Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bibliomarie:
Weihnachtliche Kurzkrimis
Englein, Mord und Christbaumkugel von Manfred Baumann
In „Englein, Mord und Christbaumkugeln“ lässt Manfred Baumann seinen Kommissar Merana in der Vorweihnachtszeit im Salzburger Land ermitteln.
Die drei Kurzkrimis sind sehr stimmungsvoll in die Adventszeit eingebettet. Alte Salzburger Weihnachtsbräuche bieten den Hintergrund und selbst bei romantischen Weihnachtsmärkten und Bläsermusik schläft das Böse nicht.
Diese Erfahrung muss auch Kommissar Merana machen, als er mit seiner Oma über den Adventsmarkt bummelt und ein Mord die Besucher erschüttert.
Auch wenn das Verbrechen überall lauert und Eifersucht, Gier oder Rache auch vor Weihnachten nicht Halt machen, gelingt es dem Autor in seinen Kurzkrimis eine wohlige Stimmung zu verbreiten und den Leser in verschneite Landschaften zu entführen, wie bei „Wer klopfet an“. Für mich der beste der Kurzkrimis in diesem Band. Die Kurzgeschichten bieten auch wieder einige Einblicke ins Privatleben von Merana und seiner Mitarbeiter und sind ideal für wohliges Rätseln unterm Tannenbaum.
Verführung pur
Wundervolle Weihnachtsbäckerei von Theresa Baumgärtner
Dieses wunderschöne Buch aus dem Brandstätter Verlag ist die ideale Einstimmung für die Vorweihnachtszeit. Bevor man aber mit den Rezepten loslegt, sollte man sich die Zeit nehmen für die liebevolle Gestaltung des Buchs. Es fängt mit dem handlichen Format an, dann gefielen mir noch die wertige Halbleinenbindung und die feine Goldprägungen des Titels besonders.
Das Buch ist reich mit stimmungsvollen Fotos illustriert und kleine Vignetten schmücken fast jede Seite.
Aber nun zu den Rezepten. Es gibt eine fundierte Einführung zu wichtigen Backutensilien und bei den Tipps finden auch geübte Bäckerinnen noch Anregungen. Die Autorin bevorzugt Dinkelmehl, man kann aber Weizenmehl verwenden. Bei einem Rezept (Sablès) habe ich beide Varianten ausprobiert und kann Frau Baumgärtner beipflichten: Dinkelmehl verleiht den Plätzchen einen besonders nussigen Geschmack.
Viele Plätzchen sind auch außerhalb der Weihnachtsbäckerei eine Bereicherung für die Tee- oder Kaffeestunde und wie die Mokkaschiffchen oder die Zitronen-Cremetörtchen fast schon kleine Patisserie-Kunstwerke. Die Mokkaschiffchen und die Russian Tea Cakes haben übrigens bei meiner Familie großen Anklang gefunden und die kleinen Tea Cakes waren dazu noch sehr fix und einfach zubereitet.
Außer den Rezepten machen die kleinen Geschichten und Gedichte richtig Lust immer wieder im Buch zu blättern.
Ein stimmungsvoller Auftakt in die Vorweihnachtszeit und Schatzkästlein für Weihnachtsbäckerei, aber auch Anregungen für kleine Backkunstwerke für’s ganze Jahr habe ich in diesem Buch gefunden.
Absolut empfehlenswert und auch als besonderes Geschenk bestens geeignet.
Hochzeitsnacht mit Todesfolge
Bierbrauerblues von Natascha Keferböck
Die Hochzeitsnacht der Rieglers fällt etwas ungewöhnlich aus. Max Riegler schaut mit seinen Trinkkumpanen ein Fußballspiel und die frustrierte Marie lässt sich von Revierinspektor Aigner entführen und landet in einem Boxspringbett im Schaufenster des Möbelhauses Eidenbichler. Blöd nur, dass beide verschlafen und als morgens die Jalousien hochgehen, wird das ganze Dorf Zeuge dieser pikanten Situation.
