Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anja:
immer wieder berührend
Wo mein Herz schlägt von Rose Bloom
Ein Jahr nach ihrer Herztransplantation will Claire ein neues Leben beginnen. Doch vorher hat sie den Wunsch, sich bei der Familie des Spenders zu bedanken. Dazu forscht sie nach deren Identität und macht sich auf den Weg nach Lundy Island, einer kleinen englischen Insel, auf der sie Grant, den Bruder des Verstorbenen, aufsuchen will.
Dieser führt eine alte Pension, in welcher Claire unterkommt. Doch als sie Grant gegenübersteht, gelingt es Claire nicht, die Wahrheit über ihren Besuch zu sagen, was nicht nur daran liegt, dass Grant so unfreundlich zu ihr ist. Und so wird Claires Besuch etwas länger als geplant…
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd in der Ich-Perspektive von Claire und Grant, was einen Einblick in ihre Gedanken und Gefühle ermöglicht. Dies ist gerade bei Grant interessant, der sich nach außen als Griesgram gibt, während in ihm ein Gefühlssturm tobt.
Grant hatte sich sein Leben völlig anders vorgestellt, fühlt sich aber der Familie und vor allem seinem verstorbenen Bruder verpflichtet, die heruntergekommene Familienpension fortzuführen, obwohl die Einnamen miserabel sind. Jeder neue Gast bringt ihn in eine Zwickmühle – einerseits benötigt er das Geld, andererseits will er mit den Leuten überhaupt nichts zu tun haben. Und so tut er auch nur das allernötigste, um seine Gäste zu versorgen.
Claire ist das ganze Gegenteil von Grant. Sie ist lebensfroh und dankbar über die Chance, die ihr gegeben wurde. Aber sie hat den Drang, sich zu bedanken, bevor sie ihr Leben mit dem neuen Herzen richtig starten kann. Dafür forscht sie verbotenerweise nach der Identität des Verstorbenen. Nachdem Grant ihr so unfreundlich begegnet und sie die Wahrheit nicht über die Lippen bringt, sucht sie einen anderen Weg, zu helfen und mischt sich in der Pension in alles möglich ein.
Klar, dass sie dabei mit Grant aneinander stößt. Dass sie sich von dem Miesepeter nicht einschüchtern lässt, macht Claire sehr sympathisch. Sie ist hilfsbereit und kontaktfreudig, was ihr auf der kleinen Insel zugute kommt.
Insgesamt ist die Geschichte recht vorhersehbar. Dennoch habe ich das Buch gern gelesen. Claire und Grant kommen sich nur langsam näher. Je mehr der Eisblock schmilzt, desto mehr Angst hat Claire, mit der Wahrheit rauszurücken. So bleibt nicht nur für sie lange die Ungewissheit, wie Grant mit der Nachricht umgehen wird.
Die ernst emotionale Hintergrund, Grants Verlust und auch Claires Schicksal, sorgen immer wieder für bewegende Momente. Darüber hinaus beinhaltet die Geschichte aber auch etliche Witze Szenen, bevor es am Ende sogar noch dramatisch und emotional wird.
Fazit
Zwar hätte ich mir gewünscht, dass einfach mal irgendwas völlig Unerwartetes passiert, dennoch mochte ich das Buch mit seinen spaßigen Szenen, den berührenden Momenten und dem idyllischen Setting. Die wechselnden Ich-Perspektiven machen die langsame Annährung nachvollziehbar. Dass Claire ihr emotionales Geständnis so lange hinauszögert, bringt letztlich auch noch etwas ‚Spannung’. Und das ein oder andere unerwartete Problem müssen die beiden dann zumindest doch noch bewältigen…
wenn es doch nur nicht so vorhersehbar wäre…
My Dearest Enemy von R.S. Grey
Die Ärztin Daisy kehrt in ihre Heimatstadt zurück, mit dem Wunsch, dort die örtliche Arztpraxis zu übernehmen. Was sie nicht ahnt: auch ihr ehemaliger Nachbar und Schulfeind Lucas ist inzwischen ausgebildeter Arzt und wurde für die selbe Praxis angeworben. Es entspringt ein erbitterter Kampf um die Nachfolge…
Grundsätzlich mag ich Liebesgeschichten, in denen sich die Figuren anfangs so richtig auf die Palme bringen und immer wieder streiten.
