Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Liselottchen:

Turbulent spannender zweiter Teil

Der Ruf des Horizonts von Jaane Janssen

Vier Jahre sind vergangen, seit Lian verletzt von seiner Walfängerfahrt nach Borkum zurückgekehrt ist. Sventje hat gelernt, Seifen herzustellen, und hält so ihre Familie über Wasser, Lian trägt mit seinen Tischlerfähigkeiten zum Unterhalt bei. Den Gutsherrn Valentin hat Sventje in der Zeit nicht mehr gesehen oder gar getroffen.

Hebamme Fenna bringt Schwester Johanna auf die Insel, Ordensschwester, die damals das Findelkind Sventje aufgezogen hat. Doch dann wird Lians bester Freund Joris vermisst und er zieht ihn wieder zur See zurück.
Als Sventjes älteste Tochter Lavea von einem Ziegenbock schwer verletzt wird, muss sie einen Arzt holen, dabei trifft sie erneut auf Valentin. Und wiederum hilft der Gutsherr, wo er kann ...

Die Geschichte hat mich ebenso berührt, wie schon der erste Teil. Nach einem beschaulich ruhigen Beginn nimmt die Story rasch an Fahrt auf. Die Autorin versteht es, historische Tatsachen perfekt in einem spannenden Roman zu verarbeiten. Es ist erstaunlich, was Frauen damals leisten mussten, um ihre Familien durchzubringen, da die Männer auf See und somit abwesend waren. Die Vorurteile, mit denen sie zu kämpfen hatten, sind unglaublich. Der Aberglaube war allgegenwärtig und verleitete Menschen oft grausam handeln. Bedauerlich fand ich, dass hier einige nicht ihre wohlverdiente Strafe bekommen haben. Auch die Perspektive von Lian, was er auf dem Walfängerschiff und auf der Suche nach seinen Freunden in der eisigen Kälte fast bis zum Nordpol erleben muss, ist unheimlich spannend geschrieben. Der bildhafte Schreibstil ließ mich tief in die Story eintauchen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, denn die unerwarteten Wendungen und Enthüllungen halten den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht.
Eine tiefgehend berührende Geschichte, die als Sahnehäubchen auch noch mit einem eindrucksvoll überraschenden Schluss aufwartet. Ein absolutes Lese-Highlight.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Liselottchen

Wenn Kinder und Eltern auseinandergerissen werden

Der Kindersuchdienst von Antonia Blum

Annegret ist Legasthenikerin, meistert jedoch ihren Job beim Kindersuchdienst trotzdem mit Aufmerksamkeit und Liebe. Niemand darf erfahren, dass sie ledige Mutter eines siebenjährigen Sohnes ist, an jedem Tag hat sie Angst, dass ihr Geheimnis auffliegt. Charlotte ist die verwöhnte Tochter aus reichem Haus und flieht vor einer unerwünschten Ehe zu ihrem alten Kindermädchen.

Die Suche nach einem Job bringt sie ebenfalls zum Kindersuchdienst und bald ist sie ebenso mit Feuereifer dabei, wie alle anderen Angestellten. Fast nur Frauen, den die verdienen nur die Hälfte von dem, was einem Mann bezahlt worden wäre. Und Charlottes »Verlobter« möchte nicht aufgeben und spürt sie sogar an ihrer neuen Arbeitsstelle auf ...

Der Autorin gelingt es, zahlreiche historische Tatsachen in einen spannenden Roman zu packen. Als Leserin habe ich mit den Schicksalen der Kinder und deren Eltern mitgelitten, die Personen waren gut gezeichnet, sind alle lebendig. Man möchte schreien, ob der Ungerechtigkeit, die damals den Frauen widerfahren ist, die doch oft doppelte Arbeit geleistet haben: Haushalt und Arbeit. Trotzdem waren die Männer diejenigen, die das Sagen hatten. Die beiden Hauptcharaktere Annegret und Charlotte sind beide bewundernswert starke Charaktere, die ich bewundert habe. Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen – für mich hätte es ein bisschen weniger Drama sein können, vor allem rund um die beiden Liebesgeschichten. Unter dem Strich eine spannende Geschichte mit tollen Figuren und zahlreichen historischen Details, die hochinteressant eingeflochten waren. Absolut lesenswert, ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Liselottchen