Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Karo:
Augenöffnend
Wut und Böse von Ciani-Sophia Hoeder
Öffnet man das Paket, hält man ein munteres, farbenfrohes Buch in der Hand, das auf den ersten Blick einen sehr verspielten Eindruck erweckt. Man erwarten einen sanften, munteren Inhalt, fängt man allerdings mit der Lektüre an, wird einem sehr schnell deutlich, dass dieser erste Eindruck täuscht.
„Wut und Böse“ ist hochexplosiv und bewegend - eine Abhandlung über die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft.
Die Autorin Ciani-Sophia Hoeder beschreibt, wie Frauen in unserer Gesellschaft wahrgenommen werden und wieso ihre Gefühle oft ignoriert werden, um stattdessen den Stempel der wütenden Frau aufgedrückt zu bekommen. Sie zeigt die Überschneidungen zwischen Sexismus, Rassismus und vielen anderen Aspekten auf und verbindet die Entstehung dieses Frauenbildes mit aktuellen Entwicklungen und Erfahrungen aus ihrem Leben
Wut und Böse öffnet einem die Augen. Man denkt über das Frauenbild unserer Gesellschaft nach, reflektiert die eigenen Erfahrungen und merkt schnell, dass man selbst nicht nur Opfer des Problems, sondern auch Täterin ist. Ich würde Wut und Böse jedem empfehlen, der sich über das Frauenbild unserer Gesellschaft informieren und das eigene Handeln reflektieren und ändern will.
Brisante Gesellschaftskritik
DAFUQ von Kira Jarmysch
Kira Jarmysch stellt uns in Dafuq die achtundzwanzigjährige Anja Romanowa vor, die sich plötzlich im Gefängnis wiederfindet. Eigentlich wollte sie nur ein paar Tage Auszeit, um ihr Leben zu ordnen und ein paar Dinge zu klären, darunter auch ihr komplett gescheiterter Start in den neuen Beruf im russischen Außenministerium.
Als sie dann allerdings auf einer Demonstration festgenommen wird und wegen Aufruf zur Demonstration gegen Regierungskorruption verhaftet wird, muss sie zehn Tage im Gefängnis verbringen, um hier die Strafe für ihre Ordnungswidrigkeit abzusitzen. Im Gefängnis trifft sie auf fünf weitere Frauen. Alle sitzen im Moskauer Gefängnis, weil sie wegen einer Ordnungswidrigkeit verhaftet wurden. Ihre Leben prallen aufeinander, oftmals sehr laut und explosiv.
Kira Jarmysch erlaubt uns mit Dafuq einen Einblick in das aktuelle Russland. Sie thematisiert die Biografien von sechs verschiedenen Frauen und nutzt eben diese Biografien, um durch sie eine Gesellschaftskritik am aktuellen Russland zu veröffentlichen. Im Roman spiegeln sich die aktuellen Themen Russlands wider, etwa der stärker werdende Spalt zwischen Armut und Reichtum, dem Freiheitsgeist und der Putin-Treue aber auch das Wechselspiel zwischen traditioneller Identität und der Suche nach neuen Identitäten.
Kira Jarmysch hat mit Dafuq eine gelungene Abhandlung über das aktuelle Russland und seine Probleme und Krisen geschrieben. Sehr real und verständlich bekommen wir als Leser Innen einen Einblick in das Leben in Russland. Dass dieser Einblick so überzeugend ist, liegt auch an der Biografie der Autorin, die als Sprecherin von Alexej Nawalny genau weiß, wie ungerecht und willkürlich die politische Führung in Russland sein kann.
Gefährliche Wanderung
Pacific Crest Trail Killer von Christian Piskulla
Wie der Titel schon verrät, versetzt uns das Buch auf den Pacific Crest Trail, einen 4.300 Kilometer langen Wanderweg, der sich von der Grenze Mexikos bis zur Grenze Kanadas erstreckt und dabei durch drei US-Bundesstaaten geht. Will man die vollen 4.300 Kilometer wandern, braucht man rund sechs Monate und ist zum größten Teil auf sich gestellt, man wandert durch unbewohnte Wildnis, in der keine Hilfe zur Verfügung steht.
