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Rezensionen von nanu?!:

Die Bibel für Queen-Fans

Queen - Alle Songs von Benoit Clerc

Als das Buch bei uns ankam, hätten wir nie mit solch einem Klopper gerechnet. Das Buch ist ein echtes Schwergewicht.
Meine Tochter ist von uns der größere Queen-Fan, und nach dem ersten Blättern meinte sie begeistert: Hier steht ja echt alles drin!

Wo soll man bei diesem Buch bloß anfangen?
Zuerst einmal wird im Vorwort klargemacht, dass kein Werk der Welt und kein noch so gründliches Studium imstande ist, Queen in seiner gesamten Genialität ausreichend zu würdigen.

Aber ich finde, mit diesem Buch hier ist schon ein guter Versuch gestartet worden.

Neben einer großen Anzahl an Photographien gibt es auch detailreiche Porträts. Natürlich handeln diese Porträts zuerst einmal von den Musikern, aber es werden auch die Menschen vorgestellt die Queen über die Jahre hinweg geprägt haben. In welcher Weise auch immer.
Dazwischen eingestreut kann man lauter kleine Funfacts entdecken, die ich sehr unterhaltsam fand. Wie Brian May zu seiner ersten Gitarre kam, zum Beispiel. Was ein Lama, Michael Jackson und Mercurys Schuhe miteinander zu tun haben. Wie John Deacon nach einem üppigen Mahl, ein sehr berühmtes Gitarrenriff vergessen konnte, und solche Geschichten.
Dann kommen die Lieder dran und haufenweise Hintergrundwissen zu den einzelnen Songs. Die Alben wurden chronologisch nach ihren Erscheinungsdaten geordnet, die Songs wiederum wie sie auf den Alben zu finden sind. Zusätzlich gibt es noch Wissenswertes zu den Studioaufnahmen, wer daran mitgewirkt hatte, witzige Tatsachen, usw.
Unter der Rubrik "Outtake" werden die Songs präsentiert die es viel später, oder vielleicht sogar nie, auf ein Album geschafft haben.

Dieses über 500 Seiten starke Buch, ist wirklich vollgestopft mit Informationen rund um die Band. Selbst eingefleischte Fans werden bestimmt noch viel Neues über die Musiker erfahren. Dieses Werk ist die perfekte Lektüre, oder Geschenk, für Fans und die, die es noch werden wollen.
Meine Tochter sagte gerade noch zu mir, das Buch hätte man nicht viel besser machen können.

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Käse ist Liebe

Say Cheese! von Benoit Clerc

Käse macht glücklich! Wer das nicht glaubt, findet in diesem Kochbuch mehr als 65 Rezepte, um sich zu überzeugen.
Das Buch beginnt mit ein bisschen Warenkunde. Welchen Käse zu welchem Gericht wählt man am besten aus. Wie man richtig mit dem Käse umgeht, damit er sein volles Aroma entfalten kann.

Wie man ihn korrekt lagert, und solche Fragen werden kurz erläutert.

Dann geht es auch schon los mit den Köstlichkeiten.
- Als erstes gibt es das Kapitel "Brot". Das klingt erst einmal banal, und das ist es eigentlich auch. Aber bekanntlich sind die einfachsten Dinge in der Küche auch die leckersten. Hier gibt es also Sandwiches in den verschiedensten Variationen. Mit Chutneys, Pasten und Saucen verfeinert. Darunter Klassiker wie das "Croûte au fromage" aus der Schweiz oder das britische "Welsh Rarebit". Aber auch originelle Toasts, Burger und auch Pizzen sind vertreten.
- Dann folgt das größte Kapitel, "Nudeln". Hier gibt es Nudelaufläufe noch und nöcher, abwechslungsreich und bunt. Die französische Variante ist mit Ziegenkäse, Kischtomaten und provenzialischen Kräutern, die klassische mit Béchamelsauce und Cheddar. Es gibt einen herbstlichen Auflauf mit Kürbis und Salbei, oder einen spanischen mit Chorizo und Manchego. Nur um einige zu nennen, die Möglichkeiten sind unendlich.
- Im Kapitel "Gemüse" findet man die verschiedensten Gratins und Kartoffelgerichte. Zum Beispiel "Chicorée-Gratin mit Schinken und Blauschimmelkäse, Kartoffelgratin mit Pilzen, Spinat und Fontina, Blumenkohlgratin, ...
Das Rezept für Tartiflette finde ich hier am spannendsten, das wird unter anderem aus Kartoffeln, Speck und Reblochon gemacht. Die Gemüse-Enchiladas habe ich schon getestet und kamen selbst bei den Kindern gut an.
- In "Zum Dippen & Löffeln" gibt es dann noch Rezepten für Ofenkäse, Fondues und Suppen.

