Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Karo:
Gelungenes Dark Academia
Dark Ivy - Wenn ich falle von Nikola Hotel
Eden Collins erhält ein Stipendium, mit dem sie an der Woodford Academy zugelassen wird. Sie erhofft sich hierdurch ein leichteres Schuljahr, nachdem ihr letztes Highschool-Jahr aufgrund eines tragischen Todesfalls die Hölle war. Sie wurde das ganze Schuljahr über gehänselt und mit anklagenden Blicken konfrontiert.
So wurde sie beinah vollständig isoliert und musste ihr letztes Schuljahr einfach so über sich ergehen lassen. Die Woodford Academy bietet ihr die Möglichkeit, noch mal neu anzufangen und alle Probleme hinter sich zu lassen.
Doch aufgrund der Probleme und der Angst aus dem letzten Schuljahr, beginnt ihre Zeit an der Woodford Academy sehr negativ. Bereits in ihrem ersten Kurs bricht sie fast zusammen, da ein durchgeführtes Experiment sie an ihre Geheimnisse erinnert und sie hierdurch überfordert wird. Nur ein Schüler bemerkt ihre Lage und hierbei handelt es sich ausgerechnet um William Grantham III., den abweisenden Millionenerbe, mit dem sie bereits zuvor aneinander geraten ist.
Die Autorin schafft es die Leser durch ihre anschauliche und emotionale Schreibweise direkt in die Geschichte zu versetzen. Man fühlt mit den Charakteren mit und begleitet sie auf ihre emotionale Reise. Man fiebert die gesamte Reise hinüber weg und lernt die Charaktere schnell lieben. Hierdurch schafft die Autorin diese unglaublich enge Bindung an das Buch, durch die man das Buch auf keinen Fall aus der Hand legen möchte. Einen Stern Abzug muss ich jedoch aufgrund des Endes vergeben. Leider hat dieses meiner Meinung nach nicht zum Rest der Handlung gepasst und hat mich am Ende doch etwas enttäuscht zurückgelassen.
Bewegende Familiengeschichte
Die Sehnsucht nach Licht von Kati Naumann
In "Die Sehnsucht nach Licht" treffen wir auf Luisa. Luisa arbeitet in einem Besucherbergwerk im Erzgebirge - tief unter der Erde. Luisa liebt ihren Job und ihren Arbeitsplatz - auch wenn es häufig vorkommen kann, dass sie einen Tag komplett unter der Erde verbringt und kein Sonnenlicht sieht.
Luisa folgt damit die Tradition ihrer Familie, die schon immer im Bergbau gearbeitet hat. Durch diese enge Bindung an die Arbeit ergibt sich eine ganz besondere Familiendynamik und eine Einstellung der verschiedenen Familienmitglieder - die ihr Leben vollkommen auskosten und jede Minute genießen wollen. Dieses liegt vor allem daran, dass etliche Familienmitglieder unter der Erde gestorben sind. Luisa beginnt sich enger mit ihrer Familiengeschichte auseinanderzusetzen und beginnt Nachforschungen über ihren Großonkel anzustellen.
Es handelt sich hierbei um eine sehr starke und bewegende Familiengeschichte. Der Schreibstil der Autorin ist so anschaulich und bewegend, dass man sich selbst auf eine Reise begibt und auf eine Weise in das Bergwerk einsteigt. Auch die Charaktere sind sehr gelungen gestaltet. Man hat das Gefühl, dass man sie wirklich kennenlernt und sie sind sehr liebenswert gestaltet, so dass die Lektüre mit ihnen wirklich sehr viel Spaß macht. Ich habe den Roman wirklich sehr genossen und durch die Lektüre etliches über die Region und die Geschichte der Bergarbeiter gelernt.
Schwieriger Anfang
Connemara von Nicolas Mathieu
In Connemara treffen wir auf die fast vierzig Jahre alte Hélène. Sie hat Karriere gemacht, geheiratet, zwei Töchter bekommen und lebt in einem Architektenhaus in der Nähe von Nancy. Sie hat sich den Traum ihrer Jugend erfüllt: abhauen, das Milieu wechseln, erfolgreich sein. Ihr steht Christophe gegenüber, der den kleinen Ort in Frankreich - in dem er und Hélène aufgewachsen sind - nie verlassen hat.
