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Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

Das Urgestein und der Grünschnabel

Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger

DC Smith ist ein Ermittler, der einen bemerkenswerten Spürsinn beweist und der, einmal angebissen, sich in einen Fall festbeisst.

So auch, als er bei seiner Rückkehr in den aktiven Dienst einen anscheinenden Unfall mit Todesfolge nur kurz überprüfen soll, um in ad acta zu legen. Die gerichtsmedizinische Assistentin Olive Markham jedoch findet eine merkwürdige Einkerbung auf einer Wunde, die auch DC Smith aufhorchen lässt.

Doch Smith muss aufpassen, dass er keine schlafenden Hunde weckt, insbesondere da ihm nur der neue Praktikant, Chris Walters, zu Hilfe steht. Smith beweist aber auch hier sehr viel Gespür, um ihn später so gut wie möglich zu schützen.

Chris ist der Sohn eines ehemaligen Mitarbeiters von Smith, was er zuerst verheimlicht. Chris ist klug und kann vieles, was Smith nicht gerne mag: moderne Technik zum Beispiel. Smith schreibt seine Aufzeichnungen nach wie vor ins Notizbuch. Und das gleich doppelt: einmal in jenes im Büro und abends zuhause in Ruhe in das zweite Notizbuch - wahrscheinlich wird im dies eines Tages noch zugutekommen.

Auf sein altes Team konnte Smith sich verlassen. Aber da er sich nach einem Einsatz, bei dem nicht alles nach Plan lief, zurückversetzen liess, ist nun seine ehemalige Mitarbeiterin DI Alison Reeve seine Vorgesetzte, zum Team gehören noch DC John Murray und Maggie Henderson. Smith's früherer Partner Paul Harrington hat sich gar in einen kleineren Ort versetzen lassen, doch hilft immer noch gerne, wenn er kann. Was damals genau passiert ist, erfährt man nur in Andeutungen, demzufolge hatte John Wilson, der mit etwa zwei Weggefährten eher Unwesen treibt, anstatt korrekt zu arbeiten, etwas damit zu tun.

In diesem Fall ist es aber nicht Wilson, der Smith bei der Arbeit beschränken will. Andere "Organisationen" sind aufmerksam geworden, dass ermittelt wird. Denn der Unfalltod des 17jährigen Schülers ist quasi nur ein Nebeneffekt von etwas Grossem. Um was es tatsächlich geht, bröselt Autor Peter Grainger langsam und plausibel auf.

Ich freue mich, dass in diesem Jahr gleich auch noch Band 2 und 3 erscheinen und man sich somit so richtig einlesen kann in diese neue Krimireihe. Im ersten Band wird ja immer das ganz Personal vorgestellt, weshalb die Kriminalfälle eher weniger Platz einnehmen. In "Ein unglücklicher Tod" ist es trotz viel Personal einigermassen ausgewogen. Dafür lernt man Smith recht gut kennen, auch dank Chris Walters Hartnäckigkeit. Man spürt, dass die beiden ein gutes Team abgeben werden, das Urgestein und der Grünschnabel.

Die Reihe um DC Smith reiht sich ein in die britischen Krimiserien, bei denen die klassische Detektivarbeit im Vordergrund steht.

Fazit: Dieser erste Band macht neugierig auf mehr von DC Smith und Chris Walters.
4 Sterne.

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Es wird wieder gekocht

A Taste of Cornwall: Ein Rezept für Herzklopfen von Katharina Herzog

Im letzten Band dieser Trilogie sind fast alle bisherigen Charaktere wieder mit dabei. und auch dieses Mal geht es um eine TV-Koch-Show.

Fussballstar Liam residiert in einer grossen Villa in Port Haven und kuriert eine Verletzung aus. Tatsächlich hört er hauptsächlich laute Musik und macht Partys mit seinen Jungs.

Dies stört seine neue Nachbarin, Foodbloggerin Lucia, die das Cottage nebenan mietet, um Abstand zwischen sich und ihren Lebenspartner Mario zu bringen und Ruhe liebt. Die beiden haben sich für eine Beziehungspause entschieden, was ihre Follower aber nicht mitbekommen sollten.

