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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Liselottchen:

Ein One-Night-Stand mit ungewöhnlichen Folgen

Standing Ovations von Charlotte Runcie

Nachdem der Kritiker Alex eine vernichtende Kritik über Hayley nach deren Aufführung verfasst und abgegeben hat, treffen sich die beiden in einer Bar. Und obwohl Alex Hayley natürlich erkennt, verbringen sie die Nacht zusammen. Bereits am nächsten Morgen liest Hayley den Verriss in der Zeitung und holt zum Gegenschlag aus.

Sie baut die Story von Alex’ Artikel und der anschließenden Nacht in ihr Programm ein. Unerwartete Sympathien schlagen ihr entgegen, andere Frauen, die Ähnliches erlebt haben, schließen sich ihr an und die Entrüstungswelle rollt auf Alex zu.

Die Idee hinter der Story fand ich super. Trotzdem kam ich nicht so richtig ins Buch hinein. Alex kommt als überheblicher von sich selbst überzeugter Mistkerl dargestellt, dem man die Abreibung von Herzen gönnt. Ein Hoch auf die Protagonistin Hayley, die sich nicht jammernd in eine Ecke verkriecht, sondern tatkräftig an einem Gegenschlag arbeitet. Ihr Einarbeiten über Alex’ krudes Verhalten in ihrer Show verhilft ihr zu neuem Ruhm, doch das Ganze eskaliert in ungeahnten Bahnen. Eine hervorragende Plotidee, die mich leider nicht in allen Facetten abholen konnte.
Da ist einmal der ungewöhnliche Schreibstil, aus der Ich-Perspektive einer dritten Person, nämlich Alex’ WG-Genossin Sophie. Ihre Gefühle zu Alex sind ambivalent, er hat sie früher mal gekränkt, ihr andererseits geholfen, als Journalistin Fuß zu fassen. Und irgendwie fühlt sie sich zu ihm hingezogen, sein »Bad-Boy-Image« turnt sie an. Die Story driftet an vielen Stellen ab. Sophies Privatleben, Erzählungen aus dem Journalismus sowie Rückblenden in Alex‹ Jugend, die mich den roten Faden verlieren ließen, die Handlung nicht weiterbringen und mich schlichtweg gelangweilt haben. Teilweise musste ich mich dazu zwingen, weiterzulesen. Erst im letzten Drittel wird es schwungvoller und es kam Spannung durch einen unvorhergesehenen Twist auf.
Fazit: Eine außergewöhnliche Idee, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht restlos überzeugen.

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Wohlfühlgeschichte rund um zwei Schwestern

Der alte Apfelgarten von Sharon Gosling

Nach dem Tod ihres Vaters erben die Schwestern Nina und Bette zu gleichen Teilen die Farm. Zu ihrem Entsetzen erfahren sie, dass das Anwesen hoch verschuldet und kaum zu retten ist. Bette, die in einer renommierten Anwaltskanzlei in London arbeitet, sieht sich gezwungen, länger am Ort zu bleiben. Nina, die jahrelang keinen Kontakt zu Bette hatte, kommt dies ungelegen, dennoch müssen die beiden zusammenarbeiten, um die Farm zu retten.

Sie werden dabei unterstützt von Cam, dem die Nachbarfarm gehört, und Ryan, dem Ex-Verlobten von Bette, der sie damals furchtbar verletzt hat.

Es war mein erstes Buch der Autorin und ich kam ohne Probleme in die Geschichte hinein. Der Schreibstil ist bildhaft flüssig, das Ambiente rund um die Farm wunderbar gezeichnet. Die Schwestern Bette und Nina fand ich beide von Anfang an sympathisch, obwohl sie grundverschieden sind. Die erste Hälfte der Story verläuft ein wenig unaufgeregt, da hätte ich mir mehr Tempo gewünscht, er mit dem Auffinden des alten Apfelgartens kommt Schwung hinein. Die Annäherung der Schwestern ist liebevoll beschrieben, auch die Wandlung von Bette, wie sehr sie sich in ihrer alten Heimat wieder wohl fühl. Besonders gefallen hat mir, dass die Nebenfiguren wie Allie, Bettes Freundin und Barney, Ninas kleiner Sohn, nicht nur begleitende Staffage sind, sondern maßgeblich zur Handlung beitragen. Hingegen schade fand ich, dass Mutter Sophia nur am Anfang vorkommt und danach keine Rolle mehr spielt. Sie erkundigt sich offenbar nicht einmal, wie es ihren Töchtern nun geht. Ryans Verhalten in seiner Jugend konnte ich ebenfalls nicht nachvollziehen, ich kann mir nicht vorstellen, dass ein junger Mann so handeln würde. Und der Bösewicht wird klischeehaft unsympathisch und uneinsichtig gezeichnet.
Trotz meiner kleinen Kritikpunkte ist es eine wundervolle Wohlfühl-Familiengeschichte die ich sehr gern weiterempfehle.

