Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gerlisch:
Gutes Debüt mit Luft nach oben
Ausweglos von Henri Faber
Noah Klingberg holt spätabends die Wäsche vom Trockenboden und wird plötzlich von einem Mann mit einem Messer an der Kehle bedroht. Dieser hat es auf seine Frau abgesehen, doch mit einem Zweitschlüssel führt er den Mörder in die Nachbarwohnung. Die Falk's sollten eigentlich verreist sein, doch als er Stunden später wieder zu sich kommt, liegt die Nachbarin grausam zugerichtet tot in ihrem Bett.
Alles deutet auf den Ringfinger-Mörder hin, der vor Jahren mehrere Frauen auf die gleiche Weise getötet hat. Kommissar Elias Blom wurde damals nach erfolglosen Ermittlungen strafversetzt, doch nun setzt er alles daran wieder Teil der Mordkommission zu werden.
Wechselnde Handlungsstränge jeweils in der Ich-Form aus Sicht von Noah, seiner Frau Linda und Elias, unterbrochen von Dialogen des Täters, bauen gleich am Anfang hohe Spannung auf, die leider im weiteren Verlauf der Story etwas abflacht. So wird aus dem spannendungsgeladenen Thriller eher ein abwechslungsreicher gut geschriebener Krimi.
Die Protagonisten wurden sehr gut beschrieben, die Charaktere sind interessant und jeder für sich hat mit seinen inneren Dämonen zu kämpfen. Einige Handlungen und Dialoge fand ich allerdings übertrieben, dies ging dann auf Kosten der Sympathie den Protagonisten gegenüber.
Durch die vielen unvorhersehbaren Wendungen bis zum Schluss, konnte der Autor aber bei mir wieder punkten.
Entführung per Handy
Eskalation von Nora Benrath
Als Dina Martin spät in der Nacht nach Hause fahren will, erhält sie von einem Unbekannten im nachfolgenden Auto einen Anruf. Er droht ihrer Tochter Gewalt anzutun und Dina macht alles was er will. Als sie auf einen Parkplatz anhalten soll, schöpft sie Hoffnung. Doch dann fallen Schüsse...
Die Story wird aus verschiedenen Sichtweisen dargestellt und durch die relativ kurzen Kapitel baut sich gleich zu Anfang Spannung auf, die auf den insgesamt 320 Seiten leider nicht konstant gehalten werden konnte.
Was den Täter angeht, wird der Leser durch unerwartete Wendungen immer wieder in die Irre geführt. Die teilweise detaillierten Beschreibungen der brutalen Handlungen waren manchmal nichts für schwache Nerven.
Allerdings fehlte mir im Großen und Ganzen das gewisse Etwas, das einen guten Thriller ausmacht. Die Schlusssätze zu den Beweggründen des Täters wirkten auf mich etwas gezwungen.
Eine interessante Story für zwischendurch.
Jonah Colley ermittelt auf eigene Faust
Die Verlorenen von Simon Beckett
Seit Jonah Colley's kleiner Sohn vor 10 Jahren aus seiner Obhut verschwand, hatte Jonah keinen Kontakt mehr zu seinem damals bestem Freund Gavin. Als der ihn plötzlich anruft und um Hilfe bittet, macht sich Jonah sofort auf den Weg zu einem Lagerhaus am Slaughter Quay. Doch als er dort ankommt, findet er nur noch seinen Freund sowie drei weitere Opfer tot vor.
Jonah selbst wird hinterrücks bewusstlos geschlagen. Als er wieder zu sich kommt, muss er feststellen, dass die Polizei ihn als Hauptverdächtigen sieht.
Der Thriller hat mich gleich mit einem superspannenden Anfang in seinen Bann gezogen. Die komplexe Story geht zwar in eine etwas ruhigere Gangart über, aber dadurch, dass ich nach und nach die Vergangenheit von Jonah und somit auch die Hintergründe vom Verschwinden seines kleinen Sohnes und das Zerbrechen der Freundschaft mit Garvin erfahre, wurde es mir zu keiner Zeit langweilig.
