Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Wunderbar warmherzig und ehrlich
Das Rosie-Resultat von Simsion Graeme
Inhalt:
Don Tillman ist mittlerweile 52 Jahre alt und seit 13 Jahren mit Rosie liiert. Die beiden sind Eltern des 11-jährigen Hudson. Hudson, der seinem Vater in vieler Hinsicht frappierend ähnelt, bekommt immer wieder Schwierigkeiten in der Schule, was Dons Vater-Instinkt auf den Plan ruft. Er schmeißt seinen Job als Professor und widmet sich fortan der Weiterentwicklung seines Sohnes …
Meine Meinung:
Ich mochte die beiden ersten Bände dieser Reihe sehr und war recht überrascht, als ich von einem dritten hörte.
Da stand für mich sofort fest, dass ich diesen auch lesen muss, und ich wurde nicht enttäuscht.
Eigentlich müsste der Roman „Das Hudson-Projekt“ und nicht „Das Rosie-Resultat“ heißen, denn es geht vor allem um Don und Hudson. Rosie tritt hier ein wenig in den Hintergrund gegenüber den anderen Bänden, verschwindet aber nie ganz und bringt Don auch immer wieder auf Linie.
Graeme Simsion erzählt wieder sehr warmherzig und offen von seinem speziellen Protagonisten Don Tillman, der sich und seinen Mitmenschen nicht eingestehen will, dass er „im Spektrum“ ist, also Autist. Don hat sich seit dem 1. Band stark weiterentwickelt und tut dies auch hier noch. Trotzdem behält er seine unverwechselbare Art, für die man ihn einfach mögen muss.
Herrlich die Szenen, wenn er Hudson Sozial- oder sportliche Kompetenzen beibringen will, was in vielen Fällen von vornherein zum Scheitern verurteilt scheint. Doch Hudson löst seine Probleme auf seine Weise und mit Unterstützung vieler Menschen. Im Endeffekt profitiert auch Don davon.
Von diesen beiden, aber auch von Rosie, kann man so viel lernen in Bezug auf Toleranz und Empathie, Ehrlichkeit und Mut.
Fazit:
Ein warmherziger Roman mit tollen Protagonisten, von denen sich jeder eine Scheibe abschneiden sollte, ein Plädoyer für Toleranz und Menschlichkeit und gegen Vorurteile. Absolut lesenswert!
Wie deprimierend!
Die Dunkelheit deiner Seele von Kate S. Stark
Inhalt:
Lenora Hagen hat eine schlimme Vergangenheit hinter sich. Mit dem Stipendium an der Akademie Dunkelfelsen, wo sie Kreatives Schreiben studiert, scheint sich ihr Leben endlich zum Besseren zu wenden. Doch die Begegnung mit Kilian, der sie stets mit einem mörderischen Blick betrachtet, wirft Lenora immer wieder aus der Bahn.
Bis eines Tages ihr Leben in Gefahr ist …
Meine Meinung:
Besonders das tolle Cover, aber auch der Klappentext, sprachen mich direkt an und suggerierten eine spannende und interessante Story. Weit gefehlt! Ich hatte mich auf dieses Buch gefreut und wollte es wirklich mögen - es ist mir leider nicht gelungen. Ich musste mich geradezu zum Weiterlesen zwingen.
Beide Protagonisten - Lenora und Kilian - waren mir so was von egal. Ich kam ihnen einfach nicht nahe. Lenora jammert die ganze Zeit rum, zweifelt an allem und jedem, kann sich nicht entscheiden, ist wankelmütig und wütend, wütend, wütend. Die Wörter „Wut“ oder „wütend“ kommen ca. 60 Mal in diesem Roman vor! Ich fand das so deprimierend. Dazu trug auch Kilian mit seinen bösen Blicken und fiesen Handlungen bei, für die ich keinen Grund erkennen konnte.
