Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anja:
fesselnd!
Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit, Band 1 von Snow Rose
Als June beschließt, ihr letztes Schuljahr in Cornwall bei ihrem Onkel zu verbringen, ahnt sie nicht, was sie in England alles erwartet: uralte Legenden, mysteriöse Ereignisse und zwei Cousins, die sehr unterschiedliche Gefühle in ihr wecken. Aber irgendwas ist komisch an ihnen und bald stellt auch June an sich eine Veränderung fest…
Obwohl die Geschichte recht lange braucht, bis die ersten mysteriösen Ereignisse die Spannung steigern, hat mir das Buch durchweg gut gefallen.
Auch der eher ruhige Beginn, in dem June in England ankommt, die ersten Schultage verbringt und ihre Familie, die sie lange nicht gesehen hat, wieder kennenlernt, hat mir total gut gefallen. Dies lag zum einen an dem flüssigen und bildhaften Schreibstil, der dafür sorgt, dass sich das Buch super schnell lesen lässt, und zum anderen an den sympathischen Figuren.
Die 18-jährige Ich-Erzählerin June ist ein bodenständiges Mädchen, das neugierig auf ihre neue Umgebung und die Verwandtschaft ist. Sie hat klare Vorstellungen davon, was sie in ihrem Leben erreichen will und vor allem ist sie sehr schlagfertig. Eine Eigenschaft, die ihr besonders im Umgang mit Blake zugute kommt. Der düstere der beiden Cousins verhält sich oft ungehobelt und abweisend, ganz anders als sein Zwillingsbruder Preston.
Doch wie so oft ist nicht alles so, wie es auf den ersten Blick scheint.
Je näher Juni die Familie kennenlernt, desto mehr findet sie über die Brüder heraus und desto mehr Seiten zeigen beide von sich.
Besonders das Zusammenspiel mit Blake, dass durch die kleinen Kabbeleien der beiden interessant zu verfolgen ist, hat mir gut gefallen.
Und auch die Geschichte nimmt mit der Zeit immer mehr Fahrt auf. Mysteriöse Ereignisse häufen sich und June findet Dinge heraus, an deren Existenz sie bisher nicht geglaubt hat. Hat sie die Legenden bisher noch für Märchengeschichten gehalten, steckt sie plötzlich selbst mittendrin.
Die Handlung macht einige unerwartete Wendungen. Besonders die Zwillinge sind nicht immer ganz leicht einzuschätzen, sodass es auch hier zu Überraschungen kommt.
Spannende, rätselhafte und gefühlvolle Szenen wechseln sich ab und sorgen für unterhaltsame Lesestunden.
Leider bleibt am Ende noch vieles offen, sodass ich nun gespannt auf den zweiten Band warte.
Fazit
Dank angenehmem Schreibstil, bei dem Ich-Erzählerin June Einblicke in ihre Gefühle gewährt, liest sich das Buch sehr schnell. Obwohl die Handlung einige Zeit braucht, bis die erste Spannung aufkommt, konnte mich auch der ruhige Beginn um Junes Eingewöhnung und das Zusammentreffen mit den so unterschiedlichen Zwillingen gut unterhalten. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mysteriöser und dramatischer werden die Ereignisse. Zwar gibt es am Ende ein paar Antworten, doch vieles bleibt noch offen.
mal spannend, mal verwirrend
Hazel Wood - Wo alles beginnt von Melissa Albert
Ihr Leben hat Alice schon an vielen Orten verbracht, doch immer wieder müssen sie und ihre Mutter vor dem Unglück flüchten, das sie zu verfolgen scheint. Als Alice’ Großmutter, eine bekannte Märchenautorin, stirbt, scheint Ruhe in ihr Leben einzukehren. Allerdings möchte Alice mehr über die ihr unbekannte Verwandte herausfinden und als sich dann doch wieder die ungewöhnlichen Vorfälle häufen und letztlich sogar ihre Mutter verschwindet, scheint die Großmutter mit ihren Geschichten der Schlüssel zu sein…
Hazel Wood hat mir spannende Lesestunden beschert, dennoch konnte mich die Geschichte nicht komplett überzeugen.
Der Beginn der Geschichte wirft viele Fragen auf. Mysteriöse Ereignisse und rätselhafte Figuren kreuzen Alice’ Weg. In ihrem Leben passieren immer wieder Unglücke. Und als sie denkt, endlich zur Ruhe kommen zu können, häufen sich die komischen Geschehnisse erneut. Wie hängt alles zusammen? Bis zur Beantwortung dieser Frage dauert es etliche Kapitel.
Alice ist eine interessante Protagonistin. Als Ich-Erzählerin gibt sie intensive Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle zu ihrem bisherigen Leben und den neusten Entwicklungen. Dabei bekommt man immer wieder das Gefühl vermittelt, dass irgendwas mit Alice nicht stimmt. Sie verbirgt oder unterdrückt etwas, sodass man auch dieses Rätsel lösen möchte.
Auch die entworfene Märchenwelt ist sehr faszinierend, aber auch unglaublich düster.
