Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Barbara F:
bewusstes Abschiednehmen
Kostbare Tage von Kent Haruf
Dad Lewis nutzt seinen letzten Sommer um sich vom Leben, seinen Lieben und der Vergangenheit zu verabschieden.
Seine Tochter Lorraine kommt zu ihm zurück, seine beiden engsten Mitarbeiter führen den Laden in seinem Sinne weiter, nur sein Sohn bleibt vorerst mal verschwunden.
Paralell dazu versucht der Pfarrer nach seiner Versetzung in Holt Fuß zu fassen, bei Nachbarin Berta zieht die kleine Alice ein und die beiden Johnson Damen versuchen auch ihr Leben Revue passieren zu lassen.
Kent Haruf beschreibt auf beeindruckende Weise wie ein Leben ganz bewusst Stück für Stück zu Ende geht, wie das Umfeld den kranken Mann dabei begleitet und welche Schritte ihm am Ende des Weges noch wichtig sind.
Das Buch ist sehr verständlich geschrieben und trotz mehrerer Handlungsstränge kann man der Handlung jederzeit gut folgen.
Liebe geht durch den Magen
Sylt oder Sahne von Claudia Thesenfitz
Nachdem Nele immer einsamer und fülliger wird beschließt sie eine Fastenkur auf Sylt zu machen. Dort trifft sie auf die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und freundet sich schließlich mit ihren beiden Zimmerkolleginnen Sabine und Ariane doch noch an.
Die drei druchleben nicht nur Verzicht, Sport und Hunger gemeinsam, sie finden schließlich auch eine neue Liebe und Nele bekommt ein ganz neues Lebensgefühl.
Ein ganz netter Roman über das Leben einer Übergewichtigen bei dem es sich für meinen Geschmack zu sehr ums Essen bzw Nichtessen dreht.
Die vielen Absätze in den Kapiteln haben mich auch ein wenig gestört. Man hätte daraus sicher viel mehr machen können wenn man sich weniger auf die Kur sondern mehr auf die Weiterentwicklung der Hafenklause konzentriert hätte.
Eine Sachertorte geht immer
Kann Gelato Sünde sein? von Tessa Hennig
Unterhaltsam, kalorienreich und romantisch ... so würde ich dieses Buch in drei Sätzen beschreiben.
Tessa Henning hat in gewohnt humorvoller Manier die Geschichte von Emilia und ihrer Tochter Julia geschrieben.
Emilia ist alleinstehend und ihre Leidenschaft ist die Backkunst. Sie möchte zu ihrem eigenen 60.
Geburtstag eigentlich ihre Tochter Julia überraschen, die in Italien studiert. Dort angekommen erwarten sie sehr viele Überraschungen, die schlussendlich alle positiv sind.
Von der zum Agritourismo umgebauten alten Scheune, über die Reaktivierung einer alten Bäckerei bis zu einer Bürgermeisterkandidatur kommt alles vor im kleinen italienischen Dorf wo die Menschen alle alt und gesund werden sollen.
Diese Rechnung geht allerdings nicht auf nachdem Emilia köstliche Torten und Eistorten verkauft.
Die Liebe kommt natürlich auch nicht zu kurz, weder bei Mutter noch bei Tochter.
Eine tolle Lektüre für laue Sommerabende wenn man einen Eisbecher in der Nähe hat.
Vater und Sohn tanzen ins Glück
Pandatage von James Gould-Bourn
Nach dem Unfalltod seiner Frau verliert nicht nur sein Sohn Will seine Stimme, sondern Danny verliert auch seine Arbeit und ist kurz davor seine Wohnung auch noch zu verlieren.
Die letzte Rettung scheint ein muffiges Pandakostüm zu sein und eher erfolglose Auftritte im Park mit Hilfe einer gefälschten Genehmigung.
Dannys Leben scheint echt aussichtslos zu sein bis er eines Tages in der Bahn mit der Tänzerin Krystal zusammenstößt, die sein Leben gehörig durcheinanderwirbelt.
Sie haben eine gemeinsames Ziel und arbeiten hart darauf hin.
James Gould-Bourn versteht es neben einer tragischen Familiengeschichte noch die Bedeutung von Freundschaft und Liebe zu beschreiben. In der Geschichte sieht man auch sehr gut wie sehr sich der Vater um seinen Sohn bemüht und unbedingt eine Beziehung zu ihm herstellen möchte.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, auch wenn sie teilweise ein wenig traurig macht.
Im Hintergrund die Angst
Das wirkliche Leben von Adeline Dieudonné
Nach Außen hin eine normale Familie, der Vater Jäger und Familienernährer, die Mutter Hausfrau und Ziegenliebhaberin, das Mädchen hochintelligent und fleißig, der Bub nach einem traumatischen Ereignis in sich selbst zurückgezogen und ein Schatten seines Vaters.
Im Hintergrund herrscht Angst und Gewalt, Angst vor dem gewalttätigen Vater, Angst vor den brutalen Tierquälereien des 10 jährigen, Angst davor aufzufiegen, Angst selbst Opfer des Vaters zu werden.
Und trotzdem dreht die Welt sich weiter, entwickelt sich das Mädchen zu einer jungen Frau, überspringt eine Klasse in der Schule, lebt die Mutter weiterhin ihr Amöbendasein, lässt der Bub die Hyäne in seinem Kopf über sein Tun bestimmen.
Ein ergreifendes Buch bei dem man schnell zum Nachdenken kommt, fassungslos ist über solche Umgangsformen und selbst manche Fassade ein wenig hinterfragt.
Das Buch ist sehr gut aufgebaut, die einzelnen Szenen ausführlich beschrieben und von der ersten bis zur letzten Seite zieht sich ein roter Faden.