Es gelang mir während der ganzen Lektüre an kaum einer Stelle, die Handlungen und Gefühle der Protagonisten nachzuvollziehen. Es werden immer nur sehr viele Andeutungen gemacht, aber es gibt keine vernünftige Erklärung. Dabei ist die Romanhandlung sehr dürftig. Es passiert kaum etwas, außer dass die beiden Hauptpersonen sich gegenseitig das Leben schwermachen.
Auch der Schreibstil ist leider nicht wirklich grandios. Ich habe ihn eher als hölzern, dann wieder als schwülstig oder zu flapsig empfunden. Erzählt wird aus Lenoras Ich-Perspektive in der Gegenwart, was einen normalerweise mitten in die Story hineinzieht. Hier passiert das leider überhaupt nicht, vielleicht weil es gar keine richtige Story gibt und die „Helden“ nur nerven. Es gibt unheimlich viele Wiederholungen - irgendwie müssen die Seiten ja gefüllt werden. Zum Spannungsaufbau trägt das aber leider nicht bei.
Nachdem lange Zeit nicht viel passiert, kommt das Ende dann recht abrupt, ohne dass geklärt wurde, was in Lenoras Kindheit und Jugend genau geschehen ist und warum sie für Kilian gefährlich sein soll, wie es im Klappentext heißt.
„Die Dunkelheit deiner Seele“ ist der Auftaktband einer geplanten Trilogie. Die weiteren Bände werde ich mir sicher nicht antun.
Einfach schön
Dankbarkeiten von Delphine Vigan
Einfach schön
Inhalt:
Michèle Seld, genannt Michka, ist eine ältere Dame, der es immer schwerer fällt, allein in ihrer Wohnung zu leben. Nach einigen Stürzen und weil auch die sprachlichen Fähigkeiten immer mehr nachlassen, zieht sie in ein Pflegeheim um. Michka hat sich um das Mädchen Marie gekümmert, die im selben Wohnblock lebte und deren Mutter oft durch Abwesenheit glänzte.
Nun ist Marie eine junge Frau und kümmert sich um Michka. Auch Jerôme, der Logopäde, ist von der alten Dame fasziniert.
Meine Meinung:
Abwechselnd erzählt Delphine de Vigan aus der Sicht von Marie und aus der von Jerôme, wie sie die letzten Monate mit Michka erleben. Ihre Gespräche sind von Liebe, Zuneigung und Dankbarkeit erfüllt - in beide Richtungen. Michkas größte Dankbarkeit gilt allerdings einem Ehepaar, bei dem das kleine Mädchen während des Kriegs Unterschlupf fand. Zu gerne möchte sie diesen beiden selbstlosen Menschen dafür danken, dass sie ihr damals das Leben gerettet haben.
Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin den langsamen, aber steten Verfall Michkas. Immer mehr Wörter entfallen der Seniorin. Sie ersetzt sie durch ähnlich klingende oder lässt sie auch ganz weg. Was theoretisch lächerlich wirken könnte, da bei den Wortschöpfungen schon auch mal lustige Dinge herauskommen, empfand ich dennoch als ganz sachlich. Diese Gratwanderung ist Delphine de Vigan hervorragend gelungen. Auch die Übersetzerin Doris Heinemann hat hier sehr gute Arbeit geleistet.
Michkas Geschichte hat mich sehr berührt und am Ende auch zu Tränen gerührt. Man muss diese Frau einfach gern haben - ebenso wie Marie und Jerôme.
Spannend und gruselig
Bloom - Die Apokalypse beginnt in deinem Garten von Kenneth Oppel
Inhalt:
Nach einem heftigen und anhaltenden Regen beginnt auf der ganzen Welt schwarzes Gras zu sprießen, gegen das alle Menschen hochgradig allergisch reagieren. Alle? Nein, die drei Jugendlichen Anaya, Petra und Seth sind immun. Ihnen geht es sogar besser als vorher, denn ihre ursprünglichen Allergien sind plötzlich weg.
