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Rezensionen von Lilli33:

Auch ohne Zack Herry ein toller Krimi

Verschollen in Palma von Kallentoft Mons

Auch ohne Zack Herry ein toller Krimi

Inhalt:
Vor drei Jahren flog die 16-jährige Emme mit zwei Freundinnen nach Mallorca. Doch dann verschwindet das Mädchen scheinbar spurlos. Ihr Vater, Tim Blanck, will und kann die Suche nicht aufgeben. Er zieht von Schweden nach Mallorca, wo er als Privatdetektiv arbeitet und nebenbei weiter nach seiner Tochter sucht.

Und endlich findet er im Verlauf eines aktuellen Auftrags auch eine Spur von Emme. Dabei tritt er einigen Leuten böse auf die Füße, was ihn selbst wiederum in große Gefahr bringt.

Meine Meinung:
Ich liebe Mons Kallentofts Reihe um Zack Herry und war gespannt, ob es auch ohne diesen charismatischen Protagonisten geht. - Es geht! Auch „Verschollen in Palma“ konnte mich sehr begeistern, zumindest ab etwa Seite 100. Davor plätschert die Handlung ein wenig vor sich hin, die Personen werden eingeführt und die Vorgeschichte erzählt. Klar, das muss alles sein, aber bei einem Krimi erwarte ich, dass das Verbrechen nicht erst nach einem Viertel des Buches passiert.

Ab diesem Zeitpunkt gibt es dann aber kein Halten mehr. Die Handlung geht rasant voran, die Spannung steigt enorm und bleibt dann auch hoch bis zum Schluss.

Tim war mir ungeheuer sympathisch. Dass seine Methoden manchmal nicht legal sind, kann ich ihm gut nachsehen. Seine Verzweiflung ob der Ungewissheit, was mit seiner geliebten Tochter Emme passiert ist, konnte ich schier mit Händen greifen. Dies schreibe ich dem ungewöhnlichen Schreibstil zu mit kurzen, abgehackten Sätzen und unmittelbaren Perspektiv- und Zeitenwechseln, die die innere Zerrissenheit des Protagonisten untermalen. Man muss sich schon konzentrieren, um am Ball zu bleiben und zu erkennen, wer hier gerade von wann erzählt. Dabei ist der Hauptteil aus Tims Perspektive in der Gegenwart, aber auch seine (Ex-) Frau Rebecka und Emme (in der Vergangenheit) kommen zu Wort.

Kallentoft zeichnet ein Bild von Mallorca, das so ganz anders ist als das in den Urlaubskatalogen. Sein Mallorca ist düster, korrupt und durchzogen von Verbrechen. Aber zum Glück gibt es auch ein paar gute Seelen, die Tim zur Seite stehen.

„Verschollen in Palma“ ist der 1. Band der Reihe mit Tim Blanck. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Bunte Rezeptauswahl, viele zusätzliche Informationen

Kinder backen mit Christina von Christina Bauer

Bunte Rezeptauswahl, viele zusätzliche Informationen

Christina Bauer lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und ihrem Schwiegervater auf dem Bramlhof im Göriachtal im Salzburger Lungau.

Nach „Backen mit Christina“, „Kuchen backen mit Christina“ und „Brot backen mit Christina“ gibt es nun ein neues Backbuch in dieser Reihe: „Kinder backen mit Christina“.

Wer sich nun fragt, wie man sich Kinder backen kann, den muss ich leider enttäuschen. Es sind mitnichten Rezepte enthalten, die das Herstellen von Kindern beschreiben. Nein, die Kinder sollte man schon selber mitbringen - und dann rein ins Backvergnügen.

Dabei ist dieses Buch kein einfaches Backbuch, sondern viel mehr. Neben 30 leckeren Rezepten (nicht nur Gebackenes, sondern auch Erdbeermarmelade, Jogurt, Eis und Popcorn) gibt es auch ganz viele Informationen rund um Lebensmittel und um das Leben auf dem Bauernhof. Und das meist in kindgerechten, einfachen Worten. So wird zum Beispiel erklärt, warum die Kuh Milch gibt und wie sie gemolken wird, wie Heu gemacht wird und welche verschiedenen Mehlsorten es gibt und vieles mehr. Auch die Experimentiertipps finde ich klasse. So kann man sich doch gleich viel besser vorstellen, was beim Backen passiert.

