Kunden em pfehlungen
Rezensionen von April1985 :
Highlight
Die Wölfe von Pompeji von Elodie Harper
» Da standest du und wurdest als gewöhnliche Hure versteigert, aber so wie du dich gehalten hast, hättest du die Göttin Diana sein können. Als ob du jeden Moment deine Jagdhunde rufen würdest, um jeden Mann zu zerfleischen, der es gewagt hatte, dich nackt zu sehen.«
(Zitat aus 'Die Wölfe von Pompeji', S.
57)
Mit wässrigen Augen habe ich Elodie Harpers historischen Roman 'Die Wölfe von Pompeji' beendet. Ungeschönt und intensiv schildert die Autorin den Alltag von Sklaven und Prostituierten in der antiken Stadt.
Es ist das Jahr 74 n. Chr., nur wenige Jahre bevor Pompeji durch den katastrophalen Vulkanausbruch ausgelöscht werden wird. Die junge Amara wurde aufgrund tragischer Umstände von ihrer Mutter verkauft und in die Prostitution gezwungen. Gemeinsam mit ihren Leidensgenossinnen arbeitet sie im berühmt berüchtigten Bordell der Stadt Pompeji, der Wolfshöhle, welches vom grausamen und skrupellosen Zuhälter Felix geführt wird. Amara ist eine Wölfin, ohne Rechte, dem Willen und Zorn ihres Zuhälter und der Freier, die für sie bezahlen, ausgeliefert. Doch Amara hat einen Traum. Sie möchte eine freie Frau sein. Und sie setzt alles daran, um sich diesen zu erfüllen, auch wenn sie dafür über ihre eigenen Prinzipien hinwegsehen muss.
Elodie Harper schreibt mit klaren Worten über das Schicksal der jungen Frauen und Sklaven. Nichts wird beschönigt. Was Amara und ihre Freundinnen Victoria, Cressa, Dido und Berenice erleiden müssen hat mich erschüttert und tief berührt. Bei ihren Schilderungen schafft die Autorin den Spagat nicht zu sehr ins Detail zu gehen. Man weiß aber dennoch ganz genau was in den schmutzigen, dunklen Zellen der Wolfshöhle passiert.
Der Roman ist aus Amaras Sicht geschrieben. Und so erfahren wir viel über ihre Vergangenheit, ihre Herkunft als angesehene Bürgerin Griechenlands und Tochter eines Arztes. Amara hat eine gute Ausbildung genossen und diese kommt ihr nun in Pompeij zu Gute. Sie hat den richtigen Spürsinn für neue Geschäftszweige und die richtigen Gönner.
Durch Amara lernen wir auch die anderen Wölfinnen sehr gut kennen. Victoria, Berenice, Cressa und Dido teilen Amaras hartes Los. Jede geht dabei auf andere Art und Weise mit der Situation um.
Durch Elodie Harpers sehr bildhaften Schreibstil habe ich mich schnell in Pompeij zurecht gefunden. Während die Wölfinnen beim Fischen auf den Straßen waren, habe ich mir ein Bild vom belebten Forum, dem betriebsamen Hafenviertel und den städtischen Bädern gemacht, um danach billigen Wein im Spatz zu trinken, um die Geschehnisse, den Missbrauch und die Gewalt ein Stück weit zu vergessen.
Ich würde die 'Wölfe von Pompeji' nicht als spannend bezeichnen. Es sind die verschiedenen Charaktere und Schicksale, die einem mitnehmen und fesseln. Am Ende habe ich tatsächlich einige Tränen verdrückt, da mich die Geschichte so bewegt hat.
Fazit
Eindringlich, ungeschönt und sehr bewegend schreibt Elodie Harper über das Leben und die nur schwer zu ertragenden Schicksale der Frauen und Sklaven im antiken Pompeji. 'Die Wölfe von Pompeji' ist eine Geschichte über Missbrauch und Unterdrückung, aber auch über den Kampf und den Traum von Freiheit.
Für mich ist das Buch ein großes Highlight und ich freue mich schon bald Band 2 ins Regal stellen zu können.
