Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Marie aus E.:
Endlich mal kein Cliffhanger bei einem Reihenauftakt
Hüterin der Schmetterlinge - Das Versteck des Kleopatra-Falters von Ruth Rahlff
Stellas Familie ist Mitglied einer Gilde, deren Aufgabe es ist, sich um Schmetterlinge zu kümmern. Aber nicht nur dass - sie können aus Schmetterlingspuder magische Salben mischen. Das ist natürlich ein großes Geheimnis, das nicht an die Öffentlichkeit darf.
Leider geschieht aber eines Tages etwas Furchtbares: alle Kleopatra-Falter verschwinden.
Neben dem Verlust an sich steht auch die Lebensgrundlage von Stellas Familie auf dem Spiel.
Ob es da wirklich ein Zufall ist, dass ausgerechnet jetzt ein Junge in Stellas Leben auftaucht, der auch ein seltsames Gespür für Schmetterlinge hat?
Das Buch hat uns sehr gut gefallen. Stellas Gefühlsleben, ihre Beweggründe, all das war so anschaulich beschrieben, dass wir mitten in der Geschichte waren.
Zudem ist das Setting einfach wunderschön. Man kann sich die vielen Schmetterlinge vorstellen, das muss bezaubernd sein.
Die schöne Landschaft Frankreichs kommt leider etwas zu kurz, da hatte ich mir ein klein wenig mehr erhofft.
Das Rätsel hinter dem Verschwinden der Schmetterlinge ist spannend, auch wenn man schon ziemlich bald eine Ahnung hat, wer der Bösewicht bzw. die Bösewichtin sein könnte.
Nachdem das Buch aber bereits ab zehn Jahren ist, passt das für die Altersgruppe gut.
Meine Tochter hat dazu gesagt, dass es auch mal schön ist, wenn man mit seiner Vermutung richtig liegt und es schön zu lesen ist, gerade weil man nicht unter allergrößter Hochspannung lesen muss.
Nicht falsch verstehen - das Buch ist keinesfalls langweilig!
Bis auf das Cover, das uns nicht gefällt (Stella ist so kantig dargestellt) hat uns das Buch viel Lesefreude geschenkt. Ein schöner Kinder-Fantasy-Roman rund um zauberhafte Schmetterlinge, mit einer wohl dosierten Prise Abenteuer.
Band zwei wird folgen - aber es gab keinen üblen Cliffhanger am Ende von Band 1. Großes Lob hierfür! Wir freuen uns schon auf Stellas nächstes Abenteuer.
Influencer - alles hat seinen Preis
Poppy. Dein Kind verschwindet. Und die ganze Welt sieht zu. von Kristine Getz
Das Buch hat einen spannenden Inhalt: wie viel Öffentlichkeit verträgt ein Privatleben?
Lotte ist eine bekannte Influencerin und verdient viel Geld mit dem öffentlich zur Schau stellen ihrer kleinen Tochter Poppy. Als die Kleine nach einem Post verschwindet, wird es spannend. Hängt die Entführung mit der einer anderen Kindesentführung zusammen?
Gut gefallen hat mir die brisante Grundthematik Social Media, Kommerz, Schweinwelt und Eingriffe in Persönlichkeitsrechte Minderjähriger.
Auch den grundsätzlichen Buchstil, in dem die Erzählung immer wieder durchbrochen wurde durch die Kommentare der Follower, fand ich gut.
Mit der Ermittlerin Emer wurde ich allerdings nicht richtig warm.
Diese ist wegen psychischer Probleme krankgeschrieben und die Einblicke in ihr Leben waren mir zu dürftig oder uninteressant. Dazu kam noch ein übersinnliches, mystisches Element, das war so gar nicht mein Fall.
Die Auflösung war dann unerwartet, vielleicht nicht ganz glaubwürdig, aber nichtsdestotrotz fand ich sie gelungen.
Gute Unterhaltung mit kleinen Abstrichen.
Ein Let’s-Play zum Lesen, abgefahren
Lina Knut. Schülerin, Gamerin, Weltenretterin von Franz Zwerschina
Ich mag Comic-Romane total gerne.
Den Hype um das Verfolgen von "Let’s-Play" ist mir hingegen völlig fremd, darum war ich auf das Buch sehr gespannt.
