Kunden em pfehlungen
Rezensionen von nanu?!:
Mit Tipp für einen kleinen Fehler im Buch...
Spiele-Comic Abenteuer: Mystery
Die "Legion der Champions" sucht dringend neue Rekruten, denn Chicago wird von einer Verbrecherwelle überrollt.
Auch du willst ein Superheld sein, aber nur die Besten und Mutigsten werden in die Legion aufgenommen. Bist du den Aufgaben gewachsen?
Dies war mein erstes Spiele-Comic und bin begeistert, wie gut dieses Spiel funktioniert hat, und wieviel Spaß es gemacht hat.
Als erstes brauchst du eine Figur und einen Superheldennamen. Du kannst entweder eine der vorgeschlagenen Figuren nehmen, oder aber auch selbst eine zeichnen. Meine Tochter war mir hier behilflich.
Du startest mit zwei Superheldenpunkten, den SKP, die du frei wählen kannst. Zur Auswahl stehen Flugkraft, Stärke, Supersinn oder Reichtum. Mit der Zeit wirst du immer stärker werden.
Erst wenn du 100 Heldenpunkte (HP) erreicht hast, wirst du als Praktikant der Legion ins erste Level aufgenommen.
Besonders am Anfang ist es wichtig sich für die richtigen SKP zu entscheiden. Da man nicht weiß, welche SKP besonders nützlich sind, muss man ein bisschen auf sein Glück vertrauen. Meine erste Spielrunde endete in der Kantine, wo ich als unfähig für die Legion erklärt und zum Suppe austeilen verdonnert wurde.
Ich bin aber auch in jedes Fettnäpfchen getreten das herum lag und hatte am Ende zu wenig Punkte, um weiterzukommen.
Obwohl ich die erste Runde zweimal beginnen musste, ist mein Spielweg jedes Mal ein komplett anderer gewesen, sodass man immer etwas Neues entdeckt und es so nicht langweilig werden kann.
Als Spieler hangelt man sich von Bild zu Bild, von Hinweis zu Hinweis, und muss sich ständig neu entscheiden wie es weitergehen soll.
Leider hat sich in dieser Version ein Fehler eingeschlichen, und wenn man das nicht weiß, kommt man nicht weiter. Deshalb hier als Tipp: Wenn die ersten 100 HP erreicht sind, gehe zu Bild 29, denn dieser Hinweis fehlt.
Im Buch sind zusätzlich QR-Codes zu finden. Du kannst mit ihnen spielen, musst aber nicht. Ich habe komplett auf die Codes verzichtet - bei Comics bin ich altmodisch - und bin trotzdem bis zum Ende gekommen.
Dieses Spiele-Comic war eine tolle Erfahrung, und ich werde mir bestimmt noch weitere zulegen. Gut finde ich auch die Qualität der Bindung, denn durch das viele Herumgeblättere, leidet das Buch schon etwas. Aber es hat alles ausgehalten.
Trotz des Fehlers empfehle ich dieses Spiele-Comic gerne weiter.
Viel Theater um nichts!
Deluxe Dreams von Karina Halle
Die amerikanische Sadie unternimmt als Rucksacktouristin eine Europatour. Sie befindet sich gerade in Nizza, als sie auf dem Weg zum Bahnhof auf offener Straße überfallen wird. Zum Glück ist Olivier in der Nähe um sie zu retten. Die beiden lernen sich bald schon besser kennen.
Ich habe schon lange nicht mehr so ein langweiliges Buch wie dieses gelesen.
Dabei fand ich den Anfang noch gelungen: Sadie gerät in Gefahr und wird vom stinkreichen Olivier aufgegabelt. Er ist zufällig Erbe eines einflussreichen Modeimperiums in Frankreich und er zeigt Sadie, die aus einfachsten Verhältnissen stammt, eine andere Welt. Es hatte etwas von Aschenputtel und ich mochte besonders das Kennenlernen und die anfänglichen Gespräche der beiden, und überhaupt die Kluft zwischen Arm und Reich.