Die meisten Rezepte sind unkompliziert nachzukochen, die Anleitungen sind kurz gehalten, klar und verständlich.
Die Zutatenlisten sind überschaubar. Je nachdem wo man lebt, wird nicht jede Käsesorte leicht aufzutreiben sein. Aber es werden Alternativen genannt, zumindest bei den spezielleren Sorten.
Es gibt viele tolle Fotos, aber nicht zu jedem Rezept. Aber ehrlich gesagt sehen die meisten Aufläufe und Gratins in der Auflaufform und mit der Käsehaube eh gleich aus.
Wer gerne deftig isst und Käse liebt, dem kann ich das Buch nur empfehlen. Uns jedenfalls, hat bis jetzt alles sehr gut geschmeckt, was wir ausprobiert haben.

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Regenbogenfamilie

Bunte Fische überall von Kathrin Schrocke

Für die 13-jährige Barnie sind Regenbogenfamilien nichts ungewöhnliches, denn sie selbst hat zwei Väter.
Ansonsten ist bei ihr alles genauso, wie bei anderen Jugendlichen in ihrem Alter auch. Ihre Eltern erlauben ihr nie die "guten" Sachen, Sergej aus ihrer Klasse findet sie ganz nett, und am liebsten hängt sie mit ihrer besten Freundin ab.

Dann startet in der Schule ein besonderes Projekt. Die Schüler sollen sich in Zweierteams um elektronische Babypuppen kümmern, und das zwei Wochen lang. Und ausgerechnet Sergej will der "Vater" ihres Babys sein.

Geschrieben ist das Buch aus Barnies Sicht in der Ichform, denn es handelt sich hier um ihr Tagebuch, welches sie erst kürzlich von ihren Eltern zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. In ihren Augen das langweiligste Geschenk überhaupt.
Barnie schreibt also ihre Erlebnisse in dieses Tagebuch und das ziemlich witzig, auf alles hat sie eine Antwort parat. Ab und zu ist sie auch ein bisschen egoistisch, aber mit schlechtem Gewissen.
Schade dass das Buch nicht so dick ist, es hat mir so gut gefallen. Und für ein Kinderbuch fand ich es sehr tiefgründig. Es vermittelt auf humorvolle Weise, dass auch Regenbogenfamilien nichts unnormales sind. Und dass man nicht mit Leuten abhängen muss, die das vielleicht anders sehen, nur um vor denen besser dazustehen. Denn als Tochter von zwei Vätern, hat Barnie oft mit Vorurteilen zu kämpfen.

Auch die Sache mit den Babypuppen fand ich richtig witzig. Die Puppen zeigen die gleichen Bedürfnisse wie echte Babys: Sie wollen in Ruhe schlafen, wachen manchmal mitten in der Nacht auf, wollen getröstet, regelmäßig gefüttert und gewickelt werden. Aber nicht alle Schüler nehmen das Projekt gleich ernst. Das eine Baby landet als Youtube-Star im Internet, das andere dagegen wird total übertrieben zum Spielplatz im eigenen Kinderwagen kutschiert.
Und die anderen Lehrer zeigen sich schnell genervt von den Puppen, denn ein normaler Unterricht ist mit ständigem Kindergeschrei nicht mehr möglich. Die Schüler müssen die Puppen nämlich den ganzen Tag mit sich herumtragen. Langweilig ist Barnies Schulalltag jedenfalls nicht.

