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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PFIFF:

Auswandererfamilienschicksal

Die Affekte von Rodrigo Hasbun


Familie Ertl wandert von Deutschland nach Bolivien aus. Der Familienvater, einst Kameramann von Leni Riefenstahl und Rommel, begeistert sich für die antike Kultur Boliviens und geht auf Expeditionen.
Sein Fanatismus wirkt sich verschieden auf seine Familie aus.Spannungen entstehen, eine Tochter, die labile Monika, kommt auf die schiefe Bahn und radikalisiert sich.

Die Geschwister leben sich auseinander und können sich gegenseitig keinen Halt und keine Hilfe geben.
Ein starker Vater und seine Familie, die damit nicht zurecht kommt und durch die Entwurzelung Probleme bekommt, einen vernünftigen Lebensweg zu gehen.

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Schicksalsgemeinschaft zweier dem Tod Geweihter

Ich komme mit von Waldis Angelika


Ein ungleiches Paar, eine alte Dame und ihr junger Nachbar finden zueinander, als sie das gemeinsame Schicksal erkennen: beide sehen ihr Lebensende kurz vor sich.
Sie beschließen, eine letzte gemeinsame Reise zu unternehmen, um so einen würdigen, eindrucksvollen Abschied vom Leben zu inszenieren.

Die Unterschiede zwischen den beiden stellen sich im Anblick des nahen Endes gar nicht so gravierend dar. Beide werden Freunde und gebe sich gegenseitig Halt.
Als Der Junge auf der Reise ein junges Mädchen kennen lernt, bekommt er wieder Lebensmut und Kraft weiterzuleben.
Melancholisch, liebenswert und klug.

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2. Fall des Tatortkommissars Nemec

Kroatisches Roulette von Miroslav Nemec


In seinem zweiten Fall ist der Fernsehkommissar selbst das Opfer. Bei einem Aufenthalt in Kroatien wird er hineingelegt, erpresst, verhaftet, verletzt, verfolgt und bedroht.
Die Situation ist aussichtslos und bedrückend, noch dazu weil ihm sein Jugendfreund Drago, inzwischen Polizeichef, nach ersten Bemühungen doch nicht helfen kann oder will.

Gott sei Dank hat er seine Frau und gute Freunde, die ihn unterstützen und an ihn glauben.
Sehr spannend und mitreissend, charmant und psychologisch gut ausgearbeitet.

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Georgisches Epos

Das erste Gewand von Guram Dotschanaschwili


Dieses georgische Epos entstand zwischen 1966 und 1978, wurde dann ins Russische übersetzt, allerdings mit zensurierten Stellen, da der Autor unzweideutig Bezug auf die Tyrannei der Russen gegenüber den Georgiern genommen hatte.
Diese moderne Geschichte über den Verlorenen Sohn aus dem Lukasevangelium ist für Westeuropäer schwer zugänglich, zumal die epische Breite manchmal mühsam zu bewältigen ist.

Der Autor lädt ein, den Teppich seiner Erzählung zu begehen und versucht, mit Symbolik und märchenhafter Entfremdung auf die Missstände in Osteuropa hinzuweisen.
Der junge Domenico verlangt von seinem Vater sein Erbteil, um in die Welt zu ziehen. Er sammelt Erfahrungen, gute und schlechte, lernt das Leben kennnen mit all seinen Grausamkeiten, menschlichen Schwächen, Liebesbeziehungen. Geläutert kehrt er zurück.

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Biographie des Schauspielers Christian Berkel

Der Apfelbaum von Berkel Christian


Der Schauspieler Christian Berkel recherchiert in seiner Vergangenheit, um seine Großeltern und das Leben seiner Mutter besser kennenzulernen.
Er spricht mit seiner demenzkranken Mutter und versucht die Wahrheit von der Phantasie zu unterscheiden.
Seine Mutter lernt vor dem 1. Weltkrieg Otto kennen, der als junger Arzt eingezogen wird.

Sala fühlt sich in Deutschland nicht sicher und verbringt ihre Zeit in Paris, Madrid und Argentinien.
Als sie zurückkommt, gründet sie eine Familie. Doch der Krieg hat Spuren hinterlassen, Städte und Menschen zerstört, vor allem Menschen mit jüdischen Vorfahren.
Die Familiengeschichte von Christian Berkel ist interessant und kurzweilig zu lesen. Erstaunlich, wie gut sich der "Kriminalist" als Schriftsteller macht.

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Biographie eines Schwarzen mit Sendungsbewußtsein

Von dieser Welt von Baldwin James

In dieser Übersetzung des Originals von 1952 beschreibt Baldwin die Probleme eines schwarzen Jungen, der in einer Familie mit schwierigen familiären Verhältnissen aufwächst. Sein Ziehvater war schon kinderlos verheiratet, hat einen Sohn aus einer Beziehung, ist Prediger, streng und behandelt den kleinen häßlichen Jungen brutal.

