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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Marie aus E.:

Gruselig

Das Haus der stummen Toten von Camilla Sten

Eleanor will wie jeden Sonntag ihre Großmutter besuchen - und findet sie im Sterben. Den Mörder hat sie sogar noch gesehen, allerdings leidet Eleanor unter Gesichtsblindheit und kann deshalb gar keine Aussage zu ihm oder ihr machen. Tja.

Sie erbt ein altes Landhaus, von dem ihre Großmutter nie etwas erzählt hatte und fährt mit Freund, Tante und Nachlassverwalter zur Bestandsaufnahme hin.

Dann wird es richtig gruselig. Das alte Landhaus ist unheimlich, es ist Winter, puh, man kann sich alles so gut vorstellen und der Gruselfilm im Kopf startet.
Das mag ich übrigens sehr am Buch, es ist alles so schön bildlich beschrieben, dass das Kopfkino super starten kann.
Stellenweise habe ich befürchtet, dass es etwas ins Übersinnliche abdriftet, darauf stehe ich so gar nicht, aber die Sorge war unbegründet.

Die Handlung wird aus zwei Perspektiven im Wechsel erzählt, einmal in der Gegenwart und dann aus der Sicht eines Hausmädchens, das früher auf dem Landgut gearbeitet hat.
Das macht es sehr lebendig und noch spannender.

Ich war sehr gefesselt und fand das Buch richtig spannend und gut. Bei ca. 70 Prozent ahnt man dann allerdings, worauf es hinausläuft, die Wendung war aber richtig klasse und hat mir sehr gut gefallen.

Zwei Kritikpunkte habe ich allerdings auch: Die Frauen im Buch haben so gut wie alle Vornamen beginnend mit "A", die auch noch sehr ähnlich sind. Ich habe öfters mal überlegen müssen, wer denn nun wer ist.
Und Hauptkritikpunkt: Ein der Charaktere macht eine ziemliche Charakterwandlung durch - das fand ich nicht stimmig bzw. hat sich mir der Weg nicht erschlossen. Deshalb habe ich auch einen Stern abgezogen.

Davon abgesehen aber ein Thriller nach meinem Geschmack! Gruselig, aber nicht zu brutal (also im Sinne von anderen skandinavischen Büchern).
Die Autorin werde ich weiterverfolgen.

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Fabelhafte Fabelwesen...aber es fehlt Spannung

Detektei für magisches Unwesen – Drei Helden für ein Honigbrot von Lotte Schweizer

Das Buch ist vollgepackt mit zuckersüßen Fabelwesen. Man möchte ganz oft nur "OOOOH" und "wie niedlich" rufen und die zuckersüßen Illustrationen tun ihr übriges dazu. Habt ihr schon mal einen Wiesenschrat gesehen? Klingt gar nicht so niedlich, ist er aber! Und er kann ausgezeichnet mit Champignons werfen, jawohl.

Oder eine Ulkelfe - mit fragwürdigem Witzegeschmack.
Dazu gibt es drei Detektivkinder und echte Geheimagenten. Mein geheimer Liebling ist Agent Peggory Jones, uns eint die Gemeinsamkeit, dass wir nie über eine Teilnahmeurkunde bei den Bundesjugendspielen hinausbekommen sind. Während mit das sehr peinlich ist, hängt Mr. Jones diese stolz neben seine anderen Auszeichnungen (er war stets bemüht...).

Aufzuklären sind gleich zwei Fälle, einmal der gehäufte Diebstahl von Honig und dann verschwinden auch noch jede Menge Fabelwesen. Der Dorfpolizist ist nicht sehr hilfreich und so nehmen sich die Kinder Jannik, Pola und Lulu der Sache an.
Hier hat mir ein wenig der Spannungsbogen gefehlt. Es war nicht langweilig, aber es plätscherte doch sehr vor sich hin. Obwohl die Charaktere alle so, so super sind, hat mir ein wenig die Dynamik gefehlt.
Jetzt ist das Buch auch für Kinder ab acht Jahren, insofern darf es da auch nicht so komplex sein.
Insofern: vier Sterne!

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Zauberhafte Idee und gelungene Umsetzung

Detektei für magisches Unwesen – Drei Helden für ein Honigbrot von Lotte Schweizer

Ich war total neugierig auf Sami, den Lesebär.

Die Erstinstallation ist kinderleicht. Einfach auf die Sami-Homepage gehen, das Sami-W-Lan auf dem eigenen PC oder Smartphone aussuchen, mit dem eigenen W-Lan verbinden, fertig.
Hat sofort funktioniert.