Die Rezeptauswahl ist natürlich auf Kinder zugeschnitten und nach Jahreszeiten geordnet. Ob putzige Laugenigel, saftige Karottenbrötchen, gesundes Vollkornbrot, süße Schokomuffins, leuchtende Sternenkekse, nahrhafte Müsliriegel - es fällt schwer, zu entscheiden, womit man anfangen soll, so lustig und lecker sieht alles aus. Die Rezepte sind alle ziemlich einfach, sodass ältere Kinder (fast) ganz allein in der Küche arbeiten können, aber auch für jüngere viel Mithilfe möglich ist. Alle Schritte werden gut und einfach erklärt. Bisher ist uns alles, was wir nachgebacken haben, ganz unkompliziert gelungen. Und geschmeckt hat es auch.

Das Buch ist mit ansprechenden Fotos bebildert, die den erklärenden Text unterstützen oder einfach Lust auf das leckere Essen oder auf das Leben auf dem Bauernhof machen.

So macht Backen mit Kindern sicher Spaß :-)

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Dupin in Saint-Malo

Bretonische Spezialitäten von Jean-Luc Bannalec

Dupin in Saint-Malo

Inhalt:
In Saint-Malo findet ein Polizeiseminar statt, zu dem Dupin verdonnert wurde. Drei Kommissare und die Präfekten der vier bretonischen Departements sollen die Zusammenarbeit untereinander voranbringen. Dies geschieht ganz unerwartet nicht im Klassenzimmer, sondern auf sehr spektakuläre Weise.

Vor Dupins Augen wird in den Markthallen eine Frau von ihrer eigenen Schwester ermordet. Diese schweigt beharrlich und die drei Kommissare nehmen gemeinsam die Ermittlungen auf. Intensiver kann die polizeiliche Zusammenarbeit nicht sein.

Meine Meinung:
Der Titel „Bretonische Spezialitäten“ weist schon darauf hin, dass diese eine große Rolle spielen. Neben den atmosphärischen Beschreibungen der Landschaft und diverser Speisen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, rückt der Kriminalfall zuweilen in den Hintergrund. Dies zeigt sich auch schon bei der Wortwahl: Während ich irgendwann aufgehört habe, „kulinarisch“ oder „lukullisch“ zu zählen, findet sich „kriminell“ oder „Kriminal“ nicht ein einziges Mal.

Trotzdem gefiel mir dieser Band wesentlich besser als der direkte Vorgänger, „Bretonisches Vermächtnis“, der noch mehr Reiseführercharakter hat. Im aktuellen Band fand ich den Kriminalfall doch sehr spannend, auch wenn die Ermittlungen zunächst nicht vom Fleck kommen wollen und es mehr Tote als Lösungsansätze gibt. Die Polizeiarbeit wird detailliert beschrieben (wenn es nicht gerade ums Essen oder um die Landschaft geht) und man fühlt sich beim Lesen, als wäre man mittendrin dabei. Zuletzt werden die verschiedenen Morde doch zu meiner Zufriedenheit aufgeklärt.

Auch wenn ich Nolwenn sehr mag, vielleicht sogar am meisten von allen Figuren dieser Reihe, fand ich es nicht schlimm, dass sie hier nur ganz selten mal telefonisch eingreifen kann und die drei Kommissare aus verschiedenen Departements fast ganz auf sich gestellt sind. Ebenso sind die historischen Einwürfe Riwals, die in manchem Band der Reihe schon überhandgenommen haben, hier zum Glück recht sparsam dosiert. Auch das Privatleben Dupins spielt kaum eine Rolle, befindet Claire sich doch gerade in Boston. Aus diesem Grund dürften sich auch Quereinsteiger in die Reihe gerade bei diesem Band sehr leichttun, da Vorkenntnisse nicht benötigt werden. Und vielleicht bekommen sie ja dann Lust, auch die ersten acht Bände zu lesen? Wundern würde es mich nicht.