Ich kann das Buch nur empfehlen und muss gleich schauen, was die Autorin noch so alles geschrieben hat. Das will dann auch noch lesen.

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Einmal rund um die Welt gekocht

Wahi – süß, sauer, salzig, scharf von Alex Wahi

Alex Wahi hat das Kochen von seinem indischen Vater gelernt. Er ist quasi mit dem Kochlöffel in der Hand aufgewachsen, und im heimischen Restaurant durfte er immer seine Nase in die Töpfe stecken und alles probieren.
Gefühlt ist er schon überall gewesen und er bringt von seinen vielen Reisen immer neue Inspirationen für seine eigenen Gerichte mit.

So kommt es, dass es in seinem Kochbuch aus jedem Winkel dieser Erde etwas Leckeres zu geben scheint.
Sortiert sind die Rezepte grob nach Kontinenten, wobei die urspüngliche Heimat seiner Familie, Indien, ein eigenes Kapitel erhält. Was ich persönlich sehr begrüße, denn ich finde dass gerade die indische Küche besonders geschmackvolle und abwechslungsreiche Kost bietet.

Die Rezepte sind meistens sehr einfach zu verwirklichen und kommen daher mit kurzen Anleitungen aus.
Die Zutatenlisten sind überschaubar, die Zutaten selbst in jedem gut sortierten Supermarkt leicht zu bekommen.
Alle Gerichte sind für zwei Personen ausgerichtet. Das macht es einfach hochzurechnen, wenn mehr Gäste bekocht werden sollen.
Jedes Gericht bekommt sein eigenes ganzseitiges Foto, so sieht man wie das Ergebnis mehr oder weniger aussehen sollte.
Die Kompositionen sind oft Gerichte die man so, oder so ähnlich schon im Urlaub gegessen, oder zumindest schon gesehen hat, nur moderner und aufgemotzter, im Wahi-Style halt. Auf die richtige Kombination von süss, sauer, salzig und scharf komme es an, um den perfekten und besonderen Geschmack zu erhalten, laut Wahi.

Im indischen Teil findet man unter anderem Rezepte für Chicken Tikka, gefüllte Teigtaschen namens Momos und Njom-Njoms. Es gibt selbstgemachtes Naan-Brot und Papadums (eine Art Fladen aus Kichererbsenmehl), Chapatis (Pfannenbrot) und besonders gewürzten Reis.
Der europäische Teil beinhaltet Rezepte für schwedische Köttbullar, ein Gericht mit italienischer Salsiccia, eins mit griechischen Kritharaki (Nudeln in Reisform), Shakshuka, französische Brioche-Brötchen, ...
Der fernöstliche Teil platzt fast vor lauter Gemüse: Thai-Curry, Kimschi (Kohlgericht), Wildreisporridge, frische Salate, gebratener Reis, ...
Das Übersee-Kapitel bietet Köstlichkeiten wie Spareribs und Coleslaw, veganes Mac an Cheese, Süsskartoffel-Waffeln, mexikanische Tacos, Pulled-Pork, ...
Ganz am Ende gibt es noch ein Kapitel mit allen Saucen, Pasten, Gewürzmischungen und Chutneys die man so braucht.

Abwechslung in den Rezepten ist also auf jeden Fall gegeben. Alex Wahi ermuntert die Leser auch, ruhig mal von den Vorgaben abzuweichen und Lebensmittel nach dem eigenen Geschmack auszutauschen. Auch wenn ein Experiment schief geht, könne man nur daraus lernen.

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Schwache Story

Vergissmeinnicht - Was man bei Licht nicht sehen kann von Kerstin Gier

Für Quinn ist Matilda nur eine von den komischen Nachbarn, den Martins, von nebenan. Sie gehen zwar auf dieselbe Schule, haben aber im Grunde nichts miteinander zu tun.
Das ändert sich als Quinn nach einem seltsamen Unfall im Rollstuhl landet. Seitdem nimmt er Dinge wahr, die eigentlich gar nicht da sein dürften.