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Selbstfindung mit Geheimnissen

Noch fünfzig Sommer mehr von Avril Maury

Eleni wächst bei ihren Großeltern auf, da ihre Mutter als Polarforscherin ständig auf Reisen ist und schließlich bei einer ihrer Forschungsaufträge ums Leben kommt. Als Eleni mit knapp 18 beide Großeltern verliert, geht sie nur selten vor die Tür. Schließlich lernt sie Theo kennen, die beiden werden ein Paar und sie blüht auf.

Als Theo plötzlich verstirbt, fällt sie erneut in noch schlimmere Depressionen, kümmert sich auch nicht mehr um ihren geliebten Garten. Auf einmal erhält sie Blumengrüße mit geheimnisvolle Botschaften. Nach und nach nimmt sie am Leben wieder Anteil.

Der Roman ist in verschiedenen Zeitebenen aus der Sicht von Eleni geschrieben. Das war für mich anfangs etwas mühsam, doch ich bin langsam hineingekommen. Die Beschreibung: Ein Sommerroman so leuchtend wie ein Garten voller Blumen trifft für mich nicht zu. Mit der Protagonistin Eleni bin ich leider nicht warmgeworden, ihre Depression hängt wie eine Wolke über der gesamten Erzählung. Erst trauert sie um ihre Oma, die sie Mamie nennt, danach um Theo. Ihr Beruf ist mir auch unklar, sie lebt offenbar hauptsächlich von ihrem Erbe und schreibt Reiseberichte,das scheint zu funktionieren, obwohl sie niemals an den besagten Orten war. Die Rückblenden in die Vergangenheit zeigen ein lebenslustiges Mädchen und lockern die düstere Stimmung etwas auf. Zudem taucht hier eine weitere Person auf, deren Verbindung zu Eleni mir zunächst unklar war, die ich bald als das Highlight es Buches empfand. Die Auflösung rund um die geheimnisvollen Botschaften mit Blumenbeigaben fand ich gelungen, trotzdem kann ich Theos Verhalten nicht verstehen oder gar gutheißen.
Der Funke ist bei mir leider nicht übergesprungen, für mich war der Roman stellenweise bedrückend zu lesen.
Dennoch besticht die Story durch einen bildhaft flüssigen Schreibstil, das Setting in der Bretagne ist gut gewählt und hat ein für mich angenehmes Flair geschaffen. Das versöhnt ein wenig mit der vorangegangenen Düsternis.

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Süße Geschichten rund um Erdbeeren

Die Erdbeermädchen von Judith Allert

Im Mittelpunkt der Kurzgeschichten stehen die drei Mädchen Anna, Kira und Jo, die ihre (Wahl)Oma Irmi besuchen. Sie besitzt jede Menge Erdbeerbeete und hat früher auch in einer großen Plastikerdbeere Erdbeeren verkauft. Die kleinen Geschichten drehen sich um Sorgen aus dem Alltag. Beispielsweise, dass eins der Mädchen ein Geschwisterchen bekommt und die Familie fortziehen könnte.

Oder Oma Irmi bricht sich den Fuß und muss ins Krankenhaus. Die Mädchen kochen Marmelade. Zum Schluss findet sich auch eine Lösung dafür, dass Oma Irmi nicht ausziehen muss.

Das Buch ist in großer Schrift geschrieben, passend für Leseanfängerinnen, und ist ebenfalls zum Vorlesen geeignet. Die Zeichnungen sind gelungen und sprachen meine Enkelkinder an. Da drei Mädchen die Hauptfiguren sind, wird das Buch eher Mädchen ansprechen, wobei mein 4jähriger Enkel ebenfalls gebannt gelauscht hat. Unter dem Strich ein liebenswertes Bilder- und Erstlesebuch, das meine beiden ältesten Enkelinnen (5 und 7) mehrfach lesen wollten. Die Illustrationen sind reichhaltig, farbig bunt und passen ausgezeichnet zu den Geschichten.

