Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Miro:
Gustav Mahlers letzte Reise
Der letzte Satz von Robert Seethaler
Am Ende seines Lebens kehrt Gustav Mahler zurück nach Europa. Mit der Lektüre begleiten wir ihn auf seiner letzten Seereise von New York nach Cherbourg. Sein Körper hat schon stark nachgelassen, er kann sich kaum mehr auf seinen eigenen Beinen halten.
So verbringt er seine Tage auf Deck und gibt sich seinen Erinnerungen hin.
Die stärksten Eindrücke seines Lebens kommen ihm wieder in den Sinn. Der Tod seiner Tochter Maria, die Begegnung mit Siegmund Freud und natürlich immer wieder Alma, die Frau, die er bis zum Ende geliebt hat.
Aber auch leichte Erlebnisse prägen seine Gedanken, wie zum Beispiel das erste Mal New York sehen. Was muss das für ein imposanter Eindruck für einen Österreicher gewesen sein. So hohe Bauwerke waren in Wien noch undenkbar.
Robert Seethaler geht sehr vorsichtig mit seinem Protagonisten um. Dieses Buch stellt keinen Anspruch auf biographische Vollständigkeit. Hier stehen Gefühle, Gedanken und Erinnerungen im Vordergrund. Was bleibt, wenn das Leben langsam zu Ende geht. Es ist ein schönes Buch in einfühlsamer und ruhiger Sprache.
Ein bisschen ausführlicher hätte es sein können. Durch die extreme Kürze habe ich Angst, dass der Eindruck schnell wieder verblasst.
Allerdings kann man es auch ganz schnell nochmal lesen.
Einmal Meisterdiebin sein!
Wilde Freude von Sorj Chalandon
Die K-Gang, das sind Brigitte, Jeanne, Assia und Mélody. Das K kommt vom Vermerk auf den Patientenakten und steht für Krebs.
Als Jeanne ihre Diagnose bekommt, ist ihre Ehe ziemlich am Ende. Das Paar konnte den Tod ihres Sohnes nicht gemeinsam verarbeiten und driftete immer weiter auseinander. Jeanne's Mann ist überfordert und kann seine Frau nicht unterstützen.
Also verlässt er sie.
Doch Jeanne lernt an ihrem ersten Chemotag Brigitte kennen, die sie in ihre Clique aufnimmt. Alle vier Frauen sind vom Schicksal ziemlich hat drangenommen worden. Aber Mélody trifft es am Schlimmsten. Ihr Sohn wurde von seinem Vater nach Russland entführt und verlangt nun Lösegeld.
Die Gruppe hat nichts zu verlieren und so planen sie im Fahrwasser einer kriminellen Frauengruppe einen Raub in deren Stil. Akribisch kunden sie den Juwelier aus und entwickeln einen großen Coup mit einer arabischen Prinzessin. Ob der Raub gelingt oder die Frauen doch noch das große Flattern kriegen, wird hier natürlich nicht verraten.
Nur noch so viel. Es kommt dann doch manches anders als erwartet.
Gut gefallen hat mir, wie sich diese vom Schicksal gebeutelten Frauen immer wieder gegenseitig aufbauen und es auch schaffen, immer wieder das schöne im Leben zu sehen. Auch wenn es noch so schwer scheint. Man kann "wilde Freude" empfinden im Kreis einiger Lieben.
Die Männer kommen in dieser Geschichte nicht so gut weg. Sie sind fast alle komplette Arschlöcher. Nur einen guten Freund gibt es, aber es heißt ja Ausnahmen bestätigen die Regel. Das könnte etwas überzeichnet wirken, aber in diesem Roman ist es fast schon wieder lustig und so streng möchte ich jetzt mal nicht sein.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und mit Jeanne mitgefiebert und mitgelitten. Sie hat ihr Schicksal nicht verdient, aber sie geht gestärkt daraus hervor, trägt ihre Glatze mit erhobenem Haupt.
Kurz vor Schluss gibt es eine Wende, die dem ganzen Roman noch mal eine andere Richtung verleiht und einen schönen Denkanstoß bietet, doch der wirkliche Schluss kommt dann zu abrupt. Da konnte ich nicht ganz folgen. Das hätte die Autorin etwas besser ausarbeiten können.
Daher vergebe ich nur 4 Sterne für dieses Buch, das mir wirklich Freude bereitet hat beim lesen.
