Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Christina P.:
Wegbereitend für die 3. Serienstaffel
Das Erbe der Macht - Band 25: Schattenglas von Andreas Suchanek
Und es ward Chaos! Nach dem Großangriff auf Merlin herrscht nun ein drunter und drüber bei den Magiern. Der Drache ist endgültig erwacht, das Castillo beendet seinen letzten Sprung irgendwo im Nirgendwo und ein Großteil der Magier steht nun ohne Essenzstab da. Und während sich viele ihre körperlichen und seelischen Wunden lecken, hat Merlin Besuch vom Anbeginn zu sich nach Antarktica eingeladen.
Tatsächlich ist der Schmerz, die Hoffnungslosigkeit unter den Magiern zu Beginn deutlich spübar. Vielen fehlt eine Perspektive, mancheiner funktioniert nur noch. Die Verluste sind groß.
In diesem Band machen die Magier jedoch einige Entdeckungen, deren Erkenntnisse sie wieder Hoffnung schöpfen lässt. Neue Aufgaben und Ziele entstehen, welche u. a. das Thema der dritten Staffel zu sein scheinen. Und auch die neuen Aufgabengebiete von Max und Alex, welche sich in diesem Band herauskristallisieren, klingen durchaus vielversprechend.
Schattenglas ist eine düstere, jedoch auch wegbereitende Folge, welche eine hoffentlich wieder geniale Staffel der Serie einläutet.
Die Erlelfen erwachen
Reckless 4. Auf silberner Fährte von Cornelia Funke
Erneut entführt uns Cornelia Funke in ihre Welt hinter den Spiegeln, in welcher so manche Märchen und Träume Wirklichkeit sind. Der vierte Band spielt einige Zeit nach Band drei (Das goldene Garn) und bezieht sich entsprechend auf die bisherigen Geschehnisse. Da es kein "Was bisher geschah" vorweg gibt empfehle ich, die bisherigen Bände zu kennen.
Diesmal reist man zunächst nach Fernost auf die Insel Nihon, welche unserem Japan entspricht. Eine Andeutung in Band drei sowie das Cover mit dem neunschwänzigen Fuchs, einem Kitsune, ließen mich das bereits vorweg erahnen. Auf Nihon, auch Inseln der Füchse genannt, geraten Fuchs und Schatzjäger Jacob Reckless auf ihrer Suche nach einem Zauberspiegel erneut ins Visier der Erlelfen, welche nach und nach aus ihrer 800-jährigen Gefangenschaft durch die von Will besiegten Feen erwachen. Auch Will hat Interesse an diesem Spiegel, wenn auch aus anderen Gründen als sein älterer Bruder. Und Bastard-Goyl Nerron hat wiederum seine ganz eigenen Pläne. Nicht zu vergessen Erlelf Spieler...
Tatsächlich kommen diesmal nicht nur viele bisherige Charaktere wieder vor, sondern auch einige neue, von denen so manch einer recht vielverspechend anmutet. Neben Celeste, genannt Fuchs, deren Erstgeborenes dem intriganten Erlelf Spieler versprochen ist, faszinierten mich diesmal vor allem zwei bisherig bekannte Charaktere: Spieler, der uns ein wenig in seine faszinierend verschachtelten Pläne schauen lässt, und Nerron, dessen Charakter man diesmal ein wenig näher kennenlernen darf. Auch bei den neuen Charakteren sind ein paar mit erstaunlichen Fähigkeiten und Eigenschaften dabei, welche ich recht gelungen fand. Weniger überzeugen konnten mich diemal hingegen die Brüder Reckless, die für meinen Geschmack zu blass blieben.
Inhaltlich geht es eher gemächlich los, bevor Spannung und Überraschung einander die Hände reichen. Man wird zunächst auf einige Details aufmerksam gemacht und lernt einiges auf den Inseln der Füchse kennen, wobei die beigefügte Karte der Spiegelwelt diesmal kaum ausgereizt wurde. Schade. Etwas nervig waren auch die widerholt eingefügten Gedanken über Liebe, Schwangerschaft und Muttergefühle, das bremste das märchenhafte Abenteuer jedesmal unnötig aus und brachte die Handlung nur marginal voran. Ebenso waren mir einige Fluchtszenen zu sehr in die Länge gezogen, da ließ die Spannung bei mir auch entsprechend nach. Dafür empfand ich den vierten Band als nicht so verwirrend wie Band drei, in welchem doch recht viele Handlungsstränge abwechselten. Hier bleibt es überschaubar.