Liam und Lucia werden spontan angefragt, an einer neuen Kochshow teilzunehmen. Vier Zweier-Teams sollen für die jeweils anderen kochen. Annabelle mit Flynn, Tanya und Gerald, Realitysternchen Heidi und Foodkritiker Vincent Grantel - und eben Lucia und Liam. Annabelle, Heidi und Lucia kennen sich bereits aus einer andern Show, die in Band 2 Thema war. Tanya ist Sophies Mutter und Gerald arbeitet in Sophias Pub. Jeweils einer vom Team kann kochen - Tanya, Flynn, Lucia und Vincent, ihre Teampartner müssen helfen. Die Teams meistern ihre Kochabende alle sehr gut, doch bis dahin wird viel Geschirr zerschlagen.

Die Presse ist natürlich auch vor Ort und hängen Lucia und Liam eine Affäre an. Irgendwann spielen sie einfach mit, in Hoffnung, dass sie bei der Show besser abschneiden. Doch ihr extra für die Presse inszeniertes Theaterspiel bringt neue Probleme mit sich.

Mir gefiel, dass hier wirklich viel gekocht wurde und es humorvoll zu und her ging. Die Autorin hat hier weniger verschiedene Themen als in Band 2 aufgenommen, was ich positiv werte, ebenso ist dieser dritte Band für eine grössere Leserschaft konzipiert als Band 2.

Fazit: Ein leichter Roman für Zwischendurch.
Knappe 4 Sterne.

Fazit der Trilogie: Wahrscheinlich hab ich mich einfach auch an die vielen "Stars und Sternchen", die in dieser Reihe vorkommen, gewöhnt oder beim dritten Band darüber hinweg gesehen. Für mich dürfen es ganz normale Figuren ohne Allüren sein und einmal TV-Show hätte völlig gereicht, doch diese Trilogie wurde um den Koch-Show-Plot herum aufgebaut und nicht um das Setting Cornwall. Dies war mir zu Beginn der Trilogie nicht bewusst, sonst hätte ich sie wohl nicht gelesen.

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Flüssig zu lesen, aber...

A Taste of Cornwall: Ein Löffel Glück von Katharina Herzog

Annabelle, bereits bekannt aus dem ersten Band, kehrt nach Port Haven zurück. Sie ist eine von drei Frauen, die zur Co-Moderatorin einer Kochshow gecastet werden. Mittlerweile versteht sie sich ja gut mit Sophie, die den dortigen Pub übernommen hat. Mit dem Moderator allerdings nicht, sie wagt es aber trotzdem, sich gegen ihn zu wehren.

Dazu muss sie sich auch mit ihrer Mutter auseinandersetzen, denn die hat natürlich mitbekommen, dass Annabelle sich wieder in ihrer Heimat aufhält. Dabei erfährt man, wieso Annabelle vor vielen Jahren aus Port Haven flüchtete. Ihre Geschichte wurde im ersten Band ja ganz leicht angekratzt.

Wie es in solchen TV-Shows halt so ist, wird nicht immer ehrlich gespielt oder es werden persönliche Dinge ausgegraben. Davor hat Annabelle weniger Angst, als Flynn sie hat, denn er lebt inkognito hier auf einer Farm und züchtet Alpakas. Wie wir aus dem ersten Band wissen, ist er nicht der einzige unter anderem Namen lebende Mensch in Port Haven.

"Ein Löffel Glück" ist zwar ein flüssig zu lesender Roman, aber es ist leider eine Geschichte, die zum Teil darauf aufgebaut ist, dass nicht über aktuelle Gefühle gesprochen wird. Das fand ich sehr schade. Die Autorin kann tolle Romane schreiben ganz ohne diese Tricks, und mir hätte es bedeutend besser gefallen, wenn die Betroffenen die Missverständnisse sofort klären und nicht erst quasi zur Versöhnung am Ende.

Die Themen haben mich auch nicht angesprochen, wahrscheinlich soll die Reihe wohl eher jüngere Frauen im Alter bis maximal 35 Jahren begeistern.

Fazit: Das Setting dieses zweiten Bandes hat mir gefallen, die Figuren mit ihren Verhaltensweisen weniger.
Knappe 3.5 Sterne.