Große Steigerung zu Band 1
The Darkest Gold - Die Verräterin von Raven Kennedy
Nachdem ich Band 1 handlungsmäßig als eher lahm empfunden habe und sprachlich einfach nur unterirdisch, wollte ich eigentlich schon abbrechen und die Reihe nicht weiter verfolgen. Da man ein Buch aber nicht nur nach seinem Prolog beurteilen sollte - und genau so hat sich Band 1 angefühlt - habe ich dem zweiten Band noch eine Chance gegeben.
Und ich wurde doch tatsächlich positiv überrascht.
Auren ist ihrem Goldenen Gefängnis in Hohenläuten entkommen, konnte sich aus der Geiselnahme der Piraten befreien, nur um jetzt eine Gefangene der Armee des 4. Königreichs, angeführt von Kommandant Riss, zu sein. Doch obwohl sie eine Gefangene ist, ist sie freier als jemals zuvor und das macht sich bemerkbar.
Während mir Auren in Band 1 viel zu blass und passiv erschienen ist, beginnt sie sich außerhalb ihres goldenen Käfigs zu entwickeln, ihre Situation zu hinterfragen und Midas anzuzweifeln. All die Dinge, die ich im ersten Teil bei ihr vermisst habe
Mit Kommandant Riss kommt auch ein wahnsinnig interessanter und geheimnisvoller Gegenspieler hinzu. Ich mochte ihn trotz seiner harten Schale sehr, zeigt er doch Mitgefühl in den richtigen Situationen. Riss hütet seine Geheimnisse, die ihn umso spannender und mysteriöser machen.
Am spannendsten und genialsten fand ich aber Königin Malina. Neben Auren lesen wir auch aus ihrer Perspektive. Ich habe ihre Skrupellosigkeit und Stärke tatsächlich bewundert, obwohl sie alles andere als eine Sympathieträgerin ist. Neben Midas eigentlich ein Hasscharakter. Und dennoch habe ich ihre Kapitel in mich aufgesogen.
Positiv fand ich auch die Entwicklung im Hinblick auf die im ersten Band doch sehr obszönen Szenen und die vulgäre Sprache. Die Bezeichnung "Sattel" für Freudenmädchen stößt mir zwar nach wie vor sauer auf und die Sexszenen müssten nicht derart detailliert beschrieben sein. Aber es kommen auch nicht mehr so viele vor, was definitiv ein Schritt in die richtige Richtung ist.
Es gibt auch ein paar Twists und Enthüllungen, die mich sehr überrascht haben. So auch das Ende des Buches, das in einem riesen Cliffhanger mündet.
Fazit:
Während sich Band 1 wie ein Prolog angefühlt hat, beginnt jetzt endlich die Handlung. Es ist zwar nach wir vor kein Lieblingsbuch, aber ich bin auch jeden Fall von den Entwicklungen positiv überrascht. Vom daher 'Daumen hoch'.
Ein Blick hinter die bröckelnde Fassade einer scheinbar heilen Familienwelt
Die Verborgenen von Linus Geschke
》Ich muss schneller als das Monster sein. Mich vor seinen scharfen Krallen in Sicherheit bringen, die es in mein Fleisch schlagen will, um mich in die Dunkelheit zu zerren, um dort dann Dinge mit mir zu machen. Grausame Dinge. Schmerzhafte Dinge.《
(Zitat aus 'Die Verborgenen', Hörbuch 13 %)
Der neue Psychothriller von Linus Geschke hat mir wieder richtig gut gefallen.
Im Gegensatz zu 'Das Loft' ist dieses Buch nicht ganz so reißerisch. 'Die Verborgenen' ist ein unblutiger Thriller. Es geht um Schein & Sein, Geheimnisse innerhalb einer Familie und Manipulation.
Sven und Franziska Hoffmann führen eine scheinbar glückliche Ehe wie aus dem Bilderbuch. Die fast 18-jährige Tochter Thabea macht das Glück perfekt. Doch der Schein trügt und die Fassade bröckelt. Jeder der drei Familienmitglieder hütet seine Geheimnisse, welche das Familienidyll bedrohen. Als sich seltsame Vorfälle ereignen - Fremde Fußspuren im Keller, Dinge, die verschwinden - beginnen sich Sven und Franziska gegenseitig zu beschuldigen. Und der Eindringling kommt damit seinem Ziel immer näher.
