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Rezensionen von rewareni:

Unheimliche Geschichten

Verlorene Geschichten von Lucian Caligo

In der Kurzgeschichtensammlung ,, Verlorene Geschichten“ entführt der Autor Lucian Caligo den Leser in ein Reich der Fantasie, wo man nicht nur einem frechen Kobold, oder einer KI begegnet, die sich über ihre Arbeit Gedanken macht, sondern auch vielen anderen mehr oder weniger unheimlichen Gestalten.

Der Autor zeigt dabei eine große Bandbreite an verschiedenartigen Geschichten, wo man nicht nur ob des witzigen Humors und herrlichen Dialogen, die Protagonisten bei ihren Abenteuern begleiten darf, sondern auch emotionale Geschichten, wo man selbst mit einem Untoten mitleidet und hofft, dass seine arme Seele endlich Erlösung findet.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm zu lesen und er weiß seine Pointen Punktgenau zu
setzen, was bei einigen seiner Geschichten eine herrliche Abwechslung ist. Aber ebenso schafft er es eine düstere Stimmung herauf zu beschwören und tragische und brutale Szenen gut zu beschreiben, dass man sich selbst mitten drin im Geschehen wieder findet.
Auffällig ist auch, dass es einige weibliche Heldinnen und Kämpferinnen gibt, die genau wissen was sie wollen.
In 10 verschieden langen Kurzgeschichten wird sicher jeder seine Lieblingsgeschichten heraus finden können da er SF, mystisches oder Fantasie bietet. Originelle Einfälle und viele sympathische Protagonisten machen die Geschichten zu einem Lesevergnügen. Egal ob Geisterwesen, Drachen, Kopfgeldjägerin, Ritter oder eine KI jeder und jede von ihnen entführt den Leser in eine andere Welt, wo das Ende nicht immer so ist, wie man vermuten würde.

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Das Klassentreffen

Verlorene Geschichten von Lucian Caligo

Ein Klassentreffen mit dem Motto der 80 er Jahre wirft die erfolgreiche Anwältin Ellen völlig aus der Bahn. Denn damals sind Dinge passiert, die für viele Menschen weitreichende Folgen hatte. Ihre Trennung von Sebastian war für sich furchtbar, als ihre Freundin Dorothea gestand, ein Verhältnis mit ihm zu haben.

Doch als diese danach einen Selbstmordversuch beide Beine verlor, war für alle ein harter Schlag. Und nun soll es ein Wiedersehen mit allen bei diesem Klassentreffen geben, wo keiner weiß, was sie erwarten wird.
,,Titania“ von Bernhard Morlock beschreibt die emotionale und berührende Liebes- und Lebensgeschichte zweier Menschen, die einen langen und beschwerlichen Weg gehen mussten, um an ihr beider Ziel zu kommen. Der Autor lässt in dem Roman das Flair der 80er Jahre aufleben mit den Gedanken und politischen Strömungen der damaligen Zeit. Manche seiner Protagonisten scheinen in ihrer Vergangenheit stecken geblieben zu sein. Sei es, weil sie mit Dingen von damals nicht positiv abschließen konnten, oder weil sie hoffen, dass sie die Gefühle und Ansichten von früher einfach in die jetzige Zeit mitnehmen können. Der Grundtenor der Geschichte handelt von Schuldgefühlen, falschen Entscheidungen, aber auch von Hoffnung, dass sich doch noch alles zum Guten wenden lässt. Die Sprache und Ausdrucksweise des Autors ist gefühlvoll und lässt auch einen Hauch Nostalgie aufkommen, da sich seine Protagonisten stets gewählt und wohldurchdacht äußern. Es ist keine Hektik zu erkennen, sondern alles wird ruhig und gemächlich erzählt. Es
gibt immer wieder Rückblenden, wo die verschiedenen Protagonisten ihre Erlebnisse aus ihrer Sicht schildern. Die Reisen in die Vergangenheit zeigen Bilder auf, wo man als Leser direkt spürt, wie
viel Leid eine unbedachte Handlung auslösen kann und die darauf folgende Kettenreaktion an tragischen Ereignissen sich über viele Jahre hinweg zieht. Der Autor lässt seine Protagonisten zwar leiden, aber er bietet ihnen auch die Möglichkeit Fehler wieder gut zu machen. Selbstzweifel, Schuldgefühle und Enttäuschung stehen der Erkenntnis gegenüber, dass jeder für sein handeln und seine getroffenen Entscheidungen grade stehen muss. Ellen und Sebastian haben in ihrer Vergangenheit zwar Fehler gemacht und verletzte Gefühle waren noch nie ein guter Ratgeber, aber ein unsichtbares Band hat sie über die Jahre hinweg miteinander verbunden. Der Autor lässt nun bis zum Schluss den Leser mit fiebern ob es den beiden gelingt einen gemeinsamen Weg gehen zu
können, oder ob das Band ihrer damaligen Liebe für immer zerrissen ist.