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Schwierig und oberflächlich

People in Love von Claire Daverley

Zehn Jahre sind sie zusammen, heiraten wollten sie nicht. Vor allem nicht Nora. Dann, gänzlich unerwartet, bekommt sie einen Ring. Und jetzt?

Kurz ist sie überrascht, und schon geht die Hochzeitsplanerei los. Eine Einladung zur Verlobungsparty bekommt u.a. auch Bren, Noras Jugendfreund, der seit vielen Jahren irgendwo auf der Welt herum reist.

Und dann steht er plötzlich vor ihrer Türe und alte, verdrängte Gefühle kommen hoch.

Die Autorin Claire Daverley versucht nun für den Rest des Romans zu erklären, was genau zum Bruch zwischen Nora und Bren geführt hat, was äusserst schleppend vonstatten ging. Und Robin? Der reagiert kaum, minim mit ein bisschen Eifersucht, aber sonst bleibt er sehr blass. An einem bestimmten Punkt, eigentlich schon sehr sehr früh, hätte er unbedingt reagieren müssen auf die eine oder andere Art, am besten intensiv. Aber da kam nichts. Ein Mann, der einfach alles laufen lässt. Ein langweiliger Charakter.

Ebenso Bren, obwohl ich ihn fast noch am sympathischsten fand. Er agierte sehr viel und am Ende verstand man, wieso er damals aufgebrochen ist. Nora mochte ich anfänglich, denn ich wollte sie erst kennenlernen und war noch geduldig, aber die Bonuspunkte hat sie schnell aufgebraucht. Ihre Liebe zu Robin spürte man nicht wirklich, umgekehrt ja auch nicht. Und das, was wirklich zwischen Nora und Ben war, sei mal dahin gestellt. Ausser, dass Bren nach vielen Jahren vor der Tür steht, waren sämtliche Entscheidungen im Roman nicht nachvollziehbar.

Es ist ein Roman, der mit einer Handvoll Figuren auskommt, inklusive etwa zwei bis drei Nebenfiguren. Aber keine einzige Figur ist einigermassen "normal". Alle haben riesige Rucksäcke voll Vergangenheitsprobleme und wenn nicht, dann sonst einen Spleen oder sie bleiben äusserst blass. Und dann die beiden Mütter, schwierig, sehr schwierig.

Der Clou der Geschichte? Mal wieder, dass, hätten die Charaktere vor zig Jahren miteinander gesprochen, diese Story, so wie sie im Roman erzählt wird, gar nicht stattgefunden hätte.

Immerhin war der Roman flüssig zu lesen, trotz Längen und Langeweile. Das Kleid am Ende, eigentlich eine schöne Idee, aber es passt für ich einfach nicht zu dieser Geschichte.

Fazit: Ein schwieriger und oberflächlicher Roman, der mich nicht zu überzeugen vermochte.
3 Sterne.

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Bin begeistert, fortan ein Lieblingsroman

Ein Ort, der bleibt von Sandra Lüpkes

Schon auf den ersten Seiten hat mich Autorin Sandra Lüpkes abgeholt, ich war gefühlsmässig voll drin und streifte erst mit Mehpare, dann mit Imke und später auch mit Magda durch die Strassen von Istanbul, durch "ein Mosaik aus türkisblauen Steinchen". Der Roman ist in verschiedene Zeitebenen aufgeteilt, in denen wir drei Frauen - und einige Männer - auf ihren Lebenswegen begleiten.

Der Roman beginnt im Jahre 1926 mit Mehpare Başarman. Mehpare liebt die naturwissenschaftlichen Fächer in ihrem Mädchengymnasium, welches leider bald abbrennt. Sehr wahrscheinlich war es Brandstiftung durch die religiöse Behörde, die nicht will, dass Mädchen Bildung erfahren. Die Schule wird andernorts wieder aufgebaut, Mehpare wird Studentin und freut sich, dass ein deutscher Genetik-Professor bald hier ihr Lieblingsfach unterrichten wird. Sie hofft, dass er auf alle ihre Fragen Antworten geben kann. Fragen hat sie unendlich viele, denn "Wissen hat kein Ende".