Mit der 28-jährigen Daisy bin ich allerdings nicht wirklich warm geworden. Ihr ganzes Leben scheint ein Wettkampf zu sein. Ihr Wohl macht sie vom Scheitern von Lucas abhängig und dafür ist ihr jedes Mittel recht. Sie schleimt sich bei ihrem Chef ein und versucht die Kolleginnen zu bestechen, während sie Lucas lauter Steine in den Weg wirft. Zwar verhält er sich nur bedingt besser, dennoch fand ich seine ganze Art deutlich angenehmer, während die recht zickige Daisy für mich einfach mit lauter unsinnigen kindischen Aktionen immer wieder über das Ziel hinausschießt. Dass sie die Ich-Erzählerin der Geschichte ist und sich nahezu all ihre Gedanken darum drehen, Lucas irgendwie zu übertrumpfen, macht es auch nicht leichter, sie sympathisch zu finden. Zusätzlich ist Daisy mit einer übertriebenen Tollpatschigkeit gesegnet, sodass ich die ganze Handlung an vielen Stellen recht überzogen fand.
Dabei ist der Ausgang leider einfach total vorhersehbar und richtige Überraschungen hält die Geschichte leider nicht bereit, sodass die ständigen Machtkämpfe munter vor sich hin plätschern.
Das Ende fand ich dann zwar ganz süß, insgesamt hätte ich mir aber einfach etwas mehr Pfiff erhofft.
Fazit
Aufgrund des flüssiges Schreibstils liest sich das Buch zügig und am Anfang sind die fiesen Sticheleien zwischen Lucas und Daisy auch noch ganz amüsant, aber dann zieht es sich leider sehr. Daisy kann einfach nicht aufhören, mit Lucas zu wetteifern – Kindergarten lässt grüßen. Dabei empfand ich sie oftmals als sehr zickig und wenig sympathisch. Da die Handlung ansonsten sehr vorhersehbar ist, wird das Buch trotz der vergleichsweise wenigen Seiten langatmig.
erst spannend, dann zäh und enttäuschend
Golden Darkness. Stadt aus Licht & Schatten von Brennan Sarah Rees
Vor zwei Jahren hat Lucie nach einem schweren Schicksalsschlag den Sprung von der armen Dunkelstadt in die reiche Lichtstadt geschafft. Dorf führt sie nun ein privilegiertes Leben, nicht zuletzt auch durch ihre Beziehung zu Ethan, dem Sohn eines hochrangigen Politikers.
Ihr ruhiges Leben gerät ins Wanken, als der geheimnisvolle Carwyn auftaucht und es in der Dunkelstadt zu brodeln beginnt – wegen Lucie…
Der Einstieg des Buches hat mir gut gefallen.
Verdächtigungen, ein unbekannter Doppelgänger, eine Beinahe-Hinrichtung – es geht spannend los.
Doch leider verflog die Lesefreude dann nach und nach.
Ich hatte große Probleme mit dem ganzen Weltenentwurf. Man wird erst mal völlig ahnungslos in das ganze System hineingeworfen. Im Verlauf werden dann zwar ein paar Hintergründe erläutert, irgendwie war es mir insgesamt aber zu wenig. Bis zum Schluss hatte ich das Gefühl, noch nicht alle Zusammenhänge der geteilten Stadt und Magie verstanden zu haben.
Hinzu kam, dass ich auch mit Lucie meine Schwierigkeiten hatte. Anfangs fand ich sie noch toll. Sie setzt sich mutig für ihren Freund ein und behandelt sogar den Doppelgänger, der in der Gesellschaft verachtet wird – was sie wütend macht–, ohne Vorurteile. Im Verlauf der Handlung bleibt von dieser Stärke aber dann recht wenig übrig. Es gibt immer wieder Situationen, in denen sie sich feige verhält. Sie tut etwas Verbotenes, verschleiert es aber aus Angst. In der Lichtstadt brodelt es wegen ihr, doch Lucie schaut nur zu oder läuft weg und versteckt sich.
Richtig schlimm fand ich dann das Ende. Zwar hat Lucie bis dahin mal zwei, drei starke Momente, in denen sie versucht zu handeln, letztlich reichte mir das aber nicht, sodass ich das Buch mit dem Gedanken „so viele total unnötige Opfer“ frustriert beendet habt.
Ich hatte gelesen, dass es sich um einen Einzelband handeln soll – wenn das so ist, ist das Ende umso unbefriedigender, weil so Vieles offen bleibt. Mein Interesse weiterzulesen ist nach den letzten Ereignissen allerdings auch gering.
