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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Liebe und kreative Mosaiken

Sterne über Korsika von Ursi Breidenbach

Ein stimmungsvolles Cover ziert den Roman über Viki, die sich eine Auszeit vom Beruf als Lehrerin nimmt. Sie weiss erst gar nicht wie sie diese Zeit verbringen soll, doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Viki bekommt den Auftrag ein grosses Mosaik im Eingang einer Hotelanlage auf Korsika zu gestalten.

Erst traut sie sich nicht zu, diesem grossen Auftrag gerecht zu werden, doch sie wird je länger je mutiger. Je zuversichtlicher sie im Job wird, je turbulenter wird ihr Liebesleben. Auf Korsika trifft sie Jakob wieder, den sie in Deutschland kurz vor ihrer Abreise bei einem speziellen Kurs kennen lernte. Zu ihm fühlt sie sich hingezogen, doch er scheint vergeben zu sein.

Die Nebendarsteller wie zum Beispiel Vikis Cousin und Mitbewohner Manuel sorgen für Pep in der Geschichte. Wenn er auftaucht, dann ist auf jeden Fall was los.

Ursi Breidenbachs Schreibstil ist angenehm zu lesen, der Roman hat keine Längen und überzeugt durch einen kreativen Plot. Breidenbach nimmt uns Leserinnen mit nach Korsika und lässt uns an Vikis Seite die Insel entdecken - und natürlich auch den Bau der Hotelanlage mitverfolgen, Vikis Frust, wenn mal was nicht klappt wie gehofft, aber auch all die schönen Seiten in den Leben der Charaktere.

Die Mosaiken, die Viki gestaltet, sind äusserst originell und schön anzusehen. Wer sich nicht viel darunter vorstellen kann, kann sich auf der Instagramseite der Autorin umsehen, sie hat dort solche Mosaiken verlinkt - das sind mega schöne Bilder!

Wer Fernweh hat und "Sterne über Korsika" vom Sofa aus erleben will, bekommt mit diesem Roman einige schöne Lesestunden geboten. Einige Szenen, etwa die in der kleinen Badebucht, bleiben zudem noch lange in Erinnerung.

Fazit: Sommerlicher Wohlfühlroman vor toller Kulisse.
4 Punkte.

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Kurzweiliger zweiter Band

Das kleine Bücherdorf: Frühlingsfunkeln von Katharina Herzog

Shona, die Cupcakes-Künstlerin mit ihrem kleinen Café, kennt man von Band 1 als eher kühle Schwester von Graham. Sich öffnen ist nicht ihr Ding und so behält sie vieles für sich. Es hindert Shona auch daran gute Freundschaften zu führen. Sie wohnt noch bei ihrem Vater, doch sie merkt, dass es nun Zeit ist, sich selbst eine Wohnung zu suchen.

Oder noch besser ein Haus - und sie wüsste auch schon welches. Jenes von den Spinner-Schwestern, das zum Kauf steht. Das Haus würde ihr viel bedeuten, denn dort hatte sie viel Zeit in ihrer Kindheit und Jugend verbracht. Zusammen mit Alfie, der dort zweitweise bei seiner Grossmutter lebte, und mit Nate, ein Junge aus dem Dorf, waren sie zu dritt fast unzertrennlich.

Nate, mittlerweile ein Bestsellerautor, soll ab und zu in Swinton gesehen worden sein - er zog nach Alfies Tod fort und die Freundschaft zwischen Shona und Nate war somit beendet. Genau wie Shona fühlt sich auch Nate, trotz all den vergangenen Jahren, immer noch Schuld an Alfies Tod. Beide haben nie mit jemandem darüber geredet und beide gehen anders damit um.

Shona zum Beispiel führt heimlich einen Blog. Sie veröffentlicht nie abgeschickte Briefe, angefangen mit ihrem eigenen Brief an Alfie. Eines Tages kommt ein eMail an, ein Kommentar zu ihrem Brief, und es scheint, als ob der oder die Verfasser*in sie und Alfie gekannt hatte. Shona ist verwirrt und lässt sich auf einen Briefwechsel ein.