Die Salpétrière tanzt
Die Tanzenden von Victoria Mas
Die Salpétrière, Paris' Irrenanstalt ist gut gefüllt mit Frauen jedes Alters. Frauen, die öffentlich ihre Meinung vertreten, Frauen, die sich wehren in ihrer männerdominierten Welt oder einfach Frauen, deren man sich entledigen wollte. Es sind geschundene, geschlagene und gebeugte Frauen, die spätestens in den Räumen des Hospitals verrückt werden.
"Keine Frau kann je wirklich sicher sein, wegen ihrer Äußerungen, ihrer Eigenart oder ihrer Ideale nicht doch hinter den gefürchteten Mauern im dreizehnten Arrondissement zu landen. Daher sind sie auf der Hut."
(S. 35)
Eugenie ist eine bürgerliche, junge Frau, die sich wünscht auszugehen, zu diskutieren, in den Kaffeehäusern zu lesen. Doch das alles ziemt sich nicht für ein Mädchen ihres Standes. Ihr Vater nimmt sie kaum wahr, denn ihr einziger Wert ist, verheiratet zu werden. Um von ihm gesehen zu werden, provoziert sie ihn immer wieder.
Außerdem hat sie eine besondere Gabe. Seit sie 12 Jahre alt ist, sieht sie immer wieder ihren verstorbenen Großvater. Er spricht auch zu ihr. Eugenie lernt schnell, dass sie diese Gabe für sich behalten muss. Als ihr der Großvater verrät, wo sich der geliebte, gestohlen geglaubte Anhänger der Großmutter befindet, vertraut sich Eugenie der vermeintlich liebevollen Großmutter an und befindet sich wenige Tage später auf dem Weg in die Salpétrière.
Gleichzeitig lernen wir die Oberschwester dieser Anstalt kennen. Ihr einziger Lebensinhalt ist die Klinik und der Dienst für die allseits angehimmelten Ärzte da. Regelmäßig werden hier Vorführungen abgehalten und unter Hypnose Anfälle ausgelöst, zur Belustigung und zum Entsetzen der Bourgeoisie.
"Wenn eine Geisteskranke unter Hypnose vor einem stummen Publikum einen hysterischen Anfall ereilte, hatte man weniger den Eindruck, einer psychischen Störung beizuwohnen als einem verzweifelten erotischen Tanz."
(S. 97)
Was den Frauen in der Psychiatrie alles angetan wurde, ist ja bekannt. Allerdings macht es das Grauen beim Lesen nicht geringer. Unvorstellbar, was die mehr oder weniger 'Verrückten' alles im Namen der Wissenschaft erdulden mussten.
Bei der Lektüre leiden wir mit Eugenie. Doch die Autorin lässt uns nicht ohne Hoffnungsschimmer zurück. Ihre Gabe verschafft ihr vielleicht einen Ausweg, aber das wird hier natürlich nicht verraten.
Im Großen und Ganzen habe ich das Buch sehr gerne gelesen. Es ist spannend, mitleidserregend und auch interessant. Nur die Gabe von Eugenie macht mir etwas zu schaffen, denn prinzipiell glaube ich nicht daran, dass jemand mit Toten sprechen kann. Diese Gabe macht sie in meinen Augen eigentlich zu einer Verrückten, um in der Sprache des Buches zu bleiben. Für meinen Geschmack ist Eugenie nicht das beste Beispiel, um die Willkürlichkeit, mit der Frauen eingewiesen wurden, anzuprangern. Da hätte das Schicksal, der vom Onkel vergewaltigten Louise, besser gepasst. Oder das Schicksal der Frau, die nach dem Tod ihres Babys versucht hat, sich das Leben zu nehmen.
Wie dem auch sei, die Autorin hat sich dafür entschieden und ihre Geschichte auf diese Gabe aufgebaut. Ob dies stimmig ist, oder nicht, muss jede*r Leser*in für sich entscheiden. Ich habe das Buch trotzdem gerne und mit Interesse gelesen, aber für 5 Sterne reicht es aus ebendiesem Grund nicht.
Außerdem ist es stellenweise schlampig lektoriert. Ich habe einige Fehler gefunden und bin über manche Sätze gestolpert.
Wer kennt ihn nicht, den berühmten See mit dem Kirchturm in der Mitte!
Ich bleibe hier von Marco Balzano
Jeder kennt den berühmten Reschensee mit seinem Kirchturm im Wasser. In diesem Buch lesen wir von den Menschen, die diesen Ort bewohnten und verzweifelt versuchten ein gutes Leben zu führen.