Der Thriller ist abwechselnd aus Sicht der Familienmitglieder geschrieben. Jeder erzählt seine eigene Geschichte und lässt in seine Gedanken- und Gefühlswelt blicken. Hier merkt man schon, dass das Leben der Familie Hoffmann alles andere als perfekt ist. Neben Sven, Franziska und Thabea gibt es auch eine "Du"-Perspektive, die ich am spannendsten und auch am beklemmensten fand. Aus dieser Perspektive erzählt der Eindringling (der Phrogger). Durch die besondere Anrede mit 'Du' hatte ich beim Hören das Gefühl die Rolle des Phroggers zu übernehmen. Ich war es in dem Moment, der das Tagebuch von Tochter Tabea gelesen hat, die Badschränke durchführt und Sven und Franziska beim Schlafen beobachtet hat. Zuzusehen, wie Sven und Franziska sich gegenseitig mehr und mehr beschuldigen, sich manipulieren lassen und in Wahnvorstellungen verstricken, hat mir viele Gänsehautmomente bereitet.
Die einzelnen Erzählstränge scheinen zunächst irgendwie zusammenganglos zu sein. Nach und nach ergibt aber alles ein Gesamtbild. Der Weg dorthin ist gesäumt mit einigen unvorhersehbaren Twists. Die Auflösung selbst, also wer hinter dem Phrogger steckt und das Motiv, habe ich so auch absolut nicht erwartet.
Ich habe den Thriller als Hörbuch genossen. Dieses wird von mehreren Sprecher/innen gelesen, die in die verschiedenen Rollen geschlüpft sind, um uns ein grandioses und atmosphärisches Hörerlebnis zu bereiten.
Fazit:
Nicht ganz so reißerisch und blutig wie 'Das Loft', aber deshalb nicht weniger fesselnd. Linus Geschke lässt uns durch die Augen eines Phroggers hinter die bröckelnde Fassade einer scheinbar heilen Familienwelt blicken. Mir haben die teils beklemmende Atmosphäre und allein schon der Gedanke an den Eindringling, der sich am Dachboden einnisten, Gänsehaut bereitet.
Ich kann das Buch Fans von unblutigen Thrillern sehr empfehlen.
Der Campingplatz-Killer
Der Trip - Du hast dich frei gefühlt. Bis er dich fand. von Arno Strobel
》Das wäre niemals passiert, wenn sie dieses verdammte Phantombild nicht gesehen hätte. Damit hatte dieser unglückselige Trip von einer Katastrophe zur nächsten für sie begonnen.《
(Zitat aus ‚Der Trip‘, S. 173)
Meine Meinung:
Als das Buch bei mir ankam, wollte ich nur mal kurz hineinlesen.
Was dann passiert ist, war für mich unvorhersehbar. Ich habe den Prolog, der im übrigen ziemlich heftig ist, gelesen und das Buch wenige Stunden später beendet. Für mich war ‚Der Trip‘ einfach perfekt zum Lesen in einem Stück. Arno Strobels Schreibstil ist unkompliziert und lässt sich flüssig und leicht lesen. Und der Handlung bzw. dem Kriminalfall kann man wirklich leicht folgen.
Die Haupthandlung dreht sich um einen Serienmörder, der seine Opfer auf Campingplätzen sucht und brutal ermordet. Die forensische Psychologin Evelyn Jancke wird als Beraterin hinzugezogen. Einen ersten Durchbruch gibt es, als ein Zeuge den möglichen Täter gesehen hat. Als Evelyn Jancke das Phantombild sieht, droht sie zusammenzubrechen. Evelyns Vergangenheit ist dabei sie einzuholen.
Der Plot ist schon spannend und gut, aber irgendwas hat mir gefehlt. Es gab keine großen Überraschungsmomente und Knalleffekte. Die Handlung an sich war spannend, aber eben auch leicht zu durchschauen so wie das ganze ‚Wem kann ich vertrauen‘-Spiel. Dieses Mal konnte mich Arno Strobel mit seinen falsch gestreuten Hinweisen und Psychotricks nicht so leicht auf die falsche Fährte führen.
