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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Christina P.:

Konnte mich nicht verzaubern

Zwischen Herz und Thron von Christin Thomas

Etienne Prinz von Fuchsfels soll auf Wunsch seines Vaters die Prinzessin eines benachbarten Königreiches ehelichen, um die politische Sicherheit zu festigen. Etiennes Herz schlägt jedoch bereits für jemanden aus der Dienerschaft, sehr zum Missfallen des Königs.
Der Roman wird als queere Fantasy beworben, was mich neben dem schönen Cover zum Buch greifen ließ.

Tatsächlich ist Etiennes Love Interest, der Stalljunge Noel, hier jedoch derart austauschbar, dass es über Längen egal bleibt, ob Noel nun ein Mann oder eine Frau ist. Der queere Anteil beschränkt sich, grob betrachtet, auf alte Klischees (das ist unnatürlich vs. das ist ganz natürlich) und war somit für mich eher enttäuschend. Ebenso wie der Charakter von Etienne selbst, einem selbstbezogenen jungen Mann, der Noels Liebe einfordern will, ohne selbst zu ihm zu stehen. Überhaupt ist der Prinz dermaßen ichbezogen, dass sämtliche anderen Charaktere von ihm regelrecht überblendet werden.
Als positiv empfand ich, dass endlich mal die Misere aus der Sicht eines Mannes betrachtet wird, von den Eltern zu politischen Zwecken verschachert zu werden. Doch auch hier hielt sich meine Begeisterung in Grenzen als ich feststellen musste, wie egal Etienne die Gefühle der Prinzessin waren, welche nicht nur gegen ihren Willen verheiratet werden sollte, sondern im Gegensatz zu ihm auch noch ihr bisheriges Leben komplett aufgeben musste. Da fehlte mir jegliche Empathie seitens des Prinzen, einzig seine eigenen Belange waren ihm wichtig. Hinzu kamen einige weitere kitschige Szenen und Handlungen, die für meinen Geschmack einfach nicht stimmig genug waren. Generell blieb der Roman sehr oberflächlich, passend zum oberflächlichen Prinzen. Auch der Fantasy-Anteil ist nur sparsam dosiert.
Ein Roman, dem es für meinen Geschmack zu sehr an Empathie, Tiefgang und queeren Problematiken fehlt.

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Abenteuer mit Seeschweinchen

Sea Monsters - Bitte nicht füttern! (Sea Monsters 2) von Barbara Iland-Olschewski

Mittlerweile haben die Bewohner der kleinen, schottischen Insel Haimsend sich an ihre Seeungeheuer gewöhnt. Während einige sich über die täglichen Touristen freuen, würden andere am liebsten das Ganze als Massentourismus aufziehen und die Monster groß vermarkten. Dabei vergessen sie leider die böse Seeschlange, welche im ersten Band nur mit Mühe besiegt werden konnte und noch immer in der Tiefe auf Rache sinnt.

Der zweite Band der Sea Monsters konnte mich noch mehr begeistern als der erste Band, da hier der Zwist unter den Kindern weniger stark ausgeprägt ist. Die Seemonster sind von Beginn an dabei und besonders das Seeschweinchen ist einfach wahnsinnig süß. Natürlich gibt es schon bald wieder Probleme, und diesmal nicht nur mit der bösen Seeschlange. Doch am Schluss halten wieder alle Inselbewohner zusammen, was mir sehr gefallen hat. Gelungen sind auch diesmal wieder die vielen wunderschönen Illustrationen im Buch, stilistisch zum Cover passend. Eine wahre Freude fürs Auge.
Wem der erste Band bereits gefallen hat, sollte unbedingt auch Band 2 lesen. Die Freundschaft zwischen den Kindern sowie den Seemonstern ist einfach klasse.

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Das Bildnis des Aiden Storm

Das Buch der Seelen von Mechthild Gläser

Elsie hat kein Problem damit, dass andere in ihr einen Nerd sehen. Fotografie bedeutet nunmal ihr Leben, seit sie als Kind ihre ersten Fotos entwickeln durfte. Und später will sie das Fotostudio übernehmen, welches seit Generationen in ihrer Familie fortgeführt wird. Nach einem Schulvortrag vermisst Elsie einige Bilder aus ihrem Fotoalbum, ein Dachbodenfund mit skurrilen alten Fotografien und für sie von hohem emotionalen Wert.