Und es ist toll gemacht. Zum einen der Comic-Stil, aber auch das Eintauchen in die Computerspiel-Welt und den Chat, indem andere Kinder die Gamerin begleiten.
Die ganze Thematik ist spannend. Echte Freunde vs. virtuelle Freunde? Wieviel Zeit darf das Zocken in Anspruch nehmen? Verhandlungen darüber mit den Eltern, Zeit völlig vergessen, alles Themen, die Kinder umtreiben.
Super gefällt mir auch, dass hier ein Mädchen die Gamerin ist!
Was mich zugegebenermaßen schon irritiert hat: man liest hier über große Teile tatsächlich nur, wie Lina das Computerspiel spielt. Ein Let’s-Play zum Lesen quasi. Keine "richtige" Handlung.
Es ist natürlich nicht alles, es gibt schon auch noch eine "analoge" Handlung drumherum, aber über weite Strecken liest man eben 1:1, wie ein Computerspiel gespielt wird. Fand ich schon seltsam und zuerst habe ich dafür einen Stern abgezogen.
Das habe ich aber während des Schreibens wieder rückgängig gemacht - denn das genau ist ja das Buchkonzept, das kann ich dem Buch schlecht ankreiden (ich sage ja auch nicht bei einem Thriller, dass ich ihn blöd fand, weil er so spannend war).
Was ich noch gut gefunden hätte: wenn im Anhang oder in der Handlung ein klein wenig auf die Gefahren im Netz eingegangen worden wäre.
Die Kids sind schon mal alle mit Pseudonymen unterwegs, prima, aber so ein bisschen mehr drumherum hätte mir gut gefallen.
Insgesamt aber ein klasse Buchkonzept, das bei Let’s-Play-Fans bestimmt gut ankommt.
Wer damit nichts am Hut hat, könnte sich allerdings langweilen.
Einfach ausprobieren.
Tod, Leben, Liebe, Akzeptanz
Yadriel und Julian. Cemetery Boys von Aiden Thomas
Die Wahl des schönsten Covers 2022 ist für mich schon gelaufen, obwohl das Jahr noch nicht zu Ende ist. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dieses hier noch getoppt werden kann.
Die Friedhof-Jungs - ein passender Untertitel.
Ich mochte die Thematik des Buches sehr. Einblicke in das Leben der Hispanics in den USA mit den Bräuchen, wie die Feier zum Diás de la Muerte, die mich fasziniert.
Das Leben und die Toden feiern, ein ganz anderer Umgang mit dem Tod. Aber auch die Schattenseiten, Respektlosigkeit und mehr seitens der Polizei, Angst vor Abschiebung usw.
Dann die Hauptpersonen, Yadriel, ein trans Junge und Julian, der schwul ist. O.K., ein Geist ist er noch dazu, das ist in der Tat ein Problem.
Ein Coming-of-Age-Roman aus einem völlig anderen Blickwinkel und einfühlsam erzählt.
Auch wenn ich nicht so der Fantasy/Mystery-Fan bin, hat mir hier der Geisterpart ausgesprochen gut gefallen!
Allerdings habe ich auch einen Kritikpunkt.
Die Story braucht ewig, bis sie Fahrt gewinnt. Über lange Teile der Romans passiert recht wenig, Nebensächlichkeiten bekommen zu viel Raum.
Ich weiß nicht, wie oft ich in epischer Breite gelesen habe, dass sich Yadriel und Julian ins Haus oder aus dem Haus geschlichen haben.
Als es dann wirklich spannend wurde, ging es dafür holterdipolter dem Ende entgegen. Hier hätte ich mir dafür mehr Raum gewünscht.
Deshalb hat es nicht ganz für fünf Sterne gereicht.
Eigenartiger Thriller
SCHNEE von Yrsa Sigurdardóttir
Der Thriller lässt mich etwas ratlos zurück.
An und für sich fand ich ihn gelungen.
Es gibt drei Ebenen:
Vier Freunde brechen ins isländische Hochland auf, dort verselbständigen sich die Ereignisse.
Dann gibt es zwei Brüder, die ein Geheimnis in der Vergangenheit lüften wollen.