Doch die schwarzen Pflanzen drohen den ganzen Planeten kaputt zu machen und alles zu überwuchern. Sie greifen sogar Tiere und Menschen an …
Meine Meinung:
„Bloom. Die Apokalypse beginnt in deinem Garten“ ist der Auftaktband einer Trilogie.
Kenneth Oppels Schreibstil ist klar und schnörkellos, die Sätze relativ einfach und die Handlung ziemlich geradlinig. Für die Zielgruppe (Leser*innen ab ca. 12 Jahren) ist das absolut angemessen.
Nach einer kurzen Einführung der Charaktere zu Beginn des Buchs entwickelt sich dann sehr schnell eine hohe Spannung, wodurch sich die Seiten fast von selbst umblättern. Die Gefahr ist direkt greifbar, es sterben auch Menschen, und die Beschreibungen sind zuweilen sehr drastisch und ein bisschen horrormäßig. Für zartbesaitete Kinder könnte das eventuell zu viel sein und für Albträume sorgen.
Die Entwicklung, die die Protagonisten durchmachen, wird nachvollziehbar dargestellt. Neben der drohenden Apokalypse haben sie es auch mit ganz normalen Teenagerproblemen zu tun.
Ich war voll und ganz begeistert von dieser Lektüre, bis der Ursprung des schwarzen Grases geklärt wurde. Es ist zwar plausibel, aber für meinen Geschmack zu wenig raffiniert.
Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der auf den Folgeband überleitet. Allzu fies finde ich ihn aber nicht, da man die Geschichte als relativ abgeschlossen betrachten kann, wenn man die letzte halbe Seite außer Acht lässt.
Ich habe Schorlaus Biss vermisst
Der freie Hund von Wolfgang Schorlau; Claudio Caiolo
Inhalt:
Commissario Antonio Morello wird zu seinem eigenen Schutz aus seiner Heimat Sizilien, wo er sich mit der Mafia angelegt hat, nach Venedig versetzt. Hier ist man von dem Süditaliener nicht allzu begeistert, und auch Morello kann sich mit der angeblich schönsten Stadt der Welt nicht anfreunden.
Als ein Student aus reichem Haus ermordet wird, muss Morello auch gegen den Widerstand aus den eigenen Reihen angehen.
Meine Meinung:
Als Fan von Wolfgang Schorlaus Dengler-Reihe freute ich mich auf das neueste Werk des Autors zusammen mit dem Italiener Claudio Caiolo. Leider konnte es mich nicht so sehr begeistern. Mir fehlte der frühere Biss Schorlaus - die Story wirkt ein bisschen weichgespült. Ein so großes Thema wie die Mafia hätte doch einiges mehr an Details und Tiefgang gebraucht. Auch die Kritik an den großen Kreuzfahrtschiffen und ihrer Bedeutung für Venedig hätte ich mir noch direkter und härter gewünscht.
Die Ermittlungen im Fall des ermordeten Studenten empfand ich als etwas lasch. Da nimmt Morellos Privatleben fast mehr Raum ein. Es mag sein, dass dies der Einführung der Person in diesem Auftaktband der Krimi-Reihe geschuldet ist und in den weiteren Bänden besser wird. Ich hoffe es zumindest.
Der Schreibstil ist recht einfach. Die Sätze sind meist kurz und klar, durchzogen von einigen italienischen - zum Teil nicht übersetzten - Ausdrücken und Flüchen.
Insgesamt wurde ich gut unterhalten und fühlte mich auch direkt nach Venedig versetzt, wo ich allerdings zugegebenermaßen noch nie war. Auch wenn mich „Der freie Hund“ nicht hundertprozentig überzeugen konnte, werde ich einem Nachfolgeband sicher noch mal eine Chance gegen.