Ihre frühere Lehrerin Sarah, mit griechischer Abstammung, ehrenvoll immer Sara Hanım (= Frau Sarah) genannt, spricht deutsch und trifft Mehpare überraschend wieder, als der Professor seine erste Vorlesung hält. Auch ihren Lebensweg streift man öfters.

Magda Heilbronn ist Protestantin, ihr Mann Alfred Jude. Als es 1933 in Deutschland immer schlimmer wird und jüdische Menschen aus ihren Berufen und aus Universitäten und Schulen verbannt werden, nimmt sie die Gefahr eher wahr als ihr Mann, Typ schusseliger Professor. Schlussendlich sieht er es auch und nimmt die Einladung und Berufung nach Istanbul an. Magda reist von Münster aus mit ihren beiden Kindern mit dem Zug nach, und lebt sich sehr schnell ein.

In der Gegenwart soll Imke, eine Stadtplanerin, Kai in Istanbul assistieren. Sie sollen herausfinden, wie bedeutend ein altes, abgebranntes Schulgebäude in Istanbul ist, um es entweder zu schützen oder ganz abzureissen. Doch Imke merkt schnell, dass sie ihre Stelle nur aufgrund ihrer Bekanntschaft mit Kais Freundin bekommen hat und Kai die Arbeit vor allem ihr überlässt. Den Grund dafür muss sie erst noch herausfinden.

Sandra Lüpkes nimmt hundert Jahre türkische Geschichte auf in ihrem Roman und bettet zudem viele Details über den Holocaust mit ein. Sie bringt sie in Verbindung mit der Türkei, vor allem der Stadt Istanbul und obwohl ich viel über das Land weiss, schloss sich für mich eine Wissenslücke. Über hundert deutsche und österreichische Professoren wurden nach Istanbul an Schulen und Universitäten geschickt, um nach den neuen, von Mustafa Kemal Atatürk festgelegten Reformplänen zu unterrichten. Mit ihren Familien, Assistenten und Lieblingsschüler*innen befanden sich nun fast tausend Menschen in grösserer Sicherheit als im judenfeindlichen Mitteleuropa. Leider verirrten sich aber auch fremdenfeindliche Deutsche an den Bosporus und so fand man an der deutschen Schule in Istanbul damals leider einige Nazi-Unterstützer und musste aufpassen.

Der Roman ist gespickt mit liebevollen türkischen Ausdrücken, Redewendungen und sprachlichen Verbindungen. Da ich die Sprache verstehe, war das für mich wunderschön zu lesen. Zudem schreibt Lüpkes kleine, feine Hinweise auf bereits stattgefundene Ereignisse, die nur Sinn machen, wenn man alles gelesen hat. Zum Beispiel, als auf einem Friedhof in Bebek eine kleine handgeschriebene Notiz gefunden wird. Diese Hinweise haben mir immer sehr gut gefallen.

"Ein Ort, der bleibt" ist ein sehr intensiver Roman, den ich nicht am Stück lesen konnte, sondern immer wieder Pausen machen musste, um das Gelesene sacken zu lassen. Er ist einer der besten mir untergekommenen Romane in den letzten Jahren. Deshalb habe ich nun nicht nur ein neues Lieblingsbuch, sondern auch ein neues Lieblingswort: es heisst "Haymatloz".

Fazit: Ein enorm eindrücklicher Roman mit viel historischem und politischem Hintergrundwissen, den man nicht so schnell vergisst. Er kommt auf meine Jahreshighlight-Liste und bleibt mir sicher noch viele Jahre in bester Erinnerung.
5 Sterne.

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Ein Spezialist für - tote - Musiker

Quartett von Natasha Korsakova

Schade, dass die Cover aus dem Septime Verlag so dunkel und nichtssagend sind. Würde ich nicht wissen, wie gut die Autorin schreibt, würde ich in der Buchhandlung nicht zu diesen Krimis greifen, weil mich die Cover überhaupt nicht ansprechen. Das war bei den ersten zwei Bänden anders.

Aber immerhin passt der Titel sehr gut.

Vielleicht wäre eine dunkle, kleine Gasse ein angemesseneres Cover-Bild gewesen, denn dann wäre man bereits auf den ersten Blick direkt am Tatort. In so einer römischen Gasse wurde nachts der Geiger eines Quartetts tot aufgefunden.