Niemandem kann er sich anvertrauen, es glauben sowieso schon alle, er hätte vom Unfall einen Knacks beibehalten.
Bei Matilda aber hat er das Gefühl, ihr davon erzählen zu können ...

Es gibt einen neuen Gier, da ist die Freude natürlich groß. Allerdings habe ich wohl etwas zu viel erwartet, überzeugen konnte mich das Buch leider nicht.

Es liegt schon mal nicht an den beiden Hauptfiguren Quinn und Matilda, die mochte ich gleich sehr gerne, auch wenn sie typisch jugendbuchmäßig sind.
Er ist total beliebt, hat einen Haufen Freunde, die Mädchen schwärmen für ihn und er ist sportlich wie nur was.
Matilda dagegen hat es schwieriger. Ihre Familie ist total religiös, sie wird ständig zu irgendwelchen ehrenamtlichen Tätigkeiten verdonnert. Aber natürlich ist sie eigentlich total anders, als schwarzes Schaf der Familie. An ihr gefiel mir vor allem ihr herrlicher Sarkasmus. Auf alles hat sie die passende Antwort parat.

Besonders Matilda muss einem Leid tun, bei ihrer schrecklichen Familie. Haben die Martins nur Kinder bekommen um sie als billiges Personal überall hinzuschicken? Und religiös waren die auch nicht wirklich, eher total scheinheilig mit ihren Vorurteilen anderen gegenüber.
Schon klar, die Familie soll total übertrieben rüberkommen und Emotionen hervorrufen. Das gelingt auch. Alle anderen Nebenfiguren fand ich dagegen ziemlich farblos und uninteressant. Besonders hervorgestochen ist da für mich keine. Dann lieber die verrückte Familie.

Es ist die Story die nicht bei mir ankam. Eigentlich plätschert das meiste nur müde vor sich hin.
Die Wesen die überall und nirgendwo auftauchen, fand ich immer fehl am Platze, als wären sie nur Füllmaterial um irgendwo noch etwas Magisches hineinzuquetschen.
Und das Wesen in der Kirche, echt jetzt? Hätte es nicht irgendetwas anderes sein können als ein Double aus einem anderen Roman?
Der Schreibstil ist zum Glück wie immer. Man fängt an zu lesen, und fühlt sich gleich wie Zuhause. Das hat die Autorin drauf, keine Frage.

Das Buch hat so viele Seiten, und doch passiert so wenig. Zum Glück gibt es am Ende mal richtig Action, sodass ich überlege, mir doch noch die Fortsetzung zu holen.
Ich hoffe jedenfalls, dass der zweite Band so weitergeht wie der erste geendet hat. So jedenfalls, ist es bisher der Schwächste ihrer Bücher für mich.

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Brot und Spiele

Reality Show von Anne Freytag

Es ist Heiligabend. Die einflussreichsten und bedeutungsvollsten Menschen Deutschlands werden in ihren eigenen Heimen als Geiseln genommen. Vor laufenden Kameras sollen sie für ihre Vergehen bestraft werden. Die Richter sind die deutschen Zuschauer, die alles vor ihren Bildschirmen verfolgen. So wollen die Geiselnehmer das System stürzen und das Vermögen der Gefangenen neu verteilen.

Dieses Buch sollte unbedingt verfilmt werden, spannender könnte ein Abend vor dem Fernseher gar nicht werden.
Dabei muss man man sich am Anfang als Leser schon ein bisschen ins Zeug legen, um erst einmal eine Übersicht über die vielen Schauplätze zu erhalten. Das hat nämlich schon etwas von einem Dschungel: 10 verschiedene Häuser mit insgesamt 42 Geiseln, dann die Drahtzieher und Polizisten, aber auch einige Zuschauer werden in ihren Wohnungen gezeigt. Da kann man schon mal durcheinander kommen.