Lucie ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. Der Teenager teilt seine Gedanken und Gefühle mit den Lesern – und das ziemlich ausführlich. Sie kommt immer wieder ins Schwafeln. Sie hält ewig lange innere Monologe, in denen sie über ihre Möglichkeiten nachdenkt – aber dann ja nicht viel tut. Dadurch fand ich das Buch nach dem starken Beginn leider sehr zäh.
Sympathisch war mir Carwyn, dessen Beweggründe nicht immer ersichtlich sind. Seine Absichten verschleiert er hinter überzogenen Handlungen und ironischen Kommentaren. Allerdings kam er insgesamt etwas kurz. Und auch Ethan bleibt sehr blass, sodass ich mir kaum ein richtiges Bild von ihm machen konnte.
Fazit
Ein blutiges, grausames Gemetzel für nichts und wieder nichts… Nach einem spannenden Beginn konnte mich die Geschichte leider nicht überzeugen. Viel zu lange innere Monologe in Verbindung mit einer Protagonistin, die nur zuschaut und wenig handelt, machen die Handlung zäh. Hinzu kommt, dass mich das Ende wütend gemacht hat – und damit meine ich nicht, dass es so offen ist…
absolut nicht mein Buch…
Not My Type von Lucy Score
Franchesca, genannt Frankie, ist Brautjunger bei der Hochzeit ihrer Freundin Pru. Sie will, dass für Pru alles perfekt wird. Dass am Tag vor der Hochzeit der Bräutigam entführt wird, passt dabei natürlich gar nicht in den Plan. Zusammen mit Trauzeuge Aiden versucht Frankie die Hochzeit noch zu retten.
Dabei kommt sie dem arroganten Millionär näher, als ihr lieb ist…
Aiden ist erfolgreicher Geschäftsmann und in der Welt der Reichen und Schönen zuhause. Beziehungen dauern bei ihm höchstens zwei bis drei Monate, dann langweilen ihn die Frauen. Doch Frankie fasziniert ihn. Allerdings passt die Studentin so gar nicht in seine Welt…
Auf dieses Buch war ich auf der Frankfurter Buchmesse aufmerksam und neugierig geworden. Leider konnte mich die Geschichte nicht wirklich begeistern. Dies hatte verschiedene Ursachen:
Zum einen hatte ich Probleme mit dem Erzählstil, weil mir einfach gar nicht wirklich klar geworden ist, WIE eigentlich erzählt wird. Anfangs scheint die Handlung in der personalen Sicht abwechselnd aus der Perspektive von Frankie und Adam geschildert zu werden. Doch dann vermischt sich alles. Entweder handelt es sich dann um eine personale Perspektive, bei der die Figuren nicht nur hören sondern auch sehen können, was im Nebenraum passiert oder es ist ein allwissender Erzähler, der den Figuren so nah steht, dass er nicht nur ihre Gefühle kennt, sondern sogar noch ihre Spitznamen verwendet – nicht nur für die Personen, sondern auch für gewisse Körperteile. (Nicht nur einmal drohen Frankie „ihre Mädels“ aus dem Dekolleté zu fallen – nicht ihre Worte…) Für mich wurde es einfach nicht rund.
Hinzu kamen im späteren Verlauf mehrere Zeitungsschlagzeilen (?), die einfach am Kapitelende auftauchen, ohne besondere Formatierung oder Erklärung, sodass ich mir nur zusammenreimen konnte, worum es sich dabei eigentlich handelt.
Aber auch mit der Handlung bin ich nicht warm geworden.
Das Buch startet mit der geplanten Hochzeit auf Barbados, die durch die Entführung des Bräutigams zu scheitern droht. Allein die Entführung und Rettungsaktion hätte eigentlich genug Stoff für eine vollständige Geschichte geboten, stattdessen wird die Situation relativ schnell abgehandelt, wobei sich vieler Extreme bedient wird: eine wilde Verfolgungsjagd, ein nächtlicher Einbruch, übertrieben schräge einheimische Helfer…
Dann folgen eher ereignislose Zeiten in New York. Zahlreiche Galas, Essen und Shoppingtrips werden recht ausführlich beschrieben, womit der zu erwartende Konflikt – welcher dann auch eintritt – unnötig hinausgezögert wird.
Obwohl die aufeinanderprallenden Gesellschaftsschichten viel Konfliktpotential bieten und ich diese Konstellation insgesamt auch recht spannend fand, empfand ich das Verhalten der Figuren teilweise als sehr anstrengend. Der Umgang der High Society ist untereinander arg befremdlich. Frauen jeder Altersklasse zicken sich gegenseitig an und versuchen sich öffentlich bloßzustellen. Geld wird im hohen Bogen aus dem Fenster geworden. Mehrfach betrinken sich die Figuren aus Frankies Freundeskreis, bis sie nicht mehr gerade gehen können. Selbst am Abend vor der Hochzeit halten es die Eheleute für eine tolle Idee, sich komplett abzuschießen.