Aber dann landen die beiden im Bett und verlassen dieses auch nicht mehr so schnell. Ganze Kapitel werden so gefüllt, und eine Szene liest sich genau wie die nächste.
Danach wird es auch nicht mehr besser.
Die Dumonts sind in zwei Lager geteilt, hier wird von den guten Dumonts und den bösen Dumonts gesprochen.
Olivier wird wegen eines Geheimnisses von den bösen Dumonts erpresst. Dieses Geheimnis darf unter keinen Umständen ans Licht kommen, es würde die gesamte Firma schädigen. Im Klappentext wird von einem "dunklen" Geheimnis gesprochen und ich war schon so gespannt darauf.
Die Auflösung hat mir dann aber noch nicht einmal ein müdes Lächeln entlockt. Oliviers ganze Misere basiert auf dieses ach so schlimme Geheimnis, welches man mit einem Geständnis und einem Gespräch ganz einfach aus der Welt hätte schaffen können. Stattdessen wird es mit noch mehr heißer Luft künstlich aufgeblasen.
Auch der versprochene Glamour kommt kaum zur Geltung. Selbst auf der angeblich heißesten und exclusivsten Party des Jahres, ist nichts davon zu spüren. Die Stars und Sternchen hätten auch in der letzten Scheune in Houtsiplout feiern können, statt auf einem Gut, es hätte keinen Unterschied gemacht.
Wenn man mal den ganzen Matratzensport und das Geheimnis weglässt, bleibt leider nicht mehr viel Story übrig. Das Ende lässt übrigens auch zu wünschen übrig.
Die nächsten zwei Teile werde ich nicht lesen. Von mir gibt es keine Empfehlung!
Musik liegt in der Luft
Hey June von Sonja Rüther
Leah zieht für die Arbeit ein Jahr lang nach Leipzig. Nur am Wochenende geht es zurück zu ihrem Freund nach Hause. Der ist aber nicht so begeistert von Leahs Plänen, denn Leipzig könnte ihr vielleicht auch etwas ZU gut gefallen.
Jedenfalls zeigt die Stadt sich von seiner besten Seite, denn bereits an ihrem ersten Abend lernt Leah einen Mann in einer Bar kennen.
Aus Spaß verpassen sie sich erfundene Namen, schließlich sucht Leah ja keinen Anschluss, Leipzig soll rein beruflich für sie bleiben und ein wenig Anonymität wäre vielleicht nicht so schlecht.
Aus Leah wird June, und ehe sie verstanden hat, was da genau mit ihr geschieht, wünscht sie sich öfter June sein zu können, als gut für sie ist.
Gleich von der ersten Seite an mochte ich die Geschichte, besonders den Anfang der von Leahs ersten Tagen in Leipzig erzählt.
Obwohl das Cover seichte Lektüre verspricht, ist das Buch insgesamt doch sehr tiefgehend und berührend.
Besonders die Dialoge zwischen Leah und dem Mann den sie kennenlernt, haben mir gut gefallen. Sie waren intelligent, oft auch ein wenig philosophisch, handelten meist von der Musik. Überhaupt spielen die Oper und seine Musik in dem Buch eine große Rolle.
Ein paar Schwierigkeiten hatte ich aber im letzten Drittel. Da verstand ich Leah oft nicht. In manchen Situationen war sie mir einfach zu harmoniesüchtig, wo ich ein Ausrasten glaubwürdiger gefunden hätte. Ihre verständnisvolle Art fand ich manchmal richtig ätzend, ich hätte sie lieber fluchend und tobend gesehen.
Dann liefen mir eins, zwei Dinge zu glatt. Näher darauf eingehen kann ich leider nicht, ohne zu spoilern.
Ansonsten hat mir das Buch aber viele unterhaltsame Stunden beschert. Belinda, eine der Nebenfiguren, mochte ich so gerne, sie sollte ihren eigenen Roman bekommen.
Bildgewaltige Sprache
Drei Sommer von Margarita Liberaki
In "Drei Sommer" geht es um die drei Schwestern Katerina, Infanta und Maria, die in diesen drei Sommern versuchen ihren Lebensweg zu finden.