Die Reihe:
1. Bretonische Verhältnisse
2. Bretonische Brandung
3. Bretonisches Gold
4. Bretonischer Stolz
5. Bretonische Flut
6. Bretonisches Leuchten
7. Bretonische Geheimnisse
8. Bretonisches Vermächtnis
9. Bretonische Spezialitäten

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Berührend, aber auch ein wenig kitschig

Pandatage von Gould-Bourn James

Berührend, aber auch ein wenig kitschig

Inhalt:
Vor einem Jahr starb Liz bei einem Unfall. Seitdem hat ihr mittlerweile elfjähriger Sohn Will kein Wort mehr gesprochen. Wills Vater Danny ist in seiner eigenen Trauer gefangen, versucht aber, Will die Mutter zu ersetzen, so gut er kann. Allzu gut ist das leider nicht, muss er doch schließlich auch noch für den Unterhalt sorgen.

Als ihm die Arbeit auf dem Bau dann auch noch gekündigt wird und der Vermieter ihn wegen Mietrückstands bedroht, versucht sich Danny als Straßenkünstler in Form eines tanzenden Pandas. Nur: Danny kann überhaupt nicht tanzen. Das Gute dabei: Will freundet sich mit dem Panda an und schüttet ihm sein Herz aus …

Meine Meinung:
„Pandatage“ ist wohl James Gould-Bourns erster Roman und man darf gespannt sein, was weiter aus seiner Feder kommen wird. Der Anfang ist auf jeden Fall vielversprechend.

Ich habe diese rührende Vater-Sohn-Geschichte sehr gerne gelesen, wobei ich nicht mit allen Figuren gleich warm wurde. Will und sein Freund Mo sind toll, ebenso die Stangentänzerin Krystal und der Straßenkünstler Tim, die Danny zur Seite stehen. Auch sein Freund Ivan konnte mich schnell für sich einnehmen. Nur mit dem Hauptcharakter Danny konnte ich relativ wenig anfangen. Sein Verhalten konnte ich oft überhaupt nicht nachvollziehen. Er wirkt wie ein Mann ohne jegliches Rückgrat, der sich beliebig von allen beschimpfen und herumschubsen lässt. Seine Naivität kennt scheinbar keine Grenzen. Allerdings versucht er wirklich mit allen Mitteln, das Vertrauen seines Sohnes wieder zu gewinnen, was ich ihm hoch anrechne, auch wenn er dabei praktisch alles falsch macht.

Der Schreibstil von James Gould-Bourn gefiel mir sehr gut. Er wirkt einfach und leicht zu lesen, was gut zu den Protagonisten, einem einfachen, naiven Mann und einem elfjährigen Kind, passt.

Die Geschichte ist einerseits rührend, andererseits auch gespickt mit Situationskomik. Diese Mischung ist toll, auch wenn es mir stellenweise etwas zu kitschig war.

Dieser Roman ist auf jeden Fall lesenswert und sorgt für ein paar unterhaltsame und emotionale Lesestunden.

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Ein komplexer Fall für Kommissar Dühnfort

Ich bin dein Tod (Ein Kommissar-Dühnfort-Krimi 9) von Inge Löhnig

Ein komplexer Fall für Kommissar Dühnfort

Inhalt:
Tino Dühnfort hat das K 11 verlassen und ist ins K 16 übergewechselt, die Abteilung für Operative Fallanalyse, wo er als Profiler, nicht mehr als Ermittler arbeitet. In Passau ist ein Doppelmord aufzuklären. Der Täter arbeitete sehr präzise und hinterließ praktisch keine Spuren.

Schon bald gibt es einen weiteren Mord in einer anderen bayerischen Stadt und Dühnfort entwickelt eine Theorie, der sich nicht alle Kolleg*innen anschließen wollen. So muss er nicht nur gegen den Täter, sondern auch gegen die eigenen Reihen ankämpfen, um den Täter zu entlarven und weitere Verbrechen zu verhindern.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 9. Fall für Kriminalhauptkommissar Konstantin Dühnfort. Man kann den Roman aber sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen.