Obwohl Frankie eigenständig sein will und weiterhin arbeitet, um ihre Schulden allein zurückzuzahlen, nimmt sie letztlich Aidens Kreditkarte doch bereitwillig an und hat kein allzu großes Problem damit, ein sündhaft teures Kleid zu kaufen – hat er ihr doch schließlich erlaubt, 50.000 € für ihre Abendgarderobe auszugeben. Zugutehalten kann man ihr dabei aber, dass sie die teure Kleidung zumindest bei verschiedenen Anlässen ausführt – was in Aidens Kreisen natürlich total verpönt ist.
Überhaupt mochte ich zwar Frankies toughe Art und die absolute Loyalität zu ihrer Freundin, allerdings reagiert sie teilweise auch sehr impulsiv. Wird sie von jemandem beleidigt, dauert es nicht lange, bis sie kindisch zurückfeuert und damit das nächste Zickendrama auslöst.
Durchweg sympathisch fand ich hingegen Frankies verrückte Familie.
Schade fand ich, dass ein Aspekt, der zunächst wichtig scheint und die Geschichte in eine andere Richtung hätte bringen können, komplett unter den Tisch gekehrt wird. Aiden leidet zu Beginn mehrfach unter Kopfschmerzen. Er erwähnt, dass er der Ursache für seine Migräne auf den Grund gehen muss. Ich dachte, vielleicht baut sich hier noch eine emotionale Wendung auf… Aber Fehlanzeige. Er hat im Verlauf noch dreimal Kopfschmerzen, ansonsten wird das Thema gar nicht mehr aufgenommen.
Fazit
Alles in allem fand ich die Handlung recht zäh. Nach zwei ereignisreichen Tagen auf Barbados finden Aiden und Frankie relativ schnell zusammen, ohne sich ganz aufeinander einzulassen. Das führt natürlich zwangsläufig zu Problemen. Bis dahin ist aber noch die ein oder andere Gala einschließlich Zickenkrieg und Alkoholüberfluss zu überstehen.
Die holprige Erzählweise hat zudem meinen Lesefluss immer wieder unterbrochen.
fesselnder Auftakt
Heartless, Band 1: Der Kuss der Diebin; . von Sara Wolf
Zera ist eine Herzlose und muss damit der Hexe dienen, die ihr einst ihr Herz genommen hat. Um dieses wiederzuerhalten, soll Zera den Hexen ein anderes Herz bringen – das Herz des Prinzen. Dafür wird sie zur alljährlichen Brautschau eingeschleust. Doch der Prinz, der bisher jede Brautanwärterin abgewiesen hat, ist ganz anders, als Zera gedacht hätte.
Unverhofft finden die beiden Gemeinsamkeiten, doch Zeras Mission ist klar…
Den Beginn des Buches fand ich super, man wird mitten in die Handlung geworfen und es geht direkt spannend am Hof los.
Dann erfolgt allerdings ein Zeitsprung zwei Wochen zurück, in denen erklärt wird, wie es zu der Ausgangssituation kam. Dabei werden auch die Herzlosen sowie die Hexen und deren Plan eingeführt.
Auch wenn ich diese Zeit, die Hintergründe des Plans sowie die Vorbereitung von Zera nicht uninteressant fand, zogen sich diese Seiten für mich etwas. Es dauert über 100 Seiten, bevor es im Palast in der bereits bekannten Szene weitergeht.
Insgesamt hat mir das Buch unglaublich gut gefallen. Anfangs gab es einige recht vorhersehbare Ereignisse, aber je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr Überraschungen und Wendungen gibt es. Plötzlich ist nichts mehr sicher.
Zera gerät immer tiefer in ihr Netz auf Lügen und Intrigen. Doch nicht nur sie selbst spielt ein falsches Spiel. Auch am Hof gibt es einige Charaktere, die ihre eigenen Ziele verfolgen und Opfer dafür bereitwillig in Kauf nehmen. Dabei prallen teils recht unterschiedliche Interessen aufeinander, woraus verschiedene Konflikte entstehen.
Und Zera steckt mittendrin. Doch die Herzlose ist alles andere als dies. Der mutige, schlagfertige Teenager hält tapfer an der Mission fest, auch wenn sie innerlich mit sich zu ringen beginnt. Denn es geht nicht nur um ihr eigenes Leben, das sie mit der Erfüllung des Plans retten kann.