Ich habe auch die Protagonistin, aus deren Perspektive ‚Der Trip‘ geschrieben ist, mit zunehmender Seitenzahl immer anstrengender empfunden. Vorallem ihre sich im Kreis drehenden Gedanken. Evelyn Jancke arbeitet neben den Ermittlungen, von denen man im übrigen leider fast gar nichts mitbekommt, an einem zweiten Fall als gerichtlich bestellte Gutachterin. Sie soll ein psychologisches Gutachten eines Mörders erstellen, der vor seiner grausamen Tat schon bei Evelyn in Behandlung war. Irgendwie hätte ich mir erhofft, dass die beiden Handlungsstränge so zusammenlaufen, dass es zu einem großen Knalleffekt kommt. Der blieb aber wie oben bereits erwähnt aus.
Trotz meiner Kritikpunkte habe ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Hätte ich pausiert, hätte ich wahrscheinlich nicht so schnell wieder zu dem Buch gegriffen. Zum Binge-readen war ‚Der Trip‘ aber perfekt. Ein solider Psychothriller mir einigen Spannungsmomenten und Wendungen, an dessen Ende alles gut aufgelöst wird.
Fazit:
Ein Fall aus der Vergangenheit und ein Mörder, der sich seine Opfer scheinbar wahllos auf Campingplätzen aussucht.
‚Der Trip‘ bietet auf jeden Fall Stoff für Albträume, ganz überzeugen konnte mich Arno Strobel mit seinen Psychospielchen aber nicht.
Solide, aber kein Must Read.
Neuanfänge in New York, tiefe Freundschaften und Mental Health
Let's be bold von Nicole Böhm; Anabelle Stehl
》Das haben die Dinge so an sich. Sie finden uns in den Momenten, in denen wir Sie brauchen. Nicht, wenn wir sie wollen.《
(Zitat aus ‚Let’s be bold, Kapitel 6)
Meine Meinung:
Es geht zurück nach New York. Zurück zu den 4 Freunden Shae, Tyler, Evie und Ariana. Zurück zu einer Clique, die ich richtig ins Herz geschlossen habe.
Auch Band 2 hat mir richtig gut gefallen. Das Autorinnenduo Anabelle Stehl und Nicole Böhm hat mit ihrer ‚Be-Wild-Serie‘ eine tolle Geschichte über Freundschaft, Familie, Liebe, Erfolge und Niederlagen, Neuanfänge und neue Chancen geschrieben, welche nun fortgesetzt wird. Dabei durfte ich wieder die Clique rund um Tyler, Shae, Evie und Ariana sowie deren Freunde, Geschwister und Lebenspartner*innen begleiten. Und es war einfach nur großartig und toll.
Besonders Arianas Geschichte rund um ihren verstorbenen Bruder hat mich sehr bewegt und berührt. Während ich Ariana im ersten Band ja noch sehr unnahbar fand, hat sie jetzt mein Herz erobert. Ich habe mit ihr mitgefühlt, gelacht, geweint und getrauert. Ihr Verlust ist mir sehr nahe gegangen.
Aber auch zu hören, wie sich Tyler entwickelt, wie er gegen die Trauma aus der Vergangenheit ankämpft und diese ihn einzuholen drohen, hat mich wahnsinnig bewegt. Ich bewundere ihn, wie er damit umgeht und trotz allem seinen Humor nicht verliert.
Trotz der Schwere und Ernsthaftigkeit der Themen ist auch Band 2 irgendwie zu einem Wohlfühlbuch geworden. Durch die innigen Freundschaften und das tolle Setting New York, welches ein Freiheitsgefühl hervorruft, habe ich mich durchwegs wohl und angekommen gefühlt. Bitte mehr davon!
Fazit:
Neuanfänge in New York, tiefe Freundschaften und neue Bekanntschafen.
Auch die Fortsetzung konnte mich wieder mitreißen und es war toll wieder Teil der New Yorker Clique Shae, Tyler, Evie und Ariana zu sein.
Wie bereits Teil 1 lebt auch der zweite Band von seinen einnehmenden Charakteren und deren Geschichten, ist ruhig erzählt und versprüht trotz der ernsten Themen Wohlfühlvibes.
