Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gerlisch:
Psychologischer Thriller
Trauma - Kein Entkommen von Wortberg Christoph
Katja Sand, Mordermittlerin in München, wird mit zwei Leichenfunden konfrontiert. Sie schwimmt mit ihren Vermutungen gegen den Strom, alles weist bei den Toten auf Suizid hin, nur Katja glaubt nicht daran.
Christoph Wortberg ist mit "Trauma-Kein Entkommen" der Start einer psychologischen Thriller-Trilogie gelungen.
Mir gefällt der Schreibstil sehr gut, mit kurzen prägnanten Sätzen wird schnell Spannung aufgebaut. Das gut recherchierte psychologische Hintergrundwissen zum Thema Trauma war gut und verständlich geschrieben.
Die Charaktere der beiden Ermittler könnten unterschiedlicher nicht sein. Katja hat es als alleinerziehende Mutter einer Tochter noch nie leicht im Leben gehabt, dadurch zeigt sie einige Ecken und Kanten. Ihre Vergangenheit und ihr persönliches Trauma nehmen in der Story viel (manchmal zu viel) Platz ein. Dann ist da noch Rudi Dorfmann, ein humorvoller und einfühlsamer Ermittler, sozusagen der ruhige Pol bei der Zusammenarbeit mit Katja.
Der Autor schafft in seinem Buch durch die Rückblicke des Täters in die Vergangenheit eine düstere Stimmung und die Beschreibungen der menschlichen Abgründe haben mich stellenweise gruselnd zurückgelassen.
Ein spannender Auftakt einer Trilogie die neugierig auf den nächsten Teil macht.
Mord ist nicht gleich Mord
Die siebte Zeugin von Florian Schwiecker; Michael Tsokos
An einem Sonntagmorgen in Berlin macht sich der Verwaltungsbeamte Nicolas Nölting auf den Weg in eine Bäckerei, doch anstatt Brötchen zu kaufen entreißt er einem Polizisten die Waffe und schießt wild um sich. Ein Mann ist tot und zwei weitere Personen verletzt. Anschließend verweigert er rigoros die Aussage.
Seine verzweifelte Frau beauftragt den Anwalt Rocco Eberhardt ihren Mann vor Gericht zu vertreten.
Für diese Justiz-Krimi-Serie haben sich die Autoren Florian Schwiecker sowie der REchtsmediziner und Bestesellerautor Michael Tsokos zusammengetan um ihre eigenen Berufserfahrungen mit den beiden Protagonisten Rocco und Dr. Jarmer dem Leser näher zu bringen.
Der Schreibstil ist recht flüssig und angenehm zu lesen, leider fand ich die Story an sich ein bisschen zu flach, denn das Motiv kristallisierte sich ziemlich schnell heraus, hier hätte ich mir mehr Möglichkeiten zum Miträtseln gewünscht.
Die Passagen um Roccos Privatleben haben mir gut gefallen, da ergaben sich noch ein paar Cliffhanger für den nächsten Fall. Dr. Jarmer, der Rechtsmediziner hatte in diesem Krimi eigentlich nur eine Nebenrolle, da erhoffe ich mir für den nächsten Teil mehr, auch über seine Arbeitsweise würde ich gern mehr erfahren.
Die juristischen Winkelzüge waren sehr gut dargestellt und auch für den Laien verständlich beschrieben, allerdings fehlte mir zum Schluss ein Aha-Effekt. Dieser Krimi ohne Polizeiermittlungen und ohne viel Blutvergießen hat mich gut unterhalten.
Ein fesselnder Cold Case Krimi aus Schweden
Der andere Sohn von Peter Mohlin; Peter Nyström
John Adderley wird nach einen Undercover FBI-Einsatz ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen und will sich in Karlstad in Südschweden eine neue Identität als Ermittler Frederik Adamsson aufbauen. Karlstad ist seine Heimat in der sein Halbbruder seit 10 Jahren verdächtigt wird, die damals 19jährige Unternehmer-Tochter Emelie ermordet zu haben.
