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Rezensionen von rewareni:
Mörder unter sich
Liebe und Verbrechen von Gerd Raguß
Der junge Staatsanwalt Arnulf Kraß lebt nach dem brutalen Mord an seiner geliebten Frau sehr zurückgezogen. Für ihn gibt es nur die Arbeit und er ist sich sicher, dass er nie wieder eine Frau lieben könnte. Bis zu dem Tag, als die attraktive Praktikantin Aurea Schneider bei ihm zu arbeiten beginnt.
Hin und hergerissen zwischen verborgen geglaubten Gefühlen und einem dunklen Geheimnis, kommen sich beide näher und Arnulf muss dabei Entscheidungen treffen, die für sein weiteres Leben von großer Bedeutung sein werden.
Es gibt selten Bücher, die mir nicht gefallen, bei diesem war es aber wieder einmal so. Der Roman ,, Liebe und Verbrechen – Arnulf und die gefährliche Neugier der Aurea Schneider“ von Gerd Raguß hat mir zwar vom Klappentext her gefallen, aber die Umsetzung hat mir leider gar nicht zugesagt. Angefangen mit den beiden Protagonisten Arnulf und Aurea, die mir beide extrem unsympathisch waren. Arnulf, der sich nach dem gewaltsamen Tod seiner Frau zurückgezogen hat, hätte ich ja noch verstehen können, aber sein Selbstmitleid, das sich Seitenweise dahin zieht, war mir dann doch zu viel. Immer wieder rollen ihm Tränen übers Gesicht, als er sich für Aurea zu interessieren beginnt, weiß er nicht was er machen soll, vor allem, was könnten die Kollegen denken, wenn sie ihm gefällt. Also lässt er sie nach anfänglicher Sympathie erst einmal wieder links liegen. Ebenso hat mich gestört, dass immer wieder erwähnt wurde, dass er das geerbte Familienunternehmen unter der Voraussetzung weiterführen soll, dass er heiratet und eigene Kinder dazu bekommt, denn z.b adoptierte würden dabei nicht gelten. Aurea war zum Schluss ganz unten durch bei mir, denn wenn jemand es toll findet, dass man Mörder und andere Verbrecher ebenfalls umbringt und sie nichts anderes erwartet hat und im Grunde darauf stolz ist, muss ich leider sagen, dass dieser Roman ganz und gar nicht meinen Vorstellungen entspricht. Der Schreibstil und die Dialoge waren für mich ebenfalls nicht zielführend um Spannung zu erzeugen, denn mit Sätzen wie ,, Seitdem die Erde ihren Platz im Universum gefunden hat, geht jeden Morgen die Sonne auf, so auch heute....“ habe ich nicht viel anfangen können.
Was spannend und interessant geklungen hat konnte mich leider nicht überzeugen.
Der Tod und ich
Mohnblumen von Markus Szaszka
Während die 9 jährige Linh abends durch das Krankenhaus streift um das Zimmer ihrer Mutter wieder zu finden, begegnet sie plötzlich einer jungen Punkerin namens Mori, die sie bei ihrer Suche begleitet. Was Linh aber nicht weiß ist, dass der Tod in Moris Gestalt bei ihr ist um einen Auftrag zu erfüllen.
In den nächsten Stunden lernt Linh vieles über das Leben und trifft Menschen, deren Schicksal sie zum Nachdenken anregt. Eine abenteuerliche Nacht beginnt, die Linh nicht so schnell vergessen wird.
Aus der Reihe ,, Großstadtballade“ von Markus Szaszka, bekommt dieses Mal der Leser im Roman ,, Mohnblumen“ die berührende und lehrreiche Geschichte von der kleinen Linh und ihrem Streifzug durch das Krankenhaus in Wien zu lesen. Es ist eine fantasievolle und trotzdem sehr emotionale Geschichte, die mit Weisheiten und wunderschönen Gedankengängen gespickt ist. Dass hier sogar der Tod menschliche Züge aufweist und alles andere als furchterregend ist, macht die ganze Handlung noch liebenswürdiger, als sie bisher schon ist. Als Leser wird man von Beginn weg in die Geschichte hineingezogen und es ist erstaunlich welch philosophische Gedanken der Autor dabei auf jeder Seite einfließen ließ. Man findet dabei so viele schöne Sätze, wo man ständig diese aufschreiben und irgendwo aufhängen möchte. Selbst traurige und nicht so schöne Erlebnisse wie Einsamkeit oder Krankheit lässt der Autor in einem anderen Licht erscheinen, wo man trotzdem dabei sogar immer wieder etwas positives herausfinden kann und man selbst sein Leben in einem anderen Licht betrachten kann. Die Handlung ist auf 140 Seiten natürlich sehr komprimiert und auch die 9 jährige Linh erscheint ob ihres Alters mit ihren Fragen und Aussagen manchmal älter als sie tatsächlich ist.