Dann schaltet man Sami an, steckt man das Buch in die Eisscholle des Bärs und es kann schon losgehen.

Die Bedienung ist intuitiv. Hat Sami eine Seite vorgelesen, herrscht Stille und man weiß, dass man weiterblättern muss. Blättert man während des Vorlesens nochmal kurz zurück, weil man beispielsweise nochmal ein Bild betrachten will, dann merkt sich Sami sogar die Stelle, an der er gerade war, wenn man wieder dahin zurückkommt. Das funktioniert aber nur, wenn man ganz kurz weg war. Ansonsten liest Sami nochmal die komplette Seite von Beginn an vor.

Die Lautstärke reguliert man über die zwei Ohren, gekennzeichnet mit plus und minus.

Wirklich schön! Nachdem Sami jetzt aus hartem Kunststoff besteht und nicht aus Plüsch oder diesem Gummi wie die Schleich-Tiere, besteht auch keine Gefahr, dass er als Spielkamerad stark beansprucht wird. Da hätte ich dann doch ein wenig Angst um die Technik.

Er funktioniert tadellos, er hat sich nie verhaspelt, wenn wir geblättert haben, auch bei Sprüngen hat er immer sofort seine Seite gefunden.

Zum Buch, das im Starterset enthalten ist:
Wunderschön illustriert, ich mag den unverwechselbaren Stil von Joelle Tourlonias ohnehin sehr.
Die Botschaft ist auch sehr schön, da ging uns richtig das Herz auf.
Gelesen wird relativ langsam, wenn man die Vorlesegeschwindigkeit noch ändern könnte, hätten wir hier vermutlich etwas auf höhere Lesegeschwindigkeit umgestellt.
Was uns total gut gefallen hat: es wird nicht "nur" vorgelesen, es gibt auch viele Geräusche dazu. In unserem Fall die Dschungelgeräuschkulisse. Dazu wird mit unterschiedlichen Stimmen vorgelesen, das zusammen macht es richtig lebendig. Klasse!

Sami ist eine wunderbare Ergänzung zum Vorlesen, aber immer nur das. Er sollte es nie ersetzen! Dazu fand ich nämlich interessant, was das Kind sagt. So schön Sami auch ist, es hätte aber Angst, dass dann öfters mal gesagt wird, man soll doch Sami nehmen und es gäbe dann vielleicht nicht mehr so viele schöne Vorlesestunden.
Da liegt es an den Eltern, durch entsprechende Taten vom Gegenteil zu überzeugen. Denn so wunderbar Sami auch ist, gemeinsame Vorlesezeit mit den Eltern ist durch nichts zu ersetzten.

Was ich mir auch noch gut als Einsatz für Sami vorstellen könnte: in Familien, in denen die Muttersprache nicht deutsch ist, kann Sami deutschsprachige Kinderbücher vorlesen und damit zum Spracherwerb ein klein wenig beitragen. Die gemeinsame Vorlesezeit kann dann zum muttersprachlichen Vorlesen genutzt werden. Ist aber jetzt nur ein Bauchgefühl, ob das wirklich sinnvoll ist, kann ich natürlich nicht sagen.

Unser Familienfazit: Richtig schön, der Sami und auch das im Starterset enthaltene Buch. Wenn er "on top" genutzt wird und das gemeinsame Lesen nicht ersetzt, dann wird man viel Freude mit dem kleinen Bär haben können.

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Für mich nicht ganz rund

Agnes und der Traumschlüssel von Tuutikki Tolonen

Agnes ist mit ihrer Mutter aus Helsinki in einen kleinen Ort umgezogen. Welch Glück, dass sie dort Muffin, einen Jungen kennenlernt, mit dem sie bald eine Freundschaft verbindet.
Die beiden werden Detektive, denn Agnes entdeckt auf einem Friedhof einen Grabstein eines Säuglings, der nur einen Tag alt wurde und genauso heißt wie sie.

Agnes ist jetzt schon kein zeitgemäßer Allerweltsname, aber auch der zweite Vorname ist identisch. Die beiden Kinder wollen herausfinden, was es damit auf sich hat.

Soweit alles prima, das Buch ist leicht zu lesen für die Zielgruppe ab zehn Jahren und das Rätsel um die verstorbene Namensvetterin richtig spannend. Mir hat auch sehr gut gefallen, wie schön alles beschrieben wurde, etwas die geheimnisvolle Villa, die die beiden Kindern entdecken.

