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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Petris:

Ein Staudengärtner erzählt aus seiner Welt!

Meine Welt der Stauden von Kreß Christian

Es ist faszinierend, wenn man die Entstehung eines Buches von Anfang an mitverfolgen kann. Der Autor ist mein Lebenspartner und so war ich von der ersten Idee an mit dabei und eingeweiht.
Die Idee selber gärte schon seit vielen Jahren, ein Verlag musste gefunden und überzeugt werden. Und dann begannen viele Stunden intensiver Arbeit.

Wie schön ist es, jetzt das fertige Buch in Händen zu halten. Und ich muss sagen, es ist wunderbar geworden.

Natürlich bin ich in meinem Urteil befangen, weil es das „Baby“ meines Lebensgefährten ist, aber ich bin durchaus auch seinen Texten gegenüber kritisch und kann ein Buch auch aus meiner langjährigen Erfahrung heraus als Buchhändlerin beurteilen. Definitiv ein Buch, das ich gut und gerne verkauft hätte!

Der erste Eindruck:
Wir halten ein hochwertig aufgemachtes Hardcover in Händen. Das Titelbild passt perfekt zum Titel und stammt von Rachele Cecchini, der großartigen Haus und Hof-Fotografin der Gärtnerei des Autors. Ich mag die Schriftart des Titels mit dem grünen Schatten und mir gefällt, wie sie positioniert ist. Ein Buch, das anspricht und nachdem man greift, um hineinzulesen.

Inhalt:
Sehr gelungen finde ich auch den Aufbau. Es geht vom Allgemeinen, Anekdotischen zum sehr Speziellen. Zu Beginn erzählt der Autor, wie er zu seiner Gärtnerei kam. Man kann sich anstecken lassen von seiner Begeisterung und Liebe zu Stauden. Anschließend gibt es Grundlagenwissen mit ein paar Geheimtipps. Alles im lockeren Plauderton, der vielen Lesern*innen bereits aus seinen Newslettern bekannt ist (kann man auf seiner Seite www.sarastro-stauden.com abonnieren). Dann gibt es Pflanzenwissen. Die ganz persönlichen Lieblingsstauden des Autors werden vorgestellt. Und am Ende wird es speziell. Da gibt’s dann Wissen für fortgeschrittene Hobbygärtner*innen. So findet sich für jede*n etwas. Viel Inhalt, in schöner Sprache dargeboten. Ein Buch, das man immer wieder zur Hand nimmt, in dem man gerne wieder nachliest und von dem man sich neu inspirieren lässt.

Interessant auch der Anhang mit Bezugsquellen und Literaturliste zum Weiterlesen.

Fazit:
Ein schönes, hochwertiges Staudenbuch, das in keiner Fachbibliothek fehlen sollte. Und nachdem viele Gärtner*innen auch leidenschaftliche Büchersammler*innen sind, wird es sicher viele gute Plätzchen in diversen Bücherregalen finden.
Ich finde es wunderschön und sehr gelungen.

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Baba Dunja muss man einfach lieben!

Baba Dunjas letzte Liebe Roman. 17.08.2015. von Bronsky Alina

Die Katastrophe von Tschernobyl ist mir noch in guter Erinnerung. Man durfte plötzlich keine Pilze mehr essen, Kinder sollten drinnen bleiben, Sand in den Sandkisten wurde ausgetauscht,? Und es herrschte Angst und Unsicherheit. Doch nachdem Strahlung unsichtbar ist, war die Gefahr schnell wieder vergessen.

Und noch weniger dachte man an die Bevölkerung in der Nähe des Reaktors.

Um so spannender fand ich es, als ich den Klappentext dieses Romans las. Menschen, die zurückkehrten? Alte, die wieder in ihre Häuser zogen? Spannendes Thema. Die Autorin kannte ich und schätze ich, also auf ins Leseabenteuer.

Der Roman beginnt beschaulich. Das Leben wirkt sehr ruhig und zufrieden. Nicht einfach, auch beschwerlich für die alten Leute, aber sehr ?gesund? (abgesehen von der Strahlung!). Man würde fast meinen, es würde mit: ?Und sie lebten glücklich bis in alle Ewigkeit!?, weitergehen. Aber nein, ein Fremder kommt. Und alles ist plötzlich anders.