Und kurz darauf taucht die erste Person von diesen Bildern in ihrem Leben auf: Lord Aidan Storm.
Das Buch ist einfach nur wow! Elsie ist ein klasse Charakter und das Abenteur, in welches sie stolpert, gestaltet sich schnell als spannend und faszinierend zugleich. Als kleinen Tipp, an welches Original dieses Buch angelehnt ist, nimmt Elsie im Unterricht das Bildnis des Dorian Gray durch, der Rest bleibt eine gelungene Überraschung. Ein Hauch Grusel inklusive.
Das Buch des Seelen bietet ein spannendes Fantasyabenteuer mit einer pfiffigen Protagonistin und einigen angenehm schaurigen Szenen. Einfach magisch, nicht nur für Jugendliche.

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Schatten auf der Seele

Wendy & Peter. Verloren im Nimmerwald von Aiden Thomas

Ohne jede Spur verschwanden Wendy und ihre beiden jüngeren Bruder im Wald, nur Wendy tauchte einige Zeit später verwirrt und ohne Erinnerungen wieder auf. Fünf Jahre ist diese Tragödie mittlerweile her und hat düstere Schatten auf den Seelen von Wendy und ihren Eltern hinterlassen. Plötzlich fällt ein Fremder wie aus heiterem Himmel vor Wendys Auto, welcher dem Jungen in ihren Träumen auffallend ähnlich sieht.

Auch er hat ein Problem mit einem Schatten. Und er nennt sich Peter Pan.

Peter schenkte ihr ein schwaches Lächeln. „Glaubst du mir, wenn ich sage, dass es Feenstaub ist?“ (Zitat S. 153)

Mit Wendy&Peter hat Aiden Thomas eine emotional sehr berührende Interpretation von Peter Pan geschrieben. Insbesondere hat mir die einfühlsame Art gefallen, mit welcher die Depressionen verdeutlicht werden, welche sich dunklen Schatten gleich auf Wendys Seele gelegt und sie seit dem damaligen Vorfall regelrecht erdrückt haben. Als gelungene Parallele wartet Peter Pan auf, dessen Schatten sich ebenfalls von Kummer und Sorgen nährt und nun für Probleme sorgt.
Eine sehr bewegende Geschichte, über der zugleich der Zweifel schwebt, ob der Junge aus den Kindererzählungen wirklich real ist, real sein kann. Und was wirklich damals mit Wendy und ihren bis heute verschwundenen Brüdern geschah. Hierbei bedient sich Aiden Thomas einer von mehreren möglichen Interpretationen der Bedeutung Peter Pans, welche sich gelungen in die Handlung einfügt. Ansonsten lebt das Buch weniger von Action, vielmehr von Emotionen und Charakterentwicklung. Die Familiensituation, insbesondere Wendys Vater, empfand ich zuweilen als etwas befremdlich, aber das mag jeder anders empfinden. Ebenso ist Aiden Thomas in die Falle getappt den Bösewicht zu ausschweifend alles erklären zu lassen, dadurch entstehen schnell unnötige Längen.
Alles in allem bekommt man mit diesem Roman einen emotional sehr gut ausgearbeiteten Blick darauf, was mit den Hinterbliebenen der in Nimmerland verschwundenen Kinder geschieht. Und einen Peter Pan präsentiert, der auch in unserer Welt seine ihm eigene Sicht der Dinge hat. Unterhaltsam und äusserst bewegend.

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Tiere mit menschlichem Aberglauben

Panda Kingdom - Reißende Flut von Erin Hunter

Wer sich auf dieses Buch einlässt, sollte Durchhaltevermögen mitbringen. Grob gesagt geht es um drei Pandakinder, die unabhängig und getrennt voneinander aufwachsen, ohne zu wissen, dass sie Geschwister sind. Um das Überleben der Pandas zu sichern müssen sie zueinander finden und eine Prophezeiung erfüllen.