Gleichzeitig macht sie im Palast Bekanntschaft mit einigen Personen, die ihr an ihr nicht vorhandenes Herz wachsen und für die sie sich einsetzt.
Als Ich-Erzählerin schildert Zera nicht nur ihre Erlebnisse sondern gibt dabei auch Einblicke in ihre aufgewühlten Gefühle. Die Veränderung, die die Herzlose durchmacht, je näher sie die einzelnen Personen am Hof kennenlernt, hat mir besonders gut gefallen. Auch ihren frechen, jugendlichen Stil mochte ich, auch wenn sich einige ihrer Gedanken im Kreis drehen.
Auch Prinz Lucien ist eine facettenreiche, interessante Figur. Am Hof gibt er sich kühl, abweisend und arrogant. Doch schnell gelingt Zera ein Blick hinter diese Fassade, wodurch sie noch einen ganz anderen Prinzen kennenlernt.
Was ein wenig kurz kommt, ist eine Erklärung der Welt und seiner Bewohner. Es gibt verschiedene magiebegabte menschenähnliche Wesen, die teilweise nur spärlich beschrieben werden. Auch das ganze System der Hexen und Herzlosen bleibt noch recht vage.
Nach dem sehr ereignisreichen, dramatischen Chliffhanger bin ich unglaublich gespannt auf die Fortsetzung und hoffe dabei auch auf weitere Erklärungen des Settings.
Fazit
Zunächst scheint das ganze Geschehen total vorhersehbar und nimmt auch die erwartete Richtung. Doch dann wendet sich das Blatt immer wieder. Es gibt so viele Lügen und Intrigen, so viele versteckte Absichten, so viele unerwartete Ereignisse, dass plötzlich nichts mehr sicher ist. Mehrfach konnte mich die Handlung überraschen. Dabei habe ich besonders mit Zera, die einen inneren Kampf mit sich selbst austrägt, mitgefiebert. Actionreiche Szenen wechseln sich mit emotionalen Passagen ab. Der Schluss kommt mit unglaublich spannenden und dramatisch Ereignissen und einem fiesen, aber auch überraschenden Cliffhanger daher.
tiefgründiger als erwartet
Bad Bachelor von Stefanie London
In New York gibt es eine neue App, um Single-Männer nach einem Date zu bewerten. Als der schlechteste Fang überhaupt wird Reed dargestellt, der Frauen nur ausnutzen und abweisen würde. Viel zu lange lässt Reed den Gerüchten seinen Lauf.
Derweil soll der PR-Berater Darcy dabei helfen, Spenden für ihre Biblithek zu sammeln.
Natürlich weiß Darcy, mit wem sie es zu tun hat und ist nicht gerade begeistert. Wie soll jemand, der seinen eigenen Ruf nicht im Griff hat, ihrer Bibliothek helfen? Doch da sie das Geld dringend benötigt, stimmt sie der Zusammenarbeit zu und lernt Reed dabei näher kennen. Den echten Reed, nicht den Band Boy, als der er dargestellt wird…
Medien bestimmen unser Leben – warum also nicht beim Dating? Eine App, um Date-Partner zu bewerten, klingt dabei doch ziemlich hilfreich, oder? Tja, oder auch nicht. Ich finde die Vorstellung eher gruselig, schließlich kann niemand voraussagen, ob die Chemie zwischen zwei Menschen stimmen könnte. Was für Erwartungen und Vorurteile dabei schon im Vorfeld gebildet werden… Und wer garantiert eigentlich den Wahrheitsgehalt all dieser Einträge? Genau vor diesem Problem steht auch Reed McMahon, der in der App den Rang des absoluten Bad Bachelors inne hat. Dutzende Frauen melden sich, die Reed als kalt oder skrupellos darstellen. Zunächst ist Reed diese App egal, er steht dazu, dass er gern One-Night-Stands hat und sucht keine Frau für eine Beziehung. Doch als Geschäftskontakte darauf aufmerksam werden und Frauen sich über seine Arbeitsweisen auslassen, wird es problematisch.
Darcy weiß bereits bei ihrer ersten persönlichen Begegnung, wer Reed ist – denn sie kennt all die App-Einträge über ihn und packt ihn entsprechend sofort in diese Schublade. So fällt es ihr schwer, dieses Wissen bei ihrer Geschäftsbeziehung auszublenden. Immer wieder stichelt sie gegen Reed, was zu zahlreichen bissigen – witzigen – Wortgefechten führt.