Was daraus und dem Hauskauf wird, und ob und wieso Nate wieder zurück ist, erzählt Katharina Herzig in diesem zweiten Band der "Das kleine Bücherdorf"-Reihe. Ich war gerne wieder in Swinton. Nate mochte ich viel lieber als Shona. Auch wenn er ähnlich wie Shona vieles für sich behält, ist er doch der offenere Typ und auch derjenige, der reden würde, würde sie ihn lassen.

Bücher stehen weniger im Zentrum dieses Mal, dafür aber das Schreiben. Nate, der seinen zweiten Roman schreiben müsste, all die Briefe für die Blogartikel - naja, vielleicht gibt es ja doch noch das eine oder andere Buch und einige Auf und Abs im Leben der Charaktere zu entdecken, bis die Geschichte um Shona und Nate zu Ende erzählt ist.

Man begegnet einigen Charakteren aus "Winterglitzern" wieder und darf sich darauf freuen, dass Shona und Vicky zwischendurch mal einen Kaffee gemeinsam trinken und sich langsam anfreunden, dass Nanette wieder Obdach gewährt, dass der scheue Eliyah hilft, wo er kann und Isla erneut für die Dekorationsideen für das halbe Dorf, diesmal für den Valentinstag, zuständig ist.

Die Veröffentlichung dieses Romans am Valentinstag ist daher äusserst passend gewählt. Er deckt die Frühlingsmonate ab, bevor es dann - nein, nicht im Sommer - im Herbst weitergeht und 2024 der letzte Sommerband erscheint.

Fazit: Kurzweiliger zweiter Band, der weniger mit Bücher, dafür viel mit Schreiben zu tun hat.
4 Punkte.

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Sehr schöner Liebesroman

Die kleine Bucht in Kroatien von Julie Caplin

Der Wunsch vieler Leserinnen wurde vom Verlag erfüllt: nun gibt es "Die kleine Bucht in Kroatien" endlich auch auf Deutsch zu lesen! Ich konnte damals ja nicht warten und hab den sommerlichen Band auf Englisch gelesen (und rezensiert) und jetzt nochmals auf Deutsch. Erneut war es ein Vergnügen in Kroatien mit an Bord gewesen zu sein und auch beim zweiten Durchgang kein bisschen langweilig.

Kroatien ist eine tolle und interessante Destination und viel zu untervertreten in der Romanwelt.

Maddie, noch gefrustet von der Absage eines Galeristen, wird von Nina (die mit der kleinen Patisserie in Paris) angefragt, ob Maddie nicht Lust hätte, einige Wochen auf einer Yacht in Kroatien zu arbeiten. Da sie dringend Geld verdienen muss und es mit ihrer Kunst anscheinend nicht schafft, sagt Maddie zu, für sechs Yacht-Gäste zu putzen und zu kochen. Letzteres hat Nina ja bei Sebastian, Ninas Freund, in Paris gelernt.

Ninas Bruder Nick wird Gast auf der Yacht sein, zusammen mit seiner neuen Freundin Tara, einem bekannten Model. Der Partner ihrer Model-WG-Kollegin Cory, Douglas, hat die beiden Models und Nick auf die Yacht eingeladen, dazu noch Simon, eine ehemalige Tennishoffnung, und Siri, Douglas beste Freundin.

Inmitten diesen reichen Yuppies halten sich Maddie und Nick gut. Für beide ist die Welt der Mondänen und Reichen aber enorm fremd. Oft schämen sie sich auch für die Verhaltensweisen der anderen. Douglas ist zwar trotz enormen Reichtum fast noch am bodenständigsten neben Stylistin Siri. Aber Simon ist ein Kotzbrocken sondergleichen, doch die Schlimmste von allen ist die selbstverliebte Tara. Sie lässt Nick links liegen, "braucht" ihn nur, wenn es ihre gerade danach ist - eine arrogante, nervige Zicke. Man fragt sich, was Nick an ihr findet.