Im ersten Viertel des Buches geht es gefühlt in einer Tour darum, dass eine große Naturkatastrophe das Leben der Tiere empfindlich gestört hat. Wiederholt wird darauf hingewiesen, wie Tiere ertrunken, zu Tode gestürzt oder von ihren Familien ins Ungewisse fortgerissen wurden. Neben dieser bedrückenden Atmosphäre kommen unzählige Namen der vielen Tiere hinzu, die mich in der Masse einfach nur verwirrt haben: Orchidee Hochbaum, Regen, Kiesel, Holzapfel, Pflaume, Sonnenrot Schattenforst, Blüte... Bei dieser Flut an Namen, die mit den Pflanzen und Naturbegriffen konkurrieren, macht das Lesen schnell keinen Spaß mehr. Zumal die Umgebung selbst in den einzelnen Szenen nur grob beschrieben wird, so dass ich mir die Umgebung, in welcher die Pandas ihre Abenteuer erleben, gar nicht so richtig vorstellen konnte. Zwar ist eine wirklich schöne Karte im Buch dabei, aber wie die Pandakinder ihre Umgebung wahrnehmen, das fehlte mir oftmals.
Die drei Pandakinder wachsen in jeweils anderen Regionen auf, was an sich ganz spannend ist. Leider bleibt die Erzählung für meinen Geschmack meist zu distanziert. Einzig der Panda im Gebirge, der sich für einen Schneeleopard hält, war sehr schön zu lesen, da seine Charakterentwicklung sowie seine innere Zerrissenheit, anders zu sein, mich berühren konnten. Zumal er auch nur mit einer sehr übersichtlich bleibenden Anzahl an Tieren agierte und ich mir Gebirge im Schnee auch in Ermangelung von Beschreibungen der Umgebung problemlos vorstellen konnte. Allen Tieren gemein ist, dass die Autorin ihnen eine Religion angedichtet hat. Pandas, die sich vor jedem Essen erstmal bei einer höheren Wesenheit für Futter und Weisheit bedanken wie stark gläubige Menschen, empfand ich doch als arg befremdliche Vermenschlichung. Getoppt wird das von Weissagungen und Prophezeiungen, alles menschlicher Aberglaube, der bei wilden Tieren einfach fehl am Platz wirkt. Mich konnte das Buch nicht begeistern

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Fragwürdige Dystopie nach der Apokalypse

Das Gesetz der Natur von Solomonica de Winter

Zeitlich ist das Buch ungefähr 400 Jahre in der Zukunft angesiedelt, nachdem eine Katastrophe unsere Welt nachhaltig zerstört hat. Statt Mad Max oder Waterworld bekommt man hier die Überlebenden Nordamerikas präsentiert, bei denen einige wenige Anführer Recht und Religion an sich gerissen, das Patriarchat kultiviert sowie, mir völlig unverständlich, sämtliche Bücher verbrannt haben.

Warum den Rohstoff Papier samt wichtigem Wissen gedankenlos einäschern? Ebenfalls werden alle, die nicht der Norm entsprechen, ausgestoßen oder getötet. Insbesondere die Menschen, die körperliche Folgeschäden der einstigen Katastrophe zeigen und gemeinhin als Mutanten bezeichnet werden, fallen gnadenlos den Vorurteilen bzw. dem Henker zum Opfer. Alles zum Wohle der Gemeinschaft.
Da wäre Gaia, die sich selbst wiederholt als Mutantin statt als Mensch bezeichnet. Verborgen aufgewachsen, wurden ihr das verbotene Lesen und Schreiben ebenso vermittelt wie Wissen um die Natur sowie Jagd- und Kampfmethoden. Als sie von den Schergen eines Regierenden aufgespürt wird ist genau dies ihre Rettung vor der Hinrichtung. Von da an ändert sich die Perspektive: Haben bisher die Menschen das Schicksal der Mutantin bestimmt, wird diese bald das Schicksal der Menschen bestimmen.
Gut, einige Entwicklungen dieser fiktiven Zukunft sind wirklich fragwürdig wie z. B. das Verbrennen aller Bücher, nur um im Lauf der Handlung zu behaupten, dass irgendwo in der Ferne versteckte Bücher die große Wende für alle bedeuten könnten. Also quasi mal wieder eine übertriebene Lobhudelei auf Bücher in einem Buch. Die anderen Entwicklungen könnten als Gesellschaftkritik verstanden werden wie Intoleranz, Machtmissbrauch, Waffenmissbrauch, Brot und Spiele usw. Was mein Interesse am Buch schnell gen Null tendieren ließ war die Entwicklung rund um Gaia. Zu Beginn noch ganz interessant, die Welt durch ihre Augen kennenzulernen, verlor ich spätestens ab dem Punkt das Interesse, als die Mutantin ein Mitglied der X-Men-Mutanten bei Marvel hätte werden können aufgrund ihrer plötzlichen Mutanten-Fähigkeiten. Das war nicht mehr Dystopie, das war Fantasy. Auch die Handlung selbst fängt in etwa zur selben Zeit an, in eine Aneinanderreihung aus Gewalt, Krieg und Gemetzel überzugehen, teilweise mit einigen zähen Abschnitten. Zudem ist auch der Stil gewöhnungsbedürftig. Die Kapitel sind kurz und bleiben distanziert, die Dialoge lassen vermuten, dass den Menschen der Zukunft scheinbar auch jegliche Fähigkeit der eloquenten Ausdrucksweise abhanden gekommen ist.
Ich hatte mir von dem Buch wirklich mehr versprochen, zumal der Anfang sich ganz vielversprechend las. Leider entwickelte sich die Handlung zu einem weiteren Aufguss der menschlichen Abgründe gepaart mit merkwürdigen X-Men-Fähigkeiten mit viel Gewalt und einer Kampfansage an das Durchhaltevermögen des Lesers.

