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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Christina P.:

Fängt schön an, verliert aber schnell seinen Reiz

Wild like a River von Kira Mohn

Der Inhalt ist schnell erzählt: Die 19-jährige Haven lebt als Tochter eines Rangers in den kanadischen Rocky Mountains und kennt kaum etwas von der Welt ausserhalb des Nationalparks. Schule, Studium, alles lief bisher erfolgreich von Zuhause aus. Ihr Vater, liebevoll, aber eher der wortkarge Typ, hat sie allein großgezogen, wodurch Haven für ihr Alter schon einigermassen selbständig und verantwortungsbewusst wirkt.

Einzig der Kontak zu anderen Menschen, insbesondere zu Gleichaltrigen, fehlt ihr. Bis zwei Studenten aus der Stadt bei ihrer Tour durch den Nationalpark Hilfe benötigen.
Ich mag den Stil der Autorin, ihre Fähigkeit, Landschaften so zu beschreiben, dass ich sie mir beim Lesen regelrecht vorstellen kann. Deswegen gefiel mir der Anfang des Romans zunächst auch ganz gut mit den vielen Eindrücken von der Landschaft und den dort lebenden Tieren. Auch Haven war mir gleich sympathisch, ein wenig praktisch veranlagt und ziemlich ungeübt in zwischenmenschlichen Interaktionen wie SmallTalk und ironischen Kommentaren. Dass sie sich gleich in den ersten jungen Mann verguckt, welcher ihr über den Weg läuft und der sich von ihrer natürlichen Art ebenfalls angezogen fühlt, war ziemlich vorhersehbar, entsprechend fehlte da ein wenig die Spannung. Auch liegt der Schwerpunkt zunächst auf den vielen Beschreibungen des Nationalparks, was zwar schön ist, die Handlung als solche jedoch nur kaum voranbringt.
Langweilig wurde es, als Haven, nun neugierig auf die Welt da draussen, beschließt, ein wenig an der Uni vor Ort zu studieren, an welcher auch ihr Love Interest studiert. Von da an wirkte die zur Selbständigkeit erzogene Haven stark naiv und weltfremd, wollte plötzlich nichts mehr ohne ihren geliebten Jackson machen und verschwendete ihre Energie auf die falschen Freunde. Dazu kommt noch das Geheimnis um ihre verstorbene Mutter, welches sie aufklären möchte, natürlich ebenfalls nur mit Jackson an ihrer Seite. Wie hat sie all die Jahre nur ohne ihn überlebt? Währenddessen glänzt Jackson leider mit einem unnatürlichen Beschützerinstinkt, der ihn mir von Seite zu Seite unsympathischer macht.
Was wunderschön anfing mit wenig Handlung, dafür bezaubernden Beschreibungen des Nationalparks, entwickelte sich leider als kitschige Liebesromanze ohne große Spannung. Haven wandelte sich von einer selbständigen jungen Frau zu einem weltfremden Naivchen und die Liebesgeschichte selbst verlor ohne wirkliche Höhepunkte schnell an Reiz.

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Mein bisheriges Highlight der Serie

Wild like a River von Kira Mohn

Zieht euch warm an, eure erste Unheilige Nacht mit den Totenbändigern steht euch diesmal bevor! Und die ist nicht ohne… Das Buch enthält die Einzelbände 5 (Hinterhalt) und 6 (Unheilige Nacht).

In der fünften Folge der Serie um die Totenbändiger Londons erweitert Nadine Erdmann deren Welt um weitere interessante Hintergründe und Personen.

So rückt z. B. Matt Rifkin in den Fokus, Gründer der Ghost Reapers und Gabriels Jugendfreund. Ein Charakter mit bewegter Vergangenheit, der Sky bei den Ermittlungen zu den jüngsten Geschehnissen in der Wohnanlage Elderly Flowers tatkräftig unterstützen kann. Zudem gibt es einiges über Forschungen an und gegen Geisterwesen, manche an offizieller Stelle, einiges aber auch illegal. Und natürlich kommt die Spannung auch diesmal nicht zu kurz, denn der nächste gefährliche Einsatz lässt nicht lange auf sich warten. Die Schlüsse, welche die Totenbändiger anschließend daraus ziehen, lässt jedoch einen grausamen Verdacht zu...