Phönixkrieger, Lichtmagie und alte Legenden
Die Legende des Phönix, Band 1 - Dunkelaura von Greta Milán
》Entscheidend ist, wie wir selbst uns sehen. Nur das macht uns außergewöhnlich.《
(Zitat aus ‘Die Legende des Phönix – Dunkelaura’, S. 363)
Meine Meinung:
‘Die Legende des Phönix – Dunkelaura’ ist ein Reihenauftakt, der mich mit gemischten Gefühlen zurück gelassen hat.
Einerseits fand ich den von Greta Milan aufgegriffen Mythos richtig toll und faszinierend, andererseits habe ich jetzt nach dem Lesen nicht das Gefühl, dass mir die Geschichte nachhaltig in Erinnerung bleiben wird. Dafür hat sie sich für mich zu wenig von der breiten Masse abgehoben. Es ist eben “Jugendfantasy- typisch” Good Girl trifft auf Bad Boy mit Geheimnissen, kann sich seinem Bann nicht entziehen, wird in eine Welt, die, neben der ihr bekannten existiert hineingezogen und lernt darüber hinaus ihre eigene Magie kennen. Kennen wir doch alles schon irgendwoher, oder? Doch irgendwie funktioniert das gängige Muster, also warum verändern. Zumindest ich habe mich für den Moment gut unterhalten gefühlt.
Richtig toll fand ich die Mythen und die Legende des Phönix, der aus der Asche neu geboren wird. Protagonistin Eden ist mit den Legenden aufgewachsen und hat diese als erdachte Geschichten ihres verwirrten Vaters, um den sie sich aufopferungsvoll kümmert, abgetan. Das soll sich ändern, als Eden nach einem Überfall durch seelenlose Rogues von einer geheimnissvollen Gruppe gerettet wird. Eden soll sich ihnen anschließen. Sie sei eine Phönixkriegerin, dazu bestimmt ihre Lichtmagie zu entfachen und die Welt vor den Rogues, Menschen ohne Licht, zu beschützen. Eden schließt sich der Allianz der Phönixkrieger an, wenn auch mit gemischten Gefühlen. Und auch Kane, der selbst ein Krieger mit Lichtmagie ist, ist von Edens Beitritt mäßig begeistert.
Ich fand den Einstieg richtig vielversprechend und fesselnd. Dadurch, dass die ganzen Charaktere für mich aber nie so richtig greifbar wurden und ich die Liebesgeschichte zwischen Kane und Eden als sehr anstrengend empfunden habe, habe ich leider immer wieder den Zugang zur Geschichte verloren. Nach dem starken Beginn, konnte mich diese erst gegen Ende wieder abholen. Das Ende hat dann auch wie eine Bombe mit einem riesen Cliffhanger eingeschlagen und für mich viel gerettet.
Spannend waren auf jeden Fall Edens Entwicklung, ihre innere Zerissenheit und wie sie mit der Situation umgeht, sowie die Legende des Phönix, welche viele Geheimnisse birgt. Ein großes Plus gibt’s auch für die Lichtmagie und die verschiedenen Begabungen der Phönixkrieger. Hier hat sich Greta Milan ordentlich was einfallen lassen, was ich tatsächlich so in noch keiner Form gelesen habe.
》Wir atmeten beide schwer vor Aufregung, Wut und einem bittersüßen Gefühl, das ich nicht zu benennen wagte. Und doch war es da. Es hatte sich leise in mein Herz geschlichen, wann immer Kane und ich zusammen geredet und gelacht hatten. Selbst wenn wir gemeinsam schwiegen oder stritten…《
(Zitat aus ‘Die Legende des Phönix – Dunkelaura’, S. 324)
Fazit:
Eine geheime Organisation, Phönixkrieger und Lichtmagie. Das ist der Stoff aus dem ‘Die Legende des Phönix’ erschaffen ist. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn es jetzt keine großartigen Überraschungen offenbart.
Fans von Urban Fantasy und Romantasy können beherzt zugreifen.
