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Rezensionen von rewareni:

Der Verrat

Der Ring des Herzogs von Ingeborg Menge

Obwohl als Grafen Sohn geboren, wächst der verkrüppelte und hässliche Rudolf bei der Dienerschaft auf, ohne zu wissen, wer er in Wirklichkeit ist. Aber es gibt Menschen, die in ihm ein Potenzial sehen und ihn fördern und erkennen, dass er alles andere als dumm und ungebildet ist. Damit das Herzogtum von Tours auf den Herzog Wolfram oder seine Söhne übergehen kann, missbraucht er dafür den scheinbar einfältigen Rudolf.

Dass dieser auch noch mit Wolframs Nichte Rosa zwangsverheiratet wird, ist Teil seines grausamen Planes. Doch keiner hat mit Rudolfs Ehrgeiz gerechnet, Rosa zu ihrem Recht zu verhelfen und gemeinsam mit seinem Freund Eduard, spielt er scheinbar das Spiel des Grafen mit. Es schlägt Rudolf viel Misstrauen entgegen und auch Rosa weiß nicht, was sie von ihrem einfältig wirkenden Mann halten soll, aber Rudolf ist bereit, alles dafür zu tun, damit die Gerechtigkeit siegt.
,,Der Ring des Herzogs“ wird von der Autorin Ingeborg Menge als ,, Eine Wintergeschichte“ betitelt. Es ist jetzt nicht so, dass der Roman im Winter spielt, sondern, dass es ein märchenhaftes Eintauchen in eine frühere Zeit ist, wo man sich gemütlich zurück lehnen kann und Zeuge wird, wo es Grafen, Soldaten und Diener gibt, die sich alle auf einem Schloss herum tummeln. Es ist eine fiktive Geschichte, die von der Autorin in einer eher einfachen Art und Weise erzählt wird, wo man leicht der Handlung folgen kann und wo man wie in einem Märchen den Kampf Gut gegen Böse miterlebt. Der Schreibstil ist leicht zu lesen und auch die Dialoge gestalten sich einfach und bieten jetzt keine besonderen Ausführungen. Die Geschichte an sich ist gut erzählt und zeigt, wie schnell Vorurteile gefällt sind und man sich oft nur vom Äußeren blenden lässt. Man findet in dem Roman Intrigen, echte Freundschaft und auch Liebe. Es gibt keine Kampfszenen oder sonstige brutale Handlungen. Es ist einfach ein Eintauchen in eine romantische und leichte Liebesgeschichte.

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Wer ist der Mörder?

Die Toten vonne Ruhr von Ben Weber

13 Geschichten, die über Mord und andere Miseren berichten findet man von Ben Weber in dem Buch ,,Die Toten vonne Ruhr“. Egal ob es humorvolle, zynische, spannende oder emotionale sind, alle haben einen gemeinsamen Nenner, nämlich, das Ende kommt zumeist überraschend für den Leser.
Ich habe mich mit den Geschichten gut unterhalten gefühlt, weil es immer wieder spannend und interessant war, welche Überraschung der Autor für den Leser parat hat.

Selbst wenn ich dachte, ich ahne wie es ausgehen könnte, so war das Ende dann doch wieder anders als gedacht.
Stets waren seine Geschichten auch immer wieder verknüpft mit einem Hauch Ruhrpottcharme und nicht nur einmal war die Ruhr Zeuge eines Verbrechens.
Viele Geschichten regen zum Nachdenken an, wenn es z.b um Kindesmisshandlung geht oder um unerfüllte Liebe. Da viele seiner Geschichten autobiografische Züge aufweisen, hat der Autor viel an Herzblut hineingesteckt, was man als Leser auch spürt.
Die bunte Mischung zwischen Geschichten, die manchmal schon ein wenig Skurrilität aufweisen und die, die ein tragisches Menschen Schicksal aufweisen, machen das Lesen zu einem vergnüglichen und auch emotionalen Leseerlebnis. Für gute Unterhaltung ist also gesorgt.

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Auf der Flucht

The Backdoor Link von Roland Hebesberger

Sarah Beck hat es in ihrem bisherigen Leben nicht leicht gehabt. Als Jugendliche muss sie ihre Heimat verlassen und sie schlägt sich mehr schlecht als recht als illegaler Flüchtling bis nach Deutschland durch. Jahrelang versucht sie nun über die Runden zu kommen bis sie es schafft sich als Hackerin einen Namen zu machen.