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Hoffnung

Kollateralschaden von Joseph Lemark

Major Dr. Josef Vierziger hätte nie gedacht, dass sein Leben und das seiner Freundin Conny sich von einem Moment auf den anderen so tragisch ändern könnte. Nach einer Geburtstagsfeier fallen plötzlich auf dem Heimweg Schüsse und Conny sinkt schwer verletzt zu Boden. Doch noch schlechter ergeht es dem Sportredakteur Guido Heidlinger, der ebenfalls als Passant getroffen wird und stirbt.

Für Vierziger und seine Kollegin Dr. Gaby Glück beginnt nun eine lange und schwierige Ermittlung. Keiner weiß so genau, wem der Anschlag eigentlich gegolten hat. Sollte der Anschlag ihm gegolten haben, da es einige ehemalige Verbrecher gibt, die ihm Rache geschworen haben? Oder ist der Journalist bei seinen Recherchen zu weit in die dubiosen Geschäfte so mancher Personen eingedrungen? Fragen über Fragen, wo es scheinbar keine Hinweise gibt. Während Vierziger weiterhin hofft, dass Conny endlich über den Berg ist, passieren weitere Morde und die Ermittlungen bringen dabei Dinge ans Tageslicht, wo selbst die Kommissare erschüttert sind.
,, Kollateralschaden“ ist bereits der 3. Roman aus der Reihe rund um Major Vierziger und seiner Kollegin Gaby Glück. Der Autor Joseph Lemark macht es dabei dem Leser leicht, auch ohne die Vorgänger Bände zu kennen, sich mit seinen Protagonisten an zu freunden. Die Geschichte beginnt gleich spannend und man findet sich schnell in den Ermittlungen der beiden zurecht. Der Autor bietet dabei eine bunte Mischung an emotionalen und tragischen Ereignissen an , sowie feinen und auch leicht zynischen Humor die die Geschichte schon wieder unterhaltsam macht. Joseph Lemark lässt seinen Major in vielen Richtungen ermitteln, wo es einige Verdächtige gibt. Sei es Doping im Sport, Veruntreuung von Spendengelder oder ob es sich um Finanzbetrug handelt, immer lässt dabei der Autor seinen Protagonisten emotional werden, wenn er trotz harter Arbeit immer wieder seine Freundin im Spital besucht. Das macht den Major noch menschlicher, da man stets einen Einblick in die Gefühlswelt von Vierziger erhält. Dass der Roman sogar als Vorbild einen echten nie geklärten Fall aus dem Jahre 1988 hat macht die Geschichte natürlich noch interessanter. Dass das Ende nicht so ist, wie man es sich als Leser erhofft hat, ist vom Autor ein mutiger Schritt gewesen. Ein interessanter Roman mit Spannung, Witz und sympathischen Ermittlern.

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Erinnerungen

Und was ist mit Rosemarie? von D.G. Ambronn

In einem Waldstück wird die Leiche von Viktor Bleßmann gefunden, erschlagen und versteckt im Kofferraum seines eigenen Wagens.
Die Kommissare Kühl und Jörgensen begeben sich nun auf Mördersuche, die sich nicht als ganz leicht gestaltet. Warum wurde Bleßmann getötet und sein Geld hat man aber nicht mitgenommen? Bleßmanns Frau Ines, die zugibt einen Liebhaber zu haben und auch ihre vorlaute Tochter Monika, zählen schon bald zu den Verdächtigen.

