Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anja:

vorhersehbar, aber trotzdem süß



Die 21-jährige Keri Ann ist Kellnerin in ihrem verschlafenen Heimatstädtchen Butler Cove. Als plötzlich der berühmte Schauspieler Jack Eversea auftaucht, ist es mit der Ruhe vorbei. Keri Anns Leben steht plötzlich Kopf, denn der Hollywoodstar sieht nicht nur verdammt gut aus, sondern entpuppt sich auch noch als richtig nett.

Die Dinge nehmen ihren Lauf, bis beide sehr schmerzhaft daran erinnert werden, dass sie in verschiedene Welten gehören...

Mein erster Eindruck von Keri Ann war sehr positiv. Sie ist eine höfliche, aufgeschlossene, bodenständige junge Frau. Auch ihre ersten Reaktionen auf den Hollywoodplayboy machten sie sympathisch ? denn zunächst begegnet sie Jack sehr zickig und sarkastisch, was für einige spaßige Momente sorgt. Doch sie kann die harte Fassade nicht lange aufrechterhalten und so entwickelt sie sich schnell zu einem gefühlsdusseligen Teenager, was sie letztlich nur authentisch macht. Denn wer würde nicht dahinschmelzen, wenn plötzlich sein sexy Film-Idol vor einem steht?!

Jack ist ein Charakter, den man oft nur schwer einschätzen kann. Mal ist er sich kühl und arrogant, dann wieder gibt er seltene, berührende Einblicke in seine nicht immer rosige Vergangenheit. Was allerdings seine vorgeplante Zukunft angeht, bleibt er eher verschlossen, was es schwer macht, seine Absichten einzuschätzen.

Verstärkt wird dieser Effekt durch die Ich-Perspektive von Keri Ann, welche Jack natürlich nur so zeigt, wie die junge Frau ihn wahrnimmt. Die Erzählperspektive bietet dafür allerdings sehr viele Einblicke in Keri Anns stetig wechselndes Gefühlsleben und lässt den Leser so mitlieben und mitleiden.
Sie hat eine angenehme, beschreibende Erzählweise, die es leicht macht, sich das Geschehen bildlich vorzustellen.

Die Handlung ist ? obwohl weite Teile sehr vorhersehbar sind ? interessant zu verfolgen. Zunächst versuchen Keri Ann und Jack, trotz der Zuneigung, die beide empfinden, Abstand zu halten. Lange gelingt ihnen dies aber nicht, sodass es spannend zu beobachten ist, wer wann und warum zuerst nachgibt. Dabei durchleben beide Figuren sehr unterschiedliche Gefühle und besonders im letzten Teil wird es emotional und eine Spur dramatisch. Auch erotische Momente gibt es, wobei diese passend in die Handlung eingebunden sind.

Die Wendung zum Schluss ist dann wieder wenig überraschend, wobei das Buch mit einem Cliffhanger endet und noch etliche Fragen unbeantwortet bleiben. Besonders in Bezug auf Keri Anns Freunde wurden einige Handlungsstränge begonnen, im Verlauf aber nur sehr spärlich aufgegriffen.

Fazit: Obwohl die Handlung vorhersehbar ist und wenig Neues bietet, ist das Geschehen süß zu verfolgen ? eine Prise Kitsch, Erotik und Klischees inklusive.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja

der steinige Weg von Ethan zu Drew ? toller Reihenauftakt (4,5)

An seinem ersten Highschooltag wacht der 14-jährige Ethan als Mädchen auf. Seine Eltern erklären dem verstörten Teenager, dass er ein Changer ist und in den folgenden Jahren insgesamt 4 Identitäten durchlaufen wird. Jeweils ein Jahr lang wird er ein anderer Mensch sein. Danach muss er sich für eine feste Identität entscheiden.

Nur eins, das wird er nie wieder sein: Ethan. Und so muss sich der Teenager seinem Schicksal fügen und versuchen, dieses neue Leben mit all seinen Regeln zu meistern.

Eines morgens aufzuwachen und jemand anderes zu sein ? und dann auch noch im Körper des anderen Geschlechts zu stecken, das ist schwer vorstellbar. Für Ethan wird es Realität. Nach einem kurzen Prolog werden die Ereignisse tagebuchartig in der Ich-Perspektive geschildert. Dadurch kann man als Leser direkt miterleben, was im Kopf des Teenagers vor sich geht, vor welche Schwierigkeiten er gestellt wird und wie seine Gefühle Achterbahn fahren.
Nachdem die Erlebnisse der ersten Tage relativ lückenlos geschildert werden, werden die zeitlichen Lücken im Verlauf des Buches immer größer. Ein komplettes Jahr begleitet der Leser Drew. Der nächste Band der vierteiligen Serie wird dann die zweite Identität umfassen.

Die Geschichte ist von Beginn an sehr interessant. Wie meistert der verwandelte Teenager die Schwierigkeiten? Vor welche Herausforderungen wird er gestellt? Wie schnell passt er sich an oder versucht er gar, sich gegen die engen Regeln der Changers zu wehren?
Dabei werden mit Fortschreiten der Handlung allerlei Fragen aufgeworfen. Drew erhält einen Coach, der sie in allen Lebenslagen beraten soll und es gibt ausführliche schriftliche Regeln, die häppchenweise in der Handlung erläutert werden. Doch viele Hintergründe über die Changers und ihre Absichten bleiben bis zum Schluss noch unklar ? was prinzipiell nachvollziehbar ist, wenn man bedenkt, dass Ethan noch drei weitere Jahre hat, um alle Aspekte des Changer-Lebens kennenzulernen, die Lektüre aber auch ein wenig schwierig macht, wenn man komplett im Dunkeln tappt. Denn es wird auch nicht immer ganz deutlich, ob Drew sich für manche Dinge einfach nicht interessiert oder ob Antworten aufgrund der großen Sprünge in den Tagebucheintragungen vorerst quasi bewusst ?fehlen?.

