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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von HEYN Leserunde Silvia Grutze:

„Getrennt geboren, gemeinsam verletzt“

Mickey und Arlo von Morgan Dick

Mickey und Arlo ist eine schonungslos ehrliche und zugleich skurrile Geschichte über zwei Frauen, die ein dunkles Band miteinander verbindet: ihr gemeinsamer Vater – ein alkoholkranker, egozentrischer Mann, der in beiden Familien Zerstörung hinterlässt. Der Roman beleuchtet zwei unterschiedliche Lebensrealitäten, die dennoch von demselben Schmerz durchdrungen sind.

Während Mickey und ihre Mutter in Armut und ohne jede Unterstützung zurückgelassen werden, lebt Arlo in materieller Sicherheit – doch auch sie leidet unter den Exzessen ihres Vaters.

Nach dem Tod dieses Mannes spitzt sich die Geschichte zu: Ausgerechnet Mickey, das verstoßene Kind der ersten Familie, soll eine erhebliche Erbschaft antreten. Doch nichts ist umsonst – und das Erbe hat seinen Preis. Die Handlung entfaltet sich mit einer Mischung aus schwarzem Humor, Tragik und überraschender Tiefe. Die Frage, ob Mickey und Arlo einander ähnlicher sind, als sie glauben, zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman und findet ein spannendes und nachdenklich stimmendes Ende.

Morgen Dick gelingt mit diesem Buch ein ungewöhnlicher, teils grotesker Familienroman, der die Abgründe menschlicher Beziehungen ungeschönt darstellt. Die Charaktere sind kaputt, widersprüchlich und genau deshalb faszinierend. Mickey und Arlo ist nichts für zarte Gemüter, aber ein echter Lesetipp für alle, die literarisch gern dorthin blicken, wo es weh tut.

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Was für ein Lauf….

Schwimmen mit Elefanten von Yoko Ogawa

Ein wundervolles, tiefsinniges Buch, das lange nachhallt. Yoko Ogawa gelingt es mit einer ruhigen, aber eindringlichen Sprache, eine Erzählung zu schaffen, die direkt ins Herz trifft. Die Geschichte ist berührend, feinfühlig und voller leiser Zwischentöne. Besonders Schachliebhaber werden begeistert sein – das Spiel ist nicht nur ein zentrales Motiv, sondern auch eine Metapher für das Leben, Verlust und Erinnerung.

Wer eine Vorliebe für fein komponierte Literatur hat, die zum Nachdenken anregt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Schwimmen mit Elefanten ist kein lautes Buch, aber eines, das bleibt. Ganz klare Kaufempfehlung!

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Was für ein Lauf….

Schwimmen mit Elefanten von Yoko Ogawa

Ein wundervolles, tiefsinniges Buch, das lange nachhallt. Yoko Ogawa gelingt es mit einer ruhigen, aber eindringlichen Sprache, eine Erzählung zu schaffen, die direkt ins Herz trifft. Die Geschichte ist berührend, feinfühlig und voller leiser Zwischentöne. Besonders Schachliebhaber werden begeistert sein – das Spiel ist nicht nur ein zentrales Motiv, sondern auch eine Metapher für das Leben, Verlust und Erinnerung.

Wer eine Vorliebe für fein komponierte Literatur hat, die zum Nachdenken anregt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Schwimmen mit Elefanten ist kein lautes Buch, aber eines, das bleibt. Ganz klare Kaufempfehlung!

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Vom Ziergewächs zum Wildwuchs

Wild wuchern von Katharina Köller

Das Cover gefällt mir sehr gut und war für mich gleich ein Hinweis: Da steht Einiges auf dem Kopf und muss vielleicht auch wieder gerade gerückt werden. Schon der Beginn der Geschichte ist sehr mitreißend und aufwühlend. Die Sprache ist extrem stark, mit gelegentlicher Dialekt-Verwendung. Man taucht sehr schnell mit der Protagonistin Marie in das Geschehen ihrer Flucht mit ein.

