Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gaby2707:
Alles wird gut
Totenrausch von Bernhard Aichner
Brünhild Blum, Bestatterin aus Innsbruck, ist mit ihren Kindern Nela und Uma auf der Flucht. Sie hat in Österreich 5 Männer umgebracht und wird weltweit gesucht. Von den Lofoten, wo sie die Sommerzeit verbracht haben, ziehen die drei über Norwegen und Dänemark nach Hamburg. Hier soll es eine junge Frau geben, die den dreien helfen wird.
Über sie gerät Brünhild an Egon Schiele, den selbsternannten Herrn auf St. Pauli. Sie braucht neue Pässe. Dafür bietet sie an, jemanden für Schiele zu töten, denn das kann sie ja...
Dies ist der dritte Teil einer Trilogie, deren erste beiden Bände Totenfrau und Totenhaus ich noch nicht gelesen habe. Das werde ich aber schnellstens nachholen. Trotzdem fühle ich mich über die Hintergründe der Geschichte und zur Person von Blum, zu denen es immer wieder Informationen gibt gut informiert.
Spannung ab der ersten Seite. Die Seitenzahlen und die Zahlen der Kapitel rot, wie mit Blut geschrieben erzeugen eine erste Spannung, die sich konstant hoch bis zum Schluss hält; schnörkellose kurze Sätze und Kapitel, die alles genau auf den Punkt bringen, sich nicht mit Unwichtigkeiten aufhalten und eine Schnelligkeit erzeugen, der ich kaum hinterher komme; Gespräche, bei denen man sofort weiß, wer mit wem spricht - das alles hat mich nur so durch die Seiten fliegen lassen.
Die Protagonisten, allen voran Blum und Schiele, sind sehr menschlich und mit ihren vielen Facetten detailliert beschrieben. Ich kann es spüren: ihre Wut, ihren Hass, ihren Schmerz und ihre Angst um ihre beiden Mädchen. Ich fühle mit Blum, deren Liebe zu ihren Mädels ich absolut verstehen kann und habe eine Abscheu gegen Schiele entwickelt. Mit seinen Beschreibungen facht der Autor auch meine Gefühle an, was ich so selten bei einem Buch gespürt habe.
Alles wird gut ? der Satz der Hoffnung gibt. Blum möchte aus diesem Teufelskreis raus und ihr Leben zurück. Aber wie wird bei dem Hintergrund alles gut werden, das habe ich mich sehr lange gefragt. Der Autor hat hier einen Schluss gefunden, der auch für mich alles gut werden lässt. Ich hätte nicht gedacht, dass er das so prägnant hinbekommt.
Ich habe einen Thriller gelesen, in dem viel Blut fließt, der nichts für zartbesaitete Seelen ist, der mich fest in seinen Bann gezogen und mich überrascht hat. Ich habe die Lesestunden sehr genossen.
Ohne Erinnerung
Black Memory von Clark Janet
Eine Frau erwacht auf einem Ruderboot auf dem offenen Meer. Wer ist sie, wie heißt sie, wie kommt sie hierher? Sie kann sich an nichts erinnern. Nach ein paar Tagen in einem indonesischen Gefängnis wird sie von 2 Männern nach London gebracht. Hier soll sie zuhause sein. Einer der beiden Männer soll ihr Ehemann Paul und sie die Ärztin Clare Brent sein.
Und sie soll ihre kleine 5-jährige Tochter Bonnie entführt haben. Warum? Ganz langsam versucht Clare die Vergangenheit wieder zu finden und in ihr ehemaliges Leben zurückzukehren.
Mit ihrem mitreißenden Schreibstil schafft es Janet Clark mich sofort tief in die Geschichte hinein zu ziehen. Beim Lesen mal eine Pause zu machen, fällt mir sehr schwer. Spannend geht es auf der ersten Seite los und ich fiebere mit bis zur letzten Seite, wo sich endlich ein Happy End andeutet. Die meist recht kurzen Kapitel fachen die Spannung zusätzlich an.