Trotzdem ist der Inhalt für den Leser nicht nur lehrreich, ohne dass er das Gefühl hat belehrt zu werden, sondern es ist auch ein Eintauchen in sein eigenes Leben, wo man vieles als selbstverständlich hinnimmt ohne darüber nachzudenken, welche Möglichkeiten das Leben eigentlich bietet um es lebenswert zu machen.
Die Liebesmaschine
DIE LIEBESMASCHINE von Gabriele Behrend
In 12 verschiedenen Geschichten, wo die meisten SF angehaucht sind, nimmt die Autorin Gabriele Behrend den Leser auf eine abenteuerliche Reise mit , wo man diverse Geschichten über verschiedene Beziehungen zwischen Menschen, aber auch KI und sonstige seltsame Protagonisten begleiten darf.
Manche Geschichten sind richtig berührend, wo man Ende ob des Ausganges oft überrascht ist.
So war es schön zu lesen, dass eine KI menschliche Züge aufweist und versucht ,,seine“ Menschen glücklich zu machen.
Aber auch erschütternde Geschichten sind zu finden, wo ein Mann seinem Leben einem Ende setzen möchte und seine Beraterin ihm wieder neuen Lebensmut gibt mit einem besonderen Hintergedanken.
Auf vielfältige Art und Weise zeigt die Autorin wie Beziehungen zueinander sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben können.
Es gibt aber auch einige Geschichten, wo ich leider den Hintergedanken der Autorin nicht nachvollziehen oder auch verstehen konnte. Was es dadurch nicht leicht gemacht hat einen wirklichen Zugang zu finden.
Schön war, dass es im Grunde in fast jeder Geschichte immer wieder einen Hoffnungsschimmer gegeben hat, dass sich etwas zum Guten wenden kann und dass man aber KI nie unterschätzen sollte.
Eine bunte SF Geschichten Sammlung mit einer guten Abwechslung, wo sicher jeder die eine oder andere Lieblingsgeschichte finden kann.
Der Anschlag
Kommissar Gennat und der Anschlag auf den Orientexpress von Regina Stürickow
In der Nähe von Berlin, in der Kleinstadt Jüterbog, kommt es 1931 zu einer Zugentgleisung. Es sollte aber nicht die letzte sein. Denn einige Monate später kommt es zu einem noch tragischeren Unglück, als der legendäre Orient Express auf seinem Weg nach Wien in Ungarn ebenfalls entgleist und es dabei viele Todesopfer gibt.
Kommissare aus drei Ländern, Österreich, Deutschland und Ungarn, schließen sich zusammen und versuchen den Täter zu finden. Allen voran der Berliner Kommissar Gennat und sein Freund der Reporter Max Kaminsky, der gemeinsam mit seiner Frau Lissy das Zugsunglück unbeschadet überstanden hat, sind an der raschen Aufklärung interessiert. Es gibt viele Spuren die lange nicht zum Erfolg führen, bis ein Zufall den Ermittlern dabei hilft.
,,Kommissar Gennat und der Anschlag auf den Orient Express“ ist der 3. Band aus der Reihe rund um den gemütlichen und sympathischen Kommissar Ernst Gennat. Die Autorin Regina Stürickow hat dabei wieder einmal den damals tatsächlich lebenden erfolgreichsten und begabtesten Kriminalisten Deutschlands mit einem Kriminalfall betreut, den es ebenfalls gegeben hat. Dabei hat sie gute Recherche betrieben und fiktive Ereignisse mit tatsächlichen gemischt. Am Ende des Romans findet man einen interessanten historischen Anhang zum tatsächlichen Kriminalfall. Es finden sich auch Personen wieder, die ebenfalls damals gelebt haben wie z.B die bekannte Sängerin und Tänzerin Josephine Baker.