Doch ihre Aktivitäten bleiben nicht unentdeckt und so wird sie verhaftet und verurteilt. Aber man bietet ihr einen Deal an und so arbeitet sie 15 Jahre lang unter strenger Bewachung für die IT Abteilung der Europol. Keiner weiß, wer sie wirklich ist, bis zu dem Tag, als sie bemerkt, dass jemand nach ihr sucht. Sie weiß nun, dass sie alles dafür unternehmen muss um ihre wahre Identität geheim zu halten, selbst wenn sie flüchten muss und dabei auf Menschen trifft, die ihr nicht immer wohlgesinnt sind. Wieder einmal ist Sarah auf der Flucht und was sie dabei erlebt, lässt sie oft bis an ihre Grenzen stoßen. Aber für ihre Freiheit ist sie bereit alles zu tun und wenn es sein muss, auch mit Gewalt.

Der Autor Roland Hebesberger schickt seine Protagonistin Sarah in dem Thriller ,,The Backdoor Link – Cyberella“ auf eine abenteuerliche Reise, wo man als Leser in ein actionreiches und manipulatives Geflecht aus Wahrheit und Lüge verstrickt wird. Beginnend mit einem interessanten Prolog erfährt man in drei Kapiteln , wovon das erste und das dritte in der Gegenwart spielt und das zweite in der Vergangenheit, wie Sarah zu der Hackerin
geworden ist, nach der viele so fieberhaft suchen. Der Schreibstil des Autors zieht einem sofort in seinem Bann und die Seiten fliegen nur so dahin. Sarah ist eine taffe und kluge Frau die zeigt, dass Aufgeben für sie keine Option ist. Ihre Lebensgeschichte wird dabei sehr spannend erzählt und dass sie ihren Gegnern zuweilen sogar sehr brutal gegenübertritt, würde man als Leser nicht gleich vermuten. Die Geschichte wird sehr spannend erzählt und das Eintauchen in die Computerszene ist dabei interessant und bietet sogar eine unerwartete Wendung. Sarahs Flucht aus ihrer Heimat erzählt der Autor recht emotional und man leidet mit ihr mit. Gekonnt baut Roland Hebesberger immer wieder Szenen ein, wo man im Grunde gar nicht damit gerechnet hätte. Ihre Gegenspieler kann man ebenso wenig einschätzen und man wird immer wieder überrascht, wenn etwas passiert, das man anderes erwartet hätte. Der Epilog schließt den Kreis der Geschichte, wobei das im Grunde nicht ganz richtig ist, denn der Autor lässt den Leser, genauso wie Sarah im Unklaren, wer immer noch nach ihr sucht. Also wird die spannende Geschichte von ,,Cyberella“ noch weitergehen und man darf sich schon darauf freuen, welche Abenteuer sie noch bestehen muss und ob es ihr irgendwann gelingt, endlich ein freies Leben führen zu können.

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Wer bin ich wirklich?

Salzgras & Lavendel von Gabriele Behrend

Für Douglas bricht eine Welt zusammen, als man ihn verhaftet, da er den Tod eines Menschen verursacht hat. Doch noch viel schlimmer ist, dass er sich daran nicht erinnern kann. Aber er bekommt eine Chance, wie er eine lebenslange Haft umgehen kann. Die revolutionäre Methode, sich ein Socket implantieren zu lassen, ermöglicht es ihm eine multiple Persönlichkeit zu besitzen, so wie bereits viele anderer Menschen in seinem Umfeld.