Drei Tage später ist der Riegler tot, ertränkt im Gärbottich seines eigenen Brauhauses. Riegler war im Dorf alles andere als beliebt, Mordverdächtige gäbe es zuhauf, aber keiner hat ein so starkes Motiv wie die frischgebackene Witwe. Trotz seiner eigenen Verwicklung in den Fall, lässt es sich Raphael nicht nehmen mit dem herbeigezogenen LKA Kollegen Buchinger zu ermitteln. Obwohl „Raphi“ wirklich kein Kostverächter ist, liegt ihm eine ganze Menge an Marie und er ist fest von ihrer Unschuld überzeugt, obwohl die Indizien eine andere Sprache sprechen.
Ein Dorf im Salzburger Land, bevölkert mit jeder Menge kauziger Individuen, die alles andere als offen mit der Polizei umgehen. Das bekommt Buchinger, aber auch der einheimische Aigner zu spüren. Zudem macht der Spott nach diesem Eklat – ein Handyfilmchen hat sich längst verselbstständigt – Aigner schwer zu schaffen.
Dem Leser verschafft das aber jede Menge Lesevergnügen. Hier sind die Gags vorprogrammiert und die witzigen, oft im Dialekt gehaltenen Dialoge machen richtig Spaß. Es ist ein Krimidebüt, aber das Timing hat Natascha Keferböck bestens gemeistert. Die Handlung ist temporeich und voller überraschender Wendungen. Auch wenn in der Geschichte Witz und Ironie einen großen Anteil haben, bleibt die Spannung dabei nicht auf der Strecke.
Marie, die Hauptverdächtige ist ein vielschichtiger, undurchschaubarer Charakter, aber als Leserin war ich, genau wie Raphi von ihrer Unschuld überzeugt. Raphael Aigner, der gutaussehende Womanizer mit Vaterqualitäten hat viel Potential und ich bin gespannt, wie er sich weiter entwickeln wird. Die Nebenfiguren sind liebevoll angelegt und sorgen meist für die witzigen Situationen in der Geschichte. Ganz besonders die Frauenfiguren sind der Autorin gut gelungen, ob es nun Gabi, Aigners Schwester oder die resolute Erni ist.
Ich fände es schön, wenn es noch weitere Flachgauer Krimis aus der Feder Autorin gäbe. Auf alle Fälle passen sie gut ins Portfolio des Emons Verlags.
Interessanter Krimi
Dunkle Wolken über Alberta Ein Kanada-Krimi. Kartoniert. von King Thomas
Thumps Dreadful Water war in einem früheren Leben mal Polizist in Kalifornien. Er hat zu viel erlebt und sein letzter Fall hat ihn persönlich getroffen. Nun lebt er als Landschaftsfotograf in der Kleinstadt Chinook in Montana. Er ist wortkarg, genervt von seinem kürzlich diagnostizierten Diabetes und noch genervter vom Sheriff, der ihn unbedingt als Urlaubsvertretung anheuern möchte.
Das Geld könnte er ganz gut gebrauchen, schließlich kommen reichlich Arztkosten und Medikamente auf ihn zu. Wie der Apotheker feststellte, als Kanadier bekäme er das meiste erstattet – aber als Amerikaner muss er schauen, wie er zurechtkommt.
Ganz gegen seinen Willen wird er tiefer in den aktuellen Fall gezogen. Stammesangelegenheiten sind Verpflichtungen, denen sich der indigene Ex-Cop nicht entziehen kann. Es geht um Reservatsgrenzen, Bodenschätze und das zieht immer auch das organisierte Verbrechen an. Als ein Wissenschaftler, der auf einer Umweltkonferenz sprechen wollte ermordet wird, ist Dreadful Water mitten drin.