Die Wirtschaftsbosse die vom Publikum verurteilt werden sollen, könnten mitten aus der Realität stammen. Leider denkt sich die Autorin hier nichts aus. Es geht unter anderem um die Ausbeutung von Arbeitern in Billiglohnländer, um schwere Umweltverschmutzung, um das verhökern von vertraulichen Daten, ... Einige wenige scheffeln so Millionen.
Aber Anne Freytag zeigt auch, dass es nicht nur eine Wahrheit gibt, dass jede Medaille zwei Seiten hat.
Da es immer mal wieder Einblicke in die Wohnzimmer der Zuschauer gibt, erfährt man auch die Meinungen die die Leute haben. Das Publkum soll bei jedem Angeklagten die Schuldfrage per Klick/Fernbedienung klären. Schuldig oder nicht schuldig! Und ich finde es sehr glaubwürdig von der Autorin, wie sie die Leute hierbei reagieren lässt. Das die meisten auch in der Realität ohne nachzudenken sofort auf den Schuldig-Button drücken würden, ohne das eigene Verhalten in der jeweiligen Sache zu hinterfragen. Die meisten haben schnell ein Urteil getroffen.

Einen gewissen Moment wurde ich bei diesem Roman sehr an den Film "Ocean's Eleven" erinnert. Eine Gruppe Freunde plant über einen längeren Zeitraum zusammen ein Verbrechen. Dazu werden diverse Zeitsprünge eingesetzt wo gezeigt wird, wie alles seinen Anfang nahm, doch der Leser erfährt immer nur einen Teil der Planung. Bis zum Ende fragt man sich, wie die Freunde aus dieser Sache wieder herauskommen wollen, ohne in Handschellen zu landen.
Witzigerweise vergleicht die Autorin die Geschichte irgendwann selbst mit dem Film "Ocean's Eleven", aber aus einem anderen Grund. Aber da würde ich zuviel verraten.
Das Tempo der Geschichte ist meistens rasant. Durch die Wechsel zwischen den Schauplätzen wird ständig eine gewisse Spannung erzeugt. Oft passiert alles gleichzeitig, trotzdem gerät man nicht durcheinander.
Mir gefällt, dass durch die schwierigen Themen der Leser ständig zum Nachdenken angeregt wird. Wie würde man selbst entscheiden? Auf welchen der beiden Knöpfe würde man drücken? Und hat man selbst nicht auch ein wenig Schuld an der Gesamtsituation?

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Die wirkliche wahre Wahrheit

The Stranger Times von C. K. McDonnell

Nachdem Hannah sich von ihrem Mann getrennt hat, sieht sie sich gezwungen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen.
Momentan kommt sie bei ihrem ehemaligen Dienstmädchen unter, aber dieser Zustand soll nicht von Dauer sein. Durch Zufall landet sie bei der "Stranger Times", einem Wochenblatt, welches sich nur mit Paranormalem beschäftigt.

Hannah hat kaum Zeit sich auf ihrer neuen Stelle einzurichten, als schon alles Drunter und Drüber geht. Jemand ist gestorben, und für die "Stranger Times" ist klar, hier geschah etwas nicht mit rechten Dingen.

Meine Güte, hat das Buch Spaß gemacht!
Vor allem die Figuren, das Personal der Zeitung, machen die Geschichte aus. Allen voran Banecroft, der Chefredakteur der Zeitung.
Der ist ziemlich zynisch, Alkoholiker, flucht am laufenden Band und besitzt einen sehr kurzen Geduldsfaden. Er ist wahrscheinlich der schlimmste Chef auf Erden, und der Grund, warum ständig eine "neue Tina" , also eine stellvertretende Chefredakteurin, gesucht wird.
Aber der Rest in der Redaktion ist auch nicht übel: Die gottesfürchtige Grace an der Rezeption, die Banecroft am liebsten den Mund mit schwarzer Seife auswaschen würde. Reginald, der sich jeden Montag vom Dach der Redaktion stürzen will und Ox, der Reginalds Todessehnsucht schon lange nicht mehr ernst nimmt. Dann ist da noch Stella, die ihren Job bei der Zeitung nur bekam, weil sie ins Büro einbrechen wollte und dabei erwischt wurde. Und Manni der im Keller den alten Drucker bedient, am liebsten nackt.