So kann er jederzeit auf jede Situation angemessen reagieren. Auch wenn der Eingriff nicht ungefährlich ist, lässt sich Douglas darauf ein und er ist froh, dass ihn die sympathische Kaynee, die ab nun seine Patin ist, dabei unterstützt. Doch bald schon muss er feststellen, dass die nachfolgende Therapie Risiken mit sich bringt und speziell Sanders, der Techniker, der für ihn sein Persönlichkeitsset einrichtet, offenbar eigene Pläne verfolgt. Aber auch die Professorin Claire Paulson, die ihm diese einmalige Chance geboten hat spürt, dass in ihrem Zentrum Dinge passieren, die ihren mühsam erarbeitet Erfolg gefährden könnten.
Die Autorin Gabriele Behrend nimmt in dem Science Fiction Roman ,,Salzgras und Lavendel“ nicht nur ihren Protagonisten Douglas auf eine abenteuerliche Reise in die Zukunft mit, sondern auch den Leser, der in einer Zeit landet, wo man nach dem Roman nicht unbedingt leben möchte. Die originelle Idee einer Persönlichkeitsaufspaltung, wo man die Möglichkeit hat viele Identitäten in sich vereinen zu können, hat mich zugegebener Maße zu Beginn sehr verwirrt und ich habe eine Zeit gebraucht mich ob der vielen Namen und Persönlichkeiten zurecht zu finden. Danach war es spannend zu lesen, wie die Menschen ständig wechseln zwischen ihrem Arbeits-Ich oder ihrem Privat- Ich. Gut dargestellt waren dabei die verschiedenen Persönlichkeiten die alle Paletten von Emotionen oder Eigenheit dabei ausgespielt haben. Egal ob sie seriös, verträumt oder wütend waren, jede Persönlichkeit ist dabei im Grunde aus einem Körper entsprungen. Dabei hat die Autorin gewisse technische Spielereien eingesetzt wo man als Leser immer wieder staunen konnte, ob ihres Einfallsreichtums. Auf der einen Seite klingt es für den Menschen gut, wenn er sich in sich selbst zurück ziehen kann, wenn er einer Situation nicht gewachsen ist oder er einmal Ruhe haben möchte, aber wie man in dem Roman erfährt, gibt es in dieser hoch technologischen Zeit, sehr wohl Risiken, die man besser verschweigt. Hierbei zeigt Gabriele Behrend auch auf, dass es wie so oft eine Zweiklassen Gesellschaft gibt, wo die Reichen sich die beste Wartung ihrer Hardware leisten können und die anderen eben nicht und dass es dann zu schweren Problemen der Socket kommen kann, wird am besten Verschwiegen. Ihre Protagonisten sind durchwegs sympathisch und besitzen sogar auch Empathie, wo man es gar nicht vermuten würde. Es ist ein ständiges Hoffen und Bangen, ob es für Douglas und Kaynee zu einem guten Ende kommt. So wie die Autorin dann das Ende herbei geführt hat, war es eine Überraschung. Ob man sich wohl fühlen würde in einer Welt, wo alle Gefühle steuerbar sind und im Grunde jeder gleich weiß, wie der andere reagiert, ist zu bezweifeln. Wer sich also in das Land wo ,,Salzgras und Lavendel“ wächst hinein traut, wird es am Ende selbst erkennen.

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Hingabe

Hingabe von Bénédicte Belpois

Als eines Tages in einem kleinen spanischen Dorf eine junge Frau namens Suiza auftaucht, wird das Leben von dem eigenbrötlerischen Großbauern Tomás gehörig auf den Kopf gestellt. Suiza, die kein Wort Spanisch spricht löst in ihm eine Wildheit aus wo er unbedingt dieses zarte Wesen besitzen möchte.