Erzählt wird meist aus Katerinas Sicht in der Ich-Form. Sie ist mit ihren 16 Jahren die jüngste der drei Schwestern, was sich auch in ihrer Erzählweise bemerkbar macht, die oft sehr sprunghaft ist.
Sie kommt von einem Thema ins andere, erzählt mal hiervon, mal davon. Besonders im ersten Sommer fällt das auf, in den nächsten zwei Sommern wird Katerina etwas ruhiger und reifer, auch wenn sie erzählt.
Zwischendrin mischen sich Kapitel in denen ein allwissender Erzähler berichtet, denn alles wissen kann Katerine nun mal nicht, auch wenn sie eine sehr gute Beobachterin ist. Auch gibt es Tagebucheinträge einer weiteren Person.
Dieses Durcheinander aus verschiedenen Perspektiven hat mir sehr gut gefallen, sie lockerten die ganze Geschichte auf.
Die Schwestern sind sehr verschieden. Als Leser glaubte ich sie bald durchschaut zu haben, doch am Ende haben sie so völlig anders gehandelt als ich es erwartet hätte.
Das was man an diesem Buch besonders hervorheben muss, ist die bildgewaltige Sprache der Autorin. Beim Lesen konnte ich fast schon die flirrende Hitze Griechenlands im Nacken spüren, das zirpen der Zikaden hören oder die selbstgepflückten Feigen schmecken.
Katerine liebt ihr Zuhause und sie beschreibt gerne die Schönheit der blühenden Pflanzen und üppigen Gärten, erzählt von der Abkühlung in der Zisterne hinter dem Haus oder von der Geiß, die friedlich auf der Wiese steht.
Aber auch die vielen Bewohner Kifissias finden Platz in ihrer Geschichte. Es wird gerne gefeiert, in die Kirche gegangen, bei einem Ouzo ein Schwätzchen gehalten oder in der kleinen Bäckerei Eclair gegessen. Das Leben in Kifissia ist lebendig, laut und sprüht vor Farben.
Wenn Katerine über die Leute erzählt, prasseln besonders am Anfang eine Unzahl von Namen und Geschichten auf den Leser ein, dass es schon ein wenig erschlagend wirkt. Aber spätestens ab dem zweiten Sommer hat man sich daran gewöhnt und kann dann auch die Leute auseinander halten.
Das Buch gilt als wiederentdeckter Klassiker, und obwohl es schon 1946 erschien, haben die Schwestern überraschend moderne Gedanken einerseits. Andererseits versuchen sie sich doch an die üblichen konventionellen Regeln in der Gesellschaft zu halten, zumindest größtenteils.
Sie erhoffen sich viel vom Leben, wissen aber nicht immer wie dies auszusehen hat. Besonders Katerine weiß oft nicht, wohin mit sich und ihren überschäumenden Gefühlen.
Schön fand ich auch die kleinen Geheimnisse die einige hüten, angefangen bei der Mutter Anna, die sich plötzlich sonderbar verhält und etwas vor den anderen verbirgt.
Bis auf ein paar kleinere Längen hier und da, hat mir das Buch sehr gut gefallen. Hätte ich nicht gewusst, dass das Buch aus den Vierzigern stammt, es wäre mir im Leben nicht aufgefallen. Es wirkt weder verstaubt, noch liest es sich irgendwie altbacken. Daumen hoch!
Erinnerungen ausgraben
Denn Familie sind wir trotzdem von Duken Heike
Ein Leben zusammen mit Ariel wollte Ina führen, jetzt wo sie von ihm schwanger ist.
Doch feige schickt er die Frauen seiner Familie vor, die Ina fortschicken sollen. Abtreiben solle sie das Kind, es gäbe keine gemeinsame Zukunft mit Ariel.
Nun muss Ina wieder zurück nach Deutschland, wo soll sie auch sonst hin? In Israel ist sie nicht erwünscht.
Sie ist fest entschlossen, sie wird es alleine schaffen, sie wird das Kind bekommen!
Zuerst war ich ein bisschen verwirrt durch die vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel.