Auch Maddie fragt sich das, sieht sie doch hinter die Fassade von Tara, sprich: hinter ihre Kabinentüre. Je länger. je mehr merkt Nick, dass er sich in dieser High Society Welt mit diesen unmöglichen Umgangsformen nicht wohl fühlt und sich nach Hause, nach der Schaffarm und seiner Familie, sehnt. Immer öfter sucht er die Gesellschaft von Maddie. Zusammen schaffen sie es sogar dorthin, wo Tara und Cory am liebsten wären - und man merkt, nicht alle Reiche sind so egozentrisch wie die beiden unreifen Mädels und freut sich schon auf die Gesichter der Möchtegern-Prinzessinnen, wenn sie dies irgendwann erfahren.

Es macht unheimlich Spass Maddie und Nick auf der Chartertour zu begleiten, die dalmatische Inselwelt zu entdecken, Maddies Kochkünste zu geniessen und sich die ganze Geschichte einzuverleiben.

Ich war so gebannt von den Ereignissen, dass ich sogar vergessen hatte, dass es laut Titel ja um eine geheime Bucht gehen soll und merkte es erst, als diese Bucht dann auch vorkommt. Hach, in dieser Bucht würde ich auch gerne einige faule Bootstage verbringen!

"Die kleine Bucht in Kroatien" ist ein must-read in diesem Sommer. Die Story mit den gegensätzlichen Charakteren, ihren Abenteuer auf der Reise, geprägt von dem gefälligen und humorvollen Schreibstil der Autorin Julie Caplin ist einfach lesenswert.

Fazit: Macht definitiv Lust auf Urlaub in Kroatien - super schöner Liebesroman!
5 Punkte.

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Ein kniffliger Fall

Mallorquinische Rache von Lilly Alonso

Ein Krimi, der auf Mallorca spielt? Muss ich lesen. Hab ich gelesen. Hat Spass gemacht.

Und nun ein bisschen ausführlicher: am Anfang kann man sich nicht so richtig zurück lehnen, denn es sind viele Figuren, die auftreten und von denen man noch nicht weiss, welche Rolle sie in diesem ersten Band um Kommissar Lluc Casanovos spielen.

Ich war schon einige Male auf der Mallorca, doch eine Fahrt mit dem Soller-Express habe ich noch nicht mitgemacht. Die konnte ich nun aber mit erleben, denn der Sonderzug zum Jubiläum fährt die gewohnte Strecke von Palma nach Soller. Bildlich beschreibt Lilly Alonso die Szenen im Zug, so als ob man selbst Fahrgast ist und die anderen Passagiere beobachtet und geblendet wird vom Lichtwechsel von Hell zu Dunkel und umgekehrt beim Ein- und Ausfahren des Tunnels.

An der Endhaltestelle entdecken die Zugbegleiter, dass ein Passagier, Ramon Cabot, einer der Hauptaktionäre der Zuggesellschaft, erstochen wurde. Dreissig Jahre fuhr er nicht mehr mit dem roten Blitz, diese Fahrt war leider auch seine letzte Fahrt.

Kommissar Lluc Casanovas, der sich schon auf seine Frühpensionierung freute, muss in diesem undurchsichtigen Fall ermitteln. Leider nicht in seinem Tempo, denn seine potentielle Nachfolgerin Josefina Garcia ist etwas übereifrig bei der Sache. Zum Glück gibt es noch Llucs Assistentin Francisca Gual, die ich sehr mochte.

Es gibt viele Verdächtige, viele Verhaftungen, viele Geheimnisse. Letztere auch im Privatleben der Ermittler. Nicht alles ist auf den ersten Blick logisch bzw. nicht zu Ende erzählt, einiges bleibt auch am Ende noch offen. Da erscheint dann ein für mich überraschender Täter. Hinweise auf diese Person sind nur ganz wenige vorhanden, wenn man zurück schaut. Aber alles ist stimmig erklärt und vielleicht werden in einem allfälligen zweiten Band die anderen offenen Eindrücke noch zu Ende erzählt.