Dass die Zeitung nicht gerade erfolgreich ist, wird schnell klar. Aber das heißt nicht, dass Banecroft und seine Leute nicht fähig wären, vernünftige Recherche zu betreiben. Dabei geht Banecroft nicht gerade zimperlich mit den Beteiligten um, besonders nicht mit der Polizei, und handelt sich so ständig Ärger ein.
Einerseits ist das Buch spannend wie ein Krimi, andererseits hat es auch viele Fantasyelemente.
Der Autor nimmt sich Zeit um seine Figuren vorzustellen, dabei wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Am Besten fand ich die Dialoge die nur so vor Witz sprühen, und dass die Leute von der Zeitung sich ständig in komische Situationen bringen. Zwischen den Kapiteln kann der Leser sich durch einzelne abgedruckte Zeitungsartikel, von der Qualität der Stranger Times bezeugen. Und die kleinen Extras die den Alltag der Zeitung beschreiben, wie den Irren-Tag, fand ich zum schießen.
Das Gesamtpaket, Spannung, Witz, Fantasy und Situationskomik, fand ich sehr gelungen. Und ich glaube, ich habe noch nie eine witzigere Danksagung gelesen, wie die in diesem Buch.
Ich freue mich auf den nächsten Teil.

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"Der Weg ist das Ziel"

Eis. Abenteuer. Einsamkeit von Richard Löwenherz

Richard Löwenherz macht gerne mal extreme Touren, aber jetzt sucht er eine neue Herausforderung. Mit dem Fahrrad von Topolinoe bis Tiksi zum Arktischen Ozean soll es diesmal werden, und er hat sich fest vorgenommen, die komplette Strecke aus eigener Kraft zu schaffen. Insgesamt sind das um die 1800 km durch schwieriges Gelände, mit einem Fahrrad, das zusammen mit dem Gepäck stolze 110 kg auf die Waage bringt.

Sechs Wochen Zeit hat er sich für die Strecke genommen.

Ich hätte nie gedacht, dass ich einen Reisebericht so spannend finden könnte. Aber seine Tour bietet insgesamt so viel Abwechslung und Interessantes, Langweile kann hatte da keine Chance.
Man glaubt es kaum, aber obwohl es da oben kaum Siedlungen gibt, trifft Richard doch ständig auf Menschen. Und die wundern sich zunächst alle sehr, wie jemand auf die verrückte Idee, mit dem Fahrrad nach Tiksi zu fahren, kommen kann. Immer wieder wird er zum Tee eingeladen, die Leute freuen sich Richard kennenzulernen. Und bald schon eilt ihm sein Ruf voraus und alle wissen schon längst über den Deutschen mit den komischen Ideen Bescheid, und warten geradezu auf ihn.

Richard berichtet von den Strapazen, den plötzlichen Wetterwechseln, den Schneeverwehungen und Kälteeinbrüchen. Es geht um Schweiß der sofort auf der Haut gefriert, um Stürze mit dem Rad, um Schlafplätze unter freiem Himmel und um Nordlichter.
Es gibt so viel was Richard zu berichten hat, und begleitet wird das alles von seinen tollen Fotos, die er unterwegs gemacht hat.
Die verschiedenen Etappen sind so in Kapiteln aufgeteilt, dass man als Leser seine Route gut nachverfolgen kann. Die Karte vorne im Buch macht es noch leichter, Richards Weg nachzuzeichnen.

Ich kann das Buch nur weiter empfehlen. Richards Reise ist schon etwas Besonderes und es hat mir Spaß gemacht, ihn dabei zu "begleiten".

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Echt nervig diese sprunghafte Erzählweise

Der letzte Rabe des Empire von Patrick Hertweck

1888 - Ein Serienmörder sorgt in London für Angst und Schrecken.
Der Straßenjunge Melvin beginnt auf eigene Faust dem Ganzen nachzugehen. Das er jedes einzelne Opfer persönlich kannte, kann einfach kein Zufall sein.
Doch ohne es zu ahnen, bringt Melvin sich bald selbst in großer Gefahr.

Dies war mein erstes Buch des Autors, und es wird bestimmt auch das letzte gewesen sein, denn der Funke wollte so gar nicht überspringen.