Mit brutaler Gewalt nimmt er sie auf seinen Hof mit und Suiza fügt sich scheinbar willenlos. Für ihn ist Suiza ein Geschenk, denn nicht nur körperlich erfüllt sie ihm jeden Wunsch, sondern sie beginnt auch Haus und Hof nach ihren Vorstellungen zu verändern. Das erste Mal in seinem Leben spürt Tomás, so etwas wie Liebe und Hingabe und auch Suiza beginnt sich langsam zu verändern. Aus dem scheinbar einfältigen Mädchen wird eine junge Frau die ihre eigenen kleinen Wünsche beginnt umzusetzen. Immer öfters wird Tomás bewusst, dass Suiza das Beste ist, das ihm passieren konnte, doch er weiß, dass ihr Glück nicht von Dauer ist und so nimmt das Schicksal ihren gnadenlosen Lauf.
Die Autorin Bénédicte Belpois zeigt in ihrem Debütroman ,,Hingabe“ ein Bild zweier Menschen, die sowohl vom Stand her als auch von ihrem Intellekt her grundverschieden sind und trotzdem auf eine besondere Art und Weise zusammen finden. In dem Roman wird man als Leser zum Nachdenken angeregt, wenn es um den Begriff Hingabe geht. Man findet in der Beziehung zwischen Tomás und Suiza kaum ein liebevolles Wort oder zärtliche Streicheleinheiten. Was man findet ist mitunter eine brutale Art der sexuellen Handlungen, die manchmal schon einer Vergewaltigung gleich kommen. Trotzdem ist es überraschend, wie Suiza mit einer besonderen Hingabe sich auf Tomás einlässt und man als Leser das Gefühl hat, dass sie ihm immer das gibt, was er möchte. Es ist eine interessante Geschichte, da man nie so genau weiß, wie man zu Tomás stehen soll, da er nie wirklich zu lieben gelernt hat und nach einem schweren Schicksalsschlag, sich sein Leben von einem Moment ändert. Die Autorin beschönigt kaum etwas in ihrer Geschichte und so wird Suiza, die ein herzensguter, aber kindlich naiver Mensch ist, als dumm und einfältig bezeichnet und selbst Tomás sieht sie als seinen persönlichen Besitz an, den er wie einen Hund sprichwörtlich an der Kette hält. Im Laufe der Geschichte ,,erblüht“ Suiza und plötzlich ist das Leben von Tomás nicht mehr trostlos und er erkennt, dass dieses Geschöpf ein Geschenk des Himmels ist. Es gibt einige sympathische Protagonisten, die in ihrer Nebenrolle gut hineingepasst haben und den Roman bereichert haben. Es ist eine sehr aufwühlende Geschichte, wo man sich als Leser entweder gut darin zurecht findet, oder sie abstoßend und brutal findet. Die Gewaltszenen, waren mir persönlich stellenweise schon etwas zu heftig und es ist interessant, dass die Autorin, die als Hebamme arbeitet, diese urtümliche Gewalt immer wieder hervor gebracht hat. Die Hingabe von Suiza ist eine besondere, die man als Leser sicher nicht leicht verstehen kann. Trotzdem war die Geschichte auf ihre eigene Art interessant und auch sehr emotional.

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Ein langer Weg

Das perfekte Grau Roman. Gebunden. von Jamal Salih

Die Geschichte beginnt in einem Hotel, in dem sich vier Menschen treffen von verschiedener Herkunft, Alter und Geschlecht. Obwohl sie scheinbar nichts gemeinsam haben, verbindet Ante, Mimi, Rofu und Novelle doch etwas, nämlich der Wunsch nach einer langen Reise endlich an einem Ort anzukommen, wo man zu Hause ist.

Die vier müssen plötzlich verschwinden, als die Polizei auftaucht und Mimi befürchtet verhaftet zu werden. Es wird eine abenteuerliche Reise, bei der alle vier viel über sich, aber auch über ihre Mitreisenden erfahren werden. Was sie zu erzählen haben ist nicht immer schön, aber sie spüren, dass sie es gemeinsam schaffen können.
,, Das perfekte Grau“ von Salih Jamal lässt den Leser eintauchen in eine Welt, in der Hass, Verzweiflung, Selbstzerstörung und Angst auf der Suche nach Glück, Hoffnung, Freundschaft und Zuversicht sind. Jeder der vier Protagonisten hat einen mehr oder weniger schweren Weg hinter sich, den er nun verlassen möchte. Der ICH Erzähler Dante ist im Grunde der einzige, der mit seinem Leben zufrieden sein könnte, was er aber leider nicht ist. Im Laufe der Geschichte wird ihm das aber klar. Hierbei wird schön beschrieben, wie der Mensch immer nach etwas neuem und besseren streben möchte und gar nicht erkennt, dass er das was er bereits hat, wertvoll ist. Und man oft etwas verlieren muss, um das zu begreifen. Mit Rofu hat der Autor einen herzensguten und lebensbejahenden Menschen gezeichnet, der trotz schwerer Schicksalsschläge immer ein Licht am Ende des Tunnels sieht. Mimi, die mütterlich wirkende und zu Beginn recht schweigsame Protagonistin hat ein schweres Verbrechen begangen, das sie seit Jahren fliehen lässt. Dabei schildert der Autor in ergreifenden Worten ihre Qual, wenn sie stets Angst hat entdeckt zu werden und nie zur Ruhe kommt. Die jüngste im Bunde ist Novelle, eine junge Frau, die von ihren Schatten der Vergangenheit grausam verfolgt wird und mit Alkohol versucht sie zu vertreiben. Ihre Stimmung schwankt stets von Himmelhoch jauchzend, bis Tode betrübt, was es für ihre drei Freunde nicht immer leicht macht, mit ihr zurecht zu kommen. Jede Figur ist charakterlich gut dargestellt und man leidet und hofft, dass sie das finden, was sie suchen. Der Roman ist ein Schatzkästchen, wenn man es öffnet, findet man wunderbare Dinge darin. Berührende Menschenschicksale, emotionale Momente, feinen Humor, echte Freundschaft und eine geschliffene Sprache, wo der Autor schöne und auch schon philosophische Sätze so zu Papier bringt, dass man als Leser darin eintauchen möchte. Das Leben und die Umwelt sind voller Farben, aber manche sehen in einem perfekten Grau all das, was für sie Glück und Zufriedenheit bedeutet. Dem Autor ist ein wunderschöner Roman gelungen, wo vier Suchende, jeder auf seine eigene Art und Weise ein Ziel erreicht haben. Dass man dabei nicht immer einen geraden und einfachen Weg gehen kann, sondern auch einmal über Steine steigen muss, haben alle am Ende ihrer Reise erkannt.