Endlich ist sie da, die Unheilige Nacht erwartet die Totenbändiger in Band 6. Macht euch auf eine grausame Überraschung gefasst, welches Schicksal in dieser Nacht die brutalen Krallen nach Cam ausfahren wird. Ehrlich, was Cam in Band 6 geschieht, ist richtig nervenaufreibend! Das geht definitiv unter die Haut. Aber ein Gutes hat es: Cam kann sich dadurch an weitere Details erinnern, was vor 13 Jahren mit ihm geschah. Parallel dazu gibt es auch wieder einen kurzen Einblick in die Praktiken der mysteriösen Sekte. Neben all den spannenden Szenen kommen natürlich auch die zwischenmenschlichen Aspekte nicht zu kurz, der Zusammenhalt der Familie Hunt und ihrer Freunde spielt wieder eine wichtige Rolle und einige Personen bieten einen weiteren Einblick in ihre Persönlichkeit. Vielmehr möchte ich gar nicht zum Inhalt verraten - größtenteils dreht sich in Folge 6 alles um Cam, und das solltet ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen. Eine sehr ergreifende Folge, für mich die bislang beste der Serie.

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Geister in Flaschen im viktorianischen London

Ministry of Souls - Das Schattentor von Akram El-Bahay

Jack kann Tote sehen - okay, genaugenommen deren Geister, die ihren Weg in die Zwischenwelt noch nicht angetreten haben. Als Mitglied des geheimen Ministry of Souls, dem Ministerium für endgültige Angelegenheiten, hilft er, diese Geister in Flaschen einzufangen und frisch verkorkt in die Zwischenwelt zu geleiten.

Und gestorben wird viel im modernen London des Jahres 1850.

VERÄNDERE NICHTS.

Während Jack im Buckingham Palace als Soulman die Geister von ermordeten arabischen Gästen einfangen soll, bricht er gleich mehrere Soulmen-Regeln, als ein schwarzer Schatten ihn und eine Überlebende der Gesandschaft angreift. Instinktiv versteckt Jack die Frau in der Zwischenwelt, ohne sich dessen Folgen bewusst zu sein. Als daraufhin weitere Anschläge London in Schrecken versetzen, wird es Zeit, mehr über diesen mysteriösen Schatten in Erfahrung zu bringen. Am besten bei denen, die am meisten Ahnung von Geistern haben. Hier erfährt Jack Erstaunliches.

GEHE NIE OHNE KOMPASS UND UHR IN DIE ZWISCHENWELT.

Mir ist der Autor bereits bekannt als jemand, der die westliche Fantasy gekonnt mit Elementen persischer Märchen und Sagen vermischt und somit immer wieder für neue Überraschungen sorgt. So gefiel mir bei diesem Buch, auf welche Art der Flaschengeist neu interpretiert wurde, indem Jack und die Soulmen täglich Geister in Flaschen einfangen. Natürlich bleibt es längst nicht bei dieser einen Anspielung an die persische Fantastik, im Buch warten noch einige weitere Überraschungen darauf, vom Leser entdeckt zu werden.

BLEIBE NIE LÄNGER ALS EINE STUNDE.

Jack war mir von Beginn an sympathisch. Von klein auf hat er gelernt, sich auf den Straßen und im Waisenhaus zu behaupten, entsprechend sind ihm arrogante Allüren fremd. Anfangs ein Einzelgänger, der Fuß im Ministerium fassen will, lernt er im Laufe der Erzählung neue Freunde kennen, von denen vor allem Oz ihm hin und wieder ein wenig die Show stiehlt. Da war ich etwas enttäuscht, dass die Figur des Jack im Laufe des Romans ein wenig an Reiz verlor. Die Entwicklung vom Einzelgänger hin zu "Partners in Crime" gefiel mir ansonsten ganz gut, bietet diverse Überraschungen und scheint auch für eine Fortsetzung wegbereitend zu sein.

BRINGE NIE EINEN LEBENDEN AUF DIE ANDERE SEITE.

