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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Lilli33:

Der vierte Fall für Sam Berger und Molly Blom

Vier durch vier von Arne Dahl


Inhalt:
Sam Berger schlägt sich mehr schlecht als recht als Privatdetektiv durch. Auch privat ist er am Boden, denn Molly Blom hat sich aus seinem Leben verabschiedet. Dabei ist sie doch mit seinem (?) Kind schwanger.

Als Sam endlich einen interessanten und lukrativen Fall bekommt, kann er nicht ahnen, welche Kreise die Entführung einer russischen Ex-Zwangsprostituierten zieht und in welcher Gefahr Molly Blom dabei ist.

Meine Meinung:
Die ersten drei Bände dieser Reihe habe ich mit Begeisterung gelesen. So freute ich mich nun auf Band 4. Man muss die Vorgänger vielleicht nicht unbedingt kennen, tut sich aber sicher leichter, wenn man diese gelesen hat, weil man dann zumindest die Beziehungen der Hauptfiguren zueinander besser einordnen kann.

Der Einstieg fiel mir trotzdem schwer genug. Anfangs habe ich die Handlung stellenweise als sprunghaft und unzusammenhängend empfunden. Zwischendurch fehlten mir bisweilen kleine Informationen, zum Beispiel, wie Sam zu einer bestimmten Vermutung kommt. Die ist einfach da, ohne dass ich nachvollziehen konnte, wie er darauf kommt. Wie schon in den vorherigen Bänden hilft es auch hier, einfach weiterzulesen und abzuwarten, bis sich die einzelnen Teile zusammenfügen und ein klares Bild ergeben.

Dabei spart Arne Dahl nicht an Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen. Von Anfang an ist die Spannung hoch und gegen Ende wächst sie noch weiter an. Die Verbrechen sind brutal und blutig - für zartbesaitete Leser*innen nicht unbedingt zu empfehlen.

Das Buch endet mit einem schockierenden Cliffhanger. Normalerweise mag ich so etwas ja gar nicht. Hier stört es mich aber nicht, denn es zeigt lediglich, dass die Reihe noch weitergeführt werden kann. Man kann das Ende aber auch so stehen lassen und den Fall als abgeschlossen betrachten.

Man darf gespannt sein, welchen Titel sich der Verlag für einen 5. Band einfallen lässt, nachdem die vier Grundrechenarten nun abgehakt sind. ;-)

Die Berger & Blom-Reihe:
1. Sieben minus eins
2. Sechs mal zwei
3. Fünf plus drei
4. Vier durch vier

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Bewegend und hoffnungsfroh

Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani

Inhalt:
Gegenwart. Die Pariser Anwältin Solène kämpft mit einem Burn-out. Auf Anraten ihres Psychiaters engagiert sie sich ehrenamtlich. Ihr Job ist es, einmal in der Woche im „Haus der Frauen“ eine Sprechstunde abzuhalten und den dort lebenden Frauen beim Ausfüllen von Formularen oder Verfassen von Briefen behilflich zu sein.

Dabei hilft sie nicht nur den anderen Frauen, sondern diese helfen auch ihr, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.

1925. Blanche Peyron ist mit Leib und Seele Offizierin bei der Heilsarmee. Sie hat ihr ganzes Leben dem Helfen verschrieben. In diesem Jahr kämpft sie darum, aus einem riesigen leerstehenden Haus in Paris ein Frauenhaus zu machen.

Meine Meinung:
Das erste Werk der Autorin, „Der Zopf“, habe ich leider nicht gelesen, aber viel Gutes darüber gehört. Als sich mir nun die Gelegenheit bot, „Das Haus der Frauen“ zu lesen, musste ich einfach zuschlagen. Und ich habe es nicht bereut. Es ist auf jeden Fall ein gutes Buch, das es wert ist, gelesen zu werden. Allerdings konnte Laetitia Colombani mich nicht hundertprozentig überzeugen.

Gelungen fand ich die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die sich auf gewisse Weise mit demselben Thema beschäftigen, nur eben zu anderen Zeiten. Was sich seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts verändert hat in unserer Gesellschaft, ist schon enorm. Trotzdem sind immer wieder hauptsächlich Frauen die Leidtragenden und Unterdrückten.