Parallel zu den Geschichten im Dorf, wird auch Baba Dunjas Familie vorgestellt. Die Tochter in Deutschland, der Sohn ebenfalls im Ausland und die blonde Enkelin Laura, die sie noch nie gesehen hat. Als eines Tages ein Brief von Laura kommt, freut sie sich riesig, doch er ist in einer fremden Sprache, sie kann ihn nicht lesen.

Ein wunderschönes Buch, tragikomisch, sehr menschlich und alles andere als unkritisch. Ich habe es verschlungen, mir ganz viele Weisheiten mitgenommen und kann es wärmstens empfehlen. Unbedingt lesen!

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Heißer Tipp, sehr spannend!

In der Nacht von Lehane Dennis

Dennis Lehane ist bekannt für seine spannenden Romane. Jetzt weiß ich auch, weshalb sie so beliebte und erfolgreich verfilmte Romanvorlagen sind! Schon das Buch liest sich wie ein Film, ab dem ersten Absatz startet das Kino im Kopf.
Bisher habe ich noch keinen Roman von ihm gelesen, weil seine Themen eigentlich nicht in meine Präferenzen fallen, aber ich bin sehr glücklich darüber, dass ich für diese Leserunde ausgewählt wurde und meinen ersten Lehane gelesen habe.

Vom ersten Wort an, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen und war rundherum begeistert.
Joe ist ein kleiner Krimineller aus Boston, auch wenn er sich als Gesetzlosen bezeichnet, was für ihn einen riesigen Unterschied macht. Die Handlung beginnt mit dem Ende: Er sitzt mit den Beinen in Beton auf einem Frachter und soll jeden Moment über Bord geworfen werden. Wie es dazu kam, begann zehn Jahre früher. Und nun wird die Vorgeschichte von diesem Moment an aufgerollt.
Joe verliebt sich bei einem Überfall in Emma Gould, die dummerweise auch vom Gangsterboss Albert White geliebt wird. Das trägt ihm natürlich nicht dessen Sympathien ein. Joe landet im Gefängnis, Emma ist tot. Im Gefängnis, eine harte Lehrzeit, macht sich Joe den Obergangster Maso Pescatore zum Freund. Als er entlassen wird setzt ihn dieser in Florida ein, wo er die Geschäfte verbessern soll.
Joe ist erfolgreich, er rächt sich an Albert White, indem er ihn durch geschickte Schachzüge ausbootet und die Brennerei, den Schmuggel und die ganze Unterwelt in seine Hand bringt. Obwohl er nach Emma gedacht hatte, nie wieder lieben zu können, lernt er hier auch seine große Liebe Marciela, eine Kubanerin, kennen. Fette Jahre relativer Stabilität folgen, doch dass das im Gangstermilieu mit seinen vielen Psychopathen nicht so bleiben kann, ist klar.
Genau nach jenem Tag als Joe entdeckt hat, dass Emma lebt und in Kuba ein Freudenhaus führt, überschlagen sich die Ereignisse. Joe fällt bei Maso in Ungnade, weil er zu ?schwach? ist und nicht alle Probleme mit Mord löst. Als Joe sich weigert seinen Freund Dion zu töten kommt es zum Gemetzel. Joes Leibwächter werden vor seinen Augen erhängt, seine Leute wie Hasen abgeknallt und Joe findet sich auf dem Kutter wieder. Das war?s dann also.
Oder auch nicht! Joe hat seine Leute gut behandelt, Masos Leute haben nicht alle erwischt und so gelingt es ihnen, Joe zu befreien und Maso auszuschalten. Joe arrangiert sich mit Masos Oberboss, setzt Dion als Chef in Florida ein und geht nach Kuba. Er beginnt, Tabak anzubauen und genießt das Leben mit Marciela und seinem Sohn Tomas.
Bei einem Besuch in Florida, Marciela soll für ihr soziales Engagement geehrt werden, geraten sie in einen Kugelhagel. Keiner der Gangsterbosse ist dafür verantwortlich, sondern der verrückte Vater eines Mädchens, der ihnen die Schuld am Absturz seiner Tochter und deren grausigen Selbstmord gibt. Joe und Tomas bleiben unverletzt, doch Marciela wird tödlich getroffen. Joe muss für die Gewalt, die er selbst ausgeübt hat, mit dem Teuersten bezahlen, das es für ihn gibt! Dem Leben seiner Frau.
Ein trauriger, aber dennoch wunderbar gelungener Schluss. Ein Buch, bei dem mir nichts einfällt, was ich negativ bewerten könnte. Sprache, Rhythmus, Handlung, historischer Hintergrund, Charaktere, Schluss,? Einfach perfekt! Und sehr empfehlenswert!