Das Ministerium selbst ist ebenfalls eine gelungene Idee. Auch wenn ich einige Vorgensweisen des obersten Archivars Terry, seines Zeichens selbst ein Geist, nicht ganz nachvollziehen konnte, ist es doch Dreh- und Angelpunkt von Jacks Abenteuer, an dem immer wieder die Fäden zusammenlaufen. Leider blieben neben Jack auch die Bösewichte in der Geschichte ein wenig blass, selbst wenn sie durchaus mächtig waren. Aber das gewisse Etwas fehlte mir stellenweise, von dem ich hoffe, dass im zweiten Band einige Charaktere etwas mehr ausgebaut werden. Ansonsten ist die Handlung durchaus spannend und unterhaltsam, mit vielen schönen und überraschenden Ideen, welche vielfältige Möglichkeiten für eine Fortsetzung bieten. Das Schattentor ist somit ein unterhaltsamer erster Band des Ministry of Souls mit wenigen Längen, der leider für meinen Geschmack bei einigen Charakteren noch ein wenig schwächelt. Die Idee insgesamt rund um das Ministry of Souls hat mich dennoch neugierig auf die Fortsetzung gemacht.

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Fantasiereiche Fortsetzung voller überraschender Ideen

Merle. Das Steinerne Licht,1 Audio-CD, 1 MP3 von Kai Meyer

Der zweite Teil der Trilogie um das venezianische Waisenkind Merle schließt nahtlos an den ersten Teil an, entsprechend spannend geht es sogleich weiter. Diesmal erlebt man das Abenteuer aus zwei Perspektiven. Merle flieht mit der Fließenden Königin sowie dem Obsidianlöwen Vermithrax vor dem Ägyptischen Imperium aus Venedig.

Ihre Reise führt sie in die Unterwelt zu Lord Licht und der Achse der Welt, wo sie sich Hilfe im Kampf gegen die Besatzer erhoffen. Gleichzeitig schließt sich Meisterdieb Serafin einer Gruppe junger Widerstandskämpfer an, welche vor Ort für die Freiheit Venedigs kämpfen wollen. Sowohl Merle wie auch Serafin erleben dabei gefährliche Abenteuer sowie die ein oder andere Überraschung.
Mir hat die Aufteilung in zwei Perspektiven sehr gefallen. Überrascht war ich vor allem vom Ideenreichtum bezüglich der Wesen, welche die Unterwelt bevölkern. Nicht selten hatte ich das Gefühl, verfilmt würde das Buch einen beeindruckenden Horrorfilm abgeben. Das Kopfkino war zumindest begeistert. Doch auch Serafins Part hielt einige Überraschungen offen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Zusammen ergänzen sich beide Handlungsstränge ziemlich gut, sowohl von der Spannung her wie auch inhaltlich, bevor sie in Band drei wieder zusammentreffen werden. Und auch die Ägypter und ihre Anhänger haben diesmal den ein oder anderen Part, wodurch das Abenteuer herrlich komplex wird.
Gelesen wird das ungekürzte Hörbuch von Simon Jäger, der die verschieden Charaktere gekonnt interpretiert und dem gelesenen die passende Atmophäre verleiht.

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Spannend und düster geht es weiter bei den Totenbändigern Londons

Merle. Das Steinerne Licht,1 Audio-CD, 1 MP3 von Kai Meyer

Spannend geht es weiter in der Urban Fantasy Serie rund um Totenbändiger und Geisterjäger in einem alternativen London. Das Buch enthält die Einzelbände 3 (Vollmondnächte) und 4 (Feindschaften).

Der dritte Band der Serie ist wieder in mehrere Handlungsstränge gesplittet, welche alle für sich an Attraktivität gewinnen.

Es gibt spannende Einsätze der Spuk Squad, weitere Einblicke in die Ansichten der "Normalos" zu Totenbändigern und Geistern und der Versuch, Cornelius, den Direktor der Totenbändiger-Akademie, politisch auszubremsen. Was dieser natürlich nicht auf sich sitzen lassen wird. Cam muss nicht nur gegen Widerstand seitens eines Mitschülers kämpfen, sondern wird auch gefühlsmäßig mit mehreren Themen konfrontiert. Zudem gibt es ein paar Andeutungen zu dem Geheimnis, welches Cam umschwebt und zu den Geschehnissen vor 13 Jahren, welche Cam als einziger überlebte.
Es geht spannend voran und die Serie gewinnt sowohl an Tempo als auch an Komplexität. Alles wirkt wohl durchdacht und die Handlungsstränge kreuzen sich immer wieder geschickt zu einem großen Ganzen.