Denn es gibt eine ganze menge Erzähler, aus deren Sicht immer in der Ich-Form berichtet wird. Aber diese Figuren haben alle gemeinsam, dass sie aus der derselben Familie stammen. Der Familie Fux nämlich.
Ob es jetzt die Engländerin Jane ist, die lieber unterwegs ist, als sich mit ihrer Mutterrolle zu begnügen.
Oder Paul, der nicht nur seinen kleinen Bruder beschützen will, sondern auch sein Vaterland Deutschland.
Oder Ina, die es leid ist sich zu rechtfertigen, warum sie ohne Mann ist. Und die kleine Floh, mit ihren Tagebucheinträgen und ihren unangenehmen Fragen.
Und so muss sich eine Familie seiner deutsch-jüdischen Vergangenheit stellen. Und das die Entscheidungen der einen Generation, unmittelbare Auswirkungen auf die nächste Generation hat. Dunkle Kapitel die man lieber vergessen möchte, als sie auszugraben.
Mir hat der Schreibstil richtig gut gefallen. Wie immer mehr und mehr ans Tageslicht kommt, wie alles so harmlos anfängt.
Man kann sogar Unterschiede in der Art des Erzählens unter den Familienmitgliedern erkennen. Mit allen habe ich mitgelitten und Ina mochte ich am liebsten. In ihrer Art hat sie mich oft an jemanden erinnert, den ich gut kenne. Mehr als einmal habe ich ein paar Tränchen vergossen.
Trotz das in der Zeit Hin und Her gesprungen wird, wusste ich immer gleich, wo ich dran war.
Nur im Mittelteil gab es einen Moment wo ich mich fragen musste, worauf die Autorin überhaupt hinaus will, was aber nur die Vorbereitung auf was Größeres war.
Am Ende gibt es ein längeres Nachwort, wo geklärt wird, was von der Geschichte der Wahrheit entspricht, und was nicht.
Das Buch kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen, und es wird garantiert nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich etwas von Heike Duken lese.
Grün gegen Rot!
Fair Play von Kerstin Gulden
Für einen Schulwettbewerb in dem es um den Klimaschutz gehen soll, entwickeln die 4 Schüler und Schülerinnen Elodie, Kera, Max und Leonard, eine App.
Diese App, Fair Play genannt, kontrolliert und berechnet den persönlichen Energieverbrauch. So sollen die Fair Player zusammen als Gemeinschaft versuchen, das große Energiekonto nicht zu überziehen um den ökologischen Fußabdruck, den jeder von uns hinterlässt, möglichst klein zu halten.
In der App wird jeder Anwender angezeigt und jeder kann nachschauen, ob sich der andere im grünen oder roten Bereich aufhält. Aber ob auch jeder mit offenen Karten spielt, ist hier die Frage.
Mir hat die Idee mit der Klima-App echt gut gefallen. Das Thema ist aktueller denn je, geht jeden etwas an und sollte auch zum Nachdenken anregen.
Erzählt wird abwechselnd aus den vier Perspektiven in der Ich-Form der "Fair Play Four", wie die Macher der App schnell von allen anderen Schülern genannt werden.
Zuerst dachte ich noch, diese vier Figuren seien mal wieder die typischen Stereotypen, wie es sie so oft gibt in Jugendromanen. Da gibt es die hippe Influencerin Elodie, die schlaue Streberin Kera, den Schönling mit den schlechten Noten Max und den Nerd und Held am Computer Leonard. Aber mich konnten alle vier Protas recht schnell überraschen. Sie entwickeln sich und handeln völlig anders, als ich es erwartet hätte.
Vom Stil und Aufbau her, erinnerte mich der Roman ein bisschen an die Bücher von Karen M. McManus.
Die App wird schnell zu einem Riesenthema, nicht nur an der Schule der Fair Play Four. Selbst die Politik wird aufmerksam, und schon entwickelt der Roman leichte thrillermäßige Züge, natürlich immer noch im Rahmen eines Jugendromans.
Gleichzeitig erlebt man, dass die vier Jugendlichen auch einfach nur vier Jugendliche sind, die mit ganz normalen Problemen, auch ausserhalb der Schule, zu kämpfen haben.