Die Geschichte ist interessant und auch die Protagonisten haben mir gut gefallen, dass auch Lissy öfters ihre Nase in Ermittlungen gesteckt hat, hat mir nichts ausgemacht und es war eine humorvolle Auflockerung. Dass nach dem Titel nach die Ereignisse erst relativ spät im Buch stattfinden, hat mich ein wenig gewundert, da doch recht lange über das erste Attentat in Jüterbog berichtet wurde. Der Erzählstil ist teilweise recht nüchtern und man spürt dabei nicht immer wirklich Gefühle und Empfindungen der Protagonisten. Hingegen wirkt dann der Attentäter wie ein Psychopath, der sehr verwirrt erscheint und auch die Polizei vor so manches Rätsel stellt. Ein interessanter Roman wo man eintauchen kann in die Vergangenheit und man dabei so ganz nebenbei echte Kriminalfälle kennen lernt.
Tanja und Rudi
Die Kommissarin und der Metzger - Auf Messers Schneide von Bent Ohle
Die taffe und unkonventionelle Kommissarin Tanja Terholte ist im Dezernat für Schwerverbrechen in Münster tätig. Deshalb ist sie für die Ermittlungen in ihrem Heimatort in Horstmar zuständig. Wer versteckt Leichenteile auf verschiedenen Bauernhöfen? Und wo ist plötzlich der Tierarzt Dr. Stratmann? Ist er etwa der Tote? Zum Glück bekommt Tanja Hilfe von ihrem Bruder Rudi, der als begeisterter Fan von CSI Filmen und Metzger vom Beruf, bei dem Fall wichtige Hinweise liefern kann.
Da die Bewohner in ihrem Ort nicht immer gut auf sie zu sprechen sind und so mancher nicht immer die Wahrheit sagt, ist Tanja wohl oder übel gezwungen ihre eigenen Methoden anzuwenden, wenn diese auch nicht immer ihrem Chef recht sind. Und so kommt es sogar noch dazu, dass sie einem alten Familiengeheimnis auf die Spur kommt.
,, Die Kommissarin und der Metzger“ ist der erste Band aus der humorvollen Krimireihe rund um Tanja und ihrem Bruder Rudi. Der Autor Bent Ohle nimmt dabei den Leser auf einen mehr als witzigen und oft auch recht skurrilen Ausflug ins mehr oder weniger beschauliche Landleben in Horstmar mit. Wo gemordet, gelogen und reichlich Schnaps getrunken wird. Die Terholtes sind eine sehr humorvolle und ungewöhnliche Familie, die nicht zu Unrecht von den Nachbarn als ein wenig seltsam bezeichnet werden. Deshalb war es oft für Tanja nicht leicht, ihre Ermittlungen so auszuführen, wie sie es gerne wollte. Aber ihre direkte und kluge Art und Weise, wie sie andere dazu bringen konnte, die Wahrheit zu sagen, haben ihr dabei geholfen. Ihr Bruder Rudi ist vom Autor witzig dargestellt worden. Dass er als ,,Professor“ in der Rechtsmedizin mit arbeiten durfte, ist zwar nicht wirklich möglich, aber in dem Roman hat es gut hinein gepasst. Bent Ohle hat generell seine Figuren gut heraus gearbeitet und mit Stärken und Schwächen versehen, sodass im Grunde alle sympathisch waren. Selbst Elisabeth, die Mutter der Geschwister, die gerne zu einem Gläschen Schnaps greift, hat trotz ihrer resoluten Art, einen weichen Kern. Das Landleben ist hier nicht immer idyllisch und die Bewohner haben alle einen eigenen Charme. Die Geschichte bietet einige filmreife Szenen, die von Autor so bildhaft dargestellt wurden, dass man ob ihrer Skurrilität aus dem Schmunzeln nicht herauskommt. Der Krimi bietet eine gute Mischung aus Spannung, emotionalen Momenten und vor allem viel Humor. Der Autor hat einen angenehmen Schreibstil, sodass man den Roman wunderbar lesen kann und man immer wieder von witzigen Einfällen überrascht wird. Man darf zwar nicht alles ernst nehmen, da Tanjas Ermittlungen sicherlich nicht dem Lehrbuch entsprechen, aber so wird man als Leser wenigstens gut unterhalten und man darf sich schon auf den nächsten Band freuen, wenn die Geschwister wieder auf Verbrecherjagd gehen.