Doch bald taucht ein weiterer Name auf, wo anscheinend keiner so recht weiß wer das eigentlich ist. Wer ist diese geheimnisvolle Rosemarie und ist vielleicht doch der Liebhaber von Ines mehr in den Mordfall involviert als er zugibt?
Der Roman ,, Und was ist mit Rosemarie“ ist ein 2020 zufällig wieder entdeckter Kriminalroman von D.G.Ambronn, den er bereits 1984 geschrieben hat. Man landet also in einer Zeit, als es als Zahlungsmittel noch die D- Mark gegeben hat und das ganze Flair an alte Krimi Ermittlungen der damaligen Fernsehserien erinnert. Der Name Kühl für den Kommissar scheint dabei gut gewählt zu sein. Er ermittelt scheinbar so, wie er möchte, ohne Respekt den Verdächtigen gegenüber aber auch seinen jungen Mitarbeiter Jörgensen behandelt er immer wieder gönnerhaft von oben herab. Ich weiß, dass es immer wieder unsympathische Figuren in einem Roman gibt, aber diesen Kommissar fand ich durchgehend als überheblich und auch unprofessionell. Die weiblichen Figuren waren teilweise so, dass sie unselbständig und unterwürfig gewirkt haben wo man gemerkt hat, dass die Männer damals noch das Sagen hatten. Die Tochter hingegen war einfach nur peinlich, wie sie mit ihrer Mutter umgesprungen ist und auch sonst den Erwachsenen gegenüber sehr frech und aufsässig war. Der junge Kommissar war so, wie man sich einen guten Ermittler vorstellt, empathisch, bemüht den Fall zu lösen, selbst wenn er im Dienst sich verführen lässt und Alkohol trinkt.
Die Geschichte war spannend und hat gezeigt welch weitreichende Folgen Erlebnisse aus der Vergangenheit für die Gegenwart haben können und Erinnerungen von früher oftmals in einer großen Enttäuschung enden können, wenn man versucht diese wieder aufleben zu lassen. Der Epilog war für mich ein interessanter Abschluss der zum Nachdenken angeregt hat.

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Wo bist du?

Searching Lucy von Christina Stein

Für die 17 jährige Amber bricht eine Welt zusammen als nach ihrem Vater nun auch ihre Zwillingsschwester Lucy spurlos verschwindet. Die Polizei ist zwar bemüht, aber bisher ist es noch nicht gelungen einen Hinweis zu finden, wo die beiden sind oder ob sie überhaupt noch am Leben sind. Also beschließt Amber sich selbst auf die Suche zu machen und das mit nicht legalen Mitteln.

So beginnt sie systematisch in die Häuser ihrer Nachbarn und Mitschüler einzubrechen mit der Hoffnung etwas zu finden. Zuerst ist sie dabei auf sich alleine angewiesen, doch sie bekommt Hilfe von einer unerwarteten Seite. Amber gibt die Hoffnung nicht auf ihre Schwester zu finden und ihre Verzweiflung wird dabei von Tag zu Tag größer. Aber sie weiß, dass sie stark sein muss, denn ihr kleiner Bruder Tom ist von ihrer Fürsorge abhängig, da es ihre Mutter nur mehr mit Alkohol schafft so halbwegs über die Runden zu kommen. Also versucht Amber immer wieder ihr Glück bei einem Einbruch, bis sie eines Tages etwas erfährt, das vielleicht der rettende Hinweis ist.
,,Searching Lucy“ ist der spannende und oft auch sehr aufwühlende Jugend Thriller von der Autorin Christina Stein. Die Sprache ist dabei recht häufig an die der Jugendlichen angepasst, wo man sich vielleicht als Erwachsener nicht immer ganz wohl fühlt. Aber zu dem Gefühlschaos der Protagonistin und ihren jugendlichen Mitstreitern passt es wohl dazu. Es ist eine spannende Geschichte, wo man selbst mit fiebert, ob es Amber gelingt ihren Vater und Lucy wieder zu finden. Es werden dabei viele Einbrüche beschrieben, wo es immer wieder vor kommt, dass sie dabei fast erwischt wird, da hat sie vielleicht schon ein wenig zu viel an Glück gehabt. Sehr tragisch beschreibt die Autorin die Familiensituation zu Hause, wo sich mancher Leser vielleicht schwer tut, wie sehr der kleine Bruder verwahrlost, weil seine Mutter ständig betrunken ist und ihr eigenes Leben nicht mehr in den Griff bekommt. Da bürdet Christina Stein
ihrer Protagonistin viel auf und man spürt dabei sehr gut die Verzweiflung und Hilflosigkeit, die Amber in diesen Szenen ausgesetzt ist. Der Roman erzählt von Freundschaft, von seelischen Qualen aber auch die Hoffnung, dass man mit einem starken Willen vieles erreichen kann. ,,Searching Lucy“ ist keine leichte Kost und selbst als Erwachsener wird man dabei mit Szenen konfrontiert die unter die Haut gehen. Das Ende ist relativ offen, wo für den einen oder den anderen sicher noch ein paar Fragen offen sind. Spannung bis zum Schluss ist aber garantiert.