Je länger Darcy mit Reed zusammenarbeitet, desto mehr Einblicke bekommt sie in sein Wesen. Auch das ein oder andere private Detail schnappt sie auf, das so gar nicht zu ihrem Bild des Bad Bachelors passen will. Dadurch bekommt die Geschichte sehr viele emotionale Facetten und eine gewisse Tiefe.
Das Zusammenspiel beider Figuren ist toll zu verfolgen. Anfangs hat Darcy kaum ein gutes Wort für Reed übrig – der hingegen mag gerade ihre biestige Art sehr. Es entwickelt sich eine Art Freundschaft, die beide aber plötzlich vor gewisse Probleme stellt – schließlich haben sie einen gewissen Ruf zu wahren und ein gemeinsames Projekt zu bewältigen.
Während Darcy einfach Darcy ist, zeigt gerade Reed sehr unterschiedliche Seiten von sich, die ihn zu einem spannenden Charakter machen.
Die Handlung bietet viele Emotionen und ein paar kleine Überraschungen. Schließlich gilt es ja auch noch das Rätsel um den Ursprung der App zu lösen. Allerdings bleiben diesbezüglich für mich noch ein paar Fragen offen.
Fazit
Eine Dating-App sorgt für Furore. Jeder kennt Reed und jeder hat eine Meinung über ihn. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr Seiten von Reed zeigen sich. Die Handlung entwickelt sich viel facettenreicher, als der Klappentext vermuten lässt. Die erwartete Liebesgeschichte gibt es zwar auch, diese macht aber aufgrund bissiger Wortgefechte und prickelnder Erotik jede Menge Spaß.
nette Geschichte ohne Highlights
The One Best Man von Piper Rayne
Nach ihrer Scheidung zieht Victoria mit ihrer siebenjährigen Tochter Jade zurück in ihrer Heimatstadt, um ihre kranke Mutter zu unterstützen. Dort trifft sie auf einen alten Bekannten – den Trauzeugen ihres Ex-Mannes. Eigentlich hat Victoria fürs erste von Männern genug, aber Reed lässt nicht locker…
Ich habe das Buch relativ zügig durchgelesen.
Der Schreibstil ist flüssig und abgesehen von ein paar schrägen Dialogen oder nicht ganz nachvollziehbaren Gedankensprüngen der Ich-Erzählerin Victoria liest sich der Text aufgrund der einfachen, bildhaften Sprache sehr leicht.
Dennoch hat mich das Buch nicht richtig begeistern können.
Die Geschichte ist nett, aber mir fehlte etwas. Es gibt kleinere Konflikte und Problemchen, kleinere Rückschläge und Streits. Aber insgesamt läuft alles von Anfang bis Ende sehr glatt und harmonisch. Richtige Konflikte fehlen – obwohl sie sich anzudeuten scheinen, bleiben sie dann aus. Das ist zwar auch eine Form der überraschenden Wendung, aber dadurch kommt keinerlei Spannung auf. Die Geschichte plätschert einfach fröhlich vor sich hin.
Was mir sehr gut gefallen hat, ist das innige Verhältnis von Victoria und ihrer Tochter Jade. Und auch Reed hat einen tollen Umgang mit seinen Schützling Henry. Die Kinder und die Beziehung zu ihnen spielen eine zentrale Rolle in der Geschichte und sorgen dadurch für berührende Momente. Auch darüber bietet die Handlung viel Gefühl und ein wenig Erotik. Aber auch viel sich ständig wiederholender Alltag und Grübelei von Protagonistin Victoria.
Vielleicht können die zwei weiteren Bände über Victorias Arbeitskolleginnen ja mit mehr Drama und Überraschungen punkten.
Fazit
Das Buch ist nicht direkt langweilig, konnte mich aber auch nicht so recht mitreißen. Die Konflikte, die sich anzudeuten scheinen, verlaufen im Sande. Alles ist insgesamt sehr harmonisch und läuft ohne große Schwierigkeiten oder Überraschungen. Das innige Verhältnis zu den Kindern ist allerdings sehr berührend beschrieben.
lustig? nein! Und noch dazu anstrengend zu lesen
Ich muss mit auf Klassenfahrt - meine Tochter kann sonst nicht schlafen! von Lena Greiner; Carola Padtberg-Kruse
Ich wusste vorher, dass ich mit Büchern, die lustig sein sollen, meist wenig anfangen kann. Aus beruflichen Gründen war ich dennoch neugierig auf das Buch. Hätte ich es doch mal besser gelassen.