Die Neue im Team von Commissario Di Bernardo kann an ihrem ersten Arbeitstag in Rom also nicht von Langeweile sprechen und ihre Befürchtung "Zuarbeiterin für irgendeinen Schlipsträger, der hoffentlich nicht so scheintot war, wie sein Name nahelegte" zu werden, bricht gleich in sich zusammen. Di Bernardo merkt allerdings, dass nicht nur die Mitglieder des Quartetts ein oder mehrere Geheimnisse umwehen, sondern auch die neue Ispettrice, Giulia Casavola, etwas verbirgt.

Die Liebe fast aller Figuren zur klassischen Musik ist deutlich spürbar und auch Di Bernardo wird langsam Spezialist für - tote - Musiker.

Langsam, aber stetig entwirren die Ermittler das Geflecht der Geheimnisse. Die Leserschaft ist anfangs eine winzige Spur voraus, denn in einer Rückblende wird etwas Vergangenes preisgegeben, und man ahnt, dass die gegenwärtigen Geschehnisse damit zu tun haben müssen.

Natasha Korsakova beweist viel Gespür für das Zwischenmenschliche, insbesondere in der Figur ihres Protagonisten Di Bernardo. Er ist ein behutsamer Commissario und agiert vorausschauend, manchmal auch sehr spontan, so dass der Kriminalfall sehr abwechslungsreich ist.

Die Autorin gestaltet den Fall spannend und ähnlich wie bei Bannalecs "Kommissar Dupin"-Bänden könnten alle Verdächtige Täter oder Täterin sein. Schlussendlich löst sich alles logisch auf.

Mir machte es sehr grossen Spass, mit dem Ermittlerteam in diesem vierten Band durch Rom zu streifen. Viel zu schnell flog ich durch die Seiten, so dass mir keine Zeit mehr blieb, nach den Musikstücken zu suchen, die sich in der Printausgabe einfach per QR-Code finden lassen. Im eBook fehlt dieser Code leider wie auch schon im dritten Band.

Fazit: Ein interessanter, musikalischer vierter Fall für Commissario Di Bernardo und sein Team!
4.5 Sterne.

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Tolle Idee, witziger Start, aber dann...

Laura Clark ist dann mal weg von Helen Russell

Der Klappentext hörte sich interessant an - ich kann Laura Clark definitiv verstehen, dass sie abgehauen ist.

Der Anfang des Romans liest sich gut, denn alle wundern sich, wieso Laura nicht auf der Arbeit erscheint, nicht bei der Mutter irgendwas hilft oder zuhause abends nicht das Essen auf den Tisch stellt und anscheinend vergessen hat, vorher den Kühlschrank aufzufüllen, die Wäsche zu waschen und und und.

...

Was sich auf den ersten Seiten noch witzig liest, wird mit der Zeit sehr repetitiv, denn alle vermissen Laura auf die eine oder andere Art und Weise.

So sehr ich die Idee und den Anfang liebte, so sehr langweilte ich mich irgendwann von Seite zu Seite mehr. Mit den Charakteren, insbesondere Laura Familie, wurde ich auch nicht warm. Die ganze Familie, Mutter, Tochter und der Ehemann, alles sehr unsympathische Zeitgenossen.

Vielleicht waren sie alle zu überspitzt gezeichnet, aber für mich war es ein Grund mehr, nicht mehr weiter zu lesen und so habe ich nach 43% das Buch abgebrochen.

Irgendwann, wenn ich mal viel Zeit habe, werde ich die restlichen 57% noch überfliegen, um zu schauen, ob da doch noch mehr als nur motzendes Vermissen gekommen wäre oder doch nicht. Laut den Rezensionen, die ich mir nach dem Abbruch angesehen habe, mach ich mir nicht allzu viel Hoffnung.

Fazit: Tolle Idee, aber mehr bzw. eine schnellere Handlung anstatt das "nur" vermissen hätte mir besser gefallen und dann wäre ich wohl auch bei der Stange geblieben und hätte zu Ende gelesen.
3 Sterne.

