Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Silvia Grutze:
Verdammter Garten - Volltreffer
Geisternächte von Mumot André
Robert Kramers (Witwer, Ehemann, Vater)...sein Schrebergarten ist der Mittelpunkt und Ursprungsort seines Lebens... und dort endet auch sein Glück. Findet er alleine einen Weg seine Traurigkeit zu besiegen!? Sein Sohn Finn erlebt ein sehr tragisches Ende, sehr mysteriös und brutal und ein Ende welches ich wirklich nicht vermutet habe in eben diesem Schrebergarten.
Die Geschichte ist anfangs so verworren, dass ich mich schwer in die Geschichte hineinfinden konnte, doch dann fügen sich die einzelnen Erzählungen immer mehr zu einem großen Ganzen zusammen. Schockierende Ereignisse, übertriebene Handlungen – was ist richtig? Während des Lesens werde ich neugieriger und doch bleibt für mich irgendwie unverständlich weshalb eine so schreckliche Erzählung mich derart in ihren Bann ziehen kann. Der Autor setzt immer wieder neue Impulse, die der Spannung des Romans gut tun und verliert sich dabei nie im Kitsch. Sind es nur Hirngespinste oder die Verbindung zu den Toten die „Sophie“, Finns Halbschwester, nicht zur Ruhe kommen lassen? Ist es die pure Angst keine richtige Familie mehr zu sein? Fragen über Fragen. Bei Kapitel 30 –letzte Zeile, wurde mir ganz flau in der Magengegend. Ich frage mich, was machen Eltern falsch, was hätte anders geschehen müssen oder können? "Man sollte sich auf alle Fälle Hilfe holen"... der Gedanke kreist mir immer wieder im Kopf herum! Am Ende tun mir alle Personen leid. Ich weiß nicht mehr genau welcher Person in dieser Geschichte ich zuerst helfen wollte um ihr einfach nur zu sagen „Mach doch so“. Es ist sehr viel Hass in dieser Geschichte! Irena, Roberts Frau, nützt die Gelegenheit als ihre Kollegin stirbt und Robert Kramer mit der Situation überfordert ist und gewinnt ihn für sich. Wäre die Entscheidung Finn selbst großzuziehen besser für Robert gewesen? Streit, Gewalt, Brutalität, Hass auf die freie Partnerwahl und mittendrin der Glaube an den Teufel, Dämonen und Exorzismus. Zwischendurch für mich nicht mehr nachvollziehbar ob es nun ein Krimi, ein Märchen oder ein Mix aus beidem ist. Aber lies selbst. Vielleicht bist du am Ende des Romans ebenso schockiert wie ich es war?
Dieser Tote. Selbst er hat es schon längst vergessen
Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa
Ich finde das Buch hervorragend erzählt. Anfangs kommt man schnell in die Geschichte und denkt es geht dabei ausschließlich um das Leben von Ludovica. Ich war neugierig, schon alleine aufgrund der Ankündigung am Cover, wie man 30 Jahre alleine bzw. mit einem Toten isoliert in einer Wohnung, hinter einer selbst errichteten Mauer, überleben kann.
Doch rund um Ludovica ist im Laufe der 30 Jahre natürlich auch außerhalb der Mauer zu ihrer Wohnung viel passiert. Ich bin anfangs durch die einzelnen Erzählstränge, die ich teilweise schon als sehr skurril empfunden habe, ein bisserl gestolpert und musste mich erst wieder ins Gesamtbild hineinfinden. Doch am Ende hat sich alles zu einem großen Ganzen zusamnengefügt und war für mich sehr stimmig. Ein wahres Lesevergnügen in ansprechenden wortmalerischen Bildern erzählt! Sollte auf jede Lesewunschliste !