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Vampire gibt es nicht - lasst uns Vampire jagen

This Charming Man von C. K. McDonnell

Der zweite Band rund um das Team der Manchester Stranger Times steht Band 1 in nichts nach. Im Gegenteil hat man hier bereits den Vorteil, erste Einblicke in die Welt der Magie erhalten zu haben, Anwesende eingeschlossen. Als neueste Mordfälle auf Vampire als Tatverdächtige hindeuten sind sich jedoch alle bisher bekannten Seiten einig: Vampire gibt es nicht! Also was steckt stattdessen dahinter? Und wie hält man Vampire auf, die es gar nicht gibt?
Auch beim Lesen des zweites Bandes habe ich mich wieder aufs Köstlichste über den Britischen Humor samt der überspitzten Situationen und Charaktere amüsiert.

Ein kleines Highlight waren für mich der Mann mit dem Hund, der kein Hund ist, um mal nicht allzu viel vorweg zu nehmen. Die Hintergrundstories um so manche Charaktere der Redaktion bieten ebenfalls ein paar interessante Details. Als humoriges Extra darf man sich wieder auf etwas schräge Danksagungen am Ende des Buches freuen.

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Urban Fantasy meets British humour

The Stranger Times von C. K. McDonnell

Mit diesem Buch hab ich mir ein wahres Lesevergnügen gegönnt. Das geht schon beim Cover los, bei dem sich ein zweiter oder gar dritter Blick auf die vielen kleinen Details lohnt. Inhaltlich darf man mit Hannah einen neuen Job bei der Stranger Times in Manchester antreten - dabei ist allein schon das Bewerbungsgespräch so aussergewöhnlich, dass sie glatt vergisst zu fragen, für welchen Job genau sie bei der Zeitung eingestellt wird.

Den Fokus auf aussergewöhnliche Phänomene gerichtet muss das Verlags-Team rund um Vincent Banecroft schon bald feststellen, dass einiges aus ihren Artikeln erschreckend wahr ist. Und mächtig. Und manchmal sogar mächtig tödlich.
Mir hat das Erkunden der magischen Welt neben der unsrigen viel Spaß gemacht, nicht zuletzt wegen des schrägen, britischen Humors, welcher die Absurdität des Alltags hervorragend pointiert. Einige Szenen sowie Charaktere sind entsprechend überspitzt, allen voran Vincent Banecroft. Im Übrigen macht der Humor des Autors selbst vor der Danksagung am Ende des Buches nicht Halt, also am besten auch noch lesen, bevor man den zweiten Band zur Hand nimmt.

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Zwischen Suppe und Serienkiller

Spicy Noodles - Der Geschmack des Feuers von Marie Graßhoff

Völlig planlos startet Toma ins Erwachsenenleben. Das macht die Tatsache, Augenzeuge zu werden, wie New Yorks gefürchteter Serienmörder Overkill jemandem den Kopf wegsprengt, auch nicht grad besser. Da Toma den Traum seines überambitionierten Vaters, Jura zu studieren, ebenfalls nicht erfüllt, schmeißt dieser ihn hochkant raus.