In der vierten Folge der Serie liegt der Schwerpunkt zunächst auf den sozialen Regeln in der Schule und dem Erkennen von richtigen und falschen Freunden. Vor allem Jules und Ella haben da noch einiges zu lernen. Und auch das Mobbing gegen Cam reißt nicht ab. Durch ein nicht so schönes Erlebnis kommen Cams Erinnerungen von vor 13 Jahren bruchstückhaft zurück, was ihn anspornt, noch mehr Erinnerungen aus den Winkeln seines Gehirns herauszulocken. Der Direktor der Totenbändiger-Akademie bastelt derweil weiter an seinen bösen Plänen, worin ihm sein Sohn Blaine in nichts nach steht. Und die Spuk Squad gerät bei einem Einsatz in einer Wohnanlage in eine gefährliche Situation, die jede Menge Fragen aufwirft – war es eine Falle? Steckt gar Direktor Cornelius Carlton dahinter?
Es geht spannend weiter, wenn auch diesmal vermehrt bei den jüngeren Protagonisten. Die Personen sind vielschichtig gezeichnet und entwickeln sich von Folge zu Folge weiter. Zudem gefällt mir, dass die Autorin den Stil leicht den Personen bzw. Perspektiven anpasst. Eine gelungene Serie mit Spannung und Emotionen, mit düsteren wie auch schönen Momenten!

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Fantastisches Abenteuer mit tollen Zeichnungen

Millenia Magika - Der Schleier von Arken von Falk Holzapfel

Kennst du die Stadt Arken? Wahrscheinlich würdest du dich nichtmal an diese langweilige Stadt erinnern, denn hier gibt es weder Internet, Handynetz noch Fernsehen. Und dennoch fährt Adrian dorthin, um seine Tante zu besuchen. Alles besser als sein nerviger Stiefvater daheim. Aus dem ruhigen Kurzurlaub wird jedoch ein spannendes Abenteuer, als Adrian plötzlich bewegliche Tattoos und Hörner sieht, die anderen aus dem Kopf wachsen.

Und was will diese Stimme in seinem Kopf, die vorher nicht da war?

"Du willst mir also sagen, dass es vollkommen normal ist, Dinge zu sehen, die nicht da sind?"
"Nein. Ich bin hier, um dir zu sagen, dass es diese Dinge tatsächlich gibt." Zitat S. 34

Vor seinen Augen entpuppt Arken sich als ein Zufluchtsort magischer Wesen - und Adrian ist mittendrin. Zwischen Trollen, Hexen und Ghulen wird dann auch noch seine Tante entführt, so dass Adrian und seinen neuen Freunden Jazz und Juri gar nichts anderes übrig bleib, als diese zu retten. Denn die Zukunft ganz Arkens sowie dessen Bewohner steht auf dem Spiel.

„Wenn sie die Polizei nicht einschalten konnten, blieb ihnen wohl nichts anderes übrig, als deren Arbeit zu übernehmen.“ Zitat S. 69

Der Autor war mir bereits vorher als Zeichner „Zapf“ bekannt, umso neugieriger war ich auf Millena Magika, ein als Trilogie geplantes fantastisches Abenteuer aus seiner Feder. Wie erhofft ist das Buch durchzogen von vielen Zeichnungen, welche in schwarz-weiß-roter Kolorierung das Abenteuer angenehm bereichern. Eine Karte von Arken sowie die Titelblätter zweier Tageszeitungen Arkens finden sich zudem vorn und hinten im Buch.
Nicht nur die Bilder sind super, auch die Story selbst ist hervorragend und spannend. Gemeinsam mit Adrian lernt man das Geheimnis Arkens kennen, dessen Magie sowie besonderen Einwohner und leider auch Arkens Feinde. Neben all den Abenteuern kommt natürlich auch der Humor nicht zu kurz. Die Charaktere sind alle recht unterschiedlich, es gibt ebenso Nerds wie Naturschützer, und auch der magische Hintergrund variiert. Viele Personen, auf die Adrian mit seinen Freunden trifft, sind ebenfalls im Jugendalter, was mir sehr gut gefiel. Und am Ende des ersten Bandes gibt es eine kleine Anspielung, wie es wohl weitergehen könnte.
Spannende Jugend-Fantasy mit genialen Zeichnungen, die zum Mitfiebern einlädt beim Kampf gegen einige mächtige Gegner.