Clare erzählt ihre Geschichte in der Ich-Form, was mich noch näher an ihren Gedanken und am Geschehen teilnehmen lässt. Ganz langsam versucht sie herauszufinden, wer von den vielen ?Freunden?, die es angeblich nur gut mit ihr meinen, wirklich auf ihrer Seite steht. Genau wie Clare weiß ich nicht wem ich trauen kann, wer ist Freund ? wer ist Feind? Immer wieder habe ich meine Theorien verwerfen müssen, weil sich plötzlich manches, an das ich fest geglaubt hatte, ganz anders darstellt.
Es geht in der Geschichte um Genmanipulationen und um eine Inselbegabung der kleinen Bonnie. Ich finde es sehr interessant und spannend, aber auch beängstigend zu lesen, wie Forscher unser Erbgut vielleicht in ein paar Jahrzehnten werden verändern können. Die Anfänge sind ja bereits gelegt und ich will nicht wissen, was es schon alles gibt, von dem wir nur noch nichts wissen. Auch wenn es um die Beschreibung von krimineller Energie geht, z.B. um Vernichtung von Beweisen, zieht mich die Autorin mitten rein ins Geschehen. Es gruselt mich, wenn ich denke, dass das, was sie schreibt, alles Wirklichkeit sein könnte ? wenn nicht heute, dann vielleicht in ein paar Jahren.
Ich habe einen super spannenden Thriller gelesen, den ich sehr gerne weiter empfehle und von dem ich hoffe, dass es eine Fortsetzung geben wird.
Beste Freundinnen für immer
Fast perfekte Heldinnen von Bréau Adèle
Mathilde, Alice, Lucie und Eva leben mit ihren Männern und Kindern in Paris und sind seit Jahren die allerbesten Freundinnen. Alle um die Vierzig schleicht sich in den Beziehungen der Frust oder der noch immer nicht erfüllte Kinderwunsch ein. Gerade haben sie alle zusammen einen wunderschönen Sommer bei gutem Essen und Wein in der Provence verbracht, als sich in der ein oder anderen Beziehung die ersten Risse zu einem großen Spalt ausweiten.
Mathilde und Max streiten sich mehr als zuvor; Alice, die von ihrem Adrien getrennt lebt, lebt in ihrem Beruf als Köchin auf; Eva, die schon so lange auf Nachwuchs hofft, Vincent aber immer wieder auf Geschäftsreise ist, trifft auf Jacques und verbringt mit ihm traumhafte Stunden. Nur Lucie scheint mit ihrem Leben und den drei Lindern restlos zufrieden zu sein.
Die Autorin schafft es brillant, mich sofort in die Geschichte hineinzuziehen. Ich fühle mich wohl zwischen den Freundinnen und kann mich sehr gut in sie hineinversetzen. Anders als bei uns, geht in Frankreich fast jede Frau Vollzeit arbeiten und muss sich daher zwischen Arbeit, Haushalt, Kindern, Ehemann und ihren eigenen Bedürfnissen zerreißen. Die verschiedenen Probleme der Freundinnen, aber auch ihre Zusammengehörigkeit kommen sehr gut rüber.
Durch den kurzweiligen, leicht zu lesenden Schreibstil bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Es wird nie langatmig oder langweilig, weil immer bei einer der Damen irgendetwas passiert. Auch die Dialoge, die sie führen, haben mich gut unterhalten und hier und da sogar zum Nachdenken angeregt.
Besonders gut haben mir auch die sich einprägenden Beschreibungen der Stadt der Liebe an der Seine gefallen. Sie machen Lust, diese phantastische Stadt mal wieder zu besuchen.
Eine wunderbar unterhaltende Geschichte, die bei mir Lust auch auf das Buch der Männer und ihre Sicht macht.
Ein humorvoller Blick auf unsere Kleinsten
Eltern haften an ihren Kindern von Martin Zingsheim
Ich hatte mal die Gelegenheit Martin Zingsheim mit seine Comedyshow "Heute ist morgen schon retro" zu sehen und war sehr gespannt auf dieses Buch. Nach dem Lesen bin ich sicher, auch mit diesem Programm "Eltern haften an ihren Kindern ? Überleben mit Nachwuchs" könnte er auf Tour gehen.