Zwar ist der Anfang durch die vielen aufgeworfenen Fragen interessant, allerdings habe ich gerade das erste Drittel teilweise auch als etwas langatmig empfunden. Alice schwelgt in Erinnerungen und schildert Teile ihres bisherigen Lebens, während aktuell gerade nicht so viel passiert. Es dauert, bis sich das Tempo steigert. Je weiter Alice sich den Antworten nähert, desto spannender wird die Geschichte dann aber.
Allerdings fand ich die Handlung an einigen Stellen auch sehr verworren. Hinzu kommt – und das ist bei einem Fantasybuch natürlich ungünstig – dass mir manche Ereignisse zu fantastisch waren. Alice erlebt unglaubliche Dinge. Manche davon fand ich sehr stimmig, vor allem weil sich die ganze Märchenwelt erst mit der Zeit entfaltet und die Hintergründe deutlicher werden, aber andere Ereignisse waren mir einfach zu viel und wirkten auf mich zu konstruiert.
Während der Mittelteil sich mit spannenden, teils verwirrenden Ereignissen geradezu überschlägt, kommt das Ende dann leider etwas enttäuschend daher. Zwar sind viele der Aufdeckungen und gefundenen Antworten überraschend – was ohnehin auf das ganze Buch zutrifft, es gibt immer wieder unerwartete Wendungen und ich wusste nie, wo die Geschichte als nächstes mit mir hin will –, insgesamt ist mir die Lösung am Schluss, besonders für all die Irrwege, die Alice zuvor bestreiten mussten, aber zu einfach. Es wirkt, als müsste das Buch schnell zuende gebracht werden, wodurch die Geschichte leider wieder an Reiz einbüßt.
Letztlich laufen am Ende alle Fäden zusammen. Es gibt viele Wendungen und unerwartete Zusammenhänge. Dabei werden alle offenen Fragen geklärt. Obwohl es sich bei Hazel Wood um einen Auftaktband handelt, ist die Geschichte am Ende ziemlich abgeschlossen.
Fazit
In Hazel Wood erschafft Autorin Melissa Albert ein spannendes Szenario mit einer überraschenden, sehr düsteren Märchenwelt. Leider fand ich die Handlung zu Beginn etwas zäh und im Verlauf auch teilweise verwirrend. Dennoch gibt es viele sehr spannende Passagen, vor allem da die Handlung nicht vorhersehbar ist und sich zu einem komplexen, unerwarteten Gesamtbild verbindet, dass am Ende alle Fragen beantwortet. Der Schluss kommt allerdings – betrachtet man auch all die Hindernisse, die Alice insgesamt überwinden muss – viel zu einfach daher.
süße Geschichte, die hungrig macht
Scarlett von Remington Laurel
Die 12-jährige Scarlett leidet unter der Tätigkeit ihrer Mutter. Diese bloggt nämlich und immer öfter ist Scarlett und deren Verhalten Inhalt ihrer Beiträge. Dabei gelangen teilweise peinliche Themen ins Internet – zumindest empfindet Scarlett dies so und zieht sich daher von allem zurück, sowohl von ihren Freunden als auch aus schulischen Aktivitäten.
Da ihre Mutter ständig arbeitet, übernimmt Scarlett viele Aufgaben im Haushalt und kümmert sich fürsorglich um ihre kleine Schwester.
So wie Scarlett die Lage darstellt, ist nachvollziehbar, dass sie die Aufmerksamkeit ihrer Mitschüler als unangenehm empfindet. Ein großes Problem ist allerdings, dass Mutter und Tochter eigentlich gar nicht mehr vernünftig miteinander reden und ihnen daher nicht bewusst ist, was die andere denkt. Dass Scarlett in Streitsituationen eher dickköpfig und undiplomatisch reagiert, hilft dabei natürlich auch gar nicht weiter.
Kein Wunder also, dass Scarlett sich ein Hobby wünscht, was sie vor allen Leuten – damit niemand ihrer Mutter darüber berichten und diese es verwenden kann – geheim halten will.
Und ausgerechnet im Haus ihrer Nachbarin findet sie genau diese Sache, die ihr unglaublichen Spaß macht und ihr sogar neue Freundschaften bringt.
Wie Scarlett ins Haus der Nachbarin gelangt und dort letztlich mehrfach ohne Erlaubnis die Küche benutzt, ist natürlich fragwürdig. Dennoch entwickelt sich eine sehr niedliche Geschichte über Freundschaft und Nachbarschaftshilfe, über Liebe, Mitgefühl und Zusammenhalt. Es gibt sogar ein paar kleine übernatürlich scheinende Ereignisse, die sich aber mit der Zeit erklären.
Durch das Koch-Abenteuer lernt Scarlett viel dazu – nicht nur in der Küche. Sie erhält neues Selbstvertrauen, öffnet sich einigen Menschen, die sie bisher von sich gestoßen hatte, und setzt sich für andere ein.
Die 12-Jährige ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. In einem jugendlich, leichten Stil führt sie durch die Handlung und gibt dabei immer wieder Einblicke in ihre Gefühlswelt.
Witzige Szenen gemischt mit ernsten Momenten sorgen für eine gelungene Abwechslung, die mir für die Zielgruppe passend erscheint. Für die Charaktere hätte ich mir allerdings dennoch ein wenig mehr Tiefe gewünscht.