Äußerst unterhaltsam, aber auch tiefgründig
Wenn das Schicksal anklopft, mach auf von Roger Marie-Sabine
Inhalt:
Fleur, 76 Jahre alt, ist eine hochgradige Soziophobikerin. Am liebsten würde sie sich nur noch mit ihrem geliebten Mops Mylord in ihrer Wohnung verkriechen.
Die 29-jährige Harmonie leidet am Tourette-Syndrom. Schräge Blicke und Ablehnung seitens ihrer Mitmenschen sind ihr bei allen Unternehmungen sicher.
Wie zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Frauen eine grandiose Freundschaft entsteht, die beide ein Stück weit aus ihrer Isolation holt, erzählt dieser Roman.
Meine Meinung:
Marie-Sabine Roger erzählt einfach wunderbar warmherzig, und zwar abwechselnd aus der Sicht von Harmonie und Fleur, was sich auch im Schreibstil bemerkbar macht. In Harmonies Passagen tauchen immer wieder unvermittelt Schimpfwörter und sinnlose Laute auf, oft gibt es eine Aneinanderreihung von Gedankenfetzen ohne Kommata. Dadurch kommt recht deutlich zutage, wie die junge Frau empfindet, wie gehetzt sie sich oft fühlt.
Die Teile aus Fleurs Perspektive sind ihrem Tagebuch entnommen. Naturgemäß drückt sie sich dabei viel gewählter aus als Harmonie, schreibt zuweilen aber etwas abschweifend, wie es eben ihrem Alter entspricht.
Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mit Harmonie und Fleur über Grenzen hinweg zu gehen und sie beim Knüpfen ihrer wunderbaren Freundschaft zu begleiten. Über viele Sätze musste ich einfach schmunzeln, aber nicht weil sie lächerlich sind, sondern weil ich viele von den Eigenheiten, die diesen „Außenseitern“ zugeschrieben werden, auch bei mir erkenne. Dabei leide ich weder an Tourette noch an Soziophobie ;-) Und genau darum geht es hier: Man sollte Menschen nicht in irgendwelche Schubladen einsortieren, sondern sie einfach so akzeptieren, wie sie sind. Das ist für alle bereichernd.
„Die Unterschiede nicht leugnen, was bringt das schon, Karos werden nie wie Streifen aussehen. Man sollte daraus seine Signatur, seine Originalität machen.“ (S. 159)
Fazit:
Ein warmherziger, tiefgründiger und lehrreicher Roman über das Anderssein und die Freundschaft.
Guter Anfang, guter Schluss
Gods of Ivy Hall, Band 1: Cursed Kiss von Falk Alana
Inhalt:
Erin studiert am Ivy Hall College, doch sie ist keine normale Studentin. Wie die anderen jungen Frauen in ihrem Verbindungshaus ist sie eine Rachegöttin, die Hades, dem Gott der Unterwelt, einmal pro Woche eine Seele abliefern muss. Doch Erin ist damit nicht wirklich glücklich. Sie tut das nur, um ihre Schwestern zu schützen.
Schwierig wird es, als sie sich in Arden verliebt, denn es ist klar, dass sie ihn nie küssen kann. Durch den Kuss würde sie auch ihm die Seele rauben.
Meine Meinung:
Alana Falk kann schreiben. Das habe ich bei ihren anderen Werken schon gesehen, und auch hier gibt es sprachlich praktisch nichts zu meckern. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Erzählung erfolgt abwechselnd aus den Perspektiven von Erin und Arden - das ist ebenso gut gelungen. Auch die Idee zu dieser Geschichte ist interessant und spannend, doch die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen.
Nach einem dynamischen und spannenden Anfang, flacht der Roman im Mittelteil schwer ab. Die Handlung dreht sich ständig im Kreis und kommt nicht recht voran. Die Protagonisten denken immer wieder dieselben Gedanken und versinken in Selbstmitleid, anstatt mal eine Entscheidung zu treffen, welche auch immer. Auf Dauer hat mich das ein wenig gelangweilt und genervt. Ich fühlte mich als Leserin nicht wirklich ernst genommen.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich dabei wenigstens schön langsam und nachvollziehbar, nimmt aber für meinen Geschmack einen viel zu großen Raum ein. Mir hätte es besser gefallen, wenn die Mythologie mehr thematisiert worden wäre.