Dieser beschließt, sich einen Weg zu suchen, der ihm Anerkennung und Achtung bringt.
Als ob der Gegensatz zwischen Schwarz und Weiß nicht schon groß genug ist, herrscht auch Zwistigkeit innerhalb der Kirchengemeinde.
Für die Jugendlichen und Frauen ist das Leben schwer und manchmal aussichtslos.
Der 1924 in New York geborene Baldwin beschreibt diese Probleme eindringlich und nüchtern und wird mit seinen Büchern zum Kämpfer für Gleichberechtigung, egal wo auch immer.

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Stan Laurel Biographie

Stan von Connolly John


Arthur Stanley Jefferson, mit Künstlernamen Stan Laurel, resümiert sein Leben. Er ist alt, krank und vermisst seinen Freund und Partner Oliver Hardy, der schon vor ein paar Jahren gestorben ist.
Sein großes Vorbild war immer Charlie Chaplin. In Oliver Hardy, Bebe genannt, hatte er einen genialen Partner gefunden.

Doch unter dem Produzenten Hal Roach kommt es zu Streitigkeiten, einerseits weil Laurel sich unterbezahlt fühlt, andrerseits weil er seine Gagen an seine diversen abgelegten Ehefrauen verliert.
Im Rückblick erinnert sich Laurel an seine Familie in England, seine Erfolge in Hollywood und seine große Freundschaft zu Ollie.
Für mich war das Buch etwas mühsam zu lesen wegen der teils akribischen, umfangreichen Aufzählungen und andrerseits wegen der unzähligen F-Wörter, die fast jede Seite spicken.

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Familiengeheimnisse rund um ein altes Tagebuch

Wenn Martha tanzt von Saller Tom


Nach dem Tod der Großmutter findet ihr Enkelsohn unter ihren persönlichen Dingen ein Tagebuch, voll mit Zeichnungen und Widmungen von Künstlern rund ums Bauhaus. Es dürfte der Urgroßmutter gehört haben, von der angenommen wurde, dass sie auf der "Gustloff" nach Amerika auswandern wollte und ertrunken ist.

Der junge Mann reist nach New York, um das Tagebuch versteigern zu lassen und trifft auf eine Alte Dame, die es unbedingt haben wollte. Sie lädt den jungen Mann ein und erzählt ihm ihre Geschichte, die sich in vielen Einzelheiten mit der Geschichte der Großmutter deckt, aber entscheidende Fakten bringen überraschende Wendungen ans Licht.
Saller hat seine eigene Familiengeschichte geschickt in diesem Roman eingewoben und bestrickt mit Wortwitz und spannender Erzählweise.

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Fatale Leidenschaft zu Bordeaux-Weinen

Bordeaux von Paul Torday

Wilberforce war nach dem frühen Tod seiner Eltern in einem Waisenhaus aufgewachsen, dann adoptiert worden. Er ist ehrgeizig, studiert und gründet eine Softwarefirma, die er in kürzester Zeit zu einem millionenschweren Unternehmen macht. Durch Zufall lernt er den kranken Besitzer des Gurs Caerlyon Hall kennen.

Dieser weiht in ein in den Genuß der Weine des Bordeaux und erreicht, dass Wilberforce das Gut nach seinem Tod übernimmt.
Das erste Kapitel spielt 2006, das zweite 2004, das fritte 2003 und das letzte 2002.
Torday nimmt also den Schluß vorweg und erklärt in den folgenden Kapiteln, wie es dazu kam.
Amüsant, lehrreich und unterhaltsam, vor allem für Liebhaber guter französischer Weine, gewürzt mit viel britischem schwarzem Humor.

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Sittengemälde von Wien um 1912

Wenn es Frühling wird in Wien von Petra Hartlieb

Marie kommt von einem oberösterreichischen Bauernhof. Ihr Vater war brutal, die Mutter schwach, eine Menge Geschwister. Marie hat in Wien eine Stelle als Kindermädchen bei der Familie Schnitzler gefunden. Köchin Anna und Zimmermädchen Sophie arbeiten im gleichen Haushalt. Als Sophie in Schwierigkeiten gerät und fast stirbt, übernimmt Marie auch ihre Aufgaben.

Sie lernt den jungen Angestellten einer Buchhandlung kennen und verliebt sich. Oskar ist ein Waisenkind und wurde von seinem Arbeitgeber mit 15 Jahren aus dem Waisenhaus geholt.
Er ist ehrgeizig und fleißig. Als er die Erbin einer renomierten Buchhandlung heiraten soll, entsteht kurz Verwirrung.
Marie und Oskar sind ehrlich und anständig. Sie werden ihren Weg gehen.
Ein Sittengemälde 1912 in Wien mit historischen Personen und autobiographischen Zügen der Autorin. Nett zu lesen.

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