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Unendliche Weiten

Der Himmel über den Menschen von Thomas Imre

Der Astrophysiker Steven Thaillor ist schon von Kindheit an interessiert an allem, was sich im Universum befindet und für ihn ist es fast schon ein Wunder, dass ausgerechnet er es ist, der ein neues Weltraumteleskop als erster ausrichten darf. Dass er dabei ein unbekanntes und mysteriöses Objekt entdeckt, dass sich scheinbar Richtung Erde bewegt, wird sein bisheriges Leben völlig auf den Kopf stellen.

Gemeinsam mit seinen Freunden Andrew und Matthew ist es gelungen eine neue Technik zu entwickeln, mit der man sich in eine computersimulierten Wirklichkeit begeben kann. Schon bald merkt Steven, dass es ihn immer mehr fasziniert, diese besonderen Reisen zu unternehmen und er das Gefühl hat, dem unbekannten Objekt dadurch immer näher zu kommen und vielleicht sogar herausfindet, welche Absichten dieses hat. Bald schon fällt es ihm immer schwerer zu unterscheiden, ob er sich nun in der realen oder der virtuellen Welt befindet und das geheimnisvolle Objekt rast immer schneller Richtung Erde.
,, Der Himmel über den Menschen“ ist ein fast schon philosophischer Roman von Thomas Imre, in dem er Themen aufgreift, über die der Mensch leider immer weniger nachdenken. Egal ob es der Klimawandel ist, die Massentierhaltung oder die sogenannte Konsumgesellschaft, all diese Bereiche greift der Autor auf und baut sie in eine interessante Geschichte ein. Gerade zu Beginn werden viele astronomische und astrologische Erläuterungen eingefügt, wo ich mir mit der Zeit etwas schwer getan habe diesen wirklich folgen zu können. Ein wenig hatte ich dabei das Gefühl einer wissenschaftlichen Abhandlung zu folgen. Der weitere Verlauf der Geschichte war interessant zu lesen, wobei auch hier die Einblicke in die technischen Belange der virtuellen Welt für einen Außenstehenden nicht immer ganz durchschaubar war. Der Autor legt in seinem Roman viel Wert auf gefühlvolle Dialoge und Gedanken. Mir persönlich war dabei der Schreibstil etwas zu einfach gehalten. Fast schon ein wenig auf der spirituellen Ebene wo es um Frieden, Glück und dem Einklang mit der Natur geht. Der Autor lässt den Leser in eine virtuelle Welt eintauchen, wo man sich selbst fragt, ob es nicht doch in den unendlichen Weiten des Weltalls eine Form von Leben gibt, ob es eine Zivilisation gibt, die vielleicht einmal wirklich mit uns Menschen Kontakt aufnimmt. Auf alle Fälle ist es ein Roman der zum Nachdenken anregt und immer wieder unsere Handlungen hinterfragt. Ob oder wie wir im Einklang mit der Natur und unserer Umwelt leben können und sollen wird von Thomas Imre in ,,Der Himmel über den Menschen“ auf eine besondere Art erklärt und beschrieben.

