Kunden em pfehlungen
Rezensionen von HEYN Leserunde Maria Dörfler:
Unlesbar
Das Geheimnis der verlorenen Zeit von John Wray
Dieses Buch ist für mich unlesbar - und das passiert mir selten.
Zweimal habe ich vorne angefangen, einmal hinten, einmal irgendwo in der Mitte - ohne irgendeinen Sinn in dem zu finden, was ich mit Mühe gelesen habe - eigentlich eine Zumutung in 700 Seiten.
Meine Zeit ist mir zu teuer, mich da durchzukämpfen.
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Maria Dörfler
Ein düsteres, wunderbares Buch
Am Rand von Hans Platzgumer
Die Sprache klar, schön, ohne Schnörkel und doch sehr poetisch. Der Verlauf der Geschichte schnürte mir den Hals zu,nahm mir die Luft und war doch zwingend - aber dass sich kein Stückchen Glück halten lässt! Warum muss alles in der Katastrophe enden? Zutiefst deprimierend in der inneren Logik, wo auch das Ende unvermeidlich ist.
Eine vielversprechende Idee
Der Trick von Bergmann Emanuel
Die Idee, das Schicksal eines Rabbinersohnes mit sehr abenteuerlicher Lebensgeschichte mit dem Wunsch eines kleinen Amerikaners, die Scheidung seiner Eltern zu verhindern zu verknüpfen, ist durchaus vielversprechend.
Die Durchführung ist meiner Meinung nach mittelmäßig. Es ist einfach alles drin, zu viel an seltsamen Zufälligkeiten, viele Klischees werden bedient und das Ende ist trotz Längen zwischendurch absolut vorauszusehen.
An sich über weite Strecken amüsant und witzig, wechseln diese Passagen mit ernsten, ja tragischen Ereignissen. Die Figuren bleiben dennoch etwas blaß - was auch an der flüssigen, journalistischen Sprache liegen mag, die sich für den Inhalt nicht wirklich eignet. Es fehlt mir die Poesie, die aus der Geschichte vielleicht ein schönes Bild hätte weben können.
Maria Dörfler
Ein melancholisches Lesevernügen
Letzter Bus nach Coffeeville von Henderson J. Paul
Lustig ist die Geschichte ja nicht gerade. Viele vom Leben gebeutelte, nicht vom Schicksal verwöhnte, aber in ganz eigener Weise starke Persönlichkeiten werden vor dem Leser lebendig - sehr lebendig. Besonders die Geschichte von Nancy und Doc wird ohne Rührseligkeit dennoch sehr berührend erzählt.
Es ist schön, dass auf dieser Welt Platz ist für etwas schräge Typen mit ihren grßteils durchaus hohen moralischen Ansprüchen. Manchmal gibt es witzig überzogene Episoden und Phantasien. (Che Guevara) So ist es auch möglich und nötig, oft zu schmunzeln, leise und langsam.
Was ist ein gelungenes Leben? Hier eine von vielen, eher unerwartete Antwort, die duchaus nachdenklich stimmt und die vorgegebenen "Regeln" für ein "gutes" Leben in Frage stellt. Gerade in einem Land wie Amerika.
Maria Dörfler
Ein sehr schönes, berührendes Buch
Am Ende bleiben die Zedern von Jarawan Pierre
Welch lebendige Erzählkunst, welch blumige Sprache!Eine Geschichte voll von Leben, vonTraurigkeit, von Liebe, Enttäuschung und Versagen.
Im Vordergrund die stark idealisierte Beziehung von Samir zu seinem Vater, die ihn ungerecht werden lässt gegenüber anderen Menschen, vor allem seiner Mutter gegenüber.
Das Verschwinden des Vaters prägt seine Kindheit, seine Jugend und sein frühes Erwachsenealter - er wird schwierig und seltsam.
Erst die wiedergefundene Liebe zu Yasmin, seiner Freundin aus Kindertagen, macht es ihm möglich, sich auf die Suche nach der geheimnisvollen Geschichte seines Vaters zu machen. Seine Wurzeln zu finden und sich gleichzeitig ein wenig von ihnen zu befreien.
Dieses Buch soll verschenkt, soll gelesen und weiterempfohlen werden.
Flüchtig wie die Beziehungen
Fabelhafte Eigenschaften von Adam Soboczynski
ist auch das Buch für mich. Kaum ist eine Szene teils recht witzig und sprachgewandt beschrieben, muss ich mich an andere Protagonisten - wer gehört zu wem? - gewöhnen, die den fast gleichen Ablauf inszenieren. Die "Kunsterpertisen" wirken recht gekünstelt, die Personen haben wenig bis keine Konturen.