Zwar wird im Buch deutlich, wie schnell Informationen sich im Internet verbreiten und welche Probleme den Betroffenen daraus auch entstehen können, die ermahnende Wirkung dahinter bleibt aber aus. Denn auch die 12-Jährige eröffnet munter einen Blog in dem sie freizügig Informationen teilt – wenn auch nicht über sich persönlich – und ist im jeden neuen Leser bemüht.
Und ganz am Ende findet Scarlett auch noch die geheime Zutat…
Fazit
Eine niedliche Geschichte über Freundschaft und Hilfsbereitschaft – und natürlich übers Backen. Dank des jugendlich-leichten Schreibstils liest sich die Geschichte sehr zügig. Die Handlung hat spaßige, aber auch berührende Momente.
Allerdings finde ich den Internetgebrauch sowohl von Mutter und Tochter recht unglücklich geschildert, da den Lesern nahegelegt wird, wie kinderlicht das Eröffnen eines Blogs ist…
ernste Thematik in locker-leichter, aber auch berührender Erzählweise
Scarlett von Remington Laurel
Die 12-jährige Josie geht in die siebte Klasse. Dort schlägt sie sich mit ganz alltäglichen Problemen herum: die Hausaufgaben nerven und es gibt Stress mit der besten Freundin. Als Nadima neu in ihre Klasse kommt, steht Josie vor einem Problem, denn Nadima spricht ihre Sprache nicht. Doch Josie findet einen Weg, sich trotzdem mit dem Mädchen anzufreunden.
Denn Süßigkeiten mag einfach jede/r…
Josie ist ein toughes Mädchen mit einem klaren Ziel: Sie will später Millionärin werden. Sie hat so manche verrückte Idee und wenn ihr etwas nicht passt, kann es auch schon mal passieren, dass sie einem Lehrer eine Standpauke hält. Auch in anderen Bereichen hat sie ihr Temperament nicht immer im Griff, mehrfach handelt sie, ohne ihre Taten bis zum Ende zu durchdenken. Dabei hat sie aber immer nur gute Absichten. Sie ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und so ist die Sprache insgesamt leicht verständlich.
Nadima ist das ganze Gegenteil. Sie ist eher ruhig und schüchtern und beobachtet viel, was natürlich auch der Sprachbarriere geschuldet ist. Doch auch sie macht deutlich, wenn ihr etwas nicht gefällt. Denn in ihrem Drang, zu helfen, schießt Josie manchmal über das Ziel hinaus.
„Sprichst du Schokolade“ beinhaltet verschiedene alltägliche Themen: vergessene Hausaufgaben und unbeliebte Lehrer, Konflikte zwischen Freundinnen oder Streit in den Scheidungs- und Patchwork-Familien. Und mittendrin wird die Flüchtlingsthematik eingewoben – denn Nadima stammt aus Syrien.
Josie lässt die Leser nicht nur an ihren Gedanken teilhaben, sie spricht die Leser auch direkt an. Dabei versucht sie mehrfach, sich in Nadima hineinzuversetzen, wie schwer es sein muss, sein Zuhause zu verlieren und in einem Land zu landen, wo einen die Leute kaum verstehen.
Der Prozess, wie Josie und Nadima, die anfangs nur wenige Worte wechseln können, sich anfreunden und Wege finden, miteinander zu kommunizieren, ist sehr nachvollziehbar beschrieben. Wenn ihnen die Worte fehlen, behelfen die zwei sich mit Emojis oder einem Übersetzungsprogramm. Und Taten sagen ja ohnehin viel mehr als Worte.
Josie bringt viel Geduld und Einfallsreichtum mit. Deutlich wird aber auch, dass gut gemeint nicht immer gut gemacht ist. So tritt Josie in einige Fettnäpfchen und löst dadurch unglückliche Situationen aus, in denen sie allerdings mehr über Nadima und ihre Familie erfährt.
Das Buch wird vom Verlag für Leser und Leserinnen ab 10 Jahren empfohlen. Aufgrund der Sprache und auch der kindgerechten Umsetzung der Thematik finde ich die Altersempfehlung passend – aber nicht unbegleitet.
Denn Nadimas Schicksal wird sehr eindringlich geschildert. Josie erfährt, was Nadima in Syrien erlebt hat und wie traumatisiert sie immer noch ist. Politische Hintergründe spielen keine Rolle und die Beschreibungen sind auch nicht unbedingt blutig – aber dennoch grausam und berührend. Ich musste auch so manches mal schlucken. Dennoch empfand ich die Schilderungen als sehr passend, die grausame Realität wird nicht beschönt, aber auch nicht übertrieben ausgeschlachtet. Dabei liegt der Schwerpunkt aber eben nicht auf der schlimmen Vergangenheit, sondern auf dem neuen Leben, auf das Nadima und auch ihre sympathische Familie sich mit viel Freude einlassen.