Auf dem Cover angekündigt: "Kein Ratgeber", habe ich mich mit großem Interesse auf die Lektüre gestürzt.
Witzig, mit einem Schuss Ironie und sehr humorvoll und lebendig darf ich den Autor bei seinem Blick auf die heutige Kindererziehung seiner drei Jungs begleiten. Es hat mir viel Spaß gemacht, zu lesen, wie er mit den Widrigkeiten und den Selbstverständlichkeiten der Erziehung umgeht. Der tägliche Wahnsinn im Leben mit drei kleinen Quälgeistern, die einen selten zur Ruhe kommen lassen, hat mich immer wieder schmunzeln und an meine eigene Zeit mit meinen Kindern denken lassen.
Aber es ist nicht nur witzig, die kleinen Anekdoten und Erlebnisse des Autors kommentiert zu lesen, sondern das Buch bietet auch immer wieder Anstöße zum Nachdenken. Denn trotz Helikoptereltern und Supermamis und -papas brauchen die Kleinen ihren Raum, wo sie sich entfalten und groß werden können. Und auch Mama und Papa brauchen hier und da ein ganz klein wenig Abstand und Zeit für sich selbst.
Das einzige, was mich hier und da etwas irritiert hat und ich die Sätze manchmal zweimal lesen musste um sie zu verstehen, sind Schachtelsätze, deren Sinn sich mir bei einmaligem Lesen nicht erschließen wollte.
Trotzdem: ein wunderbares Buch, nicht nur für Mama und Papas, Omas und Opas, sondern auch für junge Leute, die vielleicht selbst bald die Freuden des Elterndaseins erkunden wollen. Ich habe das Lesen sehr genossen.
Lichterspektakel in Lüneburg
Lichtertod von Müller Iris
Helle Aufregung herrscht in der malerischen italienischen Hafenstadt Salerno, als nach Anschalten der Weihnachtslichter ein menschlicher Kopf vom Teatro Verdi herunter hängt.
Hauptkommissarin Patrizia Vespa und CoHauptkommissarin Cristina D´Avossa arbeiten mit ihrem Team auf Hochtouren, kommen aber anfangs nicht weiter.
Bis ein Zufall sie auf eine heiße Spur führt.
Von Montag, 31.10. 2011 - Samstag, 03.12.2011 nimmt mich die Autorin mit zu Mordrecherchen in die süditalienische Stadt Salerno. Die bildhaften Beschreibungen der Straße, Plätze und eines Gartens, den die Kommissare immer wieder aufsuchen, lesen sich so farbenfroh und interessant, dass ich Lust bekomme, diese Stadt am Meer auch mal zu besuchen. Am besten während der Lichtillusionen. Immer wieder eingestreute italienische Worte lassen ein Wohlfühl-Gefühl von dort sein entstehen.
Patrizia und Cristina sind zwei sehr sympathische junge Frauen, die sich mit ihren gegensätzlichen Vorstellungen sehr gut ergänzen. Auch die anderen Protagonistenm haben ihre Eigenheiten, Stärken und Schwächen und kommen sehr echt und menschlich rüber. Ich sitze aber nicht nur neben den Kommissarinnen am Schreibtisch, sondern werde auch in ihren den Alltag mitgenommen und erfahre so vieles aus ihrem persönlichen Umfeld. Bei Ihren Ermittlungen stoßen sie auf eine Menge Informationen, aber keine konkreten Hinweise auf den Täter. Bei dessen Gedanken, die kursiv eingestreut sind, läuft es mir kalt den Rücken runter.
Überhaupt versteht es die Autorin, die Spannung von Anfang an auf einem gleichbleibend hohen Level zu halten, bis sie ganz zum Schluss im Giardino della Minerva zusammenbricht. Denn hier ist der Fall nun fast gelöst. Manche Kapitel beendet sie so, dass ich unbedingt wissen will, was es nun mit diesen Andeutungen, die gemacht werden, wieder auf sich hat. Ein Buch, das ich kaum aus der Hand legen konnte. Was mir am meisten gefällt sind die leisen kriminalistischen Töne. Es gibt Tote, ja, aber die Beschreibungen des Blutvergießens halten sich in Grenzen. Für meine Fantasie ist dadurch ein großer Spielraum gegeben.