Wie man merkt, kann ich mich nicht ganz entscheiden, ob ich über Drew oder Ethan schreibe. Man erlebt ihn auf den ersten Seiten als Jungen und auch danach erinnert er sich regelmäßig an sein früheres Leben, geht Mädchenprobleme aus Jungensicht an oder schildert typische Geschlechterstereotype, die ihm auffallen.
Obwohl ich im späteren Verlauf der Handlung beim Lesen das Mädchen vor Augen hatte, fiel es mir dennoch schwer, den Jungen ? der er nie mehr sein wird ? komplett auszublenden.
Unabhängig davon war mit der Protagonist schnell sympathisch. Drew wird vor verschiedene Schwierigkeiten gestellt, von denen sie viele mutig und uneigennützig meistert. An manchen Stellen ist sie aber auch naiv und ihr fehlt die nötige Weitsicht ? halt ein 14-jähriges Kind, noch in der Entwicklung, clever aber nicht übermächtig.

Da Ethan/ Drew die Geschichte erzählt, ist die Sprache entsprechend jugendlich. Der Text ist flüssig zu lesen und enthält, wenn Drew etwas besonders aufgefallen ist, ausreichend detaillierte Beschreibungen bestimmter Personen oder Orte. Eine gute Portion Sarkasmus sorgt regelmäßig für witzige Momente, aber auch emotionale Passagen hält das Buch bereit.

Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar, der einige Begriffe der Changers-Gemeinschaft erklärt. Ich habe diesen allerdings erst nach dem Lesen gefunden und letztlich fand ich dort Erklärungen, die ich mir während des Lesens bereits so erschlossen hatte.

Interessanter Reihenauftakt, in dem es vor allem um die Entwicklung von Ethan/ Drew geht. Bezüglich der Changers bleiben noch sehr viele Fragen offen. Obwohl das Buch keine Spannung im klassischen Sinne bietet, fand ich die Geschichte zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die Neugier, wie es dem Teenager mit seiner zweiten Identität ergeht, ist auf jeden Fall geweckt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja

fantastische Welt unter dem Meer

Atlantia von Ally Condie

Vor langer Zeit wurden die Menschen auf der Welt getrennt. Einige wenige durften nach Unten und in der Stadt unter dem Meer ein zufriedenes Leben führen. Viele mussten Oben bleiben und bei schlechten Bedingungen ums Überleben kämpfen...
Das ist die Geschichte, wie Rio sie kennt, trotzdem zieht es die junge Atlantianerin nach Oben.

Sie sehnt sich nach Erde, dem Himmel und der Sonne. Ihrer Zwillingsschwester Bay zuliebe verspricht Rio, am Tag der Wahl Unten zu bleiben. Doch dann trifft Bay eine Entscheidung, die das Leben beider Schwestern von Grund auf ändert...

Die Idee des Buches ist total faszinierend. Eine Stadt unter Wasser ? aber dort leben nicht etwa Meerjungfrauen ? es sind ganz normale Menschen. Ein Leben unter der Kuppel tief unter der Oberfläche. So fesselnd die Vorstellung auch ist, so bedrückend ist sie auch, wenn man tagtäglich von Tonnen von Wasser umgeben ist und auf die Stadtumgrenzung vertrauen muss. Ally Condie beschreibt Atlantia sehr anschaulich ? die Menschen, deren Lebensweise, die sonstigen Lebewesen und die eigenwillige Pflanzenwelt.

Rio ist eine beeindruckende junge Frau, die mir sofort sympathisch geworden ist. Sie trägt eine schwere Bürde mit sich, die ihr tägliches Leben belasten. Obwohl ihr Kontakte zu anderen Menschen dadurch erschwert werden, versteckt sie sich nicht. Die Liebe zu ihrer Schwester lässt sie unerwartet mutig und einfallsreich werden.
Da Rio die Ich-Erzählerin der Geschichte ist, erlebt man die Handlung aus ihrer Sicht, findet heraus, was sie herausfindet, bleibt aber ebenso über viele Dinge zunächst im Unklaren. Die Sprache ist bildhaft und flüssig, sodass man sich gut ins Geschehen hineindenken kann.

Die Geschichte beginnt sehr spannend mit einer Zeremonie, in der die jungen Menschen wählen dürfen, in welcher der zwei Welten sie leben möchten. Hier gibt es die ersten emotionalen Szenen. Die Handlung danach ist zwar interessant und ich war neugierig, wie es weitergeht, große Aufregung oder Dramatik bleiben aber erst mal aus. Erst nach der Hälfte des Buches nimmt die Handlung wieder an Fahrt auf und es folgt ein Ereignis auf das nächste. Einige unerwartete Wendungen sorgen für Überraschungen.
Die meisten Handlungsstränge werden zufriedenstellend zuende geführt und die wichtigsten Fragen, die im Verlauf der Geschichte aufgekommen sind, werden beantwortet.

Leider ist die Passage im Oben aber verhältnismäßig kurz. Die Welt wird weniger detailliert geschildert und am Ende hätte ich mir noch einige Erklärungen zu den Lebensverhältnissen, aber auch zur Geschichte der Trennung gewünscht.


Fazit: Faszinierende Idee, sympathische Figuren, abwechslungsreiche Emotionen. Atlantia bietet gute Unterhaltung und spannende Lesestunden. Obwohl es eigentlich schön ist, mal wieder ein Jugendbuch-Einzelband vorliegen zu haben, hätte ich mir allerdings eine Fortführung der Geschichte gewünscht, da das Oben zu schnell abgehandelt wird und noch einige Aspekte offen bleiben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Anja