Und außerdem noch ein Paar, er ist Polizist und sie arbeitet in einer Fischfabrik und hilft ehrenamtlich bei Rettungseinsätzen.
Wechselweise bekommt man Einblick in die drei Ebenen und es wird zunehmend gruseliger. Übersinnliche Dinge passieren und ich war mächtig gespannt, wie die Autorin das wieder in einen "normalen" Thrillerverlauf zurückführt. Tja...
Die Thrillerkomponente hat mir wirklich gut gefallen, es war interessant und auch spannend und auch das Island-Setting fand ich lesenswert.
Doch dieses ganze Mystery-Zeugs (bitte entschuldigt die despektierliche Wortwahl, aber mich hat das wirklich überfordert, ich war auf einen Thriller und sonst nichts eingestellt) war so gar nicht meins.
Ich habe auch schon zwei andere Bücher der Autorin gelesen und da war das nicht so.
Es gab dann gegen Ende noch einige gelungene Wendungen - aber insgesamt habe ich das Buch mit einem schalen "was war das denn?" Gefühl zugeklappt.
Ein wenig ist langsam die Luft raus
Keeper of the Lost Cities - Die Flut (Keeper of the Lost Cities 6) von Shannon Messenger
Wir (Kind, zwölf Jahre und Mutter) lieben die Reihe, aber ein klein wenig hat unsere Begeisterung nun einen Dämpfer bekommen. Wir fühlen uns ein wenig hingehalten von Band zu Band, vom Ende mit einem Cliffhanger zum nächsten Cliffhanger.
Dazu kommt, dass bei manchen Szenen angedeutet wird, dass hier etwas nicht stimmt, das dann aber im weiteren Verlauf des Buches nicht mehr thematisiert wird und ganz schön viele lose Enden zurückbleiben.
Außerdem scheinen Sofie und ihre Freunde sich so gar nicht zu verändern, obwohl sie jetzt schon fünfzehn Jahre alt sind. Aber vielleicht ist Teenie sein in der Elfenwelt einfach anders als auf der Erde?
Insgesamt habe ich diesmal wohl einfach kritischer gelesen und fand manches nicht so ganz stimmig. Das Schul-Leben wurde mal so nebenbei im Schweinsgalopp abgehandelt, das war eigenartig.
Dann las es sich stellenweise wie ein Apokalypse-Buch mit unheimlich brutalen Szenen und nicht wie ein Kinder-Fantasy-Buch für Zwölfjährige, wobei das Kind meint, der Band wäre jetzt auch nicht schlimmer als die Vorgänger.
Klingt alles andere als begeistert, oder?
Dem ist aber nicht so, davon abgesehen ist es immer noch ein unheimlich spannender, fesselnder, magischer und phantasievoller neuer Band, bei dem mich besonders Keefes witzige und auch manchmal ernste Art begeistert hat. Dadurch bekommen die schweren Themen immer wieder eine Leichtigkeit, die es braucht.
In dem Band stehen Sophie und Keefe definitiv im Blickfeld, die anderen Freunde kommen dadurch etwas zu kurz, aber als große Keefe-Fans können wir damit schon leben.
Eine neue Figur wird auch eingeführt und hat sich ebenfalls einen Platz ganz vorne bei uns erobert. Auch sie hat Witz und Frische gebracht und ich hoffe, dass sie weiterhin mit an Bord ist - jetzt wünschen wir uns ja noch viel mehr eine Verfilmung.
Unser Fazit: auch wenn wir diesmal keine fünf Sterne vergeben, Fans sind wir weiterhin und werden auf jeden Fall weiterlesen.
Etwas Durchhaltevermögen zahlt sich hier aus
Emily Seymour, Band 1 - Totenbeschwörung für Anfänger von Jennifer Alice Jager
Emily hat es nicht leicht. Nur sie und ihr Dad sind "ganz normale Menschen", während der Rest der Großfamilie aus superduperoberbegabten Totenbeschwörern besteht.
Dafür ist Emily aber mega-tollpatschig und ihr Meisterstück ist es, den süßen Typen aus einer verfeindeten Familie versehentlich umzubringen.
Tja...