Allerdings beinhaltet das Buch auch mystische Elemente, ohne ein wirkliches Fantasybuch zu sein. Das hat für mich nicht zusammengepasst und seltsam konstruiert gewirkt. Genauso wie die Auflösung, es war mir einfach viel zu unrealistisch.
Dazu noch schwere Themen wie Mobbing, die so im Vorbeigehen mit behandelt wurde.
Mit nur 208 Seiten für 10-13-jährige auch ein sehr dünnes Buch - hier hätten ein paar mehr Seiten auch mehr Tiefe verleihen können.

Gemischtes Fazit: einerseits super, was den "realen" Teil angeht, andererseits so gar nicht meines.

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Liebeserklärung an den Elbmarsch und Frauenfamilienroman

Die Rückkehr der Kraniche von Romy Fölck

Das Cover hat mich ein klein wenig an eines meiner Lieblingscover erinnert, an den Gesang der Flusskrebse.
Beide spielen zudem im Marschland, die Flusskrebse allerdings im US-amerikanischen, mit Romy Fölck geht es (natürlich - wenn man ihre Krimis kennt) an die Elbe.
Nächste Gemeinsamkeit: es geht um Außenseiterinnen - hier um die von den Dorfleuten verächtlich genannten "Lumpenmädchen".

Im Buch treffen die als Kind so genannten zwei Schwestern, Grete und Freya, beide fast fünfzig, nach langer Zeit der Entfremdung wieder aufeinander im Elternhaus. Grund ist der schlechte Gesundheitszustand der Mutter, aber nicht nur. Dann reist auch noch die Tochter von Greta an und drei Generationen treffen aufeinander.
Zugewandtheit und Ehrlichkeit sind nicht gerade die Worte, die einem zur Familie einfallen. Jede der Frauen trägt ihr Päckchen für sich, aber nun ist es an der Zeit sich zu öffnen.

Es geht um die Themen, die einem gerade in dem Alter umtreiben. Was ist wichtig im Leben? Karriere? Materielles? Oder gibt es vielleicht noch etwas anderes? Was bedeutet Familie? Kinder? Kinderlosigkeit im Alter?

Das alles vor einem grandiosen Natur-Setting. Ich wünsche mit zu dem Buch ja noch eine Schmuckausgabe und hoffe, der Verlag setzt das noch um. Denn obwohl das Lesen an sich schon so schön erdet, wäre zu den zahlreichen Vogelschilderungen noch eine passende Illustration das Tüpfelchen auf dem I.

Ich mag das Buch sehr. Es ist anders als die Krimis der Autorin, ruhiger, aber nicht weniger schön. Es gibt viele Naturschilderungen. Die Charaktere sind überzeugend und es gibt keine schmalztriefenden Wendungen, sondern alles bleibt im Rahmen der Dramaturgie eines Buches noch realistisch.

Der eingangs angesprochene Vergleich mit dem anderen Buch endet dann auch irgendwann, die Story geht in eine andere Richtung, beide Bücher eint aber wieder, dass ich sie sehr mag.

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Wichtige Themen, aber der Funke ist nicht übergesprungen

Animal Agents - Retter im Verborgenen (Animal Agents, Bd. 1) von Marek Rohde; Ilona Koglin

Eine kleine Reise nach New York, hier residiert - unbemerkt von den Menschen - der Geheime Rat der Tiere und es gibt eine Schule, die tierische Agenten ausbildet.
Mit diesen soll das Zusammenleben zwischen Mensch und Tier weiterhin funktionieren.

Das Buch ist voll von wichtigen Themen: Bienensterben, die große Frage, wie ob man Konflikte auch mit dem Einsatz von Gewalt lösen darf, ob man es sich mit Schwarz-Weiß-Malerei so einfach machen kann, was in Gesellschaften passiert, die nicht alle Mitglieder mitnehmen und noch mehr.

Das alles in einem Kinderbuch ab zehn Jahren.

Für mich war das zu viel. So viele komplexe Themen, verpackt in ein relativ düsteres Setting und auch herausfordernd zu lesen. Ein Tier spricht nur in Wortbrocken, schreckliche Geschehnisse in der Vergangenheit werden nur angedeutet, alles blieb lange im Dunkeln.
Es waren mir zu viele Komponenten und ich kam nicht in einen Lesefluss.
Dazu fand ich es auch mit vielen Kampfhandlungen und zu vielen Wiederholungen nicht ganz rund, mir hat die Spannung und Abwechslung beim Lesen gefehlt.

Die Idee der tierischen Agenten und die Versöhnung und das Miteinander zwischen Mensch und Tier ist aber eine sehr schöne, auch die tierischen Charaktere haben mit gut gefallen.