Fazit
Ich war neugierig, wie die Flüchtlingsthematik in einem Kinderbuch untergebracht wird und finde die Geschichte sehr gelungen. Neben alltäglichen Problemen wie Streit mit Eltern oder Freunden wird das Schicksal der zwölfjährigen Nadima in Josies Alltag eingewoben, wobei die Leser immer mehr Fakten über ihre Vergangenheit erfahren, je besser sich die zwei Mädchen anfreunden. Es ist keine Geschichte mit erhobenem Zeigefinger, aber dennoch macht Josies Verhalten deutlich, wie wichtig Geduld, Akzeptanz und Verständnis sind, Hilfsangebote aber auch komplett nach hinten losgehen können.
Im Vordergrund stehen Nadimas Erlebnisse im neuen Land, aber auch auf die Ereignisse in Syrien wird zurückgeblickt – auf sehr eindringliche, berührende Art. Dabei ist der Erzählstil ansonsten insgesamt sehr locker, fröhlich, aber auch immer wieder nachdenklich. Das Buch ist definitiv nicht nur für Kinder/ Teenanger geeignet. Mich konnte die Geschichte auf jeden Fall packen.
Konnte trotz toller Grundidee nicht komplett überzeugen
Children of Blood and Bone - Goldener Zorn von Tomi Adeyemi
Es ist Jahre her, dass der König die Magie in einem Blutbad ausgerottet hat. So hat die 17-jährige Zélie zwar das Aussehen einer Magierin – dunkle Haut und weiße Haare -, ihre Kräfte bilden sich aber nicht aus. Der König und seine Soldaten verachten die sogenannten Divînés und beuten sie und ihre Angehörigen aus.
Das Schicksal sorgt dafür, dass ausgerechnet Zélie ein altes magisches Artefakt in die Hände fällt, mit dem sie die Magie in das Land zurückholen kann. Allerdings hat sie dafür nicht viel Zeit und mächtige Gegner wollen die Rückkehr der Magie verhindern.
Die Grundidee der Geschichte fand ich total spannend. Allerdings habe ich lange gebraucht, um mich in den Begrifflichkeiten zurechtzufinden. Zwar gibt es zu Beginn des Buches eine Übersicht der magischen Clans, insgesamt sind die Namen aber alle so exotisch, dass sie nicht so leicht von der Zunge gehen, geschweige denn direkt im Kopf bleiben. Darüber hinaus gibt es viele Begriffe, die erst im Verlauf halbwegs deutlich werden. Ein Glossar mit Erklärungen (anstelle der Clans, die in ihrer Vielfalt kaum eine Rolle spielen) hätte den Einstieg etwas erleichtert. Die Welt mit ihren verschiedenen Völkern und dem ungleichen Machtgefüge ist aber auf jeden Fall interessant. Aber auch hier wären ein paar mehr Erläuterungen zu Menschen und auch der fremdartigen Tierwelt hilfreich gewesen.
Auch mit Zélie bin ich nicht sofort warm geworden, da ich sie anfangs gar nicht einschätzen konnte. Sie wirkt zwar ehrgeizig, mutig und schlagfertig, aber auch ein wenig rachsüchtig, schadenfroh und unüberlegt, sodass ich sie von ihrem Verhalten auf den ersten Seiten auf 13 oder 14 geschätzt hätte. Ihr Alter wird erst nach knapp 100 Seiten erstmals erwähnt.
Neben Zélies Bruder Tzain spielen auch die Kinder des Königs eine zentrale Rolle bei Zélies Abenteuer. Amari und Inan sind grundverschieden und hatten beide keine leichte Kindheit unter dem Staatsoberhaupt. Während Amari sich im Verlauf von einem ängstlichen Mädchen zu einer starken Kämpferin entwickelt, ist Inan ein eher schwieriger Charakter. Er wechselt mehrfach seine Ansichten und Ziele und ist dadurch schwer einschätzbar. Sein wankelmütiges, teils dämliches Verhalten machen ihn auch nicht immer besonders sympathisch.
Auch Zélie macht im Verlauf eine große Entwicklung durch, wobei sie oft mit sich und ihrem Schicksal hadert. Diese widersprüchlichen Gefühle sind nachvollziehbar geschildert. Sie trägt eine große Verantwortung, denn die Rückkehr der Magie kann auch zum Missbrauch der Kräfte führen. Tut sie also das Richtige?
Zélie, Inan und Amari schildern abwechselnd die Handlung aus der Ich-Perspektive, wobei sich die Erzählweise der Figuren leider kaum unterschiedet.
Die Geschichte hat viele spannende Momente, aber auch einige zähe Passagen. Zwar ist die ganze Geschichte der Magie – angelehrt an die afrikanische Mythologie – interessant, die Erklärungen zogen sich aber teilweise bzw. werden an Stellen eingestreut, wo sie das Tempo aus der Handlung nehmen.
Aber auch darüber hinaus hatte ich mit einigen Passagen meine Schwierigkeiten. So verhalten sich die Figuren nicht immer logisch. Abgesehen von ihrem sprunghaften Gedankengängen und teils nicht nachvollziehbaren Gefühlsentwicklungen agieren sie im Angesicht der stetigen Gefahr durch die Verfolger mehrfach naiv und unüberlegt. Zwar drängt sie Zeit, aber hier ein Päuschen und dort eine kleine Feier muss schon noch drin sein. Natürlich hat dies unweigerlich die nächste Katastrophe zur Folge, irgendwas geht völlig schief und plötzlich gerät der ganze Zeitplan komplett ins Wanken.