Reise in die Vergangenheit
Quälgeist von Mikael Lundt
Kommissar Hausmann bekommt es mit einem sehr ungewöhnlichen Todesfall zu tun.
In einem mystischen Baumkreis im Fengerholz wird ein toter Junge gefunden, der seltsam gealtert erscheint und kurze Zeit darauf zu Staub zerfällt. Als Hausmann auch noch Bekanntschaft mit Dörte macht, die mit ihrer Wünschelrute den toten Jungen gefunden hat, glaubt er immer noch an Unfug und ihr esoterisches Getue geht ihm gehörig auf die Nerven.
Aber bald schon merkt er, dass im Fengerholz Dinge vor sich gehen, die man nicht verstehen kann. Als es auch noch Parallelen zu einem alten Fall gibt, der nie aufgeklärt werden konnte und weitere Personen verschwinden muss auch Hausmann erkennen, dass offensichtlich ein Quälgeist sein Unwesen treibt. Und dieser wird so lange keine Ruhe geben, bis er sein Ziel erreicht hat.
,, Quälgeist“ ist der zweite Fall mit Kommissar Hausmann, der dieses Mal in die Welt der Geister und Dämonen eintauchen muss. Auch ohne den vorherigen Band zu kennen, kann man problemlos in die Geschichte eintauchen und Zeuge werden, wie ein spannender Fall gelöst wird. Hausmann ist ein sympathischer Kommissar, der zwar mit den unheimlichen und esoterischen ,,Ermittlungen“ von Dörte nicht immer klar kommt, aber er merkt mit der Zeit, dass doch etwas ungewöhnliches und vor allem gefährliches dahinter steckt. Obwohl eine tragische Geschichte dahinter steckt und auch ein wenig Gruselfeeling auftritt, bekommt man als Leser auch immer wieder kleine humorvolle Szenen geliefert, die den Roman noch lesenswerter machen. Der Quälgeist hätte für mich noch öfters in Erscheinung treten können, so ist vieles doch der Fantasie dem Leser überlassen geblieben. Die Auflösung des Falles war spannend aufgearbeitet, da man langsam von den Ereignissen aus der Vergangenheit in die jetzige Zeit mitgenommen wurde. Es ist eine berührende und spannende Geschichte, wo man sich schon auf den nächsten Band mit Kommissar Hausmann freuen kann. Ich könnte mir sogar Dörte als seine ,,Kollegin“ vorstellen, da sie wunderbar zu der Geschichte dazu gepasst hat und die kleinen Plänkeleien zwischen ihnen waren schön zu lesen.
Wo ist der Prinz?
Hannerl und ihr zu klein geratener Prinz von Dolores Schmidinger
,,Hannerl und ihr zu klein geratener Prinz“ ist die berührende und spannende Familiengeschichte, erzählt von der österreichischen Schauspielerin und Kabarettistin Dolores Schmidinger. Wer sie kennt weiß, dass man auf eine spitze Zunge und auch auf zynische Bemerkungen gefasst sein muss.
In ihrer biografischen Erzählung wird der Leser Zeuge, wie ihre Großmutter Barbara und ihre Mutter Johanna, genannt Hannerl, in einer Zeit aufgewachsen sind, in der die Frauen nicht nur einmal um ihre Rechte und Anerkennungen kämpfen mussten.
Man liest die Geschichte mit einem lachenden und einem weinenden Auge, weil Dolores Schmidinger er wunderbar versteht selbst in tragischen und berührenden Szenen einen Anflug von Humor aufblitzen zu lassen.