Auch beim fesselnden Ende wurden nicht alle Geheimnisse gelöst und so bin ich schon ganz gespannt auf den zweiten Teil der hoffentlich nicht so lange auf sich warten lässt.
Saga um die Familie Ronnefeldt
Die Teehändlerin von Susanne Popp
Frankfurt im Jahr 1838: Friederike und ihr Mann Tobias Ronnefeldt betreiben eine Teehandlung. Friederike stammt aus einer Kaufmannsfamilie und so liegt ihr der Geschäftssinn im Blut, doch ihr Mann möchte, dass sie sich aus seinen Geschäften heraushält. Als Tobias zu einer monatelangen Reise nach China, ins Land des Tee's aufbricht, soll in seiner Abwesenheit ein Prokurist die Geschäfte übernehmen.
Doch schon bald merkt Friederike, dass dem Prokuristen nicht zu trauen ist.
Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen, er ist leicht und flüssig zu lesen. Auch die Beschreibungen der Handlungsorte im historischen Frankfurt und im fernen China waren bildlich beschrieben und so hatte ich wunderschöne Bilder vor Augen.
Ein Personenverzeichnis gleich zu Anfang des Buches erleichtert dem Leser den Zugang zu den unterschiedlichen Charakteren. Der Fokus der Story liegt auf der Stellung der Frau im 19. Jahrhundert und wie sich damals starke Frauen in der durch die Männer dominierten Geschäftswelt behauptet haben.
Leider hatte die Story einige Längen und für meinen Geschmack kam nur wenig Spannung auf. Auch waren die Zeitsprünge teilweise etwas verwirrend und einige Informationen zur Story blieben dadurch auf der Strecke.
Ich vergebe für den Auftakt der Familiensaga 3,5 Sterne, für 4 hat es mir nicht gereicht. Meine Erwartung, mehr über die Geschichte des Tees zu erfahren, hat sich hier leider nicht erfüllt.
Palmiro und die Seelenlichter
Das Kreuz des Pilgers von Petra Schier
Reinhild und ihr Ehemann Gottfried werden auf der Heimreise nach Koblenz von Wegelagerern überfallen, Hilfe bekommen sie von den Pilgern Palmiro und Conlin. Doch leider kommt ihre Hilfe zu spät, denn Gottfried wird ein Opfer der Kämpfe. Reinhild sieht sich schweren Zeiten gegenüber, sie muss baldigst wieder heiraten um das Auskommen für sich und ihren Sohn Hannes zu sichern.
Sie entdeckt Gefühle für Conlin, doch wird ihr Vater, Graf Johann, einer Hochzeit zustimmen?
Die Informationen zu den damaligen Lebensumständen haben mir gefallen, man merkt sofort, dass die Autorin hier sehr gut recherchiert hat. Mir fehlten allerdings die Beschreibungen zu den Handlungsorten, sodass sich der Fokus ausschließlich auf die Charaktere einstellt. Protagonisten sind reichlich vorhanden, diese wurden sehr schön bildlich dargestellt. Ein Personenverzeichnis zur besseren Übersicht befindet sich am Anfang dieses Buches.
Der Schreibstil ist auf jeden Fall angenehm zu lesen, obwohl mir die Dialoge teilweise zu langatmig waren und sich bei mir keine Spannung aufbauen wollte. Trotz des interessanten Themas Homosexualität und die Kirche, konnte mich die Story nicht wirklich fesseln. Durch die starke Präsenz des Pilger-Kreuzes war das Ganze für meinen Geschmack zu esoterisch angehaucht. Schade, denn durch das sehr schöne Cover hatte ich mir eine spannende mittelalterliche Geschichte erhofft.
Geheimnisvolle Vergangenheit
Dein dunkelstes Geheimnis von Jenny Blackhurst
Vor Jahren verschwand Kathryns Freundin Elsie. Die Leiche wurde zwar nie gefunden, aber die Beweise gegen Kathryns Vater wogen so schwer, dass er wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Bei jedem Besuch im Gefängnis stellt sie ihm immer wieder die gleiche Frage: "Wo ist sie?" Genau am 25.