Ich habe eine spannende, athmosphärisch dichte und gut durchdachte Geschichte gelesen, die ich gerne weiter empfehle. Ich habe mich trotz der Toten in Salerno sehr wohl gefühlt.
Faszinierende Natur - für mich fehlt die Spannung
Die Toten in den Klippen von Fradkin Barbara
"Im Augenblick ist dem dem Schleusen verzweifelter Menschen eine Unmenge Geld zu verdienen und viele Akteure sind so gut wie unantastbar."
Amanda Doucette und Phil Cousins wollen die traumatischen Erlebnisse, die sie seit ihrem Einsatz einem Kinderhilfsprojekt in Nigeria verbinden, durch eine gemeinsame Auszeit in der Wildnis Neufundlands bewältigen.
Aber Pihl kommt nicht zum vereinbarten Treffpunkt. Er ist zusammen mit seinem elfjährigen Sohn Tyler auf Entdeckungstour gegangen. Amanda macht sich um den Geisteszustand ihres Freundes große Sorgen. Und als in einem kleinen Küstenort eine Leiche angespült wird, macht sie sich auf ihrer lindgrünen Kawasaki und ihrer Hündin Kaylee auf die Suche nach ihrem Freund und seinem Sohn.
Barbara Fradkin greift in ihrem neuesten Buch ein brandaktuelles Thema auf: die Situation von Flüchtlingen, wie sie von skrupellosen Schleppern betrogen und ausgebeutet werden. Die Spannung, die anfangs aufgebaut wird, kann sich leider über große Strecken nicht halten. Der leichte, lockere Erzählstil wirkt dadurch langatmig und langweilig. Schade, denn die Story selbst bietet sehr viel Potential, was hier und da auch herausgeholt wird, sich aber leider nicht hält.
Die detaillierten farbigen Beschreibungen der wilden, teils gefährlichen Natur dieser Atlantikinsel Neufundland haben mich dagegen fasziniert. Das Grollen und Donnern des Meeres habe ich fast hören und fühlen können. Die zumeist freundlichen Bewohner mit ihren Eigenheiten und Gewohnheiten haben auf mich Eindruck gemacht.
Mir fällt es sehr schwer, mich in Amanda, die taffe Heldin der Geschichte, hinein zu versetzen oder mich auf sie einzulassen. Aber ich bewundere ihren Mut und ihren Lebenswillen, der sie nie aufgeben lässt.
"Die Toten in den Klippen" ist ein brandaktuelle Geschichte, die in einer wunderbar belassenen Natur spielt. Mir hat hier leider die Spannung gefehlt.
Eine wunderbare Vorweihnachtsgeschichte
Das Weihnachtsdorf von Durst-Benning Petra
Ich habe mich gleich als ich es sah in das Cover verliebt. Es stimmt so wunderbar auf Weihnachten ein und die Geschichte passt genau in diese Jahreszeit.
Das Genießerdorf Maierhofen im malerischen Allgäu will in diesem Jahr seinen ersten Weihnachtsmark veranstalten. Überall wird gezimmert und gehämmert, gebastelt, gebacken, gekocht und gebraten.
Den Duft von den kross gebratenen Kartoffelscheiben habe ich direkt in der Nase. Aber es kommt auch hier und da zu Unstimmigkeiten, wenn die Arbeit einfach zu viel wird oder man sich einfach missversteht.
Leider habe ich es noch nicht zum Kräuter-der-Provinz-Festival geschafft und daher auch erst hier auf dem Weihnachtsmarkt die durchweg sympathischen Menschen aus Maierhofen kennengelernt.
Petra Durst-Benning hat einen so leichten, liebevollen und mitreißenden Schreibstil, dass ich mich in dem kleinen Dorf sofort heimisch gefühlt habe. Sie erzählt die Geschichten von den einzelnen Familien so einfühlsam und bringt den Zusammenhalt der Dorfgemeinschaft so gut rüber, dass ich gerne ein Teil davon wäre. Leider viel zu schnell ist das Buch ausgelesen.