Es geht alles so schnell! Auch die Erzählweise nimmt schnell Fahrt auf. Wie, wo, was, warum? Mein Verstand stellte viele Fragen. Ich konnte nicht aufhören zu lesen. Ich musste Antworten finden. Wer ist Johanna? Beide Frauen, unterschiedlicher könnten sie garnicht sein, verbindet ihre familiäre Vergangenheit. Im Verlauf der Geschichte erfährt man die wahren Hintergründe. Gemeinsam finden Marie und Johanna unter schwerster körperlicher Anstrengung und durch mitunter eigensinnige Handlungen zueinander. Mein Fazit: Ein sehr tiefsinniger, emphatischer, aber auch humorvoller Roman - wild und voller Leidenschaft.
Insgesamt finde ich die Geschichte ist sehr gut erzählt. Der Roman, der sehr viele relevante Themen unserer Zeit anspricht und zum Nachdenken und diskutieren anregt, liest sich einfach flüssig und von mir gibt es deshalb eine Kaufempfehlung.

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Das Leben ist ein Rätsel der Liebe

Für Polina von Takis Würger

Ein Wahnsinn... dieses Buch hat mich von der ersten Seite an in seinem Bann gezogen. Es wird in einer schönen Sprache mit ganz viel Gefühl erzählt, es liest sich wie ein Klavierspiel von Hannes. Musik also... aber in Worte gefasst.
Die unerwartete Hingabe Fritzis zu einem viel älteren Mann verwandelte ihr Leben drastisch und nachhaltig.

Ein Wunderkind namens Hannes wurde geboren. Dieser Roman behandelt so viele verschiedene Bereiche des Lebens, und genau dadurch wird das Lesen zu einem wunderschönen Erlebnis. So funktioniert eine Liebesgeschichte mit Herz. Obwohl das Leben von Hannes zeitweise ziemlich verkorkst ist und er es nicht leicht hat, verliert er dennoch nie die Liebe zur Musik. Freundin Polina zieht weg...kommt wieder...er lernt seinen richtigen Vater kennen...soll umziehen...seiner Mutter ereilt ein unerwartetes Schicksal. Ein Klavierspiel vor aller Augen nimmt Hannes für lange Zeit die Fähigkeit überhaupt zu musizieren. Anstatt zu studieren macht er einen Job/Knochenarbeit bei einem Transportunternehmen, die ihm körperlich alles abverlangt nur um seiner Musik näher zu sein. Es vergehen Jahre in denen Hannes seine Melodien nur im Kopf spielt. Was für ein ungenütztes Talent! Die Melodien erklingen für lange Zeit nur in seinem Kopf. Der Job hält für Hannes aber auch was Gutes bereit. Hier lernt er einen wahren Freund kennen: Bosch! Dem öffnet er sich etwas - aber nie erzählt er woher er kam und was in ihm für Melodien erklingen. Hannes hat Bosch nie angelogen, nur alle Informationen auf das Nötigste verkürzt. Es bleibt im Dunkeln wer er wirklich war, wirklich ist. Wusste Hannes das eigentlich selbst? Eine neue Frau, mit der er zusammenlebt, gibt ihm Halt (obwohl er nachts von Polina träumt) und macht das Vergangene etwas erträglicher für Hannes.
Im letzten Abschnitt des Buches wird es immer trauriger und die Schwere, die auf Hannes lastet, schwappt auf mich als Leser über. Es berührt so tief und ich will das Buch nicht weglegen und es reizt mich das Ende der Geschichte zu erfahren.
Letztendlich ist es so schön: Hannes spielt wieder zur Begeisterung aller Menschen, die ihn hören und zum Übel seines verletzten Arbeitgebers.
Ab dem Zeitpunkt im Buch, an dem Hannes wieder mit dem Klavierspiel beginnt, wird der Inhalt des Romans ruhiger und berührt mich auf eine ganz besondere Art tief in meinem Herzen.
Was für eine Wende in diesem Roman! Eine die sich bestimmt jeder Leser wünscht. Die Hoffnung auf eine gute Zukunft wird spürbar und die Angst vor der Vergangenheit verblasst.
Ein Meisterwerk! Diesen Roman solltest du unbedingt lesen!

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Was einem das Leben so bietet …..

Honey von Victor Lodato

Streichst du über den Schriftzug "Honey" am Einband des Buches, fühlt es sich für mich so leicht an daran festzukleben. Ich habe schnell in die Geschichte eintauchen können. Die alte glamouröse, selbstbewusste 82-jährige Grande Dame Honey, so wie sie zu Beginn in der Badewanne sitzt und die Erzählung beginnt, macht einfach neugierig.