Tino Dühnfort erweist sich wie immer als sympathischer Mensch und engagierter Polizist. Die Eingewöhnung in seinen neuen Arbeitsplatz fällt ihm noch schwer, denn seine Aufgabe ist es, die ermittelnden Kolleg*innen nur zu beraten, wenn die OFA angefordert wird, aber nicht selbst die Initiative zu ergreifen. Damit tut er sich umso schwerer, als nicht alle seinen Ansichten folgen wollen und er fürchten muss, dass der wahre Täter entkommen könnte.

Inge Löhnig versteht es, sehr spannend zu erzählen. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Der größte Teil wird aus Dühnforts Blickwinkel berichtet, aber auch der Täter und ein Opfer kommen zu Wort. So weiß die Leserschaft immer ein bisschen mehr als die Polizei. Der Spannung tut dies aber keinen Abbruch. Im Gegenteil - ich empfand dadurch sogar noch mehr Nervenkitzel, da es auch ein wenig ein Wettlauf zwischen Täter und Polizei war.

Auch wenn der Kriminalroman nicht unbedingt blutrünstig ist, ist er doch nichts für zartbesaitete Menschen, denn es kommen sehr üble Dinge zur Sprache. „Leider“ wirkt das Ganze ziemlich realistisch.

Fazit:
Für Fans der Reihe ist auch dieser Band ein absolutes Muss. Wer Dühnfort noch nicht kennt, kann hier getrost in die Serie einsteigen und wird danach wahrscheinlich auch die ersten Bände lesen wollen. ;-)

Die Kommissar Dühnfort-Reihe:
1. Der Sünde Sold
2. In weißer Stille
3. So unselig schön
4. Schuld währt ewig
5. Verflucht seist du
6. Deiner Seele Grab
7. Nun ruhet sanft
8. Sieh nichts Böses
9. Ich bin dein Tod

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Ganz unterhaltsam

Ans Vorzelt kommen Geranien dran von Renate Bergmann

Ganz unterhaltsam

Inhalt:
Renate Bergmann, 82 Jahre alt, vierfache Witwe, wohnhaft in Berlin-Spandau, will mit ihren Freunden Ilse und Kurt in Urlaub fahren. Die beiden wollen unbedingt campen, und so wird kurzerhand ein Wohnmobil gemietet und zu einem Campingplatz in Mecklenburg bugsiert. Hier verbringen die drei Oldies teils geruhsame, teils aufregende drei Wochen.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 14. Band mit Deutschlands wohl berühmtester Online-Omi. Ich kenne die ersten 13 Bände nicht, fand das aber nicht schlimm. Was man über Renate und ihre Freunde unbedingt wissen muss, wird hier noch einmal kurz gesagt.

Hinter dem Pseudonym Renate Bergmann verbirgt sich übrigens der Schriftsteller Torsten Rhode, der die Figur der Renate Bergmann zunächst für Twitter erfand.

Es wird komplett aus Renates Sicht erzählt. Ihre Sprache fand ich gewöhnungsbedürftig. Vieles schreibt sie, wie man bzw. sie es spricht, zum Beispiel „Händi“ oder „Schemie“. Dies war für mich recht anstrengend zu lesen und nach den ersten Malen auch nicht mehr wirklich witzig, zumal es nicht ganz konsequent durchgezogen wird. So hat sich zum Beispiel ein „Chemiebaukasten“ eingeschlichen, der ja eigentlich „Schemiebaukasten“ heißen müsste.

Gut gefallen hat mir, dass die Leserschaft immer wieder direkt angesprochen wird. So kann man eine schöne Nähe zu der alten Dame entwickeln, die einem leicht ans Herz wachsen kann.

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Eine charmante Oldie-Truppe

Mord in Sunset Hall von Swann Leonie

Eine charmante Oldie-Truppe

Inhalt:
Sunset Hall ist das Heim einer skurrilen Seniorengruppe. Agnes, Edwina, Bernadette, Lilith, Winston und der Marschall haben sich zusammengetan, um auch im Alter selbstbestimmt zu leben und nicht einem Pflegeheim zu enden. Zwar machen ihre verschiedenen Gebrechen ihnen das nicht leicht, doch sie ergänzen sich immer wieder gut und wursteln sich durch den Alltag.