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Schuldig oder nicht?

Lebenslänglich von Brigitte van Hattem

Kriminelle Kurzgeschichten, die manchmal mit einem Augenzwinkern zu lesen sind, aber immer gut unterhalten, präsentiert dem Leser die Autorin Brigitte van Hattem in dem Kurzgeschichten Band ,,Lebenslänglich“. Der Leser kann sich auf 8 verschiedenartige Geschichten freuen, wo man nicht immer mit dem Ende rechnen würde, den sich die Autorin dabei ausgedacht hat.

Das spannende und interessante daran ist, dass es eine schöne Abwechslung ist von humorvollen, witzigen, aber auch von tragischen und emotionalen Geschichten. In manchen Szenen wird man sich vielleicht selbst erkennen oder hat schon einmal ähnliche Gedanken gehabt, wie die Protagonisten.
Die Autorin schreibt spannend, einfühlsam und bringt dabei ihre Botschaften auf den Punkt. Gerade am Ende so mancher Geschichte ist man als Leser gefragt selbst zu entscheiden, ob man ebenfalls so gehandelt oder gedacht hätte, wie der Protagonist.
Es stellt sich somit immer wieder die Frage, ob es einen wirklich schuldigen gibt, oder ob es einfach ein dummer Zufall war, der ein Verbrechen oder ein tragisches Unglück herauf beschworen hat.
So wird sich mancher Katzenbesitzer in der humorvollen Geschichte ,, Der König bittet um Hilfe“ sich und seinen Vierbeiner wieder erkennen können oder in der tragischen Geschichte ,,Tod eines Diabetikers“ erfahren, dass es immer gut ist, wenn man die richtige Süßigkeit parat hat.
,,Lebenslänglich“ ist für alle zu empfehlen die eine bunte Mischung an Kurzgeschichten mögen und dabei auch immer wieder zum Nachdenken angeregt werden.

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Eine abenteuerliche Reise beginnt

Wohin die Reise geht von Marlies Ferber

Vier Menschen begeben sich auf eine abenteuerliche Reise, wo am Ende jeder sein Leben aus einer anderen Perspektive sehen wird. Eigentlich wollte der ehemalige Kaffeefabrikant Jakob für seinen Sohn Lukas, 1 Million Euro an Schwarzgeld in die Schweiz schmuggeln. Doch sein Freund Matthias, der Kriminalbeamter ist und zudem noch einen Wohnwagen besitzt, lädt sich kurz entschlossen selbst zu der Reise ein, ohne zunächst zu wissen, warum Jakob in die Schweiz möchte.