Nach wie vor Frage ich mich, warum das Buch dem Genre „Humor“ zugeordnet wird. Es gab zwei, drei Stellen, die so absurd waren, dass ich tatsächlich darüber lachen musste.
Ansonsten habe ich mich kopfschüttelnd durch das Buch gequält und mich dabei gefragt, was die Autorinnen mir nun damit sagen wollen.
Die ganze Darstellung ist unglaublich einseitig. Ich will nicht abstreiten, dass es solche Eltern gibt und ihr Verhalten teilweise wirklich unangemessen und unangenehm für das Kind ist. Dennoch wäre vielleicht auch ein Blick auf die Gegenseite nett gewesen...
Letztlich geht es nur darum, sich über die sogenannten Helikoptereltern lustig zu machen. Diese werden bloßgestellt – natürlich alles anonym. Genutzt werden dazu kleine Zitate von Lehrkräften, anderen Eltern, Erzieherinnen usw. die ihre skurrilen Erlebnisse mit Helikoptereltern schildern und sich dabei über diese auslassen...
Durchbrochen werden diese Erfahrungsberichte durch kurze Passagen der Autorinnen. Die Zitate werden quasi moderiert. Die Überleitungen fand ich teilweise arg holprig. Es gibt etliche inhaltliche Wiederholungen – sowohl in den Passagen der Autorinnen als auch in den Erfahrungsberichten.
Ich fand das Buch einfach nur anstrengend zu lesen. Lesefluss kommt nicht auf, vor allem da der Text durch die ganzen unzusammenhängenden Zitate komplett zerstückelt ist.
Spaßig fand ich es auch nicht wirklich. Und am Ende hatte ich ähnliche Erlebnissen mehrfach gelesen, ohne dass sie dadurch lustiger oder lehrreicher wurden.
Was ich daraus mitnehme? Nichts.
Das Thema als Ratgeber mit entsprechenden Erfahrungsberichten hätte für mich vielleicht funktioniert. Aber diese unzusammenhängende Aneinanderreihung von fiesen Sticheleien war nix für mich.
faszinerendes Setting, spannende Geschichte (4,5 Sterne)
Dark Palace - Zehn Jahre musst du opfern.Bd.1 von Vic James
Eigentlich sollte Luke seine Sklavenzeit gemeinsam mit seinen Eltern und seinen zwei Schwestern, Abi und Daisy, in der Stadt der Ebenbürtigen verbringen. Doch stattdessen landet er allein in der düsteren Fabrikstadt Millmoor, wo die Menschen unter schwersten Bedingungen leben und arbeiten. Doch auch in Kyneston hat es Lukes Familie nicht leicht.
Besonders der mysteriöse Silyen Jardine sorgt mit gruseligen Aktionen bei Abi für Gänsehaut…
Die Thematik des Buches konnte mich direkt fesseln. Das Setting der Sklavenzeit, die jeder Mensch für 10 Jahre verrichten muss, ist ebenso erschreckend wie faszinierend. Im Kontrast dazu stehen die Ebenbürtigen, die magische Elite, die über das Volk herrscht. Doch nicht jeder ist mit diesem System einverstanden und nicht jeder ist bereit, sich noch länger zu fügen.
Mit Kyneston und Millmoor werden auch zwei sehr unterschiedliche Orte zum Verrichten dieser Zeit dargestellt, die aufzeigen, unter welchen Bedingungen die Menschen die 10 Jahre verbringen.
Dass die Ebenbürtigen über sogenanntes Geschick verfügen, bringt noch einen weiteren spannenden Aspekt in die Geschichte ein, da alle über sehr unterschiedliche Fähigkeiten verfügen.
Die Handlung wird aus der personalen Sicht zahlreicher Figuren geschildert. Zunächst war ich aufgrund dieser großen Anzahl an handelnden Charakteren und wechselnden Perspektiven skeptisch. Da es letztlich aber nur zwei bis drei Handlungsorte gibt, an denen in der Regel mehrere dieser Figuren zusammentreffen, ist es doch leicht, den Überblick zu behalten.
Die verschiedenen Perspektiven geben – je nachdem, ob es sich um einen Sklaven oder einen Ebenbürtigen handelt – sehr unterschiedliche Einblicke in das Leben, die Sklavenstädte oder das Regierungssystem. Auch das breite Netz an Lügen und Intrigen, dass sich um die Charaktere spinnt, wird dabei ersichtlich.