Ich glaube nicht, dass die Befindlichkeit vieler Menschen der Schicki Micki wirklich so ist. Allerdings mag der Druck groß sein, sich eben so zu zeigen.
Stellenweise nett zu lesen - treffend sind vielen Situationen beschrieben - insgesamt nicht sehr spannend und flüchtig - womit ich wieder beim Anfang lande.
Maria Dörfler
Welch originelles Konzept
Der Fisch in der Streichholzschachtel von Martin Amanshauser
Zwei verschiedene Jahrhunderte - fast - zusammenstoßen zu lassen nach einem gewaltigen Sturm auf zwei ganz unterschiedlichen Schiffen irgendwo in der Karibik, ist schon eine sehr witzige Idee. Die Beschreibung der Situation auf dem Luxusliner hat mich ungemein erheitert und amüsiert und hat meine Entscheidung, so ein Schiff nicht mehr zu betreten, absolut gefestigt.
Viel Menschenkenntnis in leichter, aber nicht banaler Sprache findet sich da. Da können die Piraten fast nicht mit...
Die Begegnung der beiden Welten gerät dann oft zu langatmig, ermüdend und es ist ein Kampf, bis zum Ende durchzuhalten.
Wie so oft wären mir 200 Seiten weniger lieber gewesen.
Dennoch, wenn der Urlaub lange ist, sehr zu empfehlen.
Maria Dörfler
Urlaubslektüre?
Hotel Alpha Roman von Watson Mark
Eine recht originelle Geschichte mit teilweise ansprechenden Charakteren -Chas, Graham, Howard. Leicht und teilweise witzig geschrieben mit guten Milieuschilderungen, erscheint mir die Handlung doch ziemlich konstruiert.
Auch war für mich ein Teil des Buches einfach langweilig - das Weiterlesen war mühsam.
Ganz originell und gut die Hotel - Geschichten am Ende des Buches. Davon hätte ich gerne mehr gelesen.
Trotzden die mittelmäßige Bewertung.
Maria Dörfler
Fesselnde Familiensaga
Der Löwensucher von Bonert Kenneth
770 Seiten!!!
Normalerweise ein Horror, aber nicht so bei diesem Buch. Obwohl ich sehr schnell und nicht immer allzu genau lese, habe ich hier nur wenige Passagen überflogen. Zu faszinierend war diese Familiensaga, spannend, wunderbar, schrecklich in manchen Details schwer zu ertragen und doch voller Lebensfreude, Lebenswillen und erstaunlichem Optimismus angesichts der realen Verhälnisse.
Rückschläge, Enttäuschungen, Demütigungen können den Helden Isaac nicht brechen, immer wieder steht er auf, geht weiter und bewahrt sich Menschlichkeit und Empfindsamkeit.
Was von diesem Leben könnten wir ertragen, wo doch die meisten von uns - Gott sei Dank - niemals dieses Mass an Leidensfähigkeit aufbringen müssen?
Ein schönes Buch, eine eigene Welt, in die sich die LeserInnen versenken können.
Maria Dörfler
Fast gescheitert
Deutscher Meister von Bart Stephanie
Fast gescheitert bin ich an diesem Text.
Einmal angefangen - langatmig, viele Namen. Nochmals angefangen - von hinten aufgerollt interessiert mich die Geschichte, aber das Buch ist sehr schwer lesbar gewesen für mich.
Dabei sind einzelne Textstellen faszinierend, Bilder und die Schilderung von gleichzeitig stattfindenden Ereignissen beeindruckend, sie erzeugen die bedrückende Atmosphäre, die sich durch das Buch zieht.
Die Beurteilung durchschnittlich trifft eigentlich nicht zu.
Wunderbare Textstellen neben langweiligen Schilderungen - ich habe einiges überlesen, einfach ausgelassen, sonst hätte ich es trotz "Lesediziplin" nicht bis ans erwartbare schlimme Ende geschafft.
Ich wollte, dass mir das Buch gefällt, weil das Erschaffen einer Dichte von Bedrückung oft hervorragend gelingt, nicht einen Tag möchte ich unter solchen Umständen leben müssen, wo alle Gemeinheit und Niedrigkeit ungehindert blühen kann und durch das System gefördert wird.
Die Geschichte ist atemberaubend im wahrsten Sinne des Wortes, das Buch kann ich trotzdem nicht zum Lesen empfehlen.