Colombani erzählt von ganz verschiedenen Frauen, die eine Zuflucht im Haus der Frauen gefunden haben. Ob es nun Flüchtlinge aus Guinea, ehemalige Obdachlose oder von ihren Ehemännern misshandelte Frauen sind, sie alle brauchen einen sicheren Ort, an dem sie zur Ruhe kommen und ihr weiteres Leben in Angriff nehmen können. Dies ist nun der Punkt, der mir nicht so recht behagte: Es ist von so vielen Frauenschicksalen die Rede auf so wenig Seiten. Für mich blieb das Erzählte deshalb leider etwas zu oberflächlich. Nicht einmal den beiden Protagonistinnen Solène und Blanche fühlte ich mich richtig nahe, obwohl sich die Handlung hauptsächlich um sie dreht.

Wie schon erwähnt, ist das Buch gut, aber es hätte noch besser sein können, wenn die Autorin mehr in die Tiefe gegangen wäre, detaillierter und ausgeschmückt erzählt hätte, die Sprache weniger nüchtern wäre und mehr Emotionen hervorrufen würde. Der Schreibstil hat mir nicht ganz zugesagt. Er wirkt recht einfach und schnörkellos. Die Sätze sind oft sehr kurz, eine Zeile lang oder auch nur eine halbe. Aber das ist meine subjektive Empfindung und sollte niemanden davon abhalten, dieses Buch zu lesen. ;-)

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Wunderbare Gratwanderung zwischen Weinen und Lachen

Marianengraben von Jasmin Schreiber


Inhalt:
Paula hat der Tod ihres kleinen Bruders Tim vollkommen aus der Bahn geworfen. Bei einer skurrilen Begegnung auf dem Friedhof lernt sie den viel älteren Helmut kennen, der mit dem Tod und seiner Trauer ganz anders umgeht als Paula. Unversehens finden sich die beiden auf einem Roadtrip wieder, der manche Überraschung für Paula bereithält.

Meine Meinung:
Der Marianengraben steht für die tiefe Depression, in der die Protagonistin Paula steckt. Er ist über 11.000 Meter tief. Das erste Kapitel trägt die Überschrift „11000“, jedes weitere eine kleinere Zahl, bis zum Kapitel „0“ - gleichbedeutend mit dem Auftauchen aus der Tiefe und Wiedereintritt ins Leben. Dieses Bild fand ich einfach genial und besonders.

Wir erleben die Geschichte aus Paulas Ich-Perspektive. So kann man sich perfekt in diese tieftraurige junge Frau hineinversetzen und ihre Gefühle nachempfinden. In Zwiegesprächen mit ihrem toten Bruder erinnert Paula sich an viele besondere Szenen in ihrer beider Leben, Szenen, die sie nie wieder mit Tim erleben kann. Trotzdem schafft Jasmin Schreiber es durch einen herrlich leichten Schreibstil, dass man von all diesen traurigen Gedanken nicht heruntergezogen wird.

Auch die Figur des Helmut trägt ihren Teil dazu bei, dass dieser Roman nicht nur traurig, sondern auch witzig ist. Dieser schrullige alte Herr ist schon ein Phänomen. Er hat seine ganz eigenen Ansichten und seinen Pragmatismus, womit Paula sich arrangieren muss. Nach anfänglicher Ablehnung auf beiden Seiten entsteht schließlich eine erstaunlich enge Beziehung zwischen ihnen, von der sowohl Paula als auch Helmut profitieren.

„Marianengraben“ hat mich sehr stark berührt, aber auch gut unterhalten. Ich habe jede einzelne Seite des Romans genossen, schwankte ständig zwischen Weinen und Lachen und war stets gespannt, was weiter passieren würde. Am Ende konnte ich das Buch mit einem zufriedenen Lächeln zuklappen.