Die Spannung, ob Zélie und ihre Gefährten ihr Ziel erreichen können, steigt dadurch allerdings immer wieder an. Zahlreiche Verluste auf allen Seiten führen zu dramatischen Szenen, wobei die Emotionen etwas auf der Strecke bleiben. Der offene Schluss mit Cliffhanger lässt den Leser völlig in der Luft hängen.
Fazit
Der Einsteig war aufgrund der vielfältigen fremdartigen Begriffe, die sich teils im Verlauf erklären, teils nicht näher erläutert werden, nicht ganz einfach. Zudem brauchte die Handlung für mich etwas, bis wirklich Spannung aufkam, welche durch das teils unlogische Verhalten der Figuren und langatmige Erklärungen zur Geschichte der Magie aber wieder unterbrochen wurde. Erst das letzte Drittel konnte mich dann richtig packen, da sich die Ereignisse hier überschlagen und in einem fiesen Cliffhanger enden, der mich ebenso ratlos wie neugierig zurücklässt.
unerwartete, spannende Entwicklung
Iron Flowers Die Rebellinnen 25.04.2018. Hardback. von Banghart Tracy
Serina wurde dazu erzogen, eines Tages vom Thronfolger zur Grace ausgewählt zu werden – sie kann sticken, tanzen und weiß sich höfisch zu benehmen. Ihre Schwester Nomi ist das ganze Gegenteil – sie ist ein Wildfang, verachtet die Auswahl und wünscht sich auch für Frauen mehr Rechte und freie Entscheidungen.
Dennoch begleitet sie ihre Schwester zur Auswahl in den Palast. Und plötzlich steht das Leben beider Mädchen Kopf.
Die entworfene Welt ist etwas trostlos. Männer regieren und entscheiden. Frauen haben nur wenig Möglichkeiten – entweder sind sie Ehefrauen, Dienerinnen oder Fabrikarbeiterinnen. Und dann gibt es noch die Graces, die sich am ehesten als Harem des Herrschers beschreiben lassen.
Die zwei Schwestern sind sehr unterschiedlich. Während Serina davon träumt, dem Thronfolger dienen zu dürfen, verachtet Nomi diese männerdominierte Welt und träumt davon, eigene Entscheidungen treffen zu dürfen. Dennoch steht sie ihrer Schwester zur Seite und versucht, ihre Ansichten zum Schutz der Familie verborgen zu halten.
Die 17-jährige Nomi wird im Verlauf der Geschichte in eine Rolle gedrängt, in der sie nicht so richtig glänzen kann. Sie trifft blauäugige Entscheidungen mit ungeahnten Konsequenzen. Nicht immer konnte ich ihr Verhalten nachvollziehen – sie verhält sich teilweise sehr wechselhaft, in einem Moment ist sie einer Person gegenüber freundlich, im nächsten Moment wirft sie demjenigen Beleidigungen an den Kopf, ohne dass er Grund für ihren Stimmungswechsel ersichtlich wäre.
Die zwei Jahre ältere Serina hingegen macht im Verlauf eine große Entwicklung durch. Sie muss ungeahnte Prüfungen bestehen und verändert dabei auch ihre Eintstellung zum Gesellschaftsbild. Sie verhält sich loyal und zeigt auch in Situationen, in denen sie große Angst hat, Stärke und Mut.
Abwechselnd wird die Handlung aus der personalen Sicht der zwei Schwestern geschildert. Der Schreibstil ist bildhaft und flüssig.
Die Handlung konnte mich schon nach wenigen Seiten total überraschen. Gleich zu beginn nimmt die Geschichte eine Wendung, mit der ich nicht gerechnet habe. So hat sich das Buch völlig unerwartet entwickelt und konnte mich damit schnell in seinen Bann ziehen. Während einige Begebenheiten zwar vorhersehbar waren, steigt die Spannung im zweiten Handlungsstrang immer weiter an. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, beide Schwestern müssen schwierige Entscheidungen mit schwerwiegenden Konsequenzen treffen. Es wird dramatisch und auch ein wenig gefühlvoll. Leider endet das Buch mit einem fiesen Cliffhanger – es war gerade so aufregend, dass ich am liebsten sofort weitergelesen hätte.
Fazit
Schon nach wenigen Seiten nimmt die Handlung eine unerwartete Wendung und entwickelt sich dadurch völlig anders als vermutet – es wird spannend, aufregend und dramatisch. Zwar waren manche Ereignisse auch vorhersehbar, insgesamt konnte mich die Geschichte aber immer mal wieder überraschen und dadurch fesseln. Besonders Serinas Entwicklung hat mir gut gefallen. Das Ende ist sehr offen.
süße Geschichte mit gewichtigen Erkentnissen (4,5)
DUMPLIN' von Julie Murphy
Die 16-jährige Willowdean ist eigentlich zufrieden mit sich – nur manchmal kratzt ihr Übergewicht an ihrem Selbstbewusstsein, z.B. wenn ihr süßer Kollege Bo sie unerwartet küsst oder ihre Mutter mal wieder nur den jährlichen Schönheitsbewettbewerb der Stadt im Sinn hat. Aber wer sagt eigentlich, dass dort nur schlanke Mädchen teilnehmen dürfen?