Für mich ist der vierte Band ein mäßig spannender Teil der Reckless-Reihe, der diesmal den Bösewichten ein wenig mehr Bühne überlässt sowie einige faszinierende Charaktere hinzufügt, bevor es hoffentlich deutlich spannender im fünften Band weitergeht.
Einsteiger-Sachbuch zur gesunden Ernährungsumstellung ohne Verbote
Reckless 4. Auf silberner Fährte von Cornelia Funke
Zum Jahreswechsel, der Zeit der guten Vorsätze, bietet sich dieses Sachbuch über gesundes und effektives Abnehmen ohne überzogene Anforderungen oder Versprechungen an. Natürlich auch zu jeder anderen Jahreszeit. Statt strikter Vorgaben und Verbote oder dem Zählen von Kalorien bzw. Punkten setzt dieser Ratgeber auf eine langfristige Ernährungsumstellung, an welche man sich langsam herantasten kann.
Dauert zwar für sichtbare Erfolge vielleicht zunächst etwas länger, erspart aber unnötigen Frust oder Jojo-Effekte. Im Prinzip eine gute Idee.
Aufgebaut ist das Buch in die drei Bereiche "Wann", "Was" und "Wie":
Wann - Hier geht es darum, wann man essen sollte. Es werden verschiedene Varianten von Essenspausen vorgestellt, bei denen man sich entscheiden kann,welche einem vielleicht am besten zusagt. Es wird erklärt, warum es auch mal gut ist, dem Magen eine Pause zu gönnen sowie Tipps und Tricks, um sich an Essenspausen zu gewöhnen.
Was - Hier geht es zum Einen um den Vergleich von Lebensmitteln, unter denen sich gerne einige Dickmacher tummeln. Zugleich werden verschiedene Nährstoffe und deren Bedeutung auf verständliche Art erläutert sowie Beispiele genannt, wo diese zu finden sind. Es gibt Tipps, wie man Dickmacher gegen weniger Kalorienlastiges austauscht oder Möglichkeiten, wie man sein Lieblingsessen gesund aufpeppt, ohne darauf verzichten zu müssen, aber dennoch dabei satt wird. Auch verschiedene Zubereitungsarten oder der Punkt Verdauung werden kurz angerissen.
Wie - Hier geht es darum, wie man auf lange Sicht mit sich und seiner Ernährung zufrieden sein kann. Neben mehr Bewegung und der Tücke "Essen als Trostspender" werden noch weitere Punkte thematisiert wie Stress und die innere Uhr.
Alles in allem ist das Buch gut für Menschen, die etwas an ihrer Ernährung ändern, sich aber nichts verbieten oder genau vorschreiben lassen wollen. Vielmehr ist das Buch ein erster Begleiter zur Ernährungsumstellung mit einigem an Tipps und Wissen - den Willen dazu muss der Leser jedoch selbst mitbringen. Anhand des Ratgebers kann jeder für sich entscheiden, in welchem Tempo und nach welchem Maß sich die eigene Ernährung ändern soll. Dabei werden Unverträglichkeiten sowie Ernährungseinstellungen (vegetarisch, vegan) nicht ausgeschlossen, ebenso kann die eigene Ernährung mit der weiterer Familienmitglieder kombiniert werden. Etwas befremdlich fand ich allerdings das Klischee, dass Männer auf herausfordernde Sportarten und Muskeltraining stünden, während Frauen "sanftere Bewegungsformen wie Yoga, Qigong, Pilates oder Wassergymnastik" bevorzugen. An der Stelle sollte die Autorin wohl besser mal ihr Klischeebild von Mann und Frau überdenken.
Rezepte sind in diesem Ratgeber nur sehr wenige vorhanden, dafür gibt es m. E. genügend Auswahl für jeden Geschmack auf dem Buchmarkt.
Mein Fazit: Für Einsteiger, die nachhaltig an ihrer Ernährung schrauben wollen, ist dieses Sachbuch verständlich aufgebaut und bietet schnell umsetzbare Tipps und Anregungen, ohne sich viel Wissen aneignen zu müssen. Wer erwartet, die Pfunde würden hierbei "wie nebenbei" purzeln, ohne viel dafür tun zu müssen, liegt mit seinen Erwartungen natürlich daneben, eigenes Zutun ist auch hier gefragt. Vielmehr bietet es die Möglichkeit, seine Ernährung neben dem gewohnten Alltag allmählich umzustellen und vielleicht auch seinen Energieumsatz zu erhöhen, was sich auf die eigene Figur auswirkt.