Marco Bolzano gibt ihnen Gesichter und eine Geschichte, die genau so hätte passieren können: Trina ist in diesem idyllischen Bergdorf aufgewachsen und träumt davon Lehrerin zu werden.
Doch nach abgeschlossener Ausbildung übernehmen die Faschisten die Macht in Italien und als deutschsprachige Südtirolerin darf sie nicht unterrichten. Zwischen 1939 und 1943 sollten alle nach Deutschland auswandern. Diejenigen, die bleiben, werden zu Bürgern zweiter Klasse. Ihre Sprache wird verboten.
Beherzt beginnt Trina im Untergrund zu unterrichten, bis ihr Mann Erich für die Italiener an die Front muss und sie sich um den Hof kümmern muss.
Als die Nationalsozialisten Südtirol übernehmen, geht es für die Deutschstämmigen wieder etwas bergauf. Dennoch sind Repressalien zu fürchten, denn immerhin wollten die Dagebliebenen in der ersten Welle nicht heim ins Reich. Trinas Sohn Michael meldet sich freiwillig, aber Erich will auf keinen Fall ein zweites Mal in den Krieg. Es bleibt nur die Flucht.
Überschattet wird das Ganze noch von diesem irrwitzigen Kraftwerksbau. Der größte Staudamm Mitteleuropas soll gebaut werden und der wird Reschen und Graun verschlucken.
Für die Menschen in diesen Bergdörfern ist das Elend auch nach dem Krieg nicht vor bei. Ihre hart umkämpfte Heimat ist immer noch bedroht und was sie auch versuchen, sie finden kaum Unterstützung.
Wie es ausgeht, wissen wir ja alle. Dieses Buch bringt uns dazu, über die Menschen, die in dieser Kirche gebetet haben und in diesen Dörfern geschlafen, gearbeitet und geliebt haben, nachzudenken. Sie hatten es nicht einfach in ihren Leben. Ihre Arbeit war hart, ihre Zeit brutal und dennoch sind ihre Geschichten voller Hoffnung und Lebensmut.
Marco Bolzano hat ein schönes Porträt gezeichnet von dieser widerstandsfähigen Gemeinschaft der Dagebliebenen. Ich habe diese Geschichte sehr gerne gelesen, fand sie ungemein interessant und war stark berührt von der Grausamkeit der Geschichte. Äußerst lesenswert!
Brücken bauen
Ein Sonntag mit Elena von Fabio Geda
Der Vater war Zeit seines Arbeitslebens viel unterwegs. Auf der ganzen Welt baute er Brücken und nur zwischendurch war er Familienvater in Turin. Jetzt verbringt er seine Pension in der Turiner Wohnung, die leer und still geworden ist.
Sein Frau wurde bei einem Autounfall getötet und seine Kinder sieht er kaum.
Sein jüngster Sohn lebt in Finnland, seine älteste Tochter ist aufs Land gezogen und mit der mittleren Tochter telefoniert er nicht mal. Da herrscht Funkstille, obwohl es nicht mal einen Streit gegeben hatte.
Endlich soll wieder einmal Leben in die Wohnung einkehren. Seine Tochter mit Familie kommt ihn besuchen und er wagt sich an alle ihre Lieblingsgerichte. Endlicht fasst er den Mut, dass Kochbuch seiner verstorbenen Frau zu öffnen, das alle ihre kulinarischen Geheimnisse enthält.
Doch kurz vor Mittag sagt seine Tochter ab. In der leeren Wohnung will er nicht bleiben. Sie wirkt jetzt noch anklagender.
So macht er sich auf in den Park und lernt dort Elena und ihren Sohn Gaston kennen. Zögerlich lädt er die beiden zum Essen ein und es entspinnt sich eine Begegnung, die für alle Seiten bereichernd ist.
Die Erzählstimme ist die mittlere Tochter. Das fand ich lange sehr befremdlich, weil sie ja keinen Kontakt zum Vater hat. Doch ab der Mitte, wird klar, dass nur die Bühnenschreiberin die Erzählerin sein kann. Sie liebt es, aus alten Bildern Geschichten zu entspinnen und durch die Distanz wird die Geschichte ihrer Familie keine Nabelschau, sondern eine ruhige, einfühlsame Geschichte über den Zusammenhalt unter Geschwistern, die Suche nach Liebe und Anerkennung und den Halt, den die familiären Wurzeln geben können.