Hier verkauft er Hundefutter und führt ein unentschlossenes kleines Leben. Doch plötzlich kehrt Helene zurück und sie und Christophe treffen erneut aufeinander.
Man erfährt Auszüge aus der Kindheit und Jugend - gemischt mit Erfahrungen aus dem Erwachsenenleben der Charaktere. Leider konnte mich das Buch von Anfang an nicht wirklich abholen. Die Kapitel sind sehr langatmig, über lange Strecken passiert nichts wirklich interessantes und ich habe immer wieder mit dem Gedanken gespielt, es einfach zur Seite zu legen. Es legt an Tempo zu, als wir uns weniger mit der Kindheit der Charaktere und eher mit dem Hier und Jetzt beschäftigen. Doch hier war meine Motivation leider schon ziemlich niedrig und der Rest konnte mich nicht mehr abholen.
Unsicher
Intimitäten von Katie Kitamura
Die Erzählerin in "Intimitäten" verlässt ihre Heimat New York und zieht nach Den Haag, um dort am Internationalen Gerichtshof als Dolmetscherin zu arbeiten. Kurz nach ihrer Ankunft in Den Haag lernt sie Adriaan kennen, der ihr etwas zu geben scheint, dass eine Lücke füllt und dazu führen könnte, dass Den Haag der Ort wird, der ihre Probleme und Sorgen lösen könnte.
Doch dann verschwindet er zu seiner Noch-Ehefrau und hinterlässt nichts als Fragen. Fragen, die sich zu einem existenziellen Abgrund auftun, als sie für einen angeklagten westafrikanischen Kriegsverbrecher dolmetschen muss und zweifelt: Was ist kalkulierte Lüge, was Wahrheit? Glauben nur noch die Naiven an Gerechtigkeit?
Ich bin mit gemischten GEfühlen aus der Lektüre gegangen. Zum einen hat mich die Geschichte sehr fasziniert und vor allem die Einblicke in den Gerichtssaal und den Alltag am Internationalen Gerichtshof fand ich sehr spannend. Die Liebesgeschichte konnte mich leider jedoch nicht abholen, sodass das Buch für mich immer wieder sehr schöne Momente, aber auch teilweise sehr langsame Passagen hatte. Leider konnte mich auch das Ende nicht wirklich überzeugen, weshalb ich dem Buch nur drei Sterne geben kann. Wirklich schade, da es das Potenzial hatte, noch mehr Sterne zu erreichen.
Wunderschön und Bewegend
Das Leuchten der Rentiere von Ann-Helén Laestadius
In "Das Leuchten der Rentiere" lernen wir Elsa kennen, die zum Volk der Sami gehört, welche ihr Territorium Sampi im Norden Skandinaviens haben. Mit neun Jahren musste Elsa den Mord ihres Rentieres beobachten und konnte den Mörder noch am Tatort ertappen. Dieser bedroht Elsa und zwingt sie so zum Schweigen, wodurch sie sich selbst eine schwere Schuld auflädt und sich gegen ihre Familie und nahe Bekannte stellt.
Dadurch, dass Elsa nichts sagen kann, gibt es für die Polizei keine Anzeichen für eine bewusste Rentiersabotage und die Polizei ermittelt nicht weiter, was ein großes Problem für die Sami darstellt, die auf die Rentierzucht angewiesen sind.
Die Bedrohung für die Sami nimmt immer weiter zu und auch Elsa wird immer mehr bedroht, wodurch sie sich schlussendlich dazu entscheidet, sich ihrer Angst und Wut zu stellen.
"Das Leuchten der Rentiere" ist ein wunderschönes und zugleich so bewegendes Buch. Ich war letzten Sommer auf einer langen Wanderung durch den Norden Schwedens und konnte dort die Sami und ihre Kultur hautnah kennenlernen, wodurch meine Faszination für diese geweckt wurde. Ich habe mich deshalb sehr gefreut, diese in einem Roman vertreten zu sehen und ihnen so eine Stimme zu geben, durch die ihre Kultur und ihre Sorgen in die Welt getragen werden können.