Ein desillusionierter Mann, nicht mehr sehr jung und gesund, aber mit sehr viel Lebenserfahrung. Ein sympathischer Typ, meist wortkarg und wenn er redet, dann lakonisch und bissig. Der Autor, selbst indigener Amerikaner hat einen interessanten Charakter geschaffen. Er passt zu dieser Landschaft, genau wie Motiv und alle Nebenfiguren. Das macht den Krimi sehr lebendig und den Plot ausgesprochen realistisch und spannend. Dafür, dass Thumbs nicht ermitteln wollte, ist sehr engagiert und oft Sheriff Hockney einen Schritt voraus.
Die Erzählweise ist genauso lakonisch, wie Thumbs Dialoge, dabei mit leisem Humor und oft feiner Ironie. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht.
Lediglich über den Titel und Untertitel wundere ich mich. Alberta, die kanadische Provinz spielt keine Rolle, die Handlung spielt in Montana, warum wird es als Kanada Krimi betitelt? Ist das dem diesjährigen Buchmessen-Gastland geschuldet?
Wirklich nicht mein Buch
Malvita von Irene Diwiak
/Seit ihre beste Freundin sie mit ihrem Freund betrogen hat, lässt Christina sich treiben. Der Verrat schmerzt sehr. Da kommt es grade recht, dass sie auf der Hochzeit ihrer italienischen Cousine Marietta in Malvita fotografieren soll. Die vorgesehene Fotografin ist wenige Tage vor der Hochzeit spurlos verschwunden.
Christina hat ihre Verwandten noch nie gesehen, auch der Kontakt der Mutter zu ihrer Schwester scheint nur sehr sporadisch zu sein, sie weiß nur, dass Tante Ada in eine sehr vermögende Familie eingeheiratet hat.
Malvita ist ein ausgestorbener Ort, seit die Lederwarenfabrik geschlossen wurde und es keine Arbeit mehr gab, sind die meisten Bewohner weggezogen. Nur als Bedienstete in der riesigen Villa der Espositos gibt es noch Arbeit. Ein seltsames, labyrinthisch verschachteltes Haus wartet auf Christina. Nicht minder seltsam ist die Familie, ihre Cousinen Marietta und Elena sind auf ausgesprochen schön, aber auch eigenartig, genau wie der Sohn Jordie. Die Hochzeitsplanerin Angelina flößt ihr Angst ein. Ihr wird als Übersetzer Nino zur Seite gestellt, aber sie hat eher das Gefühl, dass er sie überwacht. Doch dann stolpert Christina über die Leiche der eigentlichen Fotografin.
Der Roman beginnt sehr leise mit einer Zugfahrt durch eine sommerlich-heitere Landschaft doch kaum angekommen, beginnt sich ein diffuses Gefühl der Bedrohung einzuschleichen. Das ist sehr subtil erzählt und die Atmosphäre steigert die Spannung. Die Frauen der Familie scheinen das Kommando zu führen, weder Onkel und Bräutigam treten besonders in Erscheinung und wenn wirken sie blass und gequält. Aber Christina und mit ihr die Leser spüren ein kommendes Unheil, je näher man die Akteurinnen kennenlernt.
Anfangs fand ich die Geschichte interessant und hatte an den subtilen Zwischentönen sehr viel Spaß, aber der Roman driftet immer mehr in einen absurden Geschlechterkampf. Die Protagonistin Christina bleibt die ganze Zeit blass und indifferent. Wenn sie agiert, dann immer nur zufällig. Mutter und Töchter Esposito sind überfrachtete Charaktere, deren psychologisches Profil mich nicht überzeugen konnte. Höhepunkt und Ende der Geschichte haben mich dann völlig unzufrieden und frustriert zurückgelassen.
Simon Strasser und die junge Nonne
Isola Mortale von Conti Giulia
Simon Strasser, ein ehemaliger Polizeireporter, lebt seit einigen Jahren im Piemont, am Lago d’Orta. Dort hat er in dem kleinen Örtchen Ronco ein altes Steinhaus, direkt am Seeufer zu seinem Domizil gemacht. Strasser fühlt sich in der Heimat seiner Mutter richtig angekommen und dass er schon ein-zweimal in Kriminalfälle verwickelt war, lässt gar keine Langeweile aufkommen.