Das Leben deiner Lieben
Die Hornisse von Raabe Marc
Tom Babylon ermittelt wieder. Ein Rockstar ist nach seinem Berliner Auftritt ermordet aufgefunden worden, ausgerechnet im Gästehaus der Polizei. Als Toms Familie ins Visier gerät, wird er vom Fall abgezogen und ermittelt auf eigene Faust weiter.
Wer die ersten beiden Bände des Ermittlers kennt weiß, dass Tom Babylon ein wenig speziell ist.
Bis heute ist er davon überzeugt, dass seine vor rund 20 Jahren verschwundene kleine Schwester noch lebt, was sich bei ihm bisweilen etwas manisch äussert. Dass er sie manchmal als 10-jährige neben sich sieht und sich mit ihr unterhält mag auf jemanden, der die Reihe noch nicht kennt, befremdlich wirken. Tatsächlich gibt es von Band zu Band immer wieder Andeutungen, dass er mit seiner Vermutung richtig liegen könnte. Auch diesmal ist die Feder als wiederkehrendes Symbol wieder mit dabei, zudem Rückblicke in Toms und Violas Vergangenheit, allerdings in eine Zeit, in der Toms Mutter noch lebte. Während Tom also in der Gegenwart versucht herauszufinden, ob und warum jemand seiner Familie etwas in die Schuhe schieben will, lernt man Toms Mutter kennen, die kurz vor Ende des Mauerfalls in der DDR bei einem Unfall ums Leben kam. Inwieferm das Ganze mit dem jetzigen Mordfall zu tun hat bleibt zunächst unklar. Faszinierend fand ich, wie sich nach und nach ein immer komplexer werdendes Bild entwickelte, welches sich in Kombination mit den bisherigen Bänden zu einem großen Ganzen formte. Das machte die manchmal etwas langweilig wirkenden Szenen von vor 30 Jahren zum Glück wieder wett.
Sehr gefallen hat mir, wie die Kollegen miteinander agierten, ebenso, wie Tom mit seinen wenigen Vertrauten versuchte, die eigene Weste wieder reinzuwaschen. Was das betrifft, hat die Psychologin Sita Johanns diesmal einen sehr guten Part abbekommen. Die Anzahl der Charaktere bleibt relativ überschaubar und ein jeder hat vom Autor ein interessantes, wenn auch manchmal etwas eigenwilliges Profil erhalten. Der Fall selbst bleibt bis zum Schluss spannend, nur der Umstand selbst, dass ein internationaler Rockstar als Mordopfer herhalten muss, verleiht dem Plot leider einen Hauch des Unwirklichen. Ist Geschmackssache. Ansonsten absolut lesenswert!
E-Poetin Kalliope 7.3 setzt überzogen-lustige Dystopie fort
QualityLand 2.0 von Marc-Uwe Kling
Der zweite Ausflug des Lesers nach Quality Land hält wieder einige Angriffe auf die Lachmuskulatur parat. Aber keine Sorge, dank der Allgemeinen Lesebedingungen zu Beginn des Buches sollten allzu große Schäden für Leib und Leben relativ gering ausfallen.
Kalliope 7.3, die E-Poetin aus dem Keller von Peter Arbeitsloser, erzählt, was nach dem Anschlag auf den Präsidenten und Androiden John of Us in Band 1 so alles geschieht.
Peter Arbeitsloser arbeitet wieder als Maschinentherapeut und liefert ein paar Beispiele seiner Fälle, seine Exfreundin Sandra Admin ist nicht wirklich glücklich mit dem Mann, der laut QualityPartner perfekt zu ihr passt, und Kiki Unbekannt will endlich mehr über ihre Herkunft herausfinden. Dazu kommen noch ein paar Entführungen, ein wenig Drohnen-Terror, Kampfroboter, der 3. Weltkrieg und ein gelangweilter Billionär, der sich überlegt, mal etwas Präsident zu spielen. Im Gegensatz zu Band 1 gibt es diesmal relativ wenig Werbung, aber keine Sorge, lustige Einschübe sind wieder ausreichend vorhanden.