Hilfe erhält Toma von seinem Opa Shiro. Der hat ihm zwar damals einreden wollen, mithilfe magischer Ess-Stäbchen die Bude der Eltern abgefackelt zu haben, ist ansonsten aber schwer in Ordnung. Also wohnt und arbeitet Toma zunächst im Spicy Noodles, Shiros Restaurant, lernt dort die erfolgreiche Akira kennen - und findet sich plötzlich in einer Welt magischer Götterkräfte wieder. Tödliche Bedrohung geht aufs Haus.
Marie Graßhoffs Idee der Göttererben, welche von den meisten unerkannt leben, ist faszinierend, insbesondere, dass viele einen Trigger benötigen, um ihre Kräfte zu manifestieren. Einige Trigger haben mit Essen oder Trinken zu tun, wie bereits im ersten Band der Trilogie der Alkohol. Dieses Buch ist der zweite Band der Food-Universe-Trilogie, lässt sich jedoch problemlos ohne Vorkenntnis lesen.
Beim Lesen hatte ich das Gefühl, der Stil ist Tomas Charakter angepasst. Kommt der junge Mann einfach nicht so recht aus dem Quark (nein, das ist nicht sein Trigger), gestaltet sich auch die Handlung zunächst eher gemächlich. Dadurch hat Toma zwar Zeit, sich mit der magischen Welt vertraut zu machen, allerdings ging es mir dann plötzlich etwas zu schnell voran - schnell ein wenig üben und dann bereits der Kampf gegen den Endgegner, wo alle nochmal ihre Kräfte zeigen können. Von einer überraschenden Wendung mal abgesehen verläuft die Handlung also recht gradlinig, so dass mir gewisse Nebencharaktere und deren Geheimnisse mit der Zeit einfach spannender vorkamen. Das Buch ist nicht schlecht, ich empfand es einfach über Strecken zu ruhig, kurze Überraschung, kurzer Endkampf, dann wieder alles etwas gemächlicher. Dafür hab ich definitiv Lust auf den dritten Band bekommen, deren Hauptcharaktere hier bereits teilweise vorgestellt wurden.
Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass dies der Mittelband einer Trilogie ist, aber ein wenig fehlte mir hier die Schärfe. Trotz des ausgefallenen Worldbuilding und Shiros leckerer Gerichte.

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Distanziert und unlogisch

Die Schule der verrückten Träume 1: Die Schule der verrückten Träume von Florian Beckerhoff

Da Johanna zu den unmöglichsten Zeiten in einen Traumschlaf fällt und dort Abenteuer als Galakto Joe erlebt, selbst mitten im Unterricht!, wird sie in den Sommerferien auf die Schule der verrückten Träume geschickt. Dort sind weitere Kinder untergebracht, welche auf unterschiedlichste Weise Probleme mit ihren Träumen haben.

Zunächst wirkte das Buch ganz vielversprechend, endlich mal ein Mädchen, dass nicht davon träumt, als passive Prinzessin gerettet zu werden sondern die Zügel selbst in die Hand nimmt und heldenhaft Mensch und Tier in Not rettet. Mit dem Szenenwechsel in besagte Schule der verrückten Träume legte sich bei mir jedoch schnell die Begeisterung. Man erhält gar nicht wirklich die Möglichkeit, mit den Kindern die Schule zu erkunden und Abenteuer zu erleben. Stattdessen wird im Schnellverfahren erzählt, dass sie hier untergebracht werden, dort zu schlafen oder zu essen haben, und dass sie gefälligst lernen sollen, mit ihren Träumen klar zu kommen. Der Stil ist entsprechend über lange Zeit zusammenfassend berichtend, bleibt distanziert statt sich in die Kinder reinzuversetzen. Und oftmals hatte ich das Gefühl, die Kinder geben die altkluge Meinung Erwachsener wieder statt sich wie Kinder auszudrücken. Zudem wirkte vieles einfach widersprüchlich, der Hinweis auf einen Saboteur wurde nicht ernst genommen und als es soweit war, wurde die seit Jahrzehnten laufende Schule von den Erwachsenen beim kleinsten Problem einfach aufgegeben - welch schlechtes Beispiel, mit Problemen umzugehen!
Mir war das Buch zu distanziert, zu unlogisch und mir fehlten einfach die Momente, mit den Kindern gemeinsam Abenteuer zu erleben und ihre neue Umgebung zu erkunden. Stattdessen wurden die Kinder wie Gefängnisinsassen hin und her geschubst in ihren Schulferien, wer mag denn sowas bitte lesen?

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