Es ist eine Familiengeschichte wo man nicht nur von Vergewaltigung oder glühenden Nationalsozialisten liest, sondern auch von starken Frauen, die ihr Leben selbst bestimmen möchten. Das damalige Rollenbild der Frau, dem Mann zu dienen und für die Familie da zu sein wird sowohl von Barbara als auch von Hannerl, nicht wirklich akzeptiert. Auch wenn sie nicht immer glücklich waren in ihrem Leben, so haben sie stets versucht ihre eigenen Weg zu gehen, selbst wenn es einige Stolpersteine gegeben hat. Auch Dolores Vater, der konservative Erzkatholik Josef Schmidinger, der alles andere als ein Traummann für ihre Mutter war, nimmt in der Erzählung einen wichtigen Part ihrer Familiengeschichte ein, die dabei alles andere als rühmlich war. Besonders gut haben mir dabei auch die schon fast in Vergessenheit geratenen alten österreichischen Ausdrücke gefallen, die wunderbar zu den Geschichten dazu gepasst haben. Aber auch tatsächliche Ereignisse wie Hitlers Rede 1935 auf dem Parteitag oder bekannte Wegbegleiter wie Adelheid Popp, Frauenrechtlerin und Sozialistin, finden sich in der Geschichte wieder.
Der Erzählstil ist eher nüchtern und manchmal vielleicht auch etwas zu direkt, wo man als Leser erschüttert ist, wenn man es liest, aber gerade diese Art macht die Geschichte interessant und es ist eine mutige Aufarbeitung von Dolores Schmidinger, die ungeschönt ihre Familiengeschichte erzählt.
Ein besonderer Wunsch
Bittersüßer Nachtschatten von Ann-Kathrin Wasle
Die Kellnerin Rita ist ständig genervt, besonders wenn sie von Männern ungut angesprochen wird und sie bei ihrer Arbeit auch dann freundlich sein soll, wenn es ihr gar nicht danach ist. Da taucht eines Tages der geheimnisvolle Lucian auf und nimmt sie zu einer Party unter der Basilika in der Prager Altstadt mit.
Und plötzlich wird ihr eine seltsame Frage gestellt ,,Was würdest du vom Teufel verlangen, wenn er dir einen Wunsch gewährt? “ Für Rita ist diese Frage natürlich nicht ernst gemeint, aber ein wenig mehr an Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein würde sie sich schon wünschen. Auf einmal scheint ihr Leben wie verwandelt zu sein. Dumme Anmachsprüche von Männern bietet sie in einer Art und Weise Paroli, die ihr manchmal schon selbst Angst macht. Doch mit der Zeit kommen ihr Zweifel ob ihr eigenes Verhalten von fremden Mächten gesteuert ist und sie fühlt sich zunehmends unwohler. Es passieren viele ungewöhnliche Dinge, die sie sich bald selbst nicht mehr erklären kann und sie fragt sich, ob wirklich der Teufel seine Hand im Spiel hat.
,, Bittersüßer Nachtschatten“ ist der erste Teil der neuen Urban-Fantasy-Reihe Nachtschattengewächse von der Autorin Ann- Kathrin Wasle. Ihr Schauplatz ist dabei Prag, wo die Autorin eine besondere und düstere Stimmung eingefangen hat, wo sie den Leser durch verwinkelte Gassen und unterirdische Labyrinthe unter die Altstadt mit nimmt. Es ist eine fantastische Geschichte wo die Protagonistin erkennen muss, wie schnell ein unbedachter Wunsch in Erfüllung gehen kann. Aus der sprachlosen und schüchternen Rita wird eine selbstbewusste und schlagfertige Person, die aber mit der Zeit Angst vor sich selber bekommt. Rita wirkt dabei nicht immer wirklich sympathisch, weil sie Menschen, auch solche, die es gut mir ihr meinen, vor den Kopf stößt und Dinge tut, die ihr im Nachhinein wieder leid tun. Sie ist dabei einen Zwang ausgesetzt, den sie nicht wirklich steuern kann. Dass Belästigungen an Frauen ein wichtiges Thema ist, ist klar, nur manchmal wurde es für mich zu oft bei Rita erwähnt. Manche negative Handlungen von ihr sind dabei als ,,normal“ rüber gekommen, was nicht unbedingt so toleriert werden sollte. Trotzdem war die Geschichte spannend und vor allem die geheimnisvollen anderen Protagonisten, wo man als Leser nicht weiß, wer nun wirklich der Gute und wer der Böse ist, lassen die Neugierde steigern für den nächsten Band.