Insgesamt war ich aber ein wenig enttäuscht, weil die Grundidee so ganz besonders gelungen ist und die Umsetzung dann eben leider nicht.

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Und wenn sie nicht gestorben...NEIN! Märchenleben mal ganz anders!

Fairy Tale Camp 1: Das märchenhafte Internat von Corinna Wieja

Hier war es Liebe auf den ersten Blick. Ich sah das Cover und wusste, dass ich das Buch unbedingt lesen muss.

Eigentlich sind Märchen ja nicht so mein Ding. Dachte ich.
Aber Marie und ihre neuen Freunde haben mich mitgenommen in eine fantastische Märchenwelt.
Denn Marie wurde in ein Camp eingeladen.

Sie dachte, es wäre ein Zeichencamp, es entpuppt sich aber als waschechtes Märcheninternat! Zuerst glaubt Marie, dass alle völlig durchgeknallt sind, aber dann stellt sich heraus, dass hier wirklich alle Nachfahren einer berühmten Märchenfigur sind. Schon verrückt!

Das Buch ist großes Kino. Die Grimmschen Märchen sind hier dabei, im Internat in diesem Jahrhundert ist allerdings manches etwas anders. Ja, Prinzessinnen müssen immer noch olle rosa Kleider tragen, aber ansonsten hat sich auch in der Märchenwelt viel getan.

Es ist witzig, etwas schräg, kulinarisch herausfordernd und richtig spannend. Man fiebert mit, ob die Märchenwelt gerettet werden kann und bibbert, ob das Verschwinden von Maries Mutter aufgeklärt werden kann.
Dazu sind so viele lustige Einfälle der Autorin im Buch verpackt, man kann gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Leider ist es dann irgendwann ausgelesen, aber juhu, eine Leseprobe für Band 2 ist auch noch dabei, d. h. es wird weitergehen mit Marie und der verrückten Märchenwelt. Band drei soll auch schon in Arbeit sein...

Fazit: Und wenn sie nicht gestorben sind, dann...
Nein, Quatsch, das Fazit lautet: volle märchenhafte fünf Sterne, ein Highlight-Buch!
Für Kinder ab neun, zehn Jahren. Spannend, aber nicht zu gruselig.
Und Lust, das alte Märchenbuch mal wieder rauszukramen, macht das Buch auch noch.

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Teenieleben ist nicht leicht: zartfühlig & witzig

Mein genialer Tod von Jenny Jägerfeld

Vorab: Zu dem Buch gibt es einen Vorgängerband ("Mein geniales Leben"), das war mir nicht klar, man kann das Buch aber auch völlig problemlos lesen, wenn man Band eins nicht kennt.

Sigge ist mit seiner Familie aus Stockholm in den kleinen Ort Skärblacka gezogen. Dort wohnen sie nun bei Oma, in einem Hotel! Das ROYAL GRAND GOLDEN HOTEL, um genau zu sein.

Sigges Familie samt neuem Mitbewohner ist ziemlich schräg.
Das ist sehr lustig zu lesen, ich habe aber schon auch oft mit Sigges Mama mitgefühlt, die das alles sehr tapfer erträgt, manchmal aber an ihre Grenzen kommt.

Die bunte Truppe ist zwar etwas (hüstel) anstrengend, aber total liebenswert.
Genau wie Sigge, der versucht, endlich Freunde zu finden. Eine supertolle beste Freundin hat er schon, aber jetzt hat er die Chance, mit den coolen Zwillingen auch in die Top-Liga im Sinne von "angesehen sein" aufzusteigen.
Sigge merkt aber ziemlich schnell, dass alles seinen Preis hat und muss sich überlegen, was ihm wirklich wichtig ist.

Das mochte ich sehr an dem Buch. Es behandelt wichtige Themen, verpackt hinter Witz und Slapstick, aber ohne dass der dennoch vorhandene zarte Ton, den die Themen auch brauchen, verlorengeht.
Das trotz viel Holterdipolter und fast schon Schenkenklopfen, eine sehr gelungen Dosierung, wie ich finde.
Es geht um Freundschaft, um das, was eine echte Freundschaft ausmacht, um das erste Verliebtsein, um Familie, Toleranz, die Suche nach Anerkennung und Gruppenzugehörigkeit, zu seiner Überzeugung stehen.
Sigge hat insbesondere beim letzteren Probleme, weil er früher deshalb gemobbt wurde und seine Interessen nicht Mainstream sind. Aber auch nicht exotisch, ich fand es schön zu lesen, wie Sigge da nach und nach versucht, sich besser zu behaupten.