Es dauert nicht lange und schon treffen sie auf einer Raststätte die verwirrt erscheinende, ehemalige Opernsängerin Tilda und die junge und freche Alex. Schneller als gedacht, wird die Reise nun zu viert fortgesetzt und schon bald merken sie, dass anscheinend jeder ein Geheimnis hat und so manches Problem wird sich hoffentlich im Laufe der Reise mit Hilfe der vier unterschiedlichen Menschen auf seine eigene Art und Weise lösen lassen.
In dem Roman ,,Wohin die Reise geht“ lässt die Autorin Marlies Ferber ihre vier unterschiedlichen Protagonisten einiges erleben, wo es so manche Enttäuschung geben wird, aber auch die Chance für einen Neuanfang aufzeigt. Die Geschichte ist sehr herzlich und liebevoll erzählt, wo man jeden Charakter einfach mögen muss. Jeder Protagonist kommt in dem Roman zu Wort und man lernt jede Person sehr gut kennen. Es sind nicht nur fröhliche und schöne Momente die dabei erzählt werden, sondern durchaus auch traurige und erschütternde. Trotzdem besticht die Handlung immer wieder durch eine Leichtigkeit und manchmal auch durch humorvolle Szenen. Obwohl jede Person einen eigenen Charakter hat, passen sie letzt endlich doch zusammen, weil jeder für den anderen da sein möchte und spürt, wo Hilfe nötig ist. Die Geschichte wird dabei von der Autorin leicht und flüssig erzählt und man kann sich ihre beschriebenen Szenen gut vorstellen. ,,Wohin die Reise geht“ zeigt, dass es nie zu spät ist, sich auf ein neues Leben einzulassen, weil es immer wieder Überraschungen parat hat, mit denen man nie rechnen würde.

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Du gehörst uns

Die Kirche des heiligen Prozesses von Devon Wolters

Siem Kallason ist schon lange unglücklich, mit seiner Arbeit, mit seinem Leben und überhaupt bietet das Leben in der Stadt wenig an erfreulichen Dingen. Und so lässt er sich auf einen gefährlichen Deal ein. Ein geheimnisvoller Geist bietet ihm ein sorgenfreies Leben, wenn er als Spion in die Kirche des heiligen Prozesses eindringt und ihn mit Informationen versorgt.

Siem weiß zwar, dass die Kirche ihre Geheimnisse hat, aber worauf er sich wirklich einlässt wenn er ihr beitritt, ahnt er noch nicht. Doch schon bald muss Siem am eigenen Leib erfahren, wozu diese wirklich fähig ist und er spürt, dass seine Entscheidung als Spion zu arbeiten, sein Leben von Grund auf ändern wird.
Der Autor Devon Wolters hat mit seinem Roman ,, Die Kirche des heiligen Prozesses“ eine spannende und unheimliche Geschichte geschrieben. Das Genre ist eine Mischung aus Phantastik, Horror, Fantasy und Sience Fiction. Von Beginn weg leidet man mit Siem mit, der gefangen ist in einer besonderen Stadt, wo es anscheinend nur ein Gesetz gibt, nämlich das der Kirche und wer sich gegen sie stellt, wird es bereuen. Der Autor hat es geschafft mich sofort mit seiner Geschichte zu fesseln. Die Darstellung der Kirche ist dabei sehr gut gelungen, da sie sich zwar gönnerhaft und großzügig gegenüber ihrer Mitglieder zeigt, aber sie in Wirklichkeit kaltblütig und berechnend ist. Wer sich gegen sie stellt, wird gnadenlos bestraft. Es ist sogar ein wenig frustrierend wenn man den Roman liest, weil diese Stadt und die Kirche den Menschen nie wirklich die Möglichkeit lässt, selbst über sich und sein Leben entscheiden zu können. Da die Geschichte auch aus der Sicht von Siem erzählt wird, werden seine Gedanken und Gefühle noch besser und intensiver miterlebt. Das düstere und geheimnisvoll wirkende Cover passt sehr gut zu der Geschichte und ist wirklich gut gelungen. Ein toll geschriebener Roman, der Spannung und unheimliche Szenen bietet und wo man nie wirklich weiß, wem man trauen kann und wem nicht.

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Der letzte Weg

Immer noch wach von Fabian Neidhardt

Der 30 jährige Alex könnte eigentlich glücklich sein, gerade hat er mit seinem besten Freund Bene ein Cafe eröffnet und mit seiner Freundin Lisa plant er sein weiteres Leben , als er eine furchtbare Diagnose von seinem Arzt erhält. So wie sein Vater vor vielen Jahren, wird er an einem Magenkrebs sterben.