Die Autorin bringt diese Identität und die Sorgen der Sami so emotional und kraftvoll herüber, dass man in die Lektüre gezogen wird und gar nicht mit dem Lesen aufhören kann. Sie beschreibt die Liebe der Sami zu ihren Rentieren und der Natur ihres Territoriums. Ich kann dieses Werk nur jedem ans Herz legen, um in die Kultur der Sami einzutauchen und einer oftmals unterdrückten Stimme einen Raum zu geben.
Interessantes Thema
Frau mit Messer von Gu Byeong-mo
Hornclaw ist Auftragsmörderin. Seit Mittlerweile 40 Jahren geht sie dieser Tätigkeit nach und mordet im Auftrag anderer. Während sie früher nie über ihre Taten nachgedacht hat, muss sie nun feststellen, dass sie mit dem Alter sanfter wird und anfängt, bestimmte Personen zu schützen. Doch hierdurch begibt sie sich selbst in Gefahr und droht aufzufliegen.
“Frau mit Messer” ist eine interessante Auseinandersetzung mit der Rolle der älteren Frau in der südkoreanischen Gesellschaft. Wir bekommen einen intensiven Einblick in die Gedanken und Emotionen von Hornclaw und können ihre Vorgeschichte nach und nach kennenlernen. Auch wenn ich die Prämisse des Werkes sehr interessant fand und mich die Thematik der Frau bzw. älteren Frau in der Gesellschaft angesprochen hat, konnte mich die Umsetzung in diesem Buch nicht wirklich überzeugen. Der Schreibstil war nicht sehr ansprechend und die Handlung meiner Meinung nach zu offensichtlich
Schwierig
Fast bis zum Nordkap von Judith Pinnow
Fast bis zum Nordkap erschien wir wie die genau richtige Lektüre, nachdem ich von einer Wanderung durch Nord-Schweden zurückgekommen bin und das Land furchtbar vermisse. Es geht um die Protagonistin Bea, die in Hamburg lebt und in einer Werbeagentur viel Geld verdient. Nachdem sich die Zeichen für einen Burnout erhöhen und der Druck immer größer wird, entscheidet sich Bea für eine Auszeit und plant eine sechsmonatige Reise durch Schweden und Norwegen - Ziel: Nordkap.
Doch dann bleibt ihr Bulli liegen und sie trifft auf den Tischler Per, der ihr Leben komplett auf den Kopf stellt.
Ich habe mir das Buch aufgrund meiner Schwedensehnsucht gekauft, muss aber auch direkt anmerken, dass mich das Cover etwas abgeschreckt hat, da es doch sehr winterlich aussieht. Da sich dieses bei der weiteren Lektüre nicht bestätigt hat, fand ich die Covergestaltung etwas ungelenken. Auch mit dem Schreibstil der Autorin bin ich nicht so richtig warmgeworden. Für meinen Geschmack wurden zu viele unnötige Einschübe präsentiert, die für den weiteren Verlauf der Lektüre nicht nötig waren und von der Handlung abgelenkt haben. Alles in allem war es eine schöne Geschichte, da ich jedoch nicht ganz warmgeworden bin, kann ich nur 3 Sterne vergeben.
Gelungen
Snowflake von Louise Nealon
In Snowflake geht es um Debbie White, die auf einer Milchfarm in Irland aufwächst. Hier lebt sie mit ihrem Onkel Billy sowie ihrer Mutter Maeve zusammen. Billy wohnt im Wohnwagen vor der Haustür, wo sich die leeren Whiskey Flachen stapeln und ihre Mutter verlässt vor Depressionen kaum ihr Zimmer. Debbie entscheidet sich schlussendlich für ein Literaturstudium in Dublin und beginnt aus der ländlichen Heimat in die Stadt zu pendeln.
Debbie wird von den Gegensätzen der Orte getroffen und fühlt sich weder in ihrer Heimat noch in Dublin richtig verstanden und akzeptiert.