Im Zentrum der Erzählung stehen Luke und seine Familie, die eigentlich ihre Sklavenzeit gemeinsam in Kyneston bei der ebenbürtigen Familie Jardine verbringen „wollten“. Doch Luke wird stattdessen allein nach Millmoor gebracht. Den Familienmitgliedern stehen ganz unterschiedliche Schwierigkeiten bevor und besonders Lukes Handlungsstrang nimmt schnell an Spannung zu.
Doch auch die Jardines sind interessante Charaktere, da sie ihre Absichten teilweise verbergen. Sie wirken zwar auf das aktuelle (politische) Geschehen ein, doch mit welchem Ziel? So konnte man mit einigen Figuren mitfiebern und über andere rätseln.
Dabei gibt es einige unerwartete Wendungen. Besonders das Ende wird spektakulär und dramatisch. Die Ereignisse überschlagen sich nahezu. Allerdings hat es mir nach der unglaublich spannenden Geschichte auch einen kleinen Dämpfer verpasst, da es sich so anfühlt, als wäre viel von dem, was bis hierhin geschehen ist, nun völlig umsonst gewesen und der Kampf muss von vorn beginnen. Dennoch bin ich unglaublich gespannt auf den nächsten Band.
Fazit
Das faszinierende, aber auch grausame Setting konnte mich sofort in seinen Bann ziehen. Die Handlung um die zahlreichen – teils sympathischen, teils noch schwer einzuschätzenden – Charaktere ist voller Überraschungen und Wendungen. Viele Charaktere verfolgen ihr eigenes Ziel, sodass man nur darüber spekulieren kann, worauf am Ende alles hinauslaufen soll. Nach dem dramatischen Enden, das das Schicksal aller Figuren völlig offen lässt, bin ich gespannt auf den zweiten Band.
aufregender, ereignisreicher Dilogieabschluss (4,5 Sterne)
Das Herz des Berges von Elvira Zeißler
Achtung: 2. Band der Reihe. Inhaltliche Spoiler zu den Vorgängern vorhanden
Nach dem dramatischen, offenen Ende des ersten Bandes war ich sehr gespannt, wie die Geschichte um Nell und Joseph weitergeht. Zum Glück sind beide Bücher so nah nacheinander erscheinen. Dadurch fiel mir auch der Wiedereinstieg leicht.
Die Handlung wird nahtlos fortgesetzt, es gibt kleine Rückblicke auf das bisherige Geschehen, die auch die letzten Erinnerungslücken schließen.
Die Handlung ist wieder sehr spannend und voll von Überraschungen. Bereits im ersten Teil eröffnen sich zahlreiche Geheimnisse um die Welt der Steine. Doch nun wird das ganze Gebilde nochmal durch weitere komplexe Zusammenhänge ergänzt, die für dramatische, aufregende Ereignisse sorgen. Es wird noch mystischer und noch viel, viel fantastischer.
Nell und ihren Freunden stehen schwere Aufgaben bevor. Doch für ihre Schwester ist Nell bereit, alles zu geben. Dabei entwickelt sich die Handlung immer wieder anders, als ich erwartet hätte.
In all dem Chaos, was um sie herum passiert, bleibt dennoch etwas Zeit für Gefühle. Besonders Nell ist von den Ereignissen schwer getroffen. Nicht nur die Sorgen um ihre Schwester bestimmen ihre Gedanken, sondern auch ihre aufgewühlten Gefühle für Joseph. Dass dieser Nell immer wieder auf Abstand hält, macht die Situation zwischen den beiden nicht leichter. Dank der personalen Perspektivwechsel kann man an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben.
Eine ganz kleine Kritik habe ich dann aber doch: An einigen Stellen hat mich gestört, dass sich Probleme durch Zufall sehr einfach lösen lassen. Es werden sieben Leute mit bestimmten Eigenschaften benötigt – ein Glück, dass das genau der vorhandenen Personenzahl entspricht und sie auch noch das Gesuchte mitbringen…
Das Ende ist voller Überraschungen und Wendungen, führt aber die begonnene Handlungsstränge zu einem logischen Ende und lässt kaum Fragen offen.
Fazit
Bereits im ersten Band hat Elvira Zeißler eine faszinierende, mystische Welt rund um die Edelsteinhöhle geschaffen. Nun eröffnen sich noch komplexere Zusammenhänge und Hintergründe, die zu dramatischen, oft überraschenden Ereignissen führen. Auch die Emotionen kommen nicht zu kurz. Ich habe durchweg mit den liebgewonnen Figuren mitgefiebert und bei all ihrem Gefühlschaos mitgelitten.