Der Schluss konnte mich dann wieder überraschen. Mit einer solchen Wendung habe ich nicht gerechnet. Auch wenn das Buch recht offen endet, ist es kein fieser Cliffhanger. Und alle, die gerne weiterlesen wollen, können sich freuen, denn Band 2 soll schon im August 2020 erscheinen.
Fazit:
Guter Anfang, guter Schluss. Dazwischen viele Längen, ohne dass die Handlung groß vom Fleck kommt. Ganz viel Gefühl, eher wenig Mythologie.
Leider nur mittelprächtig
Freefall Die Wahrheit ist dein Tod von Barry Jessica
Inhalt:
Allison Carpenter stürzt mit dem Flugzeug in den Rocky Mountains ab. Der Pilot und einzige andere Insasse ist tot. Doch Ally wird verfolgt und muss um ihr Leben fürchten.
Währenddessen erhält Allys Mutter Maggie in Maine die Nachricht, dass ihre Tochter bei dem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist.
Doch sie hat erhebliche Zweifel daran und beginnt nachzuforschen, wodurch auch sie in tödliche Gefahr gerät.
Meine Meinung:
Die ersten etwa 200 Seiten dümpeln leider nur gemächlich vor sich hin. Sie erinnern eher an eine Familiengeschichte als an einen Thriller. Die Spannung liegt hier nur wenig über dem Nullpunkt.
Zudem fand ich einige unlogische Ereignisse ziemlich ärgerlich. Obwohl Allisons Leiche nicht gefunden wird, wird sie kurz darauf schon für tot erklärt. Hallo??? Jim Quinn, ein mit Maggie befreundeter Polizist, will sie mit aller Macht vom Tod ihrer Tochter überzeugen, obwohl noch gar nicht groß nach einer Leiche gesucht wurde, geschweige denn eine gefunden - außer der des Piloten. Oder: Ally schneidet sich die Haare ab, ganz nah an der Wurzel. Ein paar Seiten später kämmt sie sich die Haare.
Davon abgesehen fand ich die zweite Hälfte des Buches sehr spannend. Auch die Erzählung in zwei Haupterzählsträngen (Ally und Maggie) gefiel mir gut. Ally, die um ihr Leben läuft. Maggie, die herauszufinden versucht, was wirklich geschehen ist. Kurze Einschübe aus Sicht der Bösen runden das Ganze ab.
Fazit:
Man braucht schon viel Geduld, bis die Handlung richtig Fahrt aufnimmt. Außerdem ist Toleranz gefragt, damit man einige unlogische Details ignorieren kann und sich nicht daran stört.
Im Großen und Ganzen ein recht mittelmäßiger Thriller.
Spannender Thriller zwischen Schweden und Chile
Feuerland von Pascal Engman
Inhalt:
Ein Stockholmer Juweliergeschäft wird überfallen, zwei reiche Männer werden entführt. Kommissarin Vanessa Frank ermittelt inoffiziell, da sie zur Zeit vom Dienst suspendiert ist. Um die Zeit totzuschlagen, hilft sie außerdem in einem Flüchtlingsheim, wo sie die junge Natasja betreut.
Doch eines Tages sind das Mädchen und seine Freundin spurlos verschwunden.
Chile. In der Clinica Bavaria, einer Klinik der Colonia Rhein, werden hauptsächlich Organtransplantationen vorgenommen. Dazu werden Kinder nach Chile verschleppt. Der Deutsche Don Carlos regiert die Colonia Rhein als allmächtiger Tyrann.