Die Auseinandersetzung mit den Gegensätzen ist unglaublich gut gelungen. Man merkt, wie Debbie durch den Beginn ihres Studiums den Zugang zu ihrer Heimat und den Personen der Heimat verliert (langsam und nach und nach), während sie sich gleichzeitig nicht richtig in das Leben in der Großstadt einfinden kann. Es findet eine interessante Auseinandersetzung mit Debbie’s Gedanken und ihren Handlungen während dieser Zeit statt, die häufig von viel Chaos und Verzweiflung geprägt sind. Es handelt sich um eine Suche nach dem Selbst, die durch die Existenz verschiedener Arten des Selbst erschwert wird. Meiner Meinung nach handelt es sich bei Snowflake um ein unglaublich gelungenes Werk mit einer sehr interessanten Betrachtung der eigenen Identität und der Suche nach dem wirklichen Selbst.
Vorhersehbar
Falling in love was not the plan von Michelle Quach
Im Buch geht es um Eliza, eine talentierte und ehrgeizige High School Schülerin. Als nächstes möchte sie die Position als Chefredakteurin der Schülerzeitung übernehmen. Erst scheint es, als würde sie keine Konkurrenz haben, doch dann stellt sich plötzlich Len zur Wahl.
Eliza kann es nicht fassen, dass sie nun Konkurrenz um den Titel bekommen hat und verfasst in ihrer Wut einen Artikel in dem sie alle Kritikpunkte anspricht.
Eigentlich will sie diesen geheimhalten, doch am nächsten Tag findet sie eben diesen Artikel plötzlich in der Schülerzeitung und Eliza wird unfreiwillig zum Gesicht der feministischen Bewegung an ihrer Schule.
Ich muss an diesem Punkt gestehen, dass ich das Buch etwa nach der Hälfte abgebrochen habe. Für meinen Geschmack hat sich die Handlung viel zu sehr gezogen, was besonders nervig war, da sie auch noch richtig vorhersehbar war. Das hat wirklich keinen Spaß gemacht und ich konnte einfach nicht mehr weiterlesen. Auch waren die Charaktere wirklich sehr unsympathisch und ich bin wirklich mit niemandem warm geworden. Vielleicht bin ich einfach etwas zu alt und nicht die richtige Zielgruppe aber so kann ich es leider nicht empfehlen!
Gelungener Serienauftakt
Catching up with the Carters - In your eyes von Fam Schaper
"In your eyes" ist der erste Teil der neuen Catching up with the Carters Reihe der Autorin Fam Schaper. In diesem ersten Teil lernen wir Aphrodite Carter kennen, die mit der Realityshow ihrer Familie - der Show "Catching up with the Carters" im Rampenlicht steht und von allen Seiten beobachtet wird.
Den Cartes steht jedoch eine weitere Realityshow gegenüber, die sie als ihre Rivalen verkaufen und mit denen sie um die Zuschauer und die Unterstützung kämpfen. Ein Teil dieser Konkurrenz ist Garett, mit dem sie vor einiger Zeit eine enge Beziehung hatte. Diese zerbrach jedoch und Aphrodite ist seit dem nicht mehr der gleiche Mensch wie vorher. Als sie eines Tages mit einer besonders verletzenden Schlagzeile konfrontiert wird, versucht sie etwas Neues und beginnt bei einer Datingshow hinter den Kulissen zu arbeiten. Hier trifft sie erneut auf Garett, der ebenfalls selbst Fuß fassen möchte und sich nicht mehr auf dem Namen seiner Familie ausruhen möchte. Durch das Aufeinandertreffen kommen die Gefühle zwischen den Beiden wieder hoch und beide müssen Wege finden, wie sie diese Gefühle nicht zerstören.
Mir hat "In your Eyes" sehr gut gefallen und ich freue mich wirklich schon auf die weiteren Bände der Reihe. Aphrodites Charakter wurde wirklich gut gestaltet und man konnte direkt nachvollziehen, wie sie unter der Presse und der Öffentlichkeit leidet und dass viele ihrer Entscheidungen Wege sind, durch die sie ihre inneren Gefühle vor der Presse verstecken kann. Auch die Beziehung mit Garett hat mir gut gefallen. Man hat mitgefiebert und mitgelitten, vor allem als herausgekommen ist, dass ein großes Missverständnis für viele Sorgen und Ängste zwischen ihnen verantwortlich sind.