Auf diesem Wanderweg treffen wir Mark Stetson. Mark ist Polizist und war acht lange Jahre auf einem Auslandseinsatz der Militärpolizei. Bevor er nun in den regulären Polizeidienst zurückkehrt, will er den PCT wandern. Doch bereits nach 750 Kilometern, also direkt am Anfang des Wanderwegs, wird seine Wanderung durch ein schreckliches Ereignis unterbrochen. Er entdeckt eine verbrannte Frauenleiche und stellt bei weiteren Untersuchungen fest, dass es sich wohl um ein Teil einer Mordserie handelt. Da der verlassene PCT ein idealer Ort für eine Mordserie ist, der Täter sich schnell verstecken kann und keine Zeugen im Umkreis zu finden sind, kann der Täter direkt nach der Tat abhauen, ohne Hinweise zu hinterlassen. Anstatt seine Wanderung fortzusetzen, dringt Mark immer weiter in die Ermittlungen ein.
Der „Pacific Crest Trail Killer“ ist eine unglaublich finstere aber gleichzeitig so großartig geschriebener Thriller, der einen an das Buch fesselt und zwingt, es erst aus der Hand zu legen, wenn die letzte Seite gelesen wurde. Viele kurze Kapitel und regelmäßige Perspektivwechsel tragen dazu bei, dass die Spannung erhalten wird und man bekommt das Gefühl, dass man als Leser ein Teil der Geschichte ist und sich selbst auf dem PCT befindet.
Spannend und unvorhersehbar
SCHWEIG! von Judith Merchant
Einen Tag vor Heiligabend macht sich Esther auf den Weg zu ihrer Schwester Sue. Im Gepäck eine Flasche Wein, das Geschenk für die Schwester, die in einem abgeschiedenen Waldhaus lebt und keinen Kontakt zur Außenwelt hat.
Eigentlich hat Esther weder Zeit noch Lust. Seit dem letzten Heiligabend hat sie ihre Schwester nicht gesehen und eigentlich sollte sie jetzt zu Hause sein und gemeinsam mit ihrem Mann und ihren Kindern die letzten Vorbereitungen für das Weihnachtsfest treffen.
Doch irgendwie geht ihr ihre Schwester nicht aus dem Kopf und so macht sich Esther auf den Weg zum Waldhaus. Nur schnell das Geschenk abgeben und kontrollieren, dass Sue ihre Tabletten nimmt. Nicht, dass die Lage so eskaliert wie beim letzten Heiligabend. Doch ein Schneesturm verhindert, dass Esther schnell wieder nach Hause kann und plötzlich eskaliert die Situation.
Schweig! ist ein besonderer Thriller. Die Kapitel springen zwischen der Sicht Esthers und Sues hin und her, ab und an wird mal eine andere Perspektive oder ein anderer Zeitstrang eingeschoben. Zu keinem Punkt wird die Handlung dabei unübersichtlich und verwirrend, das Gegenteil ist der Fall. Die verschiedenen Wechsel tragen zur Tiefe der Handlung bei. Mit einem lockeren und doch fesselnden Schreibstil hat die Autorin Schweig! verfasst und sorgt dafür, dass man als Leser von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt am Buch klebt.
Glasgower Tristesse
Shuggie Bain von Douglas Stuart
Shuggie Bain” versetzt uns ins Glasgow der 80er Jahre. Die Wirtschaftskrise hat die schottische Stadt schwer getroffen und Armut, Tristesse und Sorgen liegen über der Stadt. In diesen Umständen lernen wir unseren Titelcharakter Shuggie Bain kennen. Shuggie ist der Sohn von Agnes und Shug Bain. Der Vater ist narzisstisch und gewalttätig.
Er zeigt keine Liebe für seine Familie und betrügt Agnes ganz in aller Öffentlichkeit. Agnes versucht sich in den Alkohol zu flüchten - schließlich hängt sie in einem Leben fest, dass sie so nie erleben wollte.
Shuggie muss schnell feststellen, dass er so ganz anders ist als sein Umfeld und keine Unterstützung durch die Menschen um ihn finden wird. Er ist zart und fantasievoll; tanzt lieber als Fußball zu spielen oder sich auf der Straße zu raufen. Er passt zwar nicht in sein Umfeld aber er findet seine Lebensbestimmung in der Sorge um seine Mutter. Tagelang bleibt er mit ihr in der Wohnung und lässt sie nicht aus den Augen - aus Angst, dass sie sich im Rausch etwas antut. Diese toxische Beziehung zwischen Mutter und Sohn belastet Shuggie und prägt ihn in Formen, die so nicht sein sollten.