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Der Nano Schock

Nano: Lüneburg von Oliver Borchers

Im späten 21. Jahrhundert, nach etlichen Umweltkatastrophen, steht es um die Menschen schlecht. Ein Supervirus, der die Nanotechnologie vernichtet hat, hat sich im Land breit gemacht. Steam, das Schrottmädchen, deren alte Körperimplantate ständig Schmerzen bereiten und sie nur mehr mit Schmerzmitteln halbwegs über die Runde kommt, wird eines Tages von einer Künstlichen Intelligenz angegriffen, die sie offenbar vernichten möchte.

Von einem Moment auf den anderen wird sie nicht nur zur Gejagten, sondern auch zu einer Jägerin, denn immer wieder kommen Erinnerungen und Träume von früher hoch, wo ihr Schicksal damals mit der großen Nano – Katastrophe verknüpft zu sein scheint. Steam weiß nun nicht mehr, ob oder wem sie überhaupt noch trauen kann und wer ist die geheimnisvolle Agentin Lena, die ständig ihren Weg kreuzt und die dabei auch eine blutige Spur, der Verwüstung hinterlässt.
,,Nano: Lüneburg“ ist der Cyberpunk Roman von Oliver Borchers. Es ist eine actionreiche und wilde Geschichte, die sich mit den Vor- und vor allem auch den Nachteilen der Nanotechnologie beschäftigt. Der Einstieg in den Roman ist mir nicht leicht gefallen, da es gleich rasant zur Sache geht und die Protagonisten ebenso schnell auftauchen, verschwinden und dann plötzlich wieder da sind. Die technischen Spielereien würden sich sicher gut in einem Film machen, da hierbei der Autor sich einiges einfallen hat lassen mit gefährlichen Messern, die aus dem Arm herausschießen oder Masken, die mit dem Gesicht des Trägers verschmelzen. Mir war es ehrlich gesagt manchmal zu viel an Verfolgungsjagden und schwer Verwundeten, die sich wieder regeneriert haben. In dem eher kurzen Roman hat der Autor sehr viel an Informationen hinein gepackt und ich habe dabei immer wieder den Überblick verloren, wer nun wen verfolgt und warum. Die Geschichte lässt sich vom Schreibstil her schnell lesen und technisch Begeisterte die sich für KI und Nanobots und deren gefährlichen und hinterhältigen Aktionen interessieren, werden hier sicher auf ihre Rechnung kommen.

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Wenn das Leben zu Ende geht

Seelen unter dem Eis von Korten Astrid

Tom Döbbe, einst erfolgreich in der Werbebranche tätig, verbringt nun sein Leben im Gefängnis. Besser gesagt im Todestrakt von Huntsville/Texas, wo er wegen Mordes an seiner Geliebten Amal, auf seine Hinrichtung wartet.
Der Psychothriller ,, Seelen unter dem Eis“ von Astrid Korten, liefert dem Leser einen Einblick in das Leben von Tom vor seiner Inhaftierung und wie es ihm im Todestrakt ergeht.