Willowdean, die sich selbst nur Will nennt und von ihrer Mutter seit jeher Dumplin’ (engl, Knödel, Mops) genannt wird, ist ein selbstbewusster Teenager, der schrägen Blicken und dummen Kommentaren von Fremden gelassen gegenübersteht.
Bei ihren Freunden reagiert sie allerdings nicht immer so selbstsicher.
Will ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und lässt den Leser damit an all ihren Gedanken, ihren Ängsten und Zweifeln, aber auch ihren mutigen Plänen teilhaben.
Sie ist ein „typischer Teenager“, hat mal Streit mit ihrer Mutter und ihrer besten Freunden, stürzt in ihr erstes Liebeschaos und verzweifelt an den Herausforderungen des täglichen Lebens. Dabei empfand ich Will manchmal als etwas anstrengend – einige ihrer Reaktionen wirken unnötig zickig und nachtragend. Aber sie ist eben erst 16 – da gehören eine große Portion Drama und sprunghafte Launen ja irgendwie zum Leben dazu.
Dennoch empfand ich die Handlung dadurch passagenweise als unbefriedigend. Probleme, die eigentlich keine sind, werden seitenlang mitgeschleppt und Meinungsverschiedenheiten lange aufgebauscht.
Dennoch hat es mir insgesamt Spaß gemacht, das Buch zu lesen. Mit der Teilnahme an dem „Miss Teen Blue Bonnet“-Schönheitswettbewerb steht Will ihre bislang wohl größte Mutprobe bevor. Immer mal wieder zweifelt sie an ihrem Vorhaben, bevor sie neuen Mut und neues Selbstvertrauen erlangen kann. Dabei schließt sie neue Freundschaften und erkennt, welche Dinge im Leben wirklich wichtig sind.
Mobbing, die Beziehung zu ihrer Mutter, der Umgang mit Verlust und die erste Liebe sind zentrale Themen des Buches, und stellen Will vor Probleme, die sie bei der Suche nach sich selbst bewältigen muss, was ihr mal besser und mal schlechter gelingt.
Der Schönheitswettbewerb selbst – mit all seinen befremdlichen amerikanischen Sitten – nimmt zum Glück nicht zu viel Raum ein.
Neben Will gibt es sehr facettenreiche Charaktere, deren Entwicklung ebenso spannend zu verfolgen ist wie Wills.
Besonders mochte ich die Szenen mit Bo, der mir sofort sympathisch war und sich Will gegenüber stets zuvorkommend verhält, auch wenn sie es ihm nicht immer leicht macht.
Die Geschichte beinhaltet viele schöne Gedanken, nicht zuletzt die Erkenntnis, dass Schönheit nichts mit Äußerlichkeiten zu tun hat. Dabei setzt im Verlauf auch bei einigen Figuren ein Umdenken ein.
Das Ende lässt einige Punkte offen – die aber auch einfach keine Rolle spielen, nachdem Will erkannt hat, was für sie selbst wichtig ist.
Die Ankündigung eines weiteren Buches mit anderen Hauptfiguren der bereits bekannten Charaktere lässt aber vermuten, dass die offenen Punkte vielleicht dennoch geklärt werden.
Fazit
Dumplin’ ist ein Jugendbuch, welches viele wichtige Themen auf teils witzige, teils emotionale Weise bearbeitet. Will ist eine sympathische Figur, deren Weg ich gern verfolgt habe, auch wenn sie mir mit ihrem übertrieben zickigen Verhalten das Lesen manchmal schwer gemacht hat. Sie macht eine tolle Entwicklung durch – womit sie nicht nur in der Geschichte als Vorbild fungieren kann. Das Ende – besonders die Auslassungen – empfinde ich als sehr stimmig.
aufregender, ereignisreicher zweiter Teil, der immer wieder überrascht
Scythe - Der Zorn der Gerechten von Neal Shusterman
Achtung: 2. Teil der Reihe. Inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden
Seit den Ereignissen des ersten Bandes (→ Hüter des Todes) scheinen bereits einige Monate vergangen zu sein, die Wege der bekannten Figuren werden aufgegriffen und fortgeführt.
Der Einstieg ins Buch fiel mir nicht ganz leicht.
Es wird häufig auf vergangene Ereignisse Bezug genommen, diese werden aber nur so knapp angedeutet, dass ich meine Erinnerungslücken damit nicht füllen konnte. Gerade einige Namen konnte ich in der Vielzahl der Figuren nicht sofort zuordnen. Wodurch allerdings einige Zeit vergangen ist und die Figuren teilweise nun neue Rollen haben, mit denen sie sich zurechtfinden müssen, habe ich mein fehlendes Wissen größtenteils nicht als so störend empfunden. Es fühlt sich ein wenig an, als würden in einer bekannten Welt neue Handlungsstränge beginnen. Erst nach und nach fügte sich das Gesamtbild wieder zusammen.
Ich finde die Welt der Scythe unglaublich spannend. Ein ewiges Leben reizt mich nicht, doch der Autor hat hier eine moderne Welt mit einem komplexen Regelwelt geschaffen, deren Faszination man sich nur schwer entziehen kann.