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Mein bisheriges emotionales Highlight dieser Serie

Das Erbe der Macht - Schattenloge: Schattenkrieg.Bd.22-24 von Andreas Suchanek

Wer die Urban Fantasy Serie bisher verfolgt hat, wird auch um diesen Band nicht drumherum kommen, welcher das Ende der zweiten Staffel und zugleich die Halbzeit der gesamten Serie beinhaltet. Merlins Macht wächt immer mehr, während seine Gegner verzweifelt versuchen, ihn aufzuhalten oder zumindest seinen Schergen zu entkommen.

Neben dem Versuch, Chloe von Merlins Einfluss zu befreien, erlebt man mit den unterschiedlichen Charakteren der Serie Abenteuer, reist durch Zeit und Raum, lernt neue Welten ebenso kennen wie weitere magische Artefakte uvm. Immer wieder war ich dabei erstaunt, wie weitreichend Merlin bereits in der Vergangenheit seine Fäden gesponnen hat, wo und auf wen er alles Einfluss nahm. Geheimnisse werden gelöst, Prophezeiungen gesprochen, hinterliste Fallen gestellt und Identitäten offenbart. Dabei hat der Autor immer wieder Bezüge zu früheren Geschehnissen mit eingebaut, so dass das ein oder andere „Oha“-, „Wow“- oder „Ohnein“-Erlebnis nicht ausbleibt. Nicht zu vergessen der Humor, der trotz der hohen Spannung im Kampf gegen Merlin immer wieder seinen Weg in die Zeilen des Buches findet. Und dann das Finale des Bandes - ein emotionales Auf und Ab voller Überraschungen.
Wer sich ein friedliches Ende der zweiten Staffel erhofft, soll gewarnt sein: Da es zugleich auch eine Halbzeit ist, ähnelt es emotional den bisherigen Zyklus-Halbzeiten. Mehr verrate ich hier mal nicht.
Mit Schattenkrieg liefert Andreas Suchanek den bisher nervenaufreibendsten Band seiner genialen Urban Fantasy Serie. Spannung, Abenteuer, Komplexität und Humor, dazu jede Menge geniale Einfälle machen diesen Band zu einem regelrechten Lesehighlight!

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Spannender Einstieg in die 2. Serienstaffel

Das Erbe der Macht - Schattenloge: Schattenkrieg.Bd.22-24 von Andreas Suchanek

Mit dem neunten Band startet die Autorin in die zweite Staffel ihrer Serie um Totenbändiger und Geisterjäger in einem alternativen London. Nachdem Cam, der vor 13 Jahren ein blutiges Sektenritual überlebte, immer stärkere Fähigkeiten als Totenbändiger entwickelt und wiederholt der Hinweis auf einen verborgenen Zwilling, den Geminus Obscurus, gefallen ist, versucht die Familie Hunt gemeinsam mit ihren Freunden, mehr darüber in Erfahrung zu bringen.

Erste Anlaufstelle ist ein Professor für die Historie der Totenbändiger, der mit seinem Wissen die Story erneut kräftig ins Rollen bringt.
Die Totenbändiger-Serie hat mittlerweile definitv Lieblingsserien-Potential. Zu Beginn wird der Inhalt der ersten Staffel nochmal zur Auffrischung zusammengefasst, dann geht es auch gleich spannend weiter. Neben Hintergründen zu einem weiteren Hauptcharakter und einigen spannenden Einsätzen der Spuk Squad sowie der Ghost Reaper liegt der Hauptschwerpunkt diesmal wieder auf Cam, seinen Fähigkeiten und was das für ihn und seine Freunde bedeutet. Spannend und einfühlsam erfährt man nicht nur von irgendwelchen Sektenplänen, sondern vor allem auch, wie sehr Cam das Ganze belastet, welche Sorgen und Ängste das in ihm hervoruft und wie seine Familie darauf reagiert. Da war ich jedesmal wieder fasziniert, wie wunderbar Nadine Erdmann die verschiedenen Sichtweisen der Personen darstellen kann. Und was die spannenden Szenen betrifft, hat sie wieder ein paar echt gruselige Überraschungen in Band 9 versteckt.
Ein in meinen Augen wieder sehr genialer Band, voller Spannung und Emotionen, der sich die volle Punktzahl redlich verdient hat.