Als nach einem der ersten Winterstürme ein kleines Ruderboot mit einer Leiche angespült wird, ist schnell klar dass die Nonne keinem Unfall zum Opfer fiel. Die junge Frau war als Novizin in das Kloster Isola San Giulia gekommen, um nach Spuren an dem Ort zu suchen, an dem ihre Mutter vor Jahren verschwand. Kurz danach wird aus dem See ein altes Autowrack mit zwei Leichen geborgen und es scheint, als ob die Novizin mit ihrer Suche jemandem zu nahe gekommen ist.
Simon Strasser wollte ich Vorweihnachtszeit eigentlich mit seiner Freundin verbringen, die aus Frankfurt angereist ist, aber der Fall lässt ihm keine Ruhe.
Dieser kleiner oberitalienische See ist noch nicht von Touristen überlaufen und damit auch noch ein recht unbekannter Ort für einen typischen Landschaftskrimi. Strasser ist zwar Privatmann, hat aber einen guten Draht zur örtlichen Polizei. Vor allem zu Maresciallo Carla Moretti, die er schon einige Male unterstützen konnte. So wird er wieder in die Ermittlungen einbezogen.
Der Krimi pendelt zwischen Ermittlungen, schönen Beschreibungen des Sees und der Umgebung und turbulentem Privatleben. Dazwischen wird gekocht und getafelt und bei den unvermeidlichen Espressi gefachsimpelt. Die Mischung ist ausgewogen und das Buch liest sich wirklich sehr unterhaltsam. Im Aufbau und mit dem Plot reiht es sich in die große Menge dieses beliebten Krimi-Genres ein. Ich habe es jetzt nicht als ausgesprochen spannend empfunden, zu schnell ahnte ich, in welche Richtung sich der Plot entwickeln wird, trotzdem war es ein angenehm kurzweilig und lebendig geschriebener Krimi.
Ein bisschen Italien-Feeling in einer Zeit voller Reisebeschränkungen, genau was ich mir erhofft habe.
Simon Strasser und die junge Nonne
Isola Mortale von Giulia Conti
Simon Strasser, ein ehemaliger Polizeireporter, lebt seit einigen Jahren im Piemont, am Lago d’Orta. Dort hat er in dem kleinen Örtchen Ronco ein altes Steinhaus, direkt am Seeufer zu seinem Domizil gemacht. Strasser fühlt sich in der Heimat seiner Mutter richtig angekommen und dass er schon ein-zweimal in Kriminalfälle verwickelt war, lässt gar keine Langeweile aufkommen.
Als nach einem der ersten Winterstürme ein kleines Ruderboot mit einer Leiche angespült wird, ist schnell klar dass die Nonne keinem Unfall zum Opfer fiel. Die junge Frau war als Novizin in das Kloster Isola San Giulia gekommen, um nach Spuren an dem Ort zu suchen, an dem ihre Mutter vor Jahren verschwand. Kurz danach wird aus dem See ein altes Autowrack mit zwei Leichen geborgen und es scheint, als ob die Novizin mit ihrer Suche jemandem zu nahe gekommen ist.
Simon Strasser wollte ich Vorweihnachtszeit eigentlich mit seiner Freundin verbringen, die aus Frankfurt angereist ist, aber der Fall lässt ihm keine Ruhe.
Dieser kleiner oberitalienische See ist noch nicht von Touristen überlaufen und damit auch noch ein recht unbekannter Ort für einen typischen Landschaftskrimi. Strasser ist zwar Privatmann, hat aber einen guten Draht zur örtlichen Polizei. Vor allem zu Maresciallo Carla Moretti, die er schon einige Male unterstützen konnte. So wird er wieder in die Ermittlungen einbezogen.