Man merkt, dass die Autorin auf der Insel zuhause ist und über entsprechende Ortskenntnisse verfügt. Als Leser erfährt man einiges über die Insel und freut sich über die bildhaften Beschreibungen, quasi als Ersatz für eigene Ferientage auf der Insel. Lilly Alonsos Schreibstil ist angenehm und bis auf die anfänglich zu vielen fast gleichzeitig eingeführten Personen flüssig zu lesen.

Fazit: Ein kniffliger erster Fall mit viel Lokalkolorit und überraschendem Ende.
4 Punkte.

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Konstant hohe Leistung

Tod den finsteren Mächten von Peter Tremayne

Wenn ich an die Schwester Fidelma-Bücher denke, bin ich sehr froh, jetzt zu leben und nicht im 7. Jahrhundert. All diese politischen Verschwörungen und Intrigen immer wieder - und nie wissen Fidelma und Eadulf an was sie geraten, wenn sie zu einem neuen Fall gerufen werden.

So auch hier, als kurz vor König Colgus Hochzeit seine Verlobte, Prinzessin Gelgeis, mit ihren Begleitern im Gebiet des Cuala-Gebirges (heute: Wicklow Mountains) vermisst wird.

Einer davon, Gelgeis Brehone, Brehon Brocc, wird tot aufgefunden und in eine Abtei gebracht, aber von Gelgeis fehlt jede Spur. Fidelma, Eadulf und Enda sehen sich in der Umgebung um. Es ist eine Region voller Berge, Täler und Minen, und die Bevölkerung glaubt an die Sagen der Gestaltwandler.

Nicht nur das Verschwinden von Gelgeis und der Mord an Brehon Brocc wirft Fragen auf, sondern auch mögliche Diebstähle wertvollen Gesteins aus den Minen, wie auch das Verhalten der Stellvertreterin des Brehons vor Ort, mit der Fidelma während Studienzeiten das Zimmer teilte.

Wem man vertrauen kann und wem nicht, ist in diesem Band eh eine ganz zentrale Frage. Fidelma und Eadulf meistern dies gut und sind entsprechend vorsichtig und auch Enda passt nach einem Vorfall noch viel besser auf als er es eh schon immer tut.

"Tod den finsteren Mächten" ist ein spannender Fall, der mich derart fesselte, dass ich den Krimi nicht mehr aus der Hand legen wollte. Es ist Band 32 und die Reihe ist noch immer sehr gut geschrieben und langweilt nicht. Klar gab es bisher mal zwei oder drei schwächere Bände (Band 30 zum Beispiel, als Fidelma durchwegs wortkarg war und ihre Begleiter deswegen schlechte Laune hatten), aber auch die sind nicht schlecht. Solch eine beständige hohe Qualität sieht man heutzutage kaum mehr. Diese konstant gute Leistung von Autor Peter Tremayne muss einfach mal erwähnt und gewürdigt werden.

Fazit: Erneut ein toller und spannender Band, bei dem Fidelma heraus finden muss, wer hier gegen wen intrigiert oder es einfach nur um Diebstahl in den Minen geht.
5 Punkte.

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Unfassbar langweilig

Mord will keine Zeugen von Ann Granger

Ich freue mich jedes Mal, wenn ich sehe, dass es wieder einen neuen Jessica Campbell-Fall, bzw. Campbell & Carter-Fall, gibt. Doch von ihrem sechsten Fall bin ich arg enttäuscht.

Weder Jess noch Ian ermitteln richtig, viel mehr als eine Zeugenbefragung ist nicht dabei. Auch Mitchell & Markby, die erneut herhalten müssen, spielen nur eine kleine begleitende Rolle.

Bei ihnen hatte ich das Gefühl, sie wurden nur wegen den Namen mit einbezogen, damit die Bücher besser verkauft werden, was total unnötig ist. Jess und Ian können das auch alleine. Oder könnten, denn auch sie haben kaum was zu tun.