Alltagsbegegnungen
Bittersüßer Nachtschatten von Ann-Kathrin Wasle
,, Auf der Pirsch mit Knittelwirwsch“ sind humorvolle kurze Geschichten, die der Autor Luzius Flunk selber erlebt oder von anderen Personen erzählt bekommen hat. In verschiedenen Kapiteln wie ein Vorwort
* HgFzBdB – Häufig gestellte Fragen zur Benutzung dieses Buches
* Begegnungen im Alltag
* Begegnungen in öffentlichen Verkehrsmitteln
* Begegnungen auf Reisen
* Begegnungen in der Vorweihnachtszeit
* Begegnung mit dem Anhang
Entführt der Autor den Leser in teils absurde und skurrile Geschichten aus dem Alltag, die so mancher von uns schon selbst einmal erlebt hat.
Egal ob man einen nervigen Handyklingelton ständig hören muss oder ob man Zeuge von Sinn befreiten Dialogen von Jugendlichen lauscht, eines kleines Schmunzeln wird manchmal dabei zu entlocken sein. Zu mehr hat es aber leider bei mir nicht gereicht, da mir die immer wieder für mich ,,krampfhaften“ lustigen Wortschöpfungen des Autors nicht vom Hocker reißen konnten. Bei den kurzen Erzählungen werden sicher andere Leser auf ihre Kosten kommen und für ein kurzes Lesevergnügen ist dabei gesorgt.
Schuldig
Tiefschwarze Schuld von Thomas Matiszik
Ein Gerichtsvollzieher, der plötzlich Selbstmord begeht, ein Chefarzt, der vom Dach eines Krankenhauses springt, sind nur einige von ungewöhnlichen Ereignissen mit denen es die ehemalige Polizistin Corinna Dupont zu tun bekommt. Beauftragt von Theresa Mallen, der Ehefrau des Chefarztes, versucht Corinna die Hintergründe des Todes heraus zu finden.
Schon bald merkt Corinna, dass selbst in Höheren Kreisen die Täter zu suchen sind und dass ein Kinderhändlerring ebenfalls darin verwickelt scheint. Privat läuft es auch nicht so, wie es sich Corinna vorstellt und dass sie ständig müde und erschöpft ist, macht ihr ebenfalls Sorgen. Doch Corinna ist eine Kämpfernatur und lässt sich von nichts und niemanden so schnell unterkriegen.
,,Tiefschwarze Schuld“ ist der Auftakt der Thriller Reihe rund um die taffe und selbstbewusste Corinna Dupont, die es buchstäblich mit jedem Gegner aufnimmt und ihr bisweilen bissiges Mundwerk so manchen Schach matt setzt. Der Autor Thomas Matiszik schickt mit seiner Protagonistin Corinna eine neue Figur ins kriminalistische Getümmel, die selbst, wenn sie sich selbst schadet, ihrer Linie treu bleibt und stets versucht auf der Seite der Schwachen und Hilflosen zu stehen. Als ehemalige Polizistin ist sie nun niemanden mehr Rechenschaft schuldig und deshalb trifft sie auch immer wieder unkonventionelle Entscheidungen, wenn sie es für richtig hält. Zu Beginn wird man als Leser ein wenig ,,erschlagen“ ob der vielen Protagonisten, da es in dem Roman mehrere Handlungsstränge gibt, die aber alle irgendwie miteinander verbunden sind. Mit der Zeit merkt man dann, dass es bei allen Geschichten einen roten Faden gibt, der sich durch den ganzen Roman zieht. Die relativ kurzen Kapitel lassen sich gut lesen und man ist immer wieder gespannt, wie es mit den einzelnen menschlichen Schicksalen weitergeht. Ein angenehmer Schreibstil lässt den Roman gut lesen. Es ist eine Mischung zwischen Spannung, emotionalen und berührenden Szenen und auch durchaus realen Situationen wie Machtmissbrauch, Korruption oder Kinderhändler. Corinna ist zwar nicht unbedingt eine wirkliche Sympathieträgerin, da sie manchmal eine etwas harsche Art hat und ihre Ausdrucksweise auch nicht immer sehr freundlich ist, aber trotzdem hat sie das Herz am rechten Fleck. Manche Fragen sind noch offen geblieben, die teilweise erst im nächsten Band beantwortet werden. Es ist eine rasante Auftaktreihe wo man sich als Leser schon freuen kann, wie es mit Corinna weitergeht. Denn langweilig wird es mit ihr sicher nicht werden.










