Kanzlei arbeiten, wird das Liebes-Aus des einstigen Traumpaares sicher für Tratsch und Gerede sorgen.

Laurie graut davor. Doch dann bleibt sie eines Tages mit ihrem Kollegen Jamie im Aufzug stecken. Jamie hat den Ruf, dass keine Frau vor ihm sicher ist. Dieser Ruf steht seinem Aufstieg in der Kanzlei im Weg. Und deshalb kommen Laurie und Jamie auf den Gedanken, eine Scheinbeziehung zu führen. Denn dann wäre Laurie nicht dem vermeintlich mitleidsvollem Tratsch der Kollegen ausgesetzt und Jamie könnte durch die Beziehung zu Laurie seinen Ruf aufpolieren...

Der Einstieg in die Handlung verläuft anfangs eher gemächlich. Denn man beobachtet zunächst das Ende der Beziehung zwischen Laurie und Dan. Das ist sicher wichtig, um genügend Hintergrundinformationen zu sammeln und Laurie besser kennenzulernen. Man kann auch sehr gut nachvollziehen, wie überraschend die Trennung für Laurie kommt und dass sie dadurch am Boden zerstört ist. Dennoch wartet man regelrecht darauf, dass sie mit Jamie im Fahrstuhl steckenbleibt und es danach zur Scheinbeziehung kommt, die sicher die ein oder andere humorvolle Situation auslöst. Doch bis dahin muss man sich leider etwas gedulden. Der Anfang ist zwar nicht langweilig oder zäh, aber dennoch nicht so spritzig und temporeich, wie erhofft. 

Doch wenn man bis dahin durchgehalten hat, nimmt die Handlung plötzlich doch noch Fahrt auf. Der Schreibstil der Autorin ist gewohnt locker und stellenweise mit wunderbarem britischen Humor gespickt. Deshalb kann man sich oft ein unverhofftes Schmunzeln nicht verkneifen. Laurie und Jamie wirken sympathisch und es macht Spaß, die Scheinbeziehung der beiden zu verfolgen. Natürlich kommt es zu einigen klischeehaften Wendungen, doch darüber tröstet der herrlich lockere Schreibstil allemal hinweg. Es gibt in der Handlung Nebencharaktere, die sofort sympathisch wirken, es gibt aber auch welche, die mag man einfach nicht und betrachtet sie mit hochgezogenen Augenbrauen. Doch Laurie scheint es ganz genauso zu gehen und deshalb passen die Akteure perfekt in die Geschichte. Das Ende ist zwar etwas vorhersehbar und kommt dann auch unerwartet schnell. Doch insgesamt gesehen kann man mit der Lektüre humorvolle Lesestunden verbringen und einfach mal die Seele baumeln lassen. 

Nach einem eher gemächlichen Start, zieht das Tempo doch noch an und man wird mit herrlichem Humor belohnt. 

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Wohlfühl-Roman

Hannahs Gefühl für Glück von Kimmel Fran

Die Weihnachtstage stehen kurz bevor, doch im Haus der Familie Nyland ist die Stimmung alles andere als harmonisch. Jedes Familienmitglied kämpft mit eigenen Problemen und für Mutter Ellie, die unbedingt ein harmonisches Fest verbringen möchte, werden selbst die kleinsten Dinge zur Herausforderungen.

  Als ihr Mann Eric mit dem Wagen unterwegs ist, entdeckt er auf den eisigen Straßen ein Mädchen, das sich ganz alleine und noch dazu völlig unpassend gekleidet, durch den Schnee kämpft. Mit viel Überredungskunst gelingt es Eric, das Mädchen zum Einsteigen zu bewegen und nach Hause zu fahren. Es stellt sich heraus, dass es sich um Hannah handelt, die bei seinem verhassten Nachbarn wohnt. Eric liefert sie mit einem unguten Gefühl dort ab. Denn das Haus scheint kein Ort für ein Mädchen in Hannahs Alter zu sein. Das Ganze lässt ihm keine Ruhe und als er abends mit seinem Sohn nach Hannah schauen will, findet er seine schlimmsten Befürchtungen bestätigt. Nun muss dringend ein Platz gefunden werden, an dem Hannah unterkommen kann. Das Jugendamt kann allerdings erst nach Weihnachten eine Pflegefamilie für Hannah organisieren. Deshalb lässt Eric sich darauf ein, Hannah mit in seine Familie zu nehmen.... 