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Faszinierendes Science Fiction Epos

INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne von Christopher Paolini

Nach seinem Erfolg im Bereich der Fantasy war ich neugierig, ob Christopher Paolini auch im Genre Science Fiction Fuß fassen kann. Zumal sein neues SF-Epos Infinitum mit knapp 1000 Seiten den Umfang eines Mehrteilers zwischen zwei Buchdeckeln mit sich bringt. Platz genug also, um eine futuristische Welt mitsamt ihrer Technologien und eventueller Aliens unterzubringen.

Der Klappentext selbst gibt zunächst einmal nicht viel her und lässt daher Entwicklungen in der Handlung in jedwede Richtung zu. So macht die junge Exobiologin Kira Navárez bei der Untersuchung eines potentiellen Kolonialplaneten eine nicht nur für sie gravierende Entdeckung, die fortan das Schicksal aller Lebewesen beträchtlich beeinflussen wird. Und tatsächlich wird bereits nach wenigen Seiten ein erster Vektor in der Story vorgegeben, welcher jedoch noch ein paar Kurskorrekturen erfährt, um die Spannung gleichbleibend hoch zu halten.

"Der Pfad an unser Ziel ist selten gerade. Er ist oft verschlungen, das macht die Reise unterhaltsamer, als sie es sonst wäre." Zitat S. 180

Über den Inhalt selbst werde ich nichts weiter schreiben, um keinen potentiellen Leser dieses Romans zu spoilern. Als angenehm empfand ich, dass nicht nur die Hauptprotagonistin Kira früh und umfangreich beschrieben, sondern auch das entscheidende Schlüsselerlebnis zeitig platziert wurde. Primär geschrieben aus Kiras Sicht erlebt man ihre Emotionen und Abenteuer ebenso mit wie man zunächst wie sie vor dem Rätsel steht, welche Bedeutung das alles haben könnte. Wissenshappen sowie weitere Erkenntnisse ergeben sich nach und nach im Laufe des Romans, Überraschungen nicht ausgeschlossen. Entsprechend waren Spannung und Unterhaltungswert gleichbleibend hoch und angenehm komplex.

„Sie hatte gelernt, dass man manchmal eine Wahl treffen musste, irgendeine, selbst wenn nicht ganz sicher war, welcher Weg der richtige war. Denn diesen Luxus gab es im Leben nur ganz selten.“
Zitat S. 910

Was das Worldbuilding betrifft, hat der Autor sich nicht mit halben Sachen zufrieden gegeben. In einem der Anhänge beschreibt er in einem Auszug die fiktive Einheitliche Feldtheorie, basierend auf erweiterter Quantenphysik, welcher die Raumfahrt in der Zukunft zugrunde liegt. Ich habe mir den Spaß gegönnt und diesen Teil vorweg gelesen, so dass ich zu Beginn des Romans bereits diesbezüglich eine Vorstellung im Kopf hatte. Wen diese ganze Physik nicht interessiert, braucht den Anhang nicht zu lesen und hat zudem den Vorteil, nicht während des Romans mit physikalischer Theorie erschlagen zu werden. Empfehlenswert ist es auch, sich den Anhang mit der zeitlichen Übersicht bisheriger Ereignisse durchzulesen, bevor es an den eigentlichen Roman geht. Der dritte Anhang ist ein Glossar vieler Begriffe und deren Erklärungen, umfangreich und ebenfalls sehr hilfreich.
Neben der Physik hat der Autor sich auch Gedanken gemacht zur gesellschaftlichen Gestaltung, dem medizinischen Fortschritt, futuristischen Glaubensrichtungen sowie der ein oder anderen weiteren Erfindung. Erfrischend zu lesen war zudem die Schiffsintelligenz mit Persönlichkeitsstörung, ein weiteres sehr interessantes Thema.