Das Buch ist ein Kinder- und Jugendbuch ab zwölf Jahren, dem muss man sich bewusst sein. Keine Literatur für Erwachsene! Dementsprechend ist auch der Schreibstil.
Ich habe mich für das Buch nach dem Lesen der Leseprobe entschieden, da diese so witzig und skurril war und auch schon große Gefühle ahnen ließ.
Leider wurde es danach dann zäh und ich habe es schon fast bereut, dass ich mich für das Buch entschieden habe.
Aber durchhalten lohnt sich hier, es wird dann wieder!
Romantik (der Altersgruppe entsprechend), Spannung und das Leben in einer anderen Welt - es hat dann wieder Spaß gemacht, weiterzulesen.
Ich verirre mich nicht allzu oft in dieses Genre, deshalb fehlt mir der große Vergleich.
Aber mir hat die Zwischenwelt hier gut gefallen. Sowohl die Welt an sich war gut beschrieben als auch die verschiedenen Charaktere. Dazu ein paar unerwartete Wendungen und...
...ein mega fieser Cliffhanger!
Über den war ich dann schon sauer! Zusammen mit dem zähen Start hat das dem Buch dann auch den fünften Stern gekostet.
Extra Punkte gäbe es, wenn ich die Buchgestaltung bewerten müsste - ich habe die Erstauflage mit dem farbigen Motiv-Buchschnitt ergattert und der ist einfach sensationell schön!
Neue Mitglieder: aber trotzt Beißi und Schuppenpo zieht es sich!
Keeper of the Lost Cities - Der Angriff (Keeper of the Lost Cities 7) von Shannon Messenger
Im letzten Band ist ja Ro, die Ogerin zu den Keepern gestoßen und war - finde ich - eine echte Bereicherung für die Truppe. Auch jetzt mischt sie noch mit, allerdings leider nicht mehr so witzig.
Dafür sind nun Beißi, Schuppenpo, Stinker und weitere neue Mitglieder dabei.
Die Namensgebung sorgt für Entzücken beim Kind, das ist voll ihr Stil.
Mein Entzücken hat sich hingegen bei Band Sieben in Grenzen gehalten. Viel(e Seiten) ist nicht immer gut!
Es zog sich sehr, zwei Drittel des Buches waren mehr oder weniger nichtssagend und sich im Kreis drehend. Dem Band hätte meines Erachtens eine deutliche Straffung gut getan.
Die Figuren entwickelten sich diesmal aber weiter, insbesondere Keefe wirkt viel reifer und ernster. Auch Fitz bekommt diesmal mehr Raum - überhaupt geht der Fokus etwas weg von Sophie und lässt auch den anderen Figuren mehr Spiel. Das gefiel mir sehr gut!
Ich fand diesmal auch das Alter der Figuren passend zu ihrer Handlungsweise - Teenieleben hatte auch ein wenig Raum.
Unwohl habe ich mich mit Sätzen wie "Kriege sind ebenso chaotisch wie grauenvoll. Sie verlangen es, Grenzen zu überschreiten, die man eigentlich nicht überschreiten sollte, jedoch überschreiten muss, um zu überleben. Wenn also jemand bereit ist, diese Bürde auf sich zu nehmen und etwas zu tun, mit dem man selbst sich nicht wohlfühlt, dann ist das etwas Gutes." gefühlt.
Angesichts der Weltpolitik gerade sehr aktuell, das aber so lapidar und unhinterfragt in einem Unterhaltungsroman, ich weiß nicht so recht.
Im letzten Drittel hat mir das Lesen dann aber wieder Spaß gemacht, da hat das Buch wieder mit seinen gewohnten Elementen gepunktet. Spannend, rasant, magisch. Und natürlich mit dem inzwischen ebenfalls gewohnten Cliffhanger, der diesmal besonders fies ausfiel.
Während ich diesmal nur drei Sterne vergeben hätte, ist das Kind im empfohlenen Lesealter zwar auch vom langatmigen Start genervt gewesen, insgesamt aber weiterhin begeistert.
Deshalb hier die Kinderbewertung als Gesamtwertung: vier Sterne!