ACHTUNG TRIGGERWARNUNG (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):

dizius, sberk

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Undurchsichtige Morde

Eisige Dornen von Jonas Moström


Inhalt:
Der Fußballspieler Henrik Borg wird tot aufgefunden. Er liegt friedlich im Bett, mit einer blau gefärbten Rose auf der Brust. Schnell steht fest, dass er ermordet wurde. Und schon gibt es ein zweites Opfer: Der Pilot Mikael Tornerud wird in derselben Pose gefunden wie Borg. Deutet die Rose auf den MC-Klub Deadly Roses hin? Die Sonderemittlungsgruppe um Ingemar Granstam, Johan Axberg und die Psychiaterin Nathalie Svensson tappt lange Zeit im Dunkeln …

Meine Meinung:
Ein Personenverzeichnis am Anfang des Romans erleichtert vor allem Neueinsteigern die Orientierung.

Die Anzahl der Agierenden ist nämlich nicht unbeträchtlich. Viele sind allerdings aus den Vorgängerbänden bekannt. Vorkenntnisse sind aber nicht vonnöten; der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen.

Erzählt wird aus vielen verschiedenen Perspektiven, vor allem der Ermittler, aber auch des Täters. Oft enden die Kapitel mit einem Cliffhanger, der einerseits natürlich Spannung aufbaut, mir andererseits aber auch manchmal zu viel war, weil ich nun endlich vorankommen und dem Täter auf die Spur kommen wollte. So fühlte ich mich immer wieder ausgebremst.

Die Polizei tappt lange Zeit im Dunkeln und die Ermittlungen ziehen sich. Vordergründig gibt es kein Motiv für die Morde und auch keine Verbindung zwischen den Opfern, bei denen es nicht bei zweien bleibt. Die Tatorte sind über das ganze Land verteilt, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert, mir aber auch ein wenig den Überblick schwer machte. Für mich hätte sich der Autor nicht so verzetteln müssen ;-)

Im Endeffekt ist es aber eine spannende Handlung, die mit ein wenig Privatleben der Ermittler garniert ist und am Ende logisch aufgeklärt wird.

Die Nathalie Svensson-Reihe:
1. So tödlich nah
2. Dominotod
3. Mitternachtsmädchen
4. Eisige Dornen

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Ein neuer Fall für Jean Michael Cardell

1794 von Natt och Dag Niklas


Inhalt:
Cardell wird von einer Frau beauftragt, den Mörder ihrer Tochter zu suchen. Für das Verbrechen sitzt der Ehemann in der Irrenanstalt, doch die Frau ist von seiner Unschuld überzeugt.

Meine Meinung:
„1794“ ist die Fortsetzung von „1793“, aber leider nicht ganz so gut gelungen.

Wie der Vorgänger ist das Buch in 4 Teile untergliedert, wovon der erste sich ziemlich uninteressant in die Länge zieht. Jean Michael Cardell tritt erst ab dem 2. Teil auf den Plan, und ab da nimmt die Geschichte dann auch Fahrt auf und wird spannend. Der 1. Teil ist zwar notwendig als Vorgeschichte, hätte aber erheblich gekürzt werden können.

Die brutalen und dreckigen Zustände in Stockholm werden wieder deutlich dargestellt. Das Böse lauert überall, wobei sich einer ganz besonders hervortut. Zart besaitet sollte man wahrlich nicht sein. Die Beschreibungen der Gräueltaten sind drastisch und detailliert.

Neben dem Verbrechen und den zugehörigen Ermittlungen werden auch viele private Umstände und Probleme der Protagonisten angesprochen, die in meinen Augen die Handlung noch abrunden.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven. Die Wechsel erzeugen zusätzliche Spannung und bieten den Lesenden ein umfassendes Bild des Geschehens.

Fazit:
Nach einem eher zähen Beginn nimmt die Handlung schließlich Fahrt auf und entwickelt sich dann interessant und spannend. Etwas schwächer als der Vorgänger-Band.

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Ausgefeilter Auftakt

Falling Skye (Bd. 1) von Frisch Lina


Inhalt:
Nach einer Katastrophe wandeln sich die USA in naher Zukunft in die Gläsernen Nationen. Jugendliche werden in bestimmten Zentren getestet und entweder den Rationalen oder den Emotionalen zugeordnet - mit entsprechenden Zukunftsaussichten. Skyes Vater steht als Parlamentarier voll hinter dieser sogenannten Kristallisierung, und auch Skye ist überzeugt, dass es für die Gesellschaft und die einzelnen Menschen gut ist.