Meine Meinung:
Mit „Feuerland“ hat Pascal Engman einen spannenden Auftaktband seiner neuen Thriller-Reihe um die schwedische Kriminalkommissarin Vanessa Frank vorgelegt. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Dazwischen liegen viele überraschende Wendungen, aber auch brutale und blutige Szenen. An einigen Stellen können einem schon Zweifel kommen ob der überragenden Fähigkeiten der Protagonisten. Dann wieder wirken sie mit ihren Ecken und Kanten ganz menschlich und authentisch und fordern die Sympathien der Leserschaft ein.
Die verschiedenen Szenenwechsel haben mir gut gefallen, erhöhen sie doch die Spannung noch zusätzlich und animieren stets zum Weiterlesen.
Zuweilen hatte ich leichte Probleme mit den Handlungsweisen der Figuren, die mir nicht immer logisch erschienen. Um nicht zu spoilern, möchte ich hier aber nicht weiter darauf eingehen. Allzu schlimm fand ich es nicht. Das Unlogische beginnt schon mit dem Titel des Buches, das mit Feuerland überhaupt nichts zu tun hat. Es wird lediglich erwähnt, dass der chilenische Handlungsort nördlich von Feuerland liegt.
Fazit:
Trotz kleiner Kritikpunkte eine spannende und unterhaltsame Lektüre, die leider auch aktuelle reale Missstände aufgreift und anprangert.
Fesselnder Genre-Mix
Echo des Schweigens von Markus Thiele
Inhalt:
Dem Strafverteidiger Hannes Jansen wird ein brisantes Mandat übertragen. Ein Polizeibeamter ist des Mordes an einem Senegalesen angeklagt, beteuert aber seine Unschuld. Kurz vor Prozessende gelangt Hannes an Informationen, die ihn an der Unschuld seines Mandanten zweifeln lassen.
Die Rechtsmedizinerin Sophie ist auf der Suche nach ihrem Vater, der ihre Mutter noch vor Sophies Geburt verlassen hat.
Sie muss sich dabei auch mit den dunklen Seiten ihrer Familiengeschichte auseinandersetzen.
Meine Meinung:
Markus Thiele ist nicht nur Autor, sondern auch Rechtsanwalt, und das merkt man diesem Roman durchaus an. Die juristischen Details werden hier glaubhaft dargestellt. Aufgrund der Buchbeschreibung hatte ich allerdings erwartet, dass der Fokus viel mehr auf dem Dilemma des Strafverteidigers liegt, der sich zwischen Recht und Gerechtigkeit entscheiden muss. Dies wird zwar schon thematisiert, kam mir aber ein bisschen zu kurz. Dies hätte Thiele gerne noch vertiefen können.
Dagegen hatte ich nicht damit gerechnet, dass Sophies Familiengeschichte eine so große Rolle spielt. Im Nachhinein hat mich das gefreut, denn es ist wirklich gut erzählt und gibt einen guten Einblick ins Dritte Reich, ohne allzu sehr ins Detail zu gehen.
Schließlich gibt es auch noch eine Liebesgeschichte, die zum Glück aber nicht dominiert.
Die Ereignisse in der Vergangenheit und in der Gegenwart werden klasse verknüpft, gibt es doch immer wieder Parallelen zwischen ihnen. Rechtes Gedankengut ist leider noch nicht ausgemerzt.
Markus Thiele versteht mit seinem klaren, ansprechenden Schreibstil zu fesseln. Die Figuren erwachen vor den Augen der Leserschaft zum Leben und wirken sehr authentisch. Ihre Handlungen sind gut nachvollziehbar. Thiele erzählt ruhig und niemals überstürzt.
Bisweilen wird dieses Buch als Thriller klassifiziert - das ist es definitiv nicht. Atemberaubende Spannung gibt es hier nicht, aber eine interessante und fesselnde Story auf jeden Fall.
Fazit:
Eine gelungene Mischung aus Justizdrama, historischem Roman und Liebesgeschichte.