Mir hat Shuggie Bain gut gefallen, allerdings fand ich es nicht so berührend, wie einige andere LeserInnen. So verschiedenen Momenten kam es vor, dass ich es aus der Hand gelegt habe und es eingekochte gar nicht nochmal weiterlesen wollte. Douglas Stuart hat mit Shuggie Bain einen gelungenen Einblick in das Leben einer Arbeiterfamilie im Glasgow der 80er Jahre geschrieben und aufgezeigt, wie Alkoholismus und weitere Probleme das Leben einer Familie zerstören können. Eine emotionale Bindung zu Shuggie konnte ich allerdings nicht aufbauen, auch wenn sehen Lebensgeschichte unglaublich schwer war. Da mir diese emotionale Bindung fehlt und somit das Buch keinen besonderen Wiedererkennungswert hat, vergebe ich 3,5 Sterne.
Neu und doch altbekannt
Crave von Tracy Wolff
Nachdem Grace ihre Eltern durch einen Unfall verloren hat, muss sie zu ihrem Onkel ziehen. Dieser betreibt in der Wildnis Alaskas ein Internet namens Katmere Academy. Schnell merkt Grace jedoch, dass etwas nicht stimmt und das Internat einige Geheimnisse versteckt und sonderbare Ereignisse in sich beherbergt.
So scheinen auch die Schüler des Internats Geheimnisse vor Grace zu verstecken, allen voran Jaxon Vega. Auch wenn Grace vor Jaxon gewarnt wurde, fühlt sie sich doch auf unerklärliche Weise zu ihm hingezogen und kann nicht gegen die Anziehung ankämpfen. Sie nähert sich Jaxon an und muss schnell feststellen, dass ihr Leben immer gefährdeter wird, je näher sie und Jaxon sich kommen. Es scheint, dass ihr jemand nach dem Leben trachtet.
Das Buchcover erinnert doch sehr an Twilight. Als ich das erste Foto sah, musste ich doch tatsächlich erstmal in meinem Bücherregal nachschauen, ob es sich hier nicht um eine große Verwechslung handelt. Doch es ist tatsächlich so, das Crave-Cover ist stark an die Twilight-Cover angelehnt.
Und nicht nur das Cover wirkt wie ein Twilight-Abklatsch, sondern auch inhaltlich wirkt Crave wie eine Mischung aus jedem Vampir-Roman der schonmal herausgebracht wurde, allen voran natürlich Twilight und Vampire Diaries. Es gibt einfach eine große Menge Gemeinsamkeiten, seien es der Unfalltod der Eltern (TVD), das Schulsetting (TVD und Twilight) oder die Gefahr, die plötzlich in das Leben der Hauptperson eintritt. Positiv herauszustellen ist nur, dass Grace im Gegensatz zu Bella Swan wenigstens eine Persönlichkeit hat und anständig herausgearbeitet wurde.
Auch wenn meine Vampir-Phase schon länger vorbei ist, lese ich doch ab und an ganz gerne noch etwas aus diesem Bereich. Bei Crave wird allerdings schnell deutlich, dass ich nicht die gewünschte Zielgruppe bin. Es scheint mir, als würde die Autorin eher die jüngere Generation ansprechen, die die Twilight-Bücher und vermutlich auch TVD nicht mehr kennt. Hätte ich Crave ohne diese Vergleichsmöglichkeiten gelesen hätte ich mich vermutlich gut unterhalten gefühlt, so überwiegt aber die Enttäuschung darüber, dass die Gemeinsamkeiten zu Twilight einfach zu groß sind.
Der Schreibstil ist flüssig und gut, die Handlung ist ansprechend herausgearbeitet und jemand, der keine Vergleichsmöglichkeiten zu Twilight und anderen Vampirwerken hat, wird Crave vermutlich mögen. Mir waren die Ähnlichkeiten dann doch zu groß und haben mich beim Lesen eher enttäuscht.
Berührender Einblick
Das Jahr, in dem wir verschwanden von Tayari Jones; Britt Somann-Jung
„Das Jahr, in dem wir verschwanden“, ist der Debütroman der Schriftstellerin Tayari Jones, welcher bereits 2002 unter dem Titel Leaving Atlanta erschien. In ihrem Debütroman thematisiert Jones die Atlanta Child Murders, eine Reihe an Mordfällen von 1979 bis 1981, während welcher 30 überwiegend afroamerikanische Kinder ermordet wurden.