Denn in "Mord will keine Zeugen" stehen nicht die Ermittler, sondern jemand anderer im Vordergrund: der Zeuge Miff, ein Obdachloser, der über Täter und Opfer stolpert, als er sich einen Schlafplatz sucht. Vom Täter gesehen, hat er Angst und fährt zu seinen Verwandten nach Weston St. Ambrose und quartiert sich bei ihnen unter einem Vorwand ein. Ausserdem sucht er sich eine Arbeit, die er in einem Gartenzentrum findet. Dort freundet er sich mit der Besitzerin an.

Nun haben wir verschiedene Parteien. Zum einen die Polizei mit Jess, Ian und noch nicht bekannten Gesichtern, dann Mitchell & Markby, die Familie des Opfers und eben Miff mit seinem neuen Leben. Über Miff wird alles erzählt, er wird sehr eng begleitet, so dass man seine Ängste vor dem entdeckt werden gut mitbekommt.

Aber das alleine macht keinen Krimi aus. Mir fehlte richtige Ermittlungsarbeit, die aufgrund vieler unbedeutender Details und vielen ebenso unwichtigen Figuren keinen Platz hatte. Auch zwischen Jess und Ian passiert nichts mehr, dabei hat es in Band 4 so gut ausgesehen für die beiden, doch seither ist in der Beziehung der Pausenknopf gedrückt.

Wenn man nicht wüsste, dass dieser Kriminalroman ein Band einer Serie ist, würde man denken, es wäre einfach ein Stand Alone und eine Erzählung, in der ein Zeuge die Hauptrolle spielt. Schade, denn die Reihe machte anfänglich total Spass, doch seit dem 5. Band geht es bergab.

Fazit: Unfassbar langweilig.
2 Punkte.

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Wohlfühllektüre trotz Sabotageakten

Ein Sommer in den Hamptons von Karen Swan

Ein Sommer ohne ihren Freund - eigentlich ein ganzes Jahr, denn Rowenas Freund Matt offenbarte sich äusserst spontan, dass er auf Weltreise gehen will, bevor er sich endgültig für sie entscheidet. Rowena fliegt für einen Job nach New York und entschliesst sich an einer Party, den Sommer über in den Hamptons zu verbringen.

Zuhause ist ja eh niemand, also kann sie diesen Sommer ja auch für sich selbst nutzen. Der Gastgeber der Party lädt sie quasi in die WG-Villa ein. Unter anderem aus Eigennutz, den er braucht die Miete. Rowena lässt sich darauf ein, als Fotografin kann sie an jedem Ort arbeiten.

Doch so einfach wie gedacht, wird es nicht. Es dauert, bis sie ihre ersten Kunden hat. Dass sie diese Ted, einem Typen, mit dem sie an ihrem ersten Tag aneinandergeraten ist, verdankt, passt ihr nicht. Trotzdem muss sie froh darüber sein, denn durch die neue Kundschaft und Ted lernt sie die Hamptons besser kennen. Hier erlebt sie einige Abenteuer mit ihren WG-Mitbewohnern, beginnt die Dünen zu schützen und überdenkt ihr bisheriges Leben.

Der Beginn des Romans fand ich ein wenig suspekt. Kaum in New York, schon die erste Party - ich zweifelte, ob das nach meinem Geschmack ist, wenn es so weiter geht. Einige Partys gibt es später zwar auch in den Hamptons, doch die sind dann recht gut ins Geschehen gesetzt und man merkt schnell, dass es kein Party-Roman ist wie ich anfänglich befürchtete.

Rowena lebt sich einigermassen gut ein und fühlt sich wohl in der Zufalls-WG mit Hump (der immer viele originelle Ideen hat), Bobbi, die nur an den Wochenenden vor Ort ist (und zur guten Freundin wird) und Greg, der noch seltener anwesend ist.

Ro(wena) lernt sehr einfach neue Leute kennen, gerät dann aber zwischen die Fronten - einer Naturschutz-Gruppe rund um Florence, der sich Rowena anschliesst, auf der einen Seite und Politiker, die noch mehr bauen möchten, auf der anderen Seite. Dazu Ted Connor, den Rowena an einem falschen Tag kennenlernte, dadurch beide zu Vorurteilen kamen, die nur schwerlich abzulegen sind.