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Am besten direkt am Meer lesen!

Über der Brandung von Franziska Jebens

Die namenlose Protagonistin entscheidet am Flughafen spontan wohin sie fliegt: nach Athen. Dort am Flughafen trifft sie auf Dita, die ihr den Tipp gibt, auf Kefonisi nach Hera, ihrer Tante, zu fragen. Der Ort wäre perfekt für sie. Nachdem am Hafen von Kefonisi ein Taxi sie nicht zu Hera bringen will, sie immerhin auf dem Moped ein Stück weit mitgenommen wird, ist sie sich ihrer Sache nicht mehr sicher.

Sie sehnte sich zwar nach dem Ende der Welt, aber so?

Sie landet abgelegen und nur durch einen Wanderweg erreichbar, in einem kleinen Häuschen direkt am Meer. Hera erwartet sie schon. In den nächsten Tagen sieht sie ausser Hera und der Ziege Meltemi kaum jemanden und sie lebt ein Leben am Meer mit fast nichts.

In den Wochen darauf lernt sie den Segler Yannis, Heras Freundinnen und den Schweden kennen. Somit wären alle Figuren bereits erwähnt. Die namenlose Erzählerin wird im Laufe der Geschichte zu Nea. Der Name, übersetzt mit "Die Neue" passt ihr gut. Namen und Orte sind irgendwie nicht wichtig, so bleibt auch der Schwede immer nur "Der Schwede". Die Charaktere sind fast alles Aussteiger*innen, die auf der kleinen Insel mit Wenigem zufrieden sind.

Die Ruhe, die auf der Insel gesucht wird, wird im Roman deutlich hervorgehoben. Das ruhige Leben auf der Kykladeninsel hebt sich ab vom Trubel der Grossstadt, aus der Nea kam. Es geht um Entschleunigung und um in der Ruhe, weit weg von der (übertrieben gesagt) Zivilisation, zu sich zu kommen.

Das bringt die Autorin sehr deutlich rüber. Ebenso auch, dass es sich bei "Über der Brandung" um einen Roman handelt, in der es um die Kraft der Freundschaft geht, ausgelebt nach alten Traditionen. Es ist ein Roman, der vielen Leserinnen vielleicht zu ruhig und zu handlungslos ist. Man sollte die stille und naturverbundene Atmosphäre an der Ägäis-Küste schon mögen und es schadet wahrscheinlich auch nicht, wenn die Leserschaft nicht allzu jung und bereits jenseits der Dreissig ist.

Mir hat "Über der Brandung" gut gefallen. Der Schreibstil, das Setting, der Plot: schön. Bei der Bewertung fehlte gar nicht viel für fünf Sterne. Vielleicht war es mir ein bisschen zu klischeehaft, dieses "Plötzlich ist alles gut"-Feeling. Nichts gegen Kräuterheilkunde und Mystik, aber vielleicht war es gerade diese Kombination, die mir dann doch ein Mü zu viel war. Dafür empfand ich es total nachvollziehbar, wieso Nea aus Deutschland geflüchtet ist.

Meine Lieblingsfigur war eindeutig Meltemi: die einen haben Katzen, die andern Ziegen. Ich kann mir Nea und Meltemi, nebeneinander auf dem Steg liegend so gut vorstellen. Herrlich!

Auf jeden Fall habe ich jetzt grosse Lust, auch Jebens vorherigen Roman "Immer am Meer entlang" zu lesen.

Fazit: Wenn ihr könnt: liest dieses Buch am Meer! Die griechische Ägäis wäre dann noch das Nonplusultra.
4 Sterne.

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Abbruch - trotz schönem Schreibstil

Dem Meer entgegen von Lidija Hilje

Ivonas Vater hat ein kleines Hotel gebaut und nun vergibt die Bank keinen Kredit mehr, was vor allem für ihren Vater eine Tragödie ist. Verkaufen wollen sie noch nicht, aber sie sollte. Ihr Ex-Mann Vlaho arbeitet auf dieser Bank, und auch er kann nur zum Verkauf raten. Ivona wäre ohne Hotel frei für ihre Leidenschaft, dem Olivenanbau.