Nun soll der Fall mit Hilfe von John/Frederik wieder aufgerollt und schon bald tauchen neue Spuren auf.
Das Autorenduo hat mit John einen äußerst interessanten Charakter geschaffen. Anfänglich war er mir etwas unsympathisch, dies hat sich im Laufe der Story aber schnell geändert. Er ist ein Alleingänger der mit Panikattaken zu kämpfen hat, aber an die Ermittlungen mit außergewöhnlichen Methoden herangeht.
Die Story ist in vier Abschnitte unterteilt und wird aus zwei unterschiedlichen Perspektiven erzählt, so wird die Spannung durchweg hoch gehalten.
Der Leser wird mit einem fesselnden Schreibstil durch die Familiendramen, Lügen und Intrigen geführt und aufgrund der gut durchdachten intelligenten Ermittlungen kommt nach und nach die Wahrheit ans Licht.
Durch einen fiesen Cliffhanger am Schluss bleibt dieser spannende Krimi noch länger im Gedächtnis und macht neugierig auf mehr. Von mir eine klare Leseempfehlung.
Ich weiß was du getan hast
Flieh, so weit du kannst Thriller von Naomi Joy Angela Koonen
Als Ava sich von ihrem Freund Charlie trennen will, bietet ihr Chef ihr die Wohnung seiner vor kurzem verstorbenen Tochter als Übergangslösung an. Doch Ava merkt sehr schnell, dass ihr Chef David Stein dafür eine Gegenleistung erwartet. Und dann ist da noch das Geheimnis um den Tod seiner Tochter Olivia.
Das Cover und den Titel dieses Thrillers fand ich sehr ansprechend und so war ich sehr gespannt was mich erwartet. Die Story wurde durch die verschiedenen Perspektiven der Hauptprotagonisten Ava und Jade aufgebaut. Im Vordergrund stehen hier die einzelnen Charakterzüge, die durch Lügen, Intrigen, Neid und Manipulation die Protagonisten nicht sehr sympathisch dastehen lassen.
Im Mittelteil fiel die Spannung dann aufgrund von einigen Wiederholungen ab. Der Plot war sehr vorhersehbar, obwohl ich bis zum Schluss noch eine unerwartete Wendung erhoffte.
Die Idee der Handlung an sich hat mir gut gefallen, allerdings waren einige Passagen etwas übertrieben und zu dünn ausgearbeitet.
Für mich war das Buch eher ein Drama, es fehlte der Thrill. Schade, denn der Schreibstil war durchaus fesselnd und hat mir gut gefallen.
Grausames Thema
Amissa. Die Verlorenen von Frank Kodiak
Direkt neben einer Autobahn-Raststätte läuft ein Mädchen panisch auf die Fahrbahn. Die Privatdetektive Rica und Jan Kantzius werden Zeugen wie das Mädchen von einem Auto erfasst wird. Jan versucht ihr noch zu helfen, doch jede Hilfe kommt zu spät, sie kann ihm gerade noch einen rätselhaften Zettel in die Hand drücken bevor sie stirbt.
Dieser Zettel und ihre letzten Worte lassen Jan keine Ruhe und er beginnt mit den Ermittlungen zusammen mit seiner Frau, die für Amissa arbeitet, eine Institution zur Aufklärung von Vermisstenfällen.
Der Auftakt der Trilogie um das Privatdetektiv-Ehepaar und Amissa hat mir sehr gut gefallen. Der gewohnt fesselnde Schreibstil des Autors Andreas Winkelmann, der hier unter dem Pseudonym Frank Kodiak schreibt, lässt die Seiten beim Lesen nur so dahin fliegen, obwohl die Spannung manchmal ein klitzekleines bisschen absackte.
Die Story wurde aus verschiedenen Sichtweisen erzählt, so erfährt der Leser schnell verschiedene Hintergründe.
Die beiden Hauptprotagonisten wurden prima bildlich beschrieben, sie haben Ecken und Kanten und eine interessante Vorgeschichte.
Die Handlung ist gut durchdacht und die Darstellung der menschlichen Abgründe ist nichts für schwache Nerven. Die offenden Fragen zum Ende machen definitiv neugierig auf den nächsten Teil, der hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt.