Zu fünf Sternen hat es bei mir nicht ganz gereicht, weil ich das Buch auch etwas anstrengend fand. Das liegt in der Natur der Sache. Sigges Schwester hat beispielsweise eine sehr laute Sprechweise, das stresst die Familie, aber auch uns Lesende, da ihre Parts immer in Großbuchstaben geschrieben sind. Einerseits genial, weil damit die Lautstärke sehr gut transportiert wird und eben auch der Stressfaktor, weil man den beim doch längeren Lesen von Großbuchstaben auch beim Lesen hat.
Andererseits will ich ja gerade nicht gestresst sein, wenn ich lese.
Das zieht ich ein wenig durch, es liest sich alles hektisch und trubelig.
Das gehört so, denn so ist Sigges Leben, aber eben für mich beim Lesekonsum schon etwas außerhalb meiner Komfortzone.
Ich habe hier auch etwas mit mir gehadert, ob ich dafür überhaupt einen Stern abziehen darf, da es ja irgendwie auch so sein muss, um die Stimmung des Buches zu transportieren. Ich habe mich dann aber doch dazu entschieden, weil für mich persönlich dadurch eine Winzigkeit zur absoluten Begeisterung gefehlt hat. Aber nicht viel!

Ich öffne noch die geschwind die Geschlechter-Klischee-Schublade: Das Buch ist für Jungs und Mädchen, eine männliche Hauptperson, viel schräger Witz und die HipHop-Geschichte dürfte da auch die manchmal etwas weniger leseaffinen Jungs begeistern.

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Optimismus vs. verregnetes England

Ich bin Joy von Jenny Valentine

Joy ist durch und durch Optimistin. Bislang war das nicht schwer, denn mit ihren Eltern und ihrer Schwester war sie eine echte Weltenbummlerin und fand immer sofort Freunde.
Doch nun ziehen sie zu Opa ins graue England und dort ist alles anders.
Eng, klein, grau, voller Regeln. Und auch die Schule, auf die sich Joy so gefreut hat, ist einfach grässlich.

Joy muss man einfach gernhaben. Man kann hier gut verfolgen, wie ein lebensfrohes Mädchen, das immer das Gute sieht, sich so nach und nach durch die neuen Lebensumstände verändert. Das macht traurig, andererseits ist Joy so tapfer und versucht immer, aus jeder Situation noch etwas Positives zu ziehen.
Das hat mir gut gefallen, die zwei Seiten des Lebens.
Das Buch hat auch einen feinen Humor, der auch Kinder anspricht, die Zwischentöne mögen.

Für fünf Sterne hat es nicht ganz gereicht. Zum einen, weil mir anfangs etwas die Dynamik gefehlt hat, es passierte nicht besonders viel. Zum anderen, weil die Entwicklung mancher Charaktere (Großvater, Lehrerin) für mich nicht so ganz glaubhaft war.

Trotzdem: ein Buch, das warm uns Herz macht, das ich sehr gerne gelesen habe und auch gerne noch Teil zwei und drei der Trilogie lesen werde.

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Krimi für die Sommerfrische

Der Tod macht Urlaub in Schweden von Anders de la Motte; Måns Nilsson

Das Cover ist etwas irritierend, es vermittelt schwedische Bullerbü-Idylle, dann kommt aber der Titel, der einen stutzen lässt.
Der Werbe-Satz für das Buch "Jetzt wird auch in Schweden fröhlich gemordet" tut sein übriges.
Aber sei es darum.

Das Buch ist ein "gemächlicher Krimi", ich Fachkreisen Cosy Crime genannt.

Also keine atemberaubende Hochspannung, das Buch lebt auch vom schönen schwedischen Drumherum.
Und tatsächlich liebäugele ich jetzt auch mit einer Reise nach Schweden, denn das Ferienhaus des Mord-Ermittlers Peter Vinsonts wird so schön beschrieben, dass man sofort einziehen möchte.

Ich mochte die Charaktere bzw. fand sie mit ihren Eigenheiten gut beschrieben (nicht alle mag man...). Auch den Fall an sich fand ich schön lesbar und gar nicht langweilig, auch wenn ich irgendwann geahnt habe, wie der Hase läuft.
Ab und an musste ich auch grinsen, denn es waren einige witzige Sätze dabei. Sparsam dosiert, so dass es nicht in Klamauk abdriftete.

Das perfekte Buch für die Sommerfrische. Schön in einer Hängematte unter einem Baum und gemütlich schmökern.
Ich wäre auch bei einer Fortsetzung wieder mit am Start.

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