Langweilig wird es nie, immer passiert etwas anderes Brisantes.
Gestört haben mich aber ganz heftig die Briefe an Leonard, die sind alle in Englisch verfasst. Aus dem Kontext konnte ich mir zwar mehr oder weniger denken was drinsteht, trotzdem finde ich es unmöglich automatisch davon auszugehen, dass jeder Leser Englisch versteht.
Ich vergebe 4 Punkte und empfehle dieses Buch gerne weiter.
Von Schurken und Helden
Das Camp der Unbegabten von Boris Koch
Bjarne wünscht sich nichts mehr, als dass seine Begabung endlich ans Tageslicht kommt. Denn er will fliegen können, obwohl er weiß, dass Fliegen, die seltenste Superkraft von allen ist.
Es gibt viele Theorien darüber, wie man seine Begabung hervorkitzeln kann. Eine davon besagt, man soll sich in eine gefährliche Situation bringen, die eigene Intuition würde dann die Begabung hervorbrechen lassen.
Deswegen springen er und sein bester Freund Luca von einer ziemlich hohen Brücke, doch das Ergebnis findet Bjarne nicht wirklich zufriedenstellend. Er hat nun einen gebrochenen Fuß, dafür hat Luca jetzt eine Begabung, obwohl der eigentlich gar nicht so dringend eine haben wollte. Wie ungerecht kann das Leben überhaupt sein?
In dieser Buchwelt passiert es seit einigen Jahren, dass Jugendliche manchmal eine Begabung erhalten. Das geschieht willkürlich, und niemand kann bisher sagen, warum das so ist. Diese Begabungen sind eigentlich sehr selten und nur in einem bestimmten Alter kann man sie bekommen. Sie sind unterschiedlichster Art und nicht immer nützlich, aber sie versprechen dem Träger Ruhm, Ehre und eine Menge Geld. Die Begabten mutieren zu Medienstars, kümmern sich nur noch um ihre Werbeverträge und ihr öffentliches Leben auf den Social-Media-Kanälen.
Bjarne hat mit vielen Problemen zu kämpfen. Seine Eltern, aber vor allem er selbst, setzen ihn unheimlich unter Druck, endlich eine Begabung zu entwickeln, bevor er zu alt ist.
Weil das Ausmaß seines Wunsches unbedingt fliegen zu können, langsam gefährliche Züge annimmt, wird er zu einem wochenlangen Aufenthalt in einem Camp für Unbegabte geschickt.
Stattdessen kommt sein bester Freund Luca auf die exclusive Schule Hohenfels, wo nur Begabte aufgenommen werden. Und es ist schwer jemand anderen etwas zu gönnen, das man selber auch unbedingt haben möchte. Hinzu kommt, die Kluft zwischen Begabten und Unbegabten wird immer größer, denn die Begabten werden mit der Zeit unnahbar durch ihre Berühmtheit. Bjarne muss sich für seine Freundschaft mit Luca richtig anstrengen.
Ich mochte vor allem dieses Campleben im Buch, es erinnerte mich sehr an meine alten Internatsgeschichten die ich als Kind so gerne gelesen habe.
Der Zusammenhalt der Gruppen, aber auch die Rivalitäten die zwischen vereinzelten Campteilnehmern herrschte. Dann die Aufgaben die alle zu lösen hatten und die Aussicht auf einen Wettbewerb zwischen dem Camp und den Begabten von Hohenfels, machen einfach nur Spaß beim Lesen. Die Jugendlichen sollen lernen, dass sie auch ohne Begabung wertvolle Menschen sind.
Natürlich läuft nicht alles nach Plan wie es sollte, und Bjarne erlebt ein größeres Abenteuer als gedacht.
Und ob die Freundschaft zu Luca diese ganze Aufregung um Begabungen und Berühmtheit überlebt, wird sich zeigen.
Ich jedenfalls kann das Buch nur weiter empfehlen, da es mich wunderbar unterhalten hat und ich immer mit Bjarne mitfühlen konnte. Und die unerwarteten Wendungen machen Bjarnes Abenteuer auch noch richtig spannend.