Als sie zu ihrer eigenen Testung fährt, ist sie der festen Meinung, mit einem eintätowierten R zurückzukommen. Doch schnell muss Skye erkennen, dass in den Testzentren die Dinge nicht so laufen wie gedacht …

Meine Meinung:
Lina Frisch, eine junge Psychologie-Studentin, ist mit diesem Dystopie-Auftakt ein großer Wurf gelungen. Die Welt, die sie entwickelt, ist von unserer realen nicht allzu weit entfernt, entsprechende Tendenzen sind auch bei uns leider immer mehr feststellbar. Insofern beinhaltet dieses Buch auch eine politische Botschaft, die den ein oder anderen vielleicht aufrütteln kann.

Obwohl die Handlung nicht allzu rasant voranschreitet, ist jede Seite fesselnd erzählt. Die Autorin führt die Lesenden behutsam an den Plot und an die Protagonisten heran. Verständnisprobleme gibt es an keiner Stelle. Die Charaktere sind vielschichtig und tiefgründig angelegt. Skye erweist sich von Anfang als recht sympathisch und charakterstark.

Der Hauptteil wird aus Skyes Ich-Perspektive erzählt. So ist man ganz nah an dieser Figur dran und kann sich super in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen. Ihre Entwicklung im Verlauf des Romans erscheint absolut plausibel und gut nachvollziehbar.

Dazwischen gibt es immer wieder Einschübe aus einer zweiten Perspektive, auch diese in der Ich-Form, was mich anfangs etwas verwirrt hat. Aber ich gewöhnte mich dann doch schnell daran.

Das Besondere an diesem Jugendbuch sind die vielen psychologischen Aspekte. Skye muss eine große Anzahl an Entscheidungen treffen, zu ihrem eigenen Wohl, dem ihrer Freunde oder der ganzen Gesellschaft. Dabei weiß sie nie, auf wen sie sich verlassen kann, wem sie noch trauen kann. Das gibt dem Ganzen unheimlich viel Spannung. Aber auch die Handlung an sich ist alles andere als langweilig. Hier gibt es etliche Geheimnisse zu enthüllen und überraschende Wendungen zu verarbeiten.

Am Ende sind wir an einem Zwischenabschnitt angekommen, die Geschichte ist aber noch lange nicht zu Ende. Daher kann ich es kaum erwarten, bis ich weiterlesen darf, muss mich aber wohl noch bis Herbst 2020 gedulden.

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Solider und spannender Kriminalroman

Wisting und der fensterlose Raum von Jørn Lier Horst


Inhalt:
In der Hütte eines kürzlich verstorbenen Politikers wurde eine riesige Menge Geld gefunden. William Wisting soll verdeckt ermitteln, woher das Geld stammt. Wisting holt seine Tochter Line mit an Bord, nicht ahnend, dass er sie damit in große Gefahr bringt. Bald schon ergeben sich mögliche Verknüpfungen mit zwei ungeklärten Altfällen.

Meine Meinung:
Der erste Band dieser Reihe, „Wisting und der Tag der Vermissten“, war mein erstes Buch von Jørn Lier Horst und konnte mich restlos begeistern. Deshalb habe ich dem Erscheinen des 2. Bandes entgegen gefiebert. Hier bekam ich nun einen soliden und spannenden Kriminalroman, der aber leider nicht an die Größe seines Vorgängers heranreicht. Nichtsdestotrotz habe ich die Lektüre sehr genossen.

Wie meistens bei solchen Reihen kann man die einzelnen Bände ganz gut unabhängig voneinander lesen. Mehr Spaß macht es aber, die privaten und beruflichen Entwicklungen von Anfang an zu verfolgen.

Jørn Lier Horst schreibt recht unaufgeregt und ziemlich detailliert. Das ergibt einen authentischen Eindruck. Mir gefiel die langsame, aber stetige Entwicklung der Ermittlungsarbeit. Positiv empfand ich auch die verschiedenen Perspektiven, aus denen erzählt wird. So werden die einzelnen Puzzleteilchen von verschiedenen Seiten zusammengetragen, bis sich schließlich am Ende ein umfassendes Bild der Ereignisse ergibt. Die Auflösung wirkt dabei sehr schlüssig.