Wer ist die Hornisse?
Die Hornisse von Raabe Marc
Dem gefeierten Rockstar Brad Galloway wird auf der Bühne von einer unbekannten Frau ein Umschlag mit einer blutigen Feder überreicht. Am nächsten Tag wird er tot im Gästehaus der Polizei gefunden. Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns übernehmen den Fall, doch schon bald weisen vermehrt Spuren auf Tom und seine Frau Anna hin.
Für mich war dies der erste Thriller aus der Tom-Babylon-Reihe und obwohl es sich hier bereits um den dritten Teil handelt, bin ich gut in die Story hineingekommen, auch die Charaktere blieben mir hier nicht fremd.
Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen, so kommt es durch die immer wiederkehrenden Rückblenden zu Geschehnissen in Berlin kurz vor dem Mauerfall, zu einem permanenten Spannungsaufbau. Der Leser erfährt hier auch sehr viel aus Tom's Vergangenheit und seiner toten Schwester Viola, die bei ihm immernoch sehr präsent ist.
Es ist faszinierend zu lesen wie sich immer mehr Fäden zu einem großen Ganzen zusammenfügen und zu einer glaubwürdigen Auflösung führen.
Jetzt werde ich mir noch Teil 1 und 2 besorgen, damit ich noch mehr über die Charaktere erfahre und freue mich schon auf den nächsten Fall mit Tom und Sita.
Ein absoluter Page-Turner, den ich nicht aus den Händen legen mochte.
Tödliche Freundschaft
Frostgrab von Allie Reynolds
Nach 10 Jahren trifft sich Milla mit ihrer Snowboard-Clique von früher in einer einsamen Lodge in den französischen Alpen. Niemand sonst scheint anwesend zu sein, doch schon bald beginnt ein übles Psychospiel.
Die Charaktere sind vielschichtig und interessant dargestellt. Jeder hat sein Geheimnis und trägt Schuldgefühle mit sich herum.
Die Handlung wird aus der Sicht von Milla als Ich-Erzählerin dargestellt. So versucht sie teilweise im Alleingang zu ergründen warum sie alle ohne Handys und funktionierendem Skilift in der Lodge festsitzen. Was ist damals vor 10 Jahren passiert, wer will sich rächen? So sucht sie bei jedem nach Antworten und verdächtigt jeden auf die ein oder andere Weise. Doch ist sie ganz unschuldig? Hier gelingt es der Autorin sehr schön bei jeder Person gewisse Zweifel zu säen.
Die Story wechselt aus der Gegenwart immer mal wieder in den Winter vor 10 Jahren zurück und nach und nach fügt sich ein Puzzleteil nach dem anderen zusammen. Das hin- und herswitchen ist so geschickt gewählt, dass sich hier die Spannung gut aufbauen kann und man unbedingt weiterlesen möchte.
Die vielen Snowboarding-Fachbegriffe sind etwas gewöhnungsbedürftig, beeinträchtigen das Lesevergnügen aber nicht.
Was den Täter angeht, fand ich die Auflösung etwas vorhersehbar, die Hintergründe waren aber durchaus schockierend.
Hier ist der Autorin ein gutes Thriller-Debüt gelungen, gerne mehr.
Halte durch, bleib bei mir
Der Mädchenwald von Sam Lloyd
Die 13jährige Elissa wird auf einem Parkplatz entführt und betäubt. Sie kommt zu sich angekettet in einem düsteren Kellerverlies. Immer wieder schleicht sich der Junge Elijah zu ihr. Durch ihre Gespräche erfährt Elissa, dass sich nicht das erste gefangene Mädchen in diesem Verlies ist und so sieht sie in Elijah ihre einzige Chance diesem Horror lebend zu entkommen.
Erzählt wird die Story aus drei verschiedenen Perspektiven. Beginnend am 6. Tag der Entführung aus Sicht von Elijah in der Ich-Form. Danach wechselt die Geschichte zu Tag 1 aus Sicht von Elissa und Detective Mairead MacCullagh.