Jahrestag des Verschwindens erfährt Kathrin, dass wieder ein kleines Mädchen an der gleichen Stelle wie damals vermisst wird. Sie macht sich sofort auf den Weg zu ihrer Heimatinsel um herauszufinden was damals wirklich passiert ist.
Durch den angenehmen Schreibstil und den relativ kurzen Kapiteln ist dieses Buch sehr gut zu lesen. Die wechselnden Perspektiven zwischen Kathryn als Ich-Erzählerin und der ermittelnden Kommissarin Maggie erhöhen den Lesefluss. Der Leser erfährt viel über das Leben und Denken von Kathryn ohne die Story damit zu belasten. Die Darstellung des Handlungsortes, die Insel Anglesey, hat mir sehr gut gefallen.
Leider ahnte ich schon sehr früh, was sich dort vor 25 Jahren abgespielt haben könnte, sodass mich zwar die falschen Hinweise und Fährten kurzzeitig an meiner Ahnung zweifeln ließen, aber im Endeffekt nicht vollständig überzeugen konnten.
Auch kamen noch einige unlogische Handlungen und ins Leere laufende Spuren hinzu, sodass ich abschließend die Story etwas enttäuschend fand.
Tötlicher Urlaub
Tod auf Madeira von Tomás Bento
Die Krimi-Autorin Laura hat sich frisch von ihrem Mann getrennt und begleitet ihre Freundin Britta auf ihrem alljährlichen Urlaub mit ihrer Clique nach Madeira. Doch die Idylle wird früh durch den plötzlichen Tod von Stefan getrübt, der an einer allergischen Reaktion stirbt. Laura vermutet hier einen Mord und unterstützt den etwas eigenwilligen Commissario Mauricio Torres bei den Ermittlungen als Dolmetscherin.
Dieser Krimi vor malerischer Kulisse verbreitet schönes Urlaubsflair. Durch die ausführlichen Beschreibungen der Handlungsorte bekommt man Lust selbst die Insel zu erkunden.
Die Story an sich war leicht zu lesen, jedoch konnte mich der Schreibstil nicht fesseln, die Handlung tröpfelt leicht vor sich hin.
Die Charaktere blieben für mich eher blass, obwohl ich den Commissario ganz interessant fand. Der Fall an sich birgt leider keine großen Überraschungen.
Als Urlaubslektüre zum Entspannen ist der Krimi aber durchaus geeignet.
Düsterer Schweden-Krimi
Unter dem Sturm von Christoffer Carlsson
Die junge Lovisa kommt auf grausame Weise ums Leben und ihre Leiche wird in ihrem abgebrannten Zuhause gefunden. Ein mutmaßlicher Mörder wird schnell gefunden und verurteilt. Jahre später kommen dem damaligen Polizisten Vidar Jörgensen Bedenken an der Schuld des Verurteilten, auch deren Neffe Isaak, psychisch durch die Verurteilung seines Onkels gezeichnet, zweifelt an der Darstellung des Tathergangs.
Der Autor lässt in seinem Krimi eine düstere und bedrückende Atmosphäre entstehen. Durch das Springen zwischen den Zeitebenen könnte eine gute Spannung erzeugt werden, für mich waren manche Passagen allerdings zu langatmig.
Die Charaktere waren durchweg negativ eingestellt und haben nicht viel aus ihrem Leben gemacht. So konnte ich sie nicht an mich heranlassen.
Die Dorfbewohner haben mit Edvard sofort einen Schuldigen gefunden und die Polizei glänzte hier nicht sehr mit ihrer Ermittlungsarbeit, sondern hat die Anschuldigungen gern übernommen. Das Hauptaugenmerk lag bei diesem Krimi eher auf der Familiengeschichte.