Ruhige Kugel schieben...
Die kleine Bücherei in der Church Lane von Rachael Lucas
Lucy braucht nach einem Zusammenbruch dringend eine Pause. Zu diesem Zweck mietet sie sich in ein kleines Häuschen am Rande der Cotswolds ein.
Es dauert nicht lange bis auch der letzte in Little Maudley Lucys Ankunft mitgekriegt hat, und schnell wird sie ins Dorfleben integriert.
Und dann ist da auch noch der nette Nachbar von gegenüber.
..
Das war eine nette Lektüre für Zwischendurch. Man bekommt genau das was man erwartet, wenn man zu solch einem Buch greift: Unaufgeregte, voraussehbare Unterhaltung mit Happy End.
Wobei man sich den Titel hätte sparen können, denn die kleine Bücherei erhält nur eine kleine Nebenhandlung.
Das Dorf "Little Maudley" erinnerte mich die ganze Zeit an die Kleinstadt "Stars Hollow" aus der Serie "Gilmore Girls". "Little Maudley" hat sogar seinen eigenen "Taylor Doose", eine kleine Nervensäge die für Zucht und Ordnung sorgt. Und das was für "Stars Hollow" das Pavillon ist, ist für "Little Maudley" die alte rote Telefonzelle: Ein Treffpunkt, an dem viele schöne Dinge passiert sind.
Es gibt einige Handlungsstränge. In einem von ihnen geht es um die ältere Dame Bunty, die direkt neben Lucy wohnt. Sie soll im zweiten Weltkrieg wohl in "Bletchley Park" gearbeitet haben, wie viele andere der Frauen auch, die dafür extra aus dem ganzen Land dorthin kamen. Doch was Bunty genau dort gemacht hat, weiß niemand. Das alles war top secret und Bunty hat sich bis heute daran gehalten. Klar das Lucy neugierig ist, und das nicht nur weil sie Geschichtslehrerin ist.
Dieser Teil des Buches um Bunty hat mir auch als bestes gefallen, da er ein Geheimnis enthält und ein bisschen mit der Geschichte des Ortes zu tun hatte.
Ansonsten geht es in den anderen Handlungsstränge um all die Dinge, die das Leben so mit sich bringt. Störrische Teenager, ein Verein der Jubiläum feiert, eine alte Telefonzelle die abgerissen werden soll, Abba-Filme die eigentlich keiner sehen will und etliche Hunde, die etliche Dinge tun.
Ehrlich gesagt waren mir die Hunde zuviel des Guten. Gefühlt jede Figur hatte einen bis mehrere Hunde, und es wird sehr viel über diese Hunde erzählt.
Das Buch ist perfekt für ein faules Wochenende das völlig ruhig und unaufgeregt verlaufen soll.
Fluch oder Segen?
Die weiße Giraffe von Lauren St John
Nach einer schrecklichen Tragödie verliert die elfjährige Martine ihre Eltern. Nun soll sie zu ihrer Großmutter nach Südafrika ziehen. Allerdings hat Martine bis zu diesem Zeitpunkt gar nicht gewusst, dass sie überhaupt eine Großmutter hat, geschweige denn das diese in Südafrika lebt.
In ihrer Familie wurde bisher einfach zu vieles totgeschwiegen, findet Martine, und ist nun fest entschlossen einige der Geheimnisse zu lüften.
Martine stammt zwar aus dem kalten und ungemütlichen London, doch als sie das Naturreservat "Sawubona" ihrer Großmutter zum ersten Mal betritt, spürt sie gleich eine Verbundenheit mit diesem Land. Als gehöre sie dorthin, und das verwirrt Martine erstmal. Die erste Begegnung mit der Großmutter ist leider weniger toll. Die Frau scheint wenig Lust auf Martine zu haben.
Es ist toll wie die Autorin das Land und die Tiere Südafrikas beschreibt. Die Farben und Gerüche, die unbändige Hitze des Tages, überhaupt die Schönheit des Landes sind so bildhaft beschrieben, dass man gleich Lust bekommt, alles mit eigenen Augen zu sehen.