Wer den ersten Band von Scythe gelesen hat, weiß aber auch, wie verstörend die Welt ist. Daran hat sich auch jetzt nichts geändert. Das System der Nachlese mag notwendig sein, wirkt aber auch oft grausam. Da die Scythe weiterhin in verschiedene Lager gespalten sind, gibt es unter ihnen immer noch viele Konflikte.
Die Handlung ist von Beginn an fesselnd. Die überwiegend eher kurzen Kapitel springen zwischen zahlreichen, sehr verschiedenen Figuren hin und her.
Nach seinen Taten am Ende des letzten Bandes hat Rowan einen ungewöhnlichen Weg eingeschlagen. Er begibt sich in ständige Gefahr und legt sich mit mächtigen Gegnern an.
Citra, die nun eine Scythe ist, sucht nach einem Weg, ihren Opfern die Nachlese erträglicher zu machen. Doch dabei stößt sie auch auf Widerstand und macht sich damit Feinde.
Interessant, teilweise aber auch befremdlich, sind die kurzen Passagen des Thunderhead – einer künstlichen Intelligenz, welche nahezu alle Ereignisse auf der Welt beobachten kann, die Entwicklung der Menschheit vorausberechnet und unter umständen auch Kontakt zu einzelnen Figuren aufnimmt und sie damit in ihrem Handeln beeinflusst.
Die Geschichte ist zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar. Immer wieder gibt es unerwartete Wendungen. Viele Figuren sind schwer durchschaubar, sodass man lange nicht weiß, auf welcher Seite sie stehen und welche Ziele sie verfolgen. So spitzt sich die Handlung immer weiter zu, es wird dramatischer und verworrener, da viele Pläne und Intrigen geschmiedet werden. Das Ende kommt dann ebenfalls überraschend dramatisch daher. Einerseits bleibt es sehr offen, andererseits bietet es schon einen kleinen Ausblick, welchen Weg Neal Shusterman für seine Figuren vorgesehen haben könnte.
Fazit
Eine spektakuläre Fortsetzung mit einer Vielzahl an unerwarteten Wendungen und überraschenden, oft schockierenden Ereignissen. Da jede Figur eigene Ziele verfolgt, werden allerlei Intrigen gesponnen und Konflikte geschürt. Die sympathischen Figuren des ersten Bandes, Citra und Rowan, stecken mittendrin und müssen sich gegen mächtige Gegner behaupten. Ist man erst mal wieder drin, ist es schwer, die Geschichte wieder aus der Hand zu legen.
regt zum Nachdenken an, konnte mich aber nicht richtig fesseln
Für immer ist die längste Zeit von Abby Fabiaschi
Maddy ist vom Dach der Bibliothek gesprungen. Nun blickt sie von oben auf ihre Familie und sucht nach einer neuen Frau für ihren Mann und einer Mutter für ihre 17-jährige Tochter. Eve und Brady hingegen versuchen verzweifelt herauszufinden, warum Maddy so unzufrieden war, dass sie den Freitod gewählt hat.
Dabei erhalten beide einen ganz neuen Blick auf ihr Leben.
Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht ganz leicht. Anfangs fand ich den Schreibstil etwas umständlich, zu stelzig und unrund. Mit der Zeit hatte ich mich aber eingelesen und bin auch mit den drei wechselnden Ich-Perspektiven gut zurechtgekommen.
Maddy nimmt dabei eine Beobachterrolle ein. Aus einer Art Zwischendimension schaut sie auf ihre Familie und versucht Einfluss auf deren Handeln zu nehmen. Da sie teilweise Gedanken hören kann, bekommt der Leser einen zusätzlichen Blick auf die Figuren, die sie beobachtet, und einige Eindrücke von Maddys Sicht auf das Geschehen sowie Erinnerungen aus ihrem Leben.
Ich bin kein gläubiger Mensch und fand Maddys Position und die Beschreibungen, was mit ihrer Seele bzw. ihrem Geist weiter passiert, teilweise etwas eigenwillig.
Brady arbeitet unglaublich viel, sodass er nach Maddys Tod erkennen muss, wie wenig er von dem Familienleben mitbekommen hat. Anfangs fand ich ihn nicht sonderlich sympathisch, allerdings macht er einen ziemlichen Wandel durch.
Auch Tochter Eve mochte ich anfangs nicht. Sie wirkt extrem zickig, allerdings reagiert sie damit nur auf ihr Umfeld, das so tut, als müsste nach dem Selbstmord ihrer Mutter ihr eigenes Leben ganz normal weiterlaufen. Schnell zeigt sich, wie der Tod ihrer Mutter Eve aufwühlt und auch sie macht im Verlauf eine Veränderung durch durch.
Dieser Wandel ist es letztlich auch, der mir an dem Buch gut gefallen hat. Alle drei Figuren blicken auf ihr bisheriges Leben. Dabei stellen besonders Eve und Brady fest, dass sie teilweise aneinander vorbeigelebt haben, wenig auf die Wünsche der anderen geachtet haben. Sie hinterfragen alltägliche Handlungen und machen dabei deutlich, was für einen Unterschied es machen kann, wenn man sich nur ein paar Minuten Zeit nimmt, beispielsweise über das alljährliche Geburtstagsgeschenk ein wenig nachzudenken.