Ich werde diese Reihe um Kommissar William Wisting auf jeden Fall weiterverfolgen.

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Wunderschön

Sweet Sorrow von Nicholls David

Inhalt:
Nach seinem Schulabschluss hängt der sechzehnjährige Charlie Lewis ziemlich in der Luft. Die Prüfungen hat er vermasselt, seine Mutter ist mit Charlies Schwester ausgezogen - er selbst muss beim depressiven und alkoholkranken Vater wohnen bleiben. Die Zukunftsperspektive ist eher trostlos.

Da stolpert Charlie quasi mitten in die Proben zu einem Theaterstück, ausgerechnet Shakespeares „Romeo und Julia“. Und die Julia alias Fran Fisher hat es ihm sofort angetan. Ehe er sich’s versieht, hat er selbst auch eine Rolle in dem Stück, obwohl ihm das Schauspielern gar nicht liegt.

Charlie erlebt einen Sommer der extremen Gefühle. Zwischen Sorgen um seinen Vater und seine eigene Zukunft und seinen jugendlich-stürmischen Gefühlen für die charismatische Fran reift der Junge zum Mann …

Meine Meinung:
Ein ganz wunderbares Buch! Für mich war es das bisher beste Buch des Autors. Ich ließ mich gern von ihm verzaubern und ganz tief in diese wahnsinnig tiefgründige und authentische Liebesgeschichte hineinziehen. Es ist aber nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern viel mehr: ein Familiendrama, eine Geschichte über das Erwachsenwerden, eine Geschichte über Freundschaft, Verlust und Vertrauen. Ich habe jede Seite davon genossen und war an manchen Stellen sogar zu Tränen gerührt, obwohl es gar nicht so furchtbar traurig ist.

David Nicholls beobachtet ganz genau und erzählt sehr detailliert. Dadurch kann man sich gut in die Protagonisten einfühlen. Wie Charlie seine erste große Liebe erlebt, kam mir total realistisch vor - vieles war bei mir damals ganz ähnlich. Ich fand es toll, wie viel Zeit Nicholls den Figuren lässt, um sich zu finden. Hier wird nichts übereilt, ein Schritt folgt auf den anderen, begleitet von Selbstzweifeln und Sehnsüchten. Charlie tut sich schwer, sich Fran zu offenbaren, hat er doch das Gefühl, dass sie in einer ganz anderen Liga spielt. So dauert es viele lustige und traurige, stürmische und ruhige, peinliche und rührende Szenen, bis aus Charlie und Fran ein Paar wird.

Und nebenbei geht das Leben weiter. Charlies nicht mehr intakte Familie macht ihm schwer zu schaffen, auch Geldsorgen erleichtern den Alltag nicht gerade. Doch durch Fran und seine anderen neuen Freunde von der Theatertruppe kann Charlie sich weiterentwickeln und lernen, mit seiner misslichen Situation besser umzugehen.

Mich hat dieser Roman rundum begeistert und ich bin ganz traurig, dass er schon zu Ende ist. Ich bin aber sicher, dass er noch lange nachhallen und mich beschäftigen wird.

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Extraordinär

Vicious - Das Böse in uns von V. E. Schwab


Inhalt:
Die Freunde Victor Vale und Eli Ever studieren Medizin. Für ihre Abschlussarbeit wagen sie ein riskantes Experiment. Eine willentlich herbeigeführte Nahtoderfahrung soll ihnen zu Superkräften verhelfen, sogenannte Extraordinäre aus ihnen machen. Das Experiment glückt, doch das ist nicht wirklich gut.

Denn jetzt kommt das Böse zum Vorschein …

Meine Meinung:
Etwas Derartiges habe ich noch nicht gelesen - das empfinde ich schon mal als positiv. Das Thema ist einfach noch nicht ausgelutscht wie so viele andere. Victoria Schwab schreibt auch sehr gut, flott und dynamisch mit einer kleinen Prise Humor. Da macht das Lesen richtig Spaß.