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Turbulent spannender zweiter Teil

Der Ruf des Horizonts von Jaane Janssen

Vier Jahre sind vergangen, seit Lian verletzt von seiner Walfängerfahrt nach Borkum zurückgekehrt ist. Sventje hat gelernt, Seifen herzustellen, und hält so ihre Familie über Wasser, Lian trägt mit seinen Tischlerfähigkeiten zum Unterhalt bei. Den Gutsherrn Valentin hat Sventje in der Zeit nicht mehr gesehen oder gar getroffen.

Hebamme Fenna bringt Schwester Johanna auf die Insel, Ordensschwester, die damals das Findelkind Sventje aufgezogen hat. Doch dann wird Lians bester Freund Joris vermisst und er zieht ihn wieder zur See zurück.
Als Sventjes älteste Tochter Lavea von einem Ziegenbock schwer verletzt wird, muss sie einen Arzt holen, dabei trifft sie erneut auf Valentin. Und wiederum hilft der Gutsherr, wo er kann ...

Die Geschichte hat mich ebenso berührt, wie schon der erste Teil. Nach einem beschaulich ruhigen Beginn nimmt die Story rasch an Fahrt auf. Die Autorin versteht es, historische Tatsachen perfekt in einem spannenden Roman zu verarbeiten. Es ist erstaunlich, was Frauen damals leisten mussten, um ihre Familien durchzubringen, da die Männer auf See und somit abwesend waren. Die Vorurteile, mit denen sie zu kämpfen hatten, sind unglaublich. Der Aberglaube war allgegenwärtig und verleitete Menschen oft grausam handeln. Bedauerlich fand ich, dass hier einige nicht ihre wohlverdiente Strafe bekommen haben. Auch die Perspektive von Lian, was er auf dem Walfängerschiff und auf der Suche nach seinen Freunden in der eisigen Kälte fast bis zum Nordpol erleben muss, ist unheimlich spannend geschrieben. Der bildhafte Schreibstil ließ mich tief in die Story eintauchen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, denn die unerwarteten Wendungen und Enthüllungen halten den Spannungsbogen bis zum Ende aufrecht.
Eine tiefgehend berührende Geschichte, die als Sahnehäubchen auch noch mit einem eindrucksvoll überraschenden Schluss aufwartet. Ein absolutes Lese-Highlight.

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Wenn Kinder und Eltern auseinandergerissen werden

Der Kindersuchdienst von Antonia Blum

Annegret ist Legasthenikerin, meistert jedoch ihren Job beim Kindersuchdienst trotzdem mit Aufmerksamkeit und Liebe. Niemand darf erfahren, dass sie ledige Mutter eines siebenjährigen Sohnes ist, an jedem Tag hat sie Angst, dass ihr Geheimnis auffliegt. Charlotte ist die verwöhnte Tochter aus reichem Haus und flieht vor einer unerwünschten Ehe zu ihrem alten Kindermädchen.

Die Suche nach einem Job bringt sie ebenfalls zum Kindersuchdienst und bald ist sie ebenso mit Feuereifer dabei, wie alle anderen Angestellten. Fast nur Frauen, den die verdienen nur die Hälfte von dem, was einem Mann bezahlt worden wäre. Und Charlottes »Verlobter« möchte nicht aufgeben und spürt sie sogar an ihrer neuen Arbeitsstelle auf ...

Der Autorin gelingt es, zahlreiche historische Tatsachen in einen spannenden Roman zu packen. Als Leserin habe ich mit den Schicksalen der Kinder und deren Eltern mitgelitten, die Personen waren gut gezeichnet, sind alle lebendig. Man möchte schreien, ob der Ungerechtigkeit, die damals den Frauen widerfahren ist, die doch oft doppelte Arbeit geleistet haben: Haushalt und Arbeit. Trotzdem waren die Männer diejenigen, die das Sagen hatten. Die beiden Hauptcharaktere Annegret und Charlotte sind beide bewundernswert starke Charaktere, die ich bewundert habe. Der Schreibstil ist gut und flüssig zu lesen – für mich hätte es ein bisschen weniger Drama sein können, vor allem rund um die beiden Liebesgeschichten. Unter dem Strich eine spannende Geschichte mit tollen Figuren und zahlreichen historischen Details, die hochinteressant eingeflochten waren. Absolut lesenswert, ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil.

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