Auch der Schluss war etwas zäh und irgendwie keine Überraschung. Schade, die Story fand ich sehr interessant, aber die Umsetzung hat mich nicht überzeugt.
Düsterer Psycho-Thriller aus Norwegen
Tiefer Fjord von Ruth Lillegraven
Die Politikerin Clara Lofthus versucht eine Gesetzesänderung zum Schutz von misshandelten Kindern durchzusetzen, während ihr Mann Haarvard, Arzt im Osloer Krankenhaus,k den Kampf um das Leben eines kleinen pakistanischen Jungen verliert. Als Haarvard schwere Misshandlungen vermutet und kurz darauf der Vater des Jungen tot aufgefunden wird, gerät Claras Mann unter Mordverdacht.
Die Story wird erzählt aus verschiedenen Perspektiven, jeweils als Ich-Erzähler. Die Autorin erschafft hier eine düstere Atmosphäre die den Leser durchaus in ihrem Bann ziehen kann. Allerdings fand ich den SChreibstil durch die diversen Gedankensprünge etwas gewöhnungsbedürftig.
Zu den Charakteren: Haarvard empfand ich auf Grund seiner ewigen Lügen und seiner Untreue als unsymphatisch. Auch mit Clara, die eher blass und kühl rüberkam, konnte ich nicht warm werden, aber vielleicht war dies von der Autorin auch so gewollt.
Im Laufe der Handlung erfährt der Leser um wen es sich bei dem Täter handelt, aber die Spannung wird dadurch gehalten, dass nach un nach die Beweggründe zu Tage treten.
Die Ermittlungsarbeit der Polizei steht in diesem Thriller eher im Hintergrund, vielmehr geht es hier um das sehr ernste Thema Kindesmisshandlung und was dies mit der Psyche eines betroffenen Menschen machen kann.
Da es sich bei "Tiefer Fjord" um den Auftakt einer Trilogie handeln soll, blieben zum Schluss einige Fragen offen. Ich fand den Plot zwar interessant, nur bin ich leider mit dem Schreibstil und den vielen politischen Passagen nicht warm geworden, von mir deshalb nur 3,5 Sterne.
Töte dich selbst, sonst nehme ich dir dein Liebstes!
SCHULD! SEID! IHR! von Michael Thode
Ein Obdachloser und ein pensionierter Polizist werden tot aufgefunden. Haben sie sich selbst getötet, oder treibt ein Mörder sein Unwesen in der Lüneburger Heide. Als sich weitere mysteriöse Todesfälle ereignen und in ihrem Zusammenhang jeweils eine Tarotkarte des "Gehängten" bei den Toten auftauchen, ist dem Kommissar Rolf Degenhardt schnell klar, dass er es mit einem Serientäter zu tun hat.
"Schuld! Seid! Ihr! ist der zweite Teil aus der Rolf-Degenhardt-Reihe des Autors. Obwohl in der Story manchmal Bezug auf die vorherigen Fälle des Ermittlers genommen wird, kann dieser Thriller ohne Vorkenntnisse gelesen werden.
Die Handlung ist wie in einem Theaterstück in sechs Akte aufgeteilt. Der Schreibstil von Michael Rhode ist flüssig, und durch die relativ kurzen Kapitel wird die Spannung gut aufgebaut.
Die einzelnen Charaktere fand ich teilweise interessant und sehr gut dargestellt, allerdings hätte der Autor aus manchen Protagonisten meiner Meinung nach noch mehr herausholen können.
Die Story um die Taten des Mörders wurden anfangs ausführlich beschrieben, doch im weiteren Verlauf ließ bei mir, durch Wiederholungen und nicht wirklich zu Ende gedachte Handlungsstränge, zum Schluss die Spannung nach. Das Ende war für mich dann auch wenig überraschend.
Ich habe mich trotzdem mit diesem Buch gut unterhalten gefühlt und vergebe für die interessante Plot-Idee der Story 4 Sterne und für die Umsetzung 3 Sterne.