Auch der unterschiedliche Umgang mit der Trauer war interessant zu beobachten.
Ansonsten konnte mich die Geschichte aber nicht so richtig packen. Es passiert nicht wahnsinnig viel. Über weite Strecken plätschert die Handlung einfach so vor sich hin. In der zweiten Hälfte werden soar noch neue Handlungsstränge begonnen und flüchtig abgearbeitet, die letztlich gar nichts zum Geschehen beitragen. Spannung kommt nicht auf. Zwar deutet sich an, dass einige Figuren Geheimnisse haben, doch die Auflösung kommt nach vielen kleinen Hinweisen dann auch nicht mehr überraschend, sodass auch das Ende – wie auch das ganze Buch – nicht sonderlich spektakulär ist.
Fazit
Wichtige Gedanken, die zum Nachdenken über das eigene Leben und kleine Gesten des Alltags anregen, durchziehen das Buch. Die Entwicklung, die die Figuren im Umgang mit ihrer Trauer und der Erkenntnis, was sie in der Vergangenheit anders hätten machen können, durchmachen, ist ganz interessant zu beobachten. Leider zieht sich die Handlung aber insgesamt und das Ende kommt letztlich auch nicht mehr überraschend.
über die Familie und das Leben ? emotionale Rückblicke machen die Geschichte besonders (4,5)
Für immer in deinem Herzen von Shipman Viola
Arden und ihre Tochter Lauren haben ihre (Groß-)Mutter Lolly lange nicht mehr besucht. Als beide Post von der Siebzigjährigen bekommen, in der sich jeweils ein Anhänger für ihre Bettelarmbänder befindet, beschließen sie, Lolly zu überraschen. Wie sich zeigt, kommt sie in ihrer einsamen Blockhütte lange nicht mehr so gut zurecht, wie sie vorgibt.
Doch ihre alten Erinnerungen sind noch erhalten. Und damit dies auch so bleibt, beginnt sie, ihre Vergangenheit mit den zwei jüngeren Frauen zu teilen und erzählt ihnen die Geschichte ihrer Anhänger. Arden lernt viel neues über ihre Mutter ? und auch über sich selbst...
Die drei Frauen sind sehr unterschiedlich. Lolly, körperlich noch topfit, ist die Attraktion des örtlichen Süßigkeitenladens. Jede Stunde gibt sie in ihren schrillen Outfits mit bunten Perücken eine kleine Show.
Arden ist nach der Scheidung von ihrem Mann darauf konzentriert, so viel wie möglich zu arbeiten, um das Studium ihrer Tochter zu bezahlen. Für ihre alte Leidenschaft hat sie keine Zeit mehr ? überhaupt hat sie kaum Zeit für sich selbst und auch ihr Beruf macht sie nicht so glücklich, wie sie es sich wünschen würden.
Lauren hat sich für ein Wirtschaftsstudium entschieden, obwohl dies nie ihr Traum war. Nun lernt sie für die Prüfungen und zweifelt, wie lange sie sich in dem Fach noch behaupten kann.
Als Lauren und Arden bei Lolly eintreffen, kommen sie ein wenig zur Ruhe. Jede denkt über ihr Leben nach, angeregt durch die Geschichten von Lolly.
Während die Handlung um die drei Frauen im kleinen Heimatörtchen fortläuft, gibt es immer wieder Rückblenden in die Vergangenheit von Lollys Vorfahren, ihr selbst und Ardens Kindheit und Jugend. Dank entsprechender Jahreszahlen sind die Passagen direkt zu erkennen. Die einzelnen Episoden, die meist einen Wendepunkt im Leben der Frauen darstellen, schildern überwiegend sehr emotionale und berührende Ereignisse.
Doch auch die Handlung in der Gegenwart hat gefühlvolle Passagen, auch wenn diese lange nicht so faszinierend wie die Erinnerungen ist.
An einigen Stellen wirkt die Handlung etwas konstruiert und übertrieben, doch insgesamt eröffnen sich dem Leser emotionale Lesestunden, in denen er angeregt wird, auch einmal über sein eigenes Leben nachzudenken. Auch wenn die Botschaften sehr dominat daherkommen, bleiben die Entwicklungen, die Lolly bei ihrer Tochter und Enkelin auslöst, auch beim Leser nicht ohne Spuren...
Das Ende ist stimmig. Nicht übertrieben dramatisch, nicht übertrieben kitschig. Jede Figur hat ein Ende, dass genau zu ihr passt und dem Leser bleibt es überlassen, sich vorzustellen, was die Zukunft noch bereithält.
Fazit: Emotionale Rückblenden werden in die aktuelle Handlung eingebunden. Es gibt einige Überraschungen aber auch vorhersehbare Ereignisse die sich in eine insgesamt stimmige, manchmal etwas erzwungene Handlung betten. Ein Buch mit Taschentuchmomenten, das dazu anregt, auch mal über sich selbst und frühere Träume nachzudenken, sich auf die Familie und den Partner zu besinnen und ein wenig Spaß zu haben...