Quality Land 2.0 ist der Folgeband zu Quality Land. Da die Handlung auf dem ersten Band aufbaut, ist es sinnvoll, diesen zu kennen, zumal auch viele Begriffe nicht erneut erklärt werden wie z. B. FeSaZu, die Bedeutung des Nachnames oder was es mit einem gewissen Delphinspielzeug auf sich hat. Zukunftstechnisch gibt es wieder ein paar herrlich überspitzte Ideen. Amüsant war zu lesen, wie Peter Arbeitsloser Kritik an vielem technischen Schnickschnack übt, selbst aber auch hin und wieder dem Reiz der modernen Erfindungen erliegt. Weniger begeistern konnte mich diesmal die Handlung; da waren einige gute Handlungsstränge dabei, während ich manches als eher zäh empfand. Das ist eben der Nachteil, wenn der Roman nicht extra "für dich" personalisiert wurde, sondern man das Original der E-Poetin zu lesen bekommt.
Ein überspitzt-unterhaltsamer Nachfolger von Quality Land (Band 1) mit ein paar genialen Ideen, der leider stellenweise etwas in der Handlung schwächelt.
Rausgerissene Herzen
QualityLand 2.0 von Marc-Uwe Kling
In der zehnten Folge der Totenbändiger erfährt der Leser zunächst eine kleine Zeitreise: Endlich wird das Rätsel gelöst um Gabriels Freundin Janey, die vor drei Jahren ums Leben kam und deren Tod eine gewaltige Wunde in Gabriels Herz geschlagen hat. Zudem brechen Cam und seine Geschwister in die Totenbändiger-Akademie ein, da sie hoffen, in Carltons Privatbereich das Manifest des früheren Sektenführers Kenwick zu finden.
Der Start der 10. Folge ist ziemlich bewegend, nervenaufreibend und spannend. Der Einsatz, der vor drei Jahren zu Janeys Tod führte, verlief unerwartet brutal und bietet zugleich Einblick in Gabriels Seelenleben. Nach diesen Kapiteln versteht man ein wenig besser, warum Gabriel so ist, wie er ist. Überhaupt konnte mich die Autorin auch diesmal wieder überzeugen sowohl die Spannung und Ideen betreffend, als auch im psychologischen Sinne. Dialoge, Gefühlsregungen und Überlegungen sind wieder sehr gut ausgearbeitet und lassen sich an verschiedenen Stellen und zu diversen Themen im Buch wiederfinden. Wer Evan vermisst hat, darf sich diesmal auf ein Wiedersehen mit dem sympathischen Normalo freuen. Und wie der Einbruch in die Akademie verläuft, dazu verrate ich natürlich nichts.
Eine sehr bewegende Folge, welche mir sehr gefallen hat und die bereits den Schrecken des Folgebandes in den West End Arkaden erahnen lässt. Einfach genial!
Magie und Zusammenhalt zu Weihnachten
Das Wunder von R. von Francesca Cavallo
Manchmal ist Magie nötig, um das Weihnachtsfest zu retten. Deswegen werden die Geschwister Manuel, Camila und Shonda vom Weihnachtsmann gebeten, seinen Elfen dieses Jahr ein wenig unter die Arme zu greifen. Ihre Mütter stimmen der Bitte ihrer Kinder zu, Hilfsbereitschaft zu zeigen. Den anderen Erwachsenen der Start R.
gefällt dies jedoch überhaupt nicht, denn alles, was fremd ist, ist gefährlich.
„Das Wunder von R.“ ist eine wundervolle Erzählung über ein magisches Weihnachtsfest, welches Themen wie Andersartigkeit, Diversität, Vorurteile und verschiedene Hautfarben liebevoll in die Handlung integriert. Als Patchwork-Familie mit zwei Müttern und verschiedenen Hautfarben flieht die Familie der Kinder aus ihrer Heimat, in der Andersartigkeit bestraft wird, ins kunterbunte Städtchen R. Dort meiden die Erwachsenen alles Fremde, weil sie es nunmal so machen und fremde Dinge und Menschen vielleicht gefährlich sein könnten. Das macht den Start der Familie nicht leicht, doch die Kinder der Stadt sehen mit dem Herzen und sind für die Familie da, als plötzlich alles aus dem Ruder läuft.
Mir hat die Erzählung sehr gefallen, die Kinder und ihre Mütter sind eine liebevolle und hilfsbereite Familie, die man gerne zu Freunden haben möchte. Das Abenteuer, welches sich nach und nach anbahnt, ist eine wunderschöne Mischung aus Magie und Nächstenliebe. Viele kleine Botschaften bereichern zudem das Buch wie, dass man lieben darf, wen man möchte oder auch das Recht hat, mal „nein“ zu sagen. Zudem gibt es viele farbige Bilder im Buch, welche die Geschichte wunderbar bereichern. Ebenfalls gefällt mir, dass das Papier etwas dicker ist und dadurch mehrfachem Lesen locker standhält.