"Jawoll, Captain. Verfahren zum verdammt noch mal hier Rausbringen startet."
Zitat S. 659

Neben all diesen vielen Themen und Überlegungen hat der Autor es sich auch nicht nehmen lassen, das große Thema der Frage nach dem Ursprung des Lebens in seine Story einzuweben. Eine Frage, die bei der Erkundung so vieler Planeten und exobiologischer Lebensformen einfach zu einem Epos dazugehört. Eine interessante Idee, die er für sein Werk entwickelt hat, auch wenn wie immer einige Fragen offen bleiben.
Mein Fazit: Infinitum ist ein Buch, für welches man sich ein wenig Zeit nehmen sollte. Dafür wird man belohnt mit einem umfangreichen Weltraumabenteuer, futuristischer Technik sowie spektakulären Lebensformen. Die Hintergründe wirken durchdacht, die Charaktere sind vielschichtig, die Handlung komplex und alles in seinem ihm eigenen Universum realistisch. An einigen wenigen Stellen kamen mir ein paar Möglichkeiten etwas zu überzogen vor, auch wenn es unter schriftstellerische Freiheit fällt. Da ich es dennoch als störend empfand, ziehe ich einen halben Punkt von der Gesamtbewertung ab und möchte dem ansonsten faszinierenden Roman 4,5 von 5 intergalaktischen Sternen verleihen.

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Klasse Idee, deren Potential leider kaum ausgereizt wurde

Midnight Chronicles - Schattenblick von Bianca Iosivoni; Laura Kneidl

Stell dir vor, du hast das Tor zur Hölle geöffnet - rein versehentlich, natürlich - und mal eben einen Schwung Geister in die Menschenwelt entlassen. Genau das ist Roxy passiert. Jetzt hat die Londoner Geisterjägerin eine Galgenfrist, innerhalb derer sie sämtliche entflohenen Seelen wieder einfangen muss - ansonsten landet sie selbst in der Unterwelt.

Bei einer dieser Jagden befreit sie einen jungen Mann von einem Geist, welcher von ihm Besitz ergriffen hat. Leider kann er sich anschließend an nichts erinnern, nichtmal an seinen Namen.
Schattenblick ist der erste Band der Midnight Chronicles, welcher sowohl aus der Sicht von Huntress Roxy wie auch von Shaw, dem Mann ohne Gedächtnis, geschrieben ist. Zwar sprühen zwischen den beiden ab und an die Funken, der Schwerpunkt liegt aber auf Roxys Jagd nach den Seelen sowie generell den verschiedenen Huntern und deren Abenteuer.
Generell gefällt mir die Idee der Hunter, von denen es verschiedene Arten gibt wie Magic, Blood oder Grim Hunter, sowie deren nächtliche Jagden. Ein wenig unausgereift war mir allerdings von den Autorinnen das Konzept, wer die Hunter und deren Ausrüstung überhaupt finanziert bzw. wie diese desweiteren für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen. Auch blieben mir die Charaktere überwiegend zu blass und distanziert, obwohl sich ein Kern von wenigen Huntern recht schnell herauskristallisierte, den man intensiver hätte behandeln können. Auch inhaltlich geht es nur langsam voran. Die Autoren verlieren sich wiederholt in unwichtigen Details, zwischendurch gibt es mal eine Jagd oder ein wenig Fast Food, aber so wirklich Spannung kommt nur selten auf. Dafür war mir das Ganze stellenweise zu langgezogen. Auch hat mich irgendwann genervt, dass Roxys Schicksal, die vielen Geister einfangen zu müssen, zu oft thematisiert wurde, ohne, dass sich etwas daran änderte. Diese vielen Wiederholungen hätten sie sich sparen können. Dafür hat mir der trockene Humor gefallen, welcher hin und wieder zwischen den Zeilen hervorblitzte.
Schattenblick ist ein eher schwacher Reihenauftakt, bei dem die Autorinnen meiner Meinung nach zuviel Potential bezüglich der Handlung sowie der Charaktere ungenutzt liessen. Stellenweise ist das Buch recht unterhaltsam, die Spannung bleibt durch diverse Längen allerdings nur mässig.

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