Jones erlebte diese Mordserie als Kind mit und verarbeitet sie nun in „Das Jahr, in dem wir verschwanden“. In ihrem Roman lernen wir die drei Fünftklässler Tasha, Rodney und Octavia kennen, die nach den Sommerferien an die Schule zurückkehren und damit konfrontiert werden, dass afroamerikanische Kinder verschwinden und ermordetet werden. Jedes der drei Kinder erhält einen eigenen Abschnitt, in welchem wir in die individuellen Gedanken und Gefühle des Kindes eingeführt werden und herausfinden, wie sich Angst unter ihnen und ihren Familien ausbreitet, wie sie aber auch aktiv versuchen, Freude und Hoffnung zu empfinden.
Tayari Jones demonstriert in „Das Jahr, in dem wir verschwanden“, dass sie eine begnadete Schriftstellerin ist. Ihre Charakterentwicklung ist ausgesprochen gut gelungen. Jedes Kind durfte seine Perspektive in einem eigenen Abschnitt vorstellen und konnte seine Gedanken und Gefühle eindrucksvoll verdeutlichen, ohne dabei in übertrieben kindliche Sprache abzudriften. Die Kinder klingen in ihren Ausführungen sehr erwachsen, was wohl verdeutlicht, dass die Welt um sie sie dazu zwingt, erwachsen zu werden.
Sie können es sich nicht mehr leisten, sorglos und kindlich durchs Leben zu gehen, sondern müssen dauerhaft auf ihre Umgebung achten und neue Schicksalsschläge verarbeiten. Durch den Wechsel der Erzählperspektive vom Third Person Narrator aus Sicht von Tasha über den Second Person Narrator Rodney hin zum First Person Narrator Octavia, wird die Erzählung immer persönlicher und erlaubt immer mehr Einblicke in die persönlichsten Gedanken und Gefühle. Der erste Perspektivwechsel von Tasha zu Rodney hat mir zuerst nicht gefallen, einfach da mir Tasha ans Herz gewachsen ist und ich ihre Perspektive nicht verlassen wollte, rückblickend muss ich aber sagen, dass der Wechsel der Perspektiven eine Tiefe in die Erzählung bringt, die sonst wohl gefehlt hätte.
In „Das Jahr, in dem wir verschwanden“, lernen wir, wie Kinder mit der großen und bedrohlichen Welt umgehen, in der sie aufwachsen. Wir lernen, wie Ereignisse das Leben der Kinder verändern und wie sie sich trotzdem ihren Mut und ihre Zuversicht behalten und auch in dunklen Momenten Licht und Freude ins Leben zaubern.
Zähe Umsetzung
Harlem Shuffle von Colson Whitehead
„Harlem Shuffle“ bringt uns ins Harlem der sechziger Jahre. Harlem wird von Gangstern regiert und mittendrin lernen wir unseren Protagonisten Ray Carney kennen. Ray stammt aus ärmlichen Verhältnissen und konnte sich ohne Betrügereien und Kriminalität hocharbeiten. Er ist Besitzer eines Einrichtungsladens auf der 125th Street, welcher seinen Lebensunterhalt finanziert.
Dann erwartet seine Frau jedoch das zweite Kind und die Einkünfte reichen nicht mehr aus. Als sein Cousin Fred-die, der ab und zu mal eine Goldkette vorbeibringt, nun mit Raubgut aus dem Coup im Hotel Theresa vor ihm steht, weiß Ray nicht mehr, was er machen soll. Wie soll der Mann, der eigentlich ohne Kriminalität leben möchte, reagieren, wenn plötzlich Polizei und Gangster vor ihm stehen?