Aber durch die Rezepte, die im Anhang des Buches zu finden sind, bleibe ich wenigstens kulinarisch noch einige Zeit in Maierhofen.
Eine wunderbare Geschichte, genau passend in die Vorweihnachtszeit, die mich verzaubert hat und die ich sehr gerne weiter empfehle.
Spannend und fesselnd ab der ersten Seite
Ihr einziges Kind von Wendelken Barbara
Da ich die ersten beiden Bücher der Autorin kenne und von denen schon ganz begeistert war, war ich ganz gespannt auf dieses neue Buch. Und ich wurde wahrlich nicht enttäuscht.
In diesem dritten Fall für die sehr sympathischen Ermittler Nola van Heerden und Renke Nordmann habe ich mich sofort wieder heimisch gefühlt.
Auch wenn man die ersten beiden Bücher nicht kennt, hat man keine Schwierigkeiten sofort in die Handlung einzutauchen. Um die Ermittler jedoch von Anfang an besser kennenzulernen ist es hilfreich, die Bücher der Reihe nach zu lesen. Kleine private Details lassen aber auch diesmal das private Bild der Ermittler weiter wachsen und sie fühlen sich wie gute Freunde an. Jeder hat sein Päckchen zu tragen: Renke trauert immer noch um seine verstorbene Frau und Nola hat Scheu, sich wieder auf einen Mann einzulassen.
Die Geschichte an sich ist von Anfang an so spannend, dass ich Mühe hatte, das Buch mal aus der Hand zu legen. Eine nach außen so vorbildhafte Familie, in der jeder, bis auf die junge Tineke, alle ihre Geheimnisse haben und ihre Machenschaften zu vertuschen versuchen. Neben dem Mordfall und dem Verschwinden von Silvana und dem Baby decken die Ermittler im Laufe ihrer Recherchen weitere Ungeheuerlichkeiten auf. Immer neue Verdächtige tauchen (für mich) auf. Jeder wird unter die Lupe genommen. Aber der Autorin gelingt es immer wieder mich von meinem Täter und seinem Motiv und meiner Theorie über den Hergang abzubringen und mich total zu verwirren.
Ich liebe es, so an der Nase herum geführt zu werden und mit ermitteln und mitfiebern zu können. Der Fall ist sehr akribisch aufgebaut und absolut schlüssig und für mich nachvollziehbar gelöst. Mit diesem Ende hatte ich nicht gerechnet.
Aber nicht nur die Spannung, die ab der ersten Seite sehr hoch ist und bis zum Schluss erhalten bleibt, haben mich überzeugt, sondern vor allem auch die sehr unterschiedlichen Protagonisten. Alle haben ihre Stärken, aber auch Schwächen, Unzulänglichkeiten und Fehler. Durch ihre Gesprächen, durch ihre Gedanken und durch eine sehr menschliche Beschreibung seitens der Autorin lerne ich sie im Laufe des Buches immer besser kennen. Es fällt mir meist nicht schwer meine Sympathie- oder Abneigungspunkte zu vergeben.
Auch der dritte Fall für Nola van Heeren und ihren Kollegen und gute Freund Renke Nordmann hat mich restlos überzeugt und mir spannende Lesestunden beschert. Vielen Dank Barbara Wendelken für dieses tolle Buch, das zu den absoluten Highlights meines Krimijahres zählt.
Ich habe mich bekringelt vor Lachen
Nenne drei Hochkulturen: Römer, Ägypter, Imker von Lena Greiner; Carola Padtberg-Kruse
Nach ?Nenne drei Nadelbäume? ist dies das 2. Buch der Stilblüten aus dem Unterricht über die ich mich köstlich amüsiert habe.
Ob es Übersetzungspannen aus dem englischen sind, wie Bürgermeister = Burgerking; Krankenschwester = illsister oder Vegetarier = vegetable. Da sollte man die Handhabung des Lexikons erst mal üben.