Im Zentrum des Romans steht nicht die Begegnung mit Elena. Der Titel verwirrt hier etwas. Im Zentrum stehen die Geschwister, die immer unter dem abwesenden Vater gelitten haben und später seine Anhänglichkeit nicht brauchen können. Schließlich hat immer die Mutter alles zusammen gehalten.
Sie alle müssten ihre Plätze im Gefüge neu finden.
Stilistisch ist das Buch recht einfach gehalten. In leisen Tönen wird erzählt. Nicht immer chronologisch, eher themenbezogen. Wie bei einem langen Gespräch im Familienkreise. Besprochen wird, was grad auf den Tisch kommt, manches kann aufgearbeitet werden, manches muss noch ein bisschen im Raum stehen blieben. Vorwürfe findet man kaum in diesem Buch.
Es ist eine wirklich feine Geschichte über eine Familienstruktur, die wohl gar nicht so selten anzutreffen ist. Mir hat die Lektüre gut gefallen, aber für den fünften Stern hätte sie vielleicht etwas packender oder einzigartiger sein müssen.
Wenn der Schlickmergel ruft
Das Meer in meinem Zimmer von Jana Scheerer
Pax war Zeit seines Lebens auf der Suche nach der Jolanda, die immer mal wieder im Watt auftaucht. Ein Schiffswrack mit einer Legende und einem Geist. Der Schlickmergel, der macht den Sturm.
Und Sturm wütete immer wieder mal in Pax Kopf. Dann warf er mit Gegenständen, beschimpfte Frau und Kinder oder weinte tagelang, eingesperrt in seinem Zimmer.
Das war die Zeit für einen weiteren "Schatzsucherkongress".
Jetzt ist Pax tot und seine Frau und seine beiden Töchter müssen damit zurechtkommen. Jolanda hat eben maturiert und sollte eigentlich feiern, aber ihre Mutter will den Tod nicht wahrhaben und es ist an Jolanda, den Kopf zu bewahren. Völlig überfordert mit der Situation irrt sie durch ihr Leben auf der Suche nach Hilfe und erinnert sich dabei ihrer Kindheit und Jugend mit ihren Eltern.
Wenn man anfangs noch den toten Vater betrauert, ändert sich die Stimmung beim Lesen schnell. Der Vater ist ein narzisstischer, cholerischer Mann, der unter einer schweren psychischen Erkrankung leidet und seine Stimmungen immer wieder an seiner großen Tochter auslässt.
Die Mutter, eigentlich Psychologin, versucht diesen Zustand immer wieder zu ignorieren. Als Alleinverdienerin ist sie mit ihrem Alltag überfordert und sucht ebenfalls Unterstützung bei ihrer großen Tochter. Deshalb bekommt sie auch schon zum 12 Geburtstag die "Erlaubnis" ihre Eltern mit dem Vornamen anzureden. Mama und Papa wäre ja mittlerweile zu kindisch. Die Eltern wollen sich freikaufen, denn es gibt ja mittlerweile eine zweite Tochter, um die sich Jolanda ebenfalls regelmäßig kümmert.
Diese Geschichte entwickelt sich völlig anders als erwartet. Doch ich bin positiv überrascht. Die jugendliche Erzählerin zeigt sich in einem interessanten Licht. Ihre Gedanken sind manchmal etwas wirr, doch sie weiß ihre Welt zu beschreiben. Sie jammert nicht, obwohl sie häufig Grund dazu hätte und sie ist Meisterin darin, allem oder zumindest vielem etwas positives abzugewinnen. Ihre Art, ihre Umwelt zu betrachten und zu begreifen hat etwas sehr erfrischendes und zugleich tieftrauriges, denn einfach nur Kind sein, durfte sie nie.
Man könnte jetzt meinen, die Familie wäre ohne diesen Vater besser dran, doch ihr Alltag hat sich immer um ihn und seine Stimmungen gedreht. Die Familie muss sich völlig neu strukturieren und erfinden. Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer am Ende.
Mir hat diese berührende Geschichte sehr gut gefallen. Die Erzählerin ist ein großartiges Mädchen, zeigt Stärke und Resilienz. Ein komplett anderer Roman als erwartet in großartigem Setting, mit spannender Handlung und erhellenden Rückblenden.
Sie wissen, was du tust!