Leuchte und lerne über Dinos und andere Urzeitriesen
Wieso? Weshalb? Warum? Leuchte und entdecke - Dinosaurier von Susanne Gernhäuser
Meine beiden Forscher mit 2 und 4 Jahren sind riesengroße Dinosaurier-Fans. Und die Bücher der 'Wieso? Weshalb? Warum?'-Reihe lieben wir sowieso. Als wir das Dinosaurier-Buch der Leuchte und Entdecke-Serie in unserer Stammbibliothek entdeckt haben, waren wie sofort begeistert.
Man erfährt und lernt nicht nur viel über die Urzeitriesen.
Die mitgelieferte Taschenlampe aus Pappe bringt auch richtig viel Spaß mit. Anfangs konnte ich mir das ganze nicht so richtig vorstellen, aber die Technik mit der Taschenlampe ist wirklich total simpel. Schiebt man die Taschenlampe aus Pappe hinter die schwarzen Folien, wird Verborgenes sichtbar. Ein wundervoller Überraschungseffekt für Kinder.
Die Qualität des Buches ist gewohnt gut. Einziger kleiner Kritikpunkt ist, dass die Papptaschenlampe vorallem in Kinderhänden schnell mal "kaputt" geht bzw. Knicke bekommt.
Abgesehen davon gibt's von uns eine klare Empfehlung.
Eine unerwartete Erbschaft, ein renovierungsbedürftiges Restaurant und ein toter Reeder
Mörderisches Santorin - Zoe und der tote Reeder von Christian Humberg
»Der Laden meiner Großtante heißt Santorin Sunrise, nicht Sundown.« Und auch das war ein Omen, oder? Sie flog quasi in den Sonnenaufgang, einem neuen Tag entgegen. Einem neuen Leben.«
(Zitat aus ‚Mörderisches Santorin 1, Pos. 510)
Eine unerwartete Erbschaft, ein heruntergekommenes Restaurant und ein toter Geschäftsmann! Zoes Neustart auf Santorin gestaltet sich alles andere als einfach.
Erst muss sie feststellen, dass das Restaurant, das sie geerbt hat, mehr als renovierungsbedürftig ist und dann findet sie statt einem Handwerker eine Leiche. Und weil das noch nicht reicht, wird sie auch gleich mal als Tatverdächtige Nummer 1 verhaftet.
Christian Humbergs Reihenauftakt beginnt nicht nur turbulent für Protagonistin Zoe, sondern gestaltet sich auch im weiteren Verlauf recht spannend. Denn Zoe lässt die Anschuldigungen natürlich nicht so einfach auf sich sitzen. Gemeinsam mit dem Einheimischen Leon, der ebenfalls unschuldig in die Sache geschlittert ist, beginnt sie im Fall des ermordeten Reeders Nikos Georgious Nachforschungen anzustellen und begibt sich dabei in höchste Gefahr.
Neben dem wirklich spannenden Ermittlungen, wird das Santorin Sunrise renoviert, Zoe findet in Stammgast Alexandros einen neuen Freund und Grieche Leon sorgt für Herzklopfen. Das ganze wird mit ganz viel Lokalkolorit, herzhaften Gaumenfreuden und griechischer Sonne serviert.
Was mir beim Lesen sehr positiv aufgefallen ist, ist der sehr unkomplizierte und flüssig zu lesende Schreibstil, der noch dazu sehr bildhaft ist. Bei den kulinarischen Beschreibungen ist mir tatsächlich das Wasser im Mund zusammen gelaufen.
Und auch die Charaktere konnten mich für sich einnehmen, allen voran Zoe, deren Neuanfang ich gerne mitverfolgt habe. Aber auch der hitzköpfige und öfter mal grummelige Leon und Alexandros mit seinen tollen Kochkünsten habe ich schnell mal ins Herz geschlossen.
Meine Erwartungen an den Cozy Crime wurden komplett erfüllt und ich freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen mit Zoe in ihrem Santorin Sunrise.
»Mit Knoblauch wird alles besser. Falls nicht, war es noch nicht genug Knoblauch.«
(Zitat aus ‚Mörderisches Santorin 1, Pos. 1488)
Fazit:
Griechische Sonne, ein Kriminalfall zum Miträtseln und Mitermitteln, charmante Charaktere, Urlaubsstimmung, viele kulinarische Highlights und Lokalkolorit. Der Reihenauftakt hat meine Erwartungen mehr als erfüllt und mich bestens unterhalten.