Was wird dieser Familien-Clan alles in diesem Buch erleben? Leichen im Keller oder im Garten? Wird Honey fündig oder waren es nur Hirngespinste aus der Jugend?
Immer mehr kristallisiert sich für mich heraus, dass es sich um eine verrückte Persönlichkeit handelt. Doch sie gewinnt Seite um Seite mehr an Liebenswürdigkeit und Sympathie. Sie hatte keine leichte Kindheit und deshalb fühlt man als Leser mit ihr. Einige Schicksalsschläge musst sie in ihrem Leben verkraften und die Vergangenheit holt Honey immer wieder gedanklich ein. Eine tolle Frau, die Kunst liebt und nie - ohne zu 100 Prozent zurechtgemacht zu sein - ihr Haus verlässt. Sie ist dem Alkohol, einer Zigarette zwischendurch, gutem Essen und Männern nicht abgeneigt und hat einiges in den wunderbaren Dialogen zu erzählen.
Im zweiten Teil verliert der Roman ein wenig an Spannung. Doch die Erzählung nimmt mit Humor und Skurrilität wieder an Fahrt auf und sorgt dafür, dass man doch weiterlesen möchte. Es werden Themen wie Liebe, Familie, Beziehung, Kinder aber auch das Älterwerden und der Tod thematisiert. Es gibt viele Höhen und Tiefen in diesem Roman und Einiges bleibt für mich bis zum Schluss offen. Eigentlich hätte ich mir die eine oder andere Erläuterungen dazu gewünscht. Aber in Summe lädt der Roman zum Nachdenken ein, zum Nachdenken über Familie, Werte und das Leben an sich. Das Buch ist lesenswert und eine Kaufempfehlung hat es auf alle Fälle verdient.

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Das Ziel ist die Freiheit

Sing, wilder Vogel, sing von Jacqueline O'Mahony

Das Buch " Sing, wilder Vogel, sing" zeichnet sich durch eine wunderschöne leichte Sprache aus, die es möglich macht, ganz schnell in die Geschichte einzutauchen. Im Prolog musste ich beim Rotkehlchen, dessen Erscheinen/Ruf als schlechtes Omen gilt, sofort an unseren kürzlich gelesenen Roman "Malnata" denken.

Auch über dieser Protagonistin leuchtete kein guten Stern. Sie wurde als unheilbringende Hexe bezeichnet.
Was erwartet mich nun in dieser neuen Geschichte? Honoras Geschichte nimmt ihren Anfang im irischen Doolough um 1849. Es ist eine unglaubliche Geschichte und was Honora erlebt muss ich beim Lesen erst verdauen oder verarbeiten. Wenn ich mir bildlich vorstelle was passiert, bekomme ich Gänsehaut und empfinde tiefes Mitleid. Genau dieses Mitleid macht sich Honora - auf dem Weg nach Amerika - zunutze. Sie erfährt, durch ihre Entscheidung nicht mehr zu sprechen, von vielen Seiten Hilfsbereitschaft und Beistand. Diese Tatsache verleiht Honora, die sich fortan Nell nennt, ein gewisses Gefühl der Macht und Kraft. Sie will unbedingt auf das Schiff nach Amerika und es gelingt ihr. Ob die Hilfsbereitschaft von Mary, einer der Frauen, die sie am Schiff als blinden Passagier kennenlernt, die Reise leichter macht? Nell schließt sich mit ihr zusammen. Lest selbst - wie schnell man ausgenutzt wird, um das blanke Überleben zu sichern. Verrat, vielleicht nur geboren aus dem brennenden Wunsch nicht unterzugehen, findet statt. Reicht es einfach nur zu fliehen um frei zu sein und Gewalt und Unterdrückung hinter sich zu lassen? Nell/Honora kommt zu dem Schluss, dass das alleine nicht ausreicht. Nicht zuletzt aus dieser Gewissheit/Erkenntnis resultiert auch die permanente Unruhe und Nervosität, die sie umgibt. Doch Honora kämpft weiter um ihre Freiheit zu finden - und lässt sich nicht bändigen. Sie ist fest entschlossen ihr Ziel zu erreichen.
Ein wirklich lesenswerter, zum Nachdenken anregender, Roman mit historischem Hintergrund.