Etwas langweilige Auseinandersetzung mit dem Recht des Stärkeren
Wir Verlorenen von Jana Taysen
Eine fiktive Pandemie hat die sozialen und wirtschaftlichen Strukten seit einigen Jahren lahmgelegt. Die Überlebenden scheinen dagegen immun und haben verschiedene Wege gefunden, sich neu zu organisieren. Smilla und ihre kleine Schwester sind in der Eifel bei einer Familie untergekommen, die sich in einem Bunker verkriecht, während eine Gruppe junger Männer das Recht des Stärkeren für sich beansprucht.
Plötzlich steht Smilla ihrem früheren Nachbarn gegenüber. Kann sie ihm trauen?
Von der Beschreibung her, wie das Leben der Menschen verläuft, vom Verkriechen über den Versuch, ein einigermassen vernünftiges Stadtleben zu führen bis hin zur Raub und Gewalt, ist das Buch recht gut gelungen. Die Grenze der Skrupellosigkeit verläuft bei jedem anders, sobald das eigene Überleben oberste Priorität hat. Auch so Kleinigkeiten wie Hygiene, Nahrungsbeschaffung, Tauschwaren und Medikamente sind gut durchdacht und glaubhaft im Roman dargestellt. Die Ursachen der Pandemie selbst werden nur am Rande erwähnt, was mir gut gefiel, da sie am Status quo nichts geändert hätten und für die Erzählung auch nicht weiter relevant sind.
Weniger gefielen mir die Personen selbst. Smilla lebt in einer kleinen Gruppe, die hart am Limit und in ständiger Angst lebt, in der Vertrauen und Zuverlässigkeit aber leider nicht so recht funktionieren. Sich selbst als intelligent beschreibend, hat mich wiederholt gestört, wie nachlässig und vertrauensselig Smilla manchmal handelte. Stolz von sich behauptend, bisher im Leben nur ein Buch gestohlen zu haben, war sie mir einfach zu blauäugig und brachte damit nicht nur sich, sondern auch ihre kleine Wohngemeinschaft in Gefahr. Nach mehreren Jahren des bedrohlichen Lebens war sie mir einfach zu idealistisch, um noch realistisch zu wirken. Interessant wurde es, als ihr früherer Nachbar Falk in ihr Leben tritt, welcher an das Recht des Stärkeren glaubt, zumal er auch zu den Stärkeren gehört und daraus in erster Linie Vorteile zieht. Weder schrillen da bei Smilla die Alarmglocken, noch denkt sie daran, dies zum Vorteil ihrer Gruppe zu nutzen. Stattdessen sieht sie allen Ernstes einen Love Interest in ihm, unglaublich. Entsprechende Diskussionen zum pro und contra diverser Ansichten kamen zwar vor, wurden aber für meinen Geschmack nicht wirklich thematisch ausgereizt.
Mein Fazit: Das Buch zeigt einen Ausschnitt aus dem Leben einer jungen Frau nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft, die selbst nach mehreren Jahren ihre Blauäugigkeit noch nicht verloren hat. Es gibt Einblicke in die verschiedenen Überlebenskonzepte, welche ich als gelungen empfand. Neben der Naivität der Protagonistin, durch welche sie sich selbst sowie andere unnötig in Gefahr bringt, empfand ich auch die Spannung als weniger gelungen, insbesondere der Anfang war eher langweilig und hätte besser in eine bereits laufende Handlung gepasst.
Brutale Gewalt gegen entführte Frauen
Der Spiegelmann von Kepler Lars
Auf Kommissar Joona Linna wartet ein neuer, ziemlich brutaler Fall: Ein vor einigen Jahren spurlos verschwundenes Mädchen wird auf einem Spielplatz regelrecht hingerichtet tot aufgefunden. Vermutlich gibt es einen Zeugen der Tat, doch dieser ist psychisch nicht in der Lage, über die besagte Mordnacht zu reden.
Daher bittet Joona den Hypnotiseur Erik Maria Bark um dessen Mithilfe.