Der Krimi pendelt zwischen Ermittlungen, schönen Beschreibungen des Sees und der Umgebung und turbulentem Privatleben. Dazwischen wird gekocht und getafelt und bei den unvermeidlichen Espressi gefachsimpelt. Die Mischung ist ausgewogen und das Buch liest sich wirklich sehr unterhaltsam. Im Aufbau und mit dem Plot reiht es sich in die große Menge dieses beliebten Krimi-Genres ein. Ich habe es jetzt nicht als ausgesprochen spannend empfunden, zu schnell ahnte ich, in welche Richtung sich der Plot entwickeln wird, trotzdem war es ein angenehm kurzweilig und lebendig geschriebener Krimi.
Ein bisschen Italien-Feeling in einer Zeit voller Reisebeschränkungen, genau was ich mir erhofft habe.
Horrido und Halali
Waidmannsruh von Alexandra Bleyer
Ein kapitaler Einserhirsch sorgt im Mölltaler Revier von Aufsichtsjäger Flattacher für Aufregung. Vinzenz Hinteregger hatte ihn schon vor der Büchse, da kommt ihm ein Jäger zuvor, der ganz unwaidmännisch den Hirsch aus dem Auto heraus erlegte. Aber wozu gibt es Handys, die wunderbar alles filmisch dokumentieren.
Mit diesem Filmchen wird er Walter vor der Jägerschaft bloßstellen. Nur schlecht, dass Walter kurz danach ums Leben kommt und Vinzenz in Verdacht gerät.
Sepp Flattacher, nie ein diplomatisches Genie, fällt das Schlichten schwer, dafür läuft er beim Ermitteln zur Hochform auf. Für Martin Schober, dem örtlichen Postenkommandanten und sein Team, sind Sepps Einmischungen schon immer eine Heimsuchung gewesen, auch wenn er zugeben muss, dass Sepp schon mal den richtigen Riecher hat.
Das Mölltal und seine Jägerschaft sind ein idealer Hintergrund für die Kärntner Krimis von Alexandra Bleyer. Die urigen Typen, allen voran natürlich Sepp, bieten idealen Stoff für urkomische Szenen und Dialoge. Die sind übrigens oft im Kärntner Dialekt und dankenswerter Weise in einem sehr ausführlichen Glossar erläutert. Da komme ich schon manchmal in Versuchung ein paar Ausdrücke in meinen Wortschatz aufzunehmen ;-) Ihre Plots denkt sich die Autorin mit einem Augenzwinkern aus, spart dabei aber nie mit richtigen spannenden Krimiszenen. So hält sich der Humor mit dem Spannungsbogen gut die Waage und das macht für mich auch den Reiz dieser Krimiserie aus dem Emons Verlag aus.
Auch wenn Sepp Flattacher schon einige Male ermitteln durfte, bleibt jeder Fall in sich abgeschlossen und setzt keine Kenntnis der vorherigen Bände voraus. Aber besonderes Vergnügen macht es schon, wenn man die Ursachen der Kabbeleien zwischen Sepp und Piefke Heinrich kennt oder Sepps Reaktionen auf Jagdobfrau Irmi. Aber das kann man ja nachholen.
Für mich sind Alexandra Bleyers Krimis immer Lesespaß erster Güte und ich freue mich über jedes neue Abenteuer für Aufsichtsjäger Sepp.
Frostige Provence
Stille Nacht in der Provence von Cay Rademacher
Mit der Ehe von Andreas und Nicola Kantor steht es im Augenblick nicht zum Besten. Da kommt das Angebot eines Kollegen von Andreas gerade recht. Der besitzt ein Ferienhaus in einem abgelegenen Bergdorf in der Provence, genau das richtige für romantische Weihnachtsfeiertage um wieder zu einem harmonischen Zusammenleben zu finden.