Es ist eine berührende Geschichte, wo man als Leser tief in die Seele der Protagonisten eindringt. Man erfährt in abwechselnden Kapiteln, wie es zu der schicksalhaften Begegnung zwischen Tom und Amal gekommen ist und die verheerenden Folgen. Mir wäre es dabei eine Hilfe gewesen, wenn die verschiedenen Handlungen z.b die in der Vergangenheit spielen, die Kapitelüberschrift durch eine kursive Schrift hervorgehoben wird, so wusste ich nicht gleich, ob Tom von der Vergangenheit oder der Gegenwart spricht.
Die Beziehung zwischen Tom und Amal wird von der Autorin gut dargestellt, wo man als Leser zu Beginn nie vermuten würde, wie sich die Geschichte weiterentwickelt. Es ist dabei traurig, wie ein Mensch Stück für Stück, ohne es zu merken, in die Abhängigkeit eines anderen schlittern kann. Amal ist eine Frau, die man als Leser sicher nicht ins Herz schließen wird, weil sie Tom in den seelischen Abgrund stößt. Ebenso ist es mir mit Toms Ehefrau Helen ergangen. Die Autorin lässt auch sie kalt und herzlos handeln, wo man mit Tom mitleidet. Astrid Korten schafft es dabei, dass man als Leser am liebsten in das Buch springen würde um ihn zu retten. Die Szenen im Gefängnis sind einer eigenen Betrachtungsweise wert, weil man sich einfach nicht vorstellen kann und auch nicht will, wie es Menschen ergeht, die vielleicht jahrelang auf ihre Hinrichtung warten. Die Autorin hat nach einem Besuch im US Staatsgefängnis Huntsville, wo sie mit Gefangenen und Wachleuten geredet hat, diesen Roman geschrieben. Es ist dabei zu erkennen, dass sie dabei viel an Einfühlungsvermögen besitzt, da unter anderem Toms ,, Freund“, der Wachmann, den er Goodman nennt, ihn wie einen Menschen behandelt und in ihn mehr sieht als einen Mörder. Das Thema der Todesstrafe ist dabei der Autorin ein großes Anliegen, da es laut der Aktivistengruppe Innocence Project gelungen ist, einigen zum Tode Verurteilten dank neuer DNA- Beweisen, zu einem Freispruch zu verhelfen. Toms Gedanken in seiner Zelle berühren den Leser, weil man spürt, welch seelischen Qualen er leidet, wie sich Hoffnungslosigkeit breit macht, wie seine Erinnerungen an schöne Zeiten, das einzige ist, das ihn noch bleibt und das Wissen, dass alles anders kommen hätte können. Es ist ein ruhiger Thriller, der den Leser zum Nachdenken anregt und wie immer bekommt man ein Ende präsentiert, mit dem man nicht gerechnet hat. Eben ein typischer Astrid Korten Roman, den man gerne liest.

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Gefahr im Eis

Tiefenzone von Schulte Andreas J.

Die junge Wissenschaftsjournalistin Julia Kern bekommt eine einmalige Chance gemeinsam mit einer internationalen Journalistengruppe in der Antarktis die hochmoderne Forschungsstation Terra Nova II zu besuchen. Was genau erforscht wird, soll medienwirksam an die Öffentlichkeit gelangen.Es wird viel gerätselt und Bekanntschaften untereinander geschlossen, so wie Julia den zuerst nicht geraden sympathischen George kennenlernt, der aber im Laufe ihres Aufenthaltes eine wichtige Stütze für sie wird.

Was keiner ahnt ist, dass Terroristen ebenfalls auf Terra Nova sind und schon bald beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn es dauert nicht lange, bis es erste Tote auf der Forschungsstation gibt und keiner weiß, welches Ziel die Terroristen wirklich verfolgen. Bei einem waghalsigen Manöver gelingt es Julia und George vor den Verbrechern zu fliehen, doch wie sollen sie in der Antarktis fern jeder Zivilisation Hilfe finden?
,, Tiefenzone“ von Andreas J. Schulte ist der interessante Thriller der den Leser in eine fiktive Geschichte rund um eine bahnbrechende Entdeckung unter dem Eis der Antarktis entführt. Der Autor hat dabei viele technische Spielereien und wissenschaftliche Elemente geliefert, wo man sich die Station in dieser ungemütlichen und kalten Gegend gut vorstellen kann. Da für mich ein Thriller schon früher noch spannender sein sollte, waren mir die ersten 100 Seiten mit den ganzen Ausführungen der Station und den Arbeiten und Aufgaben der Mitarbeiter etwas zu viel. Schön war, dass in der Geschichte besonders die Frauen, allen voran Julia selbstbewusst waren und engagiert agiert haben. Der Bösewicht, genannt Doc, hat ein wenig den Hauch eines Darstellers aus einem James Bond Filmes gehabt, der immer wieder einmal auftaucht und schnell wieder verschwindet. Der relativ kurze letzte Teil des Romans, der wieder in Köln spielt, war von Actionreichen Szenen vollgepackt, was fast schon ein wenig zu viel auf einmal war. Da hätte mir eine ausgewogene Mischung über den gesamten Roman besser gefallen. Der Autor hat einen ansprechenden Schreibstil der angenehm zu lesen ist. Manche seiner fiktiven Einfälle sind interessant und der Hauptgedanke in der Geschichte lässt hoffen, dass es im Namen der Wissenschaft doch noch Grenzen gibt, die hoffentlich nie überschritten werden.

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