Diesmal begibt sich das Autorenduo auf das ziemlich brutale Gebiet der Gewalt gegen Frauen. Die Ermittlungen im Fall der ermordeten Jenny Lind verlaufen zunächst schleppend, es gibt kaum Anhaltspunkte. So dauert es eine ganze Weile, bis die Polizei weiteren Hinweisen nachgehen kann und Parallelen zu früheren Fällen erkannt werden. Positiv gefiel mir, dass Joona zunächst mit weiteren Ermittlern zusammenarbeiten muss, bevor er später mehr oder weniger im Alleingang unterwegs ist. Besonders ging mir zudem das Schicksal der jungen, entführten Frauen nahe, deren Martyrium man in immer wieder eingeblendeten Szenen mitverfolgen kann. Zumal bis zum Schluss nicht klar ist, wer hinter diesen Entführungen und Folterungen steckt.
Der behandelte Fall gestaltet sich als spannend, aber auch als brutal. Stellenweise fragte ich mich beim Lesen, ob gewisse Szenen und Obszönitäten wirklich notwendig waren - für die Spannung oder den Fall selbst wären sie oftmals nicht erforderlich gewesen. Etwas befremdlich empfand ich auch, dass der Finne Joona Linna scheinbar übermenschliche Kräfte besitzt und schwerste Verletzungen und Vergiftungen locker wegsteckt, während andere davon ausser Gefecht gesetzt wären. Tatsächlich wäre die Handlung realistischer, hätten die Autoren auf den ein oder anderen Superlativ im Roman verzichtet. So hatte ich das Gefühl, von einem schwedischen Krimi in einen Avengers-Roman katapultiert worden zu sein. Und auch die Spannung selbst wurde wiederholt von langweiligen Szenen oder aneinandergereihter Brutalität unnötig unterbrochen. Nicht zu vergessen die Auflösung, die zwar realistisch klingt, aber dennoch auch wieder dermassen speziell ist, dass ich eher enttäuscht statt begeistert war.
So leid es mir tut, bei diesem Band wäre weniger mehr gewesen: Weniger Brutalität, weniger Superheldenkräfte, stattdessen lieber gleichbleibend hohe Spannung und eine realistischere Handlung.
Weitere Rätsel und Codes im zweiten Band der schwedischen Trilogie
Code: Elektra von Maria Engstrand
Nach "Code Orestes" geht es auch im zweiten Band der Schweden-Trilogie um Codes, versteckte Nachrichten, die Sternenuhr und die Frage, wer das besagte Rutenkind ist, um welches sich Silvias Weissagung dreht. Malin und Orestes finden weitere Botschaften, lernen neue Codierungen und Erfindungen kennen und können dennoch das Rätsel noch nicht endgültig knacken.
Diesmal spielt die Handlung in Herbst und Winter, die Nächte werden länger und kälter, es gibt Halloween-Kürbisse und Weihnachtsfeiern in der Schule. Orestes' kleine Schwester Elektra hat es sich zur Aufgabe gemacht, allein durch die Gegend zu laufen und bei den Nachbarn reinzuschauen, während ihre Mutter Mona sich mehr um ihre helionatischen Aufgaben kümmert. Ein Umstand, der Orestes Sorge bereitet, da er immernoch fürchtet, die Anhänger der Sekte von Elektras Vater könnten das Kind entführen, weil es in deren Augen eine wichtige Rolle spielt. Zudem wird Mona wiederholt Opfer von irgendwem, der ihr Grundstück verwüstet. Und auch Malin sorgt sich um ihre Eltern, da ihre Mutter immer mehr arbeitet, während ihr Vater neuerdings Geheimnisse vor der Familie hat. Vor diesem großen Hintergrund an Nebenthemen geht das Hauptthema, das Rätsel um die Sternenuhr, leider im zweiten Band ein wenig unter. Zwar greift alles gekonnt ineinander und es werden Themen aus dem ersten Band geschickt wieder aufgenommen, dennoch bleibt die Spannung diesmal eher gemässigt und die Magie des Geheimnisvollen konnte mich beim Lesen nicht so sehr packen wie im ersten Band. Sehr schön ist natürlich, dass der Alltag der Kinder nicht in der Geschichte untergeht, dennoch ist mir dieser manchmal zu stark gewichtet, um das Rätsel an sich ausreichend voranzubringen. Das fand ich sehr schade, da doch wieder einige sehr gute Ideen vorkamen und mir die Gesamtidee der Trilogie auch sehr gefällt. Auf Band drei bleibe ich natürlich weiterhin neugierig.