Paradise City von Zoë Beck
Deutschland in einer nicht allzu fernen Zukunft: Die meisten Menschen leben in wenigen Megacities, das Meer hat einiges an Land geraubt und die Kleinstädte werden nicht perfekt mit Wasser und Strom versorgt. In den Megacities ist das Leben angenehm, sofern man dem System entspricht. Fällt man auf, bekommt man Punktabzug bei der Wohnungsvergabe, bei der Schulwahl für die Kinder, oder was man sich eben so wünscht.
Der Gesundheitsdienst versorgt die Menschen über einen Chip und eine App. Stimmt etwas am Blutbild nicht, wird einem prompt das passende Medikament geliefert.
Liina arbeitet nicht wirklich für das System. Sie ist Rechercheuren für die einzige Zeitung, die immer wieder die staatlichen Meldungen anzweifelt. Ihre Tätigkeit ist verdeckt, nicht einmal ihre Eltern dürfen wissen, was sie wirklich arbeitet.
Als ihr Chef sie ins Hinterland schickt, um einen angeblichen Fall von Tierbissen aufzuklären, wird er zur selben Zeit vor einen Zug gestossen. Das kann kein Zufall sein. Mithilfe des restlichen Teams beginnt sie zu recherchieren und stösst auf ein schreckliches Geheimnis.
Zoe Beck hat hier eine Version von Deutschland entworfen, die eine mögliche Zukunft darstellen könnte. Der Klimawandel und die fortschreitende Techniknutzung zeigt jedenfalls einen Trend in diese Richtung an. Ob die Überwachung mittels Smartcases, wie es in diesem Buch heißt, wirklich so ein Ausmaß annehmen wird, möchte ich jetzt mal nicht hoffen, aber es liegt definitiv im Bereich des Möglichen.
Und wieder einmal wird gezeigt, wie wichtig investigativer Journalismus ist. Auch das ist ein Thema, das aktuell ist wie nie. In nicht wenigen Ländern versuchen die Politiker sich der Medien zu bedienen. Unabhängiger Journalismus ist ein Muss für eine freie Gesellschaft und soll es uns Wert sein, dafür zu bezahlen. Ansonsten wissen wir nicht, was über unsere Köpfe hinweg entschieden wird und es ergeht uns, wie den Menschen in dieser Zukunftsvision.
Ich habe "Paradise City" sehr gerne gelesen. Das Buch konnte mich fesseln und die aufgezeigt Welt fand ich sehr interessant. Manchmal dachte ich, zu ahnen, was dahinter stecken könnte, aber dann hat mich die Autorin doch wieder überrascht. Es liest sich locker und flüssig und fesselt von der ersten bis zur letzten Seite.
Würdiger Abschluss
Die Spiegelreisende 4 - Im Sturm der Echos von Christelle Dabos
Über den Inhalt muss hier nichts mehr verraten werden. Ophelia und Thorn kämpfen weiter gegen Gott und/oder den Anderen. Dabei erleben sie noch ganz einige Abenteuer und müssen Opfer bringen.
Ihre Liebe stärkt sie und zusammen können sie einiges erreichen. Doch die letzte Reise oder den letzten Kampf müssen beide allein austragen.
Beide Hauptfiguren haben sich weiterentwickelt. Ophelia findet ihre innere Stärke und Thorn beginnt sich selbst weniger zu verabscheuen.
Gut gefallen hat mir, wie Ophelia lernt ihre neue Familienkraft, die Krallen wirkungsvoll einzusetzen. Im Gegensatz zu Thorn hasst sie diese Kraft nicht.
Gut gefallen haben mir auch die Nebencharaktere - die lange bekannten: Reinecke, Gwenael und der Botschafter, aber auch die neuen Freundschaften aus Babel - Elisabeth und Oktavio.
Der krönende Abschluss ist etwas verwirrend, aber in wie weit eine Fantasiegeschichte der Logik folgen muss, möchte ich nicht beurteilen. Das Grande Finale lässt etwas zu lange auf sich warten. Immer wieder wendet sich die Story und der Endkampf rückt wieder in die Ferne. Dennoch habe ich das Buch sehr gerne gelesen und habe mit Ophelia mitgefiebert, ob alles zu einem guten Abschluss kommt.
Der Schluss ist härter als erwartet und völlig kitschfrei. Obwohl ich das bei dieser Geschichte auch vertragen hätte. Vielleicht bleibt aber diese kleine Detail offen, um doch noch einen fünften Band zu schreiben?