Den Namen Colson Whitehead sollte jeder kennen. Einer der wichtigsten Autoren der neuen amerikanischen Literatur, ausgezeichnet mit dem National Book Award und dem Pulitzer-Preis. Sein Werk „Underground Railroad“ muss man gelesen haben. Eine bedeutende Erzählung über die Sklaverei in den USA und die nicht enden wollende Kraft einer jungen Sklavin, die über die unterirdische Railroad zu fliehen versucht. Eben da der Name Colson Whitehead für bedeutende und bewegende Literatur steht, habe ich mich unglaublich gefreut, als ich „Harlem Shuffle“ auf Vorablesen entdeckt habe und habe direkt meine Punkte eingelöst. Jedoch wurden meine Erwartungen enttäuscht. Während der Einblick in das Harlem der sechziger Jahre ein unglaublich Spannender ist und die für Whitehead typische Gesellschaftskritik (Rassismus, Klassizismus, Armut, Polizeikriminalität) den Leser zum Nachdenken anregt und unverwechselbar für die Kunst Whiteheads steht, wurde diese bedeutenden Themen durch einige Mängel gestört. Die Handlung zieht sich über große Teile des Werkes, die vielen Personen führen zu Verwirrung aufseiten des Lesers, Zeitsprünge machen alles noch verwirrender und irgendwie ist Ray Carney auch kein Protagonist, mit dem man wirklich warm wird.
Auch wenn Harlem Shuffle viel Potenzial hatte, konnte es mich am Ende nicht überzeugen. An den Erfolg von „Underground Railroad“ und „The Nickel Boys“ kann Colson Whitehead mit Harlem Shuffle nicht anknüpfen.
Vielversprechender Auftakt
Pirlo - Gegen alle Regeln von Ingo Bott
“Pirlo: Gegen alle Regeln“ ist der Beginn einer Buchreihe rund um den Strafverteidiger Anton Pirlo. In seinem Auftakt treffen wir Pirlo, der ein vielversprechender Strafverteidiger mit wirklich beneidenswerten Karriere war an einem Punkt, an dem alles schiefgeht. Anstatt die Karriereleiter heraufzuklettern, sieht sich Pirlo mit einer Kündigung konfrontiert und sitzt im Wohnzimmer.
Als ihm sein Mentor einen Fall vermittelt, lernt er die junge Anwältin Sophie kennen und eröffnet mit ihr kurzfristig eine Kanzlei, die in seinem Wohnzimmer betrieben wird. Als wäre sein Leben nicht schon völlig auf den Kopf gestellt muss Pirlo auch mich feststellen, dass der Fall Verbindungen zu seiner Familie, dem Khatib-Clan hat, die Familie von der er sich eigentlich losgesagt hatte.
Der Autor Ingo Bott gibt uns in “Pirlo: Gegen alle Regeln” einen spannenden Einblick in das Leben und Schaffen eines unglaublich charismatischen Hauptcharakters. Alle Handlungsstränge werden gekonnt zusammengefügt und verlieren zu keinem Zeitpunkt an Spannung. Da Pirlo so authentisch und charismatisch gestaltet wurde fiebert man als Leser mit ihm mit; hofft, dass er alle Probleme beseitigen kann und freut sich schon auf die nächsten Teile der Reihe.
Berührt mich nicht
A Reason To Stay (Intensive New-Adult-Romance von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) (Liverpool-Reihe 1) von Jennifer Benkau
Ich gebe ehrlich zu, dass ich mir das Buch im Laden wohl nicht gekauft hätte. Sowohl Cover als auch Klappentext wirken wie ein typisches New Adult Buch und stechen wirklich nicht heraus. Im Rahmen eines Büchertausches habe ich „A Reason To Stay“ dann doch erhalten.
Im Buch geht es um Sibyl, genannt Billy, in deren Leben alles schiefläuft.
Sie lebt in ihrem Auto und träumt nur noch davon, endlich ein gescheites Dach über dem Kopf zu haben. Dann lernt sie Cedric kennen, der sie mit seinem Aussehen, seinem Lachen und dem Humor total verzaubert. Allerdings ist Cedric der Bad-Boy des Liverpooler Uni-Campuses, der nie länger als eine Nacht mit einer Frau verbringt. Als Billy den Grund hierfür erfährt, versucht sie sich von ihm fernzuhalten, aber das stellt sich als gar nicht so leicht heraus.
Auch wenn die Charaktere sehr gut ausgearbeitet wurden und detaillierte Charakterzüge hatten, haben sie mich gar nicht berühren können. Ihre Lebensgeschichten haben mich nicht verzaubert oder überzeugt, sodass ich mich die gesamte Geschichte lang nicht wirklich überzeugt gefühlt habe. Dazu kommt noch, dass die Geschichte sehr langatmig ist und die Handlung und Spannung an vielen Stellen fehlt.