Die Handlung wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet, wobei sowohl Hannah, als auch die unterschiedlichen Familienmitglieder, im Zentrum der Ereignisse stehen. Dadurch bekommt man nicht nur einen guten Überblick über die Probleme und Schwierigkeiten, mit denen sich die jeweiligen Protagonisten auseinandersetzen, sondern auch über die Dynamik innerhalb der Familie. Es gelingt der Autorin hervorragend, die jeweiligen Gefühle und Stimmungen eindrucksvoll zu beschreiben und zwischen den Zeilen schweben zu lassen. Dadurch ist man vom ersten Moment an mitten im Geschehen und fühlt sich einfach wohl. 

Die Charaktere wirken äußerst authentisch. Sie haben Probleme und Sorgen, die man nachvollziehen kann. Zuweilen hat man das Gefühl, dass manche Reaktionen etwas übertrieben sind, doch nach und nach sammelt man genug Hintergrundinformationen, um alles zu verstehen. Deshalb beobachtet man interessiert die Wandlung, die durch Hannahs Unterbringung ausgelöst wird. Dabei wachsen einem die Charaktere beim Lesen regelrecht ans Herz.

Ein absoluter Wohlfühlroman, der einfühlsam erzählt wird und zum Nachdenken anregt. 

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Spannende Cold-Case-Ermittlungen

Wisting und der Atem der Angst Kriminalroman. Kartoniert. von Horst Jørn Lier

Der Serienmörder Tom Kerr sitzt bereits seit mehreren Jahren im Gefängnis. Mittlerweile hat er einen weiteren Mord gestanden und den Ermittlern angeboten, sie zu dem Ort zu führen, an dem er damals die Leiche vergraben hat. Trotz hoher Sicherheitsmaßnahmen gelingt Tom Kerr dabei eine spektakuläre Flucht.

Der Verdacht liegt nahe, dass er dabei Hilfe von seinem damaligen Partner, den die Presse stets als "Der Andere" titulierte, hatte. Wisting muss nun nicht nur den flüchtigen Serienkiller wieder dingfest machen, sondern die Identität des geheimnisvollen Helfers lüften. Außerdem versucht man, ihn zum Sündenbock für den verpatzten Einsatz zu machen....

Die Krimi-Reihe um Kommissar William Wisting gibt es bereits seit vielen Jahren. Nach "Wisting und der Tag der Vermissten" und "Wisting und der fensterlose Raum", ist "Wisting und der Atem der Angst" allerdings erst der dritte Band der Wisting-Reihe, der zur Cold-Case-Serie gehört. Man kann den aktuellen Ermittlungen aber auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band gelesen hat. Denn der Autor streut wichtige Hintergrundinformationen in die Handlung ein. 

Der Start ist alles andere als gemächlich, denn man ist sofort mitten im Geschehen und folgt gebannt den spannenden Ereignissen. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet, wodurch man nicht nur eine gute Gesamtübersicht  erhält, sondern außerdem früh in den Sog der Ermittlungen gerät. Dieser Cold-Case ist durch die Flucht des Serienkillers brandaktuell und äußerst spannend. Handlungsorte und Protagonisten werden so lebendig beschrieben, dass man die entsprechenden Szenen mühelos vor Augen hat und sich ganz auf den Fall einlassen kann. Und der hat es wirklich in sich. Immer wenn man meint, dass man der Lösung einen Schritt näher gekommen ist, sorgen überraschende Wendungen dafür, dass man die eigenen Ermittlungen überdenken muss. Zum Ende hin gipfeln die Ereignisse in einem hochspannenden Finale, bei dem man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. 

Diese Cold-Case-Ermittlungen haben es wirklich in sich. Die Spannung ist von der ersten Seite an spürbar, kann durchgehend gehalten werden und sich zum Ende hin sogar noch steigern. 

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