Nicht nur im Reservat muss Martine versuchen ihren Platz zu finden, auch die Schule die Martine schon am ersten Tag nach ihrer Ankunft besuchen soll, stellt sie vor neuen Herausforderungen.
Überall wird sie nicht so richtig akzeptiert und Martine fühlt sich sehr einsam. Zum Glück sind da noch die Tiere, die haben wenigstens keine Vorurteile. Außerdem gibt es die Legende über eine weiße Giraffe die wohl in Sawubona leben soll, aber keiner glaubt so richtig, dass sie existiert.
Auch in dem Wildhüter und Zulu Tendai findet Martine schnell einen Freund. Mit ihm macht sie viele Streifzüge durch das Reservat und lernt so einiges über das Land, die Tiere, aber auch über die Pflanzen. Auch das Problem der Wilderei wird thematisiert. Tendais Mutter wird von manchen Leuten als Zuluhexe bezeichnet, sehr ominöse Frau.
Die Geschichte ist voller Magie und Geheimnisse. Und Martine erlebt in Südafrika ein Abenteuer nach dem anderen, langweilig kann es da gar nicht werden.
Das Buch kann ich jungen Lesern nur ans Herz legen. Bis auf das Ende, wo mir bestimmte Details zu einfach gelöst waren, hat mir das Buch wirklich gut gefallen.
Sags dem Drachen
Die ganze Wahrheit (wie Mason Buttle sie erzählt) von Leslie Connor
An Mason Buttle ist alles irgenwie zu viel: Er ist viel zu groß geraten, schwitzt viel zu viel und im Grunde ist er auch viel zu gutmütig.
Er wehrt sich niemals und läßt alles über sich ergehen. Somit ist er für die Jungs in seiner Straße das perfekte Mobbingopfer.
Vor zwei Apfelernten kam Masons bester Freund Benny ums Leben.
Und obwohl Mason dem Leutnant schon alles hundertmal erzählt hat, taucht der trotzdem immer wieder bei Mason auf, und will noch mehr wissen. Denn Mason war der letzte der Benny lebend gesehen hat.
Mason Buttle ist wohl der sanfteste und liebenswürdigste Charakter von dem ich je gelesen habe. Immerzu möchte man Mason in den Arm nehmen und ihm Mut zusprechen.
Mason ist im Kopf etwas langsamer als andere Kinder, das Lesen und Schreiben liegen ihm auch nicht so. Das komplette Buch wird aus Masons Sicht erzählt, dabei fand ich die einfache Erzählweise sehr authentisch. Er hat seine ganz eigene Art, seine Umwelt wahrzunehmen.
Oft ärgert sich Mason, dass er wieder der letzte ist der etwas kapiert, das für alle anderen offensichtlich ist. Seit Benny weg ist, fühlt sich Mason sehr einsam. Seine Gedanken vertraut er dem "Drachen" an, einem Schreibprogramm auf dem Schulcomputer. Dem Drachen kann Mason alles sagen ohne das er Angst haben muss, dumm zu klingen.
Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, ideal zum Vorlesen. Das Tempo der Geschichte ist Mason angepasst. Es geht sehr gemächlich zu. Der Leser hat Zeit Masons Leben auf der Apfelfarm kennenzulernen, seine Sorgen, Ängste und Verluste, und vor allem, seine Erinnerungen an Benny. Denn wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist immer noch ungeklärt.
Dann lernt Mason den neuen Jungen aus der Nachbarschaft kennen, Calvin ist das genaue Gegenteil von Mason. Mit ihm freundet er sich schnell an und die beiden gehen in ihrer Welt vollkommen auf. Bald schon teilen sie sich ein aufregendes Geheimnis.
Doch dann verschwindet auch Masons neuer Freund, und der Leutnant fordert ausgerechnet von Mason Antworten.
Dieses Buch ist für mich ein echtes Higlight, Mason Buttle wird man nicht so leicht vergessen. Und der Vergleich mit ihm und Forrest Gump auf dem Buchrücken ist völlig unnötig. Denn Mason ist einzigartig!