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Beste Unterhaltung auf Englisch!

In der Nacht von Lehane Dennis

Die rote Reihe ist eine geniale Erfindung des Reclam-Verlages. Originaltexte mit Vokabelhilfen in unterschiedlichen Sprachen.

Shakespeare in Love ist das Drehbuch von Marc Norman und Tom Stoppard zum gleichnamigen, mehrfach mit Oscar ausgezeichneten Film. Wenn man den Film kennt oder auch wenn man es gewohnt ist Theaterstücke oder Drehbücher zu lesen, ist es ein großes Lesevergnügen.

Allerdings könnte ich mir vorstellen, dass RomanleserInnen weniger begeistert sind.

Erzählt wird die fiktive Liebesgeschichte zwischen Will Shakespeare, der gerade eine Schreibblockade hat und wie immer in Geldnöten steckt und einer jungen Adeligen, Viola De Lesseps. Sie liebt das Theater und schleicht sich als Junge verkleidet als Schauspieler in die Truppe und verliebt sich Hals über Kopf in Will.
Sie werden ein Liebespaar. doch wie auch in den Shakespearestücken gibt es viele Verwirrungen und Irrungen. Am Ende schreibt Will wieder, unter Violas Liebe entsteht Romeo und Julia. Trotz aller Hindernisse kommt es zur Aufführung, mit Viola als Julia.

Doch kann diese Liebe funktionieren? Ein armer Poet und eine wohlhabende junge Adelige? Um das herauszufinden: Lesen oder den Film ansehen!

Wunderbarer Text, ganz viel Theater im Theater, viele Szenen aus Romeo und Julia und anderen Stücken, die sich mit der Filmhandlung verbinden und eine gelungene Parodie auf Shakespeares Stücke. I really loved it!

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Beeindruckendes Debut!

Fünf Kopeken. von Stricker Sarah

Im Mittelpunkt dieses Romans steht eine Frau, deren Name nie erwähnt wird. Nachdem ihre Geschichte von ihrer Tochter Anna erzählt wird, heißt es immer nur ?Meine Mutter?.

Sie wurde als Tochter eines pfälzischen Kaufmanns und Generals mit ehrgeizigen Plänen geboren. Hässlich war sie, aber in sehr vielen Bereichen hochbegabt.

Der Großvater nahm ihre Erziehung in die Hand, die hauptsächlich darin bestand, sie zu fördern, zu fordern, aber alles mit wenig Liebe und Anerkennung. Hilflos stand die Großmutter daneben und jammerte und litt.

Die Mutter funktionierte und ihr kurzer Versuch, sich auf eigene Beine zu stellen, als ihre Eltern nach Berlin gingen, misslang. Bald folgte sie ihnen nach Berlin, brillierte im Studium und wurde die wichtigste Kraft im Kleiderhaus ihres Vaters und zog auch noch einen Schwiegersohn an Land, der sich perfekt in das System der Familie einfügte.

Den Rahmen der Handlung bildet ihre Krebserkrankung. Während es ihr immer schlechter und schlechter geht und sie von ihrer Tochter gepflegt wird, legt sie eine Art Lebensbeichte ab und erzählt zum ersten Mal von einer Zeit, in der sie auszubrechen versuchte und eine ganz andere war. Sie verliebte sich auf den ersten Blick in den russischen Kellner Alex, der im selben Haus wohnte und verstrickte sich in ein Netz aus gewalttätigem Sex, Lügen und dem Gefühl, endlich die Liebe gefunden zu haben.