Ob über die Ferse des Achilles referiert wird, oder ob das Mittelalter zwischen dem Altertum und dem Neuertum (wahrscheinlich ein Bayernfan) liegt - immer ist es gleich witzig zu Lesen, was in den Köpfen von Kinder und Jugendliche aller Altersstufen bei dererlei Fragen so vor sich geht und was dabei herauskommt.
Köstlich finde ich den Auslöser der Ersten Weltkrieges: Sarajevo wurde erschossen und es kam zu Unruhen auf dem Balkon.
Ob es Ausreden sind, die sich sowohl Schüler als auch Eltern einfallen lassen; es um Glanzleistungen in der Geschichte oder religiöses Halbwissen geht; Übersetzungen aus dem Englisch- oder Debakel im Deutschunterricht kommen ebenso zur Sprache wie Blamagen in Physik, Chemie und Mathe. Die besten Patzer aus dem Abitur und die Geständnisse aus dem Lehrerzimmer vervollkommnen die Aufzeichnung der irrwitzigen Wissenslücken bzw. des Halbwissens.
Immer wieder mal habe ich überlegt, ob ich das jetzt wirklich genau so gelesen habe. Z.B. würde ich den Bundeswochenpräsidenten gerne mal kennenlernen.
Ich habe mich gekringelt vor Lachen. And I wish me more therefrom.
Nichts ist wie es scheint
Aus dem Nichts von Kornbichler Sabine
Dana Rosin, 33, hat bei ihrem Freund Alex Wagatha, 32, übernachtet. Als es am Morgen klingelt, versteckt sie sich auf der Empore im Wohnzimmer, da Alex seine Noch?Freundin Biggi erwartet, von der er sich jetzt trennen will. Nach einem Stimmengemurmel und einem zweiten Klingeln ist es bald mucksmäuschenstill und ein Mann mit einer Fuchsmaske betritt das Wohnzimmer.
Nach dessen Verschwinden wird sich Dana klar: sie hat gerade einem doppelten Mord beigewohnt. Alex und eine Nachbarin liegen erschossen im Flur. Galt dieser Anschlag Alex, der als Enthüllungsjournalist gerade an einer brisanten Story gearbeitet hat oder vielleicht ihr, die eine Alibi-Agentur führt? Dana macht sich auf, die vielen Fragen, die sich ihr stellen, selbst zu recherchieren und findet heraus, dass Alex absolut nicht der war, für den sie ihn gehalten bzw. für den er sich ausgegeben hat.
Der flüssige und leichte Erzählstil von Sabine Kornbichler lässt mich ab der ersten Seite in einen spannenden Kriminalfall eintauchen. Die Spannung macht sich ziemlich bald breit, steigt kontinuierlich an und hält bis zu dem Zeitpunkt, als mir der Täter serviert wird. Die komplexe Geschichte ist solide aufgebaut und sehr gut nachvollziehbar. Durch die immer wieder falsch gelegten Fährten war ich mir zwar sicher, dass der von der Polizei inhaftierte Verdächtige nicht der Täter ist. Kam aber nicht auf den tatsächlichen Hergang bzw. das Motiv des Mörders. Das weiß die Autorin bis zum Schluss sehr gut zu verschleiern.
Dana Rosin war mir von Anfang an sympathisch. Sie hat in ihrem Leben schon einiges erlebt und ist nicht daran zerbrochen. Ihr Onkel und ein guter Freund richten sie immer wieder auf und sind auch jetzt für sie da.
Aber auch die anderen Protagonisten sind so farbig und individuell gezeichnet, dass ich sie mir gut vorstellen kann. Zum ersten Mal wurde ich hier mit dem Krankheitsbild eines Pseudologen konfrontiert. Mir war bisher nicht gewusst, dass dies auch als Krankheit gilt, wenn das Lügen so exzessiv wie hier von Alex betrieben wird.
Ich habe einen Krimi gelesen, der mich ab den ersten Seiten in seinen Bann gezogen und sehr gut unterhalten hat. Solche Krimis wünsche ich mir mehr.