Ich kann das Buch allen Fans vom Cozy Crime sehr empfehlen.
Dämonen, Hexen, ein geheimer Orden und übersinnliche Kräfte
Twisted Fate, Band 1 - Wenn Magie erwacht von Bianca Iosivoni
Bianca Iosivoni und ich - das hat in der Vergangenheit nicht ganz so gefunkt. 'Twisted Fate' hat allerdings wie eine Bombe eingeschlagen. Ich habe den Reihenauftakt nahezu verschlungen. Zum einen fand ich den Schreibstil toll - jugendlich und sehr leicht und flüssig zu lesen - zum anderen haben mich die Themen total fasziniert.
Dämonen, Hexen, ein geheimer Orden und übersinnliche Kräfte - damit kann man mich einfach immer packen. Und wenn dann die Umsetzung auch noch passt, ist mein Leserherz glücklich.
Bianca Iosivoni macht es einem leicht in der Geschichte Fuß zu fassen. Meine Neugier war schon nach dem wahnsinnig mitreißenden Prolog geweckt, der im wahrsten Sinne des Wortes dämonische Kräfte entfesselt. Wie Faiths Schicksal, die Vergangenheit und die Verbannung eines mächtigen Dämon miteinander verbunden sind, musst du natürlich selber herausfinden.
Auch wenn ich Faith und vorallem ihre zerissenen Gefühle (Hallo Liebesdreieck) nicht immer nachvollziehen konnte, habe ich sie gerne begleitet. In ihr steckt einfach wahnsinnig viel Potential und durch ihr Familiengeheimnis sind sie und ihr Bruder Levi sehr spannende Charaktere.
Als Faith ein Stipendium erhält, um an der Universität von Dundee in Schottland zu studieren, ist die Freude riesig. Nach Jahren auf der Flucht, erhofft sich Faith endlich etwas Ruhe. Denn Faith und auch ihr Bruder Levi haben besondere Fähigkeiten, von denen niemand jemals erfahren darf. Faith kann sich selbst und ihren Bruder von jeder Verletzung heilen und ist damit quasi unverwundbar. Levi besitzt die Kraft der Telekinese. Doch der Frieden währt nicht lange. Bereits an ihren ersten Tagen in Dundee wird Faith von einem Dämon angegriffen. Und dann taucht plötzlich jemand aus Faiths Vergangenheit zur Rettung auf. Nate, der vor Jahren Faiths Herz hat höher schlagen lassen. Nate ist es auch, der Faith und Levi Tür und Tor zum Orden der Goldenen Flamme öffnet. Ein Geheimbund bestehend aus 6 Gründerfamilien, der sich dem Kampf gegen dämonische Wesen und Ausgeburten der Hölle verschrieben hat.
Und weil ich oben ein Liebesdreieck angedeutet habe. Das ist eine Sache, die ich eigentlich gar nicht mag und auch hier etwas anstrengend fand. Neben Nate, gibt es auch Jax - ganz nebenbei erwähnt mein Favorit - den Faith bei ihrem Job kennen lernt.
Recht viel mehr mag ich eigentlich gar nicht mehr verraten. Macht euch beim Lesen einfach auf viele Geheimnisse, brutale Kämpfe gegen Dämonen, noch mehr Geheimnisse, ein angedeutetes Liebesdreieck, achja, nicht zu vergessen Geheimnisse, die nach und nach gelüftet werden, gefasst.
Nach einem starken Einstieg lässt der Spannungsgrad im Mittelteil zwar etwas nach, schießt aber im letzten Drittel rasant in die Höhe. Hier kommen dann einige Dinge ans Licht und auch unerwartete Wendungen, durch die ich mich jetzt schon riesig auf Band 2 freue. Ach ja, einen richtig fiesen Cliffhanger gibt es natürlich auch.