Nicht ganz so fesselnd wie die Vorgänger
Die Vergessene von Karin Slaughter
Karin Slaugter hat sich zu einer meiner Lieblings-Thriller-Autorin entwickelt. Wenn nicht sogar zu der Lieblingsautorin…
Ich konnte es deshalb kaum erwarten, das neue Buch zu lesen.
Es knüpft an „Ein Teil von ihr an“, kann aber problemlos ohne Vorkenntnisse dessen gelesen werden.
Es spielt in zwei Zeitebenen.
Einmal in der Gegenwart, Andrea ist frischgebackener Marshall und wird zu ihrem ersten Einsatz geschickt. Der nicht nur ein gewöhnlicher Einsatz ist, Andrea ist persönlich verstrickt. Eigentlich soll sie nur eine Richterin beschützen, doch es entwickelt sich schnell anders und sie steckt mitten in Ermittlungen.
Dann geht die Zeit vierzig Jahre zurück und der immer noch nicht geklärte Mord an eine junge Schülerin im Highschool-Abschlussjahr steht im Fokus. Geschickt gemacht: aus Sicht der Schülerin erzählt, in der Zeit kurz vor ihrem Tod.
Dadurch wurde sie für mich eine sehr lebendiger Charakter, ich konnte mich gut in sie hineinversetzen.
Genau das fehlte mir diesmal aber leider bei den anderen Personen. Marshal Andrea und ihr neuer Partner blieben seltsam blaß für mich. Auch andere Beteiligten, beispielsweise ein Sektenführer, dessen Charisma (das er doch wohl braucht in seinem „Job“?) hat sich mir null gezeigt. Warum man sich ihm anschloss - es hat sich mir nicht erschlossen.
Auch bezüglich des Spannungsbogen war ich ein wenig enttäuscht. Es begann schleppend und irgendwann war dann auch klar, wie der Hase lief.
Ich habe das Buch nicht so durchgesuchtet wie die Vorgänger.
Was mir gut gefallen hat: der Einblick in das US Justiz- und Polizeisystem mit den unterschiedlichen Befugnissen.
Insgesamt jammern auf hohem Niveau - es war natürlich immer noch gut, nur halt nicht so meisterlich wie erhofft.
Das Ende lässt vermuten, dass es hier noch eine Fortsetzung geben könnte.
Intrigen, Klatsch und Liebe im London der Regency-Zeit
Wie man sich einen Lord angelt von Sophie Irwin
Vorab: ich bin sicherlich nicht die best-geeignete Person für diese Buchrezension.
Weder bin ich Jane Austen Fan, noch habe ich Bridgerton gesehen oder gelesen. Auf beides wird sich bei den meisten Rezensionen zu diesem Buch aber bezogen.
Jane Austen kenne ich aber zumindest und den Vergleich finde ich ganz gut gewählt.
Zumindest das Gehabe, der unglaubliche Wert auf Etikette, auf das Ansehen in der Gesellschaft und die Rolle der Frau, ja, Volltreffer.
Aus heutiger Sicht schon etwas anstrengend zu lesen, weil das so viel Raum einnimmt und ich habe auch ziemlich gebraucht, bis ich in einen Lesefluss kam.
Ich fand es dann aber doch überraschend amüsant. Kitty Talbot ist eine toughe Hauptdarstellerin, die sich nicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Wild entschlossen, ihre Familie zu retten, auch wenn das für sie eine Heirat mit einem Ekel bedeutet. Aber hauptsache reich!
Wie sie das gnadenlos durchzieht, dafür zolle ich ihr Respekt. Sie ist blitzgescheit, durchtrieben, zielgerichtet - ich mochte sie.
Auch ihre Tante in London entspricht nicht den geltenden Moralvorstellungen und hat ein kleines Geheimnis, auch eine schöne Figur, genau wie Kittys melodramatische, intellektuelle Schwester (die mich schon beim Lesen zur Weißglut gebracht hat).
Die meisten Männer in ihrem Umfeld kommen hingegen nicht gut weg, du liebe Zeit, gut, dass die Epoche vorbei ist!
Mein Fazit: muss man mögen, ist aber durch die Person Kitty für mich witzig und unterhaltsam gewesen.
Die Art von Roman werde ich jetzt sicherlich nicht ständig lesen, es war aber ein interessanter Ausflug in ein anderes Genre.