Die Geschichte ist auch recht spannend, wobei die Spannung gegen Ende immer mehr zunimmt. Hier wird Kapitel für Kapitel die verbleibende Zeit bis zum Show down heruntergezählt, was für zusätzliches Herzrasen sorgt.

Anfangs wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt, einmal die Ereignisse vor etwa zehn Jahren, als alles begann, zum anderen die Geschehnisse in der Gegenwart, wo Victor und Eli einander jagen. Was dazu geführt hat, erfährt man nur häppchenweise durch die Einschübe aus der Vergangenheit. Einige Kapitel erzählen auch aus der Zeit dazwischen. Die verschiedenen Zeitebenen lassen sich dabei gut auseinanderhalten und verwirren nicht, denn sie sind sehr sinnvoll angeordnet.

Der Roman regt zum Nachdenken über Gut und Böse an, denn wer hier gut und wer böse ist, lässt sich kaum durchschauen. Jeder trägt beides in sich, wobei mal diese Seite, mal jene überwiegt. Oft kommt es auch auf den Blickwinkel an. Richtig sympathisch ist dabei kaum einer der Protagonisten, was mich aber nicht gestört hat. Allerdings hätte ich mir noch ein wenig mehr Tiefe für die Figuren gewünscht. Und auch bezüglich der paranormalen Kräfte waren mir die Erklärungen ein bisschen zu oberflächlich.

Fazit:
Ein düsterer Genre-Mix von Fantasy, Horror und Thriller. Es gibt zwar Härteres, aber trotzdem ist das Buch nur für nicht allzu zart besaitete Leser*innen zu empfehlen.

Die Reihe:
1. Vicious. Das Böse in uns
2. Vengeful. Die Rache ist mein (ET voraussichtlich im April 2020)

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Turbulentes Abenteuer

Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger von Eoin Colfer


Inhalt:
Die Zwillinge Myles und Beckett Fowl, Artemis Fowls elfjährige Brüder, könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Myles mehr nach Artemis geraten ist, ebenso intelligent und genial wie dieser, wirkt Beckett mehr wie ein normaler Junge, der Tiere und körperliche Betätigung jeder Art liebt, sich aus Wissen aber nicht viel macht.

Diese beiden geraten nun eines schönen Tages zwischen alle Fronten. Der alternde Lord Teddy, eine gnadenlose Nonne sowie die junge Welfe Lazuli kreuzen ihren Weg und sorgen für turbulente Abenteuer.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist der Auftaktband des 2. Fowl-Zyklus. Im 1. Zyklus spielte Artemis Fowl die Hauptrolle, hier sind es nun seine jüngeren Brüder Myles und Beckett. Ich kenne zwar die Artemis Fowl-Bücher, möchte aber behaupten, dass dies keine zwingende Voraussetzung ist. Zwar ist die Geschichte in derselben Welt angesiedelt, aber mit anderen Figuren. Was man wissen muss, wird hier gesagt.

Anfangs fiel es mir schwer, mich auf Myles und Beckett einzulassen - ich vermisste Artemis, und die beiden waren mir auch noch etwas zu kindlich. Doch schon bald erkannte ich das Potential, das in der Zwillingsbesetzung steckt, denn Beckett ist mitnichten das lästige Anhängsel des Superhirns Myles, wie man zu Anfang vermuten könnte. Auch wenn sein IQ um einiges niedriger sein dürfte, so hat er doch auch seine Qualitäten, die im Zweifelsfall Leben retten können, wo schlaue Pläne versagen. Das Zusammenspiel der beiden ist insofern einfach genial.

Der Schreibstil ist wie von den Artemis Fowl-Büchern her bekannt, knackig, frisch und humorvoll. Es gibt viele spannende, aber auch rührende Szenen, viele Dialoge sind total witzig. Wer Artemis Fowl mochte, wird sehr wahrscheinlich auch die neue Reihe lieben. Ich bin auf jeden Fall schon gespannt, wie sich das Verhältnis zwischen den Zwillingen und der Unterwelt weiterentwickelt.

Fazit:
Eine gelungene Mischung aus Fantasy, Abenteuer, Science-Fiction und Humor.

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