Es machte Spass, "Ein Sommer in den Hamptons" zu lesen. Trotz meiner anfänglichen Skepsis wurde die Geschichte gut und blieb nicht oberflächlich. Humorige Szenen wechseln sich ab mit spannungsgeladenen und emotionalen Kapiteln.

Fazit: Wohlfühllektüre mit viel Meer, Sand, Liebe und dennoch auch ernsten Themen.
4 Punkte.

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Nicht nur im Sommer lesenswert

Eine Insel zum Verlieben von Karen Swan

Chloé arbeitet in einer Concierge-Firma in New York, ein Ableger derselben Firma in London - ihr Ex-Freund Tom arbeitete wie sie dort, deshalb wollte sie weg. Nachdem nun ihre Arbeitskollegin in NYC einen Unfall hat, muss Chloé deren exklusive Luxus-Kunden übernehmen. Für diese Kunden wird alles gemacht, was eigentlich unmöglich erscheint.

Ein neuer Kunde, Joe Lincoln, soll auch gleich noch aufgenommen werden.

Für ihn soll Chloé nach einer abgeschiedenen griechischen Inselvilla suchen - einfacher gesagt als gesucht. Als Tom unerwartet in New York auftaucht, nutzt Chloé die Chance und begleitet Joe nach Griechenland. Und dennoch sollte sie rund um die Uhr für ihre anderen Kunden erreichbar sein, die natürlich ausgerechnet jetzt zum Teil in Schwierigkeiten geraten oder weitere Extrawünsche adressieren.

In Zwischenkapiteln wird von einer unbekannten Frau erzählt. Ich war gespannt, wie diese Nebenstory in die Hauptgeschichte reinpasst, doch bis es soweit war, passiert extrem viel. Chloé merkt erst in Griechenland unter welch enormen Druck sie steht. Ausserdem verfällt sie dem Charme von Tom, obwohl sie ihr Privatleben strikt vom Job trennt.

Dieser eigentlich typische Sommer-Roman, den man aber rund ums Jahr geniessen kann und wird, wartet mit überraschenden Twists auf, bringt das aus Kriminalromanen bekannte "Whodunit"-Gefühl mit und besticht mit tollen, teilweise recht geheimnisvollen Charakteren.

Es ist zudem eine Reise um die Welt. Neben Amerika, London und der griechischen Insel Hydra geht es auch nach Südfrankreich.

Über die Themen möchte ich nichts verraten, damit es für alle spannend bleibt. Spannend ist "Eine Insel zum Verlieben" sehr, auch wenn es zwischendurch eine oder zwei Längen gibt - aber wahrscheinlich war ich einfach zu ungeduldig auf die Lösung des Rätsels - und ich war froh, dass ich den Roman nicht aus der Hand legen musste und ihn somit an einem einzigen Tag auslesen konnte. Aber auch wenn man den Roman an mehreren Tagen liest, wird die Geschichte die Leserinnen begeistern.

Fazit: Toller Pageturner - nicht nur im Sommer lesenswert!
4 Punkte.

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Sieben Jahre im Koma

Sommerträume am Meer von Karen Swan

Bell ist Nanny bei Familie Mogert in Stockholm. Sie mag ihre Arbeit, und auch ihre WG, in der sie mit ihren Freunden lebt. Alles total easy. Doch als sie eines Morgens einen Anruf bei den Mogerts entgegen nimmt, verändert sich alles. Denn Hanna und Max haben Bell verschwiegen, dass Hannas Ehemann seit 7 Jahren im Koma liegt.

Nun ist er erwacht - und das Leben wird kompliziert für alle.

Vor allem, als er kurz darauf seinen Sohn Linus sehen möchte. Nach langen Gesprächen einigen sie sich darauf, dass Hannah und Max im Sommer, den sie mit der Familie traditionell auf einer Schäreninsel verbringen, den Kontakt zu Linus Vater langsam ermöglichen wollen, müssen.