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Freundschaft und Einlösung eines Schuldbriefes

Malnata von Beatrice Salvioni

Alleine schon der Prolog des Buches hat mich gleich nochmal nachsehen lassen. Was lese ich da überhaupt? Einen Thriller? Oh nein, es ist ein Roman.
Mir hat von Anfang an die Schreibweise dee Autorin gefallen. Das Buch hat sich wirklich leicht lesen lassen.
Die Protagonistin Malnata schließt man schon beim ersten Blick auf das Cover ins Herz.

Ein Mädchen mit nackten Füßen, wildem Haar, schmutzig, unbeugsam, aufmüpfig. Es hat vor nichts und niemandem Angst und fordert mit seinem trotzigen Blick den Betrachter des Buches förmlich mit leiser Stimme auf: Lies und erfahre was ich durchmache!

Im Trailer, zu sehen auf der Homepage der Buchhandlung Heyn, fragt die Autorin Beatrice Salvioni provokant: Was würdest du tun?

Was hätte ich getan, wenn alle mir gesagt hätten ich soll, nein ich darf (!) mit dieser "Hexe" Malnata nicht sprechen? Geh ihr aus dem Weg, sie bedeutet nur Unheil, behaupten alle. Sie bringt Unglück! Gerade durch dieses Verbot angestachelt, würde ich sie gerne kennenlernen und vermutlich auch gerne mit ihr befreundet sein wollen. Den Erwachsenen zum Trotz trifft auch Francesca, ein Mädchen aus gutem Hause, diese Entscheidung. Sie wird praktisch die Erzählerin dieses Buches. Die beiden Mädchen haben sich gefunden und erleben gemeinsam die 1930er Jahre. Francesca beneidet Malnata auch manchmal um ihre Familie und möchte eigentlich alles miterleben, was Malnata mit den Jungs am Fluss macht. Heimlich trifft sie sich und nach mehrmaligen Abenteuern werden das gute Mädchen und die Hexe Freundinnen. Zwei Mädchen aus unterschiedlichen Familien verbindet das gemeinsam Erlebte. Zum Beispiel auch den Verlust des jüngeren Bruders.
Die Themen Krieg und Liebe gewinnen in diesem Roman Satz für Satz an Bedeutung. Natürlich ist nicht jeder für den Krieg und trägt ständig seine Uniform. Es kommt zu Kontroversen. Was mir sehr gut gefallen hat war, dass - obwohl Francesca mit Ihrer Mutter den Wohnort verlassen soll - sie zum Schluss doch den Mut aufbringt Ihrer Freundin beizustehen.
Ich könnte mir diesen Roman wirklich sehr gut auch als Kinofilm vorstellen und gebe gerne eine absolute Kauf- und Leseempfehlung ab.

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Wenn die Masken fallen

Das andere Tal von Scott Alexander Howard

Ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen! Den Roman von Scott Alexander Howard „Das andere Tal“ muss man einfach gelesen haben.
Es geht um eine Frau namens Odile. Sie lebt mit ihrer Mutter in einem Tal, das im Osten und im Westen von zwei weiteren Tälern begrenzt wird in denen die Zeit versetzt wurde.