Kompliziert wird es, als Lilith erschossen im Schuppen liegt und die Polizei auftaucht, und noch komplizierter, als es weitere Morde gibt. Doch unsere Helden haben nicht umsonst eine Vergangenheit bei der Polizei oder beim Geheimdienst. Die Ermittlungen in den Mordfällen überlassen sie ganz bestimmt nicht den Jungspunden von der Polizei!

Meine Meinung:
Im Gegensatz zu „Glennkill“ oder „Gray“ ist „Mord in Sunset Hall“ kein Tierkrimi, wenngleich es kurze Passagen aus der Perspektive der Schildkröte Hettie gibt. Aber der weitaus überwiegende Teil ist aus Agnes’ Sicht geschildert. Die alte Dame ist aufgrund ihres Hüftleidens nicht mehr gut zu Fuß. Entsprechend langsam geht die Geschichte voran. Das war aber auch schon das Einzige, was mich hier ein bisschen störte.

Ansonsten fühlte ich mich glänzend unterhalten von einer unerwartet komplexen Handlung mit viel Wortwitz und trockenem bis schwarzem Humor sowie einer Sammlung wunderbar charmanter Protagonist*innen, die ich ruckzuck in mein Herz geschlossen habe, samt Schildkröte Hettie und Wolfshund Brexit.

Jeder der Senioren hat sein Päckchen zu tragen, ob er/sie nun blind, gehbehindert oder übermäßig vergesslich ist. Gerade auch die zuweilen auftretende geistige Verwirrung bringt Spannung ins Spiel, da man als Leser nicht weiß, ob etwas tatsächlich so passiert ist oder ein erzähltes Ereignis auf Einbildung beruht.

Die letzten etwa hundert Seiten arbeiten auf den Showdown hin. Hier wird es super spannend. Sämtliche Todesfälle werden aufgeklärt, wobei mich Leonie Swann gut überraschen konnte.

Fazit:
Ein warmherziger Cosy Krimi um eine skurrile Senioren-WG, deren Mitglieder manchmal recht unorthodoxe Ansichten von Recht und Ordnung haben. Leichte Spannung ist durchgehend vorhanden, am Schluss sogar ganz viel. Humor, aber auch Nachdenkliches gibt es zur Genüge.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für alle Fans von Cosy Krimis.

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Anstrengend, aber nicht schlecht

Milchmann von Anna Burns

Anstrengend, aber nicht schlecht

Puh, dieses Buch ist eine Herausforderung. Ich bin hier ganz unbedarft herangegangen, ohne mich vorher groß zu informieren. Entsprechend schwer fiel mir der Einstieg. Ich hatte zunächst kaum eine Ahnung, wovon die Autorin redet, was der Sinn dieses Romans ist, worum es eigentlich geht.

Als ich ein wenig recherchiert hatte, gelang es mir besser, das erwähnte Gebiet diesseits und jenseits der Grenze, das Land jenseits der See und die verschiedenen Religionen und Paramilitärs einzuordnen und in die Handlung hineinzufinden. Aber was heißt hier Handlung? Handlung gibt es eher wenig - alles ist aus der Sicht der namenlosen Erzählerin geschildert und besteht zu einem Großteil aus deren Gedanken. Seitenlange Monologe erleichtern das Lesen nicht gerade. Es ist schwer, die Konzentration aufrechtzuerhalten, wenn einem zwischendurch kein Absatz zum Verschnaufen geboten wird.

Dabei ist nicht nur die Protagonistin ohne Namen. Nein, alle Figuren werden nur mit ihrer Funktion bzw. einer Art Spitznamen benannt, z.B. Milchmann (der gar kein Milchmann ist), Vielleicht-Freund, Schwester Eins oder Schwager Drei. Das ist schon sehr gewöhnungsbedürftig.

Die Autorin hat eindeutig etwas zu sagen. Ich frage mich nur, warum sagt sie es nicht einfach? Warum redet sie ellenlang um den heißen Brei herum und kommt nicht zu Potte? Warum packt sie ihre Aussage in dermaßen verschwurbelte Sätze? Warum macht sie es dem Leser künstlich so schwer?