Durch den wortgewandten, fesselnden Schreibstil und den relativ kurzen Kapiteln baute sich bei mir sofort die Spannung auf, die auch zum größten Teil bis zum Schluss gehalten werden konnte.
Der Autor schuf hier eine düstere, beklemmende Atmosphäre. Nach und nach offenbart sich dem Leser eine Handlung gespickt mit menschlichen Abgründen und unerwarteten Twists wodurch die Situation plötzlich wieder eine ganz andere Sichtweise erhält.
Die Charaktere konnten mich teilweise leider nicht richtig überzeugen. Da ist zum einen Elissa, die manchmal ganz abgebrüht versucht Elijah zu manipulieren und Überlegungen anstellt, die man einer 13jährigen überhaupt nicht zutraut. Die Ermittlerin Mairead MacCullagh blieb eher blass und konnte bei mir keine Symphatie wecken.
Das Ende war nochmal richtig spannend und punktet mit Überraschungen und Emotionen. Allerdings hätte ich mir abschließend zum Hintergrund der Tat etwas mehr Erklärungen gewünscht, auch blieben einige Fäden ungelöst in der Luft hängen.
Trotzdem ein lesenswerter, verwirrender Debüt-Thriller den man nicht aus der Hand legen mag.
Der erste Fall für Heloise Kaldan und Erik Schäfer
Leichenblume von Anne Mette Hancock
Die Journalistin Heloise Kaldan erhält seltsame Briefe mit beunruhigendem Inhalt von der bereits seit einiger Zeit gesuchten Mörderin Anna. Um der Sache auf den Grund zu gehen, macht sich Heloise auf die Suche nach ihr und gerät schon bald in brenzliche Situationen.
Der Mord an einem bekannten Anwalt ist hier nur der rote Faden, der sich durch die Story zieht, hauptsächlich geht es in diesem Thriller-Debüt um Rache und menschliche Abgründe.
Gleich von Anfang an konnte mich die Story fesseln, wobei auch der sehr angenehme und flüssige Schreibstil dazu beigetragen hat. Durch die kurzen Kapitel war das Buch dann auch ruchzuck durchgelesen, sodass hier die Gefahr von Längen gar nicht erst aufkommen konnte.
Die beiden Hauptprotagonisten sind mir sehr symphatisch, da ist zum einen die geheimnisvolle, couragierte Heloise und zum anderen der buschikose Kommissar Erik Schäfer, der sich nicht zu fein ist, Heloise in seine Gedanken zu den Ermittlungen mit einzubeziehen.
Dieser Thriller hat mich sehr gut unterhalten und ich freue mich schon auf den zweiten Teil der im Sommer 2021 unter dem Titel "Narbenherz" erscheinen soll.
Beängstigende Thematik
Die Stimme von S. K. Tremayne
Jo zieht nach der Trennung von ihrem Partner bei ihrer besten Freundin Tabitha ein. Thabithas Wohnung ist gespickt mit Technik die einem das Leben erleichtern soll, so auch mit einem Sprachassistenten "Electra". Doch die diversen Home-Assistenten scheinen sich selbständig zu machen und lassen Jo an ihrer Wahrnehmung zweifeln.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und angenehm zu lesen. Das Thema der Story ist aktuell und zeigt den erhobenen Zeigefinger, wenn es um überwachende Technik in der Privatspähre geht.
Allerdings fand ich das Ganze im Laufe der Story too much, übertrieben und unglaubwürdig. Auch habe ich als Leser irgendwann Jo nicht mehr verstanden, dass sie sich so lange manipulieren lässt.
Positiv ist, dass der Autor einige falsche Fährten legt, die ein paar Seiten später wieder über den Haufen geworfen werden. Durch die teilweise kurzen Kapitel konnte die Spannung mehr oder weniger aufrecht gehalten werden. Nur die Beschreibungen des Settings zogen sich manchmal in die Länge.
Im Ganzen konnte die Story mich nicht fesseln und auch das Ende war nicht sehr überzeugend dargestellt und für mich zu undurchsichtig.