Fazit:
Du liest gerne über Dämonen, Hexen, geheime Organisationen, übersinnliche Kräfte und bist offen gegenüber Liebesdreiecksgeschichten. Dann kann ich dir diesen Auftaktband sehr empfehlen. Mir hat 'Twisted Fate - Wenn Magie erwacht' sehr gut gefallen und ich freue mich schon riesig auf Band 2.
Es ist nicht alles Gold was glänzt
The Darkest Gold - Die Gefangene von Raven Kennedy
》Gold ist auf Hohenläuten, der Burg von König Midas, eine große Sache. Goldene Fußböden, goldene Fensterrahmen, Teppiche, Gemälde, Wandbehänge, Kissen, Kleidung, Geschirr, Rüstungen – zur Hölle, sogar ein kleiner Singvogel ist zu leblosen Glanz erstarrt.《
(Zitat aus ‚The Darkest Gold – Die Gefangene‘, S.
13)
Meine Meinung:
Ich muss gestehen, dass ich mir wirklich schwer damit tue, meine Meinung über Raven Kennedys Reihenauftakt in Worte zu fassen. Ich hätte das Buch nämlich wirklich gerne gemocht. Aus dem Mythos rund um König Midas hätte man etwas richtig großes spinnen können. Und ich bin auch wirklich nicht zimperlich, was vulgäre Sprache und explizite Szenen angeht. Dass ich hier in den ersten Minuten aber schon mit einer Orgie überrascht werde, ging mir dann aber doch ein bisschen zu schnell und zu weit.
So weit so gut, ich wollte weiter hören. Dem Buch eine faire Chance geben mich zu begeistern. Leider kamen aber immer mehr Dinge, die mich abgestoßen haben bzw. mir richtig sauer aufgestoßen sind. Allen voran die Objektifizierung von König Midas Mätressen. Ich war echt erschüttert, dass diese als Sättel bezeichnet werden. Ich denke nicht, dass es nötig gewesen ist, derart menschenverachtende Beschreibungen in die Geschichte einzubauen. Mir hat es auf jeden Fall keinen Mehrwert gebracht – im Gegenteil. Selbst Protagonistin Auren, aus deren Perspektive wir die Handlung erleben, benutzt das Wort ‚Sattel‘ für sich und den Königsharem. Und nein, ich kann das absolut nicht nachvollziehen.
Auren steht im Mittelpunkt der Handlung. Als Kind von Midas gerettet, ist Auren ihrem König blind ergeben. Sie ist das Sinnbild von König Midas Macht – ganz und gar aus Gold wird Auren in einem goldenen Käfig gehalten. Sie ist die Geliebte des Königs und ausschließlich dazu da ihm zu dienen. Als sich die politische Lage im Reich zuspitzt und Midas im die Enge getrieben wird, passiert etwas, dass Aurens Vertrauen in ihren Retter und Beschützer komplett erschüttert.
An diesem Punkt in der Geschichte hatte ich große Hoffnung, dass Raven Kennedy das Ruder herum reißt. Dass Auren aus ihrer Trance erwacht und vorallem, dass die Verherrlichung von Gewalt – ja, das war mein Eindruck- ein Ende hat. Doch weit gefehlt. Es wurde leider nicht wirklich besser. In keiner Hinsicht. Ich fand nicht mal die Handlung spannend oder mitreißend. Und auch Auren blieb in meinen Augen eine blasse und schwache Protagonistin. Da ich mir aber im klaren darüber war, dass das ganze eine 5-teilige Reihe wird, habe ich der Fortsetzung noch eine Chance gegeben. Aber das ist eine andere Geschichte.
》Ich bin die goldene Gefangene. Aber was für ein wunderschönes Gefängnis ich habe!《
(Zitat aus ‚The Darkest Gold – Die Gefangene‘, S. 13)
Fazit:
Wie viele frauen- und menschenverachtende Darstellungen kann man in ein Buch packen? Hier findet ihr die Antwort. Für mich war diese König Midas-inspirierte Dark Fantasy leider nichts. Mir hat die vulgäre Sprache nicht besonders gefallen und die Handlung fand ich doch sehr ausbaufähig. Genauso wie Protagonisten Auren die in meinen Augen zu naiv und blass dargestellt wird.
Fazit: Es ist nicht alles Gold was glänzt.