..im einen 20 Jahre in die Vergangenheit und im anderen 20 Jahre in die Zukunft. Allerdings dürfen die Menschen diese Täler nur in Ausnahmefällen besuchen, hauptsächlich bei Trauerfällen. Und so ist vielen klar, warum manchmal Menschen mit Masken gesehen werden, obwohl diese sich zumeist gut versteckt halten. Es sind Trauernde, die noch einmal einen Blick auf ihre Liebsten werfen, die nicht mehr leben.
Und so sieht Odile eines Tages die Eltern von ihrem Schulfreund Edme. Sie weiß, dass sie niemals darüber reden darf, sie weiß, dass ein Unglück geschehen wird. In ihr wächst der Wunsch die Geschichte und damit das System der drei Täler grundlegend zu verändern. Im ersten Teil des Buches macht es den Anschein, als würde sie rebellieren und damit eine relevante persönliche Weiterentwicklung beginnen. Doch im zweiten Teil des Buches, ganze 20 Jahre später, wird klar, dass sie sich ihrem Schicksal ergeben hat.
Es ist für mich eines jener Bücher, die in mir die Frage aufwerfen: Was wäre, wenn Odile ihr Schicksal und das von Edme in die Hand genommen hätte? Welchen Verlauf hätte die Geschichte nehmen können? Würde ich selbst, wäre ich Odile, die Möglichkeiten, die der Besuch der anderen beiden Täler bietet, nutzen oder besser ausnutzen um die Vergangenheit zu verändern und damit die Zukunft neu zu schreiben?
Tausende Gedanken und unzählige Fragen haben mich beim Lesen begleitet. Der Erzählstil/Schreibstil des Autors hat mich vollends in seinen Bann gezogen. Ein sensationelles - fast etwas dystopisch-dunkles- Buch, welches man durchaus auch mehrmals lesen darf, um all die Momente auch erfassen zu können, in denen sich Zeiten überschneiden und auf so vielen Seiten ein versteckter Hinweis wartet. Hat einen dieses Buch erst einmal ergriffen, lässt es einen nicht mehr los. Von mir gibt es also definitiv eine Empfehlung es zu lesen und vielleicht auch zu verschenken.

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Kunst ist der Prozess ihres Entstehens

Die Entflammten von Simone Meier

Am Anfang fiel es mir extrem schwer in diesen Roman einzutauchen.
Allzu oft sind meine Gedanken nicht beim Buch geblieben, schweiften ab. Das war auch der Grund weshalb ich einige Passagen zweimal lesen musste. Ich fand das Buch phasenweise sehr verwirrend, haderte oft mit den Namen und es erschloss sich mir nicht, wer zu wem gehört.

Das Verschmelzen von Charakteren, wie Gina und Jo, in manchen Sequenzen konnte ich kaum nachvollziehen und so wollte für mich keine Empathie mit den Personen aufkommen.
Was mir aber sehr gut gefallen hat ist die Tatsache, dass Jo, Thom und Vincet nur über Briefe miteinander kommunizieren können, wenn sie voneinander getrennt sind.
Letztendlich muss ich doch sagen, dass die - von Autorin Simone Meier eingestreuten - zeitweise humorvollen, ja geradezu heiteren Passagen mich zum Weiterlesen bewogen haben. Ich war froh, Zeit und Muße gefunden zu haben, um mich voll und ganz auf die Kunst dieses fließend zu lesenden Buches einzulassen und davon unterhalten zu werden.
Im Roman werden die Geschichten zweier Familien im Laufe unterschiedlicher Jahrhunderte erzählt. Da ich keine Kunstkennerin bin, habe ich versucht Parallelen zwischen den beiden Familien zu entdecken, doch ich konnte nichts Verwertbares finden.
Ungefähr ab der Hälfte dieses Romans drückte mir das Gelesene schwer auf mein Gemüt. Alleine die Passage mit dem Hirn der Prostituirten bescherte mir ein Gefühl von Ekel und Ablehnung. Mir fehlte ganz einfach einwenig Leichtigkeit in diesem Roman. Selbst bei der Hochzeit von Jo kamen grausige Gesprächsthemen auf. Und wurde ein Lebensabschnitt schwierig, wollte jeder nur nach Hause zu seinen Wurzeln oder ans Meer.
Dieses Buch ist definitiv keines meiner Lieblingsbücher, doch ich bin trotzdem froh es gelesen zu haben, weil es Diskussionspotential hat. Vielleicht sieht man manches mit anderen Augen nachdem man es gelesen hat? Ich weiß es nicht. Es wiederholt sich in diesem Roman so vieles und kommt dennoch nicht auf den Punkt.
Ist es jetzt ein Roman über Kunst, eine Familiensaga oder geht es um die Selbstfindung von Jugendlichen, die unter dem Erlebten ihrer Eltern und Großeltern leiden? Ich hab es nicht herausgefunden. Ich muss zugeben, dass ich eigentlich nichts aus diesem Buch mitnehmen konnte. Oder doch eines vielleicht: Ich würde gerne mehr Briefe schreiben! Es gibt drei Sterne von mir. Lies es selbst und sag mir: Wieviele Sterne bekommt es von dir?

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