Für mich war das Ende allerdings ein bisschen sehr überzogen, deshalb ein Stern Abzug bei der Bewertung.
Spannung pur
Sammy - Die unglaublichen Abenteuer einer kleinen Maus von Cole Henry
Zuerst dachten wir so ein dickes Buch, da brauchen wir ja ewig zum Lesen. Wir haben uns aber getäuscht.
Henry Cole erzählt die Geschichte von Sammy, der kleinen Maus unheimlich spannend und man muss einfach weiterlesen. Außerdem gibt es zwischendurch immer wieder sehr schöne Bleistiftzeichnungen die das Ganze etwas auflockern.
In der Geschichte geht es neben dem Abenteuer, das Sammy erlebt nachdem er vom Bruder seines Besitzers ins All geschossen werden sollte und schlussendlich im Forst landet auch um Freundschaft, Vertrauen und um Heimat. Denn Sammy hat großes Heimweh und möchte unbedingt wieder nach Hause finden.
Das Buch eignet sich sowohl zum Vorlesen als auch zum Selberlesen. Das Format ist zwar etwas ungewöhnlich aber hat auch seinen Reiz.
Das Cover finde ich total nett und Sammy wirkt auf den ersten Blick sympatisch.
Heldinnen in unterschiedlichen Zeiten
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
Das Haus der Frauen erzählt die Geschichte von unterschiedlichen Pariser Frauen in unterschiedlichen Positionen.
Im Vordergrund stehen die alleinstehende Anwältin Solene, die nach einem Burn-Out auf Rat ihres Psychologen eine ehrenamtliche Tätigkeit als Schreiberin im "Palast der Frauen" annimmt sowie Blanche Peyron, Mitglied der Heilsarmee und Mutter von 6 Kindern, die das Haus der Frauen 1920 eröffnet hat.
Die Autorin geht dann auch noch auf verschiedene Schicksale der Bewohnerinnen ein, sowohl in den Anfängen des Palasts der Frauen als auch in der Gegenwart.
Das Buch ist leicht zu lesen, man kann den Geschichten sehr gut folgen auch wenn abwechselnd von Solene und Blanche berichtet wird.
Es ist mein erstes Buch der Autorin und mir hat es wirklich gut gefallen.
Alles wird gut
Heute nicht von Timon Meyer
Timon und Julian Meyer haben sehr passend für die derzeitige Krise das Buch "Heute nicht" geschrieben.
Mit witzigen Reimen beschreiben sie, was die Tiere heute gerade plagt, worüber sie sich ärgern oder Sorgen machen.
Dann kommt morgen und morgen wird alles gut. Sie fahren zum Strand, gehen spazieren und haben eine schöne Zeit.
Denn "Was die Tiere gestern plagte, kümmert heute keines mehr und es ist, sein wir mal ehrlich, auch schon viel zu lange her.
Die Reime sind kurz und aussagekräftig, die Zeichnungen wunderschön und auch witzig gestaltet und die Farben sehr kräftig.
Das Cover ist meiner Meinung nach ein bisschen bedrückend, da alle Tiere traurig schauen, aber das ändert sich ja im Laufe des Buches Gott sei Dank!
Was im Leben zählt
Dankbarkeiten von Delphine Vigan
Inhalt:
Mischka, eine 85 jährige betagte und alleinstehende Dame muss ins Altersheim übersiedeln nachdem sie zu Hause immer wieder stürzt und ihr bestimmte Wörter auch nicht mehr einfallen.
Marie, ihre junge Nachbarin ist eine der wichtigsten Bezugspersonen für Mischka. In der Kindheit ist Marie oft zu Mischka geflüchtet, nachdem es ihrer Mutter nicht möglich war sich ausreichend um Marie zu kümmern, nun hat sich der Spieß umgedreht und Marie kümmert sich liebevoll um Mischka.
Jerome, ein junger Logopäde versucht Mischkas verbliebene Wörter zu festigen und mit ihr an ihrem Wortschatz zu üben. Hat selbst ein Problem mit seinem Vater und hat Mischka ins Herz geschlossen.
Den zwei jungen Menschen gelingt es, Mischka einen Herzenswunsch zu erfüllen, indem sie ihre Dankesworte überbringen.
Fazit:
Dankbarkeiten hat berührt und wachgerüttelt, wie wichtig ist es doch seinen ehrlichen Dank auszusprechen und zu schätzen was die Mitmenschen für jeden einzelnen tun.
Nebenbei beschreibt es noch eindrucksvoll die letzten Jahre/Monate eines Menschen, der bis zum Schluss um Eigenständigkeit bemüht ist.
Ein tolles Buch das ich gerne weiterempfehle!
Eine Stadt drei Schicksale
Die Frauen vom Alexanderplatz von Elke Schneefuß
Das Buch verbindet drei Frauenschicksale in der Nachkriegszeit in Berlin.
Hanna, Tochter eines Industriellen kehrt vom Dienst als Krankenpflegerin an der Front nach Hause und will keineswegs einen gut situierten Mann heiraten sondern einen eigenen Beruf ergreifen.
Vera, Tochter eines verstorbenen Schneidermeisters, muss sich um ihre kranke Mutter kümmern und hofft auf die Rückkehr ihres Bruders und auf Entlastung durch ihn.
Fritzi, Tochter eines alleinerziehenden Müllermeisters am Land, Mutter einer 4 jährigen Tochter, ist auf der Suche nach dem Vater von Christel und hofft ihn in Berlin zu finden.
Jede der Frauen geht ihren Weg auf eine ihr eigene Weise, auf Umwegen gelangen sie dann doch zum Ziel.
Das Buch hat mir im großen und ganzen recht gut gefallen, allerdings waren die Kapitel im ersten Teil ein wenig zu ausufernd und am Ende dann sehr knapp und schnell.