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Durchhalten lohnt sich

Marta schläft von Romy Hausmann

Durchhalten lohnt sich

Inhalt:
Nadja hat eine zweite Chance im Leben bekommen. Als Jugendliche wurde sie für einen Mord verurteilt, obwohl sie ihre Unschuld beteuerte. Aber schon damals hat ihr niemand geglaubt, und so wird es auch jetzt sein. Damit ist sie der perfekte Sündenbock für ein Verbrechen, das sie nicht begangen hat …

Meine Meinung:
Nachdem Romy Hausmann mich mit ihrem Debüt „Liebes Kind“ absolut begeistern konnte, musste ich natürlich auch ihr neues Werk lesen.

Auch dieses ist nicht schlecht, kommt aber an den Erstling leider nicht heran.

Die Autorin machte es mir anfangs ziemlich schwer, mich in der Geschichte zurechtzufinden. Ständig wechselt die Erzählperspektive, und in keinem Handlungsstrang ist klar, worum es eigentlich geht, wer genau die handelnden Personen sind. Ich war deshalb nah daran, die Lust zu verlieren. Doch zum Glück klärt sich etwa ab dem zweiten Drittel alles. Ab da nimmt die Handlung dann auch Fahrt auf und wird spannend. Durchhalten lohnt sich also.

Je mehr ich die einzelnen Erzählstränge durchschaute, umso spannender wurde der Roman. Immer wieder überraschte Romy Hausmann mich mit unerwarteten Wendungen, die alle bisherigen Spekulationen auf den Kopf stellten. Ich war schließlich so sehr gefesselt, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte und es innerhalb von 24 Stunden ausgelesen hatte.

Am Schluss ist alles klar aufgelöst, sämtliche Handlungsstränge sind verknüpft und greifen wie Zahnräder ineinander, sodass ich das Buch zufrieden zur Seite legen konnte.

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Wahnsinnig intensiv erzählt

Das wirkliche Leben Roman. Gebunden. von Dieudonné Adeline


Wahnsinnig intensiv erzählt

Inhalt:
Nach außen wirkt alles ganz normal und liebevoll: Der Vater geht arbeiten, die Mutter versorgt Haushalt und Kinder. Diese vergnügen sich im Sommer im Planschbecken im Garten und beim Eisessen. Doch die Wahrheit ist eine andere: Die Kinder sind gefühlsmäßig sich selbst überlassen, der Vater giert nach Macht, die Frau erstarrt in Angst vor ihm.

Nur das zehnjährige Mädchen zeigt Größe. Es kümmert sich liebevoll um den kleinen Bruder, fühlt sich aber auch selbst total alleingelassen. Dann geschieht vor den Augen der Kinder ein Unglück, das sie innerlich zu zerstören droht.

Meine Meinung:
Adeline Dieudonné erzählt sehr eindringlich und wortgewaltig. Der Roman übte vom ersten Satz an einen Sog auf mich aus. Ich wollte am liebsten wegschauen, konnte es aber nicht. Dafür war das Kopfkino zu gewaltig. Gleichzeitig wurde auch meine Fantasie angestachelt und mir war schon Angst vor dem, was noch passieren würde.

Auf so wenigen Seiten gelingt es der Autorin, fünf grausame Jahre im Leben der namenlosen Ich-Erzählerin darzustellen und dabei alles Wichtige zu sagen. Der Schreibstil ist klar und präzise, eher kühl. Da ist kein Jammern oder Selbstmitleid, nur knallharte Analyse - und gerade dadurch umso bewegender. Adeline Dieudonné erzählt mit schonungsloser Offenheit, egal ob es um körperliche oder seelische Gewalt geht. Das ist starker Tobak.

Aber viel von dem Schlimmen wird hier aufgefangen durch die starke Protagonistin, die sich nicht unterkriegen lassen, sondern auch noch ihren Bruder retten will. Ihre Kraft und Willensstärke erzeugt so viel Hoffnung, dass man das Buch trotz all der fürchterlichen Ereignisse doch gerne liest und am Ende mit einem zufriedenen Seufzer zuklappt.

Fazit:
Ein hervorragender Debütroman, den ich gerne weiterempfehle, da er mich wirklich beeindruckt hat.

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