Schuld daran waren vor allem die vielen, schrecklich kurzen Kapitel. Und jedes Mal wenn ein Kapitel endet, wechseln auch der Schauplatz und die Figuren. Diese ständigen Perspektivwechsel sollen wohl das Tempo der Geschichte erhöhen, ich fand es nach einer Weile aber einfach nur anstrengend zu lesen. Nie kann man sich auf einen Ort oder eine Figur einlassen, schon endet wieder das Kapitel und zack, andere Figur, anderer Ort, andere Situation.

Im ersten Drittel der Geschichte weiß man überhaupt nicht worum es eigentlich geht. Man schaut nur irgendwelchen Figuren dabei zu, wie sie irgendwelche geheimen Dinge, an irgendwelchen Orten tun. Bevor irgendetwas davon aufgeklärt wird, ändert mal wieder die Szenerie. Und das geht echt eine Weile so, bis sich einzelne Stränge endlich aufklären. Geduld sollte man also unbedingt mitbringen, bevor man dieses Buch anfängt zu lesen.

Sprachlich ist das Buch überraschend anspruchsvoll, wenn man bedenkt, wer die eigentliche Zielgruppe an Leser ist. Fast schon verschwenderisch werden veraltete Begriffe benutzt.
Die Story selbst fand ich schon sehr gut durchdacht und teilweise auch spannend. Aber wie gesagt, die Art wie die Geschichte aufgebaut ist, hat mir überhaupt nicht gefallen.

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Düstere Geheimnisse

Das Tagebuch der Jenna Blue von Julia Adrian

Jenna wohnt zusammen mit ihren zwei Schwestern und dem Vater auf dem heruntergekommenen Hof.
Seit dem Verschwinden der Mutter vor 10 Jahren, ist Jenna quasi alleine. Sie spürt deutlich die Ablehnung der Schwestern, besonders die jüngere Scarlett scheint nur Hass für Jenna zu empfinden. Und der Vater ist seit Mutters Verschwinden sowieso nur noch ein Schatten seiner selbst.

Zum Glück hat Jenna wenigstens ihr Tagebuch, darin kann sie ihre tiefsten Gefühle und Gedanken loswerden. Auch die abgrundtief schlechten.

Das Buch hatte ich in Windeseile durchgelesen, weil ich es so spannend fand.
Dabei war es am Anfang gar nicht so einfach in Jennas Welt den Durchblick zu bekommen.
Jedes Kapitel fängt mit einem Auszug aus ihrem Tagebuch an, und ihre Gedanken klingen oft etwas verworren, sind dunkel und voller Hass. Gleichzeitig wird der Rest der Geschichte aus Jennas Sicht in der Ich-Form erzählt. Und irgendwie passen die Tagebucheinträge und ihre Erzählung nicht wirklich zusammen. Zunächst!
Es dauert bis sich aus der ganzen Chose ein roter Faden herausbildet. Bis dahin folgt man als Leser einfach nur Jenna und hat dabei lauter Fragezeichen im Kopf.
Und immerzu bleibt im Hintergrund die Frage, was damals geschah das die Mutter plötzlich verschwand.

Der Schreibstil ist oft sehr düster, die Autorin schafft es immer wieder eine beklemmende Stimmung heraufzubeschwören. Durch die nächtlichen Aktionen wird es auch manchmal ein bisschen gruselig. Aber ich bin ehrlich, mich kann man auch leicht erschrecken.
Die Schauplätze fand ich toll. Es gibt genau gegenüber von Jennas Zuhause eine alte Villa. Schon über die Mauer zu schauen wird von den Dorfkindern als Mutprobe angesehen. Die Villa hat den Ruf einer Spukvilla, und wer sich auf das Grundstück wagt, soll bald den Tod finden.
Dann gibt es noch ein Bootshaus, wo die Jugend wilde Partys feiert. Auch Jennas Zuhause ist nicht gerade ohne, was dunkle Ecken und Verstecke angeht.

Die Autorin kannte ich bis jetzt noch nicht, ich bin froh dass sich das geändert hat.
Ich empfehle das Buch gerne allen weiter, die dunkle Jugendromane mögen.

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