Es ist keine leichte Kost, die Karen Swan uns mit "Sommerträume am Meer", im Original "The Hidden Beach", vorgelegt hat. Dieser Strand spielt eine wichtige Rolle im Buch - der nichtssagende deutsche Titel beschönigt den Inhalt und wird der Geschichte nicht gerecht.

Die Emotionen aller Beteiligten sind stark, die Situation überfordert und die Geheimnisse und Gefühle müssen endlich ans Licht kommen und ausgesprochen werden. Linus wird zum Spielball beider Seiten. Bell als relativ neutrale Person versucht das in Grenzen zu halten. Doch auch sie hat in diesem Kontext zu kämpfen - nun erfährt man ihre Vergangenheit, die auch nicht ohne ist.

Die Gefühle von Emil, der sieben Jahre verpasst hat, während das Leben um ihn weiter ging, und alles Weitere, was so ein langes Koma mit sich bringt, hat die Autorin eindrücklich geschildert. Als Leserin fragt man sich unweigerlich, wie man selbst in der entsprechenden Situation - nicht nur als Emil, auch als Hanna, Max oder Bell - handeln würde. Manchmal versteht man die eine oder andere Entscheidung der Figuren nicht und steht mehr auf der Seite des Gegenübers, einige Seiten später versteht man den anderen Charakter besser.

Diese Geschichte lässt sicher niemanden kalt, aber man muss sich darauf - und all die Emotionen, die sie mit sich bringt - einlassen. Ausgleichend wirken die Beschreibungen der schönen schwedischen Schären-Landschaft: das perfekte Ambiente für diesen Roman.

Fazit: Packendes Drama um einen Mann, der jahrelang im Koma lag.
4 Punkte.

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Unterhaltender als Vorgängerbände

Mondlichtzauber von Debbie Macomber

In diesem 6. Band ist einiges los - Beziehungskrisen en masse. In der Beziehung zwischen Justine und Seth kriselt es seit dem Brand im Restaurant. Obwohl sie es besser wüsste, trifft sich Justine mit Warren, weil er immer gerade da ist, wenn sie jemanden zum Reden braucht. Mit Seth sprechen geht nicht, er ist so in der Idee verfangen, den Aufbau des Restaurant so schnell wie möglich voranzutreiben.

Allison hat Angst, dass Anson, der verschwunden ist und sich nur sehr selten bei ihr meldet, etwas mit dem Brand zu tun hat.

Linette versteht nicht, dass Cal immer weniger Zeit für sie hat und eine wichtige Entscheidung nicht erst mit ihr bespricht, sondern sie in einer grossen Runde kund tut.

Rachels Freund, der in der Armee ist, ist eifersüchtig, dass Rachel nicht einfach so zur Verfügung steht, wenn er mal frei hat, und sie sich oft mit Jolene und deren Vater Bruce trifft.

Die einzige Unbekümmerte in Cedar Cove ist Friseurin Terri, die dem Schach-Champion Bobby Polgar auf spontane und ungewöhnliche (aber legale) Weise hilft, zu gewinnen. Bobby, der sich den Umgang mit anderen Menschen nicht gewohnt ist, möchte daraufhin Terri kennenlernen.

Auch hier wird am Anfang wieder einiges wiederholt aus den Vorgängerbänden, das ist bei dieser Reihe leider schon Usus. Doch zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, nicht alle Figuren schon zu kennen und alles zu wissen.

Inhaltlich fand ich das Verhalten einiger Charaktere reichlich einfältig. Besonders jenes von einigen der Männer wie Jon und Cal beispielsweise. Das Handeln von Justine (am Anfang) und Linette (am Ende) zeugte nicht wirklich von Reife. Dagegen wirkten Allison und Anson geradezu richtig erwachsen.

Spass hingegen machte die Geschichte um das sehr gegensätzliche Paar Terri und Bobby. Dank diesen beiden lohnt sich die Lektüre von "Mondlichtzauber".

Fazit: Unterhaltender als die Vorgängerbände.
4 Punkte.

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