Miramas-le-Vieux ist ein typisch provenzalisches Dorf, fast alle Häuser sind zu Feriendomizilen umgebaut. Im Sommer wird das Leben dort pulsieren, aber nun, einige Tage vor Weihnachten, wirkt es wie ausgestorben. Einheimische sind kaum zu sehen und die meisten Läden und Restaurants geschlossen. Dann kommt zu den eisigen Temperaturen noch ein heftiger Schneefall. Als Andreas früh aus dem Haus tritt, sieht er, dass der Schnee die Decke eines alten Kellers zum Einsturz brachte und zwischen den Steinbrocken sieht er einen Sarg. Nicht taufrisch, aber auch noch nicht so alt, dass es sich um einen historischen Fund handeln könnte. Auch die Überreste im Sarg scheinen noch sehr alt zu sein. Auf der Suche nach Hilfe stößt er im Ort auf Schweigen, niemand öffnet die Tür und als er später zu seinem Haus zurückkommt, ist der Sarg verschwunden. Nur Autospuren zeigen, dass er nicht geträumt hat.
Der Einzige, der ihm Glauben schenken will, ist ein strafversetzter, dem Alkohol zugeneigter Flic. Da der Schneefall das mittelalterliche Dorf von der Außenwelt abgeschnitten hat, beginnen Nicola und Andreas mit ihrer eigenen Recherche und statt des lähmenden Schweigens zwischen den beiden, gibt es nur endlich wieder Gespräche und Nähe.
Eine winterlich-weihnachtliche Geschichte vom Bestseller Autor Cay Rademacher, die zwar nicht in romantisch-verklärte Weihnachtsstimmung versetzt, aber spannend und ein wenig geheimnisvoll zugleich ist. Der Weihnachtskrimi ist kein umfangreiches Buch und auch nicht mit seinen Provence-Krimis zu vergleichen, aber vom Setting und von der Atmosphäre her gelungen und mir viel Vergnügen gemacht. Was frostig verhalten beginnt, nimmt bis zum Schluss noch gehörig Fahrt auf und löst sich sehr überraschend auf.
Ein gelungener, kleiner Krimi zum Fest.
Roman eines Lebens
Audrey Hepburn und der Glanz der Sterne von Juliana Weinberg
Audrey Hepburn war immer eine Ikone für mich. Ich könnte mir „Frühstück bei Tiffany“ nie mit einer anderen Darstellerin vorstellen. Alle ihre Familie gehören in meine Lieblingsfilm Charts. Aber es gibt auch ein Leben abseits des Hollywood Glamour.
Die Autorin Juliana Weinberg beginnt ihren Roman mit der Kindheit Audreys, die weitem nicht so prächtig war, wie man denkt.
Finanzielle Not plagt Audrey und ihre Mutter, nachdem der Vater die Familie verließ. Dazu die Lebensumstände in den Niederlanden während der Kriegszeit. Tanz ist die Zauberformel mit der Audrey sich in ein anderes Leben träumt und ihre Mutter ermöglicht ihr die Ballettstunden. Wie man weiß, wurde es nichts mit der Primaballerina, aber Audrey hat einen anderen Weg gefunden, sich unsterblich zu machen.
Es ist nicht einfach einen Roman über eine so bekannte Persönlichkeit zu schreiben. Bleibt man buchstabengetreu an der Biografie geht die Leichtigkeit eines Romans verloren, verlässt man zu sehr die Realität, sind all die Leser enttäuscht, die das Leben der Hauptfigur genau kennen. Aber ich finde, der Autorin ist hier ein Mittelweg geglückt, auch wenn ich einige Male über plakative und sprachlich flache Passagen gestolpert bin.
Grade die Kindheit und Jugend war für mich ein besonders anrührender Teil des Buches. Wie unbeirrt die junge Audrey ihre Träume leben wollte, mit wie viel Liebe und Verständnis die Mutter reagiert und den Tanzunterricht ermöglicht – das fand ich sehr eindrücklich geschildert.
Die spätere Audrey mit Filmerfolgen und Beziehungskrisen und psychischen Problemen konnte mich dann nicht mehr so ganz überzeugen. Hier fiel mir der einfache Sprachstil doch negativ auf. Besonders die Dialoge waren ziemlich hölzern.
Trotzdem habe ich das Buch ganz gern gelesen, das war natürlich vor allem Audrey Heburn geschuldet.