?Fünf Kopeken? von Sarah Stricker ist ein großartiger Roman. Wie die Autorin Sprache verwendet ist einfach faszinierend und schön. Ganz im Gegensatz dazu steht die ziemlich harte, oft nicht nachvollziehbare Geschichte, die sie auf diese Weise erzählt. Manchmal wird es richtig abstoßend! Und dennoch kann man sich der Faszination des Buches nicht entziehen. Meiner Meinung nach ein völlig zu Recht gelobtes und ausgezeichnetes Debut. Die Autorin werde ich im Auge behalten!

Sehr gelungen finde ich auch das Cover, für mich als ehemalige Buchhändlerin ein nicht unwichtiger Faktor für den Erfolg eines Buches!

Negativ aufgefallen sind mir leider viele Fehler. Ich habe sie nicht mitdokumentiert, aber ich finde schon, dass sie das Lesevergnügen trüben! Schade bei einem tollen Verlag wie Eichborn.

Dennoch ein großartiges Buch, das ich weiterempfehlen werde und für das ich schon ein paar Interessenten habe.

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Leseerlebnis für große und kleine Menschen!

Stella Menzel und der goldene Faden von Holly-Jane Rahlens


?Es lebte einmal ein Mädchen namens Stella Alisa Menzel, das besaß ein ziemlich großes Stück verzauberten Stoffes.?

Mit diesen Worten beginnt und endet dieses wunderbare Kinderbuch. Das verzauberte Stück Stoff aus blauem Seidensatin mit silbernen Sternen und Schneeflocken bestickt und einem goldenen Faden zusammen genäht erzählt die Geschichte von Stellas Familie und begleitet sie durchs Leben.

Einst ein Geschenk ihrer Großmutter zu Stellas Geburt wird das blaue Stück Stoff zu Stellas Lieblingsdecke, der sie sogar einen Namen gibt: Schneestern.

Doch eines Tages wird die Decke beim Spielen von zwei Hunden zerfetzt. Eine Tragödie! Wenn da nicht Oma Josephine wäre. Erstens erzählt sie die Geschichte der Decke, die 1919 in St. Petersburg beginnt, außerdem zaubert sie aus der kaputten Decke ein Kleid! Das Kleid bleibt lange Zeit Stellas Lieblingskleid, bis es wieder zu einem Unglück kommt. Wieder rettet Oma Josephine die Situation. Sie erzählt die Geschichte der Decke, die auch die Geschichte von Stellas Familie ist und zaubert aus dem Kleid eine Weste.
Was Oma Josephine noch alles aus dem blauen, bestickten Stoff zaubert und wie am Ende auch Stellas Mama Isabel ihre Lektion lernt und plötzlich aus nichts etwas macht, das wird in dieser schönen Geschichte erzählt.

Voller historischer Informationen, die in die Geschichte rund um Stellas Familie verpackt sind, wunderschön illustriert und einfach ein Genuss! Ein Kinderbuch, das alles andere als kindisch ist und auch für Erwachsene ein richtiges Leseerlebnis!

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Berührende Geschichte!

So it goes. von Tucker Michael

Herbie Aaron und seine Frau waren ein schillerndes, berühmtes Paar der Theaterwelt. Sie bewegten sich in der Welt der Reichen und Schönen, experimentierten mit ihrer Sexualität und waren doch immer ein Liebespaar. Als Annie an Krebs stirbt, verliert Herbie den Boden unter den Füßen.
Was so tragisch klingt, wird trotzdem zu einem wunderbaren, romantischen, kleinen, aber sehr feinen und dichten Roman.