Deshalb beschließt er eine Liste anzufertigen mit all den Dingen die er noch tun möchte. Während Bene und Lisa versuchen für ihn da zu sein und die letzten Monate mit ihm gemeinsam verbringen möchten, fasst Alex einen Entschluss, den seine Freunde nicht verstehen können. Er möchte in ein Hospiz gehen, ohne dass Bene und Lisa wissen, wo er ist. Auch wenn seine Entscheidung bei beiden auf Unverständnis stößt, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als seinen Wunsch zu akzeptieren. Im Hospiz lernt Alex viele Menschen kennen, die alle noch einen Traum gehabt hätten, der sich aber leider nicht mehr erfüllen lässt. So wie der schwerkranke und kauzige Kasper der immer von einer Weltumsegelung geträumt hat. Doch eines Tages erhält Alex eine neue Diagnose seiner Krebserkrankung und plötzlich sieht er sein Leben in einem anderen Licht und er muss Entscheidungen treffen, die ihn vor eine große Herausforderung stellen.
Der Debütroman ,, Immer noch wach“ von Fabian Neidhardt, entführt den Leser in eine berührende und emotionale Welt von Menschen, die sich auf ihrem letzten Weg befinden. Der Protagonist Alex wird im Laufe des Romans alle Gefühlsregungen die ein Mensch haben kann durchleben. Von Hoffnung und Liebe bis zur Verzweiflung und Hass. Der Autor stellt Alex dabei auf eine harte Probe, wie er mit seinem Leben und seinen Mitmenschen umgehen kann. Man sieht dabei, wie schwer es nicht nur für ihn ist Entscheidungen zu treffen, die nicht nur ihn, sondern auch seine Freunde betreffen, sondern auch, wie es für andere ist, diese zu akzeptieren. Es ist ein berührendes und auch schwieriges Thema, das der Autor hier aufgreift. Es gibt im Grunde kein richtig oder falsch, wie sich jemand zu verhalten hat, wenn er eine niederschmetternde Diagnose bekommt. Es geht hierbei auch um Akzeptanz besonderer Wünsche, aber auch, ob oder wie weit man Freunde und Familie damit belasten kann. Da der Autor für eine Woche in einem Hospiz arbeiten durfte, konnte er noch intensiver und auch emotionaler diese Geschichte schreiben. Er hat dabei einen angenehmen Schreibstil, wo man nicht nur, trotz ernstem Thema immer wieder ein Schmunzeln auf den Lippen hat, sondern auch von vielen Szenen berührt ist die wirklich zu Herzen gehen. Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen, wo man als Leser auch immer wieder Erlebnisse aus der Vergangenheit miterleben kann. An sich mag ich solche Handlungen gerne, wenn sie chronologisch verlaufen. Hier hat aber der Autor beide Zeitebenen sehr wild durcheinander gewürfelt, wo es manchmal nicht gleich ersichtlich war, zu welcher Zeit die Handlung spielt. Trotzdem ist es ein wunderschöner Roman, wo man erkennt, dass man nie die Hoffnung aufgeben soll und das Leben noch viele Überraschungen parat hat.

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Kurzgeschichten

Immer noch wach von Fabian Neidhardt

14 Short Stories findet man in dem Buch von Roland Spranger mit dem bezeichnenden Titel ,,A kind of blue“. Seine Protagonisten sind oftmals Opfer ihrer besonderen Lebensumstände oder sogar Täter, wenn sie meinen vom Leben ungerecht behandelt worden zu sein.
Die Geschichten haben sehr oft einen traurigen Hintergrund wenn es um Einsamkeit geht oder wenn eine Familie versucht mit dem Tod ihres Babys fertig zu werden.

Es gibt aber auch Kurzgeschichten, die einen humorvollen und bisweilen auch schon zynischen Ansatz aufweisen, wenn ein Pizzabote seine eigene Vorstellung davon hat, wie er seine Pizzen bei den Menschen ausliefern wird.
Bei manchen Geschichten kann man einfach nur Mitleid mit den Protagonisten haben, wenn sie mit ihrem Leben nicht mehr zurecht kommen. Der Autor beschreibt dabei immer wieder in einer berührenden Sprache die Gefühle und Gedanken der Personen.
Die Mischung der Kurzgeschichten ist vielfältig und es haben mich die meisten berührt oder nachdenklich gemacht. Aber es gibt auch Geschichten, mit denen ich leider überhaupt nichts anfangen konnte, wie z.B ob oder wie Kräne Sex haben. Manche Gedanken des Autors sind mir dabei unergründlich geblieben.
Wer Kurzgeschichten mag, wird sich hierbei sicher seine Favoriten herauspicken können und so manche bietet dann ein überraschendes Ende.

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