Ivona hat ihren Mann Vlaho vor einigen Jahren verlassen, doch noch immer liebt sie ihn. Er weiss den wahren Grund für die Trennung nicht, nach und nach aber bekommt die Leserschaft eine Ahnung davon. Vlaho ist mittlerweile wieder verheiratet und hat zwei Kinder.

Auf diesem Gerüst beginnt dieser langsam erzählte Roman. Neben der Sorge um ihren Vater, das Hotel und ihren Beruf spürt man deutlich, wie sehr sie die Scheidung bedauert und darunter leidet. In Ivonas Gedanken reist man mit in ihre Vergangenheit, erlebt die erste Liebe mit und man merkt schnell, was bzw. wer hinter der Idee der Scheidung steckt, es wird immer wieder angedeutet, bis es auch gesagt wird. Nur Vlaho weiss noch immer nichts.

So sehr ich den Sprachstil von Anfang an mochte, so sehr ärgerte ich mich über den Plot dieses Buches, der zudem noch einen sehr schönen Titel trägt: "Dem Meer entgegen." Das hört sich melancholisch an, aber die Atmosphäre war um einiges schwerer und fast schon bedrückend.

Ob Ivona dem Meer entgegen reiste, weiss ich nicht - wahrscheinlich schon, sonst wäre der Titel unpassend, und es hat sich so was angedeutet -, denn ich habe den Roman nach 40% abgebrochen, da ich genug habe von Romanen, die auf solche "Geheimnisse" bzw. ein Verschweigen von etwas, aufgebaut sind. Man könnte einfach miteinander kommunizieren - aber dann gäbe es dieses Buch nicht. Und sowas mag ich mittlerweile einfach nicht mehr lesen.

Fazit: Abbruch - trotz schönem Schreibstil. Der Plot müsste halt auch überzeugen, was hier nicht der Fall war.
2 Sterne.

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Zwiebeln oder Krimifestival?

Bretonischer Glanz von Jean-Luc Bannalec

Wenn ich nach Roscoff fahren würde, dann eher zum Krimifestival, aber sicher nicht zu den Zwiebel-Festtagen. Bei Kommissar Dupin würde die Entscheidung gegenteilig ausfallen. Doch er wird ans Krimifestival gerufen, da im Festivalhotel eine ermordete Frau aufgefunden wurde. Kadeg freuts, denn er ist bereits vor Ort, und auch einige Krimiautor:innen freuen sich, als sie Kommentar Dupin erblicken.

Einer davon ist enorm hartnäckig, will er doch seine neue Reihe mit einem Ermittler mit Dupin als Vorbild gestalten. Alle, sogar der Präfekt, sind begeistert davon, bloss Dupin nicht. Er interessiert sich nur dafür, seinen neuen Fall möglichst schnell zu lösen.

Obwohl die junge Frau beim Kriminalfestival-Hotspot ermordet wurde, ist das Tötungsmotiv unklar. Sie war Zwiebelbäuerin und in einigen Vereinen aktiv, ebenso ihr Partner, der auf einem Fährunternehmen arbeitet. Hier wie dort geht es um wirtschaftliche Interessen, bei denen sich die Einwohner Roscoffs uneinig sind.

Das Team um Dupin geht vielen Spuren und Ansätzen nach, und kaum haben sie mit den einen gesprochen, führen neue Erkenntnisse zu den anderen und wieder zurück. So bleibt nicht viel Zeit zum Essen und Espresso trinken - aber der Genuss kommt dennoch nicht zu kurz.

Durch das viele Herumfahren ist der Krimi sehr rasant, aber für einmal bleibt die Spannung deshalb ein wenig auf der Strecke, was dem Lesevergnügen aber nicht im Geringsten schadet. Das Team um Dupin lernst selbst noch einiges dazu in diesem Fall. Ich hoffe zumindest, dass ihnen derselbe Fehler nicht mehr passiert und in sie in Zukunft diesbezüglich aufmerksamer sind.

Besonders gefallen hat mir, dass man mit diesem Band wieder eine neue sehenswerte Ortschaft mit seinen Spezialitäten kennenlernt.

Fazit: Erneut tolle Krimi-Unterhaltung von Jean-Luc Bannalec!
4 Sterne.

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