Nach einem Tag im Krankenhaus bei seiner Frau lernt Herbie Olive in einer Bar kennen. Sie kellnert dort, um sich das Leben zu finanzieren, in Wirklichkeit ist sie eine begabte Schauspielerin. Er muss sie Annie vorstellen, denn er weiß, sie wird begeistert von ihr sein. Olive hilft Herbie in der schmerzhaften Zeit, doch Annie gewinnt sie sofort lieb und in ihren letzten Tagen setzt sie alles daran, Olive zu coachen und sie auf den Weg des Schauspiels zu bringen.
Teil dieses kleinen Mikrokosmoses sind auch noch Candy, Annies und Herbies Tochter und Billy, eine Golflehrerin mit harter Schale und weichem Kern. Gemeinsam versuchen sie irgendwie, mit Annies Sterben umzugehen.
?So it goes? (der englische Titel ?After Annie? gefällt mir wesentlich besser!) ist ein wunderschöner, berührender Roman über die Liebe, Freundschaft, Familie und die immer wieder faszinierende Welt des Theaters.

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Spannendes Lesefutter!

Todesengel. von Eschbach Andreas

Der Pensionist Erich Sassbeck wird nach einem Besuch bei seiner Schwiegertochter und seinem Enkel brutal am Bahnsteig der U-Bahn zusammengeschlagen. Die Täter kennen kein Pardon und als er schon denkt, dass das wohl das Ende sei, wird es plötzlich hell. Eine leuchtende engelähnliche Gestalt erschießt beide Täter und ist so schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht ist.

Doch keiner glaubt Erich Sassbeck, im Gegenteil, als ehemaliger DDR-Grenzposten gerät er sofort in Verdacht, die Jugendlichen erschossen zu haben.

Weitere Vorfälle, die anfangs allerdings noch vertuscht werden sollen, treten auf. Man spricht von einem Todes- oder Racheengel, die Opfer von Gewalt und Überfällen in letzter Sekunde rettet, indem er die Täter kaltblütig erschießt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt und tappt im Dunklen. Was haben die aktuellen Vorfälle außerdem mit dem alten Fall Holi zu tun, bei dem der Geschäftsmann Holi vier Jugendlichen half, die um ihr Geld erpresst wurden und dann deshalb selber von den Tätern brutalst erschlagen wurde.

Der Aufbau des Buches ist genial, spannend und mitreißend. Ein richtiger Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen kann. Besonders gut gefallen hat mit die Szene, als David Mann überfallen wird. Es geht weiter mit einer Aufzählung aller Verletzungen. Aber nicht er hat sie erlitten, sondern seine Angreifer. David Mann als Krav Maga Trainer konnte sich erfolgreich wehren. Ein richtig schönes Aha-Erlebnis für mich als Leserin. Wunderbar ausgearbeitet fand ich auch die vier jugendlich Opfer des Falles Holi. Man sieht an ihnen, wie unterschiedlich Menschen mit Traumata umgehen. Victoria, die seither das Haus nicht mehr verlassen hat, Peter, der Pfarrer geworden ist, Ulrich, der die Geschehnisse erfolgreich verdrängt hat und Alex, der zum Perfektionisten wurde.

Der geniale Aufbau des Buches ist für mich gleichzeitig auch die Schwachstelle des Romans. Er ist für meinen Geschmack zu perfekt konstruiert, alle hängen irgendwie zusammen und jeder einzelne Strang wird bis zum Ende durcherzählt und was noch übrig bleibt am Schluss in einer Vorschau auch noch zu Ende gebracht. Die Liebesgeschichte zwischen Victoria und Ambick erinnert mich allzu sehr an: Und wenn sie nicht gestorben sind,?

Ich habe das Buch dennoch mit großem Vergnügen gelesen und kann es allen, die auf der Suche nach spannendem Lesefutter mit aktuellem Hintergrund sind nur wärmstens empfehlen. Mein Lieblings-Eschbach ist ?Todesengel? nicht geworden. Diesen Rang behält weiterhin ?Herr aller Dinge?.

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Wunderbares Jugendbuch!

Arthur oder Wie ich lernte, den T-Bird zu fahren. von Harvey Sarah N.

Arthur ist 95, er war früher ein weltbekannter Cellist, der die Frauen liebte, aber kein Glück mit seinen Ehefrauen hatte. Nr. 1 starb bei der Geburt ihrer Tochter und ließ ihn als todunglücklichen, alleinerziehenden Vater zurück, Nr. 2 verließ ihn, als Tochter Nr. 2 noch sehr klein war. Heute ist er nicht der Großvater, wie er im Bilderbuch steht, weise, liebevoll und nett, er ist grummelig, vergrault alle und bringt selten ein nettes Wort über die Lippen.

Royce ist 17 und Arthurs Enkel. Nach dem Umzug auf die andere Seite Canadas, eine Schnapsidee seiner Mutter Nina (übrigens Tochter Nr. 2), um Arthur nach einem Schlaganfall zu unterstützen, hat er noch keine Freunde und überlegt nur, wie er möglichst schnell wieder zurückkommt. Ein gut bezahlter Sommerjob, um sich mit dem Geld ein eigenes Auto leisten zu können, kommt da wie gerufen. Selbst wenn das heißt, sich um den missmutigen Arthur kümmern zu müssen.
Nachdem ihm Arthur seinen schönen, alten, schwarzen T-Bird gezeigt hat und ihn sogar damit fahren lässt, beginnt Royce sich mit dem Alten anzufreunden.

Eines meiner Lieblingszitate aus dem Buch stammt von einer dieser Fahrten: ?Wären wir Darsteller in einem Film, würden Arthur und ich gemeinsam über Land fahren, ich würde von seiner reichen Lebenserfahrung profitieren und er von meiner Lebenslust.?

Die Hollywoodphantasien gehen auch mit mir als Leserin durch! Im Kopf erzähle ich schon die Geschichte zu Ende. Sie besuchen gemeinsam mit dem T-Bird Royces alte Freunde, Royce entdeckt sein musikalisches Talent und sein Großvater findet wieder Lebensfreude, indem er ihn unterrichten kann. ?und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

So läuft das Leben aber nicht. Und damit auch nicht die Geschichte von Royce, Arthur und Nina. Aber der Autorin gelingt es, die Geschichte genau so liebevoll und menschlich zu Ende zu bringen, wie sie sie begonnen hat. Mehr wird hier nicht verraten!

Arthur oder Wie ich lernte den T-Bird zu fahren ist ein Buch, bei dem einfach alles stimmt, angefangen vom Titel über Cover und natürlich die Geschichte. Auch sprachlich hat es mir sehr gut gefallen, im Gegensatz zu anderen Jugendbüchern, bei denen es nur um eine spannende Story geht, wurde hier auch sehr sorgfältig erzählt. Ich habe den Roman in kürzester Zeit verschlungen, musste dabei lachen und weinen und habe die Charaktere richtig lieb gewonnen. Beeindruckt hat mich auch, wie differenziert die Autorin ihre ProtagonistInnen zeichnet. Kein schwarz-weiß, sondern ganz viele Schattierungen. Sie sind einfach menschlich, mit ihren guten und schlechten Seiten.

Alles in allem, ein wunderbares, sehr empfehlenswertes Buch nicht nur für Jugendliche!

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Was wäre, wenn...

Die Unvollendete. von Atkinson Kate

Ursula Todd wird mit einer besonderen Gabe geboren. Manche Episoden ihres Lebens kann sie mehrmals leben und damit den Lauf ihres Schicksals, ihrer Freunde und ihrer Familie ändern. Doch wird dadurch das Leben leichter, glücklicher, besser?
Diese Frage wird im neuen Roman von Kate Atkinson nicht beantwortet, denn manche Änderungen bedeuten mehr Glück für den einen, aber ein anderes Unglück kann dadurch nicht verhindert werden.

Die Zeitsprünge sind perfekt getimet, nicht zu lang, nicht zu kurz. Und trotz der episodenhaftigkeit des Romans, ist es nicht schwierig, dem roten Faden zu folgen. Erzählt wird in einer Zeitspanne von 1910 bis in die späten 60er-Jahre, eine ereignisreiche und schicksalhafte Zeit ohnehin. Darin bewegen sich die Leben Ursula Todds und ihrer bunten Familie.
Ein wunderbarer Roman, den man nicht mehr aus der Hand legen kann! Ich habe ihn in kürzester Zeit verschlungen und habe schon jetzt eine ganze Menge Leute im Kopf, denen ich ihn empfehlen und schenken werde!

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